Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Künstliche Intelligenz im Kino. Zwei Film- und Gesprächsveranstaltungen des Exzellenzclusters Normative Ordnungen zusammen mit dem DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum am 12. und 16. Juli
4. Juli 2019

Philosoph des vernunftgeprägten Diskurses. Die Goethe-Universität gratuliert ihrem Emeritus Prof. Jürgen Habermas zum 90. Geburtstag
17. Juni 2019

Öffentlicher Vortrag von Jürgen Habermas. Aus Anlass seines 90. Geburtstags kehrt der berühmte Philosoph zurück an die Goethe-Universität und spricht am 19. Juni über das Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit
13. Juni 2019

Das Berliner Humboldt Forum und die Ethnologie. Podiumsgespräch und Buchpräsentation in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 22. Mai im Frankfurter Weltkulturen Museum
17. Mai 2019

Ist der deutsche Konservatismus erschöpft? Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 16. Mai 2019 im Klingspor Museum
9. Mai 2019

Verteidigung der Wissenschaftsfreiheit. Gemeinsames Medienstatement anlässlich der Konferenz „Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“
8. Mai 2019

Römerberggespräche: Ist Europa noch zu retten? Die ungewisse Zukunft Europas ist Thema der nächsten Intervention der Frankfurter Römerberggespräche in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
2. Mai 2019

Making-of mit Hindernissen. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität analysiert Filme über fragile Kinoproduktionen
24. April 2019

Zeiterfahrung jenseits der Stechuhr-Dramaturgie. „Das Kino von Chantal Akermann": Fortsetzung der Frankfurter Lecture & Film-Reihe ab dem 26. April
17. April 2019

Der Holocaust als Gegenstand von Wissenschaft und Justiz. Das „Frankfurter Stadtgespräch“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ widmet sich am 25. April der gemeinsamen Aufgabe gegen das Vergessen
17. April 2019

Vortragsreihe: Demokratie in der Krise? Die neue Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beginnt am 24. April
12. April 2018

Katastrophenschutz und amerikanische Gesellschaft. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 20. März 2019 im Klingspor Museum
13. März 2019

Erwin-Stein-Preis für Hartmut Leppin
7. März 2019

Konferenz fragt nach den Konturen von Staatsbürgerschaft. 3. Goethe-Göttingen Critical Exchange am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität
28. Februar 2019

Grundgesetz und Gleichberechtigung. Die Verfassungsrechtlerin Ute Sacksofsky spricht am 26. Februar in der „Denkraum“-Reihe des Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
20. Februar 2019

„Wider die Rückkehr des Nationalismus" Buchvorstellung und Podiumsgespräch mit dem Historiker Norbert Frei am 25. Februar 2019 in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Fritz Bauer Institut
15. Februar 2019

Mit Gewalt zum Kriegsverbot? Fortsetzung der Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zum Thema Krieg und politische Gewalt am 23. Januar 2019
17. Januar 2019

„Wie Demokratien sterben". Vortrag des Harvard-Professors Daniel Ziblatt am 10. Dezember 2018 am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
4. Dezember 2018

ERC Consolidator Grant / Verhalten und Erfolg im Arbeitsmarkt besser verstehen. Wirtschaftswissenschaftlerin Nicola Fuchs-Schündeln erhält einen mit 1,6 Mio. Euro dotierten ERC Consolidator Grant
30. November 2018

50 Jahre in Bewegung: Wie wichtig ist die Theorie? Die Bürger-Uni-Reihe zum Thema „1968 und die Folgen“ endet am 6. Dezember mit einer Podiumsdiskussion zur „Exklusivität des Diskurses“
30. November 2018

Vortrag: „Molding a diabolical Messiah". Veranstaltung mit Buchpräsentation und Podiumsdiskussion im Anschluss an das wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“
23. November 2018

70 Jahre Grundgesetz: Religionsfreiheit und Toleranz. Der politische Philosoph Rainer Forst spricht am 4. Dezember in der „Denkraum“-Reihe des Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
20. November 2018

Tagungsthema „Revolution, Reaktion, Restauration“. Auf seiner Jahreskonferenz am 22. und 23. November analysiert der Frankfurter Exzellenzcluster die „Umbrüche normativer Ordnungen“
16. November 2018

Karliczek: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist ein Prozess“
30. Oktober 2018

46. Römerberggespräche: Demokratie braucht Streit – aber richtig. „Die neue Lust an der Zerstörung“ ist am 3. November 2018 das Thema der Kooperationsveranstaltung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Schauspiel Frankfurt
26. Oktober 2018

Vortrag: Amerika, Land der Sentimentalen? Kantorowicz Lecture des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 31. Oktober 2018
24. Oktober 2018

Die Erfinderin der Film-Formen. „Das Kino von Chantal Akerman“ bildet ab dem 25. Oktober 2018 den Mittelpunkt der neuen Frankfurter Lecture & Film-Reihe
22. Oktober 2018

Vortrag: Dekoloniale Perspektiven in der Entwicklungszusammenarbeit. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 23. Oktober 2018 im Klingspor Museum
15. Oktober 2018

„Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ unter Beteiligung der Goethe-Universität. Frankfurter Forschergruppe untersucht die Bedingungen produktiver Konflikte im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Institutsneugründung
9. Oktober 2018

70 Jahre Grundgesetz: Wie aktuell ist unsere Verfassung? „Denkraum“-Reihe des Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 16. Oktober mit dem Juristen Günter Frankenberg zum Thema Würde
8. Oktober 2018

Vortragsreihe: Wird die Welt immer kriegerischer? Die neue Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität zum Thema Krieg und politische Gewalt beginnt am 11. Oktober 2018
2. Oktober 2018

Frankfurt wird Treffpunkt der Forschungen zum Vorderen Orient. Am Auftakttag der dreitägigen Veranstaltung unter Beteiligung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ hält der Islamexperte Gilles Kepel am 4. Oktober die öffentliche Keynote
28. September 2018

Vortrag über die Krise der liberalen Weltordnung. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 15. August 2018 im Klingspor Museum
1. August 2018

Seyla Benhabib hält die Martin-Buber-Vorlesung. Die politische Philosophin ist am 11. Juni 2018 zu Gast an der Goethe-Universität
5. Juni 2018

50 Jahre in Bewegung: Reihe zu „1968 und die Folgen“. Ab dem 25. Mai fragt die Frankfurter Bürger-Uni an insgesamt vier Abenden, was aus dem Aufbruch der bewegten Zeit geworden ist
22. Mai 2018

Das andere 68 in Brasilien. Internationale Tagung über die brasilianische Gegenkultur nach 1968 vom 23. bis 25. Mai im Museum Angewandte Kunst Frankfurt
17. Mai 2018

Mehr Klimaschutz durch „negative Emissionen“? Philosophen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ organisieren interdisziplinäre Konferenz zu Chancen und Risiken neuer Technologien
15. Mai 2018

Römerberggespräche: Was soll vom 68er-Erbe bleiben? Kooperationsveranstaltung am 28. April im Schauspiel Frankfurt zum Thema „1968 – 2018: What is left?“ mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität
24. April 2018

Geistiges Eigentum in Afrika. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 10. April 2018 im Klingspor Museum
5. April 2018

Filme und Forschung zum Thema „Chaos“. Beteiligung des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ am Begleitprogramm des Lichter Filmfests Frankfurt International
26. März 2018

Frankfurter Wissenschaftsrunde stellt Wahlprüfsteine vor. Zusammenschluss wissenschaftlicher Institutionen will zur weiteren Profilierung der Stadt Frankfurt als Wissenschafts- und Bildungsstandort beitragen
12. Februar 2018

Wissenschafts- und Meinungsfreiheit im Fokus. Die Goethe-Universität debattiert im Rahmen der Bürgeruni über Diskurskultur
9. Januar 2018

Leibniz-Preis für Nicola Fuchs-Schündeln. Wirtschaftswissenschaftlerin mit großem Themenspektrum
14. Dezember 2017

Große Unterstützung der Normativen Ordnungen. Die Sprecher des Clusters erörtern im aktuellen UniReport Perspektiven nach dem ExStra-Aus in der Vorrunde
8. Dezember 2017

Politik der Migration – Über die Grenzen der Mitgliedschaft. Internationale Konferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 15. Dezember 2017
7. Dezember 2017

„Hirndoping“ aus Sicht der Sozialforschung Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 12. Dezember 2017 im Klingspor Museum
6. Dezember 2017

Julian Nida-Rümelin über Philosophie und Demokratie. Vortrag am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 7. Dezember 2017
4. Dezember 2017

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein. „B3 Biennale des bewegten Bildes 2017“ startet
27. November 2017 (Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst)

Im Netz der bewegten Bilder: Der B3 Parcours präsentiert bewegte Buchwelten, einen Raum des Begehrens, hält Diktatoren den Spiegel vor und widmet sich der Sehnsucht nach WeisheitIm Netz der bewegten Bilder: Der B3 Parcours präsentiert bewegte Buchwelten, einen Raum des Begehrens, hält Diktatoren den Spiegel vor und widmet sich der Sehnsucht nach Weisheit
27. November 2017 (Pressemitteilung der B3 Biennale des bewegten Bildes, pdf)

Utopie und Filosofie: Der Cluster auf dem B3-Festival. „Normative Ordnungen“ ab dem 29. November mit fünf Beiträgen bei der Frankfurter Biennale des bewegten Bildes zum Thema „Desire“
24. November 2017

Tagung zur Krise: „Die Grenze zwischen den Ordnungen“ Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 23. und 24. November 2017
15. November 2017

Diskurskultur auf dem Campus. Bürger-Universität am 19. Januar 2018 widmet sich der Frage, welche Veranstaltungen und Debatten im Rahmen eines wissenschaftsgeleiteten Diskurses an der Uni möglich sind
8. November 2017

Wider die Ausnahmestellung unserer Spezies. Eduardo Viveiros de Castro bei Kantorowicz Lecture
3. November 2017

Pioniere der Stiftungsuniversität. 1. Stiftertag ehrt Persönlichkeiten, die das Profil der Goethe-Universität als Stiftungsuniversität und darüber hinaus in den letzten Jahren entscheidend mitgeprägt haben
19. Oktober 2017

Kino aus dem tropischen Untergrund. Lecture & Film-Reihe beginnt am 19. Oktober und ist in den kommenden Semestern Teil des Gesamtprojekts „Tropical Underground“
18. Oktober 2017

Podiumsdiskussion zum Begriff der Normen. Öffentliche Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 29. September
20. September 2017

Vermögensmanager und weltweite Ungleichheit. Vortrag der Wirtschaftssoziologin Brooke Harrington mit einem Kommentar des Ökonomen Jan Pieter Krahnen am 27. September
18. September 2017

Nationalismus – nicht naturgegeben. „Die Deutschen und ihre Nation“: Buchveröffentlichung des Frankfurter Geschichtswissenschaftlers Prof. Dr. Andreas Fahrmeir
1. September 2017

Unberechenbar aber fair? Vortrag zu Trumps Außenpolitik. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 3. Juli 2017 im Klingspor Museum
28. Juni 2017

Die Politik der Abstraktion: Kunst und Gesellschaft im Kalten Krieg. Vortrag von Prof. Christopher Daase am 23. Mai im Museum Giersch
18. Mai 2017

Das Humboldt Forum als Ort für den Dialog der Kulturen. Öffentlicher Vortrag von Prof. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, am 22. Mai an der Goethe-Universität
18. Mai 2017

Podiumsgespräch: „Markiert sein oder markiert werden?“ Öffentliche Veranstaltung mit dem Literaturwissenschaftler Bernd Stiegler und dem Philosophen Christoph Menke am 16. Mai im MMK Museum für Moderne Kunst
11. Mai 2017

Studiengalerie 1.357 zeigt Werke der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven. Gemeinsame Ausstellung der Goethe-Universität, der Hochschule für Musik und des Museums für Moderne Kunst
2. Mai 2017

Europäische Werte in der Krise – Welche normativen Orientierungen braucht Europa?
28. April 2017

Strafrechtspflege zwischen Purismus und Pluralität. Die neue Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beginnt am 3. Mai
27. April 2017

Geht die Globalisierung zu Ende? Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 27. April 2017 im Klingspor-Museum
21. April 2017

Gilles Kepel spricht über den islamistischen Terror. Der renommierte Islamforscher hält am 25. April auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ einen Vortrag an der Goethe-Universität
20. April 2017

Angriff auf die liberale Weltordnung. Ringvorlesung zur U.S. Außen- und Sicherheitspolitik unter Trump
19. April 2017

12. April 2017
Frankfurter Stadtgespräch über Religion und Gewalt. Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 19. April mit dem Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide und dem Althistoriker Hartmut Leppin

29. März 2017
Diskussionen und Filme zum Thema Dissidenz. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und das Frankfurter naxos.Kino starten ihre gemeinsame Reihe am 4. April

27. März 2017
Filme und Forschung sind der Wahrheit auf der Spur. Beteiligung des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ am Begleitprogramm des Lichter Filmfests Frankfurt International

13. März 2017 (Pressestelle Lichter Filmfest Frankfurt International)
10. LICHTER Filmfest Frankfurt International. Wer Wahrheit will, muss diskutieren

22. Februar 2017
Herrschaft und Widerstand im internationalen System. Fachkonferenz am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Öffentliche Keynote Lecture von Rahel Jaeggi am 3. März

16. Januar 2017
Philosophisches Symposium zum „Wert der Kritik“. Internationale Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Städelschule am 19. und 20. Januar

21. Dezember 2016
Häufig zu beobachten: Das Eigene überhöhen, das Andere abwerten. Frankfurter Ethnologen und Soziologen über ihre Erfahrungen mit dem kulturell Fremden

16. Dezember 2016
In Exzellenzclustern zeigt sich Hessens Spitzenforschung
Pressestelle Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

14. Dezember 2016
Nicole Deitelhoff erhält Schader-Preis 2017

6. Dezember 2016
Dürfen religiöse Symbole verboten werden? Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 12. Dezember 2016

30. November 2016
Frankfurter Philosophie-Professor ausgezeichnet. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften wählt Marcus Willaschek zum Ordentlichen Mitglied

14. November 2016
Neues Graduiertenkolleg an der Goethe-Universität: „Konfigurationen des Films“. Erstmals fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Nachwuchswissenschaftler in einem filmwissenschaftlichen Schwerpunkt

14. November 2016
Schnell wie der Witz: Lubitsch mit Vorträgen und Filmen. Neue Lecture & Film-Reihe des Exzellenzclusters und der Film- und Medienwissenschaften an der Goethe-Universität startet am 17. November

10. November 2016
Podiumsgespräch zur Ästhetik der Waffenzerstörung. Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und des Museum Angewandte Kunst zur Ausstellung „Unter Waffen. Fire & Forget 2“ am 16. November

9. November 2016
Tagung zu „Olympic Citizenship“ und den Krisen von Flucht und Migration. Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 24. und 25. November 2016

7. November 2016
Tagung zur normativen Unordnung digitaler Welten. Internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ dekodiert vom 17. bis zum 19. November die Alltäglichkeit des Digitalen

28. Oktober 2016
Religion als Option auf dem „Markt der Weltanschauungen“. Vortrag des Religionsphilosophen Thomas M. Schmidt bei den „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 9. November 2016

24. Oktober 2016
Einladung zum Mediengespräch. Muslimische Jugend zwischen Integration, Abschottung und neuen Wegen Konferenz des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Historischen Museum Frankfurt am Main

17. Oktober 2016
Kann es eine „Theorie der Praxis“ geben? Friedrich Kratochwil referiert am 24. und 25. Oktober 2016 bei den Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität

18. August 2016
Waffen, Notwehr, Cyberwar – Gewalt und ihre Rechtfertigungen. Rahmenprogramm des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zur Ausstellung „Unter Waffen. Fire & Forget 2“ im Museum Angewandte Kunst / Pressekonferenz am 8. September

8. August 2016 (Pressestelle des Museum Angewandte Kunst)
Unter Waffen. Fire & Forget 2. 10. September 2016 bis 26. März 2017

23. Juli 2016 (Pressestelle des Museum Angewandte Kunst)
Unter Waffen. Fire & Forget 2. 10. September 2016 bis 26. März 2017. Pressekonferenz: Donnerstag, 8. September 2016, 11 Uhr. Ausstellungseröffnung: Freitag, 9. September 2016, 19 Uhr

20. Juli 2016 (Pressestelle des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst)
Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein. B3 goes international - China als Partner fest im Blick

7. Juli 2016
Anglistin der Goethe-Universität zieht ins Präsidium der DFG ein. Prof. Julika Griem auf der Jahresversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Vizepräsidentin gewählt

6. Juli 2016 (Pressemitteilung der DFG)
Eine neue Vizepräsidentin, ein neuer Vizepräsident für die DFG. Roland A. Fischer folgt auf Michael Famulok, Juika Griem auf Peter Funke

30. Mai 2016
Frauen im Islam. Fachtagung in Wiesbaden analysiert das Spannungsfeld zwischen Emanzipation und Radikalisierung

20. Mai 2016
Wie kam die Moral in die Welt? – Vorträge von Philip Pettit. Veranstaltung der Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“ in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 30. und 31. Mai 20

12. Mai 2016
Joan W. Scott hält die nächste Kantorowicz Lecture an der Goethe-Universität. Gemeinsame Veranstaltung des Forschungszentrums HistorischeGeisteswissenschaften und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 18. Mai 2016

28. April 2016
Liam B. Murphy über die „Illusion“ des Eigentumsrechts. Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 2. und 3. Mai 2016 zum Thema „Private Law and Public Illusion“

22. April 2016
„Verkehrte Welten. Unordnungen des Films“. Die neue Vorlesungsreihe zum Kino des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 29. April

21. April 2016
Vortrag zur islamistischen Jugendkultur. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 25. April 2016 im Klingspor-Museum

14. April 2016
Viel Glück beim nächsten „Frankfurter Stadtgespräch“. Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 21. April 2016 als Prolog zur Ausstellung „Stefan Sagmeister. The Happy Show“ im Museum Angewandte Kunst

13. April 2016
Lässt sich Wandel auch voraussagen? Die Ringvorlesung „Modelling Transformation“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 20. April 2016

1. April 2016
David Graeber und Axel Honneth diskutieren über Bürokratie. Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 6. April um 19.30 Uhr in der Frankfurter Zentralbibliothek

23. März 2016
„Normative Ordnungen“ beim LICHTER Filmfest. Begleitprogramm des Frankfurter Festivals in Kooperation mit dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Exzellenzcluster der Goethe-Universität

9. März 2016
„Nous n’avons pas besoin de tuer…“ bei der Luminale 2016. Kooperationsprojekte des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beleuchten Rechtfertigungen des Tötens und der Gewalt

19. Februar 2016
„Frankfurter Stadtgespräch“ mit Rita Süssmuth. Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ widmet sich am 25. Februar 2016 der Migrationspolitik aus zeitgeschichtlicher Perspektive

5. Februar 2016
Agnès Varda: Zu Gast im eigenen „Universum“. Die Trägerin des Max-Beckmann-Preises spricht am 11. Februar bei der Lecture & Film-Reihe der Frankfurter Filmwissenschaftler und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

22. Januar 2016
Vortrag: Europa als gemeinsamer Wissenschaftsraum. Nächster Termin der Goethe Lectures Offenbach am 2. Februar im Klingspor-Museum mit dem Luxemburger Uni-Präsidenten

19. November 2015
Werden die Banken ihrer Menschenrechts-Verantwortung gerecht? Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 26. November im Klingspor-Museum

13. November 2015
Von Austerität bis Zentralbank: Tagungsthema „Europas Gerechtigkeit“. Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 19. und 20. November / Vortrag zu Syriza bereits am 18. November

9. November 2015
Konferenz zur Macht (in) der Wissenschaft. Internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ fragt nach der Verankerung von Wissenschaft in gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen

6. November 2015
Heiner Goebbels ist neuer Kantorowicz Lecturer. Gemeinsame Veranstaltung des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität am 11. November

4. November 2015
Was ist Recht bei TTIP? Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 10. November 2015 im Historischen Museum

4. November 2015
Das neue Kant-Lexikon in drei Bänden: 221 Autoren aus mehr als 20 Ländern beteiligten sich Der international renommierte Kant-Forscher Prof. Marcus Willaschek stellt das Mammutwerk in der Goethe-Universität vor

30. Oktober 2015
Medienpreis Mathematik an den Frankfurter Wissenschaftshistoriker Moritz Epple und sein Team. Auszeichnung für Ausstellung und Buch „Jüdische Mathematiker in der deutschsprachigen akademischen Kultur“

27. Oktober 2015
Vorträge und Filme zum „Universum von Agnès Varda“. Die neue Vorlesungsreihe zum Thema Kino des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 29. Oktober

27. Oktober 2015
Wie steht es um Frankfurt? Bürger-Universität der Goethe-Universität startet mit gleich zwei Hauptreihen zu aktuellen Frankfurt-Themen ins Wintersemester

20. Oktober 2015
Reihe beleuchtet Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften. Die aktuelle Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 28. Oktober 2015

14. Oktober 2015
Wer kennt Indonesien? Veranstaltungen und Informationsangebote der Goethe-Universität zum diesjährigen Ehrengast der Buchmesse

7. Oktober 2015
Vortrag zur Schrift-Entstehung in Ägypten und Mesopotamien. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 12. Oktober im Klingspor-Museum

2. Oktober 2015
Videokunst mit Wissenschaft während der B3 Biennale. Das "Sense of Doubt"-Projekt des Frankfurter Exzellenzclusters präsentiert sich noch bis zum 11. Oktober mit bewegten Bildern und wissenschaftlichen Veranstaltungen

28. September 2015
Interdisziplinäre Tagung zum Klimawandel. Naturwissenschaftler und Philosophen treffen sich am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität

2. September 2015
„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“. Wissenschaftlich-künstlerisches Projekt des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom 11. September bis 11. Oktober im Frankfurter Museum Angewandte Kunst

10. August 2015, Pressemitteilung des Museum Angewandte Kunst
Sense of Doubt. Wider das Vergessen. 11. September bis 11. Oktober 2015

17. Juli 2015
Rainer Forst über die (Un)Sichtbarkeit der Macht. Vortrag am 22. Juli im Rahmen der Trevor Paglen-Ausstellung des Frankfurter Kunstvereins in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

18. Juni 2015
Vortrag: Wer hat die Macht im Internet? Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 23. Juni im Klingspor-Museum

12. Juni 2015
Überwachung ist (k)eine Kunst. Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 20. Juni im Frankfurter Kunstverein zum Auftakt der Paglen-Ausstellung „The Octopus“

7. Juni 2015
G7-Treffen: Wissenschaftler der Goethe-Universität und ihre Erwartungen Spektrum reicht von Antibiotikaresistenzen bis zum Dialog mit Afrika

1. Juni 2015
Humanwissenschaften im 21. Jahrhundert. "Reimers Konferenzen Revisited" − Arbeitstagung im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main

28. Mai 2015
Frankfurter Rechtshistoriker Stolleis im illustren Kreis der Ordensträger „Pour le mérite“. Dem Orden gehören 39 deutsche und 35 ausländische Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Künsten an

27. Mai 2015
James C. Scott: Kein Staat ohne Ackerbau und „Barbaren“ Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 1. und 2. Juni auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

15. Mai 2015
Goethe Lectures Offenbach: Burnout als Beginn. Neues Veranstaltungsformat des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach startet am 21. Mai

7. Mai 2015
Medieneinladung: Goethe geht nach Offenbach Neues Veranstaltungsformat des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit der Stadt Offenbach startet mit vier Vorträgen

22. April 2015
Ringvorlesung „Theorizing Global Order“. Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ wirft frischen Blick auf das Verständnis internationaler Beziehungen

15. April 2015
Film ab für „Verbrechen und Strafe“. Vorlesungsreihe „Gesetz und Gewalt im Kino“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ wird ab dem 23. April fortgesetzt

9. März 2015
Die Liebe zur Demokratie braucht Zeit. Veröffentlichung ‚Science‘: Die Unterstützung der Bürger für Demokratie wächst, je länger sie in ihr leben / Der Gewöhnungseffekt gilt aber leider auch für Diktaturen

20. Februar 2015
Klimawandel: Helfen Verhandlungen noch? Podiumsdiskussion „Klimawandel und Gerechtigkeit“ am Forschungskolleg Humanwissenschaften am 23.2.2015 in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“

29. Januar 2015
Peter Burke spricht zum Abschluss der Ringvorlesung Reihe zur Übersetzung von Normen und Normativität endet am 5. Februar 2015 mit einem Vortrag des renommierten Kulturhistorikers

12. Januar 2015
„Menschen müssen ihre Toleranz dort unter Beweis stellen, wo sie sich provoziert fühlen“. Statements der Frankfurter Islamwissenschaftler und des Sprechers des Exzellenzclusters „Herausbildung normativer Ordnungen“ zu den Ereignissen in Paris

10. Dezember 2014
Leibniz-Preis für Hartmut Leppin. Der Frankfurter Althistoriker erhält Spitzenauszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft

28. November 2014
Kann man Recht „übersetzen“? Ringvorlesung mit neuen Perspektiven auf Recht und Rechtstransfer beginnt am 4. Dezember 2014

25. November 2014
Keine Ordnung ohne Grenzen Internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ fragt nach „Borders of Orders“

21. November 2014
Konferenz diskutiert Wege aus dem Salafismus. Tagung am 28. November ist gleichzeitig Gründungsveranstaltung eines neuen Forschungszentrums am Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“

13. November 2014
Von der Freiheit im Internet bis zur „Rückkehr der Religionen“ Bei der internationalen Jahreskonferenz des Exzellenzclusters geht es am 20. und 21. November 2014 um „Normative Ordnungen im Wandel“

10. Oktober 2014, Gemeinsame Presseerklärung von Deutscher Forschungsgemeinschaft (DFG) und Wissenschaftsrat (WR)
Einrichtungen der Exzellenzinitiative appellieren an Politik: "Schnelle Grundsatzentscheidung für Weiterentwicklung"

9. Oktober 2014
Nachwuchsperspektiven für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Promovierende aus ganz Europa treffen sich beim „ESTER Research Design Course“ am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

8. Oktober 2014
Diskussion über Deutschlands neue außenpolitische Rolle. Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 16. Oktober 2014 im Historischen Museum

5. Oktober 2014 (Pressemeldung von B3 Biennale)
Erfolgreiches Debüt für B3 Autumn School 60 Experten planen die Biennale 2015

1. Oktober 2014
Investment Banking der Zukunft Diskussion mit Buchvorstellung zu Effektivität, Nachhaltigkeit und Verantwortung im internationalen Bankgeschäft am 8. Oktober an der Goethe-Universität

29. September 2014
„Quo vadis Indonesien?“ Diskussion über Toleranz und Pluralismus in Indonesien am 5. Oktober in der Evangelischen Akademie Frankfurt

19. September 2014
Wie viel Geldgier gehört zum Kapitalismus? Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 25. September 2014 im Historischen Museum

27. August 2014
Mit allen Sinnen: B3 gründet Think Tank. Gamer, Künstler, Filmemacher - Vordenker aus sechs Ländern planen die Zukunft (B3 Biennale des bewegten Bildes, Programmpartner Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen)

20. August 2014
„Horizonte der Islamischen Theologie“. Großer wissenschaftlicher Kongress zur islamisch-theologischen Forschung an der Goethe-Universität. 1.-5. September, Campus Westend (B3 Biennale des bewegten Bildes, Programmpartner Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen)

12. August 2014
Die Kraft der Region: 20 Partner unterstützen B3 Autumn School. Internationaler Think Tank plant B3 2015

4. August 2014
Gerechtigkeit, Frieden und Stabilität: Risiken und Chancen für die Politik Große Fachkonferenz der „Internationalen Beziehungen“ mit 700 Wissenschaftlern. 6. bis 9. August, Goethe Universität

25. Juli 2014
B3 macht Schule. Die Frankfurter Biennale des bewegten Bildes bekommt einen Ableger für den Nachwuchs (B3 Biennale des bewegten Bildes, Programmpartner Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen)

2. Juli 2014
Rainer Forst Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie. Der Frankfurter Philosoph und Politikwissenschaftler wurde zum Leibniztag aufgenommen

30. Juni 2014
„Brasil vs. Brasil“: Diskussion und Filmvorführung im Park

18. Juni 2014
Philosophische „Klima-Konferenz“ mit Buchpräsentation

6. Juni 2014
Öffentliche Jubiläumsvorträge von Michael Bothe, Martti Koskenniemi, Ingolf Pernice und Joseph H.H. Weiler

30. Mai 2014
Öffentlicher Jubiläumsvortrag von Seyla Benhabib

23. Mai 2014
Öffentlicher Jubiläumsvortrag von Christopher Clark

20. Mai 2014
Tagung zu 1914 diskutiert den „Weg ins Unbekannte“

12. Mai 2014
Stadtgespräch des Clusters mit Christopher Clark

16. April 2014
„Normative Orders proudly presents...“

25. März 2014
Zwei, die was zu sagen haben

10. Februar 2014
Internationale Zusammenarbeit: „Werte oder Wirtschaft?“

7. Januar 2014
Philosophie-Reihe an der Börse zieht Bilanz

6. Dezember 2013
„Tugendhafter Orient - sündiger Okzident?“

6. Dezember 2013
Islamismus oder Post-Islamismus?

2. Dezember 2013
Von „Shitstorms“ und anderen „Praktiken der Kritik“

1. Dezember 2013
Botschafter für Frieden und Versöhnung (Pressestelle: Hessische Staatskanzlei)

15. November 2013
Gerechtigkeitsphilosoph nimmt die Banken in die Pflicht

13. November 2013
Experte für Klimagerechtigkeit neu an der Goethe-Universität

12. November 2013
Tagung fragt nach der gerechten Ordnung der Zukunft

9. November 2013
Internationaler Workshop: Freiheit, Gerechtigkeit und Würde im Arabischen Frühling (Freie Universität Berlin)

8. November 2013
Ist es das Ende des Internets ... wie wir es kennen?

29. Oktober 2013
Start der B3 Biennale des bewegten Bildes (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst)

10. Oktober 2013
Ringvorlesung „Beyond Anarchy“

8. Oktober 2013
Von „Rambo“ bis „Pulp Fiction“: Gesetz und Gewalt im Kino

7. August 2013
„Wie in Stein gemeißelt ...“ – Vortrag zu Recht und Schrift

6. August 2013
Philosophischer Vortrag über „Markt und Anerkennung“

24. Juni 2013
Hessisches Ministerium der Justiz, für Intergration und Europa
Europastaatssekretärin Dr. Zsuzsa Breier besucht Frankfurter Forschungsverbund: Entwicklung von Normen und Werten in Zeiten der Globalisierung

17. Juni 2013
Jay Wallace über Moral und gegenseitige Achtung

13. Juni 2013
„Viel hilft viel“ – auch beim Strafrecht?

7. Juni 2013
"Polizey": Cluster-Beteiligung an der Reihe des Kunstvereins

29. Mai 2013
Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft

14. März 2013
Was gilt die Religion im demokratischen Diesseits?

7. März 2013
Chancen und Risiken der Europa-Krise

8. Februar 2013
Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Hessisches Ministerium der Finanzen
Markanter Mittelpunkt für herausragende Forschung

8. Februar 2013
Neubau für Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ eröffnet

6. Februar 2013
Was ist mit den Menschenrechten in China?

19. November 2012
Wie viel Kritik darf’s denn sein?

15. Juni 2012
Goethe-Uni verteidigt erfolgreich alle Exzellenzcluster

6. Juni 2012
Verhältnismäßigkeit

22. Mai 2012
Grundlagen globaler Gerechtigkeit

3. April 2012
"Was Recht ist muss Recht bleiben"

1. März 2012
Frankfurter Stadtgespräch zur Kunst in der Krise

24. Januar 2012
Frankfurter Stadtgespräch: Demokratie in der Krise?

20. Januar 2012
Auftakt der Ausstellung "Demonstrationen"

17. Januar 2012
Philip Pettit spricht über Gerichtigkeit und Demokratie

16. Dezember 2011
Bürgerberatung im "Amt für Umbruchsbewältigung"

15. Dezember 2011
Aus Presseamt wird "Amt für Umbruchsbewältigung"
Stadt Frankfurt am Main

9. Dezember 2011
Staatsministerin Kühne-Hörmann gratuliert Prof. Rainer Forst und Prof. Friederike Pannewick zum Leibniz-Preis
Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Hessen

9. Dezember 2011
Leibniz-Preis für Rainer Forst

1. Dezember 2011
Frankfurter Stadtgespräch: Was kann der Film?

23. November 2011
Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen

5. November 2011
Tagung thematisiert den Rechtspluralismus

5. November 2011
Auf der Bühne der globalen Politik: Welche Geheimnisse sollen geheim bleiben?

20. Oktober 2011
Ringvorlesung: Normativität aus Frankfurter Sicht

13. Oktober 2011
Wie die "Traumfabrik" auch Normen produziert

5. Oktober 2011
Wenn Normen gebrochen werden

21. Juni 2011
Wachstum ohne Ende?

4. Juni 2011
Philosoph Charles Taylor und Soziologe José Casanova zu "Postsäkularismus"

30. April 2011
Führender Völkerrechtler spricht an der Goethe-Universität

30. April 2011
Wutbürger ist nur ein Wort

29. April 2011
Postsäkularismus: Comeback der Religionen?

31. März 20111
Vortrag über den „unbekannten Luther“

17. Februar 2011
Richtfest für Forschungsneubau des Exzellenzclusters
„Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Frankfurt

Hessisches Miniterium der Finanzen

22. Dezember 2010
Gerechtigkeit über Generationen - wie geht das?

30. November 2010
Konferenz fragt nach der Rolle von Normen in Konflikten

26. November 2010
Ringvorlesung "The Nature of Normativity"

23. November 2010
Dorn und Forst sprechen über die öffentliche Rolle der Intellektuellen

16. November 2010
US-Experte: Das Weiße Haus lockt Extremisten an

12. November 2010
Wie Frieden und Gerechtigkeit zusammenpassen

30. Oktober 2010
Die Französische Revolution begeisterte Philosophen

30. September 2010
Nobelpreisträger spricht über „Justice and the Global World“

3. September 2010
Wie politisch darf die Kunst sein? Frankfurter Stadtgespräch über „Politik der Kunst in der globalisierten Welt“

16. Juni 2010
„Fong Kongs“ gegen die offizielle Warenwelt der Fifa

2. Juni 2010
Zur Theorie und Politik der Menschenrechte

19. Mai 2010
Toleranz? Ja, klar! – Aber was meinen wir eigentlich damit?

11. Mai 2010
Wie lassen sich demokratische Ordnungen rechtfertigen?

29. April 2010
Entwicklung normativer Ordnungen in der islamischen Welt

8. April 2010
Die fehlende Achse der Kapitalismusanalyse. Die New Yorker Politikwissenschaftlerin Prof. Nancy Fraser entwickelt ihr neues Konzept in den Frankfurt Lectures an der Goethe-Universität

3. März 2010
Frankfurter Stadtgespräch fragt nach der Moral der Finanzkrise

12. Februar 2010
Wohin steuert die Volkswirtschaftslehre?

17. November 2009
Gründung des Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies

3. November 2009
Wie Normen gerechtfertigt werden

23. Oktober 2009
Frankfurt Lectures starten mit „Vernunft und Subjektivität“

16. Oktober 2009
Ringvorlesung zum Thema Recht ohne Staat

14. November 2008
Globale Konflikte besser begreifen

20. Oktober 2007
Frankfurt stärkt Position als exzellente Forschungsuniversität

Frankfurter Stadtgespräch zur Kunst in der Krise

Der Dramaturg Carl Hegemann und der Philosoph Christoph Menke diskutieren am 8. März 2012 im Frankfurter Kunstverein

Pressemitteilung

Donnerstag, 1. März 2012

FRANKFURT. Die aktuellen Krisen betreffen auch Kunst und Kultur. Zum einen ist die Existenz künstlerischer Produktionsstätten von der Wirtschafts- und Finanzkrise unmittelbar betroffen. Zum anderen erweist sich die Kunst als Laboratorium, in dem gesellschaftliche Verhältnisse offengelegt und Auswege erprobt werden. In Zeiten der Verunsicherung steigt das Interesse an künstlerischen Antworten – ihren Brechungen, Erzählungen und Utopien: Theater begreifen sich zunehmend als Orte der politischen Diskussion und Beteiligung, Ausstellungen reagieren auf die aktuellen Krisen. Doch was trauen wir der Kunst zu? Was kann sie bewirken, wie uns helfen? Das nächste Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität und dem Frankfurter Kunstverein, widmet sich dem

Thema: „Was macht die Kunst? – Die Künste und die aktuellen Krisen“
am: Donnerstag, dem 8. März 2012, um 20.00 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Zum aktuellen Verhältnis von Kunst und Politik diskutieren beim 9. Frankfurter Stadtgespräch der Dramaturg Carl Hegemann, langjähriger künstlerischer Weggefährte von Christoph Schlingensief und Professor für Dramaturgie in Leipzig, sowie der Frankfurter Philosophieprofessor Christoph Menke, der seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Ästhetik und praktischer Philosophie forscht.

Der Autor und Theaterschaffende Carl Hegemann arbeitet neben seiner Professur an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ als Dramaturg am Thalia-Theater in Hamburg. Ebenfalls Dramaturg war er bereits bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, am Stadttheater in Freiburg, am Schauspielhaus Bochum, am Berliner Ensemble und an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Christoph Menke ist Professor für Praktische Philosophie im Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Dort leitet er das Forschungsprojekt „Normativität und Freiheit“. Dabei geht es um das Spannungsfeld zwischen der Freiheit des Subjekts und der Verbindlichkeit von Normen. Zu Menkes Schwerpunkten gehört ebenso die Ästhetik und hier insbesondere die Beschäftigung mit der Tragödie und dem Theater. Er ist Mitherausgeber des Sammelbandes „Kreation und Depression – Freiheit im gegenwärtigen Kapitalismus“. Zu den Autoren gehört auch Carl Hegemann.

Die Moderation der Podiumsdiskussion, die wieder in der Cafèbar des Kunstvereins stattfindet, hat Peter Siller, Scientific Manager des Exzellenzclusters. Das Stadtgespräch mit Carl Hegemann und Christoph Menke ist Teil des wissenschaftlichen Rahmenprogramms der Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“, einem Gemeinschaftsprojekt des Clusters mit dem Frankfurter Kunstverein vom 20. Januar bis 25. März 2012.

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech, www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ausstellungsprojekt

Frankfurter Stadtgespräch: Demokratie in der Krise?

Podiumsdiskussion im Frankfurter Kunstverein am 4. Februar mit Bürgerrechtler Joachim Gauck und Rechtsprofessor Klaus Günther

Pressemitteilung

Mittwoch, 25. Januar 2012

FRANKFURT. Die gegenwärtigen Krisen setzen auch die Demokratie unter Druck. Sachzwänge und Sachverständige scheinen das Regierungshandeln zu bestimmen. Doch wie steht es dabei um die Legitimation der weitreichenden politischen Entscheidungen? Welche Bedeutung hat die Demokratie gerade in der Krise? Und nicht zuletzt: Wer heute von der Zukunft unserer Demokratie spricht, darf auch nicht über Europa schweigen – dem Ort, an dem zahlreiche Zukunftsentscheidungen getroffen werden. Das nächste Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität und dem Frankfurter Kunstverein, widmet sich dem

Thema: „Demokratie in der Krise? – Welche Einmischungen die aktuellen Umbrüche erfordern“
am: Samstag, dem 4. Februar 2012, um 17.00 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Beim nunmehr 8. Frankfurter Stadtgespräch diskutieren zwei Persönlichkeiten, die auf der Suche nach Einschätzungen und Antworten weiterhelfen können: Joachim Gauck, prominenter Bürgerrechtler und ehemaliger Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, kandidierte 2010 für das Amt des Bundespräsidenten. Klaus Günther ist Co-Sprecher des Exzellenzclusters und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität. Die Moderation hat Thomas Biebricher, ebenfalls Mitglied des Clusters. Der Politikwissenschaftler befasst sich in seinem aktuellen Forschungsprojekt mit der normativen Dimension neoliberalen Denkens. Der Eintritt zum Frankfurter Stadtgespräch ist frei.

Das Stadtgespräch mit Joachim Gauck und Klaus Günther gehört zum wissenschaftlichen Rahmenprogramm der Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“, einem Gemeinschaftsprojekt des Clusters mit dem Frankfurter Kunstverein vom 20. Januar bis 25. März 2012.

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech, www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ausstellungsprojekt

„Was Recht ist, muss Recht bleiben“

Öffentliche Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität startet am 11. April 2012

Pressemitteilung

3. April 2012

FRANKFURT. „Was Recht ist, muss Recht bleiben“, sagt das Sprichwort. Denn fast jede normative Ordnung reklamiert für sich, sowohl gut begründet als auch überall und immer gültig zu sein. Jede ethnologisch oder historisch inspirierte Betrachtung der Welt geht dagegen von der Prämisse aus, dass ‚Kulturen‘ und ‚Epochen‘ jeweils eigene normative Ordnungen entwickeln, die sich schneller oder langsamer wandeln. Dieses Spannungsverhältnis steht im Mittelpunkt der Ringvorlesung „Normativität und Geschichtlichkeit: Frankfurter Perspektiven II“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Die Reihe umfasst im Sommersemester zwölf Termine auf dem Campus Westend und beginnt am 11. April. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen.

Die aktuelle Ringvorlesung setzt die Veranstaltungsreihe zu Frankfurter Perspektiven auf Normativität fort, die im vergangenen Wintersemester mit einem philosophisch-politikwissenschaftlichen Blick auf Normativität begonnen hat. Thematisch reichen die Frankfurter historischen und ethnologischen Perspektiven vom alten Ägypten bis zur Gegenwart; geographisch umfassen sie den Blick auf Europa ebenso wie den auf Beziehungen zwischen Europa und einer als ‚außereuropäisch’ gedachten Welt oder auf postkoloniale Konstellationen. Die wissenschaftliche Leitung der Ringvorlesung, in der Angehörige des Exzellenzclusters fokussierte Einblicke in ihre Forschungsarbeit geben, hat der Historiker Prof. Andreas Fahrmeir.

Jede Beschreibung des Wandels normativer Ordnungen basiert auf einer Mischung aus einerseits Beobachtungen, die auf unterschiedlich dichten Überlieferungen gegründet sind, und andererseits Konstruktionen und Annahmen darüber, was die jeweilige Ordnung im Kern ausmacht. Die Ringvorlesung behandelt diese Problematik an zwei Arten von Beispielen: erstens Momenten des Wandels normativer Ordnungen und zweitens Konstellationen, in denen normative Ordnungen direkt miteinander in Kontakt treten und gegebenenfalls in Konflikt geraten. Neben der empirischen Beschreibung reflektiert die Reihe das Problem einer ethnologischen oder historischen Beschreibung normativer Ordnungen selbst. Sie setzt somit mit anderem Akzent die Vorstellung der Ergebnisse der ersten Förderphase des Clusters fort, die im vergangenen Semester mit dem eher philosophisch-politikwissenschaftlichen Blick auf Normativität begonnen wurde.

Alle Vorträge finden mittwochs auf dem Campus Westend statt – und dort jeweils von 16 bis 18 Uhr im Casino (Raum 1.811). Ausnahme(!): der Vortrag von Prof. Luise Schorn-Schütte am 30. Mai von 18 bis 20 Uhr im Hörsaalzentrum, HZ 15.

Die Termine im Überblick:

11. April: Normwandel und Medien im subsaharischen Afrika (Prof. Mamadou Diawara/Dr. Ute Röschenthaler)

18. April: Mathematik vs. König. Herausbildung einer normativen Ordnung der Lebenswelt der altägyptischen Experten (Prof. Annette Warner)

2. Mai: Das christliche Kaisertum. Ein europäisches Paradox (Prof. Hartmut Leppin)

16. Mai: Wirtschaftstheorie, Normsetzung und Herrschaft: Freihandel, „Rule of Law“ und das Recht des Kanonenboots (Prof. Andreas Fahrmeir/Dr. Verena Steller)

23. Mai: Plädoyer für eine Ikonologie der Geschichtswissenschaft (Prof. Bernhard Jussen)

30. Mai: Was ist Wandel „normativer Ordnungen“ im Europa des 16./17. Jahrhunderts? (Prof. Luise Schorn-Schütte; 18-20 Uhr, HZ 15)

6. Juni: Die Herausbildung moderner Geschlechterordnungen in der islamischen Welt (Prof. Susanne Schröter)

13. Juni: Die Moral der Gleichheit: Jean d'Alembert zwischen moderater und radikaler Aufklärung (Prof. Moritz Epple)

20. Juni: Kosmopolitische Dynamik im Völkerrecht? (Prof. Matthias Lutz-Bachmann)

27. Juni: Teilen und Herrschen. Afrika und die französische Kolonialadministration des Ancien Régime (Dr. Benjamin Steiner)

4. Juli: Indigenität als normative politische Kategorie (Prof. Karl-Heinz Kohl)

11. Juli: Schutzherrschaft revisited - Kolonialismus aus afrikanischer Perspektive (Dr. Stefanie Michels)


Programm: www.normativeorders.net/ringvorlesung

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel: (069) 798-25290,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Auftakt der Ausstellung „Demonstrationen“

Projekt des Frankfurter Kunstvereins und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität startet am 20. Januar 2012

20. Januar 2012

Pressemitteilung

FRANKFURT. Das Ausstellungsprojekt „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“ spürt den lebendigen Momenten des Aushandelns normativer Ordnungen im öffentlichen Raum nach. Ausgangspunkt ist die interdisziplinäre Betrachtung und Analyse ästhetischer Ausdruckformen zum Thema „Demonstrationen“ – von historischen und zeitgenössischen Gemälden, Grafiken und Fotografien über Installationen, Video- und Soundarbeiten bis zu Performances. Zu sehen sind die Werke von rund 40 internationalen Künstlern. Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches wissenschaftliches Rahmenprogramm begleitet.

Das groß angelegte Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Frankfurter Kunstverein und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Es beginnt am 20. Januar und geht bis zum 25. März. Hauptveranstaltungsort ist der Frankfurter Kunstverein.

Zentrales Anliegen beider Kooperationspartner ist es, gesellschaftliche Prozesse und Zustände zu reflektieren und dabei den institutseigenen Kontext zu erweitern. „Auch Kunstvereine sind Orte, an denen Auseinandersetzungen um normative Ordnungen stattfinden, etwa wenn es darum geht, was Kunst ist, was Kunst sein darf oder was sie sein soll“, so Holger Kube Ventura, Direktor des Frankfurter Kunstvereins. „Die Ausstellung möchte den Wandel der kommunikativen Auseinandersetzung um normative Ordnungen im öffentlichen Raum sowohl aus zeitgenössischer als auch aus historisch-ideengeschichtlicher Perspektive in den Blick nehmen. Sie bezieht dabei künstlerische Projekte ein, die selbst in Form von öffentlicher Kommunikation bestehen oder ihr Publikum zum Akteur und Mitgestalter werden lassen“, erläutert Kube Ventura weiter die Stoßrichtung des Projekts.

Klaus Günther, Co-Sprecher des Exzellenzclusters, freut sich über die fruchtbare Zusammenarbeit des 2007 gegründeten interdisziplinären Forschungsverbunds mit dem Frankfurter Kunstverein: „Für das Werden normativer Ordnungen spielen Umbruchsprozesse und zugehörige Bilder, Erzählungen oder Fakten, die Begründungen liefern oder in Frage stellen, eine wichtige Rolle“, erklärt er. „Ausstellung und Performances werden das sichtbar machen, während wir das ambitionierte Projekt um unseren wissenschaftlichen Blick auf die Erforschung sozialer Regeln, Normen und Institutionen erweitern werden und dabei selbst von der Ausstellung lernen wollen.“

Ausgehend von der facettenreichen Bedeutung des lateinischen Begriffs „demonstrare“ – vom bloßen Akt des Aufzeigens über die wissenschaftliche Beweisführung bis hin zum Massenprotest auf der Straße – setzt die Ausstellung historische Werke mit zeitgenössischen Arbeiten in einen Dialog. Zentral sind dabei die Vielfalt künstlerischer Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Umbrüchen und der Widerhall, den politische Ereignisse in ästhetischen Werken erzeugen. Im Ausstellungsparcours werden Aspekte von Bewegung und Blockade, Zeigen und Repräsentieren, Zweifeln und Legitimieren genauer untersucht.

Als wichtiger Bestandteil der Ausstellung finden die zahlreichen Performances im Frankfurter Kunstverein, im Stadtraum und an anderen Veranstaltungsorten in Frankfurt statt. Sie sollen Rituale, Verhaltenskodizes und Demonstrationsformen erkunden. So ruft beispielsweise der griechische Künstler Yorgos Sapountzis gleich zu Beginn der Ausstellungslaufzeit in „Die Herausberufenen“ zu einer Erkundung des öffentlichen Raumes zwischen Kunstverein, Römer und Paulskirche auf. Die Hamburger Aktivisten Schwabinggrad Ballet erproben mit einer Versammlung auf dem Vorplatz der EZB Formen der griechischen Basisdemokratie, während der italienische Künstler Marcello Maloberti seine Teilnehmer zu einer absurden Parade durch die Frankfurter Innenstadt einlädt. Anna Mendelssohn versammelt in ihrer eindringlichen Performance „Cry Me A River“ verschiedene Stimmen zum Klimawandel.

An dem umfangreichen Rahmenprogramm der Ausstellung sind zahlreiche Geistes- und Sozialwissenschaftler des Exzellenzclusters beteiligt. Ein Highlight ist das „Amt für Umbruchsbewältigung“: Rund 40 namhafte Wissenschaftler werden vom 27. bis 29. Januar das Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt beziehen und interessierte Bürger in persönlichen Gesprächen über die Umbrüche unserer Zeit beraten. Dieses besondere Veranstaltungsformat wird zusätzlich von zwei hochkarätig besetzten Podien zu aktuellen Umbruchsfragen und einer „Langen Nacht den Protestsongs“ flankiert.

Die Kuratorinnen des Projekts sind Fanti Baum (Performance-Teil), Britta Peters (Positionen zeitgenössischer Kunst) und Dr. Sabine Witt (Positionen Kunst- und Ideengeschichte). Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen sowie einer Vielzahl an Abbildungen erschienen, herausgegeben vom Frankfurter Kunstverein und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg. Preis: 25 Euro (während der Ausstellungsdauer), 20 Euro (für Mitglieder), 38 Euro im Buchhandel.

„Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“ wird ermöglicht durch die Goethe-Universität Frankfurt am Main, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Kulturstiftung des Bundes.

Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main

Informationen: Tel. +49 (0) 69.219314-0, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.fkv.de, www.normativeorders.net

Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag und Freitag: 11 – 19 Uhr, Mittwoch: 11 – 21 Uhr, Samstag und Sonntag: 10 – 19 Uhr, Montag geschlossen

Eintritt: 6 € (ermäßigt: 4 €)

Pressekontakte:
Frankfurter Kunstverein: Julia Wittwer, Anna Goetz
Tel.: +49.69.219314-30 /-40; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Peter Siller
Tel: +49.69.798.25272; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Philip Pettit spricht über Gerechtigkeit und Demokratie

Philosoph aus Princeton hält am 30. und 31. Januar Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

18. Januar 2012

FRANKFURT. Um das Spannungsverhältnis von Gerechtigkeit und Demokratie geht es bei den kommenden Frankfurt Lectures, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Prominenter Redner ist Philip Pettit, der an der Princeton University Philosophie und Politische Theorie lehrt. Seine beiden Vorträge, zu denen die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, haben das verbindende

Thema: „Republican Justice and Democracy“
am: 30. und 31. Januar 2012, jeweils um 19.15 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität,
Casinogebäude/Festsaal, Grüneburgplatz 1

Gerechtigkeit ist nicht die einzige Tugend politischer Institutionen, Legitimität scheint mindestens ebenso wichtig. Denn es ist ja immerhin die Demokratie und nicht die Gerechtigkeit, die institutionelle Legitimität herstellt. Dieser Befund ergibt sich zumindest aus einer republikanischen Sicht auf Demokratie. Politische Institutionen mögen gerechter, aber nicht ganz so demokratisch, oder aber weniger gerecht und dafür demokratischer sein. Welcher Wert ist nun wichtiger? In der Politischen Theorie, welche die Bürger als die Urheber von Institutionen anspricht, hat Demokratie zweifelsohne eine wichtige Priorität.

In Princeton ist Philip Pettit L. S. Rockefeller Professor für Politik und menschliche Werte. Der gebürtige Ire, der auch lange Zeit in Australien gelehrt hat, ist Ehrendoktor mehrerer Universitäten in Nordamerika, Europa und Australien sowie Fellow verschiedener wissenschaftlicher Institutionen, u. a. der American Academy of Arts and Science. Zu seinen zahlreichen Publikationen gehört „Republicanism: A Theory of Freedom and Government“. Sein Buch „On the People’s Terms“ wird in diesem Jahr bei Cambridge University Press erscheinen. Es basiert auf den Albertus Magnus Vorlesungen 2009 in Köln und den Seeley Vorlesungen 2010 in Cambridge.

Im Rahmen der Frankfurt Lectures lädt der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ herausragende Forscher ein, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen bestimmte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten. Die aktuellen Lectures gehören zum wissenschaftlichen Rahmenprogramm der Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“, einem Gemeinschaftsprojekt des Clusters mit dem Frankfurter Kunstverein vom 20. Januar bis 25. März 2012.

Frankfurt Lectures im Wintersemester 2011/2012
Philip Pettit: Republican Justice and Democracy
Montag, 30. Januar, Lecture I:
The distinction between justice and democracy
Dienstag, 31. Januar, Lecture II:
The priority of democracy over justice
Jeweils 19.15 Uhr, Campus Westend, Casinogebäude/Festsaal

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel.: (069) 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/frankfurt-lectures, www.normativeorders.net/ausstellungsprojekt

Aus Presseamt wird "Amt für Umbruchsbewältigung"

Pressemitteilung

15.12.2011

(pia) Was heißt Gerechtigkeit? Welche Rolle spielt Anerkennung im Arbeitsleben? Ist der Islam vereinbar mit der Idee der Geschlechtergleichheit? Um solche oder ähnliche Themen geht es von Freitag, 27., bis Sonntag, 29. Januar 2012, beim „Amt für Umbruchsbewältigung“.

Das „Amt für Umbruchsbewältigung“ gehört zum wissenschaftlichen Rahmenprogramm der Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“, die vom Cluster und dem Frankfurter Kunstverein vom 20. Januar bis zum 25. März gezeigt wird. Beim „Amt“ gibt es einen weiteren Kooperationspartner: das Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt, in dessen Amtsstuben am Römerberg 32 rund 30 Clusterexperten in 15 Büros persönliche Beratungen zu den Umbrüchen unserer Zeit anbieten. Die „Sprechzeiten“ sind am Freitag, 27. Januar, von 21 bis 23 Uhr; am Samstag, 28. Januar, von 15 bis 19 Uhr und am Sonntag, 29. Januar, von 16 bis 19 Uhr.

Eine Stunde vor Beginn der Öffnungszeiten des Amtes können Interessierte sich beim benachbarten Kunstverein für einen Termin zu einem der angebotenen Themen anmelden. Flankiert wird das „Amt“ durch eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen. Unter den teilnehmenden Experten sind Professoren wie Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters, der als einer der einflussreichsten Denker der jüngeren Generation gilt, oder Axel Honneth, aktueller Geschäftsführer des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, sowie Susanne Schröter, die sich gerade erst mit den Chancen des islamischen Feminismus befasst hat.

„Obwohl das Format einer Bürgersprechstunde etwas ungewöhnlich ist und flankierend zur Kunstausstellung einen besonderen Akzent setzt, steht es doch in der Frankfurter Tradition einer Bürgeruniversität, der es immer schon ein Anliegen war, gesellschaftspolitisch relevante wissenschaftliche Ergebnisse in eine breite außerakademische Öffentlichkeit zu vermitteln“, betonen Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters, und Peter Siller, wissenschaftlicher Geschäftsführer. Die beiden werden auch selbst Gespräche anbieten, Klaus Günther fungiert zudem für die drei Tage als „Amtschef“.

Der richtige Leiter des Presse- und Informationsamtes, Nikolaus Münster, freut sich über seinen neuen Kollegen auf Zeit und dessen Team: „Es war für uns selbstverständlich, diese Aktion zu unterstützen. Schließlich sind auch wir von großen Umbruchsprozessen, nämlich im Bereich Medien und Kommunikation – Stichworte Internet und Social Media, Facebook und Twitter – betroffen, und müssen unsere Arbeitsmittel und Kanäle immer wieder neu reflektieren und überprüfen.“

Bürgerberatung im „Amt für Umbruchsbewältigung“

Wissenschaftliches Programm vom 27. – 29. Januar 2012 im Rahmen der Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

16. Dezember 2011

FRANKFURT. Viel ist die Rede vom Dialog der Wissenschaft mit der Öffentlichkeit. Auch die Forscherinnen und Forscher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität halten öffentliche Vorträge, geben Interviews oder äußern sich in Zeitungsartikeln. Jetzt gehen sie noch einen Schritt weiter – und bieten persönliche Gespräche unter vier Augen an: Was heißt Gerechtigkeit? Welche Rolle spielt Anerkennung im Arbeitsleben? Ist „der Islam“ vereinbar mit der Idee der Geschlechtergleichheit? Um solche oder ähnliche Themen geht es vom 27. bis zum 29. Januar 2012 beim „Amt für Umbruchsbewältigung“, einem in dieser Art vielleicht einmaligen Angebot in Frankfurt.

