Projektleiterin: Prof. Dr. Nicola Fuchs-Schündeln | Profil

Viele Länder Süd- und Mitteleuropas kämpfen seit Jahren mit extrem niedrigen Geburtenraten sowie geringer Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen. Eine Erhöhung des öffentlichen Kinderbetreuungsangebotes scheint ein probates Instrument zu sein, beide Probleme anzugehen, und wurde vor kurzem von der deutschen Regierung beschlossen. In der Tat scheinen die skandinavischen Länder mit einer solchen Politik Erfolg zu haben. Kausalität lässt sich jedoch in diesem Zusammenhang nur schwer feststellen: stellen Regierungen Kinderbetreuungsangebote zur Verfügung, wenn Änderungen in den Normen zu einem erhöhten Kinderwunsch sowie zu einer erhöhten gewünschten Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen führen, oder erhöht eine Expansion des öffentlichen Kinderbetreuungsangebotes tatsächlich die Geburtenrate sowie die Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen?

In diesem Projekt wurde die Situation in Ostdeutschland nach der Wiedervereinigung analysiert. In der DDR wurde von Müttern erwartet, dass sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten, während westdeutsche Normen dem Gegenteil entsprachen. Nach 1990 wurden viele der zahlreichen Kinderbetreuungsstätten im Osten geschlossen, und ich analysiere den Effekt dieser Schließungen auf die lokale Geburtenrate und das weibliche Arbeitsangebot. Die zwei Vorteile dieser Studie liegen darin, dass erstens eine große regionale und zeitliche Variation bei der Schließung der Kinderbetreuungsstätten besteht, und zweitens durch die Benutzung von Instrumentenvariablen aus der Zeit vor der Wiedervereinigung Kausalität hergestellt werden kann.

Dieses Projekt griff auf eine Vielzahl von Datensätzen zurück und wurde deshalb im Forschungsdatenzentrum des Statistischen Bundesamtes durchgeführt.


Aktuelles

"Making Crises Visible" - Ausstellung und Rahmenprogramm beginnen im Februar 2020

Der Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität beteiligt sich von Februar bis Juni 2020 am Rahmenprogramm zum wissenschaftlich-künstlerischen Projekt "Making Crises Visible". Mehr...

DFG fördert Kolleg-Forschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“

Eine von der DFG geförderte Kolleg-Forschungsgruppe mit dem Titel  „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ richtet ab Oktober 2020 den Blick auf frühere Formen des Christentums. Sprecherinnen sind Prof. Dr. Birgit Emich und Prof. Dr. Dorothea Weltecke, Mitglied des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität. Mehr...

Nächste Termine

16. Februar 2020, 20 Uhr

Lecture & Film "Jia Zhangke: Kino der Transformation": Filmvorführung: FENG GUI LAI DE REN (The Boys from Fengkuei). Mit einer Einführung von Prof. Dr. Vinzenz Hediger. Mehr...

18. Februar 2020, 19 Uhr

Vortrag im Rahmen des Ausstellungsprojekts "Making Crises Visible": Prof. Dr. Klaus Günther: Vom Zwang zum Algorithmus – Krise des Normvertrauens? Mehr...

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Burchard, Christoph (2019):

Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. Mehr...

Kettemann, Matthias (2019):

Die normative Ordnung der Cyber-Sicherheit: zum Potenzial von Cyber-Sicherheitsnormen. Normative Orders Working Paper 01/2019. Mehr...