„Hirndoping“ aus Sicht der Sozialforschung Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 12. Dezember 2017 im Klingspor Museum

Pressemitteilung

6. Dezember 2017

FRANKFURT. Schöner, schlauer und mit Schwung: „Das Besserwerden“ ist in der Gesellschaft der Gegenwart zum Ziel vieler Bereiche des persönlichen Lebens geworden – von Erziehung, Karriere und Beziehungsführung bis zur Funktionsweise des Gehirns, der Gestalt des Körpers und den eigenen Gefühlen. Immer mehr Menschen scheinen zu meinen, nur noch mit Medikamenten Schritt halten zu können. Was das über unser Zusammenleben aussagt und auch für den Umgang mit uns selbst bedeutet, ist das Thema der mittlerweile zehnten „Goethe Lecture Offenbach“. Die Soziologin Greta Wagner spricht über

„Selbstoptimierung –
Praxis und Kritik der Einnahme leistungssteigernder Psychopharmaka“
am Dienstag, dem 12. Dezember 2017, um 19.00 Uhr
im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

In ihrem Vortrag zeichnet Greta Wagner die gesellschaftlichen Entwicklungen nach, durch die die Bedeutung von Selbstoptimierung gestiegen ist. Darauf aufbauend behandelt sie einen besonderen Fall der Selbstoptimierung, das so genannte Neuro-Enhancement, verstanden als der Versuch, kognitive Leistungen durch die Einnahme von Psychopharmaka zu optimieren, die zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizitsyndromen zugelassen sind. Diese Praxis wirft nicht nur gerechtigkeitsbezogene Fragen danach auf, ob der Konsum leistungssteigernder Medikamente die Fairness einer Gesellschaft gefährdet, sondern auch die individualethische Frage danach, ob wir uns selbst manipulieren und Schaden zufügen, wenn wir auf invasive Weise Selbstoptimierung betreiben.

Dr. Greta Wagner ist Postdoktorandin des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, wo sie ein Projekt mit dem Titel „Helfen in der Krise. Zur Normativität von Solidarität und Wohltätigkeit“ durchführt. Zu ihren Publikationen mit Bezug zum Vortragsthema gehören drei Bücher: die Monographie „Selbstoptimierung. Praxis und Kritik von Neuroenhancement“, „Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft“ (herausgegeben mit Sighard Neckel) und zuletzt „Burnout, Fatigue, Exhaustion. An Interdisciplinary Perspective on a Modern Affliction“ (als Co-Herausgeberin).

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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