Das „Amt für Umbruchsbewältigung“ gehört zum wissenschaftlichen Rahmenprogramm der großangelegten Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“, die vom Cluster und dem Frankfurter Kunstverein organisiert wird. Das interdisziplinäre Ausstellungsprojekt umfasst 40 internationale künstlerische Positionen und ist vom 20. Januar bis zum 25. März im Frankfurter Kunstverein zu sehen. Das Projekt nähert sich auf Basis künstlerischer und ideengeschichtlicher Ansätze dem lebendigen Moment des Aushandelns verbindlicher gesellschaftlicher Normen. Historische Grafiken und Gemälde treten in den Dialog mit zeitgenössischer Malerei, mit Fotografie, Installationen, Videoarbeiten und zahlreichen Performances in den Räumen des Kunstvereins und im Frankfurter Stadtgebiet.

Beim „Amt“ selbst gibt es einen weiteren kompetenten Kooperationspartner, der sich mit Kommunikation und kurzen Dienstwegen bestens auskennt: das Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt, in dessen Amtsstuben rund 30 Clusterexperten in 15 Büros persönliche Beratungen zu den Umbrüchen unserer Zeit anbieten.

Die teilnehmenden Wissenschaftler stehen am Anfang einer vielversprechenden Forschungskarriere oder haben sich bereits in der akademischen Welt einen prominenten Namen gemacht. Auch in einer breiteren Öffentlichkeit bekannte Professorinnen und Professoren sind dabei, etwa Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters, der in der politischen Philosophie als einer der einflussreichsten Denker der jüngeren Generation gilt, hinzu kommt Axel Honneth, aktueller Geschäftsführer des legendären Frankfurter Instituts für Sozialforschung, und Autor des neuen und überaus breit rezipierten Buches „Das Recht der Freiheit“. Auch Susanne Schröter ist dabei, die gerade erst in einem großem Zeitungsaufsatz der Frage nachging, welche Chancen der islamische Feminismus hat.

„Obwohl das Format einer Bürgersprechstunde etwas ungewöhnlich ist und flankierend zur Kunstausstellung einen besonderen Akzent setzt, steht es doch in der Frankfurter Tradition einer Bürgeruniversität, der es immer schon ein Anliegen war, gesellschaftspolitisch relevante wissenschaftliche Ergebnisse in eine breite außerakademische Öffentlichkeit zu vermitteln“, betonen Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters, und Peter Siller, wissenschaftlicher Geschäftsführer. Die beiden werden auch selbst Gespräche anbieten, Günther zur Frage „Warum strafen?“ und Siller zum Thema „Parteien und Bewegungen“. Klaus Günther fungiert zudem für die drei Tage als „Amtschef“, eine wahrscheinlich nicht uninteressante Aufgabe für einen Professor mit den Schwerpunkten Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht.

Der richtige Leiter des Presse- und Informationsamtes, Nikolaus Münster, freut sich über seinen neuen Kollegen auf Zeit und dessen Team: „ Es war für uns selbstverständlich, diese Aktion zu unterstützen. Schließlich sind auch wir von großen Umbruchsprozessen, nämlich im Bereich Medien und Kommunikation – Stichworte Internet und Social Media, facebook und twitter – betroffen, und müssen unsere Arbeitsmittel und Kanäle immer wieder neu reflektieren und überprüfen.“

Für die Einzelgespräche sind jeweils 20 Minuten vorgesehen. An jedem der drei Amts-Tage stehen rund 15 Cluster-Experten zur Verfügung. Eine Liste der Themen des Tages hängt am Informationsschalter im Frankfurter Kunstverein aus. Eine Stunde vor Beginn der Öffnungszeiten des Amtes können sich dort Interessierte für einen Termin zu einem der angebotenen Themen anmelden. Die Beratung selbst findet im Presse- und Informationsamt direkt neben dem Kunstverein statt. Die „Sprechzeiten“ sind: Freitag, 27. Januar, 21 bis 23 Uhr; Samstag, 28. Januar, 15 bis 19 Uhr; Sonntag, 29. Januar, 16 bis 19 Uhr.

Am „Amts-Wochenende“ gibt es auch eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen, so das Eröffnungspodium „In welcher Welt leben wir? Zeitdiagnostische Perspektiven auf die Gegenwartsgesellschaft“ am 27. Januar, „Die lange Nacht des Protestsongs“ am 28. Januar und die Podiumsdiskussion „Wohin mit dem Protest? Demokratische Umbrüche aus globaler Perspektive“ am 29. Januar. Weitere Vorträge und Diskussionen schließen sich in den folgenden Wochen an.

Informationen:´
Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Peter Siller, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net
Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main, Thomas Waldherr, Tel: (069) 212-32761, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Frankfurter Kunstverein, Julia Wittwer, (069) 219314-30 /-40, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.fkv.de

Leibniz-Preis für Rainer Forst

Der Frankfurter Philosoph und Politikwissenschaftler erhält Spitzenauszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Pressemitteilung

9. Dezember 2011

FRANKFURT. Der Frankfurter Philosoph und Politikwissenschaftler Prof. Rainer Forst erhält den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2012, das gab der Hauptschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Nachmittag in Bonn bekannt. Prof. Werner Müller-Esterl, Präsident der Universität Frankfurt, gratulierte dem Forscher, der zusammen mit neun Wissenschaftlern ausgewählt wurde. Müller-Esterl bezeichnete den Preis als „hocherfreuliche Auszeichnung für einen Wissenschaftler, der die Profilbildung der Geistes- und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität in den vergangenen Jahren entscheidend vorangebracht hat. Forst gehört zu den wichtigsten politischen Philosophen Deutschlands und hat sich durch seine Arbeiten ein herausragendes internati-onales Renommee erworben.“ Rainer Forst hat die Professur für Politische Theorie und Philosophie seit 2004 an der Goethe-Universität inne und ist darüber hinaus einer der beiden Sprecher des Frankfurter Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, dessen Programm er maßgeblich mitentwickelt hat. Zudem ist er stellvertretender Sprecher der Kollegforschergruppe „Iustitia Amplificata“ und Mitglied des Direktoriums des Forschungskollegs Humanwissenschaften in Bad Homburg. Zugleich leitet er den von ihm aufgebauten und in seiner Art einzigartigen, internationalen MA-Studiengang "Politische Theorie". Obwohl die Einflüsse auf sein Denken mannigfaltig sind, ist Forsts Name mit Frankfurt nicht nur als Ort seines Wirkens, sondern auch durch die sozialphilosophische Denkrichtung der „Kritischen Theorie“ verbunden, die ihn geprägt hat. Forst gilt international als einer der einflussreichsten jüngeren Vertreter dieses Theorieansatzes, der neue Impulse aufgenommen und neue Wege eingeschlagen hat.

„Wer heute nach den wegweisenden Ansätzen zu Themen wie Gerechtigkeit, Toleranz, Freiheit oder Demokratie fragt, wird auf die Arbeiten Forsts verwiesen“, ergänzt Müller-Esterl. Forst hat eine philosophische Position entwickelt, die mit dem Titel seines 2007 erschienenen Buches Das Recht auf Rechtfertigung auf den Begriff gebracht wird. Er geht davon aus, dass Menschen in verschiedene ‚Rechtfertigungspraktiken‘ eingebunden sind, d.h., dass Handlungsnormen nach eigenen Logiken in der Moral, dem Recht und anderen Sphären zu rechtfertigen sind und dass die praktische Vernunft das Vermögen ist, diese Logiken zu erkennen und zu beachten. Forst entwickelt – mit Bezug auf Kant sowie Habermas und Rawls – eine differenzierte Theorie der Normativität, der Moral und insbesondere der politischen Gerechtigkeit.

Sein wissenschaftlicher Werdegang ist durch Personen und Orte diesseits und jenseits des Atlantiks geprägt. Er promovierte 1993 bei Jürgen Habermas, der ihn zum Mitglied der berühmten Arbeitsgruppe „Rechtstheorie“ machte, die Habermas seinerzeit mit Hilfe des ihm verliehenen Leibniz-Preises ins Leben gerufen hatte. Zugleich verbrachte Forst einen längeren Forschungsaufenthalt in Harvard bei John Rawls. Und schon während seiner Assistentenzeit (bei Axel Honneth) am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin sowie in Frankfurt war er zweimal Gastprofessor in den USA. Nachdem er sich als Heisenbergstipendiat entschieden hatte, mehreren Angeboten (u.a. aus den USA) nicht zu folgen, sondern den Frankfurter Ruf auf die Professur für Politische Theorie mit vollberechtigter Mitgliedschaft im Fachbereich Philosophie anzunehmen, erreichte ihn auch schon die Einladung auf die renommierte Theodor-Heuss-Professur an der New School for Social Research in New York. Weitere Auszeichnungen und Rufe sollten folgen, so 2007 auf einen Lehrstuhl an der University of Chicago. Forst entschied sich jedoch, zugunsten der Arbeit im Cluster in Frankfurt zu bleiben. Auch einem Angebot einer Gastprofessur für Philosophie an der Harvard University, das als allerhöchste Auszeichnung gilt, ist er bisher nicht gefolgt.

Vier Bücher, die alle bei Suhrkamp erschienen sind, hat Forst bisher veröffentlicht, und sie sind sämtlich ins Englische sowie zahlreiche andere Sprachen übersetzt worden: Seine Dissertation mit dem Titel Kontexte der Gerechtigkeit (1994) gilt als die umfassendste, klarste und eigenständigste Analyse der Debatte zwischen liberalen und kommunitaristischen Ansätzen in der politischen Philosophie. Seine Habilitationsschrift Toleranz im Konflikt (2003) wird allgemein als ein Meilenstein der Forschung angesehen; auf 800 Seiten gelingt es ihm, die Geschichte dieses Begriffs nicht nur umfassend zu rekonstruieren, sondern systematisch zu interpretieren und auf dieser Basis eine für unsere Gesellschaften tragfähige Konzeption der Toleranz zu entwickeln. Das Recht auf Rechtfertigung (2007) entwickelt ebenso wie Kritik der Rechtfertigungsverhältnisse (2011) seinen Ansatz systematisch weiter. Sein Werk ist der Gegenstand internationaler Konferenzen, und im nächsten Jahr erscheinen zwei Bände, in denen sich renommierte KollegInnen seinen jüngeren Arbeiten widmen. Als erster deutscher Wissenschaftler ist er verantwortlicher Mitherausgeber der führenden internationalen Zeitschriften auf den Gebieten der praktischen Philosophie (Ethics) und der politischen Theorie (u.a. Political Theory). Forst gehört zudem zu den wenigen Wissenschaftlern, deren Publikationen regelmäßig in den großen Publikumszeitungen besprochen werden. Im Spiegel wurde er 2008 als interessantester Intellektueller seiner Generation bezeichnet.

Mit Rainer Forst wird bereits der 13. Wissenschaftler ausgezeichnet, der der Goethe-Universität angehört oder angehörte: 1986 hielten sowohl der Philosoph Jürgen Habermas als auch der spätere Nobelpreisträger und Biochemiker Hartmut Michel den begehrten Preis. Es folgten der Historiker Lothar Gall (1988), der Physiker Reinhard Stock (1989), der Rechtshistoriker Michael Stolleis (1991), der Mathematiker Claus-Peter Schnorr (1993), der Physiker Theo Geisel (1994), der Chemiker Christian Griesinger (1998), der Paläontologe Volker Mosbrugger (1999), die Biologin Stefanie Dimmeler (2005), der Historiker Bernhard Jussen (2007) und der Wirtschaftswissenschaftler Roman Inderst (2010).

Zusammen mit dem hohen Renommee trägt der Leibniz-Preis seinen Trägerinnen und Trägern auch ein bedeutendes Preisgeld ein. Vor allem aber steht der Leibniz-Preis für eine Flexibilität, die nicht nur in der Wissenschaft für die Verwendung öffentlicher Gelder einmalig ist: Alle Ausgezeichneten können ihre Fördersumme innerhalb eines Zeitraums von bis zu sieben Jahren nach eigenen Vorstellungen und ohne Antrag für ihre wissenschaftlichen Arbeiten einsetzen. Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Die Entscheidung über die Preisträger trifft der Hauptschuss aufgrund einer Empfehlung des Nominierungsausschusses für das Leibniz-Programm.

Informationen: Prof. Rainer Forst, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Bockenheim, Tel: (069) 798- 22046, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Frankfurter Stadtgespräch: Was kann der Film?

Podiumsdiskussion im Frankfurter Kunstverein fragt am 8. Dezember nach den Zeit- und Gesellschaftsbildern im Gegenwartskino

1. Dezember 2011

Pressemitteilung

FRANKFURT. „Das ist ja wie im Film“ sagt man bei einer besonders gelungenen oder auch skurrilen Aktion. Und Handlungen, die besonders gelingen sollen, aber vielleicht unfreiwillig skurril geraten, orientieren sich mitunter ihrerseits an Motiven des Films. Kein anderes Medium scheint heutzutage wirkmächtiger zu sein: Im Film werden ganze Zeit- und Gesellschaftsbilder entworfen, die sich in unser Gedächtnis brennen. Die Realität prägt dabei die Fiktion, und umgekehrt, die Fiktion die Realität.

Besonders nach den Terroranschlägen von „9/11“ und jetzt wieder in Zeiten der Finanzkrise lohnt es sich, besonders gut hinzuschauen: Welche Gesellschaftsordnungen werden uns im Kino vorgeführt. Wie ist hier die Wechselwirkung von Inszenierung und Wirklichkeit? Auch darüber diskutieren der Philosoph Martin Seel und der Regisseur und Schauspieler Sebastian Schipper beim nächsten Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe Universität und dem Frankfurter Kunstverein, zum

Thema: „Was kann der Film? – Zeit- und Gesellschaftsbilder im Gegenwartskino“
am: Donnerstag, dem 8. Dezember 2011, um 20.00 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Im Zentrum der aktuellen Podiumsdiskussion, die wieder in der Cafébar im Kunstverein stattfindet, stehen breitenwirksame Blockbuster wie „The Dark Knight“ (2008) von Christopher Nolan und „Avatar“ (2009) von James Cameron (2009), aber auch finanziell weniger erfolgreiche Filme wie „In the Valley of Elah“ (2007) von Paul Haggis. Die Organisatoren versprechen „ein Gespräch über die Deutungsmacht des Kinos, seine hellen und seine dunklen Seiten“.

Die Diskutanten zählen zu den interessantesten Protagonisten von Filmpraxis und Filmtheorie in Deutschland. Sebastian Schiffer macht seit seinem Regiedebüt „Absolute Giganten“, das die Zeitschrift „Spex“ zu den „unvergesslichen Leinwanderlebnissen der 1990er Jahre“ zählt, auch hinter der Kamera von sich reden. Als Akteur war der ausgebildete Schauspieler unter anderem in „Kleine Haie“ (1992) von Sönke Wortmann zu sehen und in „Lola rennt“ (1998) von Tom Tykwer sowie noch jüngst in einer Hauptrolle in „Drei“, ebenfalls von Tom Tykwer. Schippers jüngste Regiearbeit ist der Film „Mitte Ende August“ (2009).

Martin Seel, Autor der über die Fachwelt hinaus vielbeachteten Werke „Theorien“ und „111 Tugenden, 111 Laster“, hat unter anderem die Forschungsschwerpunkte Ästhetik und Theorie der Künste, insbesondere der Fotografie und des Films. In diesem Wintersemester ist der Frankfurter Philosophieprofessor Mitorganisator und einer der Referenten der Vorlesungsreihe „Narration und Rechtfertigung im Kino“ an der Goethe-Universität. Hierbei geht es darum, wie filmische Erzählungen Muster transportieren, mit denen die Realität gedeutet und begründet wird. Der vielseitige Denker spricht zudem im Rahmen der aktuellen Cluster-Ringvorlesung „Normativität: Frankfurter Perspektiven“.

Die Podiumsdiskussion über die Zeit- und Gesellschaftsbilder im Gegenwartskino ist das mittlerweile siebte Frankfurter Stadtgespräch. Die Moderation liegt wieder in den Händen von Peter Siller, Scientific Manager des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Mit der bisher sehr gut besuchten Veranstaltungsreihe wollen der Exzellenzcluster und der Frankfurter Kunstverein aktuelle gesellschaftsrelevante Themen einer breiten Öffentlichkeit zur Diskussion stellen. Der Eintritt ist frei.

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech

Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen

Ausstellungsprojekt des Frankfurter Kunstverein und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom 20. Januar bis 25. März 2012

Pressemitteilung

23. November 2011

FRANKFURT. Ein geordnetes Leben führen, sich ordnungsgemäß verhalten. Jeder Einzelne ist in ein unsichtbares Ordnungssystem eingebunden, welches sein Tun und Handeln bestimmt, legitimiert oder auch verurteilt. Dieses System mag durch Gewalt und Repression eingerichtet, oder auf Grundlage eines freiheitlich getroffenen Regelwerks durch überzeugende Gründe verhandelt worden sein. Sichtbar wird es meist erst, wenn die Begründungen und Rechtfertigungen nicht mehr greifen und überzeugen können und Menschen auf die Straße gehen, um ihren Zweifeln in Form von Protest Ausdruck zu verleihen. „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“, spürt diesen lebendigen Momenten des Aushandelns und der kommunikativen Auseinandersetzung mit normativen Ordnungen im öffentlichen Raum nach.

Das Ausstellungsprojekt ist eine Kooperation zwischen dem Frankfurter Kunstverein und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ausgangspunkt ist die interdisziplinäre Betrachtung und Analyse ästhetischer Ausdruckformen zum Thema „Demonstrationen“ anhand vielfältiger Medien wie historische und zeitgenössische Gemälde, Grafiken, Fotografien, Installationen, Video- und Soundarbeiten sowie Performances.

Neben der Präsentation von über 40 internationalen künstlerischen Positionen, umfasst das Projekt ein umfangreiches wissenschaftliches Rahmenprogramm aus Diskussionsveranstaltungen, an dem zahlreiche Geistes- und Sozialwissenschaftler des 2007 gegründeten interdisziplinären Forschungsverbunds beteiligt sind. Sie verfolgen die Fragestellung nach dem Entstehen und der Veränderung von gesellschaftlichen Ordnungen, indem sie die damit verbundenen Prozesse und Konflikte nicht nur als Fakten ansehen, sondern vielmehr nach den ihnen zugrundeliegenden normativen Vorstellungen fragen.

Demonstrationen markieren entscheidende Momente gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. Gerade in den heutigen Tagen sind sie mit Blick auf die Revolutionsbewegungen in den arabischen Ländern oder weltweite Protestaktionen gegen die Finanzpolitik des Bankensystems allgegenwärtig und haben eine große mediale Präsenz. Ausgehend von der facettenreichen Bedeutung des lateinischen Begriffs „demonstrare“ – vom bloßen Akt des Aufzeigens über die wissenschaftliche Beweisführung bis hin zum Massenprotest auf der Straße – forscht die Ausstellung nach verbindenden Motiven und speziellen Verhandlungsformen bei Demonstrationen. Zentral sind dabei nicht einzelne Konfliktsituationen, sondern die Vielfalt künstlerischer Auseinandersetzungen mit dem Thema und der Widerhall, den politische Ereignisse in ästhetischen Werken erzeugen. Genauer untersucht werden dabei Aspekte von Bewegung und Blockade, Zeigen und Repräsentieren, Zweifeln und Legitimieren.

Historische Grafiken und Gemälde, die beispielsweise Huldigungs- und Krönungsszenen als Demonstrationen von Macht und Herrschaft darstellen, prominente Beispiele für Protestbewegungen in der Epoche des Vormärz oder Darstellungen der Ereignisse der 1848er Revolution und der ersten deutschen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche, treten in den Dialog mit aktuellen Themen zeitgenössischer Künstler. Sie korrespondieren mit Malerei, Fotografie, Installationen, Videoarbeiten und schließlich auch mit zahlreichen Performances in den Räumen des Frankfurter Kunstvereins und im Frankfurter Stadtgebiet. So wird ein breites Spektrum ästhetischer Herangehensweisen und künstlerischer Positionen vorgestellt und durch neue, eigens für die Ausstellung entstandene Produktionen erweitert.

Kuratorinnen der Ausstellung sind Fanti Baum, Britta Peters und Dr. Sabine Witt. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog mit zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen sowie einer Vielzahl an Abbildungen, herausgegeben vom Frankfurter Kunstverein und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe Universität Frankfurt am Main, im Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg.

„Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“ wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und den Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Pressevorbesichtigung: 19. Januar 2012, 11 Uhr
Eröffnung: 19. Januar 2012, 20 Uhr

Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main

Informationen: Tel. +49 (0) 69.219314-0, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.fkv.de, www.normativeorders.net

Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag und Freitag: 11 – 19 Uhr, Mittwoch: 11 – 21 Uhr, Samstag und Sonntag: 10 – 19 Uhr, Montag geschlossen

Eintritt: 6 € (ermäßigt: 4 €)

Pressekontakte:
Frankfurter Kunstverein: Julia Wittwer, Anna Goetz
Tel.: +49.69.219314-30 /-40; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Peter Siller
Tel: +49.69.798.25272; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Auf der Bühne der globalen Politik: Welche Geheimnisse sollten geheim bleiben?

Konferenz und öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Leaking: Sicherheitsbedrohung oder subversive Demokratisierung?“

Pressemitteilung

5. November 2011

FRANKFURT. Auf der Bühne der globalen Politik spielen im Internet kursierende vormals geheime Papiere eine immer größere Rolle; erheblich dazu beigetragen hat die Enthüllungsplattform „WikiLeaks“. Auch die Frankfurter Politikwissenschaftler beschäftigt dieses viel diskutierte Phänomen. In einer ganztägigen Konferenz zum Thema „Leaking: Sicherheitsbedrohung oder subversive Demokratisierung?“ bemühen sie sich am 9. November (Mittwoch) um eine erste Einschätzung des Phänomens „Leaking“ sowie dessen Auswirkungen und Bewertungen . Auf dem Programm stehen Fragen wie: Inwiefern lässt sich die erzwungene Transparenz als Demokratisierung deuten? Gefährdet „Leaking“ demokratisch-repräsentative Systeme – und im Besonderen deren Außenpolitik? Welche Geheimnisse sollten geheim bleiben, bei welchen gibt es ein berechtigtes Interesse an einer Veröffentlichung? Und wer sollte über eine solche Veröffentlichung entscheiden?

Am Abend der Konferenz findet um 18 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion auf dem Campus Westend, Hörsaalgebäude, HZ 8 statt. Unter dem Thema „In doubt we publish: WikiLeaks als Bedrohung für Demokratie und Diplomatie?" diskutieren Wolfram von Heynitz, Planungsstab Auswärtiges Amt, Prof. Christoph Bieber. Universität Duisburg-Essen, und Guido Strack, Whistleblower Netzwerk. Moderieren werden diese Diskussion die Politikwissenschaftler Prof. Nicole Deitelhoff und Prof. Christopher Daase von der Goethe-Universität.

Informationen: Thorsten Thiel, Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“, Campus Bockenheim, Tel.(069) 798-25389, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.sicherheitskultur.org/de/leaking/

Tagung thematisiert den Rechtspluralismus

 

Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom 10. bis zum 12. November 2011

Pressemitteilung

5. November 2011

FRANKFURT. Wie verhält es sich mit dem Recht in Zeiten der fortschreitenden Globalisierung? Das Recht steht immer weniger in enger, fast untrennbarer Verbindung mit der politischen Organisationsform des Staates. Zu beobachten ist ein Prozess der Entstaatlichung bei der Setzung und Durchsetzung von Recht - oder zumindest die schrittweise Aufgabe eines staatlichen Monopols. Es gibt beispielsweise supranationales Recht, das an internationale Organisationen gebunden ist, und auch transnationales Recht von privaten Akteuren, deren Regelungsbedarf von staatlichen und überstaatlichen Institutionen nicht gedeckt wird. Rechts- und Politikwissenschaftler beschreiben dieses Nebeneinander von Ordnungssystemen als Rechtspluralismus, „legal pluralism“. Doch jenseits dieses empirischen Befundes gehen die Meinungen der Experten weit auseinander. Und so gehört die Diskussion, ob der Rechtspluralismus als normatives Konzept Bestand haben kann, zu den zentralen Programmpunkten der aktuellen Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität zum

Thema: Legal Cultures, Legal Transfer, and Legal Pluralism
vom: Donnerstag, 10. bis Samstag, 12. November 2011
Ort: Campus Bockenheim, Alte Aula, Jügelhaus, Mertonstr. 17

Die mittlerweile vierte internationale Jahreskonferenz des Frankfurter Exzellenzclusters findet unter der Federführung des Cluster-Forschungsfeldes 4 „Die Herausbildung von Rechtsnormen zwischen den Nationen“ und der Leitung von Prof. Klaus Günther und Prof. Stefan Kadelbach statt. Im Zentrum von insgesamt vier aufeinander folgenden Panels unterschiedlicher Disziplinen steht die Frage des Umgangs mit der Vielfalt von Rechtsordnungen und Rechtskulturen und des Transfers von Recht. Das Spektrum der Themen reicht dabei von historischen Untersuchungen zum Normentransfer in andere Rechtskulturen über theoretische Überlegungen zum konstitutionellen Pluralismus bis zu europarechtlichen Erörterungen zur Frage der Integration durch Recht. Eröffnet wird die Konferenz am Donnerstag, 10. November, um 18.00 Uhr mit dem Vortrag „Some reflections on the concept of constitutional pluralism“ des Rechtswissenschaftlers Prof. Martin Loughlin von der London School of Economics.

Besonders das erste Panel mit dem Titel „Global Legal Pluralism: Fact, Fiction, Forecast, Norm?“ geht dann am Freitag der Frage nach, ob der Rechtspluralismus eine neue Art Ordnung ist, die man unterstützen sollte, weil die Vorteile dieser Ordnung die Nachteile überwiegen. Das zweite Panel („Transfer of Normative Orders – Normative Orders from Transfer“) erinnert daran, dass der Pluralismus von normativen Ordnungen und Rechtsordnungen keine neue Entwicklung darstellt. In der Rechtsgeschichte sei dies vielmehr die Normalität gewesen. Überdies sei auch der Transfer von Recht ein altes Phänomen, wie nicht zuletzt der tausendjährige Einfluss des römischen Rechts auf Europa zeige. Mit „The Politics of Legal Pluralism and the Role of Experts“ beschäftigt sich das dritte Panel, das zum einem darauf hinweist, dass es Rechtspluralismus auch innerhalb eines Staates gibt, und zum anderen erörtert, inwieweit das Recht auf globaler Ebene auch globales Regieren demokratisieren könnte. Das vierte Panel schließlich, das am Samstag stattfindet, widmet sich dem Thema „Emerging Transnational Normative Orders: Efforts on the Ground-Level“. Hier geht es unter anderem um die globale Ausdehnung von Patenten, Urheber- und Markenrechten.

Die Vorträge und Diskussionen am Freitag, 11. November, und am Samstag, 12. November, beginnen jeweils um 10.00 Uhr. Zu den Referenten gehören Angehörige des Clusters und internationale Gäste. Die interessierte Öffentlichkeit ist zu dem Eröffnungsvortrag am Donnerstag und zu den Panels am Freitag und Samstag herzlich willkommen. Um Online-Anmeldung wird gebeten.

Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: www.normativeorders.net/jahreskonferenz

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ringvorlesung: Normativität aus Frankfurter Sicht

Öffentliche Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität startet am 26. Oktober

Pressemitteilung

20. Oktober 2011

FRANKFURT. Im Mittelpunkt der Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität stehen in diesem Wintersemester die Frankfurter Perspektiven auf Normativität. An zwölf Terminen werden Angehörige des Forschungsverbundes fokussierte Einblicke in ihre wissenschaftliche Arbeit geben. Die Reihe mit dem Titel „Normativität: Frankfurter Perspektiven“ beginnt am 26. Oktober. Sie setzt die vielbeachtete Ringvorlesung des vergangenen Wintersemesters fort. Vor einem Jahr hatte der Cluster Philosophen aus aller Welt zum Thema „The Nature of Normativity“ eingeladen.

Normativität ist der Begriff für ein alltägliches und zugleich schwer zu erklärendes Phänomen, das eine Frage aufwirft: Woraus besteht die Kraft, die uns dazu bringt, uns an Grundsätze, Normen und Regeln verschiedenster Art zu halten? Normativität ist eine Art Bindung ohne Fessel, und die Erklärungen, woher sie rührt, reichen von selbstbezogenen Überlegungen über soziale Erklärungen bis zu der Annahme objektiver Werte jenseits der empirischen Welt. In dem interdisziplinären Forschungscluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ spielen diese Fragen eine zentrale Rolle. Die aktuelle Ringvorlesung wird von den Clustersprechern Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther organisiert.

Das inhaltliche Spektrum der Reihe reicht von der Inszenierung eines fiktiven Gedankenaustausches zwischen Aristoteles und Kant über die Grundlagen der Moral, bei dem die Auffassungen der Philosophen kompatibler erscheinen als gemeinhin angenommen, bis zu dem Streit über den Kosmopolitismus in der politischen Philosophie der Gegenwart: Auf der einen Seite steht dabei die Idee einheitlicher globaler Institutionen mit der Vorstellung von Weltbürgertum in einem (zu schaffenden) globalen Gemeinwesen. In einer konkurrierenden Vorstellung, die ebenfalls auf institutionelle Reform zielt, werden Weltbürger als Angehörige weiterhin bestehender Einzelstaaten verstanden, und kosmopolitische Staaten sind solche, die sich für universelle Partizipation öffnen. Auch hier übrigens spielt Kant eine Rolle – als ein Vordenker des Kosmopolitismus.

In der politischen Ordnung jenseits des Nationalstaats ist die Frage von Normativität von besonderer Bedeutung, denn in einer Ordnung, die nahezu ohne externe Sanktionsmöglichkeiten oder substanzielle gemeinsame Wertvorstellungen auskommen muss, scheint die Grundlage von Normativität immer prekär. Dieses Spannungsfeld thematisiert die Ringvorlesung ebenso wie die Beobachtung, dass eine Norm durchaus „soziale Geltung“ haben kann, wenn sie in einer Gemeinschaft weitestgehend befolgt und faktisch anerkannt wird. Das heißt aber noch nicht, dass diese Norm gerecht ist oder moralische Geltung beanspruchen darf.

Die Fragen, wie man die Maßstäbe für „normativ gültige“ Normen definiert und was es mit der „rechtfertigenden Vernunft“ auf sich hat, stehen schließlich ebenfalls im Zentrum dieser Ringvorlesung, die sich dem Phänomen der Normativität aus dem Blickwinkel verschiedener, im Cluster kooperierender Disziplinen nähert – von der Philosophie über die Rechts- bis zur Politikwissenschaft. Auch die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Alle Vorträge finden um 18 Uhr auf dem Campus Westend statt, im Hörsaal HZ3 des Hörsaalzentrums.

Programm: www.normativeorders.net/ringvorlesung

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wie die „Traumfabrik“ auch Normen produziert

 

Vorlesungsreihe zur „Narration und Rechtfertigung im Kino“ startet am 20. Oktober mit einer Einführung des Philosophen Martin Seel

Pressemitteilung

13. Oktober 2011

FRANKFURT. Eine besondere Sicht auf das Kino präsentiert in diesem Wintersemester der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Auf dem Programm stehen unter anderem „To Be or Not to Be“ von Ernst Lubitsch, „Inglourious Basterds“ von Quentin Tarantino, „The Man Who Shot Liberty Valance“ von John Ford und „Minority Report“ von Steven Spielberg – oder genauer gesagt: die Analyse bestimmter Aspekte dieser Filme. Die Vorlesungsreihe mit Beispielsequenzen unter dem Titel „Narration und Rechtfertigung im Kino“ beginnt am 20. Oktober und umfasst insgesamt 15 Termine. Organisatoren sind Jochen Schuff und Prof. Martin Seel vom Institut für Philosophie. Bürgerinnen und Bürger sind als Zuhörer herzlich willkommen.

US-Politikern wird manchmal vorgeworfen, dass sie sich wie Cowboys in Wildwestfilmen verhielten – unbeugsame Helden, die wenig zimperlich für ihr ganz eigenes Verständnis von Freiheit und Gerechtigkeit kämpften. Und der Western generell gilt als eine Art Gründungsmythos der Vereinigten Staaten. Auch diese Beispiele zeigen: Filmische Erzählungen können Muster transportieren, mit denen die Realität gedeutet und begründet wird. Sie enthalten Dimensionen dessen, was der Cluster mit einem seiner zentralen Forschungsbegriffe als „Rechtfertigungsnarrative“ bezeichnet, als Erzählungen, die sich zu Legitimationen sozialer Strukturen und Institutionen verdichten. Ethisch und politisch wirksame Rechtfertigungsmuster sind häufig in historische, mythische oder künstlerische Erzählungen eingebettet. Denn gerade in dieser Umgebung scheinen die rechtfertigenden Gründe ein besonders starkes moralisches oder politisches Gewicht zu entwickeln.

Das Kino hat dabei seine ganz eigenen Stärken: Mehr als andere Erzählformen kann der Film die Situationen, durch die er führt, von innen heraus entfalten und in besonderer Intensität aus der Perspektive der Beteiligten präsentieren. Am Beispiel des gegenwärtigen Kinos untersucht ein Cluster-Forschungsprojekt unter der Leitung von Martin Seel, wie in fiktionalen und dokumentarischen Filmen Vorstellungen von Recht und Unrecht tradiert, etabliert oder erschüttert werden. Die Vorlesungsreihe öffnet sich den Traditionen des Kinos und widmet sich den Zusammenhängen von Erzählen und Rechtfertigen in seinen unterschiedlichen Epochen und Genres. Am Beispiel eines Films ihrer Wahl werden die Vortragenden erörtern, ob und wie filmische Erzählungen auf ihre Weise zur Legitimation oder Delegitimation normativer Einstellungen und Ordnungen beitragen – oder doch zumindest beitragen können. Das disziplinäre Spektrum umfasst Philosophie, Film- und Medienwissenschaften, Kunstgeschichte, Kultur- und Rechtswissenschaften.

Zunächst führt Martin Seel zum Auftakt am 20. Oktober in die Thematik der Vorlesungsreihe ein. Die Veranstaltungen beginnen jeweils donnerstags um 16 Uhr c.t. in Hörsaal HZ 9 im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend. Eine Ausnahme bildet der Vortrag von Prof. Robert Pippin am Montag, 28. November um 18 Uhr c.t. Er findet in Hörsaal HZ 6 des Hörsaalzentrums statt.

Programm: www.normativeorders.net/kino

Informationen: Jochen Schuff, Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel: (069) 798-32772, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wenn Normen gebrochen werden

Internationale Konferenz zu Revolutionen, Feminismus und „Moral Luck“ am 6. und 7. Oktober an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

5. Oktober 2011

FRANKFURT. Der Moment des Normbruchs und seine Folgen stehen im Mittelpunkt der Konferenz des Internationalen Graduiertenprogramms des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. In drei Workshops diskutieren rund 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreter internationaler Organisationen aus interdisziplinärer Perspektive unter dem

Titel: „Breaking the Norms“
Vom: 6. bis zum 7. Oktober 2011
Ort: Campus Westend der Goethe Universität, Grüneburgplatz 1

Der erste Workshop widmet sich dem Thema Revolution. Der Frage, inwiefern bei Revolutionen Normen tatsächlich gebrochen, verändert oder ersetzt werden, geht im ersten Panel zunächst Dr. Larbi Sadiki (University of Exeter) in einer Analyse des arabischen Frühlings nach. Dr. Bertel Nygaard (Aarhus University) wird sich diesem Aspekt aus einer historischen Perspektive nähern. Die wissenschaftlichen Überlegungen werden ergänzt von Ivan Marovic, dem Mitbegründer der serbischen Jugendbewegung „Otpor!“, die das Regime Milosevic mit zu Fall brachte. Heute beraten die ehemaligen Revolutionäre mit ihrer Organisation CANVAS weltweit Oppositionsbewegungen in Diktaturen über friedliche Wege des Regimewechsels.

Im zweiten Panel steht die Rolle externer Akteure bei der Herausbildung einer neuen staatlichen Ordnung im Mittelpunkt. Der unabhängige Wahlexperte Gilles Saphy wird über seine Beratungstätigkeit in Tunesien nach der Jasminrevolution berichten. Über Verfassungsfragen unmittelbar nach revolutionären Umwälzungen spricht Dr. Thomas Markert, Sekretär der „Venedig-Kommission“ des Europarates, die besonders in Osteuropa nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion half, neue Verfassungen zu erarbeiten. Zusammen mit dem OSZE-Fachmann für Wahlen, Dr. Armin Rabitsch, werden die Experten in einer Podiumsdiskussion darüber debattieren, ob die Beteiligung externer Akteure beim Aufbau neuer Institutionen auch zu einem Normtransfer führt und ob es hier zu Konflikten mit den Normen vor Ort kommen kann.

Im Rahmen des zweiten Workshops sollen Normbrüche aus einer moralphilosophischen Perspektive betrachtet werden. Wird ein Normbruch getadelt oder normkonformes Handeln gelobt, ist dabei vorausgesetzt, dass der Akteur in einem bestimmten Sinne für sein Handeln verantwortlich war. Wir schreiben dem Akteur die Handlung nicht nur zu (attributability), sondern gehen auch davon aus, dass dieser Akteur für sein Handeln verantwortlich gemacht werden kann (accountability). In der gegenwärtigen Moralphilosophie, insbesondere infolge der Auseinandersetzung mit dem als „Moral Luck“ diskutierten Problem, wird diese Annahme genauer untersucht und die Frage gestellt, welchen Bedingungen moralische Urteile bei der Bewertung von Personen unterliegen: Wann sind wir berechtigt, eine Person für ihr Verhalten zu loben oder einen Normbruch ihrerseits zu tadeln? Innerhalb des Workshops soll diese Frage vor dem Hintergrund metaethischer Theorien untersucht werden. Diskutanten sind: Dr. Michael Kühler (Universität Münster), Gerbert Faure (Katholische Universität Leuven), Dr. Julius Schälike (Universität Konstanz), Dr. Katharina Bauer (Universität Bochum), Dr. Mario Brandhorst (Universität Bielefeld) und Prof. Jens Timmermann (University of St. Andrews).

Wenn Normen einmal gebrochen sind, heißt dies noch lange nicht, dass sie damit für immer verschwunden sind. Der dritte Workshop fragt nach den Langzeitfolgen des Normbruchs am Beispiel des Feminismus. Wurden einige wichtige Elemente der feministischen Kritik von der Gesellschaft aufgenommen, so kann man in anderen Bereichen Rückschläge, wenn nicht gar Gegenbewegungen beobachten. Die eingeladenen Referentinnen und ihre Kommentatorinnen werden sich der Frage nach dem Status Quo und dem „Wohin?“ des Feminismus aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Dabei kommen Schönheitsideale und Körpermanipulationen ebenso zur Sprache (Prof. Paula-Irene Villa, LMU München) wie Forschungsergebnisse zu Geschlecht und Gender in der Hirnforschung kritisch hinterfragt werden (Prof. Anelis Kaiser, TU Berlin) und eine generelle Repolitisierung des Feminismus gefordert wird (Dr. Nina Power, University of Roehampton, London).

Interessierte Gäste sind an den Konferenztagen herzlich willkommen. Alle Workshops finden im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend statt. Um eine kurze Anmeldung wird gebeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen: Irene Weipert-Fenner, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel: (069) 798-25456, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: www.normativeorders.net/igpkonferenz

Wachstum ohne Ende?

Frankfurter Stadtgespräch fragt am 30. Juni im Frankfurter Kunstverein nach einem neuen Verständnis des Wirtschaftswachstums

Pressemitteilung

21. Juni 2011

FRANKFURT. Wachstum gut, alles gut? Die deutsche Wirtschaft wächst so stark wie seit Jahren nicht mehr. Schon heißt es, die Krise könnte bald überwunden sein. Doch gerade die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise, verbunden mit immer drängenderen Anforderungen des Klima- und Umweltschutzes, lassen Zweifel aufkommen an dem Paradigma des „Weiter so!“ und dem hergebrachten Wachstumsbegriff.

Ein „gutes Wachstum“, so die Gegenposition, fördert die allgemeine Wohlfahrt und schont die Ressourcen. Aber lässt sich die Wirtschaft und ihr Wachstum so einfach steuern? Auch um diese Fragen geht es beim nächsten Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität und dem Frankfurter Kunstverein, zum

Thema: „Wachstum ohne Ende? – Zur Ökonomie des Mehr“
am: Donnerstag, dem 30. Juni 2011, um 20.00 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Das Podium ist prominent besetzt. Zu den drei Diskutanten – alle stammen diesmal aus der Schweiz – gehört der Wirtschaftsethiker Hans Christoph Binswanger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen. Dort war er auch Doktorvater des Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann. Binswanger setzt sich in seinem viel beachteten Buch „Die Wachstumsspirale“ für ein gemäßigtes und stabileres Wachstum ein. Auf ihn geht die Idee einer ökologischen Steuerreform zurück.

Binswangers Landsmann Toni Föllmi verfügt über große Praxiserfahrung. Der promovierte Ökonom war fast zwanzig Jahre Direktor der Schweizerischen Nationalbank Basel. Föllmi ist ein gefragter Referent und Publizist zum Thema Geldpolitik und auch zu der Frage, wie sich eine gerechte Verteilung des erwirtschafteten Wohlstands gestalten ließe.

Schließlich: Der gebürtige Basler Bertram Schefold ist seit 1974 Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Goethe-Universität. Dem Cluster gehört er als assoziiertes Mitglied an. In seinem Spezialgebiet der Wirtschaftstheorie hat sich Schefold auch international einen Namen gemacht. Im Dezember vergangenen Jahres verlieh ihm die Ben Gurion University in Beer Sheva, Israel, als erstem Preisträger den "Thomas Guggenheim Prize in the History of Economics".

Die Podiumsdiskussion über ein neues Verständnis von Wachstum ist das mittlerweile sechste Frankfurter Stadtgespräch. Die Moderation liegt wieder in den Händen von Peter Siller, Scientific Manager des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Mit der bisher sehr gut besuchten Veranstaltungsreihe wollen der Exzellenzcluster und der Frankfurter Kunstverein den Dialog mit der Öffentlichkeit fördern. Der Eintritt ist frei.

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Philosoph Charles Taylor und Soziologe José Casanova zu „Postsäkularismus“

Fortsetzung der öffentlichen Ringvorlesung an der Goethe-Universität ab 15. Juni 2011 mit internationaler Konferenz

Pressemitteilung

4. Juni 2011

FRANKFURT. Lange Zeit schien Einigkeit darüber zu bestehen, dass – zumindest in der westlichen Welt – die öffentliche Bedeutung von Religion abnimmt. Mittlerweile aber mehren sich die Stimmen, die anstatt von einer weltlich geprägten Gegenwart von einer „postsäkularen Epoche“ sprechen. Die Frage, ob das säkulare Zeitalter abgeschlossen ist, steht in diesem Sommersemester im Mittelpunkt der prominent besetzten öffentlichen Ringvorlesung „Postsäkularismus“ an der Goethe-Universität, ausgerichtet vom Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.

Die nächsten Redner sind der kanadische Sozialphilosoph Charles Taylor am 15. Juni und der Religionssoziologe José Casanova (Washington) am 16. Juni, jeweils um 18 Uhr im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend. Flankierend veranstaltet der Cluster bis zum 18. Juni eine internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema „A Secular Age or a Postsecular Constellation? – On Religion, Ethics, and Politics in a Globalizing World”. Zu den rund 20 Teilnehmern gehört auch der Bischof von Mainz, Karl Kardinal Lehmann.

Philosophen, Soziologen, Theologen und Ethnologen behandeln in der Ringvorlesung das kontrovers diskutierte und spannende Thema, ob das „säkulare Zeitalter“, wie es erst kürzlich noch von Charles Taylor analysiert und in seiner historischen Genese untersucht wurde, wirklich vorüber ist – zumindest mit Blick auf die Teile der Welt, in denen heute ganz offensichtlich stärker als vor fünfzig Jahren religiöse Fragen und Probleme einen breiten Raum in Politik und Gesellschaft einnehmen.

„Der Terminus ‚Postsäkularismus‘, der über unserer Vorlesungsreihe steht, bezeichnet die von manchen Theoretikern vertretene Auffassung, dass angesichts der neuen Vitalität religiöser Bewegungen und Lebensformen nicht mehr ohne weiteres von den modernen Gesellschaften als notwendigerweise säkularisierten Gesellschaften gesprochen werden kann“, so Matthias Lutz-Bachmann, Professor für Philosophie an der Goethe-Universität.

Charles Taylor, der als einer der wichtigsten Philosophen der Gegenwart gilt, wird in seinem Vortrag „The Meaning of ‚Post Secular‘“ am 15. Juni die Thesen seines Buches „Ein säkulares Zeitalter“ gegen die Kritik der „Postsäkularisten“ verteidigen. Taylors Ansicht nach gibt es kein postsäkulares Zeitalter, gleichwohl aber einen mittlerweile geänderten Blick auf religiöse Überzeugungen und Praktiken. Eine Erörterung der Thesen Taylors gehört auch zu den Programmpunkten der internationalen Konferenz, zu der neben dem Mainzer Kardinal Lehmann auch Jürgen Habermas, Hauke Brunkhorst, Micha Brumlik, Volker Gerhardt, Bassam Tibi, Jim Bohman, Hartmut Rosa und andere erwartet werden.

Die internationale Konferenz findet im Gästehaus der Universität (Frauenlobstraße 1, 60487 Frankfurt am Main) statt. Aus Planungs- und Kapazitätsgründen ist eine Teilnahme an der Konferenz nur nach vorheriger Anmeldung bei Frau Johannsen (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) bis Donnerstag, den 9. Juni 2011 und einer Teilnahmezusage möglich. Die Abendvorträge im Rahmen der Ringvorlesung am 15. und 16. Juni auf dem Campus Westend sind öffentlich - für diese beiden Veranstaltungen ist keine Anmeldung erforderlich.

Ein Hinweis an die Redaktionen: Vertreter der Medien können an der Konferenz auch kurzfristig ohne vorherige Anmeldung teilnehmen.

Informationen: Ursula Johannsen B.A., Mitarbeiterin Prof. Lutz-Bachmann, Tel: (069) 798-32776, Fax: (069) 798 32794, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Führender Völkerrechtler spricht an der Goethe-Universität

Martti Koskenniemi hält am 9. und 10. Mai 2011 die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

30. April 2011

FRANKFURT. Um die Rolle des privaten und des öffentlichen Rechts als Instrumente globaler Machtausübung geht es in den kommenden Frankfurt Lectures, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Redner ist Martti Koskenniemi, Professor für Internationales Recht an der Universität Helsinki. Koskenniemi, der lange Zeit auch als Diplomat und Regierungsberater tätig war, ist einer der international führenden Völkerrechtler. Seine beiden Vorträge, zu denen die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, haben das verbindende Thema „International Law and Empire: Historical Lessons“ und finden statt

am: 9. und 10. Mai 2011, jeweils um 19.15 Uhr
Ort: Campus Westend , Hörsaal HZ3, Hörsaalzentrum,
Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt.

Historisch vollzog sich Herrschaft nicht nur in der Form staatlicher Souveränität, sondern immer auch in den privatrechtlichen Formen des Eigentums und des Vertrags. Die Vorlesungen werden zeigen, dass globale Machtausübung nach wie vor auf beide Formen angewiesen ist. Allerdings wird der globalen Ordnungsfunktion privater Rechte in diesem Zusammenhang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Schwerpunkte der Vorträge in englischer Sprache liegen auf „Empires of Private Right 1500-1606“ (9. Mai) und „Empires of Public Power 1625-1914“ (10. Mai).

Im Rahmen der Frankfurt Lectures lädt der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ herausragende Forscher ein, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen bestimmte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten. Koskenniemi ist der mittlerweile fünfte Vortragende in dieser Reihe. Er leitet an der Universität Helsinki das Erik-Castrén-Institut für Internationales Recht und Menschenrechte. Zudem arbeitete er als Berater des finnischen Außenministeriums und als Vertreter seines Landes bei der UN-Menschenrechtskommission und der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen.

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel.: (069) 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wutbürger ist nur ein Wort

Frankfurter Stadtgespräch über die neuen Bürgerproteste mit Erhard Eppler und Peter Niesen am 5. Mai im Frankfurter Kunstverein

Pressemitteilung

30. April 2011

FRANKFURT. „Wutbürger“ – so lautete das „Wort des Jahres“ 2010, gekürt von der Gesellschaft für deutsche Sprache. Das Wort dokumentiere ein großes Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger, über ihre Wahlentscheidung hinaus ein Mitspracherecht bei gesellschaftlich und politisch relevanten Projekten zu haben. Die Wahl blieb jedoch nicht unwidersprochen. Das Aktionsbündnis gegen „Stuttgart 21“ – übrigens der zweitplazierte Ausdruck des Jahres – wies darauf hin, dass das Bündnis nicht nur aus Wut bestehe. Was hat es nun mit den neuen Protestbewegungen auf sich? Darüber diskutieren der Politiker Dr. Erhard Eppler (SPD) und der Politikwissenschaftler Prof. Peter Niesen beim nächsten Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität und dem Frankfurter Kunstverein, zum

Thema: Wohin mit dem Protest?
Von der Zukunft unserer Demokratie
am: Donnerstag, dem 5. Mai 2011, um 20 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg,
Markt 44, 60311 Frankfurt.

Die Republik ist in Bewegung geraten. Vom Massenprotest gegen Stuttgart 21 über das Wiedererstarken der Anti-AKW-Bewegung bis zum Hamburger Schulentscheid – zum ersten Mal seit längerer Zeit formiert sich an verschiedenen Stellen so etwas wie eine außerparlamentarische Opposition, die sich in politische Fragen einmischt. Doch was sind die Motive dieser Einmischung? Und welche Konsequenzen hat sie für die Verfasstheit unserer Demokratie? Mit Erhard Eppler, Bundesminister a.D. und langjähriger Vorsitzender der Grundwerte-Kommission der SPD, steht einer der angesehensten und interessantesten Politiker der Bundesrepublik Rede und Antwort. Gesprächspartner ist Peter Niesen, Professor für Politikwissenschaft an der TU Darmstadt, der sich seit Langem intensiv mit Demokratietheorie und politischer Ideengeschichte befasst. Die Podiumsdiskussion über die jüngsten Protestbewegungen und -formen ist das mittlerweile fünfte Frankfurter Stadtgespräch. Die Moderation liegt wieder in den Händen von Peter Siller, Scientific Manager des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Mit der bisher sehr gut besuchten Veranstaltungsreihe wollen der Exzellenzcluster und der Frankfurter Kunstverein den Dialog mit der Öffentlichkeit fördern. Der Eintritt ist frei.

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Postsäkularismus: Comeback der Religionen?

Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ startet am 4. Mai mit Prof. Friedrich Wilhelm Graf

Pressemitteilung

29. April 2011

FRANKFURT. Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität geht in diesem Sommersemester der Frage nach, ob das so genannte säkulare Zeitalter der Vergangenheit angehört. Unter dem gemeinsamen Oberthema „Postsäkularismus“ erörtern Philosophen, Soziologen, Theologen und Ethnologen, was der historisch-analytische Begriff der Säkularisierung heute bedeutet, auf welche Gesellschaften und Bereiche das Konzept der Säkularität angewandt werden soll und was schließlich mit dem Begriff des „Postsäkularismus“ überhaupt ausgesagt werden kann. Die sechsteilige Reihe auf dem Campus Westend beginnt am 4. Mai mit einem Vortrag des Münchner Theologieprofessors Friedrich Wilhelm Graf.

Wer heute über die Herausbildung normativer Ordnungen nachdenkt, kommt an der so genannten „Rückkehr der Religion“ nicht vorbei. Zwar waren die Religionen niemals verschwunden, aber die religiöse Dimension sozialer Konflikte hat – in nationalen wie globalen Zusammenhängen – in den letzten Jahrzehnten erheblich an Bedeutung gewonnen. Denkt man an die verschiedenen Diskussionen über Fundamentalismus und Gewalt, über das angebliche Ende oder vielmehr den Anfang multikultureller Gesellschaften und an Fragen der interkulturellen Verbindlichkeit universaler Normen wie der Menschenrechte, so sehen nicht wenige eine Wiederkehr vergangen geglaubter Zeiten religiös motivierter Kämpfe.

Mit dem Begriff des „postsäkularen“ Zeitalters, den Jürgen Habermas in die Debatte eingebracht hat, wird auch die Frage gestellt, welche Rolle die Religion in freiheitlichen und demokratischen, religiös pluralistischen Gemeinwesen spielt und spielen soll; insbesondere geht es darum, wie es möglich ist, zwischen verschiedenen religiösen, areligiösen und antireligiösen Überzeugungen, die in einer Gesellschaft aufeinanderprallen, eine gemeinsame politische Sprache zu finden – und welche Lernprozesse dazu jeweils nötig sind.

Zu den Referenten der Ringvorlesung gehört der international renommierte kanadische Sozialphilosoph Charles Taylor (Montreal), der am 15. Juni die Thesen seines Buches „Ein säkulares Zeitalter“ gegen die Kritik der „Postsäkularisten“ verteidigen wird. Mit Volkhard Krech (Bochum) am 1. Juni, José Casanova (Washington) am 16. Juni und Karl Gabriel (Münster) am 22. Juni werden drei für das Thema in höchstem Maße einschlägige Religionssoziologen sprechen, die sich mit Blick auf den Forschungsgegenstand der Analyse unterschiedlicher Gesellschaftsordnungen widmen werden. Aus der Sicht der Ethnologie wird am 11. Mai Bart Barendregt (Leiden) eine Untersuchung postkolonialer nichtwestlicher Gesellschaften vorlegen. Den Anfang der Ringvorlesung macht am 4. Mai der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf (München), der für seine kritischen Beiträge zur Rolle des Christentums in den säkularen Kulturen Europas bekannt ist.

Die Themen und Termine im Überblick. Alle Vorlesungen finden um 18 Uhr im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend statt, entweder in Raum HZ5 oder HZ2.

4. Mai (HZ5):
Kreationismus. Ein Kapitel aus der Religionsgeschichte der Moderne
Prof. Friedrich Wilhelm Graf, Ludwig-Maximilians-Universität München

11. Mai (HZ5):
Funky but Shariah. Sonic Discourse on Muslim Malay Modernity
Dr. Bart Barendregt, Leiden University

1. Juni (HZ5):
Wiederkehr der Religion? Beobachtungen zur religiösen Lage
im 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Prof. Volkhard Krech, Ruhr-Universität Bochum

15. Juni (HZ2):
The Meaning of ‚Post-Secular’
Prof. Charles Taylor, McGill University Montreal

16. Juni (HZ5):
Can religions be ranked hierarchically?
Stadial consciousness and religious diversity in our global post-secular age
Prof. José Casanova, Georgetown University Washington (D.C.)

22. Juni (HZ5):
Der lange Abschied von der Säkularisierungsthese –
und was kommt danach?
Prof. Karl Gabriel, Exzellenzcluster Religion und Politik der Universität Münster

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vortrag über den „unbekannten Luther“

Der US-amerikanische Reformationsexperte Scott Hendrix referiert am 13. April 2011 am Forschungskolleg Humanwissenschaften

Pressemitteilung

31. März 2011

FRANKFURT / BAD HOMBURG. Wissen wir wirklich, wer Martin Luther war? In den USA zumindest denken die meisten bei diesem Namen an den Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. Und in Europa ist der deutsche Reformator eher berühmt als bekannt. „Viele machen sich ein falsches Bild von ihm. In jüngster Zeit wesentlich dazu beigetragen hat wohl der Lutherfilm aus dem Jahr 2003, der Luther als Rebell, Genie und Befreier zeigen wollte. Doch diese Etikettierungen treffen nur in einem sehr begrenzen Sinne zu“, sagt Scott Hendrix, emeritierter Professor für Reformationsgeschichte am Princeton Theological Seminary in New Jersey. Hendrix ist noch bis Mitte Mai auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität. Er arbeitet dort an Teilen seiner neuen, großen Luther-Biographie. Einblicke in seine Studien gibt er in dem öffentlichen

Vortrag: „Der unbekannte Luther“
am: Mittwoch, dem 13. April 2011, um 19.00 Uhr
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Scott Hendrix wurde in Tübingen promoviert. Seinen Vortrag hält er in deutscher Sprache. Der US-Amerikaner gilt als einer der renommiertesten Kenner des Lebens und der Theologie Martin Luthers. Seine neue, englischsprachige Biographie soll sich ausdrücklich auch an einen breiteren Leserkreis richten. „Mein Ziel ist es, eine Biographie zu schreiben, die Luther in einer sachlichen aber trotzdem lebendigen Art und Weise porträtiert“, sagt Scott Hendrix. Der Kirchenhistoriker will die Geschichte Martin Luthers aus dem Kontext seiner Zeit heraus erzählen und dabei möglichst viele Facetten dieser komplexen und auch kontroversen historischen Figur berücksichtigen. „Als Reformator, zum Beispiel, war er manchmal zögernd und manchmal kämpferisch. Ab und zu hat er auch Enttäuschung über den Lauf der Reformation geäußert und einmal sogar behauptet, dass er die Bewegung ein zweites Mal ganz anders gestalten würde“, so Hendrix.

