Das Humboldt Forum als Ort für den Dialog der Kulturen. Öffentlicher Vortrag von Prof. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, am 22. Mai an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

18. Mai 2017

FRANKFURT. Es gilt als das derzeit größte Kulturprojekt Deutschlands: Mit dem Humboldt Forum entsteht in Berlin ein neues kulturelles Quartier in der Mitte der Stadt. Ab 2019 sollen hier vor allem die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin präsentiert werden. Das ambitionierte Projekt setzt auf einen Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst, wobei auch das koloniale Erbe und die Auseinandersetzung mit der Erwerbsgeschichte der Exponate eine wichtige Rolle spielen sollen. Einen Einblick zu Anspruch und Selbstverständnis des neuen Museums gibt Prof. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und einer der Gründungsintendanten des Humboldt Forums, in seinem Vortrag

„Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss:

Chancen, Potentiale und Herausforderungen eines neuartigen Ortes für den Dialog der Kulturen“

am Montag, dem 22. Mai 2017, um 18.30 Uhr

im Festsaal des Casinos auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Der Eintritt ist frei, die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen. Hermann Parzinger ist habilitierter Prähistoriker. Zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der er seit 2008 vorsteht, zählen unter anderem die Staatlichen Museen und die Staatsbibliothek zu Berlin. Veranstalter des Vortragsabends ist der Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit dem Förderverein Berliner Schloss e.V., dem Institut für Ethnologie der Goethe-Universität und dem Frobenius-Institut an der Goethe-Universität. Zu den gemeinsamen Themen der Frankfurter Ethnologen und Historiker gehört auch die Zukunft ethnologischer Ausstellungen und Museen in Auseinandersetzung mit einer postkolonialen Kritik, die in bisherigen Konzepten einen nicht überwundenen Eurozentrismus sieht.

Im wieder aufgebauten Berliner Schloss soll mit dem Humboldt Forum ein neuartiges Kunst- und Kulturerfahrungszentrum entstehen, das sich mit der Kultur und Geschichte Afrikas, Asiens, Australiens, Ozeaniens und Amerikas und den vielfältigen Wechselwirkungen ihrer kulturellen Entwicklungen befasst. Zusammen mit den herausragenden Sammlungen zur Kunst und Kultur Europas und des Nahen Ostens auf der Museumsinsel entsteht hier – Museumsinsel und Humboldt Forum als Einheit denkend – ein besonderer Ort, der auf der Grundlage aller Sammlungen in Berlin, auch der naturkundlichen, ein tieferes Verständnis für die Verflechtungen in der Welt befördern soll: Die „Freistätte für Kunst und Wissenschaft“ des 19. Jahrhunderts erfährt so im frühen 21. Jahrhundert gleichsam ihre globale Erweiterung. Statt eurozentrischer Perspektive, so der Anspruch, muss das Humboldt Forum den gleichberechtigten Dialog der Kulturen in den Mittelpunkt stellen.

Vor seiner Tätigkeit als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz leitete Hermann Parzinger das Deutsche Archäologische Institut. Schwerpunkt seiner Forschung ist der Kulturwandel in verschiedenen Kulturräumen. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit Migrationsbewegungen in der Ur‐Geschichte der Menschheit. Er untersuchte die Sesshaftwerdung des Menschen im 7. Jahrtausend v. Chr. bis zu den frühgeschichtlichen Kulturen. Zudem ist er Spezialist für die Kultur der Skythen. Von besonderer Bedeutung sind seine Grabungen in Zentralasien. Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde er mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, darunter dem Leibniz-Preis und die Aufnahme in den Orden Pour le Mérite. Parzinger ist unter anderem Mitglied in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und in der American Philosophical Society.

Die Einleitung und Moderation der öffentlichen Veranstaltung mit Hermann Parzinger liegt in den Händen von Prof. Susanne Schröter. Die Ethnologin ist Mitglied des Exzellenzclusters und leitet hier das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam. Darüber hinaus ist sie geschäftsführende Direktorin des Instituts für Ethnologie und Vorstandsmitglied des Deutschen Orient-Instituts.

Informationen:
Katja Rieck, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“,

Tel.: 069/798-33214, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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