Prof. Dr. Christoph Menke | Profil

Neben den freiheits-, rechts- und demokratietheoretischen Forschungsaktivitäten (siehe den Projektbericht  “Normativität und Freiheit“) standen solche zu ästhetischen Fragen. Dabei wird der Begriff der Ästhetik nicht nur in dem engen Sinn verstanden, daß er die spezifisch moderne Weise des Denkens der Kunst bezeichnet, sondern der Natur und des Geistes (und des agonalen Zusammenhangs beider) des Menschen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Neubestimmung des Lebensbegriffs seit 1800 von zentralem Interesse, die mit der Herausbildung der philosophischen Ästhetik eng zusammenhängt. Leben und Kunst werden durch Formen einer „Zweckmäßigkeit ohne Zweck“ charakterisiert, in denen sich eine innere Dialektik von Natur und Freiheit, Kraft und Vermögen austrägt. Ästhetische Erfahrung erweist sich vor diesem Hintergrund als praktische Reflexion auf und Rückgang in die Dialektik von Geist und Leben. An dieser Stelle verbinden sich die ästhetischen Fragen mit den freiheitstheoretischen des Clusterprojekts. Spezifische Untersuchungen galten (1.) dem Problem des ästhetischen Urteilens und damit der spezifischen Gestalt (und Rolle) der Normativität im Ästhetischen sowie (2.) der Kategorie der Ästhetisierung und ihrer Verwendung in gesellschafts- und kulturkritischen Diagnosen. Beide Untersuchungen kommen zusammen in der Frage nach einem Begriff des ästhetischen Denkens.

Zu den wichtigsten Publikationen der Professur außerhalb des Forschungsprojekts zählen:
Christoph Menke (2008): Kraft. Ein Grundbegriff ästhetischer Anthropologie, Frankfurt am Main: Suhrkamp (englische Übersetzung: New York: Fordham University Press, 2012)
Christoph Menke (2010): „The Aesthetic Critique of Judgment“, in: Daniel Birnbaum/Isabelle Graw (Hg.), The Power of Judgment. A Debate on Aesthetic Critique, Berlin: Sternberg, 8-29
Christoph Menke (2010): „Neither Rawls Nor Adorno: Raymond Geuss’ Programme For a ‚Realist’ Political Philosophy“ (Rez. Raymond Geuss, Outside Ethics und Philosophy and Real Politics), in: European Journal of Philosophy, 18(1), 139-147 (deutsche Übersetzung in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie, Bd. 58 (3), 2010, 445-456.
Thomas Khurana (2011): „Philosophies of Life“, Schwerpunkt in: Constellations 18, 6–73 (Gastherausgabe zusammen mit Christoph Menke; mit Beiträgen von Jay Bernstein, Rüdiger Campe, Alexander García Düttmann, Paul Patton, Paola Marrati) *.

Neben zahlreichen internen Arbeitsgruppen Treffen des FF1, sowie Klausurtagungen mit weiteren PIs und der Organisation von Einzelvorträgen, wurde eine große „Derrida-Konferenz. Frankfurt 2012“ organisiert (Goethe-Universität Frankfurt/M., 14.-16.03. 2012), mit insgesamt 90 Vortragenden, darunter: Martin Hägglund (Harvard), Alexander García Düttmann (Goldsmiths), Paola Marrati (Johns Hopkins), Dirk Setton (Frankfurt/M.), Bruno Clément (Paris), Martine Meskel-Cresta (Cergy-Pontoise) and Martin Saar (Frankfurt/M.). Zudem herauszuheben ist ein Workshop mit dem Titel „Anerkennung und Alterität“, der vom 30.04.-01.05.2010 in Frankfurt/M. stattfand und dessen Beiträge die Grundlage für eine gleichnamige Publikation darstellten (Nomos, 2011). Christoph Menke war zudem an der Mitorganisation der Vortrags- und Seminarreihe „Was ist Denken?“ (mit Chus Martinez), in der 13. Documenta (Juni-September 2012) beteiligt, sowie an der Vortragsreihe „Dialektik des Fortschritts“ (mit Sibylle Baschung und Anja Lemke), September 2012-Februar 2013.


Aktuelles

„Frankfurter interdisziplinäre Debatte“. Frankfurter Forschungsinstitute laden zum Austausch über disziplinen-übergreifende Plattform ein

Die „Frankfurter interdisziplinäre Debatte“ ist ein Versuch des Dialogs zwischen Vertreter*innen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen zu aktuellen Fragestellungen – derzeit im Kontext der Corona-Krise und u.a. mit Beiträgen von Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Prof. Dr. Rainer Forst und Prof. Dr. Klaus Günther. Seit Ende März 2020 ist die Onlineplattform der Initiative (www.frankfurter-debatte.de) verfügbar. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Nächste Termine

Bis Ende September 2020

In der Goethe-Universität finden mindestens bis Ende September 2020 keine Präsenzveranstaltungen statt. Das Veranstaltungsprogramm des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" wird ebenfalls bis auf Weiteres ausgesetzt.

29. Mai 2020, 18.30 Uhr

Virtual Workshop on the Political Turn(s) in Criminal Law Thinking: Gustavo Beade: The Voice of the Polity in the Criminal Law: A Liberal Republica. More...

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Neueste Medien

Krise und Demokratie

Mirjam Wenzel im Gespräch mit Rainer Forst
Tachles Videocast des Jüdischen Museum Frankfurt

Normative Orders Insights

... mit Nicole Deitelhoff

Neueste Volltexte

Burchard, Christoph (2019):

Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. Mehr...

Kettemann, Matthias (2020):

The Normative Order of the Internet. Normative Orders Working Paper 01/2020. Mehr...