Der Wissenschaftler hat bereits mehrere Studien über die Reformation und über Luther veröffentlicht, zuletzt im Jahr 2010 „Martin Luther. A very short introduction“ bei Oxford University Press. Er ist Vorsitzender des Planungskomitees für den 12. internationalen Luther-Kongress, der 2012 in Helsinki stattfinden wird. Hendrix nutzt seine Zeit am Forschungskolleg, um seine Lektüre der authentischen Luther-Briefe fortsetzen, insgesamt 2.600 sind überliefert. Darüber hinaus will er deutschsprachige Literatur sichten, vor allem solche, die für ihn in den USA nur schwer verfügbar wäre.

Hendrix‘ Forschungspartnerin am Kolleg ist die Frankfurter Professorin für Neuere Geschichte, Luise Schorn-Schütte, die ihn im Rahmen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ nach Bad Homburg eingeladen hat. Die Angehörige des Clusters, die auch europäische Reformationsgeschichte zu ihren Schwerpunkten zählt, wird die Moderation des Vortrags übernehmen. Die Begrüßung liegt in den Händen von Prof. Rainer Forst, Mitglied des Direktoriums am Forschungskolleg und Co-Sprecher des Clusters. Forst lehrt Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität.

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Um eine kurze Anmeldung wird gebeten.

Anmeldung: Andreas Reichhardt, Tel: (06172) 13977-16, Fax: (06172) 13977-39, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen: Bernd Frye, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel: (06172) 13977-14, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gerechtigkeit über Generationen – wie geht das?

Der Frankfurter Philosoph Stefan Gosepath nimmt den vielschichtigen Begriff der Generationengerechtigkeit unter die Lupe

Pressemitteilung

22. Dezember 2010

FRANKFURT. „Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen.“ – Sprichworte dieser Art werden zitiert, wenn es um die Gerechtigkeit zwischen Generationen geht. Dem Appell zu mehr Verantwortungsbewusstsein mag sich wohl niemand verschließen. Und überhaupt scheint die Gerechtigkeit ein Ideal zu sein, auf das sich alle berufen – auch wenn sich die Meinungen über eine konkrete Umsetzung häufig widersprechen. Während Fragen sozialer Gerechtigkeit schon lange Gegenstand der Theoriebildung sind, steckt die wissenschaftliche Reflexion zur Generationengerechtigkeit noch in den Kinderschuhen. Wie zum Beispiel können wir gegenüber ungeborenen Menschen gerecht sein, wenn wir deren besondere Bedürfnisse und Wünsche nicht kennen und auch nicht kennen können? Diesen Grundsatzfragen widmet sich der Frankfurter Philosoph und Professor für Internationale Politische Theorie Stefan Gosepath in der soeben erschienenen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ (3/2010).

„Über Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit werden die meisten gesellschaftlichen Auseinandersetzungen ausgetragen“, betont Gosepath, Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und Leiter der Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata: Erweiterte Gerechtigkeit – konkret und global“. Öffentliche Kontroversen zur Gerechtigkeit zwischen Generationen sind gleichwohl ein relativ junges Phänomen. Denn diese Dimension der Gerechtigkeit ist seit Menschengedenken eine eher implizit praktizierte moralische Praxis – sei es bei traditionellem nachhaltigem Wirtschaften, bei der Vererbung oder bei der Alterssicherung im Kreise der Familie. Zudem hat sich die Lage zukünftiger Generationen oft durch den wirtschaftlichen, technischen, medizinischen und politisch-sozialen Fortschritt verbessert. Die politische wie wissenschaftliche Aktualität des Themas hat ihre Ursachen in neueren Konstellationen. Wohl zum ersten Mal in ihrer Geschichte scheint die Existenz der Menschheit als gesamte Gattung bedroht – durch Massenvernichtungswaffen, die Risiken der Atomenergie sowie die ökologischen Folgen von Klimawandel und Schadstoffen.

Gosepath unterscheidet zwischen zwei Bedeutungen des Begriffs Generationen: zum einen in der epochenübergreifender Hinsicht, zum anderen bezogen auf eine gemeinsame Zeitspanne: „Nur bei der ersten Bedeutung von ‚Generation‘, im Sinne der nicht gleichzeitig Lebenden, stellen sich spezifische Probleme, während die zweite Bedeutung, im Sinne der gleichzeitig Lebenden, ein weiterer Fall der Gerechtigkeit zwischen Gruppen ist, wie etwa bei der Geschlechter-, Rassen- oder Klassen-Gerechtigkeit“, so der politische Philosoph.

Bereits für das gesellschaftliche Miteinander unter gleichzeitig Lebenden existieren konkurrierende Gerechtigkeitstheorien. In fast allen dieser Theorien sind die qualifizierten Interessen oder das qualifizierte Wohlergehen der betroffenen Individuen der zentrale Aspekt, dem wir Achtung und Berücksichtigung schulden. Doch je später die zukünftigen Generationen leben, umso geringer ist unser Wissen um ihre Lebenssituation, ihre Möglichkeiten und ihre daran angepassten Interessen. „Die zentrale moralische Rücksicht auf die Interessen der Betroffenen bleibt also mit Bezug auf zukünftige Generationen wenn nicht unbestimmt, so doch unterbestimmt“, gibt Gosepath zu Bedenken. Auch sei es – zum Beispiel im Sinne einer strikten Gleichverteilung – praktisch unmöglich, für unbekannt viele Mitglieder unbekannt vieler zukünftiger Generationen gleiche Ressourcen bereitzustellen. „Damit bliebe für die jetzige Generation wohl sehr wenig zur Erfüllung der eigenen Lebensprojekte übrig.“

Eine oft vertretene Ansicht zum komplexen Thema der Generationengerechtigkeit beschränkt sich weitgehend auf die Forderung gleicher Mindeststandards für alle zukünftigen Generationen. „Eine meines Erachtens recht plausible Auffassung bestimmt Mindeststandards der intergenerationellen Gerechtigkeit so, dass mindestens die unvermeidlichen anthropologischen Bedürfnisse von Menschen erfüllt sein müssen“, sagt Stefan Gosepath. Dazu gehören ganz ohne Zweifel Luft, Wasser und Nahrungsmittel, aber auch geordnete politisch-soziale Strukturen, die ein Leben in Frieden und Gerechtigkeit ermöglichen. Stefan Gosepath: „Der ungezügelte Verbrauch nicht erneuerbarer Ressourcen, die zu wenig gebremste Treibhausgasemission, die steigende Staatsverschuldung in vielen Ländern und die große globale Ungleichheit sind damit nur schwer zu vereinbaren.“ Der politische Philosoph wird auch im Rahmen der maßgeblich vom Exzellenzcluster mitveranstalteten Reihe „Was heißt Gerechtigkeit heute?“ im Rahmen der 4. Frankfurter Bürger-Universität referieren. Sein Thema am 24. Januar 2011 um 19.30 Uhr im Depot der Frankfurter Rundschau (Karl-Gerold-Platz 1, 60594 Frankfurt am Main): „Rechnung auf morgen – Schuldenfalle und Zukunftsinvestitionen: Was schulden wir zukünftigen Generationen?“

Die soeben erschienene Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ enthält eine Vielzahl von Forschungsthemen, die sich aus dem Blickwinkel verschiedener Disziplinen mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen: Nachhaltigkeit in der Kunst, Klimawandel und Gesundheitsrisiken, Konsumverhalten, Bevölkerungsdynamik, alternative Energien, Mobilitätsforschung und vieles mehr…

Informationen: Prof. Stefan Gosepath, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“, Tel: (069) 798-25374, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kostenlose Bestellung von „Forschung Frankfurt“: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Konferenz fragt nach der Rolle von Normen in Konflikten

Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler aus aller Welt diskutieren vom 3. bis 5. Dezember an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

30. November 2010

FRANKFURT. Das komplexe Verhältnis zwischen Normen und Konflikten steht im Mittelpunkt der internationalen Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität unter dem

Titel: „Normen im Konflikt“
Vom: 3. bis zum 5. Dezember 2010
Ort: Campus Westend der Goethe Universität, Grüneburgplatz 1

Rund 70 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von mehr als 35 Universitäten aus ganz Europa und den USA werden das Thema aus interdisziplinärer Perspektive beleuchten. Konzipiert und organisiert wurde die Konferenz von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern aus dem Frankfurter Exzellenzcluster.

Unterschiedliche Wert- und Normvorstellungen führen nicht nur zu juristischen Auseinandersetzungen, sondern bilden auch den Hintergrund vieler gesellschaftlicher Kontroversen und Konflikte. Zugleich weisen Normsysteme Wege aus Konflikten, indem sie etwa Verfahren zur Streitbeilegung bereithalten. So zeigt sich: Normen können sowohl Ursache als auch Lösung von Konflikten sein.

Zum Auftakt der Konferenz am 3. Dezember wird der Soziologe Prof. Boaventura de Sousa Santos (Universität von Coimbra, Portugal) einen Eröffnungsvortrag über Fragen der Wissensproduktion und -vermittlung im Globalen Süden halten. Nicht nur dort gilt de Sousa Santos als einflussreicher Experte für eine Vielzahl von Fachgebieten, darunter Rechtssoziologie, Globalisierung sowie Demokratie und Menschenrechte.

Auf einer Podiumsdiskussion am Abend des 4. Dezember diskutieren Dr. William Bain (Aberystwyth), Prof. Richard Caplan (Oxford), Prof. Bernd Ladwig (Berlin) und Dr. Roman Poeschke (GTZ Eschborn) unter dem Titel „International State-building: Securing Peace or Transforming Conflict?“. Die Diskutanten, ausgewiesene Experten aus Theorie und Praxis, werden die Frage erörtern, ob internationale Maßnahmen zur Stabilisierung fragiler Staaten zur Lösung von Konflikten beitragen oder diese nur transformieren.

Die Vorträge der Nachwuchswissenschaftler thematisieren Probleme, die sich in einer zunehmend pluralistischen Welt aus dem Zusammenwirken verschiedenster Normen ergeben. So werden Konflikte zwischen dem Universalitätsanspruch vieler Normen und der Eigendynamik lokaler Regelsysteme ebenso behandelt wie Fragen nach Identitätskonzepten als einer Herausforderung pluralistischer Gesellschaften. Weitere Themenfelder, anhand derer Verhältnisse zwischen Normen und Konflikten untersucht werden, sind die internationale Entwicklungszusammenarbeit, Menschenrechte, die Kollision religiöser und weltlicher Normen und nicht zuletzt militärische Auseinandersetzungen in historischer und gegenwärtiger Perspektive.

Interessierte Gäste sind an allen Konferenztagen herzlich auf dem Campus Westend der Goethe-Universität willkommen. Um eine Anmeldung vorab wird gebeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ein Hinweis an die Redaktionen: Bei der Vermittlung von Interviews sind wir Ihnen gerne behilflich.

Informationen: Verena Risse, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25455, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/nachwuchskonferenzen

Ringvorlesung „The Nature of Normativity“

Öffentliche Veranstaltungsreihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ startet am 1. Dezember

Pressemitteilung

26. November 2010

FRANKFURT. „Sternstunde der Philosophie“ hieß noch im Oktober eine Sendung im Schweizer Fernsehen und auf „3sat“. Portraitiert wurde der US-amerikanische Philosoph Robert Pippin. Und ob Zufall oder nicht: Mit eben jenem Professor der University of Chicago beginnt am 1. Dezember 2010 die philosophische Ringvorlesung „The Nature of Normativity“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe Universität. Die Veranstaltungsreihe, die bis Februar 2011 insgesamt sechs Vorträge umfasst, wird gefördert von der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ der Deutsche Bank AG.

Normen und Normativität sind die grundlegenden Bezugspunkte und Begriffe des Frankfurter Exzellenzclusters. Die Philosophinnen und Philosophen, die bei dieser für die Thematik des Clusters zentralen Ringvorlesung vortragen werden, gehören weltweit zu den herausragenden Forscherpersönlichkeiten. Sie werden das Wesen der Normativität aus unterschiedlichen Perspektiven diskutieren. Der Reihe geht es auf diesem Gebiet um ein Panorama des State of the Art der zeitgenössischen Philosophie.

Normativität ist das Alltäglichste, und doch ein philosophisch nur schwer aufzuklärendes Phänomen. Das Alltäglichste, weil wir uns in unserem Denken und Handeln an eine Reihe von Normen, Werten und Regeln gebunden sehen, ohne dass wir unmittelbar dazu gezwungen sind – etwa soziale Konventionen der Höflichkeit, ein Ethos der Professionalität, Bindungen der Freundschaft, Versprechen, die zu halten sind, bis hin zu allgemeinen moralischen Normen. Auch bei rechtlich bindenden Normen werden unterschiedliche Erklärungen ihrer Geltungsgründe gegeben. Die zentrale Frage der Normativität lautet, woraus sich die Bindekraft solcher Normen, Werte und Regeln speist: aus instrumentellen Überlegungen, aus sozialen Erwartungen, aus autonomer Selbstbindung oder aus einer normativen, vielleicht nur metaphysisch zu erklärenden Realität jenseits der empirischen Welt.

Die angesehenen Wissenschaftler, die für die Vorlesungsreihe „The Nature of Normativity“ gewonnen werden konnten, setzen die Tradition der Stiftungsgastprofessur „Wissenschaft und Gesellschaft“ im 25. Jahr ihres Bestehens in hervorragender Weise fort. Als die Stiftungsgastprofessur der Deutsche Bank AG 1985 ins Leben gerufen wurde, war es der erklärte Wille der Stifterin, Brücken zu schlagen zwischen Wissenschaftlern der Goethe-Universität, Bürgern der Stadt und Region sowie international renommierten Forschern, die seither als Gastreferenten nach Frankfurt kommen. Ihre Aufgabe ist es, Orientierung zu schaffen in einer Welt, in der sich die Sphären des Machbaren und des Verantwortbaren in einer komplexen Matrix miteinander verknüpfen. Denn je komplizierter die Herausforderungen, desto größer sei – jenseits der schnelllebigen Politik – der Bedarf an wissenschaftlicher Expertise und ihrer verständlichen Vermittlung, betont Carl L. von Boehm-Bezing, Vorsitzender der Berufungskommission Stiftungsgastprofessur.

Die interessierte Öffentlichkeit ist zu den Vorträgen, die in englischer Sprache gehalten werden, herzlich eingeladen. Beginn ist jeweils um 18.00 Uhr auf dem Campus Westend der Goethe-Universität, Hörsaalzentrum, HZ5. Einführungen in die Themen übernehmen die Sprecher des Clusters, Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, die die Reihe auch maßgeblich organisiert haben.

Die Termine im Überblick:

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 18 Uhr
Prof. Robert Pippin (University of Chicago)
Reason's Form

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 18 Uhr
Prof. Christine Korsgaard (Harvard University)
The Normative Constitution of Agency

Mittwoch, 15. Dezember 2010, 18 Uhr
Prof. Joseph Raz (Columbia University)
Normativity: what is it and how can it be explained?

Mittwoch, 12. Januar 2011, 18 Uhr
Prof. Thomas M. Scanlon (Harvard University)
Metaphysical Objections to Normative Truth

Mittwoch, 19. Januar 2011, 18 Uhr
Prof. Robert Brandom (University of Pittsburgh)
From German Idealism to American Pragmatism – and Back

Mittwoch, 16. Februar 2011, 18 Uhr
Dr. Sabina Lovibond (University of Oxford)
Practical Reason and Character-Formation

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen

Dorn und Forst sprechen über die öffentliche Rolle der Intellektuellen

Die Schriftstellerin und der politische Philosoph treffen sich beim Frankfurter Stadtgespräch am 24. November

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23. November 2010

FRANKFURT. Beide studierten Philosophie in Frankfurt. Sie hat sich einen Namen als Schriftstellerin und Fernsehmoderatorin gemacht. Er ist Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Während sie in einem „Spiegel“-Essay beklagte, dass es in Deutschland keine öffentlichkeitsrelevanten Intellektuellen unter sechzig gebe, gilt er auf dem Gebiet der politischen Philosophie als einer der einflussreichsten Denker der jüngeren Generation. Bei der nächsten Ausgabe der Frankfurter Stadtgespräche, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Frankfurter Kunstverein, diskutieren Thea Dorn und Rainer Forst über das

Thema: „Die öffentliche Rolle der Intellektuellen“
am: Mittwoch, dem 24. November 2010, um 20.00 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg Markt 44, 60311 Frankfurt

Gerade in Zeiten, in denen Debatten immer hysterischer und immer schneller geführt würden, brauche es Intellektuelle, die aus echtem inneren Antrieb mit Leidenschaft, Beharrlichkeit und Verantwortung intervenierten, schrieb Thea Dorn vor zwei Jahren im „Spiegel“. Intellektuelle seien das „Herz und Rückenmark einer Demokratie“, sie analysieren Zeitgeschichte, interpretieren sie vor einem größeren Hintergrund und beziehen, so Dorn, „markant Stellung“. Von Dorns Kritik, dass „der Gesellschaft die öffentlichen Intellektuellen abhandengekommen sind, obwohl wir sie gerade in den gegenwärtigen Krisenzeiten dringend brauchten“, kann sich auch und gerade die kritische Theorie in Frankfurt angesprochen fühlen mit ihrem Anspruch der Verbindung von Gesellschaftsanalyse und öffentlicher Intervention.

Die Podiumsdiskussion über die öffentliche Rolle der Intellektuellen ist das mittlerweile vierte Frankfurter Stadtgespräch. Die Moderation liegt wieder in den Händen von Peter Siller, Scientific Manager des Clusters. Mit der bisher sehr gut besuchten Veranstaltungsreihe wollen der Exzellenzcluster und der Frankfurter Kunstverein den Dialog mit der Öffentlichkeit fördern. Der Eintritt ist frei.

Kontakt: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Weitere Informationen: www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech

US-Experte: Das Weiße Haus lockt Extremisten an

Vortrag des Verfassungsrechtlers Bruce Ackerman von der Yale University am 22. November 2010 am Forschungskolleg Humanwissenschaften

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16. November 2010

FRANKFURT / BAD HOMBURG. Mit Bruce Ackerman, Sterling Professor of Law and Political Science an der Yale University, startet die neue, englischsprachige Vortragsreihe „Reconfiguring American Politics“ am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität. Der US-Wissenschaftler ist Autor zahlreicher und viel beachteter Publikationen mit großem Einfluss auf die politische Philosophie, das Verfassungsrecht und die öffentliche Politik. Am Forschungskolleg spricht er im Rahmen des Schweickart-Fellowship-Programms der Herbert Quandt-Stiftung und des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft sowie auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Prof. Ackerman plädiert für eine neue verfassungsrechtliche Debatte in den USA. Um Hintergründe und Lösungsansätze geht es in seinem

Vortrag: „The Decline and Fall of the American Republic“
am: Montag, dem 22. November 2010, um 18.00 Uhr
Ort: Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität, Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg vor der Höhe

Bruce Ackerman erläutert in Bad Homburg seine These, wonach sich die amerikanische Präsidentschaft über Jahrzehnte zu einer potenziellen Plattform für politischen Extremismus und Rechtlosigkeit gewandelt habe. Die Watergate-Affäre, die Iran-Contra-Affäre und der so genannte Kampf gegen den Terror seien dabei nur Symptome für tiefer liegende Unzulänglichkeiten. Man solle sich – so Ackerman - nicht täuschen lassen: Zwar stehe gerade Barack Obama für eine Politik der Mitte und der Internationalität. Diese Ausrichtung werde für die Präsidentschaften des 21. Jahrhunderts jedoch nicht selbstverständlich sein. Bruce Ackerman sieht vor allem in der gegenwärtigen Lage die Möglichkeit, neue Weichen zu stellen und den strukturellen Defiziten des Amtes entgegenzuwirken. Die Frage sei: Wird Amerika die Chance ergreifen und die notwendigen Reformen einleiten?

Die interessierte Öffentlichkeit ist zu dem Vortrag – um Anmeldung wird gebeten - herzlich willkommen. Die Einführung und Moderation übernimmt Prof. Rainer Forst, Mitglied des Direktoriums am Forschungskolleg und Co-Sprecher des Exzellenzclusters. Forst lehrt Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Im Anschluss an den Vortrag wird der Frankfurter Rechtswissenschaftler Prof. Spiros Simitis die Thesen seines amerikanischen Kollegen kommentieren. Simitis ist Wissenschaftlicher Direktor des Forschungskollegs. Von 2001 bis 2005 war er Vorsitzender des Nationalen Ethikrates, von 1975 bis 1991 Datenschutzbeauftragter des Landes Hessen. Simitis bekleidete zahlreiche internationale Ämter und ist nach wie vor auch als Berater für die EU-Kommission aktiv.

Die Schweickart-Fellowships, die im vergangenen Jahr mit Vorträgen und Seminaren zur internationalen Entwicklungszusammenarbeit am Forschungskolleg begonnen haben, sollen den transatlantischen wissenschaftlichen Austausch zwischen den USA und Deutschland ausbauen und intensivieren. Die Beiträge zum Thema „Reconfiguring American Politics“ ergänzen das Grundanliegen der Fellowships um einen wesentlichen inhaltlichen Blick auf die Vereinigten Staaten. Im nächsten Semester wird Owen Fiss, ebenfalls Rechtsprofessor an der Yale University, als Schweickart-Fellow in Bad Homburg zu Gast sein.

Anmeldung: Andreas Reichhardt, Tel: (06172) 13977-16, Fax: (06172) 13977-39, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.forschungskolleg-humanwissenschaften.de

Informationen: Prof. Rainer Forst, Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“, Tel.: (069) 798 22046, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net

Tagung: Wie Frieden und Gerechtigkeit zusammenpassen

Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom 18. bis zum 20. November 2010

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12. November 2010

FRANKFURT. Im Alltagsverständnis steht Frieden meist für die Abwesenheit von Unruhen oder Krieg. Gerechtigkeit wird mit Fairness und Vernunft assoziiert. Ethische und moralische Diskurse verwenden die beiden Begriffe oft in einem Atemzug, so als ob es einen inneren Zusammenhang gebe oder zumindest geben müsse. Doch ist das wirklich so? Um das Verhältnis von Frieden und Gerechtigkeit geht es bei der dritten internationalen Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität zum

Thema
: „Justice and/or Peace?“
vom: Donnerstag, 18. bis Samstag, 20. November 2010
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität, Grüneburgplatz 1

Die Federführung der aktuellen Jahrestagung, deren Konferenzsprache Englisch ist, hat das Cluster-Forschungsfeld 3 „Transnationale Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden“. Im Zentrum der insgesamt fünf aufeinander folgenden Panels unterschiedlicher Disziplinen - von der Philosophie über die Politik-, Rechts- und Geschichtswissenschaften bis zur Ethnologie - steht die Frage, wie normative Ordnungen mit dem Spannungsfeld zwischen Frieden und Gerechtigkeit umgehen. Das Spektrum der Themen reicht dabei von Untersuchungen zu Kant über Gewaltdebatten im Mittelalter und der Gegenwart bis zu konkurrierenden Vorstellungen internationaler Ordnung im Völkerrecht.

Beginnen wird die Konferenz am Donnerstag, dem 18. November, um 18.00 Uhr im Hörsaalgebäude (HZ3) auf dem Campus Westend. Den Eröffnungsvortrag hält Prof. Michael Doyle von der Columbia University zum Thema „Ethics, Law, and the Responsibility to Protect“. Mit dem Konzept Responsibility to Protect – auf Deutsch auch „Schutzverantwortung“ – wird ein neuer Ansatz in der internationalen Politik und im Völkerrecht bezeichnet, um Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen oder ihnen entgegenzuwirken. Michael Doyle ist Harold Brown Professor of International Affairs, Law and Political Science. Er war Berater des ehemaligen UNO-Generalsekretärs Kofi Annan. Unter dessen Nachfolger Ban Ki-moon leitet er den UN Democracy Fund, ein Programm zur weltweiten Förderung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Die weiteren Vorträge und Diskussionen der Cluster-Jahrestagung finden am Freitag, 19. November, und am Samstag, 20. November, jeweils ab 10.00 Uhr im Festsaal des Casinogebäudes (Cas 823) auf dem Campus Westend statt.

Gleich zu Beginn der Freitags-Panels steht ein Beitrag auf dem Programm, der das Verhältnis von Frieden und Gerechtigkeit besonders gut zu illustrieren scheint. Prof. Harald Müller, Direktor der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und Angehöriger des Clusters, spricht über „Justice and Peace: Good Things Do not Always go Together“. In der Tat können beim Streben nach Frieden wesentliche Gebote der Gerechtigkeit auf der Strecke bleiben, während die Forderung nach Gerechtigkeit nicht selten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führt. Diesem Paradox geht beispielsweise auch Prof. Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters, nach, wenn er konstatiert, dass Frieden und Gerechtigkeit unterschiedliche normative Grundlagen haben und in seinem Vortrag „The Normative Order(s) of Justice and Peace“ nach einem verbindenden Konzept fragt.

Die Tagung umfasst insgesamt rund 20 Vorträge von Angehörigen des Clusters und internationalen Gästen. Zu den Referenten gehört auch Prof. Andreas Paulus. Der Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht, insbesondere Völkerrecht an der Universität Göttingen wurde im März 2010 als Richter an das Bundesverfassungsgericht berufen. Organisiert wird die Konferenz von einem Team um Prof. Gunther Hellmann und Prof. Rainer Forst, Koordinatoren des Cluster-Forschungsfeldes „Transnationale Gerechtigkeit, Demokratie und Frieden“.

Interessierte sind bei der Tagung herzlich willkommen. Um Online-Anmeldung wird gebeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Information: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel.: (069) 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Französische Revolution begeisterte Philosophen

Princeton-Professor Jonathan Israel spricht am 8. und 9. November im Rahmen der Frankfurt Lectures an der Goethe-Universität

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30. Oktober 2010

FRANKFURT. Die „Fackel der Philosophie“ sei endlich in die Gesellschaft getragen worden. So und ähnlich lautete das Urteil nicht weniger Philosophen im Zeitalter der Französischen Revolution. Doch wie ist der damalige Optimismus aus heutiger Sicht zu beurteilen? Um das Verhältnis von Philosophie und Revolution im späten 18. Jahrhundert geht es in den nächsten Frankfurt Lectures, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Redner ist Jonathan Israel, Professor für moderne Geschichte am Institute for Advanced Study der Princeton University. Prof. Israel gilt als einer der wichtigsten Forscher zu Fragen der europäischen Aufklärung. Seine zwei Vorträge an der Goethe-Universität hält er in englischer Sprache. Sie haben das verbindende

Thema: „Philosophy and Revolution in the late 18th Century: a Reinterpretation“
am: 8. und 9. November 2010, jeweils um 19.15 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität, Hörsaal HZ3, Hörsaalzentrum, Grüneburgplatz 1

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Am 8. November spricht Jonathan Israel über „The late 18th Century’s Curious Idea that Philosophy Caused the French Revolution”. Einen Tag später, am 9. November, steht „The Enlightenment’s Quarrel over Basic Human Rights” im Mittelpunkt. Die Vorlesungen befassen sich vor allem mit den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts, in denen sympathisierende Philosophen die Französische Revolution auch als „Verwirklichung der modernen Philosophie“ betrachteten. Diese Sichtweise brachte zum Ausdruck, dass moderne Philosophie das geistige Rüstzeug bereitgestellt habe, um weitreichende politische, soziale und rechtliche Transformationen in Gang zu setzen. Zumindest für einen kurzen Moment, so Jonathan Israel, schien es in der Tat so, als ob die Vernunft ihren Weg in die Wirklichkeit gefunden habe.

Im Rahmen der „Frankfurt Lectures“ lädt der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität herausragende Forscher ein, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen bestimmte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten. Prof. Jonathan Israel ist der mittlerweile vierte Vortragende in dieser Reihe. Zuletzt ist von ihm das Buch „A Revolution of the Mind: Radical Enlightenment and the Intellectual Origins of Modern Democracy“ (Princeton, 2010) erschienen.

Frankfurt Lectures
Jonathan Israel: Philosophy and Revolution in the late 18th Century: a Reinterpretation
Montag, 8.11.2010, Lecture I: The late 18th Century‘s Curious Idea that Philosophy Caused the French Revolution
Dienstag, 9.11.2010, Lecture II: The Enlightenment‘s Quarrel over Basic Human Rights
Jeweils 19.15 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ3

Information: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel.: (069) 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nobelpreisträger spricht über „Justice and the Global World“

Der Philosoph und Ökonom Amartya Sen von der Harvard University hält am 7. Oktober einen öffentlichen Vortrag an der Goethe-Universität

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30. September 2010

FRANKFURT. Das Thema Gerechtigkeit in der globalisierten Welt gehört zu den zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Besonders wenn es um ökonomische Aspekte bei Fragen der Gerechtigkeit geht, gilt ein Denker weltweit als führend: Prof. Amartya Sen ist Philosoph, Ökonom und Träger des Wirtschaftsnobelpreises. Auf Einladung des Frankfurter Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Frankfurter Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata: Erweiterte Gerechtigkeit – konkret und global“ kommt der Harvardprofessor nun an die Goethe-Universität. Auch die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen zu seinem Vortrag mit dem

Thema: „Justice and the Global World“
am: Donnerstag, dem 7. Oktober 2010, um 18.15 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität, Hörsaal HZ3, Hörsaalzentrum, Grüneburgplatz 1

Das Werk Sens beschäftigt sich mit Fragen der Wohlfahrtsökonomie und der Gerechtigkeitstheorie. Hervorzuheben sind seine Arbeiten zu Hungersnöten sowie insbesondere zu dem „capabilities“-Ansatz, welcher Wohlstand im Gegensatz zur neoklassischen Ökonomie nicht am Bruttosozialprodukt misst, sondern an den effektiven Befähigungen, über die Personen verfügen. Der Ansatz ist die Basis des jährlich veröffentlichten Index der menschlichen Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen. In seinem neuen Buch „Die Idee der Gerechtigkeit“ (Beck Verlag, 2010) vertritt Sen die Position, dass eine Theorie der Gerechtigkeit primär die Reduzierung konkreter Ungerechtigkeiten und nicht das Ideal einer vollkommen gerechten Gesellschaft zum Gegenstand haben soll.

Amartya Sen wird auf Englisch vortragen. Die Begrüßung und Moderation übernehmen die Frankfurter Professoren für Politische Theorie und Philosophie Rainer Forst und Stefan Gosepath. Prof. Forst ist Sprecher des Exzellenzclusters, Prof. Gosepath leitet die Kolleg-Forschergruppe. Zu den Arbeitsschwerpunkten des Clusters gehören die gegenwärtigen Konflikte um die Herausbildung einer neuen globalen Ordnung, die sich nicht zuletzt aus dem Verlangen der Menschen nach Gerechtigkeit speisen. Die Forschergruppe „Justitia Amplificata“ versteht sich als internationales Forum der wissenschaftlichen Diskussion des Begriffs der Gerechtigkeit. Hinzu kommen Fragen der Umsetzungsmöglichkeit von Gerechtigkeitstheorien in der Praxis und der Erweiterbarkeit dieser Theorien auf soziale und politische Kontexte jenseits des Staates.

Information: Prof. Stefan Gosepath, Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“, Tel.: (069) 798 25374 , Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Prof. Rainer Forst, Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“, Tel.: (069) 798 22046, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wie politisch darf die Kunst sein?

Frankfurter Stadtgespräch über „Politik der Kunst in der globalisierten Welt“ am 16. September im Frankfurter Kunstverein

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3. September 2010

FRANKFURT. Um die Rolle der Kunst in Politik und Gesellschaft geht es beim nächsten Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität und dem Frankfurter Kunstverein

am: Donnerstag, dem 16. September 2010, um 20 Uhr, Ort: Café des Kunstvereins, Steinernes Haus am Römerberg Markt 44, 60311 Frankfurt.

Unter dem Motto „Politik der Kunst in der globalisierten Welt“ diskutieren die Philosophin Dr. Juliane Rebentisch und Dr. Clémentine Deliss, Direktorin des Museums der Weltkulturen. Es moderiert Dr. Holger Kube Ventura, der Leiter des Kunstvereins; der Eintritt ist frei.

Der Philosoph Immanuel Kant sah die Kunst im Bereich des „interesselosen Wohlgefallens“. Der Filmregisseur Jean-Luc Godard wollte nicht politische Kunst machen, sondern Kunst auf eine politische Weise. Der Maler und Aktionskünstler Jonathan Meese gibt sich kompromisslos und fordert gar die „Diktatur der Kunst“. Das Verhältnis von Kunst und Politik ist immer wieder Gegenstand von Kontroversen. Dahinter steht auch die ganz grundsätzliche Frage, ob Kunst per se politisch ist oder es um ihrer selbst willen gar nicht sein darf. Worin aber könnte das spezifisch Politische der Kunst bestehen? Und welchen Einfluss hat sie auf die normativen Ordnungen einer Gesellschaft und auf den öffentlichen Raum? Durch die Globalisierung öffnen sich Grenzen, finden Austausch und Bewegung statt – wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich und auf künstlerischem Gebiet. Auch die Fragen, welche Impulse die Kunst diesem grenzüberschreitenden Prozess gibt und wie dieser auf sie zurückwirkt, stehen im Mittelpunkt des aktuellen Stadtgesprächs mit ausgewiesenen Experten:

•Juliane Rebentisch lehrt und forscht am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Zu den Schwerpunkten der vielseitigen Philosophin gehören auch Politische Philosophie und Ethik. Eine ihrer Publikationen im Bereich der Kunsttheorie ist die bei Suhrkamp erschienene Monographie „Ästhetik der Installation“.

•Clémentine Deliss, gebürtige Britin und Tochter einer französischen Mutter und eines österreichischen Vaters, hatte sich schon weltweit einen Namen als Kuratorin gemacht, bevor sie im Frühjahr 2010 die Leitung des Frankfurter Museums der Weltkulturen übernahm. Die promovierte Ethnologin ist zudem Gründerin der internationalen Kunstzeitschrift „Metronome“.

•Der Direktor des Frankfurter Kunstvereins und Kunstwissenschaftler Holger Kube Ventura hat sich in seiner Dissertation, in verschiedenen Aufsätzen und Interviews mit der politischen und gesellschaftlichen Wirkung von Kunst befasst. Vor seiner Tätigkeit in Frankfurt war er Programm- und Projektkoordinator bei der Kulturstiftung des Bundes in Halle an der Saale.

Die Podiumsdiskussion über Kunst und Politik ist das mittlerweile dritte Frankfurter Stadtgespräch. Und auch der Termin für das nächste Stadtgespräch steht bereits fest: Am 24. November erörtern die Schriftstellerin Thea Dorn und Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität, die öffentliche Rolle der Intellektuellen. Mit der bisher sehr gut besuchten Veranstaltungsreihe wollen der Exzellenzcluster und der Kunstverein den Dialog mit der Öffentlichkeit fördern.

Information: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel: (069) 798-25290; Frankfurter Kunstverein, Tel: (069) 219314-30/-40

„Fong Kongs“ gegen die offizielle Warenwelt der Fifa

Ethnologe Matthias Gruber erforscht, wie sich rund um die Fußballweltmeisterschaft neue Normen herausbilden

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16. Juni 2010

FRANKFURT. Wie wird die Fußballweltmeisterschaft jenseits der offiziellen Verlautbarungen und Berichte von den Menschen in Südafrika wahrgenommen? Matthias Gruber, Doktorand des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, richtet seinen ethnologischen Blick nicht nur auf die offizielle Diskussion, wie die WM zur Nationenbildung beitragen kann, sondern beschäftigt sich auch mit solchen „off-stage-Diskursen“.

Seit drei Wochen ist Gruber bereits in Johannesburg. Dort beobachtet er unter anderem, was der Aufruf der Medien, der lokalen WM-Organisatoren und der Regierung an die Südafrikaner bewirkt, freitags im Vorfeld der WM das Trikot der Nationalmannschaft „Bafana Bafana“ zu tragen sowie Autos und Häuser mit Fahnen zu schmücken. „Das hat zu einem enormen Aufschwung des legalen und illegalen informellen Handels geführt. Straßenverkäufer und Ladenbesitzer haben ihr Angebot sofort angepasst“, so Gruber. „Neben Produkten, die frei verfügbar sind, gibt es zahlreiche gefälschte Markenartikel. Diese so genannten ‚Fong Kongs‘ sind nicht nur deutlich erschwinglicher, sondern sie bieten auch die Möglichkeit, gegen die Warenwelt der FIFA und der großen Konzerne zu protestieren.“

War der Handel mit „Fong Kongs“ wegen fehlender Kläger bislang Common Sense in Südafrika, so werden mit der Weltmeisterschaft auf Druck der FIFA insbesondere gefälschte Fußballtrikots zur Zielscheibe täglicher Polizeieinsätze gegen Händler und Kunden. Händler werden abgeführt, die Waren werden vernichtet. Dies kann dazu führen, dass das Angebot in einzelnen Straßenzügen knapp wird und die Händler ihre Ware für einige Zeit in Sicherheit bringen. Was der 38-Jährige Doktorand als teilnehmender Beobachter sieht, interpretiert er so: „Diese Einschränkungen werden von vielen als ungerecht wahrgenommen und als Beispiel asymmetrischer Hierarchien zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden verstanden.“ Vor diesem Hintergrund versucht er herauszufinden, wer die Händler sind und welchen Weg die Waren nehmen. Trotz des Risikos gesetzlicher Sanktionen nehmen die Händler das Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei in Kauf, um an der WM finanziell zu partizipieren. Bei den illegalen Geschäften spielen, wie die Händler berichten, auch Fremdenfeindlichkeit und Rassismus eine Rolle, denn der Handel wird größtenteils von Immigranten aus afrikanischen Ländern wie Somalia, Äthiopien und dem Kongo betrieben, wobei der Zwischenhandel in den Händen von Chinesen liegen soll. Neben Klagen über die polizeilichen Übergriffe fürchten viele dieser Immigranten, das nach der Weltmeisterschaft und mit dem Nachlassen des internationalen Interesses fremdenfeindliche Übergriffe in Südafrika wieder zunehmen werden.

Nicht nur bei diesen Geschäften werden unterschiedliche, teils miteinander konkurrierende normative Ordnungen sichtbar. Sie zeigen sich auch in den Stadien selbst. Fans aus vielen Teilen der Welt treffen auf Südafrikaner, und damit prallen unterschiedliche kulturelle Identitäten aufeinander. Gruber will nun herausfinden, wie diese Identitäten unter dem Eindruck der Gemeinsamkeiten, die der Fußball erzeugt, neu ausgehandelt werden, wie beispielsweise die umstrittenen Vuvuzelas und die beliebten Makarapas (teils sehr kunstvoll gestaltete Bauhelme), die typisch für den südafrikanischen Fußball der 2000er Jahre sind, auf das internationale Publikum wirken und wie neue Verhaltensweisen und damit Normen geprägt werden. Im Moment lässt sich feststellen, wie zunehmend über die Vuvuzelas geklagt wird und sie dennoch zur Standardausrüstung auch der ausländischen Stadionbesucher gehören. Gruber, der Ethnologie und Geschichte an der Goethe-Universität studiert hat und jetzt als Stipendiat des Exzellenzclusters bei Prof. Mamadou Diawara promoviert, hat sich während mehrmonatiger Aufenthalte 2007 und 2009 eingehend mit der Geschichte des Landes und des südafrikanischen Fußballs befasst und Feldforschungen bei südafrikanischen Fußballfans und in Stadien betrieben. Ziel war es unter anderem den spezifischen, südafrikanische Kontext, wie die Verarbeitung der Apartheid, zu verstehen und die WM vor diesen Hintergrund analysieren zu können.

In Südafrika wird im offiziellen Diskurs versucht, die WM als Ereignis zu nutzen, um die Bildung eines gemeinsamen nationalen Bewusstsein voranzubringen. „Die Idee der Regenbogen-Nation soll in der Vorstellungen der Menschen verankert werden. Sport spielt bei diesen Bemühungen seit Mitte der 1990er Jahre, genauer mit dem Gewinn der Afrikameisterschaft im Fußball 1996 und dem Gewinn der Rugby-Weltmeisterschaft 1995, eine herausragende Rolle“, sagt Gruber und ergänzt: „Während Rugby zumeist von weißen Südafrikanern gespielt wird, präsentiert sich die Fußball-WM als Ereignis der Bevölkerungsmehrheit.“ Gruber beobachtet auch Gegendiskurse, die diese Ziele in Frage stellen und den Vorwurf formulieren, die WM nütze nur den Eliten und dem Weltverband Fifa. Die offizielle Rhetorik betont zudem, dass eine Afrikanische Weltmeisterschaft stattfindet. „Sie soll zeigen, dass die marginale Stellung Afrikas in der Weltgemeinschaft beendet ist. Dagegen nehmen die westlichen Medien Afrika und damit Südafrika hauptsächlich defizitär wahr und perpetuieren dieses Bild auch im Vorfeld“, so der Frankfurter.

„Trotz aller Kritik an der Politik und Ökonomie der WM überwiegt die Freude der meisten Menschen, wie ich jeden Tag auf den Straßen in Südafrika feststelle. Der Fußball als Spiel stellt viel mehr dar, als ein höchst professionelles Medienspektakel.“ Diese Magie versucht Matthias Gruber einzufangen, in dem er auf die Methoden der Ethnologie wie teilnehmende Beobachtung und dichte Beschreibung zurückgreift. Um zu zeigen, wie sich normative Ordnungen herausbilden, ist die WM besonders geeignet. Denn in der Regel vollziehen sich diese Prozesse über längere Zeiträume, die empirisch schwer zu fassen sind. „Aber hier in Südafrika steht die Welt für den Zeitraum der Spiele auf dem Kopf“, so der Doktorand. Wie sich die südafrikanische Realität nach der Weltmeisterschaft neu ordnet, werden die nächsten Wochen zeigen.

Informationen: Matthias Gruber, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Bockenheim, derzeit in Johannesburg (Südafrika), Mobil: 0027-(0)71-3094530, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zur Theorie und Politik der Menschenrechte

Konferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 17. und 18. Juni 2010 mit einer Keynote von Jürgen Habermas

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2. Juni 2010

FRANKFURT. Im Rahmen der Forschungstätigkeiten des Frankfurter Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ findet am 17. und 18. Juni die internationale Konferenz „Human Rights Today: Foundations and Politics“ statt. Die Keynote-Lecture der Konferenz hält Jürgen Habermas zum Thema „Menschenwürde als Quelle des moralischen Mehrwerts der Menschenrechte“. Dieser Vortrag findet am Donnerstag, den 17. Juni um 20.15 Uhr im Hörsaal 2 des Hörsaalzentrums auf dem Campus Westend statt. Organisiert wird sie von den Frankfurter Professoren Rainer Forst, Stephan Gosepath und Christoph Menke. Veranstaltungsort ist der Campus Westend der Goethe-Universität, Casino, Raum 1.811.

Als eine zentrale „normative Ordnung“ der Moderne gehören die Menschenrechte zu den Schwerpunktthemen des Exzellenzclusters. Die Menschenrechte haben sich nach 1945, in Reaktion auf die „Akte der Barbarei“ (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte) in den totalitären Diktaturen, als das Rechtfertigungsnarrativ politischer Ordnungen herausgebildet. Zugleich ist nicht nur strittig, wie die Menschenrechte inhaltlich bestimmt werden sollen, sondern auch, wie sie zu begründen sind, wie sie sich zu „starken“ Überzeugungen etwa religiöser Natur verhalten, wie die Menschenrechte als gemeinsame normative Orientierung mit der Differenz von Kulturen vereinbar ist und wie die Autonomie des Politischen mit der Idee der Menschenrechte verknüpft werden kann. Die Konferenz will den aktuellen Stand von Theorie und Politik der Menschenrechte durch eine Untersuchung dieser schwierigen Spannungsverhältnisse erkunden.

Dazu werden international renommierte Wissenschaftler zu vier Themen vortragen und diskutieren: Charles Beitz (Princeton) und John Tasioulas (Oxford) setzen sich mit der Frage nach der normativen Begründbarkeit von Menschenrechten auseinander. Susanne Baer (Berlin) und Hans Joas (Erfurt) untersuchen das Verhältnis zwischen Religion und Menschenrechten. Abdullahi Ahmes An-Na’im (Emory) und Seyla Benhabib (Yale) fragen nach der interkulturellen Gültigkeit von Menschenrechten. Schließlich untersuchen Étienne Balibar (Paris) und Costas Douzinas (London) die Frage, wie sich politische Praxis und Menschenrechte zueinander verhalten.

Die Konferenz ist öffentlich, die Konferenzsprache Englisch. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Information: Tamara Jugov, Tel: (069) 798-25373; Francesca Raimondi, Tel: (069) 798-22790, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Toleranz? Ja, klar! – Aber was meinen wir eigentlich damit?

Schriftsteller Feridun Zaimoglu und Philosophieprofessor Rainer Forst diskutieren am 27. Mai beim Stadtgespräch des Frankfurter Exzellenzclusters

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19. Mai 2010

FRANKFURT. „Was heißt Toleranz? – Vom Umgang mit kultureller und religiöser Differenz“. Um dieses Thema geht es beim nächsten „Frankfurter Stadtgespräch“, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein. Teilnehmer sind der türkisch-deutsche Schriftsteller Feridun Zaimoglu und Prof. Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Die Moderation hat Peter Siller, Scientific Manager des Clusters. Stattfinden wird die Podiumsdiskussion am Donnerstag, 27. Mai, um 19.30 Uhr im Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44. Der Eintritt ist frei.

Frankfurt lebt von der Weltoffenheit und Vielfalt seiner Bürgerinnen und Bürger. Zu den Hauptkennzeichen moderner Gesellschaften allgemein gehört die wachsende Vielfalt kultureller und religiöser Standpunkte. Doch mitunter sieht man sich zurückversetzt in trübe Zeiten religiöser Konfrontationen – sei es bei Diskussionen über Pläne zum Bau von Moscheen, die Regensburger Rede des Papstes, Karikaturen in dänischen Zeitungen oder Kopftücher von Lehrerinnen. Und so scheint es ganz folgerichtig, dass der ehrwürdige Begriff der Toleranz immer wieder bemüht wird, um konfliktentschärfend zu wirken. Dabei fällt allerdings auf, dass er häufig von jeder der streitenden Parteien für sich selbst reklamiert wird. Spätestens an dieser Stelle kommt man wohl nicht mehr um die Frage herum, was genau wir unter Toleranz verstehen: Anerkennung? Duldung? Oder doch am Ende nur Anpassung?

Feridun Zaimoglu hat sich in vielen seiner Texte mit kulturellen und religiösen Identitäten befasst. Er wurde in der Türkei geboren, ist in Deutschland aufgewachsen und erhielt erst jüngst den Jakob-Wassermann-Literaturpreis für seine Rolle als Mittler im deutsch-türkischen Dialog. Schlagartig berühmt wurde er 1995 mit dem Buch „Kanak Sprak“. Seinem rund zehn Jahre später erschienen türkisch-deutschen Familienepos „Leyla“ bescheinigte die Kritik hohen Informationsgehalt bei gleichzeitigem literarischen Anspruch. Zaimoglu, auch Träger des Jury-Preises des Bachmann-Wettbewerbs und ausgezeichnet mit dem Carl-Amery-Preis, wird mittlerweile zu den besten deutschen Schriftstellern gezählt.

Rainer Forst, wie Feridun Zaimoglu Jahrgang 1964, promovierte bei Jürgen Habermas mit einer Arbeit zu Theorien politischer und sozialer Gerechtigkeit. In seiner Habilitationsschrift widmete er sich dem Thema „Toleranz im Konflikt. Geschichte, Gehalt und Gegenwart eines umstrittenen Begriffs“. Darin verfolgt er verschiedenste Toleranz-Begründungen durch die Jahrhunderte, klopft sie auf ihre aktuelle Relevanz ab, entwickelt eine eigene Konzeption und stellt unter anderem dar, dass die Entwicklung des Toleranz-Gedankens auch eine facettenreiche Geschichte unserer selbst ist. In der politischen Philosophie gilt Forst, der auch einer der Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ ist, als einer der einflussreichsten Denker der jüngeren Generation.

Mit der Veranstaltungsreihe der Frankfurter Stadtgespräche will der Exzellenzcluster den Dialog mit der Öffentlichkeit fördern. Das erste Gespräch im März trug den Titel „Nach der Krise? Aus der Finanzkrise lernen: Was war und was noch kommen wird“. Teilnehmer waren Tom Königs, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages und ehemaliger Frankfurter Stadtkämmerer, und Prof. Reinhard H. Schmidt, Professor für Internationales Bank- und Finanzwesen an der Goethe-Universität. Auch bei der ersten Auflage des Stadtgesprächs, die sich eines großen Publikumszuspruchs erfreute, lag die Moderation in den Händen von Peter Siller, der vor seiner Tätigkeit für den Cluster Leiter der Abteilung Inland der Heinrich-Böll-Stiftung und Mitglied des Planungsstabes im Auswärtigen Amt war.

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wie lassen sich demokratische Ordnungen rechtfertigen?

Harvard-Rechtsprofessor Frank I. Michelman spricht am 17. und 18. Mai 2010 bei den Frankfurt Lectures an der Goethe-Universität

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11. Mai 2010

FRANKFURT. Nach den vielbeachteten öffentlichen Vorlesungen der New Yorker Politikwissenschaftlerin Nancy Fraser, die an zwei Abenden über „The Crisis of Capitalism“ sprach, kommt nun im Rahmen der Frankfurt Lectures ein weiterer prominenter US-amerikanischer Wissenschaftler an die Goethe-Universität. Frank I. Michelman, Rechtsprofessor an der Harvard Universität, erörtert am 17. und 18. Mai verschiedene Aspekte des Themas „Contract and Common Ground: The Case of Liberty“. Michelmans Vorträge beginnen an beiden Tagen um 19.00 Uhr. Ort ist jeweils der Hörsaal 3 im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main. Die Frankfurt Lectures sind eine Veranstaltungsreihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität.

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Prof. Michelman wird in englischer Sprache vortragen. Am Montag (17.5.) geht es um „Liberty, Liberties, and ‚Total Freedom‘“. Am Dienstag widmet sich Michelman der Frage „Contract versus Common Ground?”. Die Vorlesungen betrachten die Begriffe Vertrag, Konsens und ethische Werte in Bezug auf die Rechtfertigung von demokratischen Ordnungen. Dabei gehen sie der Frage nach, ob eine starke Unterscheidung zwischen vertrags- und wertbasierten Rechtfertigungsordnungen durchgehalten werden kann. Eingerahmt wird diese Frage durch die Betrachtung unterschiedlicher Ansätze zur Definition konstitutionell geschützter Freiheiten, wie sie bei John Rawls und Ronald Dworkin zu finden sind. Prof. Dworkin, Rechtsphilosoph an der New York University und am University College London, sprach jüngst noch an der Goethe-Universität. Anlass war die Eröffnung der hier eingerichteten und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata: Erweiterte Gerechtigkeit – konkret und global“.

Frank I. Michelman ist einer der bekanntesten Rechtstheoretiker der Gegenwart. Er ist Robert Walmsley University Professor an der Harvard Universität mit den Schwerpunkten Verfassungsrecht, Rechtsphilosophie, Eigentumsrecht und Kommunalrecht. Die Frankfurt Lectures sind zum vergangenen Wintersemester ins Leben gerufen worden. Erster Redner war Charles Larmore mit dem Thema „Vernunft und Subjektivität“, es folgte Nancy Fraser. Frank I. Michelman ist der dritte Frankfurt Lecturer. Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe lädt der Exzellenzcluster herausragende Forscher ein, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen bestimmte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten.

Frankfurt Lectures
Frank I. Michelman: Contract and Common Ground: The Case of Liberty Montag, 17.5.2010, Lecture I: Liberty, Liberties, and “Total Freedom” Dienstag, 18.5.2010, Lecture II: Contract versus Common Ground? Jeweils 19.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ3

Information: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel.: (069) 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Entwicklung normativer Ordnungen in der islamischen Welt

Internationale Konferenz an der Goethe-Universität vom 7. bis 9. Mai 2010 / Informationsmöglichkeit für Journalisten zum Tagungsauftakt um 14.30 Uhr

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29. April 2010

FRANKFURT. Die Frage, wie normative Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft aussehen müssten, steht im Mittelpunkt der internationalen Tagung „Formation of Normative Orders in the Islamic World“ an der Goethe-Universität. Sie findet vom 7. bis 9. Mai im Casinogebäude auf dem Campus Westend statt (Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main). Veranstalter ist der Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Die organisatorische Federführung hat Prof. Susanne Schröter, Inhaberin der Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen und Leiterin der Cluster-Nachwuchsforschungsgruppe „Neue Diskurse zu Staat und Gesellschaft in der islamischen Welt“. Die Veranstaltung ist öffentlich, die Konferenzsprache Englisch.

Orient und Okzident sind sich näher als jemals zuvor, verflochten durch Migration, transnationale Ökonomien und Politiken, durch elektronische Medien und kulturelle Camouflage. Sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch auf der Ebene der internationalen Beziehungen müssen die normativen Ordnungen der Zukunft neu verhandelt werden. Die Auseinandersetzungen um die Burka in Frankreich oder um die Rechtmäßigkeit der militärischen Intervention in Afghanistan sind nur zwei der zahlreichen Beispiele.

Vieles steht zur Diskussion: die Bedeutung der Religion in Staat und Gesellschaft, die Legitimation von Herrschaft, die Geschlechterordnung, die Konstituierung von Individuum und Gemeinschaft, die Kontrolle von materiellen und immateriellen Ressourcen. Einiges ist in Bewegung: Der Islam etabliert sich langsam als europäische Religion, islamistische Organisationen demokratisieren sich, liberale und feministische Muslime sind aus öffentlichen Debatten nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig ist eine Zunahme an Intoleranz und Gewalt evident. In Staaten mit muslimischen Mehrheiten gefährdet die zunehmende Islamisierung des Rechts das interreligiöse Zusammenleben und beschneidet den Handlungsspielraum für Frauen und Mädchen, in westlichen Ländern vermischen sich Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie zu einer unheilvollen Allianz.

Im Rahmen der Konferenz werden Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus vier Kontinenten, Muslime und Nichtmuslime, diskutieren, wie positive Entwicklungen gestärkt und negative bekämpft werden können. Anhand aktueller Entwicklungen in Asien, Afrika und Europa sollen die damit verbundenen Schwierigkeiten, Gegenbewegungen und strukturellen Hindernisse erörtert werden. Narrative, mit denen ethnische, religiöse, soziale oder Genderexklusionen legitimiert werden, sollen ebenso zur Sprache kommen wie Ansätze einer Überwindung von Dominanzdiskursen. Problematiken der Geschlechtergerechtigkeit, moderne Reinterpretationen des Qur’an und der Sunna und jüngste Reformen des Familienrechts in diversen islamischen Ländern werden genauso thematisiert wie die europäische Kontroverse um Frauenrechte versus kulturelle Rechte.

Ein Hinweis an die Redaktionen: Zum Auftakt der Veranstaltung am 7. Mai stehen Ihnen die Organisatorin Prof. Susanne Schröter und Vortragende der Tagung für erste Informationen am Konferenzort (Campus Westend, Casino, Raum 1.801) um 14.30 Uhr gerne zur Verfügung. Bitte teilen Sie uns kurz mit, ob Sie dieses Angebot wahrnehmen möchten. Selbstverständlich sind Sie auch bei den Vorträgen willkommen. Interviews für den weiteren Verlauf der Tagung vermitteln wir Ihnen gerne.

Information und Anmeldung: Dr. Susanne Rodemeier, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Lehrstuhl für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen, Tel: (069) 798-33071, Mobil: 0176/96906376, Fax: (069) 798-33077, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die fehlende Achse der Kapitalismusanalyse

Die New Yorker Politikwissenschaftlerin Prof. Nancy Fraser entwickelt ihr neues Konzept in den Frankfurt Lectures an der Goethe-Universität

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8. April 2010

FRANKFURT. Als „The Great Transformation“ bezeichnete der Ökonom und Sozialtheoretiker Karl Polanyi in seinem 1944 erschienenen Buch den Wandel westlicher Gesellschaften seit der Industrialisierung. Diese große Umwandlung sei gekennzeichnet durch zwei Bewegungen. Auf der einen Seite stehe die Vermarktlichung, das Diktat von Geld- und Sachzwängen, auf der anderen der Kampf um soziale Sicherheit. Doch reicht dieses Konzept des „double movement“ aus, um die aktuellen Entwicklungen zu analysieren? Nein, sagt die politische Theoretikerin Nancy Fraser, Professorin an der New Yorker New School for Social Reseach. Inwiefern eine Erweiterung des Konzepts mehr Erkenntnisgewinn verspricht, erläutert Fraser am 19. und 20. April unter dem Titel „The Crisis of Capitalism“ an der Goethe-Universität. Mit den Vorträgen werden die Frankfurt Lectures fortgesetzt, eine Veranstaltungsreihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität.

