„Tugendhafter Orient - sündiger Okzident?“

Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 12. Dezember 2013 im Kunstverein


Pressemitteilung

6. Dezember 2013

FRANKFURT AM MAIN. Die Geschichte von Orient und Okzident war stets auch durch gegenseitige Zuschreibungen von sexueller Ausschweifung und Sündhaftigkeit gekennzeichnet. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war es der Orient, der europäischen Künstlern als Inbegriff der Verführung galt. Heute wird der Westen von vielen Muslimen als Ort ohne Moral verdammt. Um „Pornographie und Sexualität zwischen Ost und West“ geht es beim 13. Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen zu der Podiumsdiskussion mit dem

Thema: „Tugendhafter Orient - sündiger Okzident? – Pornographie und Sexualität zwischen Ost und West“
am: Donnerstag, dem 12. Dezember 2013, um 19.00 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Die bekannten Stereotype verschleiern – so die Ausgangsthese der Diskussion – den Umstand, dass sowohl im Osten als auch im Westen kontroverse Debatten um Sexualität und Moral geführt werden. Hinzu kommt, dass rigide Normen zur Überschreitung herausfordern und sich so eine neue Libertinage etablieren kann. Was religiösen Tugendwächtern als Gefährdung der Jugend und Existenzbedrohung der Familie erscheint, erfährt auch von anderer Seite Kritik. Besorgte Feministinnen machen auf den möglichen Umschlag von Libertinage in Machtmissbrauch aufmerksam und verweisen auf sexuelle Gewalt.

Auf Einladung des Frankfurter Exzellenzclusters wird die deutsch-ägyptische Politikwissenschaftlerin Hoda Salah an der Diskussion teilnehmen. Sie arbeitet als freiberufliche Politikberaterin und Publizistin. Seit der ägyptischen Revolution pendelt sie zwischen Kairo und Berlin. An der Freien Universität war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients. Zu Ihren Schwerpunkten gehören Islamismus, Kultur und Politik im Nahen Osten sowie Frauenrechte.

Von Seiten des Clusters bringt Susanne Schröter ihre Expertise ein. Sie ist Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen an die Goethe-Universität. Ihre Forschungsinteressen beziehen sich unter anderem auf kulturelle und politische Transformationen in der islamischen Welt und auf islamischen Feminismus. Eine ihrer jüngsten Publikationen ist (als Herausgeberin und Mitautorin) „Geschlechtergerechtigkeit durch Demokratisierung? Transformationen und Restaurationen von Genderverhältnissen in der islamischen Welt“.

Bei dem Stadtgespräch diskutieren die beiden Wissenschaftlerinnen über sexuelle Freiheit und ihre Grenzen, über Pornographie und Frauenrechte und auch darüber, ob diese Themen in Kairo anders verhandelt werden als in Frankfurt. Die Moderation hat der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurter-stadtgespraech



Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
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Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
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