Konzeptionalisierung globaler Ordnungen

(Friedrich Arndt)

Normative Ordnungen basieren auf der systematischen Verbindung von Normen, die die gesellschaftliche Struktur legitimieren. Sie „dienen der Rechtfertigung von Geltungsansprüchen und, darauf aufbauend, von Herrschaft und einer gewissen Verteilung von Gütern und Lebenschancen“ (Clusterantrag). Traditionell wurde der demokratische Nationalstaat als eine einheitliche, konstitutionell begrenzte normative Ordnung beschrieben. Der normative Gehalt auf der internationalen Ebene, die durch die Abwesenheit einer Weltkonstitution oder anderer Regierungsgewalt gekennzeichnet ist, wurde dagegen als eher dünn betrachtet. Seit dem Ende des Kalten Krieges scheint diese Konstellation sich jedoch in einem Veränderungsprozess zu befinden. Neue Konstellationen von trans-, inter-, supranationalen oder globalen normativen Ordnungen entstehen - normative Ordnungen, deren Verbindungen untereinander im Vergleich zum staatlichen Standard und aufgrund ihrer oft unkoordinierten Entwicklung eher als überlappend, fragmentiert und unproportional beschrieben werden können.

Das Panel soll die Möglichkeiten der Konzeptionalisierung und Klassifizierung von normativen Ordnungen jenseits des Nationalstaats ausleuchten und die kritische Rolle von Sanktionsmechanismen und Rechtfertigungsprozessen als Teil ihrer Interaktion und ihrer dynamischen Entwicklung herausarbeiten.

Sonntag, 25.10.
IG Farben-Gebäude 457


9.00-9.20 Uhr   
Sandra Destradi (Hamburg): Regions as Normative Orders? Norm Diffusion and Norm Clashes in a Multi-Level Context

9.20-9.40 Uhr   
Ulf Kemper (Duisburg-Essen): Politische Legitimität im Wandel – Reflexionen zur Demokratisierung des politischen Raumes jenseits des Nationalstaats

9.40-10.00 Uhr   
Bastian Loges (Braunschweig): Gekommen, um zu bleiben? Die Entstehung der „Responsibility to Protect“ und die Beratungen des UN-Sicherheitsrats

10.00-10.30 Uhr   
Diskussion

10.30-10.45 Uhr   
Kaffeepause

10.45-11.05 Uhr   
Henrik Schillinger (Bamberg/Duisburg-Essen): Die Politik der Gerechtigkeit – Die symbolische Kraft von Normen und der Wandel globaler  Ordnungen

11.05-11.25 Uhr   
Andreas von Staden (Darmstadt)/Angela Marciniak (Darmstadt): Ordnungspluralismus und politische Legitimität

11.25-12.15 Uhr   
Diskussion


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Rainer Forst zu Corresponding Fellow der British Academy gewählt

Wie die British Academy am 24. Juli bekannt gab, wurde Prof. Rainer Forst als Corresponding Fellow aufgenommen. Jährlich wählt die British Academy herausragende Gelehrte und Wissenschaftler*innen, die sich auf dem Gebiet der Geistes- und Sozialwissenschaften international verdient gemacht haben zu Corresponding Fellows. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Nächste Termine

8. September 2020, 19.30 Uhr

DenkArt „Der normalisierte Ausnahmezustand“: Prof. Wilhelm Heitmeyer: „Autoritäre Bedrohungen oder liberale Demokratie?“ – Die offene Gesellschaft im Ausnahmezustand. Mehr...

10. September 2020, 12.30 Uhr

Online Book lɔ:ntʃ: Prof. Dr. Dr. Günter Frankenberg: Autoritarismus - Verfassungstheoretische Perspektiven (Suhrkamp 2020). Mehr...

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Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. Mehr...

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