Ziel der Vorlesungen ist eine kritische Weiterentwicklung von Polanyis „The Great Transformation“, in der der Konflikt zwischen Vermarktlichung und sozialer Absicherung um eine dritte Achse von sozialen Kämpfen erweitert wird: „Emanzipation“. Nancy Fraser versteht die Emanzipation, den Kampf um Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, als das fehlende Dritte, „the missing third“. Statt von einem „double movement“ spricht sie von einem „triple movement“. Diese dreifache Bewegung ist der Kern ihrer theoretischen Überlegungen, mit denen sie ein neues Licht auf die gegenwärtige Krise kapitalistischer Gesellschaften wirft. Im ersten Schritt wird Fraser das grundlegende Konzept und die zentralen Begriffe einführen. Der entsprechende Vortrag am 19. April heißt „Marketization, Social Protection, Emancipation“. Darauf aufbauend geht es am 20. April um die Anwendung der neuen Perspektive zur Analyse der gegenwärtigen Entwicklungen. Das Thema dieses Vortrages lautet „Ambivalences of Emancipation“.

Beide Vorträge beginnen um 19.00 Uhr. Sie finden statt im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend, Hörsaal 3. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Prof. Rainer Forst (Sprecher des Exzellenzclusters, Professor für Politische Theorie und Philosophie) wird in das Thema einführen.

Nancy Fraser gilt als eine der renommiertesten politischen Theoretikerinnen der Gegenwart. An der New School for Social Research in New York ist sie Henry and Louise Loeb Professor of Philosophy and Politics. Die Frankfurt Lectures sind zum vergangenen Wintersemester ins Leben gerufen worden. Erster Redner war Charles Larmore mit dem Thema „Vernunft und Subjektivität“. Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe lädt der Exzellenzcluster herausragende Forscher ein, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen bestimmte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten. Bereits am 17. und 18. Mai werden die Lectures fortgesetzt. Rechtsprofessor Frank I. Michelman von der Harvard University spricht über „The Case of Liberty“.

Frankfurt Lectures

Nancy Fraser: The Crisis of Capitalism
Montag, 19.4.2010, Lecture I: Marketization, Social Protection, Emancipation
Dienstag, 20.4.2010, Lecture II: Ambivalences of Emancipation
Jeweils 19.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ3

Information
: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel.: (069) 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Frankfurter Stadtgespräch fragt nach der Moral der Finanzkrise

Tom Königs, ehemaliger Frankfurter Kämmerer, und Prof. Reinhard. H. Schmidt von der Goethe-Universität diskutieren in neuer Reihe des Exzellenzclusters

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3. März 2010

FRANKFURT. Der Politiker Tom Königs und der Wirtschaftsprofessor Reinhard H. Schmidt sind die ersten Gäste beim „Frankfurter Stadtgespräch“, einer neuen Veranstaltungsreihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein. Das Thema lautet: „Nach der Krise? Aus der Finanzkrise lernen: Was war und was noch kommen wird“. Die Moderation hat Peter Siller, Scientific Manager des Clusters. Das Auftaktgespräch findet statt am Donnerstag, 11. März, um 19.30 Uhr im Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44. Der Eintritt ist frei.

Im ersten Stadtgespräch geht es nicht nur um Konsequenzen aus der Krise für eine Reform des Finanzsystems. Hier haben Ökonomen bereits Pläne erarbeitet. Viele setzen auf mehr Transparenz bei Bankgeschäften und internationalen Transaktionen. Ein Hauptgegenstand der Diskussion im Frankfurter Kunstverein ist vielmehr ebenso die Frage, welche Lehren aus der Krise für die gesellschaftliche Ordnung und das Zusammenleben gezogen werden können: Ist die Moral der Krise auch eine Krise der Moral? Die Diskussion soll das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten – wissenschaftlich, politisch und kulturell.

Die Diskutanten sind ausgewiesene Experten auf ihren Gebieten. Beide haben auch einen engen Bezug zu Frankfurt. Tom Königs, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses des Deutschen Bundestages und ehemaliger Frankfurter Stadtkämmerer, spannt den Bogen von der Kommune bis zur Internationalen Finanzordnung. Reinhard H. Schmidt ist Professor für Internationales Bank- und Finanzwesen an der Goethe-Universität. Er zählt seit Jahrzehnten zu den herausragenden Wissenschaftlern, die sich mit dem deutschen und internationalen Finanzsystem befassen. Der Moderator Peter Siller war vor seiner Tätigkeit für den Cluster Leiter der Abteilung Inland der Heinrich-Böll-Stiftung und Mitglied des Planungsstabes im Auswärtigen Amt.

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wohin steuert die Volkswirtschaftslehre?

Workshop und öffentliche Podiumsdiskussion an der Goethe-Universität beleuchten am 18. und 19. Februar die Ausrichtung des universitären Fachs

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12. Februar 2010

FRANKFURT. Wird die Volkswirtschaftslehre ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht oder vernachlässigt sie den Beitrag, den sie zur Lösung wirtschaftspolitischer Probleme leisten sollte? Auch diese Frage steht im Zentrum eines Workshops mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema „Normen in der Volkswirtschaftslehre – Normen des volkswirtschaftlichen Curriculums“ am 18. und 19. Februar im IG-Hochhaus auf dem Campus Westend der Goethe-Universität. Die Vorträge des Workshops (18.2. ab 14.00 Uhr, 19.2. ab 9.00 Uhr, Raum 1.314 „Eisenhower-Saal“) stehen Vertretern der Medien offen. Um Anmeldung wird gebeten. Bei der Podiumsdiskussion (19.2., 16.30 bis 18.00 Uhr, Raum 311) ist auch die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen. Die Veranstaltung gehört zum Teilprojekt „Genese von Normen in der ökonomischen Wissenschaft“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität.

Aktueller Hintergrund der Veranstaltung ist die Debatte unter deutschen Ökonomen über die Ausrichtung und die Methoden des Fachs Volkswirtschaftslehre. Auslöser dieses „Neuen Methodenstreits“ war der Plan der Universität zu Köln, ihre Wirtschaftspolitik-Lehrstühle umzuwidmen, um einen „international wettbewerbsfähigen“ Forschungsschwerpunkt für Makroökonomik zu schaffen. Das Vorhaben geriet schnell in die öffentliche Kritik und kulminierte in einem von 83 Professoren unterzeichneten Aufruf in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (5.5.2009) zur „Rettung der Wirtschaftspolitik“ an den deutschen Universitäten. Beantwortet wurde dieser durch einen von 188 Ökonomen unterzeichneten und im „Handelsblatt“ veröffentlichten Gegenaufruf „Baut die deutsche VWL nach internationalen Standards um!“ (8.6.2009), in dem für einen am amerikanischen Modell ausgerichteten „Dreiklang“ von Mikroökonomik, Makroökonomik und Ökonometrie plädiert wird.

In dieser Auseinandersetzung spielen konkrete wirtschaftspolitische Instrumente und Problemstellungen (wie z.B. die Finanzmarktkrise) nur eine Nebenrolle. Vielmehr geht es um die Frage, ob und wie das Fach Wirtschaftspolitik im volkswirtschaftlichen Unterricht noch einen Platz finden soll. Damit werden, so scheint es, Neuausrichtung und Normung volkswirtschaftlicher Forschung und Lehre an deutschen Universitäten selbst verhandelt. Die aufgeworfenen Fragen der inhaltlichen und methodischen Ausrichtung des Fachs Volkswirtschaftslehre laden zu einer intensiveren Erörterung von erkenntnistheoretischen Hintergründen der aktuellen Diskussion ein. Ist eine objektive und werturteilsfreie wirtschaftspolitische Forschung möglich und wünschenswert? Welche methodischen Mittel sind der Entwicklung von wirtschaftspolitischen Instrumenten und Konzepten besonders zuträglich? Ein Blick in die Theoriegeschichte des Fachs zeigt, dass diese Fragen keineswegs neu sind. So wurde beispielsweise vor und nach der Weltwirtschaftskrise in der Weimarer Republik die Reflexion wirtschaftspolitischer Optionen vor dem Hintergrund unterschiedlicher theoretischer Paradigmen geführt. Zu diesen theoretischen Strömungen zählten die Historische Schule, die Österreichische Schule und auch Ökonomen, die sich im Anschluss an die englische Klassik der „isolierenden Methode“ annäherten und sich „Ricardianer“ nannten.

Der Workshop unter der Leitung von Prof. Volker Caspari (TU Darmstadt) und Prof. Bertram Schefold (Goethe-Universität) möchte den Grundlagen der jeweiligen Positionen in dem „Neuen Methodenstreit“ auch aus theoriegeschichtlicher Perspektive nachgehen. Zu Beginn des Workshops wird Prof. Rainer Klump, Vizepräsident der Goethe-Universität und selbst Volkswirtschaftler, über die Zielsetzung des Clusters „Normative Ordnungen“ in Bezug auf Forschung und Lehre sprechen. In der Podiumsdiskussion soll der volkswirtschaftliche „Methodenstreit“ einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Moderation hat Gerald Braunberger (FAZ). Es diskutieren: Prof. Rüdiger Bachmann (University of Michigan), Prof. Nicola Fuchs-Schündeln (Goethe-Universität), Prof. Nils Goldschmidt (Universität der Bundeswehr, München), Prof. Bert Rürup (emeritierter Professor der TU Darmstadt und langjähriger Berater der Bundesregierung in sozialpolitischen Fragen), Prof. Roland Vaupel (Universität Mannheim) und Prof. Carl Christian von Weizsäcker (emeritierter Professor der Universität zu Köln und Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, Bonn).

Information und Presse-Anmeldung: Matthias Lennig, Exzellenzcluster „Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel: (069) 798-34717, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gründung des Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies

Vortrag von Prof. Gayatri C. Spivak bei der Gründungfeier des ersten sozialwissenschaftlichen Centers seiner Art im deutschsprachigen Raum

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17. November 2009

FRANKFURT. Wie wird in einer postkolonialen Welt das Erbe des Kolonialismus verhandelt? Finden sich in gegenwärtigen Diskursen im Kontext der Globalisierung Neuauflagen kolonialer Rechtfertigungsnarrative wieder? Stützen also Begründungs- und Legitimationsmuster kolonialer Provenienz aktuelle normative Ordnungen? Und wie sind Geschlechterbeziehungen und Sexualität in postkolonialen Zusammenhängen strukturiert? Unter anderem diese Fragen werden im ‚Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies’ bearbeitet, das an der Goethe-Universität im Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’ von der neu berufenen Juniorprofessorin Nikita Dhawan gegründet worden ist. Anlässlich der öffentlichen Gründungsfeier des Centers am 23. November auf dem Frankfurter Campus Westend geben international renommierte Vertreterinnen der Postkolonialen Studien Einblicke in die aktuellen Debatten.

Zum Auftakt referiert Shalini Randeria (Zürich) über ihr Konzept der „verwobenen Modernen“ und „geteilten Geschichten“ von Ländern des globalen Südens und Nordens. Im Anschluss daran diskutieren Françoise Vergès (London), Meyda Yegenoglu (Ankara), Eiman Zein-Elabdin (Lancaster, PA) und Nitasha Kaul (London) postkoloniale Feminismen aus verschiedenen disziplinären Perspektiven. Den Höhepunkt der Tagung bildet der Abendvortrag von Gayatri Chakravorty Spivak (New York), neben Edward Said und Homi Bhabha Mitbegründerin der Postkolonialen Studien als eigenständige Disziplin, zum Thema ‚Democracy from Below’.

Das ‚Frankfurt Research Center for Postcolonial Studies’ (FRCPS) ist das erste seiner Art in den deutschsprachigen Sozialwissenschaften. Es verfolgt das Ziel, postkoloniale Theorie im Allgemeinen und feministisch-postkoloniale Theorie im Besonderen in der hiesigen Wissenschaftslandschaft stärker zu verankern. Hierfür wurde beispielsweise ein Kolloquium eingerichtet, an dem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von verschiedenen Universitäten Deutschlands und der Schweiz teilnehmen, um eigene wissenschaftliche Projekte und allgemeine theoretische Entwicklungen im Feld der Postkolonialen Studien zu diskutieren. Zudem veranstaltet das FRCPS im aktuellen Wintersemester in Kooperation mit dem Cornelia Goethe Centrum der Universität Frankfurt eine Vortragsreihe mit dem Titel ‚Gender and „the Political“ in a Postcolonial World: Negotiating Normativity’. Hier widmen sich Wissenschaftlerinnen dem Verhältnis von Gender und ‚dem Politischen‘ und den damit verbundenen Aushandlungen von Normativität aus einer transnationalen Perspektive. Weiterhin geplant sind Gastvorträge von bekannten Vertreterinnen und Vertretern postkolonialer Studien, Master Classes mit internationalen Expertinnen und Experten sowie Forschungskooperationen mit Universitäten in Indien und Südafrika.

Interessierte sind bei der Gründungsfeier herzlich willkommen. Sie beginnt am 23. November um 14.00 Uhr im Festsaal des Casinos auf dem Campus Westend.

Informationen Elisabeth Fink, Gender und Postkoloniale Studien, Goethe-Universität, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: 069/798 – 25381, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wie Normen gerechtfertigt werden

Zu den Referenten der Jahreskonferenz des Frankfurter Exzellenzclusters gehört auch Gunter Pleuger, ehemaliger deutscher Vertreter im Weltsicherheitsrat

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3. November 2009

FRANKFURT. Wie entstehen Wertvorstellungen, Gesetze und ganze Staatsordnungen? Wie werden sie begründet, und warum haben Angehörige verschiedener Kulturen gegensätzliche, zu Konflikten führende Ansichten darüber, was gerecht ist? Vor allem auch mit diesen Fragen beschäftigt sich der Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen‘ an der Goethe-Universität. Ein Leitbegriff dabei heißt ‚Rechtfertigungsnarrative‘. Gemeint sind Überlieferungen und Begründungsmuster auf deren Grundlage normative Ordnungen gerechtfertigt erscheinen oder zurückgewiesen werden. Den Rechtfertigungsnarrativen, ihren unterschiedlichen Dimensionen und ihrer Bedeutung zum Beispiel für die Menschenrechte und eine globale Wirtschaftspolitik widmet sich die zweite internationale Jahreskonferenz des Clusters am 13. und 14. November. Die öffentliche Veranstaltung auf dem Frankfurter Campus Westend trägt den Titel ‚Rechtfertigungsnarrative – Legitimation und erzählende Verständigung‘.

Rechtfertigungsnarrative sind ein zentraler Untersuchungsgegenstand des Exzellenzclusters. Mit Hilfe des Begriffs soll insbesondere die historische Dimension von normativen Ordnungen erschlossen werden, die überlieferten Erzählungen, die sich zu Legitimationen sozialer Strukturen und Institutionen verdichten. Die Federführung der aktuellen Jahrestagung hat das Cluster-Forschungsfeld 2 ‚Geschichtlichkeit normativer Ordnungen‘. Die Tagung gliedert sich in fünf Panels. Die Panels eins bis drei finden am 13. November statt. Gleich im ersten Panel geht es aus historischer Perspektive um – so der Titel – ‚Rechtfertigungsnarrative in Übergangszeiten‘. Anhand von Beispielen aus verschiedenen Epochen soll gezeigt werden, wie sich Rechtfertigungsnarrative mit der Zeit wandeln können.

Zu den Rednern der Tagung gehört auch Dr. Gunter Pleuger, ehemaliger deutscher Vertreter im Weltsicherheitsrat und nun Präsident der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Pleuger, der als Diplomat auch an den Verhandlungen im Vorfeld des Irak-Krieges beteiligt war, referiert im zweiten, politikwissenschaftlich geprägten Panel, das unter der Überschrift ‚Rechtfertigungsnarrative in Verhandlungsprozessen‘ steht. Das dritte Panel, mit dem der erste Veranstaltungstag endet, geht der Frage ‚Menschenrechte als Rechtfertigungsnarrative?‘ nach. Einerseits – so die These – seien die Menschenrechte zu einem der wichtigsten und am weitesten verbreiteten Rechtfertigungsnarrativ geworden. Andererseits berufe man sich mittlerweile fast schon inflationär auf die Menschenrechte. Dies ließe befürchten, dass sie zu einer bloß rhetorischen Formel würden.

Am 14. November beginnt der zweite Tag der Konferenz mit dem insgesamt vierten Panel. Es beschäftigt sich mit der ‚Ästhetik von Rechtfertigungsnarrativen‘ und geht von der Überlegung aus, dass die Form, wie solche Narrative in Szene gesetzt oder vorgetragen werden, möglicherweise ebenso über die Akzeptanz einer Begründung entscheidet wie der Inhalt. Auf dem Programm dieses vierten Panels steht unter anderem ein Vortrag über die besondere ästhetische Struktur von Erzählungen in Filmen und deren legitimierende oder delegitimierende Funktion am Beispiel der Berichterstattung über den zweiten Irak-Krieg. Schließlich: Das fünfte und letzte Panel wirft einige Schlaglichter auf die Gründe des Wohlstandsgefälles zwischen Afrika und der restlichen Welt und auf mögliche Lösungen. Mit der Übertragung westlicher Wertvorstellungen allein scheint es jedenfalls nicht getan zu sein. So wird in einem der Vorträge dargestellt, wie beispielsweise im afrikanischen Malawi westliche Strategien im Kampf gegen Armut und Ungerechtigkeit an ihre Grenzen stoßen.

Der Frankfurter geistes- und sozialwissenschaftliche Exzellenzcluster hat im Jahr 2008 seine Arbeit aufgenommen und auf dem Jahreskongress im November 2008 sein interdisziplinäres Programm erstmals einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt. Die beteiligten Wissenschaftler untersuchen die Thematik der Herausbildung normativer Ordnungen vor allem mit Blick auf die gegenwärtigen globalen Konflikte, wie sie sich etwa an der Verteilung knapper Ressourcen oder an den Folgen eines globalisierten Wirtschafts- und Finanzsystems entzünden. Das Forschungsnetzwerk wird im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gefördert.

Interessierte sind bei der Tagung herzlich willkommen. Um Online-Anmeldung wird gebeten.

Ein Hinweis für die Medien: Bei der Vermittlung von Interviews sind wir Ihnen gerne behilflich. Namen und Lebensläufe der Referenten finden Sie unter der angegebenen Internetadresse und in dem PDF des Programms. Ein Foto von Herrn Pleuger finden Sie im rechten Downloadbereich.

Informationen Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Frankfurt Lectures starten mit "Vernunft und Subjektivität"

Charles Larmore ist am 2. und 3. November erster Redner der neuen Reihe des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

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23. Oktober 2009

FRANKFURT „Wir sollten nicht überrascht sein, überrascht zu werden.“ Auch solche Einsichten finden sich bei Charles Larmore, Professor für Philosophie an der Brown University (USA). In seinem Aufsatz ‚The Idea of a Life Plan’ plädiert er für eine Lebensführung, die auch für das Unerwartete offen ist. Bekannt wurde Larmore hierzulande Mitte der 90er Jahre mit einem Buch über Strukturen moralischer Komplexität. Heute gilt er als einer der wichtigsten zeitgenössischen Philosophen. Am 2. und 3. November spricht der vielseitige Denker an der Goethe-Universität über ‚Vernunft und Subjektivität’.

Mit Charles Larmore beginnen die neu ins Leben gerufenen Frankfurt Lectures, veranstaltet vom Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’ der Goethe-Universität. Die beiden Vorlesungen am Montag (2.11.) und Dienstag (3.11.) finden auf dem Campus Westend statt (Hörsaalzentrum, HZ6) und dauern jeweils von 19 bis 21 Uhr. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Die Vorträge stehen in einem engen inhaltlichen Zusammenhang. Der erste trägt den Titel ‚Vernunft’, der zweite ‚Subjektivität’. Beide haben das Ziel, eine Theorie der inneren Verbindung von Vernunft und Subjektivität darzulegen.

Der Ausgangspunkt von Larmores Überlegungen ist, dass man sich häufig auf die Vernunft beruft und dabei zumeist an Prinzipien denkt, die unser Denken und Handeln leiten sollten. Die Vernunft selber aber müsse, so Larmore, etwas tiefer liegendes als jede Reihe von Prinzipien sein, da sie es uns ja erst ermögliche, deren Gültigkeit zu prüfen und gegebenenfalls anzuerkennen. Die Vernunft sei also, so Larmore weiter, unser Vermögen, uns nach Gründen zu richten, und liege daher so tief in unserem Wesen, dass es eben diese Selbstbeziehung sei, die uns erst zu Subjekten mache.

Der 1950 geborene Larmore hat in Harvard, Paris, Münster und Yale studiert. Bevor er an die Brown University wechselte, lehrte er an der Columbia University und der University of Chicago. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Ethik und politische Philosophie. Darüber hinaus arbeitet er über die Natur des Selbst, zur Geschichtsphilosophie und zu verschiedenen Fragestellungen der Metaphysik und Erkenntnistheorie. Zu seinen Publikationen gehören ebenso Arbeiten über den deutschen Idealismus und auch über Jürgen Habermas. Für sein Buch ‚ Les pratiques du moi’ erhielt Larmore im Jahr 2004 den Grand Prix de Philosophie der Académie Française.

Im Rahmen der Frankfurt Lectures wird einmal im Semester ein international herausragender Forscher eingeladen, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen einen bestimmten Aspekt der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten. Im Sommersemester 2010 wird Prof. Frank Michelman von der Harvard Law School die Vorlesungen halten.

Informationen Peter Siller, Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen", Tel: 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ringvorlesung zum Thema "Recht ohne Staat?"

Frankfurter Exzellenzcluster lädt ein zu fünf Vorträgen an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

16. Oktober 2009

FRANKFURT. Dem Thema ‚Recht ohne Staat? Zur Normativität nichtstaatlicher Rechtsetzung‘ widmet sich eine Ringvorlesung an der Goethe-Universität im Wintersemester. Mit der insgesamt fünf Vorträge umfassenden Reihe veranstaltet der Frankfurter Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen‘ seine erste Ringvorlesung, der weitere folgen werden. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

Der Begriff des Rechts scheint auf den ersten Blick in enger, fast untrennbarer Verbindung mit der politischen Organisationsform des Staates zu stehen. Experten beobachten jedoch in jüngster Zeit einen Prozess der Entstaatlichung bei der Setzung und Durchsetzung von Recht - oder zumindest die schrittweise Aufgabe eines staatlichen Monopols. Neu wäre dieses Phänomen freilich nicht. Aus historischer Perspektive ist ein ‚Recht ohne Staat‘ eher die Regel als die Ausnahme. Die Rechtsgeschichte blickt auf Jahrtausende, der ‚moderne Staat‘ ist eine vergleichsweise junge Erscheinung.

Unter Rechtwissenschaftlern besteht Einigkeit: Staatliche Rechtsetzung, vornehmlich durch die demokratisch legitimierte Gesetzgebung, soll und kann niemals so weit reichen, Rechtsetzung nichtstaatlicher Akteure zu verhindern. Gerade heute sind in vielen Lebensbereichen Rechtsbildungs- und Rechtsanwendungsprozesse zu konstatieren, an denen Akteure beteiligt sind, deren Regelungsbedarf von staatlichen Institutionen nicht gedeckt werden kann. Im grenzüberschreitenden Bereich hat sich hierfür der Begriff des ‚transnationalen Rechts‘ eingebürgert.

Diese Entwicklungen berühren die Frage nach der Wechselwirkung zwischen staatlicher Gewalt und nichtstaatlicher Rechtsetzung: Entwickelt sich das Recht im Zeitalter der Globalisierung unabhängig von staatlicher Einflussnahme? Schaffen sich globale Systeme wie die Wirtschaft ihre eigenen rechtlichen Strukturen? Wie weit reicht die demokratische Gesetzgebung heute noch?

Verantwortlich für die Durchführung der Ringvorlesung des Exzellenzclusters ist das Cluster-Forschungsfeld 4 ‚Die Herausbildung von Rechtsnormen zwischen den Nationen’. Die Leitung der Ringvorlesung obliegt Prof. Stefan Kadelbach und Prof. Klaus Günther.

Alle Vorträge finden im Hörsaalzentrum (Hz 3) auf dem Frankfurter Uni-Campus Westend statt. Der Beginn ist jeweils um 18 Uhr c.t.

Programm

Mittwoch, 21. Oktober 2009:
Unternehmen als Normunternehmer. Die Einbindung privater Akteure in grenzüberschreitende politische Steuerungsprozesse,

Prof. Klaus Dieter Wolf, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

Mittwoch, 18. November 2009:
Recht ohne Staat im Staat. Eine rechtsethnologische Betrachtung,

Prof. Franz von Benda-Beckmann, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (Halle)

Mittwoch, 16. Dezember 2009:
Modernes Investitionsschutzrecht. Ein Beispiel für entstaatlichte Setzung und Durchsetzung von Recht?,

Prof. Rainer Hofmann, Goethe-Universität Frankfurt

Mittwoch, 20. Januar 2010:
Verfassungen ohne Staat? Zur Konstitutionalisierung transnationaler Regimes,
Prof. Gunther Teubner, Goethe-Universität Frankfurt und London School of Economics

Mittwoch, 3. Februar 2010:
Recht ohne Staat. Ein Blick auf die Rechtsgeschichte,
Prof. Thomas Duve, Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte

Informationen Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: 069/798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/ringvorlesung

Globale Konflikte besser begreifen

Wissenschaftler des Exzellenzclusters stellen Forschungsprogramm vor

Pressemitteilung

14. November 2008

FRANKFURT. Mit einer internationalen Fachkonferenz präsentiert der Exzellenzcluster der Goethe-Universität »Die Herausbildung normativer Ordnungen« erstmals sein interdisziplinäres Forschungsprogramm der Öffentlichkeit. Das Ziel der etwa 100 Wissenschaftler ist es, Ursachen und Verlauf weltweiter Auseinandersetzungen um eine »neue Weltordnung« besser zu verstehen. Bei dem Symposium, zu dem am Freitag (14.11.) und Samstag (15.11.) neben den Mitglieder des Clusters auch die internationale Fachöffentlichkeit eingeladen ist, wollen die Geistes- und Sozialwissenschaftler das übergreifende Forschungsvorhaben des Netzwerks erörtern und die Forschungsthemen und -Projekte des Clusters mit international renommierten Fachkollegen diskutieren.

Impulse werden dabei von acht hochkarätigen Gastrednern erwartet, die mit pointierten Beiträgen die unterschiedlichen Positionen innerhalb der verschiedenen Forschungsfelder markieren und damit für kontroverse und fruchtbare Diskussionen sorgen sollen. So wird etwa der berühmte Sozialwissenschaftler Immanuel Wallerstein, Yale University, die Rolle normativer Ordnungen aus der Perspektive der von ihm mitbegründeten Weltsystemtheorie beleuchten. Ein Beitrag, der vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise ebenso mit Spannung erwartet wird, wie der Vortrag des Rechtswissenschaftlers Armin von Bogdandy, Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht Heidelberg, der zu den rechtlichen Voraussetzungen einer globaler Ordnungspolitik sprechen wird.

Der Exzellenzcluster untersucht die Thematik der Herausbildung normativer Ordnungen vor allem mit Blick auf die gegenwärtigen globalen Konflikte, wie sie sich etwa an der Verteilung knapper Ressourcen oder an den Folgen eines globalisierten Wirtschafts- und Finanzsystems entzünden. Den entscheidenden Schlüssel zum Verständnis solcher Auseinandersetzungen sehen die Frankfurter Wissenschaftler in den unterschiedlichen normativen Vorstellungen, an denen die Beteiligten ihr Tun ausrichten - oder vorgeben auszurichten: Nur durch eine Analyse der unterschiedlichen Ansprüche, die Konfliktparteien an eine gerechtfertigte Ordnung richten, lassen sich, so die Annahme, Wucht und Dynamik der gegenwärtigen Umbrüche erklären. Von den Forschungsergebnissen versprechen sich die Forscher ein besseres Verständnis globaler Konflikte und damit einen Beitrag zur ihrer Lösung. Dabei suchen sie auch nach vergleichbaren historischen Prozessen.

Der an der Goethe-Universität Frankfurt angesiedelte Exzellenzcluster wird im Rahmen der Exzellenzinitative von Bund und Ländern zunächst für fünf Jahre gefördert und bündelt eine Reihe von Forschungsinitiativen aus dem Frankfurter Raum, beteiligt sind auch Wissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt, der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung und des Max-Planck-Instituts zur europäischen Rechtsgeschichte. Sprecher des Clusters sind Prof. Dr. Rainer Forst und Prof. Dr. Klaus Günther. An dem Forschungsverbund beteiligen sich Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Philosophie, Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Ethnologie, Soziologie, Religionswissenschaft und Ökonomie.

Internationale Fachkonferenz des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen«

am 14. 11. (Freitag) und 15.11. (Samstag) im Maritim Hotel, Frankfurt

Informationen:
Peter Siller, Geschäftsführer des Clusters, mobil 0173 / 522 06 10 und unter www.normativeorders.net Journalisten, die über die Tagung berichten möchten, werden gebeten, sich kurz und formlos unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anzumelden.

Frankfurt stärkt Position als exzellente Forschungsuniversität

Geistes- und Sozialwissenschaftler werben drittes Exzellenzcluster für Goethe-Universität ein – 33 Millionen Euro für Forschung zur „Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

20. Oktober 2007

FRANKFURT. Die Universität Frankfurt bekommt ein drittes Exzellenzcluster und steht damit – so der Präsident der Universität, Prof. Dr. Rudolf Steinberg „in der ersten Reihe wissenschaftlicher Exzellenz in Deutschland“. In den kommenden fünf Jahren werden insgesamt mehr als 100 Millionen Euro aus dem bundesweiten Programm zur Stärkung der universitären Spitzenforschung nach Frankfurt fließen. Denn soeben wurde auf einer gemeinsamen Pressekonferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrats in Bonn mitgeteilt, dass der Antrag der Geistes- und Sozialwissenschaftler der Goethe-Universität Erfolg hatte. Für die mehr als 20 Wissenschaftler der Universität und kooperierender Institutionen im Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ bedeutet dies in den kommenden fünf Jahren eine finanzielle Förderung von 33 Millionen Euro.

„Ich freue mich sehr, dass nach dem großartigen Erfolg mit zwei medizinisch-naturwissenschaftlichen Exzellenzclustern in der ersten Runde in der zweiten Runde nun ein geisteswissenschaftliches Exzellenzcluster prämiert wurde und umfangreich gefördert wird. Dies unterstreicht die Stärke unserer traditionsreichen Geistes- und Sozialwissenschaften“, so Steinberg. „Wir haben die Jury davon überzeugen können, dass unser Konzept über Fächergrenzen hinweg reflexive und analytische Kompetenzen in sinnvoller Weise verbindet mit konkreten Fragen nach der Lösung von Problemen, etwa zur globalen Gerechtigkeit.“

Das Ziel, im Rahmen der Exzellenzinitiative gefördert zu werden und sich in dem harten Wettbewerb durchzusetzen, hat die Graduiertenschule FIRST, die bereits seit 2006 Doktorandenausbildung auf dem Gebiet der translationalen Biomedizin mit dem Fokus Arzneimittelentwicklung erfolgreich anbietet, nicht geschafft. „Auch wenn es für die Prämierung der Graduiertenschule FIRST ganz knapp nicht gereicht hat: Wir werden das hinter ihr stehende Konzept weiter verfolgen. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem Konzept der Vernetzung von Wissenschaft, Praxis und außeruniversitärer Forschung einen zukunftsweisenden Weg beschritten haben, den – wie ich fürchte – nicht alle Gutachter nachvollziehen konnten,“ äußerte Steinberg.

Bei den Geistes- und Sozialwissenschaftlern der Universität Frankfurt und beteiligten Forschungsinstituten war die Erleichterung groß, als aus Bonn die positive Nachricht kam, dass ihre Monate langen, intensiven Vorarbeiten für das Exzellenzcluster von Erfolg gekrönt sind. Dazu der Koordinator des Cluster-Antrags, der Rechtsphilosoph Prof. Dr. Klaus Günther: „Der Erfolg bestätigt die herausragende wissenschaftliche Qualität der bisherigen geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung in der Region Frankfurt. Mit neuen Professuren, einer anspruchsvollen Nachwuchsförderung und verbesserten Forschungsbedingungen werden wir uns nun dafür einsetzen, dass dieser Erfolg in die Zukunft verlängert und Frankfurt zu einem international beachteten Zentrum der Geistes- und Sozialwissenschaften wird.“

Philosophen, Politologen, Ökonomen, Rechtswissenschafter, Kulturethnologen und Historiker lassen sich in diesem Cluster auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit ein – das Umfeld an der Goethe-Universität ist ideal, das meint auch die Frankfurter Historikerin und Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Prof. Dr. Luise Schorn-Schütte: „Wir haben in Frankfurt zeigen können, wie Geisteswissenschaftler mit vernetzter Großforschung sinnvoll umgehen können und wir haben bewiesen, dass die Frankfurter Sozial- und Geisteswissenschaften gemeinsam kreative Forschung betreiben können.“ 20 von den bundesweit 40 Anträgen für Exzellenzcluster wurden in dieser Endrunde der Exzellenzinitiative bewilligt, darunter fünf aus den Geisteswissenschaften. Das Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ hat jährlich zwischen vier und sechs Millionen beantragt, in fünf Jahren sind dies 27 Millionen Euro, hinzu kommen 20 Prozent Overhead-Zuschlag, also insgesamt knapp 33 Millionen Euro.

Bereits in der ersten Runde der Exzellenzinitiative hatte Frankfurt den Zuschlag für zwei Exzellenzcluster „Makromolekulare Komplexe“ und „Herz-Lungen-Systeme“ (letzteres gemeinsam mit der Universität Gießen) bekommen und damit bereits mehr als 72 Millionen aus dem Fördertopf der bundesweiten Exzellenzinitiative für Frankfurt eingeworben. „Zusätzlich hoffen wir auf 26 Millionen Euro für ein Forschungsgebäude für das Cluster ‚Makromolekulare Komplexe’, die jeweils hälftig von Bund und dem Land Hessen aufgebracht werden“, erläutert Steinberg.

Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen

Die Wissenschaftler erforschen im Rahmen des Exzellenzclusters „Herausbildung normativer Ordnungen“ Gründe für den rapiden und konfliktreichen Wandel gesellschaftlicher Ordnungen – sei es die Frage einer gerechten globalen Ordnung der Wirtschaft zwischen den Ländern des Nordens und des Südens, die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte, die Transformation autoritärer Regime in demokratische Rechtsstaaten oder die Herstellung des Weltfriedens. Dabei spielen die vielfältigen und oftmals konträren Überzeugungen der beteiligten Konfliktparteien von einer gerechten Ordnung und deren Rechtfertigung eine maßgebliche Rolle. In dem komplexen Geflecht ökonomischer, kultureller, machtpolitischer und religiöser Ursachen nationaler und internationaler Konflikte sind diese Überzeugungen und Rechtfertigungen oftmals der auslösende Faktor und die treibende Kraft. Menschen kämpfen immer wieder mit Worten oder mit Gewalt um die Gerechtigkeit ihrer Lebens- und Herrschaftsverhältnisse.

In vier miteinander vernetzten Forschungsfeldern werden die philosophischen, historischen, politikwissenschaftlichen und juristischen Dimensionen des Streits um die Rechtfertigung von normativen Ordnungen untersucht. Es ist eines der organisatorischen Hauptziele des Clusters den bisher an der Goethe-Universität bestehenden fächer- und institutsübergreifenden Kooperationen zwischen den Geistes- und Sozialwissenschaften einen Rahmen zu geben, um damit die spezifische Frankfurter Tradition der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung zu erneuern und auf die wissenschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft auszurichten.

Die philosophischen, historischen, politikwissenschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Institute der Universität arbeiten dazu mit den Frankfurter Forschungsinstituten der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, des Max-Planck-Instituts für europäische Rechtsgeschichte, des Instituts für Sozialforschung, des Frobenius-Instituts sowie dem Centre Point Sud, der Technischen Universität Darmstadt und zahlreichen ausländischen akademischen Partnern eng zusammen. Sie schaffen damit ein regionales Netzwerk der Geistes- und Sozialwissenschaften, das international sichtbar sein wird.

Nähere Informationen:
Interviews: Universitätspräsident Prof. Dr. Rudolf Steinberg ist ab 15 Uhr über folgende Mobil-Nummern zu erreichen: 0179-5165520 (Olaf Kaltenborn) oder 0177-6800142 (Ulrike Jaspers)

Exzellenzcluster „Herausbildung normativer Ordnungen“
Prof. Dr. Klaus Günther, Koordinator des Clusterantrags, Institut für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie, Fachbereich Rechtswissenschaft, Telefon. 069/798-22903, Mobil 0179-9075636, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Verhältnismäßigkeit

Internationale Konferenz thematisiert „Proportionality in Theory and Practice“ am 14. und 15. Juni 2012 an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

6. Juni 2012

FRANKFURT. Man solle das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, heißt es, und auch nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. So etwas sei unverhältnismäßig. Doch was intuitiv einleuchtet, kann bei genauerem Hinsehen grundsätzliche Fragen aufwerfen. Was bedeutet das eigentlich, verhältnismäßig? Um das Prinzip und den Begriff der Verhältnismäßigkeit, auch Proportionalität, geht es bei der englischsprachigen Konferenz „Proportionality in Theory and Practice – Interdisciplinary and International Perspectives” am 14. und 15. Juni 2012 auf dem Campus Westend der Goethe-Universität. Im Fokus stehen die moralphilosophische, politische und verfassungsrechtliche Dimension des Begriffes. Hinzu kommen Fragen zur Proportionalität, die sich aus dem Strafrecht, der Medizin, der Ästhetik und der Architektur ergeben.

Organisiert wird die Konferenz von drei international anerkannten Experten: Rainer Forst ist Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität und Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Michel Rosenfeld kommt von der Cardozo Law School in New York, wo er Professor für Menschenrechte ist und Direktor eines Programms für globale und vergleichende Verfassungstheorie. Bernhard Schlink, emeritierter Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Berliner Humboldt-Universität, zählt zu den renommiertesten deutschen Juristen. Einer seiner Schwerpunkte betrifft die Verhältnismäßigkeit im Verfassungsvergleich. Über Fachkreise hinaus bekannt wurde er durch seine Kriminalromane und vor allem durch den Weltbestseller „Der Vorleser“.

Die drei Wissenschaftler hatten schon den ersten Teil der Konferenz organisiert. Er fand im September 2011 an der Cardozo Law School in New York statt und widmete sich der Proportionalität aus philosophischer, verwaltungs- und verfassungsrechtlicher Sicht wie auch in Bezug auf wirtschaftliche und militärische Fragen. Die aktuelle Frankfurter Konferenz wird unterstützt vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“, beides Einrichtungen an der Goethe-Universität.

Seit Aristoteles ist das Konzept der Proportionalität von zentraler Bedeutung für das Verständnis von Gerechtigkeit und Gleichheit. „Verhältnismäßigkeit“ umfasst dabei ganz allgemein die zu unterscheidenden Gesichtspunkte der Angemessenheit und der Ausgewogenheit: Handelt es sich erstens um eine geeignete, angemessene und erforderliche Maßnahme zum Erfolg? Stehen die mit einer Maßnahme verbundenen Kosten zweitens in einem ausgewogenen Verhältnis zu dem erzielten Zweck, und wie können dabei widerstreitende Interessen oder Werte ausreichend berücksichtigt werden?

Der Grundsatz der Proportionalität nimmt eine besondere Stellung in Philosophie und Recht, insbesondere im Verfassungs- und Strafrecht ein, spielt aber auch in vielen anderen Bereichen eine Rolle: In der Medizin wird die Entscheidung, wer Anspruch auf Transplantationsorgane oder lebensverlängernde Maßnahmen hat, unter Gesichtspunkten der Proportionalität getroffen. Auch in der Kunst und der Architektur findet das Kriterium der Verhältnismäßigkeit als ästhetischer Bewertungsmaßstab Anwendung.

Die Konferenz widmet sich dem Begriff der Proportionalität in interdisziplinärer und vergleichender Perspektive. Wird der Begriff in den unterschiedlichen Forschungsfeldern und Fachdisziplinen in ähnlicher Weise definiert? Oder beinhaltet er eine Vielzahl ganz verschiedener Prinzipien und Verwendungsweisen? Wird der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit innerhalb einer Fachdisziplin kulturübergreifend und international gleich verstanden, oder erhält er je nach Verwendungskontext unterschiedliche Bedeutungen?

Programm: www.normativeorders.net/proportionality

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel.: (069) 798-22015, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net, www.justitia-amplificata.de

Goethe-Uni verteidigt erfolgreich alle Exzellenzcluster

Voraussichtlich 75 Millionen Euro aus der Exzellenzinitiative für die Goethe-Universität / Präsident gratuliert erfolgreichen Antragstellern

Pressemitteilung

15. Juni 2012

FRANKFURT. Große Freude und Erleichterung an der Goethe-Universität: mit der Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, ihre drei Exzellenzcluster zu verlängern, hat sich die Hochschule im Kreis der forschungsstärksten Universitäten Deutschlands erfolgreich behauptet. Mit der heutigen Entscheidung fließen bis 2017 voraussichtlich weitere 75 Millionen Euro in die Finanzierung universitärer Spitzenforschung. „Nur wenige deutsche Universitäten verfügen über eine solche Dichte exzellenter Forschungszentren, die zudem die großen Themenfelder des universitären Forschungsprofils nahezu perfekt abbilden“, sagte Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl heute in Frankfurt.

Der Präsident gratulierte den erfolgreichen Antragstellern der Exzellenzcluster „Herausbildung Normativer Ordnungen“ der Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, „Kardiopulmonales System“ der Medizinwissenschaft sowie „Makromolekulare Komplexe“ der Lebens- und Naturwissenschaften: „Sie haben in den letzten Jahren Herausragendes geleistet, hervorragende Forscher und Forscherinnen nach Frankfurt geholt und ihr wissenschaftliches Potenzial in überzeugende Anträge umgesetzt, die sich gegen stärkste Konkurrenz durchgesetzt haben. Dies ist ein großer Erfolg für die gesamte Goethe-Universität, zu dem ich Sie im Namen aller Universitätsangehörigen beglückwünsche. Die Goethe-Universität ist stolz auf Sie!“

„Wir sind sehr glücklich, dass unsere Arbeit belohnt wird. Durch den Cluster haben wir in den letzten sechs Jahren einen Qualitätssprung am Campus Riedberg erfahren, wo jetzt Chemiker, Biochemiker, Biologen, Mediziner und Physiker von Uni und Max-Planck-Instituten eng zusammenarbeiten“, bedankte sich Prof. Harald Schwalbe, Sprecher des Exzellenzclusters „Makromolekulare Komplexe“, stellvertretend für alle Cluster-Mitglieder. Die internationale Strahlkraft des Clusters zeige sich darin, dass seine Professuren mit ausgewiesenen Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland besetzt werden konnten. Viele Wissenschaftler des Clusters hätten wichtige Preise erhalten. Auch international renommierte Forscher wie Venki Ramakrishnan, Nobelpreisträger des Jahres 2009, seien im Cluster auf dem Campus Riedberg gern zu Gast. Seit 2011 hat der Cluster ein eigenes Forschungsgebäude, benannt nach dem Frankfurter Unternehmer Joseph Buchmann, der den Exzellenzcluster im vergangenen Jahr mit einer großzügigen Spende unterstützte.

„Wir werten die Verlängerung unseres Exzellenzantrages nicht nur als Würdigung unserer bisher geleisteten, herausragenden Arbeit im Bereich der Herz-Kreislauf-Forschung, sondern freuen uns insbesondere darauf, in den kommenden Jahren mit der jetzt etablierten Infrastruktur noch erfolgreicher neue Behandlungsmethoden für unsere Patienten zu entwickeln“, sagte Prof. Andreas Zeiher, Sprecher des Exzellenzclusters „Kardiopulmonales System“. Die Kooperation der Herzspezialisten der Goethe Universität mit den Lungenspezialisten der Universität Gießen und dem Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim hat sicherlich europaweit Leuchtturmcharakter für die Herz-Lungen-Medizin“. In den vergangen fünf Jahren hätten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Clusters auf die Erforschung der Grundlagen von Erkrankungen des Herz- und Lungengewebes sowie der Gefäße konzentriert. Das auf molekularer Ebene gewonnene Verständnis von Krankheitsursachen habe es ihnen ermöglicht, neue Wirkstoffe in der Behandlung von Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen in die Klinik bringen und dort unter strengen Bedingungen zu erproben, so z. B. den Einsatz von Stammzellen bei einem Herzinfarkt.

„Wir sind stolz, dass eine spezifische ‚Frankfurter Handschrift’ bei der Erforschung globaler gesellschaftlicher Umbruchprozesse Anerkennung findet und freuen uns, unsere Arbeit nun mit neuen Schwerpunkten fortzusetzen“, so Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, die Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, bei dem die Goethe-Universität mit Partnern aus dem Rhein-Main-Gebiet kooperiert. Der Verbund, der in den letzten Jahren zehn neue Professuren eingerichtet hat, gilt auf seinem Gebiet mittlerweile als eine der weltweit führenden Einrichtungen. Im Cluster findet ein intensiver internationaler Austausch zu aktuellen Forschungsfragen statt, etwa bei den „Frankfurt Lectures“, im Rahmen des Fellow-Programms oder bei den vielfältigen Konferenzen wie der „Internationalen Jahreskonferenz“. Zudem wird der Dialog mit der Öffentlichkeit groß geschrieben – so bei den „Stadtgesprächen“ und dem sehr erfolgreichen Ausstellungsprojekt „Demonstrationen“ mit dem „Amt für Umbruchsbewältigung“. Ein Großteil der rund 180 Cluster-Angehörigen wird im September auf dem Campus Westend einen Forschungsneubau beziehen.

Als „Wermutstropfen“ bezeichnete Müller-Esterl das Ausbleiben des Erfolges in der so genannten Dritten Säule, wo es im gesamtuniversitäre Zukunftskonzepte ging: „Natürlich sind wir ein wenig traurig darüber, dass es uns nicht gelungen ist, auch nur eine Graduiertenschule einzuwerben, was eine Voraussetzung für die Erlangung des Titels „Eliteuniversität“ ist. Dabei hatten wir ein tragfähiges Zukunftskonzept vorgelegt, das auch von den Gutachtern als qualitätsvoll erachtet wurde. Ich bedaure dies, denn damit haben wir uns eine große Chance entgehen lassen, die Goethe-Universität noch weiter voran zu bringen“. Der Präsident gratulierte seinen hessischen Amtskollegen, die ebenfalls mit Projekten Erfolg hatten.

Müller-Esterl würdigte bei dieser Gelegenheit die Exzellenzinitiative als gelungenes Programm von Bund und Ländern, das zur besseren Sichtbarkeit von Spitzenforschung beigetragen habe; problematisch sei jedoch, dass die Initiative nach drei Antragsrunden wieder auslaufe. Zum einen würde dadurch das System einer „Bundesliga“ einschließlich seiner Auf- und Abstiegschancen insofern konterkariert, als nun zwölf Elite-Universitäten dauerhaft festgelegt seien. Zum anderen fehle am Ende allen deutschen Universitäten das Geld, um die erfolgreichen Schwerpunkte nachhaltig zu finanzieren.

Müller-Esterl appellierte deshalb nochmals an die Politik, die im Rahmen der Exzellenzinitiative bereitgestellten Mittel auch nach ihrem Auslaufen, 2017, für die Förderung von Spitzenforschung bereit zu stellen. In diesem Zusammenhang begrüßte er den jüngsten Vorstoß der Bundesregierung, durch eine Novellierung des Grundgesetzes dem Bund zu ermöglichen, universitäre Einrichtungen auch direkt zu fördern. Darüber hinaus regte der Präsident einen bundesweiten Diskurs um eine auskömmliche Grundfinanzierung universitärer Forschung und Lehre an: „Wir brauchen Planungssicherheit für die Zukunft“, erklärte Müller-Esterl, „schon um die Ausbildung der nachwachsenden Generation auf hohem Niveau zu garantieren und damit letztlich die Zukunftsfähigkeit unseres Landes sicherzustellen.“

Wie viel Kritik darf’s denn sein?

Vortragsreihe am Exzellenzcluster „Normative Orders“ beleuchtet Funktion und Folgen von Kritik im Streit um politische Ordnungen

Pressemitteilung

19. November 2012

FRANKFURT. „Kritik erwünscht“ heißt es, wenn moderate Verbesserungsvorschläge willkommen sind. Was aber, wenn die Kritik so grundsätzlich ist, dass bestehende Verhältnisse in infrage gestellt werden oder gar mit Gewalt geändert werden sollen? Eine Vortragsreihe am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität beschäftigt sich in diesem Wintersemester an drei Terminen mit dem Thema „Protest – Widerstand – Aufstand. Streit um politische Ordnungen.“

Die Reihe beginnt am 26. November 2012 mit einem Vortrag von Prof. David Chandler (University of Westminster, London) über Formen von Widerstand gegen problematische Praktiken des so genannten „Peacebuilding“, weitgehende Eingriffe von außen mit dem zumindest offiziellen Ziel, in einem Staat nachhaltig Frieden zu schaffen. Am 3. Dezember 2012 beleuchtet Dr. Wolfgang Kraushaar vom Hamburger Institut für Sozialforschung die Frühgeschichte der RAF. Um Untergrundbewegungen und politische Gewalt geht es schließlich am 11. Februar 2013 in dem Vortrag von Prof. Donatella della Porta, European University Institute, Florenz.

Organisiert wird die Reihe, die im Sommersemester 2012 begonnen hat, von den Cluster-Angehörigen und Politikwissenschaftlern Prof. Nicole Deitelhoff und Prof. Christopher Daase. Bisherige Beiträge befassten sich u.a. mit der Möglichkeit von Systemopposition und einer Begriffsgeschichte des Widerstands. Zentraler Gegenstand der Vortragsreihe sind unterschiedliche Formen von Kritik in politischen Ordnungen, ihre Funktion für diese Ordnungen und die Frage, wie die Ordnungen auf Kritik reagieren. Betrachtet werden nicht nur die nationalen oder lokalen politischen Ordnungen, sondern auch jene inter- und transnationalen Ordnungen, die sich jenseits und durch die nationalen Ordnungen hindurch entwickelt haben.

Kritik kann viele Formen annehmen: Sie kann sich lautstark mit einer Ordnung auseinandersetzen, die innere Emigration wählen oder subversiv tätig werden. Sie kann zum Mittel der Gewalt greifen und eine Ordnung umstürzen wollen, oder sie sucht den Zugang zu den bestehenden Institutionen, um diese umzugestalten. Wie diese unterschiedlichen Formen zusammenhängen, wie es zum Wandel von einer Form in die andere kommt, gehört zu den Schwerpunkten der Vortragsreihe. Ein weiteres Thema betrifft die Funktion der Kritik als Vehikel für politische Gleichheit; denn historisch betrachtet ist die Öffnung politischer Ordnungen für Kritik ein Ausweis ihrer Demokratisierung. Ebenfalls im Fokus der Reihe stehen die Fragen, wie viel Kritik eine politische Ordnung aushalten muss und auf welche Weise diese Ordnungen mit Kritik umgehen – wird sie einbezogen, ignoriert oder bekämpft?

Die Vorträge finden jeweils montags statt im Raum EG 02 des Gebäudes „Normative Ordnungen“ (Lübeckerstr./Ecke Hansaallee) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität. Der Beginn ist immer um 18.00 Uhr ct.

Das Programm in Überblick:

26. November 2012:
David Chandler (University of Westminster, London),
Peacebuilding and the Politics of Non-Linearity: Rethinking „Hidden“ Agency and „Resistance“

3. Dezember 2012:
Wolfgang Kraushaar (Hamburger Institut für Sozialforschung),
Wie entstand die RAF? Religiöse Desozialisation, politische Ideologien und Gruppendynamiken

11. Februar 2013:
Donatella della Porta (European University Institute, Florenz),
Clandestine Political Violence: A Global Comparison


Informationen:
Prof. Nicole Deitelhoff, Goethe Universität Frankfurt, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Westend, Tel.: 069-798-31444, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Telefon (069) 798 – 2 39 35, Telefax (069) 798 - 2 85 30,
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.uni-frankfurt.de

Was ist mit den Menschenrechten in China?

Podiumsdiskussion des Frankfurter China-Instituts und des Exzellenzclusters „Normative Orders“ am 13. Februar 2013

Pressemitteilung

6. Februar 2013

FRANKFURT. Die Volksrepublik China erkennt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte offiziell an. Gleichwohl ist in der Presse immer wieder zu lesen, dass etwa Bundeskanzlerin Merkel oder Präsident Obama bei einem Staatsbesuch die Einhaltung der Menschenrechte anmahnen. Auf die wirtschaftlichen Beziehungen scheint das Thema gleichwohl keinen Einfluss zu haben. Die Frage jedoch bleibt: Macht sich China „objektiv“ einer Verletzung der Menschenrechte schuldig, oder interpretieren „der Westen“ und die kommunistischen Machthaber, unter Berufung auf eine spezifische chinesische Tradition, diese Rechte auf verschiedene Weise? Dann wäre vielleicht nichts mehr anzumahnen. Man müsste sich aber womöglich von der Universalität der Menschenrechte verabschieden. Auf die Erörterung dieser Gemengelage darf man gespannt sein bei der Podiumsdiskussion zum

Thema: „Menschenrechte in China“
am: Mittwoch, dem 13. Februar 2013, um 18.00 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität,
Gebäude „Normative Ordnungen“,
Lübecker Straße / Ecke Hansaallee

Veranstalter der Podiumsdiskussion, zu der die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, sind der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und das China-Institut an der Goethe-Universität. Als Diskutanten konnten zwei renommierte Kenner Ostasiens gewonnen werden: Prof. Harro von Senger ist emeritierter Professor für Sinologie am Schweizerischen Institut für Rechtsvergleichung, Prof. Heiner Roetz lehrt Geschichte und Philosophie Chinas an der Ruhr-Universität Bochum. Komplettiert wird das Podium durch zwei profilierte Wissenschaftler der Goethe-Universität, die auch die Moderation übernehmen. Vom Exzellenzcluster Normative Ordnungen, in dessen Räumlichkeiten die Diskussion stattfindet, kommt Prof. Rainer Forst, Professor für politische Philosophie und einer der Sprecher des Clusters. Der Sinologe Prof. Iwo Amelung ist stellvertretender geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Zentrums für Ostasienstudien der Goethe-Universität.

Die Menschenrechte sind zu einer zentralen „normativen Ordnung“ der Moderne geworden. Im Westen verbindet man mit ihnen häufig einen universellen und kulturübergreifenden Geltungsanspruch. Ein Umstand wird dabei leicht übersehen, der in den Forschungsarbeiten des Exzellenzclusters zur Herausbildung normativer Ordnungen immer wieder Betonung findet: Während die westliche Welt die Menschenrechte vor dem Hintergrund eines Rechtfertigungsnarrativs versteht, das sich vor allem auf den Zivilisationsbruch durch den Nationalsozialismus bezieht, werden sie in anderen Weltregionen eher im Horizont der negativen Erfahrungen mit westlichem Kolonialismus, dem Streben nach ökonomischer Hegemonie und Ausbeutung, gewaltsamer Verbreitung einer vermeintlich höheren Zivilisation, behaupteter kultureller Überlegenheit und Paternalismus wahrgenommen. Was die Gewichtung und Interpretation einzelner Rechte anbelangt, scheinen unterschiedliche Auffassungen – so eine weitverbreitete These – auch daran zu liegen, dass beispielsweise China den Fokus auf die Entwicklung des Wohlstands und der Lebensqualität der Bevölkerung legt. Der Westen hingegen sieht in den Menschenrechten primär den Schutz des Einzelnen vor Übergriffen des Staates.

Der Schweizer Sinologe Harro von Senger, der auch promovierter Jurist ist, lenkt in seinen Veröffentlichungen zur Menschenrechtsdiskussion und zu den Menschenrechten in China den Blick auch auf die Position der Volksrepublik: In China herrsche, so von Senger in einer Studie, zumindest von offizieller Seite der Eindruck, dass „der Westen zwar unter dem Banner des Universalismus scheinbar neutral und unparteiisch für ‚die’ Menschenrechte eintrete. In Wirklichkeit instrumentalisiere er aber insgeheim die Menschenrechtsfrage zur moralischen Verbrämung einer beinharten partikulären Interessenpolitik“. Von Senger selbst spricht westlichen Politikern das alleinige Auslegungsrecht zu Inhalt und Tragweite von Menschenrechten ab. Man müsse sehen und anerkennen, dass in China andere Rechte im Mittelpunkt stünden, beispielsweise soziale Rechte und das Recht auf Entwicklung.

