Nobelpreisträger spricht über „Justice and the Global World“

Der Philosoph und Ökonom Amartya Sen von der Harvard University hält am 7. Oktober einen öffentlichen Vortrag an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

30. September 2010

FRANKFURT. Das Thema Gerechtigkeit in der globalisierten Welt gehört zu den zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Besonders wenn es um ökonomische Aspekte bei Fragen der Gerechtigkeit geht, gilt ein Denker weltweit als führend: Prof. Amartya Sen ist Philosoph, Ökonom und Träger des Wirtschaftsnobelpreises. Auf Einladung des Frankfurter Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Frankfurter Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata: Erweiterte Gerechtigkeit – konkret und global“ kommt der Harvardprofessor nun an die Goethe-Universität. Auch die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen zu seinem Vortrag mit dem

Thema: „Justice and the Global World“
am: Donnerstag, dem 7. Oktober 2010, um 18.15 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität, Hörsaal HZ3, Hörsaalzentrum, Grüneburgplatz 1

Das Werk Sens beschäftigt sich mit Fragen der Wohlfahrtsökonomie und der Gerechtigkeitstheorie. Hervorzuheben sind seine Arbeiten zu Hungersnöten sowie insbesondere zu dem „capabilities“-Ansatz, welcher Wohlstand im Gegensatz zur neoklassischen Ökonomie nicht am Bruttosozialprodukt misst, sondern an den effektiven Befähigungen, über die Personen verfügen. Der Ansatz ist die Basis des jährlich veröffentlichten Index der menschlichen Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen. In seinem neuen Buch „Die Idee der Gerechtigkeit“ (Beck Verlag, 2010) vertritt Sen die Position, dass eine Theorie der Gerechtigkeit primär die Reduzierung konkreter Ungerechtigkeiten und nicht das Ideal einer vollkommen gerechten Gesellschaft zum Gegenstand haben soll.

Amartya Sen wird auf Englisch vortragen. Die Begrüßung und Moderation übernehmen die Frankfurter Professoren für Politische Theorie und Philosophie Rainer Forst und Stefan Gosepath. Prof. Forst ist Sprecher des Exzellenzclusters, Prof. Gosepath leitet die Kolleg-Forschergruppe. Zu den Arbeitsschwerpunkten des Clusters gehören die gegenwärtigen Konflikte um die Herausbildung einer neuen globalen Ordnung, die sich nicht zuletzt aus dem Verlangen der Menschen nach Gerechtigkeit speisen. Die Forschergruppe „Justitia Amplificata“ versteht sich als internationales Forum der wissenschaftlichen Diskussion des Begriffs der Gerechtigkeit. Hinzu kommen Fragen der Umsetzungsmöglichkeit von Gerechtigkeitstheorien in der Praxis und der Erweiterbarkeit dieser Theorien auf soziale und politische Kontexte jenseits des Staates.

Information: Prof. Stefan Gosepath, Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“, Tel.: (069) 798 25374 , Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Prof. Rainer Forst, Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“, Tel.: (069) 798 22046, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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