Vortrag: Dekoloniale Perspektiven in der Entwicklungszusammenarbeit

Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 23. Oktober 2018 im Klingspor Museum

Pressemitteilung

FRANKFURT/OFFENBACH. Kinderrechte sind Menschenrechte. Und wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahr 1948 sieht sich auch das seit 1990 geltende Übereinkommen über die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen mit dem Vorwurf konfrontiert, westliche Sichtweisen und Wertvorstellungen als alleingültig vorauszusetzen. Wie sich dieses Spannungsfeld auch bei der Entwicklungszusammenarbeit zeigt und vielleicht lösen lässt, gehört zum Thema der kommenden „Goethe Lecture Offenbach“. Die Ethnologin Franziska Fay spricht über

„Kinderrechte und Kritik:
Dekoloniale Perspektiven auf ein Feld der Entwicklungszusammenarbeit“
am Dienstag, dem 23. Oktober 2018, um 19.00 Uhr
im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

Die UN-Kinderrechtskonvention hat sich seit ihrem Inkrafttreten zur Grundlage zahlreicher Interventionen im Bereich des Kinderschutzes entwickelt. Dieser normative Rahmen wird in den Empfängerländern von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit oft kritisch betrachtet, weil sein Ansatz als wertend und exklusiv gegenüber differierenden Moralvorstellungen und Richtlinien verstandenen wird. Wie wichtig es ist, lokale Kritiken von Programmen, die auf die Verbesserung von Lebensumständen in ‚nicht-westlichen‘ Gesellschaften abzielen, ernst zu nehmen, um dekoloniale Denkweisen auch im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit zu fördern, zeigt Franziska Fay am Beispiel von Kinderschutzprogrammen in Sansibar, Tansania.

Dr. Franziska Fay promovierte in Sozialanthropologie (Ethnologie) an der School of Oriental and African Studies (SOAS) in London. Zuvor studierte sie Ethnographische Forschungsmethoden, Afrikanische Sprachwissenschaften (Swahili), Erziehungswissenschaften und Kulturanthropologie an der SOAS, der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der State University of Zanzibar. Nach ihrer Promotionsforschung zu Kinderschutz und Körperstrafe in sansibarischen Qur’an- und Grundschulen arbeitet sie nun zu Reformbewegungen im islamischen Bildungswesen in Sansibar. Seit November 2017 ist sie Postdoktorandin am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normative Ordnungen“.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Die „Goethe Lectures Offenbach“ im Internet:
www.normativeorders.net/glo

Informationen:
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de

Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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Am 20. und 21. Juni fand am Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" die Konferenz "The History of Postmetaphysical Philosophy and the Future of Democracy" statt.
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