Auch Heiner Roetz von der Ruhr-Universität weiß, dass die chinesische Führung eine Umsetzung von Menschenrechten vor allem damit verbindet, die nationale Entwicklung durch den Staat zu organisieren, um die materielle Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. „Mit dem Fokus auf das Kollektiv wird der ursprüngliche Gedanke der Menschenrechte allerdings ausgehöhlt, denn die Entwicklungspolitik ist ihrerseits nicht mehr an Standards des individuellen Rechtsschutzes kontrollierbar“, so Roetz in einem Aufsatz. Eine ähnliche Aushöhlung finde aber statt, „wenn Menschenrechte auf Freiheitsrechte reduziert werden und die soziale Gerechtigkeit außer Acht bleibt.“ Der Sinologe sieht im Konfuzianismus Anknüpfungspunkte für ein modernes Menschenrechtsdenken. Und schließlich: „Entscheidend ist nicht, wer die Menschenrechte auf seinem historischen Konto verbuchen zu können meint. Entscheidend ist, wer ohne Anmaßung überhaupt in ihrem Namen sprechen kann.“

Informationen:
Prof. Iwo Amelung, Interdisziplinäres Zentrum für Ostasienstudien, Tel.: 069-798-22897
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.izo.uni-frankfurt.de, www.china-institut.info
Prof. Rainer Forst, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
Tel.: 069-798- 31540, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net

Neubau für Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ eröffnet

Forschungsbau auf dem Campus Westend kam durch beispielhafte Kooperation von Bund, Land und Universität zustande

Pressemitteilung

8. Februar 2013

FRANKFURT / WIESBADEN. Die Geistes- und Sozialwissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt gewinnen mit dem neuen Gebäude für den Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ weiter an Sichtbarkeit. Die Fertigstellung des sechsgeschossigen Gebäudes an der Nordostseite des Campus Westend kann als Beispiel für eine besonders gelungene Kooperation zwischen Politik und Wissenschaft gelten: Denn als einziges geistes- und sozialwissenschaftliches Bauvorhaben gehört das Projekt zu den Gewinnern eines Wettbewerbs des Wissenschaftsrates und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) des Bundes und der Länder. Die Kosten in Höhe von rund elf Millionen Euro tragen jeweils zur Hälfte der Bund und das Land Hessen. Das Gebäude nach Entwürfen der Berliner Architektin Gesine Weinmiller war im September 2012 nach zweieinhalbjähriger Bauzeit bezogen worden. Es bietet 145 der 180 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Clusters Platz.

Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Helge Braun, die Staatssekretärin im Hessischen Ministerium der Finanzen, Prof. Dr. Luise Hölscher, der Kulturdezernent der Stadt Frankfurt am Main, Prof. Dr. Felix Semmelroth, und der Präsident der Goethe-Universität, Prof. Dr. Werner Müller-Esterl, haben den Neubau heute bei einem Festakt mit rund 250 Gästen offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Staatsministerin Kühne-Hörmann sagte: „Das bundesweit hoch angesehene Exzellenzcluster erhält nun mit dem neuen Gebäude die besten räumlichen Rahmenbedingungen für seine Forschungstätigkeit bei der Suche nach der Gerechtigkeit in der Welt.“ Auch dieses Projekt belege, dass die Förderung von Wissenschaft, Forschung und Lehre an Hessens Hochschulen ein politischer Schwerpunkt der Landesregierung sei und bleibe.

Finanzstaatssekretärin Professor Dr. Luise Hölscher erklärte: „Das Gebäude fügt sich mit seinen angenehmen Proportionen und der Fassadengestaltung hervorragend in das Gesamtensemble ein und bildet zugleich als eigenständiges Bauwerk eine weithin sichtbare Adresse für den Exzellenzcluster“. Sie ergänzte: „Einen baulichen Aspekt möchte ich besonders betonen: Das Gebäude verfügt, ganz im Sinne des Kabinettsbeschlusses des Landes Hessen zur CO2-neutralen Landesverwaltung, über einen hohen Energieeffizienzstandard.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Werner Müller-Esterl betonte bei der Feierstunde, die noch junge Geschichte der 1914 gegründeten Goethe-Universität sei untrennbar verbunden mit ihren geistes- und sozialwissenschaftlichen Schwerpunkten. Der Exzellenzcluster baue auf der Tradition der „Frankfurter Schule“ auf. „Und auch heute“, so Müller-Esterl weiter, „beweist die Goethe-Universität ein hohes Innovationspotenzial in ihren geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern. Das zeigt nicht zuletzt die große Reputation des Clusters zur Herausbildung normativer Ordnungen, der im letzten Jahr mit großer Bravour die Hürden bei der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder genommen hat. Der hochwertige Neubau gibt dem Cluster nun auch seinen räumlichen Mittelpunkt.“

„Es ist ein glücklicher Umstand, dass die Einweihung des neuen Gebäudes mit dem Beginn der zweiten Förderperiode des Exzellenzclusters zusammentrifft, die nach einem harten Wettbewerb und überwältigend positiven Voten eines internationalen Gutachtergremiums bewilligt wurde“, sagte Prof. Dr. Klaus Günther, einer der beiden Sprecher des Clusters. Co-Sprecher Prof. Dr. Rainer Forst fügte hinzu: „Für einen interdisziplinären Forschungsverbund dieser Größe ist es sehr wichtig, ein eigenes Domizil zu haben, noch dazu solch ein beeindruckendes Gebäude. Damit hat das Projekt auch räumlich Gestalt angenommen.“ Die Sprecher dankten allen daran von Seiten der Universität, des Landes und des Bundes Beteiligten sowie dem Architekturbüro Weinmiller.

Der Frankfurter Exzellenzcluster zur Herausbildung normativer Ordnungen hat sich als feste Größe in der Forschungslandschaft etabliert. Der neue DFG-Präsident Prof. Dr. Peter Strohschneider bezeichnete ihn kürzlich als eine der führenden Einrichtungen seiner Art in Deutschland mit internationaler Ausstrahlung. Seit November 2012 wird der Forschungsverbund für weitere fünf Jahre durch die Exzellenzinitiative gefördert. Er gehört unter den 43 Clustern, die im Rahmen der bundesweiten Exzellenzinitiative für die zweite Förderperiode ausgewählt wurden, zu dem Kreis der sechs Projekte mit geistes- und sozialwissenschaftlicher Ausrichtung. Beteiligt sind verschiedene Disziplinen – von der Philosophie, den Geschichtswissenschaften, der Politikwissenschaft und der Rechtswissenschaft über die Ethnologie und die Ökonomie bis zur Soziologie und Theologie.

Dem Forschungsverbund, der 2007 seine Arbeit aufgenommen hat,  geht es, wie die Sprecher darstellten, vor allem darum, die doppelte Rolle von Normen, vor allem solcher der Gerechtigkeit und der Menschenrechte, im Leben der Gesellschaften zu untersuchen, wenn sie sowohl zur Rechtfertigung politischer Herrschaft und einer bestimmten Verteilung von Gütern als auch zu deren Kritik verwendet werden. Wie sehr die stabilisierende ebenso wie verändernde Kraft solcher Rechtfertigungen oft unterschätzt wird, zeigt sich aktuell zum Beispiel an den dramatischen Veränderungen, die wir seit über einem Jahr in den Ländern des nördlichen Afrika und des Nahen Ostens erleben.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung Marketing und Kommunikation, Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main,
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Chancen und Risiken der Europa-Krise

Kolloquium an der Goethe-Universität beleuchtet am 15. und 16. März 2013 die Rolle der aktuellen Krise für eine legitime politische Ordnung

Pressemitteilung

7. März 2013

FRANKFURT. Viel ist die Rede von einer bedrohlichen Krise der Europäischen Union und des kontinentalen Integrationsprozesses. Doch handelt es sich dabei um eine andauernd schwierige und vielleicht verfahrene Situation, oder kann man bereits von einem Höhe- und Wendepunkt der Geschehnisse sprechen? Der Begriff der Krise, der ja auch Veränderung impliziert, steht im Mittelpunkt des Kolloquiums „Europa: Krise, Umbruch und neue Ordnung“ an der Goethe-Universität. Veranstalter sind das Wilhelm Merton-Zentrum für Europäische Integration und Internationale Wirtschaftsordnung und der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Die wissenschaftliche Veranstaltung – zugleich XII. Walter-Hallstein-Kolloquium – findet am 15. und 16. März im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt.
Die europäische Integrationsgeschichte ist Ergebnis des fundamentalen Umsturzes in der politischen Ordnung Europas durch den Zweiten Weltkrieg. Seit jeher steht sie in der Spannung zwischen der Utopie gemeinsamer Freiheit und der Furcht vor dem Verlust vertrauter Ordnungsmuster. Diese Spannung hat sich wiederholt krisenhaft geäußert: im Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft 1954, in der französischen „Politik des leeren Stuhls“ 1964, im Zerwürfnis über den Irakkrieg 2003 und in der Ablehnung des Verfassungsvertrages in zwei Referenden 2004.
Was an der aktuellen Banken- und Staatschuldenkrise anders zu sein scheint als bisher, ist das Wiedererstarken nationalstaatlicher Stereotype und der Untergangsduktus der politischen Rhetorik. Ob ihr Höhepunkt bereits überwunden ist, wie manche Beobachter meinen, wird sich wohl erst im zeitlichen Abstand sagen lassen. Schon jetzt hat sie jedoch in der politischen Kultur Europas tiefe Spuren hinterlassen und mit ihrer offenbar abnehmenden Akzeptanz auch die Legitimität der Europäischen Union als Herrschaftsverband in Zweifel gezogen. Dafür ist nicht nur eine Krise der politischen Eliten in vielen Mitgliedstaaten verantwortlich, sondern auch der sich in Notstandspragmatismus äußernde Entscheidungsstil der maßgebenden Akteure.
Die Betonung des Ausnahmecharakters dieser Entwicklungen legt die Frage nahe, welche Rolle der Modus der Krisenbewältigung und ihr (Miss-)Erfolg für die Legitimität einer politischen Ordnung spielt. Ein Ansatz könnte darin bestehen, die Krise als Konstante oder sogar als Voraussetzung einer Ordnung und ihrer Legitimation zu sehen. Um einer Antwort auf diese Frage näher zu kommen, soll aus der Sicht von Vertretern der Geschichts-, Politik-, Rechts-, Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie der Versuch unternommen werden, das Thema in einen weiteren Zusammenhang zu stellen. Die Begrüßung und Einführung am Freitag, 15. März, um 14 Uhr liegt in den Händen der Cluster-Professoren und Rechtswissenschaftler Klaus Günther, der auch einer der Sprecher des Exzellenzclusters ist, und Stefan Kadelbach, der zu den maßgeblichen Organisatoren des Kolloquiums gehört.
Auch die interessierte Öffentlichkeit ist willkommen. Um eine Anmeldung per Fax oder Mail wird gebeten.

Programm: http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/alleveranstaltungen

Information und Anmeldung: Professur Dr. Stefan Kadelbach, Luise Mehrling, Goethe-Universität Frankfurt, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt, Tel. (069) 798-34295, Fax. (069) 798-34516, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Was gilt die Religion im demokratischen Diesseits?

Frankfurter Stadtgespräch am 22. Mai 2013 mit dem Jesuiten Pater Michael Sievernich und dem Religionsphilosophen Thomas M. Schmidt

Pressemitteilung

14. Mai 2013

FRANKFURT. Das Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein, fragt in seiner zehnten Auflage nach dem Ort der Religion in der pluralistischen Öffentlichkeit. Prof. Michael Sievernich SJ und Prof. Thomas M. Schmidt, beide ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet und eng mit der Mainmetropole verbunden, diskutieren zum

Thema: „Diesseits von Eden – Religion zwischen Pontifex und Postsäkularismus“
am: Mittwoch, dem 22. Mai 2013, um 19.00 Uhr.
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Lange Zeit schien Einigkeit darüber zu bestehen, dass – zumindest in der westlichen Welt – die öffentliche Bedeutung von Religion abnimmt. Mittlerweile aber mehren sich die Stimmen, die anstatt von einer weltlich geprägten Gegenwart von einer „postsäkularen Epoche“ sprechen. Doch gibt es wirklich eine Rückkehr der Religionen? Zumindest in Europa, so auch in Deutschland, scheint die Zahl der weltanschaulich Indifferenten – ob nun mit oder ohne Kirchenmitgliedschaft – eher zu steigen. Trotzdem sind Themen der Religion auch hier so präsent wie selten zuvor. In den Medien pendeln sie zwischen Religionskritik und Sonderausgaben zur Papstwahl. Was sagen diese Befunde über die Bedeutung der Religion – zumal in einer pluralistischen und demokratisch verfassten Gesellschaft?

Mit Überschriften wie „Frankfurt bleibt ein bisschen Papst“ wurde Prof. Michael Sievernich zu seinen Begegnungen mit Pater Jorge Mario Bergoglio befragt. Der Jesuit, ehemaliger Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt, ist Experte für Religion in der späten Moderne. Bei dem mittlerweile zehnten Stadtgespräch diskutiert er mit Prof. Thomas M. Schmidt, Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Schmidt fragt als Religionsphilosoph nach dem Vernunftanspruch und dem angemessenen Ort von Religion in einem weltlich geprägten Gemeinwesen.

Michael Sievernich lehrte bis zu seiner Emeritierung Pastoraltheologie an der Universität Mainz. Er ist Honorarprofessor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, der er von 1996 bis 2000 auch als Rektor vorstand. Mehrere Studienaufenthalte und Gastdozenturen führten ihn nach Lateinamerika. Dort hatte er bereits Anfang der 1980er Jahre den heutigen Papst kennengelernt. Ein Wiedersehen gab es einige Jahre später, als Pater Jorge Mario Bergoglio seinerseits einige Monate zu Studienzwecken in Sankt Georgen verbrachte.

Thomas M. Schmidt ist Professor für Religionsphilosophie am Fachbereich Katholische Theologie und kooptierter Professor am Institut für Philosophie der Goethe-Universität. Im Exzellenzcluster leitet er das Forschungsprojekt „Religiöse Überzeugungen in normativen Ordnungen“. Der Religionsphilosoph ist zudem einer der Hauptantragsteller des DFG-Graduiertenkollegs „Theologie als Wissenschaft“.

Der Eintritt zu der öffentlichen Podiumsdiskussion ist frei. Sie findet in der Cafèbar des Frankfurter Kunstvereins statt. Die Moderation hat Bernd Frye, Pressereferent des Clusters.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurter-stadtgespraech

Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft

Vortragsreihe an der Frankfurter Börse in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ startet am 4. Juni mit dem Philosophen Otfried Höffe

Pressemitteilung

29. Mai 2013

FRANKFURT. Finanzkrise, Zinsmanipulation, Managerboni – in Öffentlichkeit und Politik ist der Eindruck entstanden, dass es in der Finanzbranche an ethischen Prinzipien mangelt. Doch an welchen Werten sollte sich die Finanzwirtschaft orientieren – und an welchen kann sie sich orientieren, ohne ihre grundlegenden ökonomischen Interessen aus den Augen zu verlieren? Diese Fragen sind Thema der Veranstaltungsreihe „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit – Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft“, veranstaltet mit Unterstützung der Deutsche Börse AG und in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Goethe-Universität Frankfurt. Konzeption und Beratung liegen in den Händen von Prof. Marcus Willaschek, Philosoph und Mitglied des Clusters. Zum Auftakt der Reihe, für deren insgesamt vier Veranstaltungen jeweils eine persönliche Anmeldung erforderlich ist, spricht Prof. Otfried Höffe über das

Thema:  „Gerechtigkeit in Zeiten globaler Finanzwirtschaft“
am:        Dienstag, dem 4. Juni 2013, um 18.00 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr)
Ort:       Alte Börse, Raum „Lichthof“, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt

Der Tübinger Philosoph ist einem breiteren Publikum durch regelmäßige Beiträge in überregionalen Zeitungen zu aktuellen Fragen der Politik und Gesellschaft bekannt. Otfried Höffe ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Ethiker und politischen Philosophen; seine Werke wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Im Mittelpunkt seiner vor allem von Aristoteles und Kant inspirierten praktischen Philosophie steht der Begriff der Gerechtigkeit. Die weiteren Vortragenden gehören ebenfalls zu den führenden Philosophen der Gegenwart. Am 14. August 2013 spricht Prof. Axel Honneth (Exzellenzcluster der Goethe-Universität und Columbia University, New York) und am 22. November 2013 Prof. Thomas Pogge (Yale University). Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am 15. Januar 2014 eine Podiumsdiskussion mit namhaften Teilnehmern aus Wissenschaft, Recht und Finanzwirtschaft. Zu den Diskutanten gehört dann Prof. Rainer Forst, politischer Philosoph und Co-Sprecher des Frankfurter Exzellenzclusters.

Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, durch einen Dialog zwischen Philosophie und Finanzwelt zu einem Reflexionsprozess über Werte in der Finanzwelt beizutragen. Die jüngsten Krisen und Skandale der Finanzbranche haben in der Öffentlichkeit und der Politik den Eindruck eines Werteverlusts hervorgerufen: Banker, Großinvestoren und andere Akteure der Finanzwelt sind demnach zu sehr an kurzfristigen Unternehmensgewinnen interessiert und ignorieren Werte wie Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit wirtschaftlichen Handelns. Aus dieser Einschätzung ergeben sich Rufe nach gesetzlicher Regulierung einerseits und einer neuen Werteorientierung für Banken und Investoren andererseits. Doch eine ethische Orientierung kann sich nicht auf innerökonomische Werte wie ökonomische Nachhaltigkeit und Kundenwohl beschränken, sondern muss breiter ansetzen. Dazu soll die Reihe unter den Stichworten „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit“ einen Beitrag leisten.

Bei der Auftaktveranstaltung am 4. Juni wird Prof. Reto Francioni (CEO, Deutsche Börse AG) die Begrüßung übernehmen, bevor Prof. Marcus Willaschek vom Exzellenzcluster in das Thema einführt und nach dem Vortrag von Prof. Otfried Höffe auch die Gesprächsrunde mit dem Publikum moderiert.

Bereits im vergangenen Wintersemester hatte die Goethe-Universität im Rahmen ihrer Bürgeruniversität „Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?“ wirtschaftsethische Fragestellungen aufgegriffen. 2.200 Menschen hatten an sechs Abenden die Diskussionen mit renommierten Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft verfolgt und sich auch mit eigenen Beiträgen eingebracht.

Anmeldung:
Eine Teilnahme ist nur mit einer Einladungsbestätigung möglich. Anmeldungen für den Vortrag am 4. Juni werden erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen:
Prof. Marcus Willaschek, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel: (069) 798-32761, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net; Deutsche Börse AG, Section Events, Tel: (069) 211-12222, www.deutsche-boerse.com

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.uni-frankfurt.de

"Polizey": Cluster-Beteiligung an der Reihe des Kunstvereins

Der erste Beitrag des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" ist am 19. Juni ein Vortrag des Rechtshistorikers Michael Stolleis

Pressemitteilung

7. Juni 2013

FRANKFURT AM MAIN. Kein Rechtschreib- oder Druckfehler: „Polizey“ – so heißt eine Reihe im Frankfurter Kunstverein unter Mitwirkung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Die Reihe gehört zum groß angelegten Ausstellungsprojekt mit dem Obertitel „Ohnmacht als Situation“, das vom 13. Juni bis 4. August 2013 im Kunstverein am Römerberg auf dem Programm steht. Der Cluster ist an drei Veranstaltungen des „Polizey“-Teils direkt beteiligt. Den Anfang macht ein Vortrag des renommierten Frankfurter Rechtshistorikers Michael Stolleis zum

Thema: „Von der guten Ordnung zur Gefahrenabwehr. Policey und Polizei“

am: Mittwoch, dem 19. Juni 2013, um 19.30 Uhr

Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44

Polizei hieß früher „Polizey“ oder „Policey“ und unterschied sich auch sonst von den heutigen Sicherheitsbehörden. Vom Spätmittelalter bis zur Französischen Revolution verstand man unter „Policey“ Aufsicht, Kontrolle und Wohlfahrtsförderung der Obrigkeiten im Namen der „guten Ordnung“ des Gemeinwesens. Sittlichkeit, Gesundheit, Ordnung des Marktes, Handel und Wandel, Schutz vor Feuers- und Wassersgefahr waren die Gegenstände. Erst mit dem modernen „Rechtsstaat“ begrenzte man die Aufgaben auf Gefahrenabwehr. Alle anderen Aufgaben wanderten in das Verwaltungsrecht. Aus der umfassenden „Policey“ wurde die rechtlich gebundene „Polizei“. Der Referent Prof. Michael Stolleis war bis zu seiner Emeritierung Mitglied des Exzellenzclusters und zudem lange Jahre Direktor am Frankfurter Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, an dem er bis heute arbeitet. Die Einführung in seinen rechtshistorischen Vortrag übernimmt Prof. Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters.

Das mittlerweile elfte „Frankfurter Stadtgespräch“ des Exzellenzclusters in Kooperation mit dem Kunstverein wird dann am 3. Juli um 20.30 Uhr einen weiteren markanten Programmpunkt der „Polizey“-Reihe bilden. Die Diskutanten sind Prof. Klaus Günther, Rechtswissenschaftler und Co-Sprecher des Clusters, und der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP). Unter dem Titel „Strafe muss sein!? – Was wir vom Strafrecht haben“ geht es um die gerade in letzter Zeit zu beobachtende Expansion des Strafrechts als Mittel der Kriminalitätsbekämpfung. Härtere Strafen werden, so scheint es, geradezu als „Allheilmittel angesehen“ – sei es zur Bekämpfung sozialer Konflikte, um gesellschaftliche Umbrüche in die richtigen Bahnen zu lenken oder auch um die Finanzkrise zu bewältigen. Jörg-Uwe Hahn, auch stellvertretender Ministerpräsident,  bezeichnet den jüngst eingeführten, so genannten Warnschussarrest für Jugendliche als „Chance zur Besinnung, zur Einsicht“. Auch darum soll es in der Diskussion gehen, moderiert von der Juristin Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Clusters.

Prof. Klaus Günther wird am 10. Juli die Rollen wechseln und seinerseits die des Moderators einnehmen. Zu den Podiumsdiskutanten gehört dann Prof. Günter Frankenberg, ebenfalls Rechtswissenschaftler an der Goethe-Universität. Das Thema lautet: „Wer gerät als erstes ins Visier? – An den Grenzen der Gleichbehandlung“. Die Arbeit von Polizei und Justiz beruhen rechtlich gesehen auf dem Gleichbehandlungsgrundsatz. Vor dem Gesetz und in den Augen der Polizei darf niemand vorverurteilt oder rein subjektivem Verdacht ausgesetzt werden. In letzter Zeit kam es jedoch immer wieder dazu, dass bestimmte Menschen etwa aufgrund ethnischer oder schichtbezogener Kriterien besonders häufig oder ohne erkennbaren Anlass polizeilich kontrolliert wurden. In der Diskussion, die um 19.30 Uhr beginnt, soll unter anderem die Frage erörtert werden, inwieweit diese Vorgehensweise mittlerweile auch rechtlich nicht mehr unantastbar ist.

Kurator der Reihe zur „Polizey“ ist Felix Trautmann, Doktorand am Institut für Philosophie der Goethe-Universität. Das Gesamtprojekt „Ohnmacht als Situation“ besteht aus drei Sektionen, neben der „Polizey“-Reihe sind dies die Ausstellungen „Democracia“ und „Revolutie“. Das Projekt wird von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. Die Eröffnung findet bereits am Abend des 12. Juni statt. Dann ist ab 19 Uhr die interessierte Öffentlichkeit im Frankfurter Kunstverein bei freiem Eintritt willkommen.

 Die Cluster-Termine bei der „Polizey“-Reihe im Frankfurter Kunstverein im Überblick:

19. Juni 2013, 19.30 Uhr
„Von der guten Ordnung zur Gefahrenabwehr. Policey und Polizei“
Vortrag von Prof. Michael Stolleis, Einführung: Prof. Rainer Forst

3. Juli 2013, 20.30 Uhr
„Strafe muss sein!? – Was wir vom Strafrecht haben“
Frankfurter Stadtgespräch mit Jörg-Uwe Hahn und Prof. Klaus Günther
Moderation: Rebecca Caroline Schmidt

10. Juli 2013, 19.30 Uhr
„Wer gerät als erstes ins Visier? – An den Grenzen der Gleichbehandlung“
Podiumsdiskussion mit u.a. Prof. Günter Frankenberg, Moderation: Prof. Klaus Günther

Alle drei Veranstaltungen (Eintritt frei):

Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main

Informationen:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Westend, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net, www.fkv.de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofes­suren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter, Abteilung Marketing und Kommunikation, Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-23935, Fax: (069) 798-28530, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

„Viel hilft viel“ – auch beim Strafrecht?

Frankfurter Stadtgespräch am 3. Juli 2013 mit dem hessischen Justizminister Jörg-Uwe Hahn und dem Rechtsprofessor Klaus Günther

Pressemitteilung

13. Juni 2013

FRANKFURT. Das Strafrecht legt fest, was als verbrecherisches Handeln gilt und welche Strafen oder Maßregeln laut Gesetz damit verbunden sind. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, die grundlegenden Werte des Zusammenlebens zu schützen. Die Frage, ob und wann eine mögliche Erweiterung oder Verschärfung des Strafrechts als Mittel der Kriminalpolitik geeignet sein mag, steht im Mittelpunkt des nächsten Frankfurter Stadtgesprächs, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein. Der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn und der Rechtsprofessor Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters, diskutieren über das

Thema: „Strafe muss sein!? – Was wir vom Strafrecht haben“
am: Mittwoch, dem 3. Juli 2013, um 20.30 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main

In den vergangenen Monaten und Jahren lässt sich eine Expansion des Strafrechts als Mittel zur Kriminalitätsbekämpfung beobachten. Das Strafrecht wird, so scheint es, als eine Art „Allheilmittel“ zur Hilfe gerufen, wenn es um die Bekämpfung sozialer Konflikte geht, gesellschaftliche Umbrüche in die richtigen Bahnen gelenkt werden sollen und selbst zur Bewältigung der Finanzkrise. Die Forderung nach härteren Strafen ist vor allem dann zu hören, wenn die Öffentlichkeit ein Verhalten in besonderem Maße geißelt: bei jugendlichen S-Bahn-Schlägern ebenso wie bei prominenten Steuerhinterziehern. Der „Warnschussarrest“ oder die Abschaffung der strafbefreienden Selbstanzeige werden hier als geeignete Mittel behauptet. Doch wie ist ihre Wirksamkeit einzuschätzen und was erwarten wir grundsätzlich vom Strafrecht – welche Rolle kann und soll es in der heutigen Gesellschaft übernehmen? Auch diese Fragen sollen bei dem prominent besetzten, mittlerweile 11. Frankfurter Stadtgespräch diskutiert werden.

Jörg-Uwe Hahn ist hessischer Minister der Justiz, für Integration und Europa sowie stellvertretender Ministerpräsident. Der FDP-Politiker ist in letzter Zeit vor allem auch als Befürworter des so genannten Warnschussarrests hervorgetreten. Dieser bis zu vier Wochen lange Jugendarrest kann mittlerweile neben einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe verhängt werden.

Klaus Günther ist Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte sind Strafrecht und Rechtsphilosophie.

Das Frankfurter Stadtgespräch über die Rolle des Strafrechts gehört in diesem Sommer zu den Programmpunkten der Vortrags- und Diskussionsreihe „Polizey“ des Frankfurter Kunstvereins in Kooperation mit dem Exzellenzcluster. Die Moderation der Podiumsdiskussion mit Justizminister Jörg-Uwe Hahn und Prof. Klaus Günther hat Rebecca Caroline Schmidt, Juristin und Geschäftsführerin des Clusters.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurter-stadtgespraech

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofes¬suren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter, Abteilung Marketing und Kommunikation, Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-23935, Fax: (069) 798-28530, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Jay Wallace über Moral und gegenseitige Achtung

Philosoph aus Berkeley hält am 1. und 2. Juli die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

17. Juni 2013

FRANKFURT. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität setzt seine vielbeachteten Frankfurt Lectures fort. Im Mittelpunkt der zwei Vorlesungen in diesem Sommersemester steht die Rolle wechselseitiger Ansprüche zwischen Individuen bei der Entstehung und Umsetzung moralischer Normen. Redner ist R. Jay Wallace, Professor für Philosophie an der University of California in Berkeley. Seine beiden Vorträge in deutscher Sprache, zu denen die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist, haben das verbindende

Thema: „Bilateralität in der Moral“
am: 1. und 2. Juli 2013, jeweils um 19.15 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität, Hörsaalzentrum, Hörsaal HZ3

Einem vielversprechenden Ansatz zufolge geht es in der Moral um eine besondere Art von zwischenmenschlichen Beziehungen. Genauer gesagt befähigt uns das Einhalten moralischer Normen dazu, mit anderen Personen auf der Grundlage gegenseitiger Achtung umzugehen. Die moralische Normativität ist demnach eine bilaterale, insofern sie mit Anforderungen zu tun hat, die auf die Ansprüche anderer Individuen zurückgehen. Ziel der Vorlesungen wird es sein, einige wichtige Voraussetzungen dieses bilateralen Verständnisses der Moral herauszuarbeiten und kritisch zu überprüfen.

Im Rahmen der Frankfurt Lectures lädt der Exzellenzcluster herausragende Forscherinnen und Forscher ein, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen bestimmte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten. Jay Wallace ist der mittlerweile siebte Vortragende in dieser Reihe. Sein Spezialgebiet umfasst die Moralphilosophie und erstreckt sich auch auf angrenzende Bereiche wie die politische Philosophie und die Rechtsphilosophie. Im Fokus stehen dabei die Themen Verantwortung, Moralpsychologie und eine Theorie der praktischen Vernunft. Der Philosoph lehrt seit 1999 in Berkeley. Zu seinen akademischen Stationen gehört auch eine vierjährige Lehrtätigkeit als Professor an der Humboldt-Universität Berlin.

Frankfurt Lectures im Sommersemester 2013
R. Jay Wallace: Bilateralität in der Moral
Montag, 1. Juli, Lecture I: Die Grundzüge bilateraler Normativität
Dienstag, 2. Juli, Lecture II: Anspruch, Unrecht und Anforderung
Jeweils 19.15 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ3

Informationen:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Westend, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofes¬suren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter, Abteilung Marketing und Kommunikation, Senckenberganlage 31, 60325 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-23935, Fax: (069) 798-28530, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Philosophischer Vortrag über „Markt und Anerkennung“

Fortsetzung der Reihe an der Frankfurter Börse in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“. Vortrag: Axel Honneth. 14. August, 18 Uhr, Alte Börse.

Pressemitteilung

6. August 2013

FRANKFURT AM MAIN. „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit – Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft“ – so heißt die aktuelle Vortragsreihe, die die Deutsche Börse AG in Verbindung mit dem Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ veranstaltet. Ziel der Reihe ist es, durch einen Dialog zwischen Philosophie und Finanzwelt zu einem Reflexionsprozess über Werte in der Finanzwelt beizutragen. Als nächster prominenter Redner spricht der Frankfurter Philosoph Prof. Axel Honneth zum

Thema: „Markt und Anerkennung – Normative Grundlagen wirtschaftlichen Handelns“
am: Mittwoch, 14. August 2013, um 18.00 Uhr (Einlass ab 17.15 Uhr)
Ort: Alte Börse, Raum „Lichthof“, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt

Axel Honneth lehrt Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und an der Columbia-University (New York). Er ist Mitglied des Exzellenzclusters und Direktor des renommierten Frankfurter Instituts für Sozialforschung. Honneth gilt weltweit als einer der bedeutendsten Sozialphilosophen. Regelmäßig greift er neben seiner akademischen Forschung auch in die öffentliche Diskussion ein. Zentrales Thema seiner Philosophie, die an Hegel anknüpft und die Tradition der Frankfurter Schule weiterführt, ist der Begriff der Anerkennung. In seinem jüngsten Werk „Das Recht der Freiheit“ entwirft er ein Panorama „demokratischer Sittlichkeit“, das Hegels Überlegungen zu Moral, Markt und Staat aus dem 19. Jahrhundert in die Gegenwart transformiert.

Der Vortrag über Markt und Anerkennung ist der zweite in der philosophischen Reihe. Auftaktredner war am 4. Juni Prof. Otfried Höffe mit dem Thema „Gerechtigkeit in Zeiten globaler Finanzwirtschaft“. Der Tübinger Philosoph formulierte überraschende Einsichten und provozierende Aussagen zu Gegenständen, die auch für die Gesamtreihe erkenntnisleitend sind: Ist die Finanzbranche unmoralisch? Darf sie ihr Verständnis von Werten allein in Preisen ausdrücken? Brauchen wir neue Maßstäbe für den Kapitalmarkt? Im Mittelpunkt der Reihe steht denn auch die Frage, an welchen Werten sich die Finanzwirtschaft orientieren sollte – und an welchen sie sich orientieren kann, ohne ihre grundlegenden ökonomischen Interessen aus den Augen zu verlieren.

„Die Philosophie kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten“, sagt Prof. Marcus Willaschek, der die Reihe konzipiert hat. Der Frankfurter Philosoph, der ebenfalls Mitglied des Exzellenzclusters ist, weist darauf hin, dass der Beitrag der Philosophie allerdings nicht darin bestehe, auf die Frage nach den richtigen moralischen Normen und Entscheidungen fertige Antworten in Form von Expertenwissen zu liefern: „Die Frage, nach welchen Regeln wir zusammenleben wollen, kann nur von allen Beteiligten gemeinsam beantwortet werden. Aber Philosophen können auf die Gesichtspunkte hinweisen, die für die Frage nach moralischen Standards relevant sind; und sie können zur Klärung der Grundbegriffe beitragen, in denen wir über diese Fragen nachdenken: Begriffe wie Anstand, Fairness und Gerechtigkeit.“

Am 14. August, dem Tag des Vortrags, wird Marcus Willaschek nach der Begrüßung durch einen Vertreter der Deutschen Börse in das Thema des Abends einführen und im Anschluss an den Vortrag die Diskussion mit dem Publikum moderieren.

Die Reihe zur „Ethischen Orientierung am Finanzplatz der Zukunft“ wird am 22. November 2013 fortgesetzt. Auf Einladung der Deutschen Börse und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität spricht dann Prof. Thomas Pogge von der Yale University. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am 15. Januar 2014 eine Podiumsdiskussion mit namhaften Teilnehmern aus Wissenschaft, Recht und Finanzwirtschaft. Zu den Diskutanten gehört Prof. Rainer Forst, politischer Philosoph und Co-Sprecher des Clusters.

Anmeldung:
Eine Teilnahme ist nur mit einer Einladungsbestätigung möglich. Anmeldungen für den Vortrag am 14. August werden erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen:
Prof. Marcus Willaschek, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel: (069) 798-32761, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net; Deutsche Börse AG, Section Events, Tel: (069) 211-12222, www.deutsche-boerse.com

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung Marketing und Kommunikation, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main,
Telefon (069) 798 – 13753, Telefax (069) 798 – 76312531,
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„Wie in Stein gemeißelt ...“ – Vortrag zu Recht und Schrift

Rechtsprofessor Klaus Günther vom Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ spricht am 13. August 2013 im Offenbacher Klingspor-Museum

Pressemitteilung

7. August  2013

FRANKFURT AM MAIN. Das Recht und die Sprache, zumal als geschriebenes Wort, stehen seit jeher in einem engen Verhältnis zueinander und beeinflussen sich gegenseitig. Einen Einblick anhand ausgewählter Aspekte, bei dem auch gegenwärtige rechtstheoretische Diskussionen zur Sprache kommen, gibt Prof. Klaus Günther, Frankfurter Rechtswissenschaftler und Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, bei seinem Vortrag zum

Thema: „Wie die Schrift dem Recht zu seinem Recht verhalf“
am: Dienstag, 13. August 2013, um 18.30 Uhr.
Ort: Klingspor-Museum Offenbach, Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais), 63065 Offenbach am Main.

Klaus Günther wird einen Bogen schlagen von den Anfängen der „Rechtsschreibung“ bis hin zu besonderen Gesichtspunkten der Gegenwart. Der historische Abriss beginnt bei Stein- und Tontafeln, thematisiert das römische Recht und die Situation im Mittelalter und reicht über den „Code Napoleon“ bis in unsere digitale Zeit.

Günther lehrt Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören neben anderen die Rechtsphilosophie, die Theorie der juristischen Argumentation sowie das Forschungsgebiet Recht und Literatur, das unter der Bezeichnung „Law and Literature“ besonders auch im anglo-amerikanischen Raum verbreitet ist. Aus dem Blickwinkel „Recht als Literatur“ betont diese Disziplin die Bedeutung der Sprache für die Rechtsfindung und die Anwendung des Rechts.

Veranstalter des Vortragsabends sind der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, die Stadt Offenbach am Main und das Klingspor-Museum Offenbach. Das Museum in städtischer Trägerschaft hat die Schwerpunkte Schriftkunst und Typografie. Es wurde 1953 gegründet und hat sich in den letzten Jahren auch zu einer Sammlung künstlerischer Bücher entwickelt. Der Eintritt zu dem Vortrag am 13. August ist frei.

Kontakt Klingspor-Museum: Magistrat der Stadt Offenbach, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Ria Baumann, Tel. 069/8065-2392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.klingspor-museum.de, www.offenbach.de/kreativ

Informationen Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;  www.normativeorders.net;


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
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Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung Marketing und Kommunikation, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main,
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Von „Rambo“ bis „Pulp Fiction“: Gesetz und Gewalt im Kino

Vorlesungsreihe des Frankfurter Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ startet am 17. Oktober 2013 mit „Heat“

Pressemittelung

8. Oktober 2013

FRANKFURT AM MAIN. „Gesetz und Gewalt im Kino“ heißt eine neue Vorlesungsreihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in diesem Wintersemester. Auf dem Programm stehen insgesamt 14 Vorträge über ausgewählte Filme, darunter Blockbuster wie „Rambo“ und „Pulp Fiction“, aber auch Werke von Woody Allen sowie der hochgelobte japanische Zeichentrickfilm „Die letzten Glühwürmchen“, der gegen Ende des Zweiten Weltkriegs spielt. Western sind ebenfalls dabei – „The wild Bunch“ von Sam Peckinpah zum Beispiel und „Il grande silenzio“, ein Italowestern mit dem deutschen Titel „Leichen pflastern seinen Weg“. Die wissenschaftlichen Vorträge finden jeweils donnerstags um 16.15 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das Hörsaalzentrum (HZ 9) auf dem Frankfurter Campus Westend. Der Eintritt ist frei.

Die Darstellung von Gewalt war von Anfang an ein Leitmotiv des Kinos. In unterschiedlichen Genres nimmt diese sehr unterschiedliche Funktionen ein. Einen wichtigen Strang aber bildet in den Erzählungen des Kinos seit jeher die Frage nach dem Recht der Gewalt und der Gewalt des Rechts. Viele Spielfilme, die von Akten, Ereignissen und Zuständen offener oder latenter Gewalt erzählen, stellen durch die Art ihrer Erzählung die Frage nach der Legitimität der sozialen Ordnungen, in denen Gewalt entsteht und vergeht. Sie handeln von der Intimität von Gesetz und Gewalt. Zu den klassischen Filmgenres, in denen der Zusammenhang und Gegensatz von Gesetz und Gewalt in immer neuen Varianten durchgespielt wird, gehören der Western, der Film Noir und seine Ableger im Polizeifilm, aber auch der Kriegsfilm, soweit er die Legitimität militärischer Operationen zum Thema macht.

Die Vorlesungsreihe wird anhand der Interpretation exemplarischer Filme dieser Genres untersuchen, wie die Verzahnung von Recht, Gesetz und Gewalt im Kino dramatisiert wird – und welches Licht diese Inszenierungen auf idealisierende Prämissen und Prinzipien in traditionellen und aktuellen Theorien des Rechts und der Politik werfen. Organisiert wird die Reihe von Frederike Popp und Prof. Martin Seel (Exzellenzcluster und Institut für Philosophie der Goethe-Universität) zusammen mit Prof. Angela Keppler (Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Mannheim und assoziiertes Mitglied des Frankfurter Clusters). Die aktuelle Vorlesungsreihe gehört zum gleichnamigen Cluster-Forschungsprojekt „Gesetz und Gewalt im Kino“.

Zum Auftakt der Vortragsreihe spricht der Mit-Organisator und Frankfurter Philosophieprofessor Martin Seel am Donnerstag, 17. Oktober 2013, über den Film „Heat“ von Michael Mann mit Robert De Niro als Profigangster und Al Pacino als Lieutenant des Los Angeles Police Departments. Im weiteren Verlauf der Reihe wird u.a. auch Prof. Klaus Günther, Co-Sprecher des Exzellenzclusters, referieren. Der Rechtswissenschaftler beschäftigt sich am 7. November mit zwei Filmen von Woody Allen: „Matchpoint“ und „Crimes and Misdemeanors“ („Verbrechen und andere Kleinigkeiten“).

Bereits im Wintersemester 2011/2012 hatte der Cluster mit einem Team um Martin Seel eine Vorlesungsreihe zu besonderen Aspekten von Kinofilmen veranstaltet. Damals ging es um „Narration und Rechtfertigung im Kino“.

Programm:
www.normativeorders.net/kino

Kontakt:
Andrea Guevara, Institut für Philosophie/Sekretariat Prof. Seel, Tel: (069) 798-32772,  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

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Ringvorlesung „Beyond Anarchy“

Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit neuen Perspektiven auf die internationale Politik startet am 16. Oktober 2013

Pressemitteilung

10. Oktober 2013

FRANKFURT AM MAIN. Es gibt keine Weltregierung und auch keine übergeordnete Regelungsinstanz, die genug Autorität hätte, drängende globale Herausforderungen – von der Bekämpfung der Armut über die Folgen des Klimawandels bis zur Friedenssicherung – gleichsam von oben herab in Angriff zu nehmen. Auch wegen dieser Abwesenheit zentraler Herrschaft wird das internationale Machtgefüge häufig als „anarchisch“ beschrieben. Doch wie zutreffend ist dieser Befund – zumal in einer sich ändernden normativen Ordnung der internationalen Beziehungen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der Ringvorlesung „Beyond Anarchy: Rule and Authority in the International System”.

Die Reihe umfasst in diesem Wintersemester zwölf englischsprachige Vorträge internationaler Experten aus den Politik- und Rechtswissenschaften und der Soziologie. Veranstalter ist der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Organisiert wird die Ringvorlesung, die am 16. Oktober 2013 im Hörsaalzentrum auf dem Frankfurter Campus Westend beginnt, von Prof. Nicole Deitelhoff und Prof. Christopher Daase.

In den letzten Jahrzehnten haben sowohl Nichtregierungsorganisationen als auch inter- und supranationale Institutionen an Einfluss gewonnen. Der klassische Nationalstaat verliert dagegen immer mehr an Bedeutung. Trotzdem hält sich die Vorstellung einer „Anarchie“ in der internationalen Politik. Und auch wenn auf der überstaatlichen Ebene mittlerweile weitreichende Entscheidungen fallen: Im Sinne der Anarchie-These haben die Staaten die dazu nötige Autorität zuvor delegiert – mit der Option, sie wieder zurücknehmen. Die nicht-staatlichen Entscheidungsstrukturen sind von dieser Warte aus kein Element von Herrschaft im internationalen System.

In einem gewissen Gegensatz dazu steht eine Auffassung, die vor allem von Rechtswissenschaftlern vertreten wird. Demnach sind gesetzliche Regelungen das Kernstück einer modernen Weltordnung. Kennzeichnend für diese Perspektive sind auch eine zunehmende „Zentralisierung“ mit den Vereinten Nationen an der Spitze und die wachsende Zahl internationaler Organisationen.

Die Ringvorlesung thematisiert das Spannungsfeld zwischen den zwei Perspektiven und stellt dabei eine Frage, die beide gleichermaßen betrifft: Was genau ist jeweils mit Autorität und Herrschaft auf internationaler Ebene gemeint? Auch mit diesem Zugang soll das Verständnis für die Veränderungen in der internationalen normativen Ordnung geschärft werden.

Der erste Redner der Reihe ist zugleich einer der profiliertesten Wissenschaftler auf seinem Gebiet. Die Ringvorlesung beginnt am 16. Oktober mit Prof. Robert O. Keohane von der Princeton University. Der Politikwissenschaftler spricht um 18.15 Uhr im Hörsaalzentrum (HZ 3) über „New Modes of Pluralist Global Governance“. Als eine neue Art der pluralistischen globalen Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung stellt Keohane „Global Experimentalist Governance“ in das Zentrum seiner Ausführungen. Charakteristisch für diese Vorgehensweise sind u.a. eine intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten, aus dem öffentlichen wie auch privaten Bereich, ohne formale Hierarchien. Zu den Voraussetzungen des Gelingens gehören eine prinzipielle Aufgeschlossenheit für die grundsätzlichen Ziele und eine starke Einbeziehung von zivilgesellschaftlichen Akteuren und Experten. Beispiele sind die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und das Montreal-Protokoll zum Schutz der Ozonschicht.

Die hochkarätige Ringvorlesung bietet fast im Wochentakt ein neues Thema und einen neuen Blickwinkel auf die sich verändernde internationale Politik. Von Seiten des Exzellenzclusters mit dabei sind Prof. Nikita Dhawan (23.10.13: „The Politics of the Governed: Alter-Globalization and Subalternity“), Prof. Armin von Bogdandy (15.1.14: „The Advent of International Public Authority“) und Prof. Harald Müller (29.1.14: Anarchy, Hierarchy, Polyarchy, Monarchy or else? What sort of global rule for a time of power change?). Ebenfalls zum Cluster gehören die Organisatoren der Reihe, Prof. Nicole Deitelhoff und Prof. Christopher Daase. Sie halten am 12. Februar 2014 den abschließenden Vortrag mit dem Titel „A Gordian Knot? Rule and Resistance in International Relations“.

Alle Vorlesungen finden im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt. Sie beginnen jeweils um 18.15 Uhr. Bitte beachten: Die Vorträge finden innerhalb des Hörsaalzentrums in wechselnden Hörsälen statt. Die Raumnummern sowie alle Termine im Überblick finden sich im Programm.

Programm:
www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen

Kontakt:
Prof. Nicole Deitelhoff, Goethe Universität Frankfurt, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Westend, Tel.: 069-798-31444, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net

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Ist es das Ende des Internets ... wie wir es kennen?

Frankfurter Stadtgespräch „zur Regulierung der digitalen Gesellschaft“ am 20. November 2013

Pressemitteilung

8. November 2013

FRANKFURT AM MAIN. Wird es das Internet – zumindest so, wie wir es kennen – schon bald nicht mehr geben? Zunehmende rechtliche und technische Regulierungen scheinen in diese Richtung zu weisen. Um die Aussichten für die digitale Gesellschaft geht es bei der mittlerweile zwölften Ausgabe des Frankfurter Stadtgesprächs, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen zu der Podiumsdiskussion mit dem

Thema: „Das Ende des Internets? – Zur Regulierung der digitalen Gesellschaft“
am: Mittwoch, dem 20. November 2013, um 20.00 Uhr.
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Als Gast des Clusters wird Markus Beckedahl auf dem Podium sitzen. Der vielfältig engagierte netzpolitische Aktivist ist Gründer des Portals netzpolitik.org und fungierte als Sachverständiger der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages. Mit ihm diskutiert Alexander Peukert, Mitglied des Clusters und Professor für Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht mit Schwerpunkt im internationalen Immaterialgüterrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe-Universität. Die Moderation hat die Juristin und Geschäftsführerin des Clusters, Rebecca Caroline Schmidt.

Das Internet ist für viele Menschen zu einem unverzichtbaren Bestandteil ihres Alltags geworden. Wie selbstverständlich kommunizieren wir „im Netz“. Häufig erscheinen dabei auch die Auswirkungen des Internets auf alle Bereiche der Gesellschaft als geradezu unumgänglich. Gestritten wird deshalb meist darüber, wie mit diesen Effekten umzugehen sei. Das Internet selbst wird hingegen als bleibendes Phänomen unterstellt. Im aktuellen Stadtgespräch soll diese Perspektive um die umgekehrte Frage ergänzt werden, ob die bisherige Form des World Wide Web schon bald nicht mehr existieren wird.

An die Stelle des weltweit offenen, anarchisch-unsicheren Internets könnten durchaus andere Formen der digitalen Vernetzung und damit der digitalen Gesellschaft treten, die mehr Sicherheit und Kontrolle, dafür aber weniger Offenheit und Partizipation ermöglichen. Um diesen Entwicklungen nachzugehen, sollen bei der Diskussion unterschiedliche Regulierungs- und Konfliktfelder zur Sprache kommen – darunter insbesondere Aspekte des Datenschutzes und der Datensicherheit, der Regulierung des Persönlichkeits- und Urheberrechts im Internet und nicht zuletzt die Zukunft der Netzneutralität.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurter-stadtgespraech



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Tagung fragt nach der gerechten Ordnung der Zukunft

Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 21. und 22. November 2013

Pressemitteilung

12. November 2013

FRANKFURT. „Normative Ordnungen der Zukunft“ – so lautet der Titel der sechsten internationalen Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Sie findet am 21. und 22. November 2013 im neuen Gebäude des Forschungsverbundes auf dem Campus Westend statt. Mit der Wahl des diesjährigen Konferenzthemas wird der Schwerpunkt auf Dynamiken der Veränderung gelegt, auf Konflikte und Krisen, soziale und kulturelle Auseinandersetzungen, aus denen sich künftige normative Ordnungen herausbilden. Dieser Fokus auf das „Werden“ soll den Blick auf Rechtfertigungsordnungen um die Frage nach einer gerechten Ordnung auch für künftige Generationen erweitern.

Der Problemstellung wird in vier Panels nachgegangen: Das Panel des Cluster-Forschungsfeldes III („Die Pluralität normativer Ordnungen“) widmet sich unter der Überschrift „Die Umstrittenheit der internationalen Ordnungen“ dem ebenso konfliktträchtigen wie komplementären Verhältnis staatlicher und nicht-staatlicher Akteure im Prozess der gegenwärtig umkämpften Transformation weltpolitischer Ordnungen. Aus historischer Perspektive wird das Panel des Forschungsfeldes II („Die Dynamik normativer Ordnungen“) dazu beitragen, das Verhältnis von „Kultur und Macht“ zu erschließen, unter anderem am Beispiel der Herausbildung religiöser Institutionen. „Die Gegenwart der Zukunft. Nachhaltigkeit und ökologische Gerechtigkeit“ ist der thematische Fokus des Panels des Forschungsfeldes I („Die Normativität normativer Ordnungen“). Es wird die aktuellen und kommenden Konflikte um gerechte Ordnungen angesichts der dramatischen Folgen des Klimawandels thematisieren. In diesem Jahr wird es erstmals ein eigenes Panel der Postdocs geben: Es widmet sich unter dem Titel „Krise und Entstehung“ den oftmals krisenhaften Entstehungsbedingungen neuer normativer Ordnungen anhand aktueller und historischer Fälle.

Auch für diese Jahreskonferenz konnte der Exzellenzcluster wieder namhafte Gäste als Chairs und Vortragende gewinnen. In diesem Jahr gehören die Gastreferenten allesamt auch dem Wissenschaftlichen Beirat des Clusters an. Auf der Frankfurter Konferenz mit dabei sind der Rechtswissenschaftler der Université de Strasbourg, Olivier Jouanjan, Katharina Michaelowa, Professorin für politische Ökonomie an der Universität Zürich, der Philosoph Thomas Pogge von der Yale University, die an der Universität Wien lehrende Byzantinistin Claudia Rapp und der Politikwissenschaftler Michael Zürn vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Von Seiten des Clusters wird es Beiträge geben von Sara Dezalay, Daniel Föller, Gunther Hellmann, Lisa Herzog, Anja Karnein, Matthias Kettemann, Milan Kuhli, Darrel Moellendorf, Thomas M. Schmidt, Susanne Schröter sowie Kerstin Weiand.

Die Konferenz steht Interessierten offen. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/jahreskonferenzen


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
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Experte für Klimagerechtigkeit neu an der Goethe-Universität

Darrel Moellendorf übernimmt Professur am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ - Globale Klimapolitik muss sich an den Rechten der Ärmsten orientieren

Pressemitteilung

13. November 2013

FRANKFURT AM MAIN. Darrel Moellendorf ist neuer Professor für Internationale Politische Theorie am Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Der Philosoph mit dem Schwerpunkt auf Fragen globaler Gerechtigkeit wechselt von der San Diego State University, wo er auch das Institute for Ethics and Public Affairs geleitet hat, an die Goethe-Universität.

„Ich freue mich sehr darüber, dass Darrel Moellendorf den Ruf nach Frankfurt angenommen hat“, sagt Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie. Moellendorf sei ein ausgezeichneter politischer Philosoph, der das Nachdenken über die Herausbildung einer gerechten globalen Ordnung entscheidend befördert habe. „Wie auch sein neues Buch über den Klimawandel zeigt, verbindet er normative Grundlagenforschung mit institutionellen und politischen Fragen, was genau zu unserem interdisziplinären Forschungsprogramm passt“, so Forst weiter.

Zu Darrel Moellendorfs Forschungsgebieten gehören Fragen des gerechten Krieges und die Gerechtigkeit in Transformationssituationen, wenn es beispielsweise darum geht, die Folgen eines gewaltsamen Konflikts oder einer Diktatur aufzuarbeiten. Seit einigen Jahren legt Moellendorf ein besonderes Augenmerk auf die Verbindung von Klimaschutz und globaler Gerechtigkeit. Mittlerweile hat er seine groß angelegte Monographie zum Thema fertiggestellt. „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change: Values, Poverty, and Policy“ wird im kommenden Jahr bei Cambridge University Press erscheinen.

„Gegenwärtig ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Menschheit, Antworten darauf zu finden, wie wir adäquat auf den menschengemachten Klimawandel reagieren können. Der Klimawandel wirft eine Reihe von zunehmend wichtigen moralischen Problemen auf, denen politisch begegnet werden muss“, betont Moellendorf. So dürfe sich eine gerechte globale Klimapolitik nicht darauf beschränken, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen, sie müsse zugleich die Bekämpfung der weltweiten Armut im Blick behalten.

Dass die Anstrengungen zum Schutz des Klimasystems intensiviert werden müssen, verdeutlicht auch der jüngst erschienene Bericht des Weltklimarates, der zudem darauf hinweist, dass besonders weniger entwickelte Länder des Südens unter einem fortschreitenden Klimawandel zu leiden hätten – von Trinkwasserknappheit über Missernten bis Überschwemmungen. „Eine gerechte globale Klimapolitik muss dafür Sorge tragen, dass die CO2-Emissionen stark eingeschränkt werden und gleichzeitig die ärmeren Länder weiterhin Zugang zu kostengünstiger Energie haben“, so Darrel Moellendorf.

Er plädiert für eine verteilende und ausgleichende Gerechtigkeit, bei der Staaten – deren Wohlstand nicht zuletzt mit einer langen Phase der CO2-Prodution verbunden ist – soziale Verantwortung übernehmen und die Hauptlast des Klimaschutzes tragen. Innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens sollten, so Moellendorf, die ärmeren Länder mehr CO2 ausstoßen dürfen, da sie ohne den Einsatz der billigeren fossilen Brennstoffe kaum Chancen hätten, der Armut zu entkommen. Den Industrieländern weist der Gerechtigkeitsphilosoph die Verantwortung zu, ihre Emissionen stark zu reduzieren, um damit das Gesamtniveau der globalen Emissionen zu reduzieren.

Auch zukünftige Generationen hätten, so Moellendorf, einen Anspruch darauf, dass schon heute der CO2-Austausch drastisch reduziert werde. Moellendorf verweist auf den aktuellen Bericht des Weltklimarates, in dem erstmalig von einem Emissionsgrenzwert die Rede ist, der nicht überschritten werden dürfe. Ansonsten würde sich die Erde um mehr als zwei Grad erwärmen und es drohten kaum mehr beherrschbare Klimakonsequenzen. Die Deadline beträgt eine Billion Tonnen CO2 und wäre bei weiterhin ungebremstem Ausstoß im Jahr 2040 erreicht. Bisher, vom Beginn der Industrialisierung bis heute, ist rund eine halbe Billion Tonnen in die Atmosphäre gelangt. Wenn wir nun, so Moellendorf, das verbleibende Emissions-Budget allein für uns ausschöpften, wäre das mit Blick auf den Gestaltungsspielraum unserer Nachkommen ungerecht und verantwortungslos.

Darrel Moellendorf hat auf der Professur für Internationale Politische Theorie die Nachfolge von Stefan Gosepath angetreten. Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet sind für den US-Philosophen kein Neuland. Bis zum Sommersemester 2013 war er Gastwissenschaftler der Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Goethe-Universität gefördert wird. Er lebte und arbeitete in dieser Zeit als Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg, wo er auch Teile seines Buches zu den moralischen Herausforderungen des Klimawandels geschrieben hat. Zu seinen weiteren Werken zählen „Cosmopolitan Justice“ (2002) und „Global Inequality Matters“ (2009). Zudem ist er Mitherausgeber des „Handbook for Global Ethics“ (im Erscheinen).

