Vortrag: Europa als gemeinsamer Wissenschaftsraum. Nächster Termin der Goethe Lectures Offenbach am 2. Februar im Klingspor-Museum mit dem Luxemburger Uni-Präsidenten

Pressemitteilung

22. Januar 2016

FRANKFURT/OFFENBACH. Die europäische Einigung hat an Schwung und Strahlkraft verloren. Die Wirtschafts- und Währungsunion steht nicht erst seit der Griechenlandkrise in der Kritik, und auch das politische Zusammenwachsen zu einer Bürgerunion über nationale Grenzen hinweg ist ins Stocken geraten. Auf einem Feld jedoch, von dem in den öffentlichen Diskussionen der jüngsten Zeit kaum die Rede ist, scheint es Anlass für Optimismus zu geben: Die gemeinsame Forschungsförderung der EU hat in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Wie sich dieser Prozess darstellt und ob er auch als Motor für eine umfassende Integration dienen könnte, ist Thema des kommenden Vortrags im Rahmen der Goethe Lectures Offenbach. Prof. Rainer Klump spricht über „Europas Zukunft: Binnenmarkt, Bürgerunion und gemeinsamer Raum der Wissenschaft“.

Der Vortrag findet am Dienstag, dem 2. Februar 2016, um 19.00 Uhr im Offenbacher Klingspor-Museum statt. Der Eintritt ist auch dieses Mal frei. Die Goethe Lectures Offenbach sind eine gemeinsame Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und der Stadt Offenbach. Der aktuelle Redner ist in besonderer Weise prädestiniert für das Thema Wissenschaft und Wissenschaftspolitik im europäischen Maßstab. Rainer Klump ist seit Anfang 2015 Präsident der Universität Luxemburg. Zuvor war er Professor für wirtschaftliche Entwicklung und Integration an der Goethe-Universität, wo er sechs Jahre auch als hauptamtlicher Vize-Präsident amtierte. Klump ist nach wie vor Mitglied des Frankfurter Exzellenzclusters und leitet hier das Forschungsprojekt „Eigeninteresse vs. Gemeinwohl: Über den Normenwandel innerhalb der Ökonomik“.

„Ich möchte in meinem Vortrag diskutieren, welche normativen Vorstellungen über die Zukunft der Europäischen Union noch visionäres Potenzial besitzen und dabei auch realisierbar erscheinen“, so Klump. In den Bereichen Binnenmarkt und Bürgerunion komme es momentan vor allem darauf an, zumindest das Erreichte zu sichern. Die Arbeit an einer weiteren Integration des Wissenschaftsraums erscheine dagegen ebenso erfolgversprechend wie lohnenswert. Schon die Kennzahlen lassen aufhorchen: „Horizon 2020“, das aktuelle „Rahmenprogramm für Forschung und Innovation“ der Europäischen Union, das den Kern der europäischen Forschungsförderung bildet, hat für die Jahre 2014 bis 2020 einen Etat von gut 75 Milliarden Euro. Neben konkreten Projekten gelte es, so Klump weiter, die Mobilität und Vernetzung von Studierenden und Wissenschaftlern zu fördern. All das diene letztlich auch der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und dem demokratischen Zusammenwachsen. Europa müsse als Vision unter jungen Akademikerinnen und Akademikern Verankerung finden, um seine Zukunftsfähigkeit zu behalten. Ein Schritt auf diesem Weg wäre ein Netzwerk von expliziten Europa-Universitäten. Luxemburg könne hier eine Vorreiterrolle spielen.

Begleitet wird Rainer Klump – auch das ein interessanter Aspekt – von einer Delegation aus Esch-sur-Alzette (Esch an der Alzette). Hier haben nicht nur Teile der luxemburgischen Universität ihren Sitz, Esch ist auch Partnerstadt Offenbachs. Auf dem Gesprächsprogramm zwischen Daniel Codello, als Beigeordneter der Stadt Esch für die internationalen Beziehungen verantwortlich, dem Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider und weiteren Repräsentanten steht u. a. die Möglichkeit zukünftiger wissenschaftlicher und kultureller Kooperationen unter Einbeziehung des Exzellenzclusters.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor-Museum und auch der Gesamtreihe sind neben dem Frankfurter Exzellenzcluster im Besonderen die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht wieder die Möglichkeit zur Diskussion.

Prof. Dr. Rainer Klump:
Europas Zukunft: Binnenmarkt, Bürgerunion und gemeinsamer Raum der Wissenschaft
Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“
Dienstag, 2. Februar 2016, 19.00 Uhr (Eintritt frei)
Klingspor-Museum Offenbach
Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main

Informationen:
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

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Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
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