Bürgerberatung im „Amt für Umbruchsbewältigung“

Wissenschaftliches Programm vom 27. – 29. Januar 2012 im Rahmen der Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

16. Dezember 2011

FRANKFURT. Viel ist die Rede vom Dialog der Wissenschaft mit der Öffentlichkeit. Auch die Forscherinnen und Forscher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität halten öffentliche Vorträge, geben Interviews oder äußern sich in Zeitungsartikeln. Jetzt gehen sie noch einen Schritt weiter – und bieten persönliche Gespräche unter vier Augen an: Was heißt Gerechtigkeit? Welche Rolle spielt Anerkennung im Arbeitsleben? Ist „der Islam“ vereinbar mit der Idee der Geschlechtergleichheit? Um solche oder ähnliche Themen geht es vom 27. bis zum 29. Januar 2012 beim „Amt für Umbruchsbewältigung“, einem in dieser Art vielleicht einmaligen Angebot in Frankfurt.

Das „Amt für Umbruchsbewältigung“ gehört zum wissenschaftlichen Rahmenprogramm der großangelegten Ausstellung „Demonstrationen. Vom Werden normativer Ordnungen“, die vom Cluster und dem Frankfurter Kunstverein organisiert wird. Das interdisziplinäre Ausstellungsprojekt umfasst 40 internationale künstlerische Positionen und ist vom 20. Januar bis zum 25. März im Frankfurter Kunstverein zu sehen. Das Projekt nähert sich auf Basis künstlerischer und ideengeschichtlicher Ansätze dem lebendigen Moment des Aushandelns verbindlicher gesellschaftlicher Normen. Historische Grafiken und Gemälde treten in den Dialog mit zeitgenössischer Malerei, mit Fotografie, Installationen, Videoarbeiten und zahlreichen Performances in den Räumen des Kunstvereins und im Frankfurter Stadtgebiet.

Beim „Amt“ selbst gibt es einen weiteren kompetenten Kooperationspartner, der sich mit Kommunikation und kurzen Dienstwegen bestens auskennt: das Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt, in dessen Amtsstuben rund 30 Clusterexperten in 15 Büros persönliche Beratungen zu den Umbrüchen unserer Zeit anbieten.

Die teilnehmenden Wissenschaftler stehen am Anfang einer vielversprechenden Forschungskarriere oder haben sich bereits in der akademischen Welt einen prominenten Namen gemacht. Auch in einer breiteren Öffentlichkeit bekannte Professorinnen und Professoren sind dabei, etwa Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters, der in der politischen Philosophie als einer der einflussreichsten Denker der jüngeren Generation gilt, hinzu kommt Axel Honneth, aktueller Geschäftsführer des legendären Frankfurter Instituts für Sozialforschung, und Autor des neuen und überaus breit rezipierten Buches „Das Recht der Freiheit“. Auch Susanne Schröter ist dabei, die gerade erst in einem großem Zeitungsaufsatz der Frage nachging, welche Chancen der islamische Feminismus hat.

„Obwohl das Format einer Bürgersprechstunde etwas ungewöhnlich ist und flankierend zur Kunstausstellung einen besonderen Akzent setzt, steht es doch in der Frankfurter Tradition einer Bürgeruniversität, der es immer schon ein Anliegen war, gesellschaftspolitisch relevante wissenschaftliche Ergebnisse in eine breite außerakademische Öffentlichkeit zu vermitteln“, betonen Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters, und Peter Siller, wissenschaftlicher Geschäftsführer. Die beiden werden auch selbst Gespräche anbieten, Günther zur Frage „Warum strafen?“ und Siller zum Thema „Parteien und Bewegungen“. Klaus Günther fungiert zudem für die drei Tage als „Amtschef“, eine wahrscheinlich nicht uninteressante Aufgabe für einen Professor mit den Schwerpunkten Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht.

Der richtige Leiter des Presse- und Informationsamtes, Nikolaus Münster, freut sich über seinen neuen Kollegen auf Zeit und dessen Team: „ Es war für uns selbstverständlich, diese Aktion zu unterstützen. Schließlich sind auch wir von großen Umbruchsprozessen, nämlich im Bereich Medien und Kommunikation – Stichworte Internet und Social Media, facebook und twitter – betroffen, und müssen unsere Arbeitsmittel und Kanäle immer wieder neu reflektieren und überprüfen.“

Für die Einzelgespräche sind jeweils 20 Minuten vorgesehen. An jedem der drei Amts-Tage stehen rund 15 Cluster-Experten zur Verfügung. Eine Liste der Themen des Tages hängt am Informationsschalter im Frankfurter Kunstverein aus. Eine Stunde vor Beginn der Öffnungszeiten des Amtes können sich dort Interessierte für einen Termin zu einem der angebotenen Themen anmelden. Die Beratung selbst findet im Presse- und Informationsamt direkt neben dem Kunstverein statt. Die „Sprechzeiten“ sind: Freitag, 27. Januar, 21 bis 23 Uhr; Samstag, 28. Januar, 15 bis 19 Uhr; Sonntag, 29. Januar, 16 bis 19 Uhr.

Am „Amts-Wochenende“ gibt es auch eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen, so das Eröffnungspodium „In welcher Welt leben wir? Zeitdiagnostische Perspektiven auf die Gegenwartsgesellschaft“ am 27. Januar, „Die lange Nacht des Protestsongs“ am 28. Januar und die Podiumsdiskussion „Wohin mit dem Protest? Demokratische Umbrüche aus globaler Perspektive“ am 29. Januar. Weitere Vorträge und Diskussionen schließen sich in den folgenden Wochen an.

Informationen:´
Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Peter Siller, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net
Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main, Thomas Waldherr, Tel: (069) 212-32761, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Frankfurter Kunstverein, Julia Wittwer, (069) 219314-30 /-40, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.fkv.de


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