Kontakt:
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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

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Gerechtigkeitsphilosoph nimmt die Banken in die Pflicht

Fortsetzung der Reihe an der Frankfurter Börse in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ am 22. November mit Thomas Pogge

Pressemitteilung

15. November 2013

FRANKFURT AM MAIN. Um den Dialog zwischen Philosophie und Finanzwelt geht es der Vortragsreihe „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit – Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft“. Die Veranstaltungsreihe findet unter der Leitung von Prof. Marcus Willaschek, Goethe-Universität Frankfurt, mit Unterstützung der Deutsche Börse AG und in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ statt. Der nächste prominente Redner kommt von der Yale University. Prof. Thomas Pogge spricht zum

Thema: „Weltarmut und die Verantwortung der Banken“
am: Freitag, 22. November 2013, um 18.00 Uhr (Einlass ab 17.15 Uhr)
Ort: Alte Börse, Ludwig-Erhard-Saal, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt

Thomas Pogge lehrt an der US-amerikanischen Universität Philosophie und internationale Angelegenheiten. Er gilt als einer der einflussreichsten Vertreter der Politischen Philosophie der Gegenwart und setzt sich zugleich in vielfältiger Form für die praktische Umsetzung philosophischer Gerechtigkeitsprinzipien ein. Sein Engagement gilt vor allem den Bereichen Armut und Gesundheit.

Pogge war in den zurückliegenden zwei Jahren Vorsitzender einer Arbeitsgruppe, die sich mit dem Zusammenhang von illegalen Finanzströmen, Armut und Menschenrechten beschäftigt hat. Diese „Task Force on Illicit Financial Flows, Poverty and Human Rights“ arbeitete für das Institut für Menschenrechte der „International Bar Association“, einer weltweiten Anwalts- und Juristenvereinigung. Der Bericht der Arbeitsgruppe, in dem verschiedene Arten von Steuermissbrauch („tax abuses“) im Mittelpunkt stehen, ist jüngst, in diesem Oktober erschienen. Er zeigt auf, welche Rolle Banken und Anwälte bei der Geldwäsche und Gewinnverschiebung zum Zwecke der Steuerumgehung spielen und welche Auswirkungen das auf die Weltarmut und die Erfüllung der Menschenrechte hat. Auch darüber wird Pogge in Frankfurt berichten.

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden ist der Gerechtigkeitsphilosoph – eine deutsche Zeitung nannte ihn den „Weltverändererdenker“ – als Mitinitiator des so genannten „Health Impact Fund“ (HIF), der die Versorgung ärmerer Länder mit erschwinglichen Medikamenten ermöglichen soll. Im Rahmen dieses Modells werden konkrete Vorschläge formuliert, wie Anreize für Pharmaunternehmen aussehen könnten, damit neue, für bestimmte Krankheiten dringend benötigte Medikamente entwickelt und wirksam verteilt werden.

Die Konzeption und fachliche Leitung der gesamten philosophischen Reihe liegt in den Händen von Prof. Marcus Willaschek, Philosoph an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Auch am 22. November wird er in das Thema des Abends einführen und die anschließende Diskussion mit dem Publikum moderieren.

Der Vortrag über die Verantwortung der Banken ist der mittlerweile dritte in der philosophischen Reihe. Auftaktredner war Prof. Otfried Höffe (Tübingen) mit dem Thema „Gerechtigkeit in Zeiten globaler Finanzwirtschaft“. Danach referierte der Frankfurter Philosoph Prof. Axel Honneth über „Markt und Anerkennung – Normative Grundlagen wirtschaftlichen Handelns“. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am 15. Januar 2014 eine Podiumsdiskussion mit namhaften Teilnehmern aus Wissenschaft, Recht und Finanzwirtschaft. Zu den Diskutanten gehört dann Prof. Rainer Forst, politischer Philosoph und Co-Sprecher des Clusters.

Anmeldung:
Eine Teilnahme ist nur mit einer Einladungsbestätigung möglich. Anmeldungen für den Vortrag am 22. November 2013 werden erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen:
Prof. Marcus Willaschek, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel: (069) 798-32761, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net; Deutsche Börse AG, Section Events, Tel: (069) 211-12222, www.deutsche-boerse.com



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Von „Shitstorms“ und anderen „Praktiken der Kritik“.

Internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom 5. bis 7. Dezember 2013

Pressemitteilung

2. Dezember 2013

FRANKFURT AM MAIN. Die internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beschäftigt sich in diesem Jahr mit Kritik in ihren verschiedenen gesellschaftlichen Ausprägungen: Unter welchen Bedingungen entsteht sie? Wie wird sie artikuliert? Welche Reaktionen sind zu beobachten? Der Titel der Tagung lautet „Praktiken der Kritik“ oder auch „Practices of Critique“, denn Teile der dreitägigen Veranstaltung finden auf Englisch statt.

Vom 5. bis zum 7. Dezember werden rund 100 Mitwirkende aus Europa und den USA erwartet. Das Programm umfasst 25 Panels. Hinzu kommen Beiträge von renommierten Forscherpersönlichkeiten. Die mittlerweile vierte internationale Nachwuchskonferenz des Frankfurter Exzellenzclusters ist gleichzeitig Vorbote und Auftakt einer Reihe, mit der der geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungsverbund im Jubiläumsjahr 2014 der Goethe-Universität Einblicke in seine Arbeitsschwerpunkte geben wird.

„Praktiken der Kritik nach dem arabischen Frühling“, „Von Shitstorms und Empörungswellen – Gründe und Abgründe der Internetkritik“, „Krise und Kritik im Banken- und Finanzwesen“: So lauten Titel von Panels, die sich mit aktuellen Vorgängen und Geschehnissen befassen. Daneben stehen auch eher grundsätzliche Betrachtungen aus philosophischer, rechts- und politiktheoretischer Perspektive auf dem Programm.

Praktiken der Kritik, so die Grundthese der Konferenz, sind mit normativen Ordnungen und ihrer Herausbildung auf vielfältige Weise verbunden. Normative Ordnungen beziehen sich reflexiv auf kritische Auseinandersetzungen, die in ihnen stattfinden. Sie können Kritik dabei sowohl ermöglichen als auch unterdrücken. Auf der einen Seite kann sich Kritik auf die Rechtfertigungsgrundlagen normativer Ordnungen stützen. Auf der anderen Seite steht eine solche immanente Kritik in der Gefahr, selbst zur Reproduktion der kritisierten Zustände beizutragen.

Der kritischen Praxis sozialer Bewegungen und theoretischer Interventionen wird darüber hinaus oft entgegengehalten, dass es keine gleichsam „unschuldige“ Position gebe, von der aus ein kritischer Standpunkt formuliert werden könne. Es stellt sich entsprechend die Frage, in welcher Form und unter welchen historischen, politischen und sozialen Umständen Kritik überhaupt in Erscheinung treten kann.

Diesen und ähnlichen Fragen gehen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in insgesamt 85 Vorträgen und mehreren Diskussionsrunden nach. Eröffnet wird die Konferenz am Donnerstag (5.12.) von Prof. Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters. Die „Opening Lecture“ hält dann der Bremer Rechtswissenschaftler Prof. Andreas Fischer-Lescano zum Thema „Between Force and Violence. A Critique of Law in World Society”. Es folgen weitere prominente Vortragende und Impulsgeber, unter anderem in einer Podiumsdiskussion über das Verhältnis von „Academia and Critique“ zum Abschluss der Veranstaltung.

Auch die diesjährige internationale Nachwuchskonferenz wird in Eigenregie von Doktorandinnen und Doktoranden des Clusters organisiert. Aktueller Kooperationspartner ist die Hochschule für Gestaltung Offenbach. Mit der Konferenz startet eine Folge von Veranstaltungen, mit denen sich der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und seine Mitglieder am Jubiläumsprogramm „100 Jahre Goethe-Universität“ beteiligen. Zu den Programmpunkten gehört auch die Nachwuchskonferenz als erster Teil der Reihe „Traditionen und Perspektiven der Kritik“, veranstaltet von den Cluster-Mitgliedern Prof. Nicole Deitelhoff, Prof. Christopher Daase und Dr. Thorsten Thiel.

Hinzu kommen im Jubiläumsjahr 2014 Vorträge renommierter internationaler Wissenschaftler, in denen Themen beleuchtet werden, die für den Cluster grundlegend sind, sowie eine Ringvorlesung in Kooperation mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft. Zu den Vortragenden zählen der Historiker Prof. Christopher Clark, die politische Philosophin Prof. Seyla Benhabib sowie die Rechtswissenschaftler Prof. Martti Koskenniemi, Prof. Joseph H.H. Weiler und Prof. Ingolf Pernice. Nähere Informationen folgen.

Die internationale Nachwuchskonferenz steht Interessierten offen. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/nachwuchskonferenzen

Informationen: Jannik Pfister vom Organisationsteam der Nachwuchskonferenz, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. 069/798-31450, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
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Islamismus oder Post-Islamismus?

Internationale Konferenz am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen" / Gesprächsmöglichkeit für Medienvertreter am Eröffnungstag (13.12.) um 12.30 Uhr


Pressemitteilung

6. Dezember 2013

FRANKFURT AM MAIN. Die Diskussion und Beurteilung aktueller kultureller und politischer Transformationen in der islamischen Welt steht im Mittelpunkt der internationalen Konferenz „Islamism versus Post-Islamism? Mapping topographies of Islamic political and cultural practices and discourses“. Anhand von Länderbeispielen aus Europa, Subsahara- und Nord-Afrika sowie Südostasien wird vergleichend der Frage nachgegangen, ob von einer ungebrochenen Islamisierung von Politik und Gesellschaft gesprochen werden muss oder ob vielmehr eine Tendenz zu Liberalisierung, Demokratisierung und Individualisierung auszumachen ist.

Die Konferenz findet vom 13. bis 15. Dezember 2013 am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität statt. Veranstalter sind der Exzellenzcluster und das Institut für Ethnologie der Goethe-Universität. Die dreitägige, englischsprachige Konferenz umfasst sieben Panels, die jeweils Entwicklungen in bestimmten Weltregionen reflektieren, mit rund 20 Einzelvorträgen. Hinzu kommen Keynotes der Islamwissenschaftlerinnen Gudrun Krämer (FU Berlin) und Katajun Amirpur (Universität Hamburg). Die wissenschaftliche Leitung hat Susanne Schröter, Frankfurter Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen mit einem Schwerpunkt auf der islamischen Welt.

Den Auftakt der Tagung bildet die Keynote von Katajun Amirpur. Die Professorin für islamische Studien und islamische Theologie ist in Hamburg stellvertretende Direktorin der Akademie der Weltregionen. In ihrem Vortrag beschäftigt sie sich mit einer „New Generation of Post-Islamist Thinkers“ am Beispiel des Iran. In der Vergangenheit haben religiöse Intellektuelle im Iran eine dezidiert anti-westliche Haltung eingenommen und auf eigene Traditionen zurückgegriffen. Davon hat sich, so Katajun Amirpur, die nächste Generation befreit – und einen entspannteren Umgang mit „dem Westen“ gefunden. Den iranischen Intellektuellen kommt damit möglicherweise eine Art Vorreiterrolle in der islamischen Welt zu.

In dem auf Europa bezogenen Panel, ebenfalls am Eröffnungstag, spricht die Frankfurter Organisatorin Susanne Schröter über Salafismus in Deutschland und eine zu beobachtende „Sehnsucht nach einem einfachen Leben“ („Longing for a simple life. Salafism in Germany“). Der Salafismus ist die zurzeit am schnellsten wachsende islamistische Bewegung in Deutschland, die vor allem Jugendliche, darunter eine große Anzahl von Konvertiten, anzieht. Basierend auf persönlichen Gesprächen und einer Analyse salafistischer Medien hat Susanne Schröter die Gründe für die besondere Attraktivität salafistischer Lebensentwürfe untersucht.

Kann man nun angesichts der Entwicklungen in vielen Ländern, zumal der islamischen Welt, von einem beginnenden „post-säkularen“ Zeitalter sprechen, dergestalt dass utopische Visionen des politischen Islam zunehmend in konkrete Politiken umgesetzt werden? Oder gibt es – zumindest auch – eine „post-islamistische Wende“, in der islamistische Bewegungen als zentrale Kräfte in Prozessen von autoritärer zu demokratischer Herrschaft fungieren? Die Lage ist komplex, mitunter mehrdeutig und nicht ohne Paradoxien. Zwei Konferenzbeiträge behandeln beispielsweise den Umgang mit Populärkultur und westlichen Lebensweisen.

Pierre Hecker aus Marburg spricht über „Turkey's post-Islamist turn and the meaning of style“. Neue Lebensstile, etwa inspiriert von Rock- und Metal-Musik, fordern die Hegemonie des konservativen Islam im Alltagsleben der Türkei heraus. Die Akteure, so Hecker, erheben Anspruch auf die öffentliche Sphäre und stellen somit auch die politische Legitimität der Regierung in Frage. Ganz anders verhält es sich in Malaysia. Darüber berichtet Dominik Müller (Frankfurt) in seinem Vortrag „Resisting the Post-Islamist Evolution: Pop-Islamist youth politics in Malaysia“. Die Jugendorganisation der islamistischen Oppositionspartei nutzt neue Medien und populäre Musik als Mittel der Verbreitung islamistischen Gedankenguts wie der Forderung nach der Errichtung eines islamischen Staates. Dieser „Pop-Islamismus“, wie Müller ihn nennt, widerlegt die These, wonach die Nutzung moderner Kommunikationsstrategien darauf hindeutet, dass sich islamistische Organisationen bei ihren Forderungen westlichen Werten annähern.

Hinweis an die Redaktionen: Die Konferenz ist presseöffentlich. Insbesondere nach dem Eröffnungsteil mit der ersten Keynote stehen Ihnen die Organisatorin Susanne Schröter und andere Teilnehmende gerne für ein Gespräch zu Verfügung. Möglichkeit dazu besteht in der Konferenzpause am 13.12. ab 12.30 Uhr im Foyer vor dem Tagungsraum EG 01 im Erdgeschoss des Gebäudes „Normative Ordnungen“ (Campus Westend, Hansaallee/Ecke Lübecker Straße). Aus Planungsgründen freuen wir uns über eine kurze Mitteilung, ob Sie zu der Konferenz kommen und vor allem auch an dem Informationsgespräch teilnehmen möchten. Nachricht bitte per Mail an Gunnar Stange vom Organisationsteam: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/alleveranstaltungen/2394-13-15-dezember-2013

Information: Gunnar Stange, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen, Tel. 069/798-33061, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



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„Tugendhafter Orient - sündiger Okzident?“

Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 12. Dezember 2013 im Kunstverein


Pressemitteilung

6. Dezember 2013

FRANKFURT AM MAIN. Die Geschichte von Orient und Okzident war stets auch durch gegenseitige Zuschreibungen von sexueller Ausschweifung und Sündhaftigkeit gekennzeichnet. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war es der Orient, der europäischen Künstlern als Inbegriff der Verführung galt. Heute wird der Westen von vielen Muslimen als Ort ohne Moral verdammt. Um „Pornographie und Sexualität zwischen Ost und West“ geht es beim 13. Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Frankfurter Kunstverein. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen zu der Podiumsdiskussion mit dem

Thema: „Tugendhafter Orient - sündiger Okzident? – Pornographie und Sexualität zwischen Ost und West“
am: Donnerstag, dem 12. Dezember 2013, um 19.00 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Die bekannten Stereotype verschleiern – so die Ausgangsthese der Diskussion – den Umstand, dass sowohl im Osten als auch im Westen kontroverse Debatten um Sexualität und Moral geführt werden. Hinzu kommt, dass rigide Normen zur Überschreitung herausfordern und sich so eine neue Libertinage etablieren kann. Was religiösen Tugendwächtern als Gefährdung der Jugend und Existenzbedrohung der Familie erscheint, erfährt auch von anderer Seite Kritik. Besorgte Feministinnen machen auf den möglichen Umschlag von Libertinage in Machtmissbrauch aufmerksam und verweisen auf sexuelle Gewalt.

Auf Einladung des Frankfurter Exzellenzclusters wird die deutsch-ägyptische Politikwissenschaftlerin Hoda Salah an der Diskussion teilnehmen. Sie arbeitet als freiberufliche Politikberaterin und Publizistin. Seit der ägyptischen Revolution pendelt sie zwischen Kairo und Berlin. An der Freien Universität war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients. Zu Ihren Schwerpunkten gehören Islamismus, Kultur und Politik im Nahen Osten sowie Frauenrechte.

Von Seiten des Clusters bringt Susanne Schröter ihre Expertise ein. Sie ist Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen an die Goethe-Universität. Ihre Forschungsinteressen beziehen sich unter anderem auf kulturelle und politische Transformationen in der islamischen Welt und auf islamischen Feminismus. Eine ihrer jüngsten Publikationen ist (als Herausgeberin und Mitautorin) „Geschlechtergerechtigkeit durch Demokratisierung? Transformationen und Restaurationen von Genderverhältnissen in der islamischen Welt“.

Bei dem Stadtgespräch diskutieren die beiden Wissenschaftlerinnen über sexuelle Freiheit und ihre Grenzen, über Pornographie und Frauenrechte und auch darüber, ob diese Themen in Kairo anders verhandelt werden als in Frankfurt. Die Moderation hat der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher.

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

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Philosophie-Reihe an der Börse zieht Bilanz

Abschlussdiskussion an der Frankfurter Börse in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ am 15. Januar 2014

Pressemitteilung

7. Januar 2014

FRANKFURT AM MAIN. Das Podium wird prominent besetzt sein bei der Diskussion zum Abschluss der Veranstaltungsreihe „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit – Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft“. Die Gesprächsrunde findet am 15. Januar 2014 um 18.30 Uhr im Plenarsaal der Alten Börse statt (Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt). Ihre Teilnahme zugesagt haben: Dr. Elke König, Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Finja Carolin Kütz, Deutschland-Chefin der auf Banken spezialisierten Beratungsgesellschaft Oliver Wyman, Prof. Ferdinand Kirchhof, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, und Prof. Rainer Forst, politischer Philosoph und Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Die Moderation übernimmt Prof. Marcus Willaschek, Philosoph an der Goethe-Universität und Mitglied des Clusters.

In den Händen von Marcus Willaschek liegen auch die Konzeption und fachliche Leitung der Gesamtreihe, die die Deutsche Börse AG in Verbindung mit dem Frankfurter Exzellenzcluster veranstaltet. Ziel der Reihe ist es, durch einen Dialog zwischen Philosophie und Finanzwelt zu einem Reflexionsprozess über Werte in der Finanzwelt beizutragen. Frankfurt steht als der bedeutendste Finanzplatz Kontinentaleuropas in der Weltöffentlichkeit. Die Finanzmetropole mit der international angesehenen Goethe-Universität hat zudem eine strahlkräftige Tradition des philosophischen Diskurses, mit einem Schwerpunkt auf Sozialphilosophie. Der Dialog zwischen den beiden Welten ist durch die vielbeachteten öffentlichen Vorträge der Philosophen Prof. Otfried Höffe (Universität Tübingen), Prof. Axel Honneth (Universität Frankfurt) und Prof. Thomas Pogge (Yale University) erneut aufgenommen worden.

Die Vorträge fanden im Rahmen einer Vortrags- und Diskussionsreihe statt, die nun in ihrem vierten und letzten Teil mit der Podiumsdiskussion ihren Höhepunkt erreicht. Man darf auf eine angeregte und anregende Diskussion gespannt sein, in der es auch um die folgenden Fragen geht: An welchen ethischen Regeln kann sich die Finanzwirtschaft der Zukunft orientieren? Und an welchen muss sie sich orientieren, damit sie ihre „dienende Rolle“ (Dr. Wolfgang Schäuble) für Wirtschaft und Gesellschaft erfüllen kann? Welche Maßnahmen sind erforderlich, um das verlorengegangene Vertrauen der Politik und der Bevölkerung in die Finanzwirtschaft wiederherzustellen? Reichen dabei rechtliche Maßnahmen aus, oder ist ein fundamentales Umdenken bei den Akteuren im Finanzmarkt nötig?

Anmeldung: Eine Teilnahme ist nur mit einer Einladungsbestätigung möglich. Einlass ab 17.30 Uhr. Anmeldungen werden erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen: Prof. Marcus Willaschek, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel: (069) 798-32761, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net; Deutsche Börse AG, Section Events, Tel: (069) 211-12222, www.deutsche-boerse.com



Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
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Internationale Zusammenarbeit: „Werte oder Wirtschaft?“

Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 19. März 2014 im Historischen Museum

Pressemitteilung

10. März 2014

FRANKFURT AM MAIN. Entwicklungspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, internationale Zusammenarbeit: Schon in den Begriffen, um die es nicht selten Streit gibt, drücken sich unterschiedliche Konzepte, Haltungen und Erwartungen aus. Um welche es sich dabei handelt und wie sie zu bewerten sind, erörtert das nunmehr 14. Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit Sitz an der Goethe-Universität. Das Gespräch findet im Historischen Museum Frankfurt statt. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen zu der Podiumsdiskussion mit dem

Thema: „Werte oder Wirtschaft? – Deutschlands Beitrag zur Internationalen Zusammenarbeit“
am: Mittwoch, dem 19. März 2014, um 19.00 Uhr
Ort: Historisches Museum, Fahrtor 2 (Römerberg), 60311 Frankfurt

Gilt es Werte wie Demokratie, Frieden und Gleichberechtigung zu fördern, oder ist Entwicklungszusammenarbeit zumindest auch ein Teil der Außenwirtschaftspolitik? Wie geht man dabei mit Wertekonflikten um? Lassen sich Werte und Wirtschaft miteinander verknüpfen, und welche Rolle nimmt Deutschland unter den internationalen Akteuren ein? Vor allem auch über diese Fragen diskutieren die Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) Tanja Gönner und Rainer Klump, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Goethe-Universität. Die Moderation hat Rebecca Caroline Schmidt, Juristin und Geschäftsführerin des Exzellenzclusters.

Tanja Gönner steht seit Juli 2012 an der Spitze der GIZ, die als Bundesunternehmen die deutsche Regierung dabei unterstützt, ihre Ziele in der internationalen Zusammenarbeit zu erreichen. Als Mitglied der CDU, deren Bundesvorstand sie lange Zeit angehörte, war Tanja Gönner Mitglied des Deutschen Bundestages. Zu den politischen Stationen der Juristin gehörte auch das Amt der Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Baden-Württemberg.

Rainer Klump hat an der Goethe-Universität die Professur für Wirtschaftliche Entwicklung und Integration inne. Außerdem fungiert er als Co-Direktor des interdisziplinären Wilhelm Merton-Zentrums für Europäische Integration und Internationale Wirtschaftsordnung an der Goethe-Universität. Prof. Klump ist Vize-Präsident der Universität und Mitglied des Exzellenzclusters.


Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurter-stadtgespraech



Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

Mehr Informationen unter www2.uni-frankfurt.de/gu100


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Zwei, die was zu sagen haben

Kooperation des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ beim Luminale-Projekt „Say Say Say“ vom 30. März bis 4. April in Offenbach

Pressemitteilung

25. März 2014

FRANKFURT AM MAIN. Kunst trifft Wissenschaft, und beide Partner ergänzen sich mit ihren jeweils eigenen Ausdrucksmitteln. Die Künstlerinnen Anny und Sibel Öztürk kooperieren mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität bei der diesjährigen Luminale, dem internationalen Festival der Lichtkultur im Rhein-Main-Gebiet. Die Luminale findet alle zwei Jahre im Rahmen der Frankfurter Messe „Light + Building“ statt. Allein 35 Lichtprojekte sind jetzt wieder in Offenbach zu sehen, darunter auch die Lichtinstallation von Anny und Sibel Öztürk mit dem Titel „Say Say Say“ an der Fassade des Rathauses. Sie lädt vom 30. März bis zum 4. April zum Anschauen, Nachdenken und Mitmachen ein und korrespondiert mit einem Vortrag des Philosophen Darrel Moellendorf, in dem es um globale Gerechtigkeit und Klimawandel geht. Prof. Moellendorf ist Mitglied des Clusters und spricht am 4. April um 19.00 Uhr im Foyer des Rathauses über „Energie, Armut und die Zukunft“.

„Mach das Licht aus, wenn Du gehst“ steht in großen schwarzen Lettern auf dem weißen Grund eines Leuchtkastens, der die Form einer Sprechblase hat. Er ist Teil der Installation „Say Say Say“ und einer von insgesamt fünf Leuchtkästen in Sprechblasenform unterschiedlicher Größe, die sich um eine Fensteröffnung an der Fassade des Offenbacher Rathauses gruppieren. Die Aufforderung, das Licht zu löschen, bietet Raum für verschiedene Assoziationen: Wenn beispielsweise „der Letzte“ das Licht ausmacht, ist es meistes schon zu spät. Man kann sich aber auch darauf beschränken, nur dann das Licht einzuschalten, wenn man es wirklich braucht – und damit ganz konkret einen Beitrag zur Schonung der Ressourcen leisten. Ohne diese Achtsamkeit könnte es zu ausweglosen Situationen kommen und damit das passieren, was auf einer anderen Sprechblase steht: „Der Rest ist Schweigen“.

Die Sicht der „Normativen Ordnungen“ erläutert dessen Co-Sprecher Prof. Klaus Günther auf der Vernissage am 30. März um 19.30 Uhr im Rathaus Offenbach. Der Forschungsverbund untersucht die weltweiten gesellschaftlichen Umbrüche unter dem Gesichtspunkt der Herausbildung und Geltung von Ordnungsvorstellungen. Die Frage nach „Gerechtigkeit“ ist dabei zentral. Gegenstand der Analysen sind beispielsweise der Kampf um Menschenrechte und Partizipation in verschiedenen Gesellschaften - und eben auch der Klimawandel. „Gegenwärtig ist es eine der wichtigsten Aufgaben der Menschheit, Antworten darauf zu finden, wie wir adäquat auf den menschengemachten Klimawandel reagieren können. Der Klimawandel wirft eine Reihe von zunehmend wichtigen moralischen Problemen auf, denen politisch begegnet werden muss“, so Darrel Moellendorf.

In seinem Vortrag am 4. April wird der politische Philosoph dafür plädieren, den Verbrauch fossiler Brennstoffe erheblich zu reduzieren. Die Menschen müssten lernen, ohne fossile Brennstoffe zu leben. Gleichzeitig aber gebe es viele Menschen, die eigentlich mehr Energie benötigten. So hätten weltweit 1,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Strom, was ihre Chancen auf Bildung und Gesundheit erheblich beeinträchtige. Darrel Moellendorf: „Wir müssen daher zwei Ziele verfolgen, die auf den ersten Blick schwer miteinander zu vereinbaren sind: Einerseits müssen wir umgehend unsere CO2-Emissionen drastisch senken, andererseits sollte den Entwicklungsländern ermöglicht werden, mehr Energie zu verbrauchen.“

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de, www.normativeorders.net/saysaysay, www.offenbach.de/luminale


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Mehr Informationen unter www2.uni-frankfurt.de/gu100



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Stadtgespräch des Clusters mit Christopher Clark

Diskussionsveranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ fragt nach historischen Schuldzuschreibungen

Terminänderung: Stadtgespräch mit Christopher Clark am 26. Mai!

FRANKFURT AM MAIN. Das nächste Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ findet nicht, wie zunächst angekündigt, am 19, Mai statt. Die öffentliche Diskussionsrunde, bei der der Historiker Christopher Clark von der Universität Cambridge zu Gast sein wird, musste auf den 26. Mai verschoben werden. Ort und Uhrzeit bleiben gleich: Beginn ist um 19.00 Uhr im Historischen Museum Frankfurt (Fahrtor 2, Römerberg). Der Grund für die Verlegung liegt in erst jetzt bekannt gewordenen Terminüberschneidungen im umfangreichen Vortrags- und Einladungsprogramm von Christopher Clark, dessen Buch „Die Schlafwandler“ nach wie vor in vielen europäischen Ländern auf größtes Interesse stößt. Da der Gesprächspartner von Seiten des Clusters, der Frankfurter Historiker Andreas Fahrmeir, an dem neuen Termin wegen lange feststehender Verpflichtungen bedauerlicherweise verhindert ist, ergibt sich auch eine neue Besetzung des Podiums. Der Cluster freut sich, Christoph Cornelißen gewonnen zu haben. Er lehrt an der Goethe-Universität Neueste Geschichte und ist assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters.

Diese Terminänderung bezieht sich auf die Pressemitteilung vom 12. Mai („Stadtgespräch des Clusters mit Christopher Clark“). Hier folgt die aktualisierte Version:

Die Frage nach der Schuld stellt sich nicht nur im Strafrecht, sie gehört auch zu den großen Themen der Geschichte. Fast könnte man meinen, dass unsere Bewertung historischer Ereignisse, besonders kriegerischer Auseinandersetzungen, nicht ohne die Antwort darauf auskommt, wer im Unrecht war und zur Verantwortung gezogen werden muss. Beim 15. Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität soll es grundsätzlich und epochenübergreifend um die Bedeutung, die Funktion und die Folgen von Schuldzuschreibungen in der Geschichte gehen. Die Podiumsdiskussion trägt den Titel: „Wer hat angefangen? – Sinn und Unsinn historischer Schuldzuschreibungen“. Sie findet am 26. Mai 2014 um 19.00 Uhr im Historischen Museum Frankfurt statt (Fahrtor 2, Römerberg).

Exemplarisch und mit Bezug auf das aktuelle Jubiläumsjahr rückt in der jüngsten Ausgabe des Frankfurter Stadtgesprächs auch der Erste Weltkrieg in den Fokus, für dessen Ausbruch viele Historiker lange Zeit vor allem Deutschland verantwortlich machten. Zu Gast bei der öffentlichen Veranstaltung ist der Historiker Christopher Clark von der Universität Cambridge, der in seinem Buch „Die Schlafwandler – Wie Europa in den ersten Weltkrieg zog“ einen differenzierteren Ansatz verfolgt. Sein Diskussionspartner ist Christoph Cornelißen, Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität. Die Moderation hat Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters und Rechtswissenschaftler mit den Forschungsschwerpunkten Strafrecht und Rechtsphilosophie. Das Stadtgespräch wird in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main veranstaltet.

„Der Kriegsausbruch von 1914 ist kein Agatha-Christie-Thriller, an dessen Ende wir den Schuldigen im Wintergarten über einen Leichnam gebeugt auf frischer Tat ertappen. In dieser Geschichte gibt es keine Tatwaffe als unwiderlegbaren Beweis, oder genauer: Es gibt sie in der Hand jedes einzelnen Akteurs. So gesehen war der Kriegsausbruch eine Tragödie, kein Verbrechen.“ Das schreibt Christopher Clark in seinem „Schlafwandler“-Buch. Er widerspricht damit vor allem auch der These des deutschen Historikers Fritz Fischer aus den 1960er-Jahren, wonach Deutschland den Krieg aus Expansionsbestrebungen gezielt vorbereitet habe. Auch fragt Clark in seinem Buch, ob es denn überhaupt nötig sei, „dass wir ein Plädoyer gegen einen einzigen schuldigen Staat halten oder eine Rangordnung der Staaten nach ihrem jeweiligen Anteil an der Verantwortung für den Kriegsausbruch aufstellen“.

Zumindest ein Grund für die Suche nach den Hauptverantwortlichen mag selbst in weltgeschichtlichen Zusammenhängen darin bestehen, konkrete Haftungsfragen zu klären. Bei den Friedensverhandlungen in Versailles wurde die moralische Verantwortung für den Ausbruch des Krieges beim Deutschen Reich und seinen Bündnispartnern gesehen. Die letzte Rate in Verbindung mit den damals beschlossenen Reparationen leistete die Bundesrepublik im Oktober 2010, es waren 200 Millionen Euro.

Nach wie vor strittig ist, welche Rolle die Schuldzuweisung an das Deutsche Reich für die politischen Verhältnisse in der Weimarer Republik spielte und damit für die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und die von den Deutschen begangenen Menschheitsverbrechen. Gegen die Hauptkriegsverbrecher wurde in Nürnberg erstmals ein internationales Strafverfahren geführt. Und schließlich und nicht zuletzt: Gegenseitige Schuldzuweisungen wie beispielsweise im ehemaligen Jugoslawien vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen den verschiedenen Ethnien prägen auch aktuelle Konflikte, sei es in der Ukraine oder auf dem afrikanischen Kontinent.

Christopher Clark, der in Cambridge Neuere Europäische Geschichte lehrt, steht bereits seit einigen Jahren in enger Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dessen Forschungsthemen. Im Mai folgt der vielfach ausgezeichnete Historiker zum zweiten Mal einer Einladung des Clusters an das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Dort gehört er auch zu den ersten Fellows des neu gegründeten Historischen Kollegs.

Terminvorschau:

Eine weitere Gelegenheit, Clark „live“ zu sehen, besteht am 29. Mai auf dem Frankfurter Campus Westend. Dann hält er im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ einen vom Cluster ausgerichteten öffentlichen Vortrag zum Thema „Das Wilhelminische Deutschland und die Universität Frankfurt: Der Kontext der Kriegsjahre“.

Informationen im Internet:
Zum Stadtgespräch am 19. Mai: www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech
Zum Jubiläums-Vortrag am 29. Mai: www.normativeorders.net/gu-100

Kontakt:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.

Herausgeber: Der Präsident, Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32, 60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter, Telefon (069) 798 - 13035, Telefax (069) 798 - 763 12531,
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Tagung zu 1914 diskutiert den „Weg ins Unbekannte“

Internationale Konferenz der Goethe-Universität thematisiert am 22. und 23. Mai auch den gewandelten Blick auf die historischen Ereignisse vor dem Kriegsausbruch

Pressemitteilung

20. Mai 2014

FRANKFURT AM MAIN. Wie erlebten die „einfachen Menschen“ und die Familien im Sommer 1914 den Weg der europäischen Mächte in den Ersten Weltkrieg? Welche Hoffnungen auf Frieden gab es trotz drohender Vorzeichen? Und war die öffentliche Stimmung in Deutschland bei Ausbruch des Waffengangs wirklich von so großer Euphorie geprägt? Auch um diese Fragen geht es auf der internationalen Tagung „Europa 1914 – Der Weg ins Unbekannte“ am 22. und 23. Mai. Veranstalter ist der Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität. Zu den Kooperationspartnern gehört der Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.

Ziel der Tagung ist es, aktuelle Forschungen zur Vorkriegszeit und zum Sommer 1914 zusammenzuführen. Auf dieser Grundlage sollen die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Ursachen und Bedingungen für den Kriegsausbruch diskutiert werden. Zu den Teilnehmern zählen neben Christopher Clark aus Cambridge, Autor des Bestsellers „Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“, auch weitere prominente Historiker aus verschiedenen Ländern – unter ihnen Gerd Krumeich (Freiburg) und Frédéric Rousseau (Montpellier). Ort des ersten Konferenztages am 22. Mai ist das Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend. Der zweite Teil findet am 23. Mai im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg satt. Hier mündet die Tagung auch in die abschließende Podiumsdiskussion. Für beide Tage und die Podiumsdiskussion ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Die wissenschaftliche Leitung der Tagung haben Christoph Cornelißen, Professor für Neueste Geschichte, und seine Mitarbeiter Silke Fehlemann und Nils Löffelbein. Cornelißen ist gleichzeitig neues assoziiertes Mitglied des Clusters, der damit der Zeitgeschichte als einem besonders dynamischen Forschungsfeld der Geschichtswissenschaft eine erhöhte Aufmerksamkeit schenkt. Cornelißen wird in seinem Eröffnungsvortrag „Der Weg ins Unbekannte. Historiker-Kontroversen 1914 – 2014“ auch den Umstand thematisieren, dass Historiker ihre Vorstellungen vom Weg der europäischen Gesellschaften in den Ersten Weltkrieg schon mehrmals korrigieren mussten. „Anhand der Geschichtsschreibung zum Ersten Weltkrieg kann man die Konjunkturen sich wandelnder politischer Leitvorstellungen beschreiben“, so Cornelißen. „Die Thesen Christopher Clarks zur gemeinsamen Verantwortung der europäischen Mächte sind nicht zuletzt Zeichen einer veränderten Stellung Deutschlands in der internationalen Politik. Gleichzeitig sind sie Ausdruck veränderter Ansprüche der europäischen Öffentlichkeit.“

Die Tagung gliedert sich in drei aufeinanderfolgende Sektionen: „Kriegserwartungen“, „Friedenshoffnungen“, Mobilisierungen“.

Zu den Themen der ersten Sektion gehören die Kulturgeschichte des Militärs und dessen Kriegsvorstellungen. Außerdem zeigt der Mitorganisator Nils Löffelbein, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neueste Geschichte, in einem Vortrag, „dass es in den Vorkriegsgesellschaften bestenfalls vage Vorstellungen vom Verlauf und den Auswirkungen eines großen europäischen Krieges gab.“ In der zweiten Sektion geht es um die durchaus einflussreichen und weitgespannten Friedenshoffnungen, die den Beginn des Ersten Weltkriegs in ganz Europa begleiteten. In diesem Zusammenhang wird sowohl der sozialistische als auch den bürgerlichen Pazifismus beleuchtet.

Die dritte Sektion nimmt die verschiedenen Formen gesellschaftlicher Mobilisierungen in den Blick. „Wir wollen zeigen, dass der Krieg nicht nur an der Front stattfand, sondern auch die Zivilbevölkerungen, vor allem die Familien in vielfältiger Weise betroffen waren, von den Eltern der Soldaten bis zum Kleinkind. Abschiede waren die gemeinsame Erfahrung vieler europäischer Familien und wurden doch ganz unterschiedlich erlebt, praktiziert und erzählt“, so die Historikerin Silke Fehlemann, die ebenfalls zum Frankfurter Organisationsteam gehört.

Zum Ausklang der Konferenz steht der politische Weg in den Krieg im Vordergrund. Mit diesem Themenschwerpunkt wird auf die abschließende Podiumsdiskussion am 23. Mai ab 16.00 Uhr übergeleitet. Die Diskutanten sind neben Christopher Clark, Gerd Krumeich und Frédéric Rousseau auch Annika Mombauer (Milton Keynes, UK) und Gustavo Corni (Trient). Die Moderation hat Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität. Im Fokus sollen vor allem die Stimmungslagen und Leitbilder in der Bevölkerung stehen und weniger die Frage nach der Kriegsschuld der politischen Eliten.

Die Tagung „Europa 1914 – Der Weg ins Unbekannte“ wird gefördert von der Ludwig Quidde-Stiftung und dem Institut français d’histoire en Allemagne.

Eine weitere Gelegenheit, den prominenten Tagungsteilnehmer Christopher Clark zu erleben, besteht am 29. Mai auf dem Frankfurter Campus Westend. Dann hält er im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ einen vom Cluster ausgerichteten öffentlichen Vortrag zum Thema „Das Wilhelminische Deutschland und die Universität Frankfurt: Der Kontext der Kriegsjahre“.

Programm:

www.normativeorders.net/europa-1914

Anmeldung:

Anmeldung für die Vorträge der Tagung bitte beim Sekretariat des Lehrstuhls für Neueste Geschichte unter:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Anmeldung für die Podiumsdiskussion im Forschungskolleg Humanwissenschaften bitte unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">schweighöDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen:

Lehrstuhl für Neueste Geschichte, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Dr. Silke Fehlemann, Tel.: 069/798-32585, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,

Öffentlicher Jubiläumsvortrag von Christopher Clark

Im Rahmen des 100-jährigen Universitätsjubiläums hält Christopher Clark auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ einen Vortrag zum Kontext des Kriegsjahres 1914

Pressemitteilung

23. Mai 2014

FRANKFURT AM MAIN. Ausgerechnet zum 100. Jubiläum der Goethe-Universität scheint die Konstellation von 1914 vielen Kommentatoren erstaunlich, ja bedrohlich aktuell. Darauf hat nicht zuletzt der Historiker Christopher Clark von der Universität Cambridge in seinem Buch „Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“ hingewiesen:

„Dabei muss jedem Leser aus dem 21. Jahrhundert, der den Verlauf der Krise von 1914 aufmerksam verfolgt, deren Aktualität ins Auge springen. Tatsächlich könnte man sogar behaupten, dass die Julikrise 1914 uns heute weniger fremd – weniger unerklärlich – ist als noch in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. So gesehen sind die Akteure von 1914 unsere Zeitgenossen.“

Clark hat mit seinem jüngsten Werk, für das er im Frühjahr 2014 den Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch erhielt, den wohl wichtigsten Beitrag zur Debatte über den Kriegsbeginn 1914 geliefert. Seine Thesen sind in der deutschen Politik in den vergangenen Monaten vielfach rezipiert worden: Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte am Rande eines EU-Gipfels, dass sie bei der Lektüre des Buchs über den Vorabend des Ersten Weltkriegs ähnliche Phänomene erkannt habe wie heute in der EU. Die SPD-Politiker Sigmar Gabriel und Martin Schulz setzten sich ebenso mit Clark auseinander wie Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der in einem Interview zur gegenwärtigen Ukraine-Krise erklärte, die Akteure auf allen Seiten „(…) verhalten sich so, wie es der Autor Christopher Clark in seinem lesenswerten Buch über den Beginn des 1. Weltkriegs beschrieben hat: wie Schlafwandler“.

Wie plausibel sind solche – auch gerade durch Jubiläen bedingte – Analogien? Inwieweit vermag der historische Vergleich die Gegenwart zu erhellen? Eine Möglichkeit, diesen Fragen nachzugehen, bietet der Festvortrag von Prof. Christopher Clark mit dem Titel „Das Wilhelminische Deutschland und die Universität Frankfurt: Der Kontext des Kriegsjahres“. Der Vortrag findet statt am Donnerstag, 29. Mai, um 18 Uhr und wird auf Deutsch gehalten. Vortragsort ist der Hörsaal HZ 1, im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend. Die Öffentlichkeit und die Presse sind herzlich eingeladen.

Der Jubiläumsvortrag Clarks verbindet das Gründungsjahr der Frankfurter Universität, und damit auch ihre Geschichte, mit nationalen und welthistorischen Bezügen. Die Gründung der Goethe-Universität im Jahr 1914 fällt zeitlich mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs zusammen. Lange Zeit ging die Forschung intensiv der Frage nach, inwieweit das politische und intellektuelle Klima des Kaiserreichs eine besondere Verantwortung für die Eskalation des militärischen Konflikts trug. Der Historiker Clark diskutiert den aktuellen Stand der Debatte zum Wechselspiel zwischen Mentalitäten und kurzlebigen Ereignisfolgen vor dem Hintergrund seiner eigenen Forschungsergebnisse. Der Vortrag gehört zu den Veranstaltungen, mit denen sich der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an dem Jubiläumsprogramm „100 Jahre Goethe-Universität“ beteiligt.

Christopher Clark, der in Cambridge Neuere Europäische Geschichte lehrt, steht bereits seit einigen Jahren in enger Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dessen Forschungsthemen. Im Mai folgt der vielfach ausgezeichnete Historiker zum zweiten Mal einer Einladung des Clusters an das Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Dort gehört er auch zu den ersten Fellows des neu gegründeten Historischen Kollegs.

Eine weitere Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ findet am 4. Juni 2014 um 19.30 Uhr auf dem Campus Westend statt. An diesem Tag hält die an der Yale-Universität lehrende politische Philosophin Prof. Seyla Benhabib, die erst in der vergangenen Woche mit dem Meister Eckhart Preis 2014 ausgezeichnet wurde, den nächsten Festvortrag zum Thema „Der ethisch-politische Horizont der Kritischen Theorie: Gestern und heute“.

Informationen im Internet: www.normativeorders.net/gu-100

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffentlicher Jubiläumsvortrag von Seyla Benhabib

Im Rahmen des 100-jährigen Universitätsjubiläums spricht Seyla Benhabib auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zu historischen Dimensionen und aktuellen Fragen der Kritischen Theorie

Pressemitteilung

30.05.2014

FRANKFURT AM MAIN. Von der „Negativen Dialektik“ zu einem „Kosmopolitismus ohne Illusionen“: Der Vortrag mit dem Titel „Der ethisch-politische Horizont der Kritischen Theorie: Gestern und heute“ ist eine tour d'horizon der Kritischen Theorie von Horkheimer und Adorno in den 1930ern über Jürgen Habermas‘ Werk bis in die Gegenwart.

Gehalten wird er von Seyla Benhabib, Eugene Meyer Professorin für Politische Wissenschaften und Philosophie an der Yale University, einer politischen Denkerin, die diese Tradition fortschreibt, indem sie den philosophischen Diskurs der Moderne mit neuen Themen und den wichtigen Fragen unserer Zeit konfrontiert: Wie lassen sich jene Formen der Unterdrückung, die durch Exil, Staatenlosigkeit und Flucht entstehen, gesellschaftstheoretisch artikulieren? Wie relevant ist die Idee der Kritik als Krisentheorie für den Umgang mit aktuellen Erscheinungen des globalen Finanzkapitalismus? Lassen sich die verschiedenen, manchmal konkurrierenden Denkrichtungen der Kritischen Theorie zu einem kohärenten Verständnis dieser Tradition zusammenführen? Welche Brüche, welche Kontinuitäten weisen die Methoden und Ideen der Frankfurter Schule aus, die als Kritische Theorie weit über Frankfurt hinaus Heimstätten gefunden hat? Was verbindet Benhabibs Utopie eines Kosmopolitismus ohne Illusionen mit der Hoffnungslosigkeit der Negativen Dialektik der frühen Kritischen Theorie?

Seyla Benhabib gilt als eine der bedeutendsten politischen Philosophinnen unserer Zeit und ist Preisträgerin zahlreicher Ehrungen, darunter der Ernst Bloch Preis 2009 und der Meister Eckart-Preis 2014. Zu den wichtigsten Büchern gehören Kritik, Norm und Utopie. Die normativen Grundlagen der Kritischen Theorie (1992); Selbst im Kontext: Kommunikative Ethik im Spannungsfeld von Feminismus, Kommunitarismus und Postmoderne (1995), Der Streit um Differenz (1993), Hannah Arendt. Die melancholische Denkerin der Moderne (2006), Die Rechte der Anderen (2008) und Gleichheit und Differenz (2013).

Seyla Benhabib, die von 1979 bis 1981 unter der Leitung von Jürgen Habermas am Starnberger Max-Planck Institut forschte und im Anschluss einige Jahre in Frankfurt verbrachte, ist bis heute aufs engste mit der Goethe-Universität verbunden, die sie ihre „zweite alma mater“ nennt. Ihr erstes großes Werk Kritik, Norm und Utopie, in dem sich Benhabib erstmals mit den normativen Grundlagen der Kritischen Theorie auseinandersetzt, ist, so blickt sie zurück, „der Ertrag meiner Lehrjahre in Frankfurt“. Seit 2007 ist Seyla Benhabib Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Der Vortrag gehört zu den Veranstaltungen, mit denen sich der Exzellenzcluster an dem Jubiläumsprogramm „100 Jahre Goethe-Universität“ beteiligt.

Der Festvortrag von Prof. Seyla Benhabib mit dem Titel „Der ethisch-politische Horizont der Kritischen Theorie: Gestern und heute“ findet statt am Mittwoch, 4. Juni, um 19:30 Uhr und wird auf Deutsch gehalten. Vortragsort ist der Hörsaal HZ 5, im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend. Die Öffentlichkeit und die Presse sind herzlich eingeladen.


Eine weitere Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ findet in Kooperation mit dem Fachbereich Rechtswissenschaften am 11. Juni 2014 ab 14 Uhr auf dem Campus Westend statt. An diesem Tag beteiligen sich die führenden Vertreter des Völkerrechts, darunter Prof. Martti Koskenniemi, Universität Helsinki und Prof. Joseph H. H. Weiler, New York University School of Law, mit Vorträgen zur Zukunft des Völker- und Europarechts an der Ringvorlesung "Rechtswissenschaft in Frankfurt vor den Herausforderungen der nächsten 100 Jahre".


Informationen im Internet:
www.normativeorders.net/gu-100

Kontakt:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.

Herausgeber: Der Präsident, Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32, 60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter, Telefon (069) 798 - 13035, Telefax (069) 798 - 763 12531,
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Internet: www.uni-frankfurt.de

Öffentliche Jubiläumsvorträge von Michael Bothe, Martti Koskenniemi, Ingolf Pernice und Joseph H.H. Weiler

Im Rahmen des 100-jährigen Universitätsjubiläums sprechen Michael Bothe, Martti Koskenniemi, Ingolf Pernice und Joseph H.H. Weiler auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft


Pressemitteilung

6. Juni 2014

FRANKFURT AM MAIN. Jubiläen, insbesondere runde, laden dazu ein, Reisen durch die Zeit, durch das so oder auch anders Mögliche zu unternehmen. Fragen der historischen Erfahrung und der Erwartungen, mit denen sich das internationale öffentliche Recht konfrontiert sieht, stehen im Zentrum einer Vortragsveranstaltung, die mit vier prominenten Sprechern den Bogen spannt vom Völkerrecht über Fragen der Internet-Verfassung zum Europarecht.

Termin: Mittwoch, 11.06.2014 von 14 – 20 Uhr
Ort: Campus Westend, Casino, Raum 1.801

Der erste, völkerrechtlich ausgerichtete Teil der Vorlesungen wird eröffnet von Michael Bothe, emeritierter Professor für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht der Goethe-Universität. Sein Vortrag „Public International Law in Frankfurt“ beschäftigt sich mit der Geschichte der Frankfurter Fakultät. Die historischen Hintergründe als Grundlage künftiger Entwicklungen betrachtet Martti Koskenniemi, Professor für internationales Recht an der Universität Helsinki, mit dem Vortrag: „The Future of Public International Law“.

Aktuelle Problemstellungen stehen im Zentrum des zweiten Teils der Veranstaltung. „The Internet in Global Constitutionalism“ ist der Titel des Vortrags, den Ingolf Pernice, Professor für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Humboldt-Universität zu Berlin, hält. Joseph H.H. Weiler, Professor für Völker- und Europarecht an der New York University School of Law schließt mit „The Future of European (Union) Law“ die Vortragsreihe ab.

Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Fachbereich Rechtswissenschaft freuen sich, mit den vier Referenten nicht nur bedeutende Vertreter ihrer Fachrichtungen, sondern auch außerhalb der akademischen Sphäre bekannte Persönlichkeiten gewonnen zu haben. Michael Bothes Arbeitsschwerpunkt liegt im Bereich des Völkerrechts, insbesondere forscht er zum Friedenssicherungsrecht und zur Rüstungskontrolle, zum humanitären Völkerrecht, zum internationalen Umweltrecht und zum vergleichenden Staats- und Verfassungsrecht. Darüber hinaus leitet Michael Bothe seit 1995 den „Fachausschuss Humanitäres Völkerrecht“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und war von 2001 bis 2005 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht.

Martti Koskenniemi ist einer der international führenden Völkerrechtler. Er lehrt Internationales Recht an der Universität Helsinki und ist Direktor des dortigen „Erik Castrén Institute of International Law and Human Rights“. Er war zudem mehrfach Hauser Global Professor of Law an der New York University School of Law (NYU). Außerdem war er auch tätig als Berater des finnischen Außenministeriums sowie Vertreter seines Landes bei der UN-Menschenrechtskommission und der Völkerrechtskommission der Vereinten Nationen. Koskenniemi erhielt im Jahr 2011 die Ehrendoktorwürde der Goethe-Universität und hielt im gleichen Jahr die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters. Bekannt wurde Koskenniemi unter anderem mit seinen Büchern „From Apology to Utopia. The Structure of International Legal Argument” und „The Gentle Civilizer of Nations: The Rise and Fall of International Law 1870-1960“.

Ingolf Pernice ist Gründer und Direktor des Walter Hallstein-Instituts für Europäisches Verfassungsrecht in Berlin. Das Institut erforscht die Grundlagen, Strukturen und Inhalte einer europäischen Verfassungsordnung und gibt dabei insbesondere auch Politikern aus dem In- und Ausland die Gelegenheit, im Rahmen von Vorträgen und Konferenzen ihre Vorstellungen zur Europa- und Weltpolitik öffentlich zur Diskussion zu stellen. Bekannt wurde Ingolf Pernice für seine Theorie der europäischen Mehrebenenverfassung. Er ist Ehrendoktor der New Bulgarian University in Sofia.

Joseph H.H. Weiler ist einer der führenden internationalen Europarechtler. Er lehrt als Joseph Straus Professor of Law an der New York University und ist Präsident des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz. Er hat als Mitglied eines Juristen-Gremiums des Europäischen Parlaments am Entwurf zur Europäischen Grundrechtecharta mitgearbeitet. Außerdem vertrat Joseph H.H. Weiler die Regierung von acht Staaten vor der Großen Kammer des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte im Fall Lautsi vs. Italien. Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Abhandlungen, unter anderen „The Constitution of Europe“ und „European Constitutionalism Beyond the State“, Joseph H.H. Weiler ist aber auch mit „Der Fall Steinmann“ Verfasser eines Romans.

Die Jubiläumsveranstaltung findet am Mittwoch, 11. Juni 2014, statt. Nach einer Begrüßung ab 14:00 Uhr sprechen zunächst Michael Bothe („Public International Law in Frankfurt“) und Martti Koskenniemi („The Future of Public International Law“).
Ab 17:00 Uhr halten Ingolf Pernice und Joseph H.H. Weiler die Vorträge „The Internet in Global Constitutionalism“ und  „The Future of European (Union) Law“.
Vortragsort ist der Raum 1.801 im Casino auf dem Campus Westend.
Die Öffentlichkeit und die Presse sind herzlich eingeladen.

Eine weitere Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Rahmen des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Goethe-Universität“ findet in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am 27. Juni 2014 um 19.00 Uhr im Museum für Moderne Kunst statt.
An diesem Tag hält im Rahmen der Ringvorlesung „Gesetz und Gewalt im Kino“ die an der Universität Mannheim lehrende Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin Angela Keppler, assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters, den Vortrag „Eine Travestie der Gewaltverhältnisse innerhalb und außerhalb des Kinos“ über den Film „Viva Maria!“ (Louis Malle, F-I 1965). Im Anschluss an den Vortrag wird der Film im Original mit Untertiteln vorgeführt; danach wird es die Gelegenheit zur Diskussion geben.

Informationen im Internet:
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Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.

Herausgeber: Der Präsident, Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32, 60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter, Telefon (069) 798 - 13035, Telefax (069) 798 - 763 12531,
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Philosophische „Klima-Konferenz“ mit Buchpräsentation

Beim „Climate Change Book Launch“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ geht es am 26. Juni um Fragen globaler Gerechtigkeit angesichts der Erderwärmung

Pressemitteilung

18. Juni 2014

FRANKFURT AM MAIN. Der fortschreitende Klimawandel gilt als eine der größten Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert – und das nicht nur in ökologischer Hinsicht. „Der Klimawandel wirft insbesondere eine Reihe von drängenden moralischen Problemen auf“, sagt Darrel Moellendorf, Professor für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Im Namen des Clusters hat er zwei seiner profiliertesten Kollegen nach Frankfurt eingeladen, um den Zusammenhang zwischen Klimawandel und globaler Gerechtigkeit zu beleuchten. Welche Ansprüche haben beispielsweise die ohnehin ärmeren Länder, die unter einer ungebremsten Erderwärmung am meisten leiden würden? Beim „Climate Change Book Launch“ am 26. Juni um 15 Uhr stellen die drei Klimaphilosophen auch ihre neusten Publikationen zur Diskussion.

Die öffentliche Veranstaltung – eine Anmeldung ist erforderlich – findet im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt. Darrel Moellendorf, der vor rund einem Jahr aus San Diego nach Frankfurt gewechselt ist, wird seine groß angelegte Monographie vorstellen. Sie heißt „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change: Values, Poverty, and Policy“. Moellendorf sieht sich in seiner Arbeit maßgeblich von Henry Shue beeinflusst. Dieser wiederum zählt zu den Pionieren der philosophischen Beschäftigung mit den Folgen des Klimawandels – und er gehört ebenfalls zu den teilnehmenden Autoren. Die Aufsatzsammlung „Climate Justice: Vulnerability and Protection“ ist die Quintessenz seiner mehr als 20-jährigen Beschäftigung mit dem Thema. Henry Shue hat lange Zeit an US-amerikanischen Universitäten gelehrt und ist jetzt Professor in Oxford. Von der New York University kommt Dale Jamieson. Er ist Autor des Buches „Reason in a Dark Time: Why the Struggle Against Climate Change Failed – And What It Means for Our Future“

Die drei Philosophen gehen der Frage nach, wie der Klimawandel noch begrenzt werden kann und was dabei aus moralischer Sicht zu beachten ist. Nach Ansicht Darrel Moellendorfs darf sich eine gerechte globale Klimapolitik nicht darauf beschränken, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen; sie müsse zugleich die Bekämpfung der weltweiten Armut im Blick behalten. Moellendorf plädiert für eine verteilende und ausgleichende Gerechtigkeit, bei der die reicheren Staaten – deren Wohlstand nicht zuletzt mit einer langen Phase der CO2-Produktion verbunden ist – soziale Verantwortung übernehmen und die Hauptlast des Klimaschutzes tragen. Hier favorisiert Moellendorf das Prinzip der Zahlungsfähigkeit („ability-to-pay“).

Innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens sollten, so Moellendorf, die ärmeren Länder mehr CO2 ausstoßen dürfen, da sie ohne den Einsatz der billigeren fossilen Brennstoffe kaum Chancen hätten, der Armut zu entkommen. Den Industrieländern weist der Gerechtigkeitsphilosoph die Verantwortung zu, ihre Emissionen stark zu reduzieren, um damit das Gesamtniveau der globalen Emissionen zu verringern. Unter einem fortschreitenden Klimawandel hätten die weniger entwickelten Ländern des Südens in besonderem Maß zu leiden. Es drohen Trinkwasserknappheit, Missernten und Überschwemmungen.

Auch Henry Shue hebt hervor, dass die Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht zulasten der ärmeren Länder gehen dürfen und sie womöglich in noch größere Armut stürzen. Shue setzt sich unter anderem für eine international koordinierte Abgabe auf die Verwendung fossiler Brennstoffe ein und für die Unterstützung der weniger entwickelten Länder bei einer alternativen Energiegewinnung. Der Philosoph kritisiert die Rolle der USA bei den bisherigen Klimaverhandlungen. Und wenn es um die Ansprüche von Menschen und Gruppen geht, betont Shue auch das Recht zukünftiger Generationen auf angemessene Lebenschancen.

Dale Jamieson schließlich stellt die ganz grundlegende Frage, warum der Kampf gegen den Klimawandel bisher gescheitert ist. Das Thema errege eigentlich nur dann Interesse, wenn die Medien über aktuelle Studien oder Konferenzen berichteten. Nach einer kurzen Phase der Einsicht, dass nun endlich etwas getan werden müsse, bliebe alles beim Alten. Den Menschen fiele es schwer, in solch alltäglichen Dingen wie Autofahren oder Flugreisen ein moralisches Problem zu sehen. Laut Jamieson ist es aber gerade diese Sichtweise auf persönliche Verantwortung, die geändert werden müsse, um adäquat zu reagieren. Die Lage sei zwar ernst, aber nicht hoffnungslos.

Der „Climate Change Book Launch“ findet am 26. Juni um 15.00 Uhr in Raum 5.01 des Gebäudes „Normative Ordnungen“ statt (Campus Westend, Lübecker Straße/Ecke Hansaallee). Nach kurzen Kommentaren der Philosophin Anja Karnein und des Philosophen Andreas Niederberger (beide Goethe-Universität) werden die Autoren ihre Thesen erläutern.

Anmeldung und inhaltliche Information: Professur Moellendorf:
Ellen Nieß, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, 069/798-31521

Kontakt Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/klima


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

Mehr Informationen unter www2.uni-frankfurt.de/gu100


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„Brasil vs. Brasil“: Diskussion und Filmvorführung im Park

Öffentliche Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 3. Juli mit dem Dokumentarfilm „Vinegar Syndrome“ über die sozialen Proteste in Brasilien

Pressemitteilung

30. Juni 2014

FRANKFURT. Der 3. Juli ist bei der Fußballweltmeisterschaft ein spielfreier Tag - und bietet vielleicht schon deshalb die Gelegenheit, einen eher nüchternen Blick auf das Austragungsland zu werfen. Einerseits ist Brasilien eine fußballbegeisterte Nation. Andererseits gibt es dort soziale Probleme, die besonders im vergangenen Jahr Anlass für weltweit beachtete Proteste waren, bei denen Millionen von Menschen auf die Straße gingen. Die Kritik richtet sich nach wie vor auch gegen Aspekte der Vorbereitung und Durchführung der WM. Diese Ambivalenz aufnehmend, organisiert der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 3. Juli um 20.30 Uhr unter dem Titel „Brasil vs. Brasil“ eine Podiumsdiskussion mit anschließender Filmvorführung. Auf dem Programm steht der Dokumentarfilm „Vinegar Syndrome“ der Regisseure Cesar Oiticica Filho und Tamur Aimara. Ort der Veranstaltung ist der kleine Park des Museum Angewandte Kunst (Schaumainkai 17). Der Eintritt ist frei.

Kooperationspartner der Veranstaltung sind das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, das Museum Angewandte Kunst und die Artichoke Kulturproduktion. Die Podiumsdiskussion erörtert die gesellschaftspolitische Situation in Brasilien und greift dabei thematische Schwerpunkte des Films auf. Auf dem Podium sitzen Prof. Angela Keppler (Mediensoziologin der Universität Mannheim und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters), Dr. Antonio Martins (Strafrechtler an der Goethe-Universität), Dr. Priska Daphi (Mitglied der Forschungsgruppe Herrschaft und Widerstand des Exzellenzclusters), Verena Lueken (Filmkritikerin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) und Dr. Joachim Bernauer (Abteilungsleiter Film, Rundfunk und Fernsehen am Goethe-Institut). Auch die Regisseure nehmen an der Diskussion teil. Die Moderation haben die Geschäftsführerin des Exzellenzclusters, Rebecca Caroline Schmidt, und Dr. Paula Macedo Weiß von der Artichoke Kulturproduktion.

Der Film „Vinegar Syndrome“ wird im Original mit englischen Untertiteln gezeigt. Die Vorführung beginnt bei Einbruch der Dunkelheit. Im Mittelpunkt der filmischen Dokumentationen, die die Regisseure als ein Projekt verstehen, das weiter fortgeschrieben wird, stehen die Proteste des vergangenen Jahres – und hier insbesondere der Zeitraum zwischen dem Polizeieinmarsch in das Indian Museum bis zum Papst-Besuch Ende Juli. Reflektiert werden u. a. die Demonstrationen gegen mangelnde Infrastruktur und unzureichende staatliche Fürsorge. „Vinegar Syndrome“ dokumentiert dabei auch gewaltsame Reaktionen der Polizei. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Art und Weise der Berichterstattung und der Rolle etablierter brasilianischer Medien, die in den Augen vieler Kritiker einseitig gegen die Protestbewegung Partei ergriffen hätten.

„Vandalismus“ und „Plünderungen“ – diese Begriffe fallen in einigen Nachrichtensendungen, die der Film in Auszügen dokumentiert, immer wieder. Den Demonstrierenden wird von Mainstream-Medien das Recht abgesprochen, eine soziale Bewegung zu sein. Auslöser für die Proteste waren Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Personennahverkehr. Im weiteren Verlauf richteten sich die Proteste auch allgemein gegen soziale Schieflagen und besonders gegen fehlende Bildungschancen sowie ein marodes Gesundheitssystem. Die Investitionen in die WM kämen, so die Kritik, vor allem dem Fußballweltverband Fifa zugute und nicht der Bevölkerung. Es seien überteuerte und überdimensionierte Stadien gebaut worden, die bald niemand mehr brauche. Zwar ruhen die Proteste während der WM weitgehend, das könnte sich aber ändern. „Die Enttäuschung ist jetzt größer, da klar geworden ist, dass die Verbesserungen nicht kommen werden“, so Antonio Martins, der aus Brasilien stammt und zu den Teilnehmern der Podiumsdiskussion gehört.

Nach Ansicht des Rechtswissenschaftlers Martins, der an der Goethe-Universität promoviert wurde und hier auch habilitiert, zeigt der Film, dass die brasilianische Polizei nicht darauf vorbereitet ist, angemessen mit Protesten umzugehen. Die Ordnungskräfte hätten häufig mit unverhältnismäßiger Gewalt auf meist friedliche Proteste reagiert. Der Film hat über weite Strecken das Geschehen während der Protestkundgebungen zum Inhalt. Zu sehen sind eher ruhige Sequenzen mit Menschen, die Sprechchöre skandieren, aber auch tumultartige Szenen, bei denen man zuweilen nicht weiß, wer nun mit wem aneinandergerät. Zu hören sind Argumente von Demonstrierenden, aber auch Statements von Politikern bis zur Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Der Film besteht aus Collagen und schnellen Schnitten. Immer wieder sind auch Auszüge aus Reportagen von neuen und alternativen Medien zu sehen, die vor allem über das Internet Verbreitung finden und eine offizielle Lesart der Proteste konterkarieren.

Zu der Open-Air-Diskussion mit Filmvorführung am 3. Juli ab 20.30 Uhr sollten Sitzgelegenheiten, etwa Decken oder Klappstühle, mitgebracht werden. Getränke und Snacks kann man vor Ort kaufen. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung im Vortragssaal des Museum Angewandte Kunst (begrenzte Platzzahl) statt.

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/brasil



Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

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Rainer Forst Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie. Der Frankfurter Philosoph und Politikwissenschaftler wurde zum Leibniztag aufgenommen

Pressemitteilung

2. Juli 2014

FRANKFURT AM MAIN. Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt, ist neues Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Die traditionsreiche Institution hat den 49-Jährigen am vergangenen Wochenende im Rahmen eines Festakts in die Sozialwissenschaftliche Klasse aufgenommen, eine von fünf „Klassen“, deren Mitglieder sich regelmäßig zu Arbeits- und Gremiensitzungen treffen.

„Das ist eine sehr große Ehre für mich“, sagte Prof. Rainer Forst nach der Auszeichnung in Berlin. Besonders freue ihn seine Aufnahme in die Akademie, weil sie die Nachfolgeorganisation der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften ist, bei der auch sein großes philosophisches Vorbild Immanuel Kant Mitglied gewesen sei. Insgesamt gehören der Akademie derzeit 173 Ordentliche und 97 entpflichtete Ordentliche Mitglieder sowie 72 Außerordentliche Mitglieder an. Zum Mitglied berufen werden kann, wer sich durch herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet hat. Die Akademie wählt ihre Mitglieder aus allen Wissenschaftsgebieten und aus ganz Deutschland, aber auch aus dem Ausland. Außer Forst sind gegenwärtig folgende Frankfurter Wissenschaftler Mitglied der Akademie in Berlin: der Ethnologe Karl-Heinz Kohl, der Rechtshistoriker Michael Stolleis, der Hirnforscher Wolf Singer, der Biophysiker Hartmut Michel und der Komparatist Winfried Menninghaus.

Rainer Forst gilt als einer der Vertreter der Kritischen Theorie der „Frankfurter Schule“ und genießt national und international den Ruf eines der wichtigsten Philosophen seiner Generation. Der gebürtige Wiesbadener hat Philosophie, Politikwissenschaft und Amerikanistik in Frankfurt, New York und an der Harvard Universität studiert und lehrte unter anderem an der Freien Universität Berlin, der New School for Social Research in New York und am Dartmouth College. Er befasst sich mit Grundbegriffen der politischen Philosophie, insbesondere mit Theorien der Gerechtigkeit, der Toleranz und der Demokratie. Seit 2004 lehrt er an der Frankfurter Universität, der er trotz mehrerer Angebote namhafter Universitäten im Ausland treu geblieben ist. Forst ist Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ sowie der Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“. Im Jahr 2012 wurde er mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet.



Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

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Gerechtigkeit, Frieden und Stabilität: Risiken und Chancen für die Politik Große Fachkonferenz der „Internationalen Beziehungen“ mit 700 Wissenschaftlern. 6. bis 9. August, Goethe Universität

Medieneinladung

4. August 2014

FRANKFURT A MAIN. Die vom internationalen Fachverband World International Studies Committee (WISC) alle drei Jahre veranstaltete Konferenz „Global International Studies Conference“ wird vom 6. bis zum 9. August zum ersten Mal in Deutschland  stattfinden, an der Goethe-Universität Frankfurt. WISC ist ein internationaler Verband nationaler und regionalen Fachverbände von Politologen mit Spezialisierung im Feld der politikwissenschaftlichen Teildisziplin „Internationalen Beziehungen“. Diese deckt das gesamte Spektrum internationaler Politik und gesellschaftlicher Austauschbeziehungen im globalen Rahmen ab.

Die Konferenz findet bereits zum vierten Mal statt. Sie steht in diesem Jahr unter dem Thema „Justice, Peace and Stability: Risks and Opportunities for Governance and Development“. An der Goethe Universität beschäftigen sich mit diesen Themen unter anderem zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Institut für Politikwissenschaft sowie im Exzellenzcluster „Herausbildung normativer Ordnungen“. Von beiden Institutionen wurde der Kongress wesentlich gefördert.

WISC ist der einzige genuin globale Fachverband im Feld der „Internationalen Beziehungen“ mit rund 30 Mitgliedsverbänden aus allen Erdteilen. Erklärtes Ziel ist die Förderung wissenschaftlicher Kooperation, internationaler Vernetzung und des Wissens- und Erfahrungsaustausches innerhalb der Disziplin auf globaler und regionaler Ebene. Besonders berücksichtigt wird der Globale Süden. Die Integration von Wissenschaftlern aus Entwicklungsländern steht dabei im Fokus und wird durch Reisekostenzuschüsse gefördert. Insgesamt nehmen über 700 Wissenschaftler aus allen Kontinenten an der Konferenz teil. Begleitet wird die Tagung von einer Ausstellung renommierter Wissenschaftsverlage. Konferenzsprache ist Englisch.

WISC Fourth Global International Studies Conference
6.-9. August 2014; Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Casino

Medienvertretern werden folgende Diskussionsrunden empfohlen:

Plenary Roundtable
IR Theory Beyond the West? Prospects for a Global IR Discipline.
Mittwoch, 6. August, ab 19.00 Uhr, Raum: HZ2

Semi-Plenaries (Freitag, 16.15 Uhr)
The Global Organization of International Studies: The Past, Present and Future of WISC. Raum: PEG 1G.191  

Frankfurt, Critical Theory and (I)nternational (R)elations.
Raum: House of Finance, Raum: DZ-Bank.

Current Issues in Nuclear Proliferation.
Raum: PEG 1G.192

Weitere Informationen: Ursula Stark Urrestarazu, Konferenzmanager, Institut für Politikwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798 36 604, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.fb03.uni-frankfurt.de/46347686/wisc

„Horizonte der Islamischen Theologie“. Großer wissenschaftlicher Kongress zur islamisch-theologischen Forschung an der Goethe-Universität. 1.-5. September, Campus Westend

Pressemitteilung

20. August 2014

FRANKFURT AM MAIN. Anfang September wird Frankfurt zum Mittelpunkt der Islamischen Theologie in Deutschland. Das "Zentrum für Islamische Studien" an der Goethe-Universität Frankfurt richtet den bislang größten wissenschaftlichen Kongress zum Thema in Deutschland aus. Zu den Kooperationspartnern gehört der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Die Veranstalter erhoffen sich wichtige Impulse für die islamisch-theologische Forschung.

Vom 1. bis zum 5. September werden internationale Fachwissenschaftler verschiedener Disziplinen zu dem Kongress „Horizonte der Islamischen Theologie“ auf den Campus Westend kommen. Erwartet werden mehr als 150 Referenten in mehr als 30 Panels. Die thematische Bandbreite des Kongresses umfasst die Disziplinen der Islamischen Theologie und relevante Forschungsbereiche angrenzender Wissenschaften. Paneltitel von „Neue Wege in der Koranauslegung“ und „Wörtliche Auslegung islamischer Texte“ über „Bioethik“ und „Feministische Theologie“ bis hin zu „Neue Erkenntnisse zur arabischen Syntax“ zeugen von der breiten Themenpalette des Kongresses. Dabei werden international bekannte Persönlichkeiten wie der südafrikanische muslimische Theologe und Anti-Apartheids-Aktivist Farid Esack und der iranische Philosoph und Vordenker Abdolkarim Soroush als Referenten erwartet. Aus Deutschland kommen unter anderem der Frankfurter Theologe und Koranwissenschaftler Ömer Özsoy, die Frankfurter Ethnologin Susanne Schröter vom Exzellenzcluster sowie der Münsteraner Religionspädagoge Mouhanad Khorchide und Hanna Liss, Expertin für jüdische Bibelauslegung aus Heidelberg.

Der Kongress richtet sich nicht alleine an muslimische Theologinnnen und Theologen, sondern auch an andere mit dem Islam befassten Disziplinen, an christliche und jüdische Theologien, Sprach- und Rechtswissenschaften sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Das Zentrum für Islamische Studien freut sich insbesondere über die vielen Anmeldungen von jungen Nachwuchswissenschaftlern. Zur Eröffnung werden Vertreter des zuständigen Bundes- und Landesministeriums die Teilnehmer begrüßen. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann, würdigt den Kongress mit einem Empfang im Kaisersaal des Römer-Rathauses, bei dem auch die renommierte Arabistin und Koranforscherin Angelika Neuwirth sprechen wird.

Nachdem schon 2010 der bundesweit erste volltheologische Studiengang „Islamische Studien“ an der Goethe-Universität eingerichtet wurde, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2011 neben Frankfurt/Gießen auch die drei weiteren Zentren Tübingen, Münster/Osnabrück und Erlangen. Ziel ist der Aufbau einer akademischen islamischen Theologie, die den Glauben kritisch reflektiert, sich mit den islamischen Quellentexten wissenschaftlich auseinandersetzt und dem Leitbild der ergebnisoffenen Forschung verpflichtet ist. Dies geschieht am Standort Frankfurt durch die interdisziplinäre Bündelung der Expertise von Theologen und angrenzenden Wissenschaften.

Zu den Kooperationspartnern gehören der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, die Stiftung Mercator mit dem "Graduiertenkolleg Islamische Theologie" und das DFG-Graduiertenkolleg "Theologie als Wissenschaft.

Das vollständige Programm sowie Informationen zur Anmeldung sind auf der Internetseite www.kongress-islam.uni-frankfurt.de zu finden.

„Quo vadis Indonesien?“ Diskussion über Toleranz und Pluralismus in Indonesien am 5. Oktober in der Evangelischen Akademie Frankfurt

Pressemitteilung

29. September 2014

FRANKFURT AM MAIN. Indonesien befindet sich seit dem Sturz des autoritären Präsidenten Mohammed Suharto im Mai 1998 in einem umfassenden Demokratisierungsprozess. Seither gilt das Land, das im kommenden Jahr Ehrengast der Frankfurter Buchmesse sein wird, als Musterbeispiel für die Demokratiefähigkeit der islamischen Welt. Dieser Entwicklung steht jedoch eine fortschreitende gesellschaftliche und politische Islamisierung gegenüber, die die religiösen Minderheiten zunehmend in Bedrängnis bringt. Vieles deutet darauf hin, dass religiöse Toleranz und Pluralismus als normative Grundlagen des Landes, das die „Einheit in Vielfalt“ zum Staatsmotto erhoben hat, unter Druck geraten. Die Frage, welche Entwicklung das Land nehmen wird, steht im Mittelpunkt der öffentlichen Veranstaltung „‘Quo vadis Indonesien?‘ - Pluralismus und religiöse Toleranz in Gefahr!“.

Die Veranstaltung, die aus einer Lesung und einer Podiumsdiskussion besteht, beginnt am Sonntag, 5. Oktober, um 16.30 Uhr in der Evangelischen Akademie Frankfurt (Römerberg 9, 60311 Frankfurt am Main). Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten. Ausrichter sind die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, die Karl-Hermann-Flach-Stiftung, der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, die Evangelische Akademie Frankfurt und der Verein für entwicklungsbezogene Bildung zu Südostasien e.V.

An der Podiumsdiskussion nehmen renommierte Vertreter des öffentlichen Lebens Indonesiens und Experten aus Deutschland teil. Mit dabei sind die Islamwissenschaftlerin Dr. Siti Musdah Mulia (Jakarta), Prof. Dr. Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. Franz Magnis-Suseno, Katholischer Priester und ehemaliger Direktor des Postgraduiertenprogramms der Driyarkara School of Philosophy, Jakarta, Dr. Luthfi Assyaukanie, Politikwissenschaftler an der Paramadina Universität, Jakarta, sowie Olaf Kellerhoff, Leiter des Referats Asien und Menschenrechte der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Zuvor erwartet die Gäste eine interessante Autorenlesung mit der Schriftstellerin Avianti Armand und dem Publizisten Goenawan Mohamad, die nicht zuletzt auch persönliche Einblicke in das Thema eröffnen wird.

Die Veranstaltung findet in indonesischer und deutscher Sprache statt und wird jeweils simultan übersetzt.

Hinweis: Lesung (Beginn 16.30 Uhr) und Podiumsdiskussion (Beginn: 19.00 Uhr) können jeweils auch unabhängig voneinander besucht werden.

Anmeldung: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Regionalbüro Wiesbaden, Tel: 0611 / 15 75 67, Fax: 0611/ 15 75 686 oder Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Information: Gunnar Stange, Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: 069 / 798-33061, www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/alleveranstaltungen

Erfolgreiches Debüt für B3 Autumn School 60 Experten planen die Biennale 2015

Pressemitteilungm, Qelle: www.b3biennale.com

5. Oktober 2014


Frankfurt/Main, 5.10.2014 - Mit rund 2.000 Teilnehmern feierte die B3 Autumn School in Frankfurt eine erfolgreiche Premiere. Höhepunkte des letzten B3-Tages waren die Abschluss-Präsentationen der Workshops der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA) u. a. zu den Themen Transmedia, Immersive Filmmaking und interaktiver Spielfilm.

Vom 29. September bis 4. Oktober 2014 war der kreative Nachwuchs aus Deutschland und Europa eingeladen, die neuesten Trends, Technologien und Entwicklungen in den Bereichen Film, TV, Web, Design, Games, Kunst und Sound hautnah und praxisorientiert kennenzulernen. 40 regionale, nationale und internationale Medien-Experten und Künstler gaben in 35 Workshops ihr Wissen an Schüler, Lehrer, Studierende und Young Professionals weiter.

„Veranstaltungen und Formate zu innovativen Themen wie die B3 Autumn School können wir nicht hoch genug einschätzen“, sagte Boris Rhein, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst. „Wir brauchen für die Stärkung des Kreativstandortes Hessen und seine internationale Ausstrahlung gut und umfassend ausgebildeten Nachwuchs. Die B3 ist dafür eine zentrale Plattform“.

Auch Prof. Bernd Kracke, künstlerischer Leiter der B3 Biennale des bewegten Bildes, zeigte sich sehr zufrieden mit dem neuen Ableger der B3: „Volle Säle, begeisterte Teilnehmer und engagierte Sprecher. Die Premiere der B3 Autumn School stieß mit ihrem attraktiven Programm auf große Resonanz. Ein ganz besonderes Highlight war der parallel stattfindende B3 Think Tank, in dem das Leitthema der B3 2015 „Expanded Senses" diskutiert wurde".

Der B3 Think Tank versammelte rund 60 internationale Vordenker aus sechs Ländern, um die B3 Biennale des bewegten Bildes 2015 programmatisch vorzubereiten. So wird beispielsweise das Thema Games im Rahmen einer Kooperation mit der weltgrößten Computerspielemesse gamescom Köln einen wichtigen Baustein der B3 2015 ausmachen.

Alle Infos und aktuelle Fotos: www.b3biennale.de

Stimmen zur B3 Autumn School 2014 und zum Think Tank
Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. (BIU) skizzierte im Rahmen des Think Tanks erste Programmpunkte für 2015: „Unsere Branche trägt maßgeblich zur Zukunft des Bewegtbildes bei. Denn Videospiele sind im Kern transmedial und stehen exemplarisch für „Expanded Senses“. Sie vereinen in sich die wichtigsten Aspekte des bisherigen Medienkanons von Literatur über Film, Musik und Internet“.

Jeffrey Shaw, Künstler (USA) bringt es auf den Punkt, was die Kernfragen der kommenden B3 sein werden: „Eine der Schlüsselfragen für die Zukunft ist die Position des Menschen in einer wachsenden Maschinen-Kultur. Unsere Maschinen werden immer komplexer und fruchtbarer. Unsere Aufgabe wird sein, darauf zu achten, dass wir das Gleichgewicht zwischen Mensch und Maschine austarieren.“

Martina Theininger, Autorin, Regisseurin (Österreich) „Bei der B3 Autumn School konnte ich viele junge Menschen mit viel kreativem Potential treffen. Einem Potential, das sie durch ihre Ausbildung in der Rhein-Main Region gewonnen haben. Die Autumn School hat auf einem hohen Niveau ein großartiges, kreatives Potential zusammengebracht. Dies ist wirklich einzigartig im Bereich des bewegten Bildes.“

Prof. Sabine Breitsameter, kuratorische Leiterin hFMA-Angebote (Deutschland) „Das Programm, das vom Netzwerk der Hessischen Film- und Medienakademie hFMA eingebracht wurde, war ein Volltreffer. Die hohe Akzeptanz unserer hFMAWorkshops, ihr zukunftsorientierter Innovationsgrad und die kompetente Vermittlung durch herausragende Dozenten bieten eine exzellente Basis dafür, die Zusammenarbeit mit der hFMA als integralen Bestandteil der B3 Biennale weiterzuentwickeln und zu intensivieren."

Woody Vasulka, Videokünstler (USA)
„Für mich war der B3 Think Tank sehr interessant. Er brachte viele gebildete und interessante Menschen zusammen. Ich bin beeindruckt davon, wie viele Menschen bei unserem Vortrag waren, wie gut sie unser Schaffen, das ja doch eher ein extremes Experimentieren ist, verstanden haben. Eine direkte Kommunikation unserer Arbeit war für mich daher ausgezeichnet möglich.“

Uri Aviv, General Director, UTOPIA (Israel)
„Der B3 Think Tank war für mich nicht nur inhaltlich ein Erfolg. Ich selbst organisiere das UTOPIA Filmfestival in Tel Aviv. Daher nehme ich natürlich auch die Organisation einer Veranstaltung besonders wahr. Diese war exzellent. Die Zusammensetzung der Teilnehmer erlaubt eine sehr vielfältige Sicht auf das Thema „Extended Senses“. Der B3 ist es mit der Bildung des B3 Think Tanks wunderbar gelungen, auch im Zwischenjahr präsent zu sein.“

Wolfgang Münch, Medienkünstler und Kunstpädagoge (Singapur)
„Für mich war der B3 Think Tank sehr spannend. Er vereinte viele unterschiedliche Meinungen und Ansichten. Sehr Interessant war für mich, der ich selbst aus dem Bereich Kunst/Hochschule komme, auf verschiedene Filmschaffende zu treffen und festzustellen, wie wenige Überschneidungen doch tatsächlich zwischen unseren  Bereichen existieren. Dies hat mir erneut gezeigt, wie wichtig es ist, an der Hochschule einen größeren Praxisbezug herzustellen. Schließlich finden sich viele meiner Absolventen nach ihrem Studienabschluss in der Filmbranche wieder.“

Antonio Grassi, Executive Director, Instituto Inhotim (Brasilien)
„Die Veranstaltung hat es mir ermöglicht, einen anderen Blick auf unsere aktuellen Projekte zu gewinnen. Durch eine Veranstaltung wie den B3 Think Tank lernt man, Projekte anders einzuordnen durch die Eindrücke, die man aus anderen Projekten, Ländern und von Experten aus anderen thematischen Bereichen gewinnt.“

Michel Grotenhoff, Producer Filmtank (Deutschland)
„Ich muss ehrlich sagen, ich empfand diese zwei Tage beim Think Tank als wirklich einzigartig. Die Zusammensetzung der Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Film und Gaming hat zu einer Grundsatzdebatte geführt: Wie gehen wir Medien miteinander um? Was brauchen wir? Wie und was muss man regulieren? Ich freue mich jetzt schon auf das kommende Jahr.“

Mark Lepetit, Creative Transmedia Producer, UFA Fiction (Deutschland)
„Es ist so wichtig, dass man sich ab und an die Zeit nimmt und wirklich – außerhalb der Alltagswelt – miteinander ins Gespräch kommt. Jeder arbeitet in seiner eigenen Box – hier beim Think Tank kommt man mit Menschen außerhalb seiner Box ins Gespräch. Und man merkt: irgendwie ist es ganz ähnlich, wie man denkt und wie man handelt. Ich bin mir ganz sicher, dass ich mir für die B3 2015 wieder diese Zeit nehme und herkomme.“

Oliver Klös, Social Media, ZDF (Deutschland)
„Die Gesprächsrunden waren alle äußerst konstruktiv. Am meisten hat mich der Vortrag von Jeffrey Shaw beeindruckt und inspiriert. Welche Kunstaspekte kann ich in meiner täglichen Arbeit verwenden? Wie kann dies beispielswiese in Serious Games eingesetzt werden? – eine wahrlich spannende Debatte.“

Über B3
Veranstalter der B3 Biennale des bewegten Bildes ist die Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main (HfG) in Kooperation mit der Hessischen Film- und Medienakademie (hFMA). Die Träger der B3 sind das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), die Hessische Landesmedienanstalt LPR und die Stadt Frankfurt am Main. Gefördert wird die B3 Autumn School 2014 von dem Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt/M, der Dr. Marschner Stiftung, der Friederichs Stiftung, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain, dem Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt/M sowie der gamescom.

Weitere Partner sind: das Deutsche Filmmuseum, das Museum für Kommunikation, die Städelschule, der Portikus Frankfurt, die Historische Villa Metzler, das Museum Angewandte Kunst, der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Medienprojektzentrum Offener Kanal Offenbach/Frankfurt, das Deutsche Architekturmuseum DAM, das Fraunhofer Institut für Digitale Medien, die ZDF Redaktion Das kleine Fernsehspiel, das Gallus Zentrum, Basa e. V., Waldritter e. V., sowie Geo Event Systems. Alle Informationen und Details zur Anmeldung unter www.b3biennale.com

Ziel des 2013 gestarteten Festivals ist es, eine breit angelegte Allianz für das bewegte Bild zu schaffen. Die Biennale agiert dabei interdisziplinär und genreübergreifend, sie bietet eine internationale Plattform für den Diskurs und die Vernetzung von Film- und Fernsehmachern, Künstlern, Designern, Wissenschaftlern, Technologieanbietern, Branchenteilnehmern und Nachwuchstalenten. Das Debüt überzeugte auf Anhieb rund 25.000 Besucher aus zwölf Ländern. Die B3 Biennale vereinte vom 30. Oktober bis zum 3. November
2013 an 25 Veranstaltungsorten in der Rhein-Main-Region 200 Künstler, Filmemacher, Designer, Internetspezialisten, Games-Entwickler und Wissenschaftler, die über die Zukunft des Geschichtenerzählens im digitalen Zeitalter diskutierten. Die B3 Biennale findet alle 2 Jahre statt. In den geraden Zwischenjahren richtet sich die B3 Autumn School an den kreativen Nachwuchs.
Parallel dazu findet der B3 Think Tank statt, der u. a. für die Themensetzungen der B3 Biennale zuständig ist.

Pressekontakt
Susanne Tenzler-Heusler,
Tel. 0173 3786 601
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.b3biennale.com

Diskussion über Deutschlands neue außenpolitische Rolle. Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 16. Oktober 2014 im Historischen Museum

Pressemitteilung

8. Oktober 2014

FRANKFURT AM MAIN. Deutschlands außenpolitisches Selbstverständnis ist in Bewegung geraten. Bundespräsident Joachim Gauck plädiert für ein stärkeres Engagement der Bundesrepublik. Und laut Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist das Land zu groß, um Weltpolitik nur zu kommentieren: „Es wird zu Recht von uns erwartet, dass wir uns einmischen.“ Doch wie und auf welchen Grundlagen sollte dies geschehen? Diesen Fragen widmet sich das nächste Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität zum

Thema: „Verantwortung, Führung und Zurückhaltung – Deutschlands außenpolitische Rolle im Wandel“
am: Donnerstag, dem 16. Oktober 2014, um 19.00 Uhr
Ort: Historisches Museum, Fahrtor 2 (Römerberg), 60311 Frankfurt

Die großen Konflikte sind näher an Europa herangerückt. Gerade mit Blick auf die gegenwärtigen Krisen im Nahen und Mittleren Osten, in der Ukraine sowie in Nord- und Westafrika drängt die Frage, wie „verantwortungsvolle Außenpolitik“ praktisch und normativ auszugestalten ist, in den Mittelpunkt öffentlicher Auseinandersetzungen. Dabei geht es nicht nur um mögliche militärische Interventionen, sondern beispielsweise auch darum, „wie wir den Instrumentenkasten von Diplomatie angemessen ausstatten und einsetzen“ (Steinmeier). Von Seiten des Auswärtigen Amtes wird dessen Staatssekretär Stephan Steinlein an der Diskussion teilnehmen. Vom Exzellenzcluster kommt Gunther Hellmann, Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Außenbeziehungen westeuropäischer Staaten an der Goethe-Universität. Die Moderation hat der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher.

Auch zu der mittlerweile 17. Auflage des Stadtgesprächs ist die interessierte Öffentlichkeit bei freiem Eintritt herzlich willkommen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main statt. Bei den Stadtgesprächen diskutiert jeweils ein Forscher des Frankfurter Exzellenzclusters mit einem Experten aus Wissenschaft, Politik oder Kultur zu einem aktuellen gesellschaftlichen Thema. Stephan Steinlein war bereits von 2005 bis 2009 Leiter des Leitungsstabes und Leiter des Ministerbüros von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Seit Januar 2014 ist er Staatssekretär des Auswärtigen Amtes. Gunther Hellmann forscht insbesondere auch zur deutschen Außen- und Sicherheitspolitik. Zu seinen jüngsten Publikationen gehören der Aufsatz „Das neue Selbstbewusstsein deutscher Außenpolitik und die veränderten Standards der Angemessenheit“ sowie sein jetzt in der zweiten Auflage erschienenes Lehrbuch „Deutsche Außenpolitik. Eine Einführung“.

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

Mehr Informationen unter www2.uni-frankfurt.de/gu100

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
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Nachwuchsperspektiven für die Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Promovierende aus ganz Europa treffen sich beim „ESTER Research Design Course“ am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

9. Oktober 2014

FRANKFURT AM MAIN. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität ist Gastgeber und Kooperationspartner eines mehrtägigen, internationalen Workshops, bei dem rund 40 Promovierende aus ganz Europa ihre Dissertationsprojekte zu wirtschafts- und sozialgeschichtlichen Themen vorstellen. Die Veranstaltung mit dem Titel „ESTER Research Design Course“ findet vom 14. bis 17. Oktober im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt. Zu den Organisatoren gehört Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters.

ESTER steht für „European Graduate School for training in Economic and Social Historical Research“. Getragen wird diese Graduiertenschule von mehr als 60 europäischen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Der ESTER-Verbund richtet jährlich an wechselnden Orten seinen „Research Design Course“ aus. „Dabei wird den Promovierenden die Gelegenheit gegeben, sich in einem internationalen Umfeld intensiv untereinander und mit Experten auszutauschen“, so Andreas Fahrmeir. Ziel ist es, die Nachwuchswissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre Forschungsfragen deutlich herauszuarbeiten, Klarheit über den methodischen und theoretischen Ansatz zu erzielen und insgesamt einen realistischen Fahrplan für das gesamte Dissertationsprojekt zu erstellen.

Jeder der rund 40 teilnehmenden Promovierenden erörtert sein Thema mit zwei weiteren Nachwuchswissenschaftlern und einem Experten. Die Experten – meist Professorinnen oder Professoren – kommen ebenfalls aus ganz Europa. Experten von Seiten der Goethe-Universität sind Andreas Fahrmeir sowie seine Fachkollegen Torsten Riotte und Ralf Banken. Themen der Dissertationen sind beispielsweise die Rolle der Politik und der Finanzwirtschaft in Revolutionszeiten, Gesundheit und Lebenserwartung in Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie die wirtschaftliche Entwicklung Chinas im 18. und 19. Jahrhundert.

Im Rahmenprogramm geht es unter anderem um Publikationsmöglichkeiten von Dissertationen. Zudem gibt es einen Erfahrungsaustausch mit Teilnehmern des Internationalen Graduiertenprogramms (IGP) des Exzellenzclusters. Im Rahmen des IGP arbeiten Nachwuchswissenschaftler des Frankfurter Forschungsverbundes in einem strukturierten Programm an ihren Dissertationen.

Administrativer Sitz des ESTER-Verbundes, der 1991 gegründet wurde, ist die Universität Leiden in den Niederlanden. Organisatoren des aktuellen Research Design Course auf Seiten von ESTER sind Dr. Jeroen Touwen sowie Dr. Jaco Zuijderduijn.

Information: Prof. Andreas Fahrmeir, Historisches Seminar und Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Telefon (069) 798 - 32626/32613, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/ester

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“>
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Von der Freiheit im Internet bis zur „Rückkehr der Religionen“ Bei der internationalen Jahreskonferenz des Exzellenzclusters geht es am 20. und 21. November 2014 um „Normative Ordnungen im Wandel“

Pressemitteilung

13. November 2014

FRANKFURT AM MAIN. Wie könnte ein freies Internet zum Gemeinschaftsinteresse von Staaten, Unternehmen und Privatpersonen werden? Warum bedrohen internationale Verträge die nationale Souveränität und demokratische Selbstbestimmung? Welche Rolle spielt eine „Rückkehr der Religionen“ in der internationalen Politik? Unter anderem diesen Fragen widmet sich die siebte internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Sie trägt den Titel „Normative Ordnungen im Wandel: Globale Herausforderungen“ und findet am 20. und 21. November im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt.

Ziel der Jahreskonferenzen ist es, zentrale Themenstellungen des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes mit Kolleginnen und Kollegen aus dem In- und Ausland zu diskutieren. Auf dem aktuellen Programm stehen vier Panels mit insgesamt zwölf Vorträgen, in denen aktuelle Konfliktlinien im Transformationsprozess normativer Ordnungen thematisiert werden. Die gegenwärtige Zeit ist durch vielförmige gesellschaftliche Umbrüche und politische Verschiebungen geprägt.

Im ersten Panel „Die Verrechtlichung der Welt und ihre Kritiker“ geht es etwa um die Rolle des Rechts bei der Finanzkrise, Legitimationsprobleme informeller Beziehungen und die Zukunft des Völkerrechts. Eine schon länger geäußerte Kritik bemängelt, dass mächtige Staaten internationale Rechtsnormen weitgehend folgenlos missachten können. Mittlerweile gibt es aber auch viele Stimmen, die eine Bevormundung der Bürger und eine Aushöhlung der parlamentarischen Demokratie befürchten – gerade weil Staaten die Normen des internationalen Rechts regelmäßig beachten. Ist die „Verrechtlichung der Welt“ nun zu weit gegangen? Oder geht sie, im Gegenteil, noch nicht weit genug? Koordinator dieses Panels ist Jens Steffek, Professor für Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt „Transnationales Regieren“.

Ausgehend von den Stichworten „Multinormativität – Konstellationsanalysen“ beschäftigt sich das zweite Panel unter Leitung von Thomas Duve, Professor für vergleichende Rechtsgeschichte, mit dem Nebeneinander und der Verflechtung verschiedener Normen. Dieser Rechtspluralismus betrifft beispielsweise das Spannungsfeld von staatlicher und nicht-staatlicher Regulierung. Immer aktueller wird auch die Frage, wie die einzelnen Staaten, die zunehmend multiethnisch sind, aus rechtlicher Sicht mit der kulturellen Vielfalt umgehen. Ein besonders interessantes Beispiel für Multinormativität ist wohl die Mode: Ihre Regeln haben zwar ebenfalls mit Recht und Moral zu tun; sie scheinen aber auch der Ausdruck einer höchst wandelbaren sozialen Selbstregulierung der Gesellschaft zu sein.

Am Beispiel der Rollen von Staaten, Unternehmen und der Zivilgesellschaft unternimmt das dritte Panel („Herausforderungen der Normativität im Internet“) eine Bestandsaufnahme des World wide Web als Medium und Gegenstand des Prozesses um die Herausbildung seiner eigenen normativen Ordnung. Auch hier stellt sich die Frage, wie sich jenseits eines zunehmend an Bedeutung einbüßenden Nationalstaates eine legitime Repräsentation konzipieren lässt. Von zentraler Bedeutung ist der Schutz der Integrität des Internets, verstanden als Mittel zur Erreichung einer menschenzentrierten und entwicklungsorientierten Informationsgesellschaft. Zu dieser Art Internet gehört freilich auch die Berücksichtigung des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte. Die Koordination des „Internet-Panels“ liegt in den Händen des Rechtswissenschaftlers Matthias C. Kettemann.

Ob man zutreffend von einer „Rückkehr der Religionen“ sprechen kann, gehört schließlich zu den Schwerpunkten des vierten Panels mit dem Titel „(Post)Secularism – Theoretical and Empirical Findings on a Contested Category“. Hier wird unter anderem der Umstand thematisiert, dass Religion auch Pate bei der Begründung weltlicher Normen stehen kann. Ein weiteres Erkenntnisinteresse bezieht sich auf das Ausmaß der Vermischung von Staat und Kirche in verschiedenen Ländern. Unter der Federführung der Ethnologie-Professorin Susanne Schröter werden aktuell höchst virulente Konfliktlinien westlicher wie nicht-westlicher Gesellschaften thematisiert. Und falls die Religion wirklich zurückkehrt, tut sie das – zumindest auch – in einem neuen Gewand. In Südostasien gibt es Bewegungen, die konservative religiöse Anschauungen mit Mitteln des Marketings, der Musik und der Neuen Medien verbreiten. Das wäre dann kein „Post-Islamismus“, sondern ein „Pop-Islamismus“.

Die Vortragenden sind Mitglieder des Exzellenzclusters und die folgenden Forscherkolleginnen und -kollegen: Jocelyne Cesari leitet das „Islam in World Politics Program“ am Berkley Center der Georgetown Universität in Washington, D.C. Michelle Everson ist Professorin für Europäisches Recht am Birkbeck College der University of London. Marie-Claire Foblets leitet am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle an der Saale die Abteilung „Recht & Ethnologie“. Jeanette Hofmann leitet am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung die Projektgruppe „Politikfeld Internet“. Miloš Vec, assoziiertes Mitglied des Clusters, lehrt europäische Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien. Hartmut Zinser ist emeritierter Professor für Religionswissenschaft der Freien Universität Berlin und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Exzellenzclusters.

Die Konferenz steht Interessierten offen. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/jahreskonferenzen

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

Mehr Informationen unter www2.uni-frankfurt.de/gu100

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
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Internet: www.uni-frankfurt.de

Konferenz diskutiert Wege aus dem Salafismus. Tagung am 28. November ist gleichzeitig Gründungsveranstaltung eines neuen Forschungszentrums am Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“

Pressemitteilung

21. November 2014

FRANKFURT. Die Salafismus genannte Form des radikalen politischen Islams hat sich in Deutschland und vielen anderen Ländern zu einer virulenten Jugendbewegung entwickelt. Allein hierzulande gibt es nach Angaben des Verfassungsschutzes weit mehr als 6000 Salafisten. Einige Hundert von ihnen – aktuelle Schätzungen sprechen  von bis zu 2000 – sollen in den letzten Monaten ausgereist sein, um den Kampf der Terror-Miliz IS zu unterstützen. Warum junge Menschen zu Salafisten werden und was dieses internationale Phänomen mit den aktuellen Geschehnissen in Syrien und dem Nordirak zu tun hat, beleuchtet die wissenschaftliche Konferenz „Salafismus und Jihadismus. Der Traum vom Gottesstaat im 21. Jahrhundert“ am 28. November 2014 im Historischen Museum Frankfurt.

Die internationale Konferenz fungiert gleichzeitig als Gründungsveranstaltung des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Leiterin der neuen Einrichtung und Organisatorin der Konferenz ist die Ethnologie-Professorin Susanne Schröter. Sie hat am Exzellenzcluster die Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen inne und ist Mitglied des Instituts für Ethnologie an der Goethe-Universität. Die Tagung umfasst sieben Vorträge ausgewiesener Fachleute – unter ihnen ein Psychologe einer Beratungsstelle für aussteigewillige Jugendliche und Angehörige von Salafisten sowie ein Sicherheitsexperte der Polizei.

Die Veranstaltung ist presseöffentlich. Bereits um 9.30 Uhr, vor Beginn der eigentlichen Tagung, sind Journalisten herzlich eingeladen, sich bei einem Mediengespräch über Themen des neuen Forschungszentrums und der Konferenz zu informieren. Um Anmeldung wird gebeten (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Die Ursachen für eine zunehmende Anziehungskraft des Salafimus in westlichen Ländern wurden von Wissenschaftlern und Politkern bislang vor allem in Defiziten der Einwanderungsgesellschaft gesehen, in der mangelnden Anerkennung der Postmigranten, ihren Diskriminierungserfahrungen und vergleichsweise schlechten Bildungsabschlüssen. Dieses Szenario erklärt allerdings weder die hohe Anzahl an Konvertiten innerhalb der salafistischen Bewegung noch den Umstand, dass auch Jugendliche aus privilegierten Familien in ihren Reihen aktiv sind. Die Reduzierung auf endogene Faktoren berücksichtigt außerdem nicht, dass Salafismus in seiner militanten Variante, dem Jihadismus, ein globales Phänomen darstellt, das in fast allen sunnitisch geprägten Ländern zu einem ernsten gesellschaftlichen Problem geworden ist.

Die lokalen und nationalen Kontexte sind dabei durchaus divers. In einigen Teilen der Welt profitierten Salafisten und Jihadisten von den Wahlerfolgen islamistischer Parteien, in anderen von ethnischen Spannungen – und immer wieder auch von schwachen staatlichen Strukturen. Islamistischer Extremismus wird außerdem durch verfehlte Interventions- und Integrationspolitiken begünstigt. Die Ursachen sind so verschieden wie ökonomische, soziale und politische Probleme in unterschiedlichen Teilen der Welt nur sein können. Die Kultur, das politische Programm und die Aktionsformen von Salafisten gleichen sich jedoch weltweit.

Salafismus ist eine transnationale Bewegung, ein utopisches Gegenmodell zu real existierenden Gesellschaftsformen und bietet seinen Anhängern „Heimat“ in einer unübersichtlichen Welt. Er zeichnet sich durch eine rigide Geschlechterordnung aus, die überraschenderweise auch für Frauen attraktiv ist, durch ein strenges Regelsystem, dem der Einzelne sich zu unterwerfen hat, sowie durch die Gleichzeitigkeit von Autoritarismus und anarchischen Freiräumen. Für junge Männer bietet er in seiner Variante des Jihadismus eine Spielwiese des Heroischen, die seltsam anachronistisch wirkt.

Salafisten und Jihadisten grenzen sich von traditionellen islamischen Organisationen ab, sind aber dennoch auf die Akzeptanz oder zumindest die stillschweigende Duldung konservativer Muslime angewiesen. Für viele sind sie die „jungen Wilden“ der Ummah, denen man zwar ambivalent, nicht aber ohne Verständnis gegenübersteht. Die Ausbreitung des Salafismus birgt erheblichen sozialen und politischen Sprengstoff. Gleichzeitig erarbeiten muslimische Intellektuelle und Gelehrte weltweit Konzepte eines Islams, der mit Demokratie, den Menschen-, Frauen- und Kinderrechten sowie humanistischen Idealen kompatibel ist.

Auf der Konferenz werden Hintergründe und Konsequenzen des salafistischen Aufbruchs erörtert sowie Präventionsmaßnahmen und De-Radikalisierungs-Programme im Hinblick auf ihre Effekte diskutiert. Das neue Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ versteht sich als Think Tank, der die aktuellen Dynamiken wissenschaftlich analysiert und ihre Relevanz für Deutschland herausarbeitet. Es verbindet regionale und nationale mit transnationalen und globalen Perspektiven und ist in der Lage, Zusammenhänge herzustellen und staatliche sowie zivilgesellschaftliche Akteure zu beraten.

Medien-Anmeldung und Information: Oliver Bertrand, Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. (069)798-33062, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: www.normativeorders.net/konferenz_salafismus

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

Mehr Informationen unter www2.uni-frankfurt.de/gu100


Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Keine Ordnung ohne Grenzen. Internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ fragt nach „Borders of Orders“

Pressemitteilung

25. November 2014

FRANKFURT. Die internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beschäftigt sich am 28. und 29. November aus verschiedenen Blickwinkeln mit den Grenzen sozialer Ordnungen. Unter dem Titel „Borders of Orders – Grenzziehungen und soziale Ordnung“ geht es beispielsweise um geographische Grenzen zwischen Nationen, Macht und Ausgrenzung, Grenzüberschreitung durch Migration und die Grenzen der Demokratie. Zu den weiteren Themen gehören Grenzfragen der Ästhetik, die auch in Bezug auf Immanuel Kant diskutiert werden, und Grenzen der Privatsphäre, die nicht zuletzt im Internet eine Rolle spielen.

Die Konferenz geht von der These aus, dass sich jede Ordnung unter anderem durch Abgrenzung aufrechterhält. Gerade in der jüngsten Vergangenheit gab es jedoch viele Entwicklungen, durch die Grenzen verschiedenster Art in Frage gestellt worden sind. Die Finanzkrise, die Auseinandersetzungen in der Ukraine und auch der Vormarsch der Terror-Miliz IS betreffen dabei nicht nur geographische Grenzen sondern, in unterschiedlichem Maße, auch Grenzen zwischen Politik und Wirtschaft, Macht und Recht, Religion und Politik. Das Programm umfasst 15 Panels mit rund 45 Mitwirkenden aus aller Welt. Die Konferenzsprachen sind Englisch und Deutsch.

Am Abend des ersten Konferenztages (28.11.) hält Catherine Colliot-Thélène die Keynote Speech. Die Professorin für Philosophie an der Universität Rennes spricht über „The Right and the Duty of Hospitality in Democracy“. Zum Abschluss der Konferenz (29.11.) gibt es einen Filmabend, kuratiert von Doktorandinnen und Doktoranden der Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG). Hier werden Grenzen sozialer Ordnung in Form von Kurzfilmen verhandelt. Zu sehen ist dabei unter anderem ein Präsident, der Machtausübung schlicht verweigert.

Die internationale Nachwuchskonferenz steht Interessierten offen. Die meisten Veranstaltungen finden im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/nachwuchskonferenzen

Informationen: Maya Hatsukano vom Organisationsteam der Nachwuchskonferenz, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. 069/798-31419, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

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Kann man Recht „übersetzen“? Ringvorlesung mit neuen Perspektiven auf Recht und Rechtstransfer beginnt am 4. Dezember 2014

Pressemitteilung

28. November 2014

FRANKFURT. Was passiert, wenn rechtliche Normen in einen neuen kulturellen oder sprachlichen Kontext übertragen werden? Wie verändert sich das Recht, wie verändert sich seine Normativität? Vor allem auch diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Ringvorlesung „Translating Normativity: New Perspectives on Law and Legal Transfers“, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in besonderer Zusammenarbeit mit dem Partner des Exzellenzclusters, dem Frankfurter Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte.

Die vier Termine umfassende Reihe beginnt am 4. Dezember 2014 mit Dr. Simone Glanert. Sie lehrt an der Kent Law School und geht in ihrem Vortrag der Frage nach, was die Diskussionen um ein gemeinsames europäisches Recht von Goethes Idee der „Weltliteratur“ lernen könnten („One European private law, more than one language: in vindication of Goethe“). Höhepunkt und zugleich Abschluss der kleinen Reihe ist der Vortrag des Cambridge-Historikers Peter Burke zum Thema „Translating norms: strength and weakness of a concept“. Burke, der durch seine Werke zur Renaissance und deren Sozialgeschichte international als einer der bedeutendsten Kulturhistoriker gilt, wird in diesem Vortrag einige grundlegende Betrachtungen zu kulturellen Übersetzungsprozessen anstellen.

Ziel der Ringvorlesung ist es, das komplexe Zusammenspiel zwischen dem Fremden und dem Eigenen in interkulturell verflochtenen Rechtsbildungsprozessen zu diskutieren. Recht und rechtliches Wissen waren im Laufe der Geschichte stets über Kulturgrenzen hinweg in Bewegung. Die Aufnahme fremden, ausländischen Rechts erfolgte teils freiwillig, teils wurde sie von außen erzwungen, etwa im Zuge von Kolonialisierungsprozessen. Oft änderten sich hierdurch nicht nur einzelne Gesetze und Verordnungen, sondern die Struktur rechtlichen Denkens insgesamt.

Historisch ist hier etwa an die Rezeption römischen Rechts in Europa seit dem Mittelalter zu denken, an die Herausbildung eines „derecho indiano“ im frühneuzeitlichen Hispano-Amerika oder die Übernahme europäischen Rechts in Ostasien im 19. Jahrhundert. Doch auch aktuell spielt der Transfer von Recht eine wichtige Rolle: Nach Systemumbrüchen oder Regimewechseln sowie im Rahmen der juristischen Entwicklungszusammenarbeit dient ausländisches Recht regelmäßig als Vorbild bei der Erschaffung einer stabilen und funktionsfähigen Rechtsordnung.

Was passiert, wenn rechtliche Normen von einer anderen Kultur aufgenommen und in eine andere Sprache übersetzt werden? Die rechtswissenschaftliche Forschung zeigt, dass Recht nicht schlicht durch die Hand des Gesetzgebers geschaffen wird, sondern stets verwoben ist mit Sprache und Tradition. Ist Recht also überhaupt übersetzbar? Wie verschiebt sich durch Übersetzung seine Bedeutung, wie verändert sie seine normative Wirkung?

Die Vorträge der Ringvorlesung versuchen Antworten auf diese Fragen zu geben. Sie tun dies, indem sie die Aufnahme fremder normativer Ordnungen als einen Vorgang der „kulturellen Übersetzung“ verstehen. Mit diesem Begriff soll aufgezeigt werden, dass es zur Erklärung dieser Vorgänge eines komplexeren Modells bedarf als das eines linearen Gebens und Nehmens. Der Begriff der „kulturellen Übersetzung“ lädt dazu ein, den Blick auf die Begegnung, die Verständigung und Aushandlung, Widerstände und Eigendynamiken zu richten und hierdurch einen Einblick zu bekommen, wie vielschichtig die durch die Aufnahme fremden Rechts angeregten gesellschaftlichen Prozesse waren und sind.

Die Ringvorlesung stellt den Fokus bewusst weit: Neben dem Recht wird es auch um politische Philosophie, Religion und Technik als normative Ordnungen gehen. Dieser breite Zugriff ermöglicht es zu vergleichen: Wie reagieren unterschiedliche normative Ordnungen, wenn sie in andere kulturelle Kontexte „übersetzt“ werden? Wo reagiert das Recht auf eine ganz eigene Weise, wo lassen sich Gemeinsamkeiten ausmachen? Auf diese Weise sollen nicht nur Einblicke in die Funktionsweise von Recht gewonnen werden, sondern auch von Normativität insgesamt.

Die Termine im Überblick:

4. Dezember 2014, 18.15 Uhr
Dr. Simone Glanert (Kent Law School, UK)
One European private law, more than one language: in vindication of Goethe
Campus Westend, Casino, 1801

16. Dezember 2014, 18.15 Uhr
Prof. Dagmar Schäfer (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin)
Das ethische Produkt, oder wie man Moral in Material übersetzt. Regeln für Herrscher von Qiu Jun (1421-1495)
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ10

20. Januar 2015, 18.15 Uhr
Javier Ferndández Sebastián (Universidad del País Vasco, Bilbao, Spain)
Translating political vocabularies in the Iberian Atlantic. Historical semantics and conceptual transfer
Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ11

5. Februar 2015, 18.15 Uhr
Peter Burke (University of Cambridge, UK)
Translating norms: strengths and weaknesses of a concept
Campus Westend, Casino 1801

Kontakt: Dr. Lena Foljanty, Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Tel. (069) 78978-186, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.rg.mpg.de, www.normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/ringvorlesungen

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feiert sie ihren 100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.“

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Herausgeber: Der Präsident
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Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
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Leibniz-Preis für Hartmut Leppin. Der Frankfurter Althistoriker erhält Spitzenauszeichnung der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Pressemitteilung

10. Dezember 2014

FRANKFURT. Der Frankfurter Althistoriker Prof. Hartmut Leppin erhält den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2015, das gab der Hauptschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Nachmittag in Bonn bekannt. Prof. Werner Müller-Esterl, Präsident der Universität Frankfurt, gratulierte dem Forscher, der zusammen mit acht Wissenschaftlern ausgewählt wurde. Müller-Esterl bezeichnete den Preis als „Auszeichnung für einen Wissenschaftler, der mit seiner Forschung zur Geschichte der Antike entscheidend zur Profilierung der Geschichtswissenschaften an der Goethe-Universität beigetragen hat. Der Preis ist das ‚i-Tüpfelchen‘ auf dem Jubiläumsjahr der Goethe-Universität.“ Durch seine vielfältigen Publikationen und sein Engagement in international sichtbaren Verbundforschungsprojekten habe sich Leppin ein herausragendes internationales Renommee erworben. „Mit Leppin hat die Goethe-Universität allein seit 2010 fünf Leibniz-Preisträger hervorgebracht. Dies zeigt die enorme Forschungsstärke unserer Hochschule“, freut sich Müller-Esterl. „Und es ist bereits der vierte Preis, der in die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften geht.“

Der 50-jährige Historiker hat seit 2001 die Professur für Alte Geschichte an der Goethe-Universität inne, der er trotz ehrenvoller Rufe nach Hannover, Köln und an die Humboldt-Universität Berlin treu geblieben ist. Seine Forschungsgebiete bilden die politische Ideengeschichte des Klassischen Griechenlands sowie die Geschichte des Christentums in der Antike. In vielen seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen überspringt er die Epochengrenzen zwischen Altertum und Mittelalter. Seine Forschung umfasst eine Zeitspanne von 600 Jahren – von  Christi Geburt bis zum Beginn des Islam.

