Frankfurter Stadtgespräch: Was kann der Film?

Podiumsdiskussion im Frankfurter Kunstverein fragt am 8. Dezember nach den Zeit- und Gesellschaftsbildern im Gegenwartskino

1. Dezember 2011

Pressemitteilung

FRANKFURT. „Das ist ja wie im Film“ sagt man bei einer besonders gelungenen oder auch skurrilen Aktion. Und Handlungen, die besonders gelingen sollen, aber vielleicht unfreiwillig skurril geraten, orientieren sich mitunter ihrerseits an Motiven des Films. Kein anderes Medium scheint heutzutage wirkmächtiger zu sein: Im Film werden ganze Zeit- und Gesellschaftsbilder entworfen, die sich in unser Gedächtnis brennen. Die Realität prägt dabei die Fiktion, und umgekehrt, die Fiktion die Realität.

Besonders nach den Terroranschlägen von „9/11“ und jetzt wieder in Zeiten der Finanzkrise lohnt es sich, besonders gut hinzuschauen: Welche Gesellschaftsordnungen werden uns im Kino vorgeführt. Wie ist hier die Wechselwirkung von Inszenierung und Wirklichkeit? Auch darüber diskutieren der Philosoph Martin Seel und der Regisseur und Schauspieler Sebastian Schipper beim nächsten Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe Universität und dem Frankfurter Kunstverein, zum

Thema: „Was kann der Film? – Zeit- und Gesellschaftsbilder im Gegenwartskino“
am: Donnerstag, dem 8. Dezember 2011, um 20.00 Uhr
Ort: Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt

Im Zentrum der aktuellen Podiumsdiskussion, die wieder in der Cafébar im Kunstverein stattfindet, stehen breitenwirksame Blockbuster wie „The Dark Knight“ (2008) von Christopher Nolan und „Avatar“ (2009) von James Cameron (2009), aber auch finanziell weniger erfolgreiche Filme wie „In the Valley of Elah“ (2007) von Paul Haggis. Die Organisatoren versprechen „ein Gespräch über die Deutungsmacht des Kinos, seine hellen und seine dunklen Seiten“.

Die Diskutanten zählen zu den interessantesten Protagonisten von Filmpraxis und Filmtheorie in Deutschland. Sebastian Schiffer macht seit seinem Regiedebüt „Absolute Giganten“, das die Zeitschrift „Spex“ zu den „unvergesslichen Leinwanderlebnissen der 1990er Jahre“ zählt, auch hinter der Kamera von sich reden. Als Akteur war der ausgebildete Schauspieler unter anderem in „Kleine Haie“ (1992) von Sönke Wortmann zu sehen und in „Lola rennt“ (1998) von Tom Tykwer sowie noch jüngst in einer Hauptrolle in „Drei“, ebenfalls von Tom Tykwer. Schippers jüngste Regiearbeit ist der Film „Mitte Ende August“ (2009).

Martin Seel, Autor der über die Fachwelt hinaus vielbeachteten Werke „Theorien“ und „111 Tugenden, 111 Laster“, hat unter anderem die Forschungsschwerpunkte Ästhetik und Theorie der Künste, insbesondere der Fotografie und des Films. In diesem Wintersemester ist der Frankfurter Philosophieprofessor Mitorganisator und einer der Referenten der Vorlesungsreihe „Narration und Rechtfertigung im Kino“ an der Goethe-Universität. Hierbei geht es darum, wie filmische Erzählungen Muster transportieren, mit denen die Realität gedeutet und begründet wird. Der vielseitige Denker spricht zudem im Rahmen der aktuellen Cluster-Ringvorlesung „Normativität: Frankfurter Perspektiven“.

Die Podiumsdiskussion über die Zeit- und Gesellschaftsbilder im Gegenwartskino ist das mittlerweile siebte Frankfurter Stadtgespräch. Die Moderation liegt wieder in den Händen von Peter Siller, Scientific Manager des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Mit der bisher sehr gut besuchten Veranstaltungsreihe wollen der Exzellenzcluster und der Frankfurter Kunstverein aktuelle gesellschaftsrelevante Themen einer breiten Öffentlichkeit zur Diskussion stellen. Der Eintritt ist frei.

Informationen: Peter Siller, Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen’, Tel: (069) 798-25290, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/frankfurter-stadtgespraech


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