Globale Konflikte besser begreifen

Wissenschaftler des Exzellenzclusters stellen Forschungsprogramm vor

Pressemitteilung

14. November 2008

FRANKFURT. Mit einer internationalen Fachkonferenz präsentiert der Exzellenzcluster der Goethe-Universität »Die Herausbildung normativer Ordnungen« erstmals sein interdisziplinäres Forschungsprogramm der Öffentlichkeit. Das Ziel der etwa 100 Wissenschaftler ist es, Ursachen und Verlauf weltweiter Auseinandersetzungen um eine »neue Weltordnung« besser zu verstehen. Bei dem Symposium, zu dem am Freitag (14.11.) und Samstag (15.11.) neben den Mitglieder des Clusters auch die internationale Fachöffentlichkeit eingeladen ist, wollen die Geistes- und Sozialwissenschaftler das übergreifende Forschungsvorhaben des Netzwerks erörtern und die Forschungsthemen und -Projekte des Clusters mit international renommierten Fachkollegen diskutieren.

Impulse werden dabei von acht hochkarätigen Gastrednern erwartet, die mit pointierten Beiträgen die unterschiedlichen Positionen innerhalb der verschiedenen Forschungsfelder markieren und damit für kontroverse und fruchtbare Diskussionen sorgen sollen. So wird etwa der berühmte Sozialwissenschaftler Immanuel Wallerstein, Yale University, die Rolle normativer Ordnungen aus der Perspektive der von ihm mitbegründeten Weltsystemtheorie beleuchten. Ein Beitrag, der vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise ebenso mit Spannung erwartet wird, wie der Vortrag des Rechtswissenschaftlers Armin von Bogdandy, Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht Heidelberg, der zu den rechtlichen Voraussetzungen einer globaler Ordnungspolitik sprechen wird.

Der Exzellenzcluster untersucht die Thematik der Herausbildung normativer Ordnungen vor allem mit Blick auf die gegenwärtigen globalen Konflikte, wie sie sich etwa an der Verteilung knapper Ressourcen oder an den Folgen eines globalisierten Wirtschafts- und Finanzsystems entzünden. Den entscheidenden Schlüssel zum Verständnis solcher Auseinandersetzungen sehen die Frankfurter Wissenschaftler in den unterschiedlichen normativen Vorstellungen, an denen die Beteiligten ihr Tun ausrichten - oder vorgeben auszurichten: Nur durch eine Analyse der unterschiedlichen Ansprüche, die Konfliktparteien an eine gerechtfertigte Ordnung richten, lassen sich, so die Annahme, Wucht und Dynamik der gegenwärtigen Umbrüche erklären. Von den Forschungsergebnissen versprechen sich die Forscher ein besseres Verständnis globaler Konflikte und damit einen Beitrag zur ihrer Lösung. Dabei suchen sie auch nach vergleichbaren historischen Prozessen.

Der an der Goethe-Universität Frankfurt angesiedelte Exzellenzcluster wird im Rahmen der Exzellenzinitative von Bund und Ländern zunächst für fünf Jahre gefördert und bündelt eine Reihe von Forschungsinitiativen aus dem Frankfurter Raum, beteiligt sind auch Wissenschaftler der Technischen Universität Darmstadt, der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung und des Max-Planck-Instituts zur europäischen Rechtsgeschichte. Sprecher des Clusters sind Prof. Dr. Rainer Forst und Prof. Dr. Klaus Günther. An dem Forschungsverbund beteiligen sich Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Philosophie, Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Ethnologie, Soziologie, Religionswissenschaft und Ökonomie.

Internationale Fachkonferenz des Exzellenzclusters »Die Herausbildung normativer Ordnungen«

am 14. 11. (Freitag) und 15.11. (Samstag) im Maritim Hotel, Frankfurt

Informationen:
Peter Siller, Geschäftsführer des Clusters, mobil 0173 / 522 06 10 und unter www.normativeorders.net Journalisten, die über die Tagung berichten möchten, werden gebeten, sich kurz und formlos unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anzumelden.


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