Leppin sucht den Dialog nicht nur mit Kollegen in den Geschichtswissenschaften, er ist auch bestens mit Geistes- und Sozialwissenschaftlern vernetzt. Davon zeugt der jüngste Erfolg mit der DFG-Bewilligung des Sonderforschungsbereiche „Schwächediskurse und Ressourcenregime“, dessen Sprecher Leppin ist. Außerdem engagiert sich der Althistoriker als Principal Investigator in dem Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Zudem  ist er beteiligt am Graduiertenkolleg zu dem Thema „Theologie als Wissenschaft“. Ferner gehört er zu den Trägern des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften an der Goethe-Universität. Dieses Zentrum bezeichnete die VolkswagenStiftung als „originell, innovativ und beispielgebend“ und stellte für die Zentrumsarbeit über 820.000 Euro zur Verfügung.

Besondere Aufmerksamkeit erweckte Leppins im C.H. Beck Verlag 2011 erschienene, auch von Nicht-Historikern sehr geschätzte Monografie „Das Erbe der Antike“. Darin erläutert Leppin anschaulich, dass das heutige Europa seinen Ursprung im antiken Mittelmeerraum hat. Er illustriert die Geschichte der Antike entlang dreier Begriffe: Freiheit, Reich und wahrer Glaube. Damit deckt er wesentliche Epochen ab: mit „Freiheit“ das klassische Griechenland in der Zeit der attischen Demokratie, mit dem „Reich“ das Römische Reich und schließlich mit „wahrer Glaube“ das spätantike Reich.

Derzeit widmet sich Leppin hauptsächlich seiner Forschung zu „Christianisierungen im Römischen Reich“. Diese Arbeit wird im Rahmen eines Koselleck-Projekts von der Deutschen Forschungsgemeinschaft über fünf Jahre mit 500.000 Euro gefördert. Anders als zur Hellenisierung oder Romanisierung wurde zur Christianisierung bisher wenig geforscht wird. Diese Lücke soll das Projekt schließen, indem es die für die weitere europäische und außereuropäische Geschichte fundamentalen Prozesse in der Kaiserzeit und Spätantike theoretisch und empirisch untersucht. Christianisierung verlief in verschiedenen Regionen und Bereichen wie kaiserliche Selbstdarstellung und Verwendung christlicher Zeichen in der Kunst unterschiedlich schnell und intensiv. Deshalb spricht Leppin auch im Titel bewusst von Christianisierungen. Kurz vor dem Erscheinen ist das von Leppin herausgegebene Buch „Antike Mythologie in christlichen Kontexten der Spätantike, das im de Gruyter Verlag herauskommen wird. Dieses umfassende Projekt verbindet sich gut mit Leppins Forschungen im Rahmen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Dort beschäftigt er sich mit kaiserlicher Politik und Räumen der Religionen im 3. Jahrhundert. Die Frage, in welchem Umfang das christliche Reich religiöse und kulturelle Vielfalt zuließ oder begrenzte, will Leppin nun mit der Förderung durch den Leibniz-Preis vertiefen. So möchte der Althistoriker eine Brücke zur Erforschung des frühen Islam schlagen und einen Beitrag zu der Frage leisten, wie sich die Ausbreitung drei monotheistischen Religionen historisch ausgewirkt hat.

Zur Biografie des Leibniz-Preisträger: Leppin studierte Geschichte, Latein, Griechisch und Erziehungswissenschaften in Marburg, Heidelberg und Pavia. 1988 erfolgte das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien in Geschichte und Latein, 1990 wurde er in Marburg mit einer Studie über römische Bühnenkünstler promoviert, 1995 folgte die Habilitation an der Freien Universität Berlin mit einer Arbeit über die griechischen Kirchenhistoriker des 5. Jahrhunderts n. Chr. Seit 2001 lehrt er an der Goethe-Universität. Er ist Vertrauensdozent der Studienstiftung des deutschen Volkes und Fachkollegiat der DFG. Ferner ist Leppin als Beirat und Mitherausgeber für verschiedene Publikationen tätig: Antike Welt, Centro Ricerche e Documentazione sull’antichità classica, Handwörterbuch der antiken Sklaverei, Historische Zeitschrift, Millennium sowie Reallexikon für Antike und Christentum.

Mit Hartmut Leppin wird bereits der 16 Wissenschaftler der Goethe-Universität ausgezeichnet: 1986 hielten sowohl der Philosoph Jürgen Habermas als auch der spätere Nobelpreisträger und Biochemiker Hartmut Michel den begehrten Preis. Es folgten der Historiker Lothar Gall (1988), der Physiker Reinhard Stock (1989), der Rechtshistoriker Michael Stolleis (1991), der Mathematiker Claus-Peter Schnorr (1993), der Physiker Theo Geisel (1994), der Chemiker Christian Griesinger (1998), der Paläontologe Volker Mosbrugger (1999), die Biologin Stefanie Dimmeler (2005), der Historiker Bernhard Jussen (2007), der Wirtschaftswissenschaftler Roman Inderst (2010), der Philosoph Rainer Forst (2012) der Biochemiker Ivan Dikic (2013) und der Rechtswissenschaftler Armin von Bogdandy (2014).

Weitere Informationen: Prof. Hartmut Leppin, Historisches Seminar, Campus Westend, Tel: (069) 798-32456, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Link zum Foto des Preisträgers: www.muk.uni-frankfurt.de/53398420

„Menschen müssen ihre Toleranz dort unter Beweis stellen, wo sie sich provoziert fühlen“. Statements der Frankfurter Islamwissenschaftler und des Sprechers des Exzellenzclusters „Herausbildung normativer Ordnungen“ zu den Ereignissen in Paris

Pressemitteilung

12. Januar 2015

FRANKFURT. „Gerade als muslimische Theologen, Historiker und Sozialforscher sind wir im Moment mehr als andere aufgefordert, menschenverachtende Argumentationen in den ideologisierten Deutungen und Lesarten der islamischen Religion als existent wahrzunehmen, die Ursachen und Formen ihrer Entstehung zu begreifen, die Bezüge auf die islamischen Lehren darin aufzudecken und vor allem islamische Antworten darauf zu geben.“ Mit einer mehrseitigen Stellungnahme reagieren die Wissenschaftler des Zentrums für Islamische Studien an der Goethe-Universität (www.uni-frankfurt.de/53652821), Prof. Dr. Bekim Agai, Prof. Dr. Harun Behr, Dr. Armina Omerika, Prof. Dr. Ömer Özsoy und Prof. Dr. Yaşar Sarıkaya, auf den terroristischen Anschlag auf Charlie Hebdo und die Geiselnahmen in Frankreich.

Auch der Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Prof. Dr. Rainer Forst, meldete sich zu Wort; er beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den Themen Toleranz und Gerechtigkeit: „ In einer freiheitlichen Gesellschaft haben alle Religionen, Weltanschauungen und Atheismen ihren Platz, die Menschenrechte und Demokratie akzeptieren, und sie müssen ihre Toleranz dort unter Beweis stellen, wo sie sich provoziert fühlen – ob durch religiöse Praktiken und Symbole oder durch Schmähkarikaturen.“ Dies – so Forst – sei ein Lernprozess, der Mehrheiten und Minderheiten betreffe. Der Philosophie-Professor weiter: „Intoleranz finden wir auf beiden Seiten, wobei sich Fanatismus, der zur Gewalt bereit ist, kaum allein aus religiösen Motiven speist.“ Wichtig sei es, in der Reaktion auf diese Mordtaten die Reproduktion von Pauschalverurteilungen des Islam, wie etwa „Pegida“ sie betreibe, zu vermeiden.

Forst setzt sich auch mit der Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Tag des Anschlags auseinander: „Wir haben mit der übergroßen Mehrheit der Muslime ein sehr gutes Verhältnis.“ Dazu Forst: „Nahezu unbemerkt schleicht sich in diese wohlmeinende Aussage ein Gegensatz zwischen ‚wir‘ und ‚die‘ ein, den es zu überwinden gilt. Die alltägliche Arbeit an der Toleranz und der Integration geht weiter.“ (www.uni-frankfurt.de/53665804)

Die Islamwissenschaftler der Goethe-Universität sehen in dem Anschlag von Paris auch einen – möglicherweise ganz bewussten – Anschlag auf diejenigen Muslime Europas, die in demokratischen Gesellschaften leben wollen und sich hier ihren Lebensmittelpunkt aufbauen. Nachdem es gestern eine breite gesellschaftliche Front gegen eine drohende Polarisierung gab, an der sich auch viele Muslime beteiligten, hofft der Direktor des Zentrums für Islamische Studien, Bekim Agai, „dass sich dies nicht nur in symbolischen Bekundungen erschöpft, sondern wirklich nach den Ursachen gesellschaftlicher Fragmentierung gefragt wird“. Die Frankfurter Islamwissenschaftler fordern auch, dass sich die Muslime in Europa aus einer „binnenislamischen Sicht stärker in die Debatten um Freiheit und die Rechte Anderer einbringen sollten, und da spielt die universitäre Ausbildung, wie sie an der Goethe-Universität angeboten wird, eine entscheidende Rolle. Weiter heißt es: „Rassistische und islamfeindliche Haltungen gilt es dabei mit Argumenten in offen ausgetragenen Debatten, mit rechtsstaatlichen Mitteln und mit gesellschaftlich produktivem Engagement zu bekämpfen – Gewalt darf dabei keine Option sein. Der Islam hat auch in dieser Hinsicht eine reiche historische Tradition zu bieten, der sich die Muslime bewusst werden sollten und die sie im Jetzt und Hier weiterentwickeln müssen.“

In offenen Debatten wird auch die Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt im Koran nicht ausgeblendet werden. Dazu Agai: „Eines ist klar, es gibt keine gewaltfreien Religionstexte, weil die Gewalt ein Bestandteil der ‚conditio humana‘ ist. Extremisten aller Religionen legitimieren ihre Gewalt über diese Schriften, auch Muslime.“ Doch hier sieht Agai, die Aufgabe der Theologie: „Sie muss diese Deutungen auch ernst nehmen und sich detailliert mit ihnen und ihren Prämissen beschäftigen. Eine kritische Lektüre bedeutet, dass man dem ganzen Text in seiner Zeit gerecht wird und nicht nur die Stellen aufgreift, die einem passen und andere unter den Tisch fallen lässt.“

Harry Harun Behr, Professor für Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Islam an der Goethe-Universität, weist in seinen Anmerkungen „Tinte wiegt schwerer als Blut“ (Link:http://www.uni-frankfurt.de/53652821/02-Stellungnahme)auf „Fehlformen der Schriftauslegung“ hin: „Der heutige Salafismus als Ruf zur Rückkehr zu den Wurzeln über die wortwörtliche Lesart der Tradition mag romantische Motive von Menschen bedienen, die sich abgehängt und desorientiert fühlen.“ Der Ausbildung islamischer Religionslehrer komme eine besondere Bedeutung zu und stelle gleichzeitig auch eine große Herausforderung dar, denn – so Behr – „es sind die Lehrkräfte, die sich mit den Milchbärten herumschlagen müssen, die aus der letzten Bank das Gegenkalifat ausrufen“. Nach seiner Auffassung hat die islamische Theologie auch die Aufgabe, „den Islam vor der feindlichen Übernahme durch die Meuterer unter seiner eigenen Anhängerschaft zu verhindern“. Für ihn geht es „eine Reformulierung des islamischen Menschenbildes, die sich bildungswirksam erschließen lässt, etwa über die Beschreibung von Bildungszielen des Islamischen Religionsunterrichts.“

Das Bild mit den Stiften bei den Protesten in Paris und anderswo in Europa erinnert Behr übrigens an einen wenig bekannten Weisheitsspruch des Propheten Muhammads, dass am Ende die Tinte der Gelehrten schwerer wiege als das Blut des Märtyrers. Und auch im Koran stehe (Vers 3 der 96. Sure): „Trag vor – es ist dein Herr, der Hochgeehrte, der dich durch die Feder lehrte.“

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 2014 feierte sie ihren
100. Geburtstag. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie
sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto „Wissenschaft für die Gesellschaft“ in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der
Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen
erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und
Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges
Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei
Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.

Herausgeber: Der Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Redaktion Ulrike Jaspers, Referentin für
Wissenschaftskommunikation, Abteilung Marketing und Kommunikation, Grüneburgplatz1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-
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Peter Burke spricht zum Abschluss der Ringvorlesung Reihe zur Übersetzung von Normen und Normativität endet am 5. Februar 2015 mit einem Vortrag des renommierten Kulturhistorikers

Pressemitteilung

29. Januar 2015

FRANKFURT AM MAIN. Das Finale der Ringvorlesung „Translating Normativity: New Perspectives on Law and Legal Transfers“ ist gleichzeitig ihr Höhepunkt. Am 5. Februar kommt Peter Burke, der international als einer der bedeutendsten Kulturhistoriker gilt, an die Goethe-Universität. Der Cambridge-Professor widmet sich einem Thema, das für die Beschäftigung mit Fragen des Rechtstransfers zwischen verschiedenen Sprachen und Kulturen grundlegend ist: „Translating norms: strengths and weaknesses of a concept”. Sein öffentlicher Vortrag in englischer Sprache beginnt um 18.15 Uhr im Casinogebäude (Raum 1801) auf dem Campus Westend.

Veranstalter der jetzt zu Ende gehenden Ringvorlesung ist der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in besonderer Zusammenarbeit mit dem Partner des Exzellenzclusters, dem Frankfurter Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte. Was passiert, wenn rechtliche Normen in einen neuen kulturellen oder sprachlichen Kontext übertragen werden? Wie verändert sich das Recht, wie verändert sich seine Normativität? Vor allem auch diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Reihe, deren Ziel es ist, das komplexe Zusammenspiel zwischen dem Fremden und dem Eigenen in interkulturell verflochtenen Rechtsbildungsprozessen zu beleuchten.

Recht und rechtliches Wissen waren im Laufe der Geschichte stets über Kulturgrenzen hinweg in Bewegung. Die Aufnahme fremden Rechts erfolgte teils freiwillig, teils wurde sie von außen erzwungen. Nach Systemumbrüchen oder Regimewechseln sowie im Rahmen der juristischen Entwicklungszusammenarbeit dient ausländisches Recht regelmäßig als Vorbild bei der Erschaffung einer stabilen und funktionsfähigen Rechtsordnung. Bei den damit verbundenen Vorgängen handelt es sich jedoch nicht um ein lineares Geben oder Nehmen. Ein erkenntnisleitender Begriff der Ringvorlesung ist deshalb die „kulturelle Übersetzung“. Damit soll der Blick auf die Eigendynamiken gerichtet werden – von der Begegnung, Verständigung und Aushandlung bis zu Widerständen.

In seinem Vortrag diskutiert Peter Burke die Stärken aber ebenso mögliche Schwächen des Konzepts „cultural translation“ unter besonderer Berücksichtigung der Übersetzung rechtlicher Normen. Das Konzept der kulturellen Übersetzung sei, so Burke, eine Möglichkeit, kulturellen Wandel auf verschiedenen Gebieten zu beschreiben. Im Fall des Rechts müsse auch berücksichtigt werden, dass es bereits in einem bestimmten kulturellen Kontext formuliert wurde. Das Recht wird also nicht, wie auch die rechtswissenschaftliche Forschung zeigt, schlicht durch die Hand des Gesetzgebers geschaffen, sondern ist stets schon verwoben mit Sprache und Tradition.

Peter Burke, der in Oxford studiert hat, ist emeritierter Professor für Kulturgeschichte an der Universität Cambridge. International bekannt wurde er durch seine Werke zur Renaissance und deren Sozialgeschichte. Seine 26 Bücher und rund 200 Artikel sind in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden. Seine jüngste, im Jahr 2014 auf Deutsch erschienene Monographie „Die Explosion des Wissens. Von der Encyclopedie bis Wikipedia“ geht der Geschichte des Wissens und der Wissensgesellschaft der vergangenen 250 Jahre nach.

Information: Dr. Lena Foljanty, Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Tel. (069) 78978-186, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.rg.mpg.de, www.normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
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Klimawandel: Helfen Verhandlungen noch? Podiumsdiskussion „Klimawandel und Gerechtigkeit“ am Forschungskolleg Humanwissenschaften am 23.2.2015 in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“

Pressemitteilung

20. Februar 2015

FRANKFURT/BAD HOMBURG. „Das Problem des Klimawandels ist von globaler Reichweite. Wir lösen es durch internationale Kooperation oder gar nicht“, so Darrel Moellendorf, Professor für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Die bisherigen Abkommen seien zwar unzureichend. Eine Alternative zu Verhandlungen, die auch die Rechte ärmerer Länder und zukünftiger Generationen berücksichtigen, gebe es jedoch nicht. Wie realistisch ist aber eine solche Konsensfindung überhaupt noch? Vor allem auch dieser Frage widmet sich eine Podiumsdiskussion mit Moellendorf und weiteren Experten zum Thema „Klimawandel und Gerechtigkeit“ am Montag, dem 23. Februar, am Forschungskolleg Humanwissenschaften.

Die öffentliche Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr im Tagungsraum des Kolleggebäudes (Am Wingertsberg 4, 61348 Bad Homburg). Um Anmeldung wird gebeten. Veranstalter sind das Forschungskolleg der Goethe-Universität und der Frankfurter Exzellenzcluster, an den Moellendorf vor rund eineinhalb Jahren von der San Diego State University gewechselt ist. Zuvor war der Philosoph eine Zeitlang Gastwissenschaftler am Bad Homburger Kolleg. Bei diesem Fellowaufenthalt entstanden wesentliche Teile seiner Monographie „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change: Values, Poverty, and Policy“ (Cambridge 2014). Eine moralische Herausforderung sieht Moellendorf darin, dass sich eine globale Klimapolitik nicht darauf beschränken dürfe, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen; sie müsse zugleich die Bekämpfung der Armut im Blick behalten.

„Ärmere Länder haben einen begründeten Anspruch auf die Steigerung ihres Energieverbrauchs, um der Armut zu entkommen“, sagt Moellendorf und plädiert für eine ausgleichende Gerechtigkeit, bei der reichere Staaten – deren Wohlstand nicht zuletzt mit einer langen Phase der CO2-Prodution verbunden ist – soziale Verantwortung übernehmen. Um auch die Lebenschancen zukünftiger Generationen zu berücksichtigen, sollten die CO2-Emissionen bald stark reduziert und letztendlich gestoppt werden. Moellendorf verweist auf einen Beschluss der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) wonach die Erderwärmung höchstens auf zwei Grad Celsius steigen solle. Nach aktuellen Schätzungen wäre die Zwei-Grad-Erwärmung nach dem Ausstoß von insgesamt einer Billion Tonnen CO2 erreicht. Bisher, vom Beginn der Industrialisierung bis heute, sind etwa 585 Millionen Tonnen in die Atmosphäre gelangt. Bei der gegenwärtigen Emissionsrate würde die billionste Tonne in den ersten Monaten des Jahres 2039 ausgestoßen werden.

Das so genannte „Zwei-Grad-Ziel“ wurde auf dem Weltklimagipfel 2010 offiziell beschlossen. Der kommende Klimagipfel im Dezember 2015 in Paris hat den Anspruch, einen umfassenden Plan zur Schadensminimierung zu verabschieden, der 2020 in Kraft treten soll. Bisher hätte „der Prozess multilateraler internationaler Verhandlungen noch keine hinreichenden Erfolge gezeitigt“, so Moellendorf. Trotzdem sieht er in jüngsten Entwicklungen einen „gewissen Grund zur Hoffnung“. Das Klimaschutzabkommen zwischen China und den USA vom November vergangenen Jahres sei schon deshalb ein Fortschritt, weil es zeige, dass „die zwei größten Emittenten in der Lage sind, sich auf etwas zu einigen“. Ähnlich ermutigend sei die Ankündigung der EU-Staaten zu einer weiteren Emissionsreduktion.

Für den Fall, dass es keine umfassenden und belastbaren Vereinbarungen gebe, hält Moellendorf es für unvermeidlich, dass sich die öffentliche Debatte verstärkt „Vorschlägen zuwenden wird, die noch mehr Besorgnis erregen“. Gemeint ist das so genannte Geo- oder Climate-Engineering, großräumige Eingriffe in die chemischen und biochemischen Kreisläufe der Erde, um sie künstlich abzukühlen. Was wiederum davon zu halten ist, soll ebenfalls bei dem Podiumsgespräch erörtert werden.

Darrel Moellendorf diskutiert in Bad Homburg mit Prof. Konrad Ott, Professor für Philosophie und Ethik der Umwelt an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, der von 2000 bis 2008 dem Sachverständigenrat für Umweltfragen angehörte. Hinzu kommt Dr. Hermann E. Ott, Senior Advisor am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und bis 2013 Bundestagsabgeordneter und Mitglied der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“. Die Moderation hat die Klimawissenschaftlerin Dr. Julia Schulz, ehemals Mitarbeiterin des Wuppertal Instituts und des Klimaschutzrates Berlin. Die Einführung und Begrüßung übernehmen Michael Korwisi, Oberbürgermeister der Stadt Bad Homburg, und Prof. Matthias Lutz-Bachmann, Frankfurter Professor für Philosophie und Direktor des Forschungskollegs Humanwissenschaften.

Ebenfalls zum Thema Klimawandel ist noch bis zum 15. Mai im Foyer des Forschungskollegs die Fotoausstellung „The Human Face of Climate Change“ des Schweizer Künstlerpaares Mathias Braschler und Monika Fischer zu sehen.

Information:
Prof. Darrel Moellendorf, Professur für Internationale Politische Theorie, Sekretariat, Ellen Nieß, Exzellenzcluster Normative Orders, Campus Westend, Tel. (069) 798-31521, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net

Anmeldung:
Um Anmeldung zu der Veranstaltung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! wird gebeten.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

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Die Liebe zur Demokratie braucht Zeit. Veröffentlichung ‚Science‘: Die Unterstützung der Bürger für Demokratie wächst, je länger sie in ihr leben / Der Gewöhnungseffekt gilt aber leider auch für Diktaturen

Pressemitteilung

9. März 2015

FRANKFURT. Was beeinflusst die Unterstützung der Bevölkerung für ein demokratisches System? Bestärken Erfahrungen mit dieser Staatsform Bürger in ihrer demokratischen Überzeugung? Diesen Fragen gingen Nicola Fuchs-Schündeln, Professorin für Makroökonomie und Entwicklung an der Goethe-Universität Frankfurt und Mitglied des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen", und Matthias Schündeln, Professor für internationale Wirtschaftspolitik und Inhaber der Messe Frankfurt-Stiftungsprofessur an der Goethe-Universität, in einer aktuellen Studie nach, die nun in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde (Band 347, S. 1145).

Die beiden Ökonomen werteten 380.000 Einzelbeobachtungen aus 104 Ländern zwischen 1994 und 2013 aus und fanden heraus, dass Bürger ein demokratisches System umso stärker befürworten, je länger sie in ihm leben. Um die Größenordnung des Effekts zu verdeutlichen, vergleichen die Autoren den Einfluss der Zeit, die jemand in einer Demokratie verbracht hat, mit einem Anstieg des Bildungsniveaus. Es ist bereits seit längerem bekannt, dass Menschen mit höherem Bildungsabschluss grundsätzlich stärker vom demokratischen System überzeugt sind. Das Ergebnis des Vergleichs: Um den Effekt eines höheren Bildungsabschlusses in Bezug auf die Zustimmung zur Demokratie zu erreichen, muss ein Bürger rund achteinhalb Jahre in einem demokratischen System leben.

Mit ihren Ergebnissen weisen die beiden Wissenschaftler nach, dass die Staatsform selbst die politischen Präferenzen der in ihr lebenden Menschen beeinflusst. Politische Präferenzen sind somit (auch) endogen – dieser Effekt wirkt zusätzlich zu anderen Faktoren, wie etwa wirtschaftlichen Bedingungen oder historischen Erfahrungen mit verschiedenen Staatsformen.

Für junge Demokratien, etwa im Kontext des „arabischen Frühlings“, bedeuten die Ergebnisse, dass es Zeit braucht, bis die neue Staatsform von der breiten Bevölkerung akzeptiert wird, bzw. dass sich eine zunächst verhaltene Zustimmung im Laufe der Zeit festigt. Leider gilt dieser Gewöhnungseffekt nicht nur für Demokratien. „Dass Bürger eine stärkere Akzeptanz für ein politisches System entwickeln, je länger sie in ihm leben, ist ein grundsätzlicher Effekt, der nicht von der jeweiligen Staatsform abhängig ist“, erklärt Nicola Fuchs-Schündeln. Somit gewinnen auch autokratische Systeme mit der Zeit an Unterstützung in der Bevölkerung.  Dass es immer wieder Phasen gibt, in denen größere Umwälzungen stattfinden, illustriert aber, dass es weitere Faktoren gibt, die stärker sein können als die über die Zeit gewachsenen Präferenzen für ein bestimmtes System, zum Beispiel wirtschaftliche Not oder soziale Repressalien.

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

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Film ab für „Verbrechen und Strafe“. Vorlesungsreihe „Gesetz und Gewalt im Kino“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ wird ab dem 23. April fortgesetzt

Pressemitteilung

15. April 2015

FRANKFURT. „Verbrechen und Strafe im Kino“ – mit diesem thematischen Fokus wird die erfolgreiche Vorlesungsreihe „Gesetz und Gewalt im Kino“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in diesem Sommersemester fortgesetzt. An vier Terminen stellen Cluster-Mitglieder und Gäste des geistes-und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes ihre Sicht auf ausgewählte Filme zur Diskussion. Nach den einleitenden Vorträgen sind die Werke im Original mit Untertiteln zu sehen. Zum Abschluss freuen sich die Referenten auf die Meinung des Publikums. Der Eintritt ist frei, der Veranstaltungsort das Museum für Moderne Kunst (Domstr. 10, 60311 Frankfurt).

Bei der jetzt vierten Auflage der Vorlesungsreihe zum Thema Kino geht es um die häufigste oder zumindest am meisten erwartete Reaktion auf die gewaltförmige Verletzung des Gesetzes: Dass einem Verbrechen eine Strafe folgen müsse, scheint eine unbezweifelbare, selbstverständliche Norm in fast allen Gesellschaften der Vergangenheit und Gegenwart zu sein. Auch wenn sie nicht immer, in manchen Fällen sogar eher selten erfüllt wird, würde ihre Abschaffung große Angst und Unsicherheit auslösen.

Der Film ist eines der künstlerischen Medien, mit denen sich diese Selbstverständlichkeit anhand einzelner Fälle und Geschichten in Frage stellen oder zumindest zeigen lässt, wie verschlungen, konfliktreich, unsicher, langwierig und widersprüchlich der Weg vom Verbrechen zur Strafe sein kann, und was mit den beteiligten Menschen auf diesem Wege geschieht. Auch wenn am Ende der Filmhandlung der Bösewicht doch noch bekommen sollte, was er verdient, lassen die besseren Filme ihre Zuschauer zumindest nachdenklich zurück.

Die hier ausgewählten Filme vermögen dies zu erreichen mit Geschichten über unheimliche oder monströse Verbrecher, über Regierungs- und Kriegsverbrechen sowie über den Zufall, der am Ende eine Bestrafung verhindert.

Das Organisationsteam der aktuellen Reihe besteht aus Angela Keppler, Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim und assoziiertes Mitglied des Frankfurter Forschungsverbundes, sowie den Cluster-Professoren Klaus Günther (Rechtswissenschaft) und Martin Seel (Philosophie). Kooperationspartner ist das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

Eine spezifische Beschäftigung mit dem Film und seiner Erzählstruktur gehört schon von Anfang an zu den Forschungsinhalten des Clusters. Untersucht wird dabei, wie in fiktionalen und dokumentarischen Filmen Vorstellungen von Recht und Unrecht tradiert, etabliert und erschüttert werden.

Die Termine im Überblick:

Donnerstag, 23.4.2015, 19.00 Uhr
Klaus Günther (Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität Frankfurt am Main):
„Der unheimliche Angeklagte. Angst und Vertrauen im Strafverfahren“ über “Primal Fear” (Gregory Hoblit, USA 1996)

Donnerstag, 28.5.2015, 19.00 Uhr
Armin von Bogdandy (Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht Heidelberg und Partner Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"):
„Dilemmata des Jugoslawientribunals“
über „Storm“ (Hans-Christian Schmid, D-DK-NL 2009)

Montag, 15.6.2015, 19.00 Uhr
Christiane Voss (Professur für Philosophie Audiovisueller Medien an der Bauhaus-Universität Weimar):
„Narrative Funktionen von Strafe und Straferwartungen“ über „Cassandra's Dream“ (Woody Allen, USA-GB-F 2007)

Donnerstag, 2.7.2015, 19.00 Uhr
Christoph Menke (Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main):
“’Guess I got what I deserve.’ Der lange Weg vom Verbrechen zur Strafe“ über „Breaking Bad“ (AMC-Serie von Vince Gilligan, USA 2008 – 2013)

Museum für Moderne Kunst, Domstr. 10, 60311 Frankfurt

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
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Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Ringvorlesung „Theorizing Global Order“. Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ wirft frischen Blick auf das Verständnis internationaler Beziehungen

Pressemitteilung

22. April 2015

FRANKFURT AM MAIOn. „Globale Ordnung“ – was ist das? In welchem theoretischen Rahmen sollte man heutzutage darüber nachdenken, und welche Bedeutung könnten dabei Standpunkte einnehmen, die bisher in einer westlich geprägten Politikwissenschaft kaum Beachtung gefunden haben? Vor allem diesen Fragen widmet sich die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in diesem Sommersemester. Unter dem Titel „Theorizing Global Order“ sind ab dem 29. April an sechs Terminen Vortragende aus Nordamerika, Europa, Asien und Australien zu Gast auf dem Frankfurter Campus Westend.

Beschreibt der Begriff „Ordnung“ nun mehr oder weniger wertfrei ein gewisses Geflecht, eine Struktur oder ein System, oder sind mit ihm notwendigerweise schon Beiworte wie „besser“ oder „schlechter“ verbunden, sodass sein Gegensatz „Unordnung“ wäre oder auch „Anarchie“? Das Konzept der „Ordnung“ lässt einen großen Interpretationsspiel Raum zu. Und auch in der politikwissenschaftlichen Teildisziplin der „Internationalen Beziehungen“, in dem „Ordnung“ vor allem als „Globale Ordnung“ eine zentrale Rolle spielt, ist der Terminus erstaunlicherweise theoretisch nur unzureichend reflektiert. „In unserer Ringvorlesung werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher fachlicher Schwerpunkte und theoretischer Präferenzen neue Sichtweisen und frische Blicke auf unser theoretisches Verständnis von ‚Globaler Ordnung’ zur Diskussion stellen“, sagt der Politikwissenschaftler Gunther Hellmann, der für den Exzellenzcluster die wissenschaftliche Leitung innehat.

Menschliche Wert- und Weltvorstellungen beeinflussen das Verständnis dessen, was Ordnung ist und die Ordnung selbst. Diese Vorstellungen sind allerding nicht immer und überall gültig, sondern an Raum und Zeit gebunden, wobei moderne Konzeptionen Werte wie Freiheit, Gleichheit und Sicherheit in einem abgestuften System miteinander in Einklang bringen wollen, wie Rob Walker betont (29.4.). Den Einfluss der Sicherheitspolitik auf die internationalen Beziehungen beleuchtet Pinar Bilgin aus der Perspektive weniger einflussreicher Staaten und deren Verständnis von Sicherheit (13.5.). Und für Verhandlungen und allgemein die Beziehungen zwischen den Staaten spielt, entgegen anders lautenden Ansichten, die Diplomatie auch in der globalisierten „Weltordnung“ eine entscheidende Rolle, sagt Iver B. Neumann (27.5.)

Vielleicht gehört zu einer „guten“ globalen Ordnung auch „Stabilität“. Chris Reus-Smit sieht eine zunehmende Besorgnis auf Seiten des Westens, dass aufstrebende Mächte anderer Erdteile und eine wachsende kulturelle Vielfalt den Status Quo gefährden könnten (10.6). Einen Blick in eine mögliche Zeit ohne Territorialstaaten wirft Erik Ringmar, wenn er die These vertritt, dass die Geschichte nicht sesshafter Völker Hinweise darauf gibt, wie internationale Politik in Zukunft organisiert werden könnte (24.6.). Schließlich: Unterschiede in den Konzeptionen dessen, was unter einer politischen Weltordnung zu verstehen ist, gibt es nicht nur zwischen einzelnen Ländern und Einflusssphären, sondern ebenso innerhalb einzelner Staaten, wie Siddharth Mallavarapu auch in historischer Perspektive aufschlussreich am Beispiel Indiens zeigt (8.7.).

Die interessiert Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Die Vorträge werden in englischer Sprache gehalten. Alle finden im Hörsaalzentrum (Raum HZ 6) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt.

Die Termine im Überblick:

29. April 2015, 18.15 Uhr
Prof. R. B. J. (Rob) Walker, University of Victoria, Canada
The Modern International: A Scalar Politics of Divided Subjectivities

13. Mai 2015, 18.15 Uhr
Prof. Pinar Bilgin, Bilkent University, Turkey
The International in Security

27. Mai 2015, 18.15 Uhr
Prof. Iver Neumann, London School of Economics and Political Science, UK
Diplomacy as Global Governance

10. Juni 2015, 18.15 Uhr
Prof. Chris Reus-Smit, University of Queensland, Australia
Cultural Diversity and International Order

24. Juni 2015, 18.15 Uhr
Prof. Erik Ringmar, Lund University, Sweden
Nomadic Political Theory

8. Juli 2015, 18.15 Uhr
Prof. Siddhharth Mallavarapu, South Asian University, India
The Sociology of International Relations in India: Contested Readings of Global Political Order

Information: Prof. Gunther Hellmann, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und Institut für Politikwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Tel. (069) 798-36607, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

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Goethe Lectures Offenbach: Burnout als Beginn. Neues Veranstaltungsformat des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach startet am 21. Mai.

Pressemitteilung

15. Mai 2015

FRANKFURT/OFFENBACH. Am Donnerstag, dem 21. Mai 2015, startet die Veranstaltungsreihe „Goethe Lectures Offenbach“ mit ihrem ersten Vortrag. Das neue Format ist eine Kooperation des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe Universität Frankfurt am Main mit der Stadt Offenbach am Main. Federführend auf Seiten Offenbachs sind die städtische Wirtschaftsförderung, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat und ein Ort des Wissensaustausches darstellt.

Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits zwei erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft mit einem Fokus auf die Region Frankfurt Rhein-Main. Die Veranstaltungen, insgesamt stehen in diesem Jahr zunächst vier auf dem Programm, finden jeweils im Klingspor-Museum statt.

Das erste Kooperationsprojekt zwischen dem Frankfurter Exzellenzcluster und der Stadt Offenbach datiert aus dem Sommer 2013. Dabei gab Klaus Günther, Co-Sprecher des Exzellenzclusters und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität, unter dem Titel „Wie die Schrift dem Recht zu seinem Recht verhalf“ auch einen Einblick in gegenwärtige rechtstheoretische Diskussionen. Im Frühling 2014 war der Forschungsverbund Kooperationspartner der Lichtinstallation „Say Say Say“ von Anny und Sibel Öztürk an der Fassade des Offenbacher Rathauses. Im Rahmenprogramm sprach Darrel Moellendorf, Mitglied des Exzellenzclusters und Professor für Internationale Politische Theorie an der Goethe-Universität, bei seinem Vortrag „Energie, Armut und die Zukunft“ über globale Gerechtigkeit und Klimawandel.

„Immer mehr Bürgerinnen und Bürger interessieren sich für aktuelle Erkenntnisse in der Forschung und in der Wissenslandschaft. Deshalb war ich sofort begeistert über die erneute Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Exzellenzcluster“, sagt Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider. Die „Goethe Lectures Offenbach“ stellten ein herausragendes Beispiel für die Übermittlung von wissenschaftlichen Themen und Fragestellungen in die Bürgerschaft dar. „Dass wir dem Exzellenzcluster hierfür nun ein Podium außerhalb Frankfurts bei uns in Offenbach bieten können, freut mich und zeigt deutlich, dass Offenbach als interessanter und kreativer Standort in der Region und darüber hinaus wahrgenommen wird.“

„Es ist schön, dass die Geistes- und Sozialwissenschaften der Goethe-Universität so intensiv an gesellschaftlich relevanten Fragen arbeiten und dabei die Regionalgesellschaft aktiv mit einbinden“, sagt Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff. „Für die Goethe-Universität und den Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen‘ sind regionale Kooperationen, wie jetzt die ‚Goethe Lectures Offenbach‘, ein wichtiges Resonanzfeld.“

Auftaktredner ist Sighard Neckel, Mitglied des Exzellenzclusters und Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Soziale Ungleichheit an der Goethe-Universität. Er widmet sich am 21. Mai um 19.00 Uhr dem Thema „Burnout. Das gesellschaftliche Leid der Erschöpfung“. Burnout, so Neckel, tritt als ein subjektives Leid auf, in dem sich über individuelle Notlagen hinaus gesellschaftliche Probleme insbesondere des modernen Berufslebens dokumentieren. Als ein meist arbeitsbedingtes Erschöpfungssyndrom sind die Ursachen von Burnout in den Belastungsfaktoren eines gesellschaftlichen Wandels zu sehen, der vom Einzelnen hohe berufliche Einsatzbereitschaft, starke Identifikation mit der Arbeit, Eigenverantwortung und Selbststeuerung bei der Lebensbewältigung erwartet.

Ausgehend von der soziologischen Betrachtungsweise von subjektivem als sozialem Leid wird im Vortrag die Wettbewerbsgesellschaft der Gegenwart als eine Sozialordnung analysiert, die Erschöpfungssyndrome dadurch hervorbringt, dass sie die Individuen in eine permanente Sorge um die eigene Leistungsfähigkeit zwingt. Als subjektives Phänomen einer Krise des ökonomischen Wachstumsregimes kann Burnout aber auch als Beginn eines sozialen Wandels verstanden werden. Die öffentliche Debatte um Burnout trägt zur Herausbildung einer neuen Rechtfertigungsordnung des Kapitalismus bei, die unter dem Leitbegriff der „Nachhaltigkeit“ verspricht, schonender auch mit subjektiven Ressourcen umzugehen.

Sighard Neckel ist auch Mitglied des Kollegiums des Frankfurter Instituts für Sozialforschung. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Ungleichheitsforschung, die Wirtschaftssoziologie, die Emotions- und Kulturforschung sowie die Gesellschaftsanalyse des Finanzmarktkapitalismus. Zum Thema "Burnout" erschien zuletzt gemeinsam mit Greta Wagner "Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft" (Suhrkamp, Berlin 2013).

Die weiteren Termine (jeweils um 19.00 Uhr im Klingspor-Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach; der Eintritt ist frei):

23. Juni 2015: „Wer hat die Macht im Internet?“
Dr. Matthias C. Kettemann, Postdoktorand des Exzellenzclusters, Rechtswissenschaftler mit den Schwerpunkten (u.a.) Menschenrechtliche Implikationen der Informationsgesellschaft

12. Oktober 2015: „Schriftentstehung in Ägypten und Mesopotamien“
Prof. Dr. Annette Imhausen, Mitglied des Exzellenzclusters, Professorin für Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt an der Goethe-Universität

26. November 2015: „Banken und Menschenrechte – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“
Dr. Manuel Wörsdörfer, Postdoktorand des Exzellenzclusters, Wirtschaftswissenschaftler mit den Schwerpunkten (u.a.) Wirtschafts- und Unternehmensethik

Weitere Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften.

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Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung Marketing und Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main,
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James C. Scott: Kein Staat ohne Ackerbau und „Barbaren“ Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 1. und 2. Juni auf dem Campus Westend der Goethe-Universität

Pressemitteilung

27. Mai 2015

FRANKFURT. Um die Entstehungsbedingungen der ersten Staaten, ihr Wesen und Werden, geht es in den „Frankfurt Lectures“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in diesem Sommersemester. Prominenter Referent ist James C. Scott von der Yale University. Er widmet sich dem Thema aus politikwissenschaftlicher und ethnologischer Perspektive, wobei auch Verweise auf den Getreideanbau nicht fehlen.

Der verbindende Obertitel seiner zwei Lectures lautet: „The Late-Neolithic Multi-species Re-settlement Camp and the Earliest States“. Die beiden Vorträge in englischer Sprache finden am 1. und 2. Juni im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt. Sie beginnen jeweils um 18.00 Uhr. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

In seiner ersten Vorlesung am Montag, dem 1. Juni, geht Scott der Frage nach, warum Staaten, oder zumindest ihre frühen Vorläufer, erst relativ spät entstanden sind. Denn die zivilisatorischen Voraussetzungen für ihren Aufbau habe es, so Scott, ja schon einige Zeit früher gegeben. Scott weist dem Getreideanbau hier eine zentrale Rolle zu. Der Siegeszug von Hirse, Weizen, Gerste, Reis und Mais habe unsere Kultur, unser Zusammenleben und auch unsere körperliche Verfassung entscheidend verändert. Die Auftaktvorlesung heißt „The Domestication of Fire, Animals, Grain and….Us“.

Die ersten staatsähnlichen Formationen müsse man sich, so Scott, als höchst fragile Gebilde vorstellen. Umgeben waren sie von Menschen, die häufig noch als Jäger und Sammler lebten. Scott nennt sie „raiding and trading barbarians“, plündernde und Handel treibende Barbaren. Doch gerade sie, die für lange Zeit die Entwicklung des Staates behinderten, halfen letztendlich bei seinem Aufbau, indem sie auch als Söldner dienten oder Sklaven bereitstellten. Die zweite und abschließende Lecture am Dienstag, dem 2. Juni, trägt den Titel „The Early State: its Fragility and the Golden Age of ‚Barbarians’“.

James C. Scott ist Ethnologe, Politikwissenschaftler und Inhaber des renommierten Sterling-Lehrstuhls an der Yale University, wo er auch das „Program in Agrarian Studies” leitet. International bekannt wurde er durch seine Studien über die moralische Ökonomie in Bauerngesellschaften und Arbeiten zu Formen offenen und verdeckten Widerstands benachteiligter und unterdrückter Gruppen gegen ökonomische und politische Herrschaftsverhältnisse.

Der bekennende Anarchist hat sich außerdem mit dem Versagen staatlicher Entwicklungsmodelle und dem Scheitern sozialistischer Utopien nach erfolgreichen Revolutionen befasst und Strategien untersucht, mit Hilfe derer sich südostasiatische Lokalgesellschaften staatlicher Einflussnahme entziehen. Scott arbeitet disziplinübergreifend und kulturvergleichend. Er hat wegweisende Beiträge zur politischen und anthropologischen Theorie verfasst und wird in den Sozial- und Geisteswissenschaften kontrovers diskutiert.

James C. Scott ist der mittlerweile achte Frankfurt Lecturer. Im Rahmen seiner Frankfurt Lectures lädt der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ herausragende Forscher ein, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen bestimmte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten.

Zu den bisherigen Vortragenden im Rahmen der Frankfurt Lectures gehören Philip Pettit, der an der Princeton University Philosophie und Politische Theorie lehrt, und R. Jay Wallace, Professor für Philosophie an der University of California, Berkeley. Ebenfalls Frankfurt Lecturer waren Martti Koskenniemi, Völkerrechtler an der Universität Helsinki und Ehrendoktor der Goethe-Universität, sowie Charles Larmore, Professor für Philosophie an der Brown University (Rhode Island, USA). Seine Lectures sind in der Schriftenreihe „Frankfurter Vorlesungen“ unter dem Titel „Vernunft und Subjektivität“ im Suhrkamp Verlag erschienen. Charles Larmore ist zudem Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Exzellenzclusters.

James C. Scott:
The Late-Neolithic Multi-species Re-settlement Camp and the Earliest States Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Lecture I: The Domestication of Fire, Animals, Grain and….Us Montag, 1. Juni 2015, 18.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 4

Lecture II: The Early State: its Fragility and the Golden Age of „Barbarians“ Dienstag, 2. Juni 2015, 18.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, HZ 5

Information: Oliver Bertrand, Professur für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen, Sekretariat Prof. Susanne Schröter, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. (069)798-33062, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,  www.normativeorders.net, www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/frankfurt-lectures


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Frankfurter Rechtshistoriker Stolleis im illustren Kreis der Ordensträger „Pour le mérite“. Dem Orden gehören 39 deutsche und 35 ausländische Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Künsten an

Pressemitteilung

28. Mai 2015

FRANKFURT. Der Frankfurter Rechtshistoriker Prof. Dr. Michael Stolleis wird am Sonntag (31. Mai) im Konzerthaus Berlin in den illustren Kreis der Ordensträger „Pour le mérite“ aufgenommen. Dem Orden für Wissenschaft und Künste gehören derzeit 39 deutsche und 35 ausländische Mitglieder an, unter ihnen zahlreiche Nobelpreisträger wie die Biologin Christiane Nüsslein-Volhard, der Wirtschaftswissenschaftler Reinhard Selten, der Mediziner Günter Blobel und der Hirnforscher Eric Kandel, aber auch bedeutende Persönlichkeiten der Kulturszene wie der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, der Historiker Fritz Stern, die Musiker Pierre Boulez, András Schiff und Alfred Brendel, der Regisseur Wim Wenders oder die Frankfurter Fotografin Barbara Klemm.
Zu den neuen Ordensträgern zählen neben Stolleis der Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp, der italienische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Claudio Magris sowie die britische Philosophin Onora O'Neill. Michael Stolleis ist der dritte deutsche Rechtshistoriker im Kreis der Ordensträger – nach Helmut Coing, der 1964 in Frankfurt das später von Stolleis geleitete Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte gründete, und dem Göttinger Franz Wieacker. „Die lange Liste berühmter Ordensträger“, sagt er, „mahnt zur Bescheidenheit. Aber ich freue mich natürlich sehr, dass die Rechtsgeschichte hier wieder eine Stimme hat.“
Als Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Neueren Rechtsgeschichte hat sich Stolleis international einen Namen gemacht. Der 73-jährige, „einer der Großen in der deutschen Wissenschaft“ – wie die Süddeutsche Zeitung anlässlich seines 70. Geburtstags schrieb, hat sich als Rechtshistoriker besonders mit der Wissenschaftsgeschichte des Staats- und Verwaltungsrechts auseinander gesetzt. Mit seinen vier Bänden zur „Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland“ von 1600 bis 1990 hat Stolleis ein imposantes Werk geschaffen – eine Geschichte der Wechselwirkung von Theorie und Praxis im Verfassungs-, Verwaltungs- und Völkerrecht seit der frühen Neuzeit. Da die Wissenschaftsgeschichte des öffentlichen Rechts kaum moderne Bearbeiter gefunden hat, bedeutete dies, viele bislang kaum bekannte Autoren und ihre Werke ans Licht zu heben und besonders auf die Verflechtungen von Biografien, politischen Interessen und jeweiliger „Verfassungslage“ zu achten. In einem Interview im Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt" 2012 hat sich Stolleis dazu näher geäußert. Rezensenten loben den enzyklopädischen Charakter des Werks, sehen darin „einen großen und unwiederholbaren Wurf“. Einig sind sich die Kritiker, dass diese anschaulich geschriebene Rechtsgeschichte nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für historisch Interessierte eine erkenntnisreiche Lektüre sei. Dem Autor sei „das maßgebliche rechtsgeschichtliche Werk der Gegenwart" gelungen, schreibt Andreas Anter in der „Zeit“ zum vierten Band von 2012. Seit 2014 gibt es auch eine Zusammenfassung des Ganzen in Taschenbuchform.
Kurzbiografie
Prof. Dr. Michael Stolleis, 73, lehrte bis 2006 Öffentliches Recht und Neuere Rechtsgeschichte an der Goethe-Universität und war von 1992 bis 2009 Direktor am Frankfurter Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte. Als solcher wirkte er auch am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität mit.
Nach dem Abitur in Neustadt an der Weinstraße und einer Winzerlehre studierte Stolleis Rechtswissenschaft in Heidelberg, Würzburg und München. Die Staatsexamina legte er 1965 in Würzburg und 1969 in München ab. Nach Promotion und Habilitation bei Sten Gagnér in München folgte Stolleis 1974 einem Ruf nach Frankfurt. 1991 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2000 den italienisch-schweizerischen Balzan-Preis sowie weitere wissenschaftliche Auszeichnungen. Er hat Ehrendoktorate in Lund, Toulouse, Padua und Helsinki erhalten und ist Mitglied der Akademien in Mainz, Berlin-Brandenburg und Göttingen, der National-Akademie Leopoldina Halle, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, der Akademien in Helsinki und Kopenhagen sowie von wissenschaftlichen Gesellschaften (Lund, Frankfurt).
Der Orden „Pour le mérite“

Der Orden „Pour le mérite“ („für das Verdienst“) wurde 1740 von Friedrich dem Großen für besondere militärische Leistungen gestiftet. Alexander von Humboldt regte 1842 König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen an, eine „Friedensklasse“ des Ordens unter der Bezeichnung „Pour le mérite für Wissenschaften und Künste“ für die drei Abteilungen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin sowie Schöne Künste zu stiften. Humboldt zählte dann auch selbst zu den ersten Trägern. In der Weimarer Republik wurden alle Stiftungen von Orden verboten, die Ordensträger organisierten sich als freie Gemeinschaft von Künstlern und Gelehrten und verliehen zivile Auszeichnungen, was 1924 auch von staatlicher Seite gebilligt wurde. So wurden in den 1920er Jahren der Schriftsteller Gerhart Hauptmann (1924) und die Künstler Max Liebermann (1927) und Käthe Kollwitz (1929) geehrt. In der Zeit des Nationalsozialismus ließ Hermann Göring als preußischer Ministerpräsident alle bisherigen Träger „auf ihre politische und künstlerische Eignung“ prüfen, der Orden wurde allen Juden und NS-Gegnern abgesprochen – so auch Käthe Kollwitz.

In der Bundesrepublik wurde der Orden als zivile Gemeinschaft mit staatlicher Anerkennung fortgeführt. Inzwischen wird der Orden von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert. Neue Mitglieder werden vom Ordenskapitel auf der jährlichen Sitzung gewählt. Kanzlerin des Ordens ist seit 2013 Christiane Nüsslein-Volhard. Die Mitglieder treffen sich jährlich zweimal, wobei die Frühjahrstagung in Berlin stattfindet. Anstelle des sonst üblichen Vortrags wird diesmal András Schiff ein Konzert geben; der ungarische Pianist und Dirigent ist seit 2011 Mitglied im Orden „Pour le mérite“.

Foto von Prof. Stolleis zum Download unter: www.uni-frankfurt.de/55725920


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
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Humanwissenschaften im 21. Jahrhundert. Reimers Konferenzen Revisited« − Arbeitstagung im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Pressemitteilung

1. Juni 2015

FRANKFURT/BAD HOMBURG/BERLIN/BONN. Wie beeinflussen die Regionalwissenschaften die systematischen Disziplinen? Welche Wirkung haben Methoden und Erkenntnisse etwa der Japanologie oder der Amerikanistik auf die Wirtschafts- oder die Geschichtswissenschaften − und vice versa? Wie wird die klassische Rechtswissenschaft im Zuge der Globalisierung durch immer deutlicher erkennbare Pluralisierung des Rechts, also die Konkurrenz, Kollision und Überlagerung verschiedener rechtlicher Ordnungen beeinflusst und wie wirkt sie selbst auf diese Prozesse?

Diese und andere Fragen zur Entwicklung und den Aufgaben der Humanwissenschaften heute sind das Thema der Tagung "Reimers Konferenzen Revisited" am 7. und 8. Juni 2015 im Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Das Direktorium des Forschungskollegs lädt ‒ gemeinsam mit dem Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" der Goethe-Universität, dem Berliner Forum für Transregionale Studien und der Bonner Max Weber Stiftung – zu dieser Arbeitstagung ein.

Die beteiligten Partner greifen  mit dieser Veranstaltung erneut Themen  auf, die Gegenstand der »Werner Reimers Konferenzen« in den 1990er Jahren waren. Die Akteure von damals (Michael Werner, Klaus Günther, Mamadou Diawara, Shalini Randeria, Rudolf Stichweh, Gisela Trommsdorff) werden mit heutigen Fachvertreterinnen und Fachvertretern (Thomas Duve, Andreas Eckert, Friederike Pannewick, Balasz Trenscenyi u. a.) diskutieren, inwieweit sich die Forschungsfelder im Bereich der »Humanwissenschaften« in den vergangenen 20 Jahren verändert haben.

Von 1996 bis 2001 kam eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen und Generationen zu den "Werner Reimers Konferenzen" in der Bad Homburger Werner Reimers Stiftung zusammen.  Im Auftrag der großen wissenschaftsfördernden Institutionen der Bundesrepublik sollten sie im angehenden 21. Jahrhundert nach "innovativen Fragestellungen in der Wissenschaft"  suchen. Sie verfolgten das Ziel, die entscheidenden Merkmale und Entwicklungstendenzen der Gegenwart zu benennen und die entsprechenden neuen Forschungsfelder und -desiderate zu umreißen. Außerdem sollten sie aufzeigen, wie die Wissenschaften, insbesondere die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, organisiert sein müssen, um diese neuen, oftmals inter- und transdisziplinären Fragestellungen zu bearbeiten.

Als Ergebnis entstanden zwei Berichte, die in der Schriftenreihe "Suchprozesse für innovative Fragestellungen in der Wissenschaft" der Werner Reimers Stiftung veröffentlicht wurden. Ihre wissenschaftspolitischen Empfehlungen gingen in Stellungnahmen des Wissenschaftsrates zur Entwicklung der Geisteswissenschaften (2006), der Regionalstudien (2006) sowie der Rechtswissenschaft (2012) ein und werden auch im Rahmen der aktuellen Arbeitstagung erneut diskutiert:

1. Michael Lackner, Michael Werner: "Der ‚cultural turn‘ in den Humanwissenschaften. Area Studies im Auf- oder Abwind des Kulturalismus", hg. vom Programmbeirat der Werner Reimers Konferenzen (1999) [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/ads/wrk2/?searchterm=Reimers]

 2. Klaus Günther, Shalini Randeria: "Recht, Kultur und Gesellschaft im Prozeß  der Globalisierung", hg. vom Programmbeirat der Werner Reimers Konferenzen (2001) [http://www.perspectivia.net/content/publikationen/ads/wrk4/?searchterm=Reimers]

Die verantwortliche Koordinatoren der Tagung sind der Historiker Martin Baumeister (Deutsches Historisches Institut Rom, Max Weber Stiftung), der Afrikawissenschaftler Andreas Eckert (Humboldt-Universität Berlin, Forum Transregionale Studien) und der Rechtsphilosoph Klaus Günther (Forschungskolleg Humanwissenschaften, Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen«). Die Ergebnisse der Veranstaltung werden in einem Bericht veröffentlicht.

Die Tagung ist presseöffentlich. Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung.

Kontakt und Information:

Klaus Günther
Direktorium
Forschungskolleg Humanwissenschaften,
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Ingrid Rudolph
Geschäftsführung
Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität
Am Wingertsberg 4
61348 Bad Homburg

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Tel.: +49 6172 13977-10


Aktuelles

„Noch einmal: Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit" - Vortrag von Jürgen Habermas. Skript und Video zum Abruf verfügbar

Die Meldung zum Vortrag finden Sie hier...

Weitere Informationen (Vortragsskript und Video) zum Vortrag „Noch einmal: Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit" von Jürgen Habermas am 19. Juni 2019 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main finden Sie hier...

"The History of Postmetaphysical Philosophy and the Future of Democracy" - Konferenz zu Ehren von Jürgen Habermas

Am 20. und 21. Juni fand am Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" die Konferenz "The History of Postmetaphysical Philosophy and the Future of Democracy" statt.
Die Meldung zur Konferenz finden Sie hier...
Das Programm und weitere Informationen finden Sie hier...

Nächste Termine

16. Juli 2019, 20.15 Uhr

"Talking About a Revolution" : Prof. Dr. Vinzenz Hediger und Prof. Dr. Christoph Burchard: Verzerrt das Kino die KI? Ein Gespräch über Privatheit, IT-Vertrauen und Repräsentation anhand von The Circle. Mehr...

17. Juli 2019, 18.15 Uhr

Ringvorlesung "Demokratie in der Krise? Bruch, Regression und Resilienz": Prof. Philip Manow: Demokratisierung der Demokratie, Entdemokratisierung der Demokratie. Mehr...

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Neueste Medien

Noch einmal: Moralität und Sittlichkeit

Jürgen Habermas
Öffentlicher Vortrag an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Die andere Seite des Kinos: Chantal Akermans De l’autre côté

Martin Seel
Lecture and Film "Die Erfinderin der Formen. Das Kino von Chantal Akerman"

Neueste Volltexte

Kettemann, Matthias; Kleinwächter, Wolfgang; Senges, Max (2018):

The Time is Right for Europe to Take the Lead in Global Internet Governance. Normative Orders Working Paper 02/2018. Mehr...

Kettemann, Matthias (2019):

Die normative Ordnung der Cyber-Sicherheit: zum Potenzial von Cyber-Sicherheitsnormen. Normative Orders Working Paper 01/2019. Mehr...