Vorträge und Filme zum „Universum von Agnès Varda“. Die neue Vorlesungsreihe zum Thema Kino des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 29. Oktober

Pressemitteilung

27. Oktober 2015

FRANKFURT AM MAIN. Im Fokus der jüngsten Vorlesungsreihe zum Thema Kino des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ steht mit Agnès Varda eine Schlüsselfigur des modernen Kinos, die sich erfindungsreich zwischen den Genres und Formaten bewegt und mit ihren Spiel- und Dokumentarfilmen sowie Kunstinstallationen immer wieder in die großen politischen Debatten ihrer Zeit eingreift – vom Vietnamkrieg über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung bis zum Problem der Obdachlosigkeit. In der Film & Lecture-Reihe mit dem Titel „Selbstporträts von anderen: Das Universum von Agnès Varda“, die am 28. Oktober im Deutschen Filmmuseum startet, entwerfen internationale Expertinnen und Experten während zwei Semestern eine Kartographie dieses vielschichtigen Werks.

Neben den Vorträgen gehören Filmvorführungen zum Programm. Abschließend besteht jeweils die Möglichkeit zur Diskussion. Veranstaltet wird die Reihe vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ gemeinsam mit dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität, das auch maßgeblich für die Konzeption dieser Reihe verantwortlich zeichnet, sowie dem Kino im deutschen Filmmuseum.

„Es ist, als würde ich Dein Selbst-Porträt filmen“, sagt Agnès Varda zu Jane Birkin in „Jane B. par Agnès V.“ von 1988. Varda, geboren 1928 in Brüssel, Gründerfigur der „Nouvelle Vague“, Spielfilmregisseurin, Dokumentaristin, Installationskünstlerin und Filmtheoretikerin, ist eine der großen Künstlerpersönlichkeiten der Filmgeschichte, mit einem Werk, das mittlerweile sechs Jahrzehnte umspannt. Der Satz, den sie zu Birkin sagt, lässt sich als Poetik und Programm verstehen: Für Varda, die – zusammen mit Godard, und im Dialog und Widerstreit mit diesem – das intellektuelle Gravitationszentrum der „Nouvelle Vague“ bildete, ist die entscheidende Frage nicht, was Kino ist, sondern was es bedeutet, Kino zu machen – für sie selbst, für andere, und im Zusammenspiel mit anderen.

Zum Start der Reihe am 29. Oktober geht es um das Thema „Porträt, Skizze, Entwurf: Über ‚Jane B. par Agnès V.‘ und ‚Kung Fu Master‘“. Referent ist Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters. Die Idee zum Film „Jane B. par Agnès V.“ stammt von Jane Birkin selbst. Mit dem Schmacht-Hit „Je t’aime ... moi non plus...“ zusammen mit Serge Gainsbourg zum Pop–Weltstar geworden und in den 1980er Jahren zur Schauspielerin avanciert, bot Birkin sich Varda als Sujet eines Porträt-Films an. Daraus wurde ein vielschichtiges filmisches Gemälde, ein Porträt von Birkin und ihren Kindern, Charlotte Gainsbourg und Luc Doillon, ein Doppel(selbst)porträt von Birkin und Agnès Varda, und zugleich ein Entwurf für einen weiteren Film, „Kung Fu Master – Un petit amour“, eine Liebesgeschichte zwischen einer Frau um die vierzig und einem jungen Mann an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Ein Film also, der aus einem Zwiegespräch entsteht, die Werkgrenzen sprengt und sich somit besonders gut eignet als Ausgangspunkt einer Diskussion über die Poetik von Agnès Varda.

Die Agnès Varda-Reihe umfasst in diesem Winter- und im darauf folgenden Sommersemester insgesamt 15 Einzeltermine. Sie findet im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA) statt. Kooperationspartner sind der Masterstudiengang „Curatorial Studies“, das Institut Français pour l’Histoire en Allemagne und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im April 2016 wird die Regisseurin zu Gast in Frankfurt sein.

Der Eintritt ist frei. Wegen der beschränkten Platzzahl wird um Kartenreservierungen gebeten unter: 069 961 220-220. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 20.00 Uhr im Deutschen Filmmuseum, Schaumainkai 41, Frankfurt am Main.

Die Termine im Wintersemester 2015/2016:

Donnerstag, 29. Oktober 2015, 20 Uhr
Vinzenz Hediger (Frankfurt)
Porträt, Skizze, Entwurf: Über „Jane B. par Agnès V.“ und „Kung Fu Master“

Donnerstag, 5. November 2015, 20 Uhr
Kelley Conway (Madison, Wisconsin)
Les Plages d’Agnès: Selbstporträt einer Filmemacherin

Donnerstag, 19. November 2015, 20 Uhr
Delphine Bénézet (London)
Küstensehnsüchte: Das Meer, die Lieder und die Sonne in in Vardas Du côté de la côte (1958) und Documenteur (1980-81)

Donnerstag, 3. Dezember 2015, 20 Uhr
Kathrin Peters (Berlin)
Der längste Tag. Zu Agnès Vardas „Cléo de 5 à 7“ (F 1961)

Donnerstag, 14. Januar 2016, 20 Uhr
Angela Keppler (Mannheim)
Agnès Vardas L’une chante, l’autre pas: Eine Art feministisches Musical?

Donnerstag, 28. Januar 2016, 20 Uhr
Dominique Bluher (Chicago)
PhotoCinéExpo

Donnerstag, 11. Februar 2016, 20 Uhr
Alexandra Schneider (Mainz)
Hommage an einen Amateur: Zu Agnès Vardas Jacquot de Nantes

Informationen:
Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: Hier...

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
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Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.uni-frankfurt.de


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