Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft

Vortragsreihe an der Frankfurter Börse in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ startet am 4. Juni mit dem Philosophen Otfried Höffe

Pressemitteilung

29. Mai 2013

FRANKFURT. Finanzkrise, Zinsmanipulation, Managerboni – in Öffentlichkeit und Politik ist der Eindruck entstanden, dass es in der Finanzbranche an ethischen Prinzipien mangelt. Doch an welchen Werten sollte sich die Finanzwirtschaft orientieren – und an welchen kann sie sich orientieren, ohne ihre grundlegenden ökonomischen Interessen aus den Augen zu verlieren? Diese Fragen sind Thema der Veranstaltungsreihe „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit – Ethische Orientierung am Finanzplatz der Zukunft“, veranstaltet mit Unterstützung der Deutsche Börse AG und in Verbindung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Goethe-Universität Frankfurt. Konzeption und Beratung liegen in den Händen von Prof. Marcus Willaschek, Philosoph und Mitglied des Clusters. Zum Auftakt der Reihe, für deren insgesamt vier Veranstaltungen jeweils eine persönliche Anmeldung erforderlich ist, spricht Prof. Otfried Höffe über das

Thema:  „Gerechtigkeit in Zeiten globaler Finanzwirtschaft“
am:        Dienstag, dem 4. Juni 2013, um 18.00 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr)
Ort:       Alte Börse, Raum „Lichthof“, Börsenplatz 4, 60313 Frankfurt

Der Tübinger Philosoph ist einem breiteren Publikum durch regelmäßige Beiträge in überregionalen Zeitungen zu aktuellen Fragen der Politik und Gesellschaft bekannt. Otfried Höffe ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Ethiker und politischen Philosophen; seine Werke wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Im Mittelpunkt seiner vor allem von Aristoteles und Kant inspirierten praktischen Philosophie steht der Begriff der Gerechtigkeit. Die weiteren Vortragenden gehören ebenfalls zu den führenden Philosophen der Gegenwart. Am 14. August 2013 spricht Prof. Axel Honneth (Exzellenzcluster der Goethe-Universität und Columbia University, New York) und am 22. November 2013 Prof. Thomas Pogge (Yale University). Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet am 15. Januar 2014 eine Podiumsdiskussion mit namhaften Teilnehmern aus Wissenschaft, Recht und Finanzwirtschaft. Zu den Diskutanten gehört dann Prof. Rainer Forst, politischer Philosoph und Co-Sprecher des Frankfurter Exzellenzclusters.

Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, durch einen Dialog zwischen Philosophie und Finanzwelt zu einem Reflexionsprozess über Werte in der Finanzwelt beizutragen. Die jüngsten Krisen und Skandale der Finanzbranche haben in der Öffentlichkeit und der Politik den Eindruck eines Werteverlusts hervorgerufen: Banker, Großinvestoren und andere Akteure der Finanzwelt sind demnach zu sehr an kurzfristigen Unternehmensgewinnen interessiert und ignorieren Werte wie Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit wirtschaftlichen Handelns. Aus dieser Einschätzung ergeben sich Rufe nach gesetzlicher Regulierung einerseits und einer neuen Werteorientierung für Banken und Investoren andererseits. Doch eine ethische Orientierung kann sich nicht auf innerökonomische Werte wie ökonomische Nachhaltigkeit und Kundenwohl beschränken, sondern muss breiter ansetzen. Dazu soll die Reihe unter den Stichworten „Anstand, Fairness, Gerechtigkeit“ einen Beitrag leisten.

Bei der Auftaktveranstaltung am 4. Juni wird Prof. Reto Francioni (CEO, Deutsche Börse AG) die Begrüßung übernehmen, bevor Prof. Marcus Willaschek vom Exzellenzcluster in das Thema einführt und nach dem Vortrag von Prof. Otfried Höffe auch die Gesprächsrunde mit dem Publikum moderiert.

Bereits im vergangenen Wintersemester hatte die Goethe-Universität im Rahmen ihrer Bürgeruniversität „Demokratie im Würgegriff der Finanzmärkte?“ wirtschaftsethische Fragestellungen aufgegriffen. 2.200 Menschen hatten an sechs Abenden die Diskussionen mit renommierten Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft verfolgt und sich auch mit eigenen Beiträgen eingebracht.

Anmeldung:
Eine Teilnahme ist nur mit einer Einladungsbestätigung möglich. Anmeldungen für den Vortrag am 4. Juni werden erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen:
Prof. Marcus Willaschek, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel: (069) 798-32761, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net; Deutsche Börse AG, Section Events, Tel: (069) 211-12222, www.deutsche-boerse.com

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn drittmittelstärksten und größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Parallel dazu erhält die Universität auch baulich ein neues Gesicht. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht ein neuer Campus, der ästhetische und funktionale Maßstäbe setzt. Die „Science City“ auf dem Riedberg vereint die naturwissenschaftlichen Fachbereiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu zwei Max-Planck-Instituten. Mit über 55 Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität laut Stifterverband eine Führungsrolle ein.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
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Internet: www.uni-frankfurt.de


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