Agnès Varda: Zu Gast im eigenen „Universum“. Die Trägerin des Max-Beckmann-Preises spricht am 11. Februar bei der Lecture & Film-Reihe der Frankfurter Filmwissenschaftler und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

5. Februar 2016

FRANKFURT. Inhaltliche Änderung aus erfreulichem Anlass: Eigentlich sollte es ein planmäßiger Termin sein im Rahmen der Reihe „Selbstporträts von Anderen: Das Universum der Agnès Varda“, ausgerichtet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Deutschen Filmmuseum. Nun steht bei der Lecture & Film-Veranstaltung am 11. Februar 2016 um 20.15 Uhr im Kino des Filmmuseums aber nicht so sehr die Diskussion über die Autorenfilmerin im Mittelpunkt. Stattdessen wird sie selbst, die als eine Schlüsselfigur des modernen Kinos gilt, über sich und ihr Schaffen Auskunft geben. Der Grund: Just am selben Tag und kurz zuvor nimmt die am 30. Mai 1928 in Brüssel geborene Agnès Varda für ihr Lebenswerk den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main entgegen.

Agnès Varda bewege sich erfindungsreich zwischen den Genres und Formaten und greife mit ihren Spiel- und Dokumentarfilmen sowie Kunstinstallationen immer wieder in die großen politischen Debatten ihrer Zeit ein, unterstreicht der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann die Entscheidung der Jury vom vergangenen Dezember. Feldmann wird am frühen Abend des 11. Februar im Städel Museum den Preis überreichen. Die Laudatio hält Christa Blümlinger, Professorin für Filmwissenschaft an der Universität Paris 8 Vincennes-Saint-Denis. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert. Die Stadt Frankfurt verleiht den Max-Beckmann-Preis alle drei Jahre zur Erinnerung an einen der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts, der von 1925 bis 1933 als Künstler und Lehrer an der Städelschule arbeitete.

Als Kooperationspartner der aktuellen Varda-Reihe, die im Oktober 2015 begonnen hat und im Sommersemester 2016 fortgeführt wird, beschäftigt sich der Exzellenzcluster nun bereits zum fünften Mal mit dem Kino und der Frage, wie normative Ordnungen in Filmen dargestellt werden und was man davon über ihre Herausbildung lernen kann. Auch am 11. Februar ab 20.15 Uhr ist die interessierte Öffentlichkeit bei freiem Eintritt herzlich eingeladen. Wegen des begrenzten Platzangebots im Deutschen Filmmuseum (Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main) ist eine Kartenreservierung erforderlich unter: 069/961220-220.

Die inhaltliche Einführung des Veranstaltungsabends im Filmmuseum liegt in den Händen von Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters. Nach dem außerplanmäßigen Vortrag Agnès Vardas in französischer Sprache, übersetzt von Vinzenz Hediger, steht dann, wie ohnehin geplant, ihr Film „Jacquot de Nantes“ auf dem Programm: „Il était une fois un garçon…“ – was in diesem Film wie ein Märchen beginnt, ist eine Heraufbeschwörung von Kindheitserinnerungen, die der Ehemann und Regisseur Jacques Demy für seine Frau Agnès Varda niederschreibt und die als Grundlage für den Film dienen, den Varda über dessen Kindheit in Nantes drehen wird. Fertig wird „Jacquot de Nantes“ erst kurz nach dem Tode Demys; ein Film als Hommage für einen Amateur im Sinne eines Liebhabers. Ein zärtlicher Film über die Verstrickung zwischen Kino und Leben, zwischen Liebe und Tod.

Mit der besonderen Lecture & Film-Veranstaltung am 11. Februar endet die Reihe für dieses Wintersemester – um dann am 14. April zu Beginn des Sommersemesters fortgesetzt zu werden, dieses Mal planmäßig mit Agnès Varda als Ehrengast und, wie ebenfalls schon lange feststeht, ihrem Film „Les cent et une nuits de Simon Cinéma“. Die gesamte Reihe findet im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA) statt. Weitere Kooperationspartner sind der Masterstudiengang „Curatorial Studies“, das Institut Français pour l’Histoire en Allemagne und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Veranstaltungen sind prinzipiell so konzipiert, dass neben den Vorträgen Filmvorführungen zum Programm gehören. Abschließend besteht jeweils die Möglichkeit zur Diskussion.

Ein Hinweis an die Redaktionen:
Die Verleihung des Max-Beckmann-Preises im Städel Museum ist presseöffentlich, eine Akkreditierung nicht erforderlich. Informationen: Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main, 069/212-41000, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen zur Lecture & Film-Reihe:
Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: Lecture and Film

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

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