Vortrag zur islamistischen Jugendkultur. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 25. April 2016 im Klingspor-Museum

Pressemitteilung

21. April 2016
 
FRANKFURT/OFFENBACH. „Salafisten und Jihadisten - die ‚jungen Wilden‘ der Ummah“ – so lautet der Titel des jüngsten Vortrags im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“, einer gemeinsamen Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und der Stadt Offenbach. Referentin am Montag, dem 25. April, um 19.00 Uhr im Offenbacher Klingspor-Museum ist Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Der Eintritt ist frei.
 
Salafismus und Jihadismus sind Spielarten eines weltweit operierenden, religiös begründeten Extremismus, der seit einigen Jahren auch in Deutschland viele Anhänger findet. Obwohl die salafistische Ideologie häufig von Älteren geteilt wird, zeigt sie sich doch vorwiegend in Gestalt einer Jugendbewegung mit eigener Musik, Sprache, Kleidung und Symbolik. In provokativen Statements inszenieren sich junge Salafisten und Salafistinnen als Rebellen gegen die nichtmuslimische Mehrheitsgesellschaft sowie gegen traditionelle oder progressive Muslime, denen sie vorwerfen, sich von den Grundlagen des Islam entfernt zu haben. Sie lehnen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Gleichberechtigung der Geschlechter ab und streben eine totalitäre Ordnung an, von der sie sich eine Lösung sozialer und politischer Probleme und mehr Gerechtigkeit erhoffen
 
Susanne Schröter ist Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen, Direktorin des Instituts für Ethnologie, Direktorin im Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung und Vorstandsmitglied des Deutschen Orient-Instituts. Am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ gründete sie im Jahr 2014 das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI), dessen Leiterin sie auch ist. Zu ihren jüngsten Publikationen gehört die Studie „Gott näher als der eigenen Halsschlagader“ über fromme Muslime in Deutschland, für die sie von 2011 bis 2015 in Wiesbaden mit 130 Muslimen sowie mit Verantwortlichen aus Politik, Schulen, Jugendarbeit, Kirchen, Polizei und Verwaltung gesprochen hat.
 
Am 29. April veranstaltet das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam am Exzellenzcluster in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung im Historischen Museum Frankfurt die Konferenz „Welcher Islam gehört zu Deutschland?“. Das FFGI wird sich auch im weiteren Verlauf des Jahres mit diesem Schwerpunktthema befassen und eine Reihe von Veranstaltungen anbieten, auf denen ergebnisoffen diskutiert und gestritten, unorthodoxe Modelle der Konfliktlösung erörtert und neue Wege eines milieuübergreifenden Miteinanders erdacht werden können.
 
Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor-Museum und auch der Gesamtreihe sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch wieder die Möglichkeit zur Diskussion.
 
Prof. Dr. Susanne Schröter
Salafisten und Jihadisten - die „jungen Wilden“ der Ummah
Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“
Montag, 25. April 2016, 19.00 Uhr
Klingspor-Museum Offenbach
Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main
 
Informationen:
Oliver Bertrand (FFGI), Sekretariat von Prof. Dr. Susanne Schröter, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. (069)798-33062, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net, www.ffgi.net
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft
 
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
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