Making-of mit Hindernissen

Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität analysiert Filme über fragile Kinoproduktionen

Pressemitteilung
 
FRANKFURT. Eine spezifische Beschäftigung mit dem Film und seiner Erzählstruktur gehört von Anfang an zu den Forschungsinhalten des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität – verbunden mit sehr gut besuchten Kino- und Vortragsveranstaltungen. In seiner jüngsten Filmreihe nimmt der geistes- und sozialwissenschaftliche Verbund die Diagnose einer „Fragilität normativer Ordnungen“ zum Anlass, die Krisenhaftigkeit solcher Ordnung an dem Mikrokosmos derjenigen Akteure zu untersuchen, die an der Produktion von Filmen beteiligt sind.
 
Die öffentliche Reihe „Fragile Kooperationen: Produktionskrisen des Kinos“ umfasst vier Termine und startet am 30. April. Referentin zum Auftaktthema „Fragile Zeitlichkeiten“ ist Lisa Gotto, Professorin für Theorie des Films am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Nach einem einleitenden Vortrag ist jeweils die Vorführung eines Films (OmU) geplant; anschließend gibt es Gelegenheit zur Diskussion. Veranstaltungsort ist das Frankfurter Museum für Moderne Kunst.
 
Beispielhaft beleuchtet werden Kinofilme, die das Scheitern oder Misslingen solcher Produktionen in fiktionalen und dokumentarischen Formen zum Thema haben. Das Herstellen von Spielfilmen wird dabei als ein kooperatives Projekt mit erheblichem Konfliktpotential und höchst ungewissem Ausgang vergegenwärtigt. Was sich bei der Planung und Durchführung von Filmproduktionen ereignet, erweist sich als ein „theatrum mundi“ im Kleinen, in dem sich das dissonante Kräftespiel der großen Welt spiegelt. Erkundet wird, wie sich an der Krisenanfälligkeit kreativer Prozesse die Krisenanfälligkeit gesellschaftlicher Verhältnisse in ihrer Polarität von Integration und Desintegration manifestiert.
 
Die Reihe wird auswärtigen Gästen die Gelegenheit geben, jeweils am Beispiel eines dem Publikum vorgeführten Films aus philosophischer, ästhetischer und soziologischer Perspektive über die Brüchigkeit normativer Ordnungen zu reflektieren. Es handelt sich hierbei um ein in den vergangenen Jahren ebenso bewährtes wie erfolgreiches Format, das es erlaubt, im öffentlichen Rahmen an künstlerischen Beispielen über aktuelle gesellschaftliche Tendenzen zu diskutieren.
 
Organisiert wird die Reihe in diesem Sommersemester von den Clustermitgliedern Angela Keppler (Professorin für Mediensoziologie der Universität Mannheim), Christoph Menke (Professor für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Politische Philosophie und Rechtsphilosophie an der Goethe-Universität) und Martin Seel (Professor für Philosophie an der Goethe-Universität). Martin Seel, Pionier der Beschäftigung mit dem Film am Frankfurter Exzellenzcluster, gehört auch zu den Mitwirkenden der Reihe „Lecture & Film“, veranstaltet u.a. in Kooperation mit dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität zum Thema „Die Erfinderin der Formen. Das Kino von Chantal Akerman“. Hier spricht Seel am 27. Juni über „Die andere Seite des Kinos: Chantal Akermans ‚De l‘autre côté‘“. (www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/lecture-film)
 
Das Programm im Überblick:
 
Dienstag 30. April 2019, 19:00 Uhr
Fragile Zeitlichkeiten
Prof. Dr. Lisa Gotto (Universität Wien)
Geplantes Filmprogramm: Icíar Bollaín, „También la Illuvia“ („Und dann der Regen“), MEX/ESP/F 2010
 
Dienstag, 4. Juni 2019, 19:00 Uhr
Filme über Filme, die es nicht gibt: Das Un-Making-Of einer Don-Quixote-Verfilmung
Prof. em. Dr. Hans Jürgen Wulff (Kiel)
Geplantes Filmprogramm: Keith Fulton / Louis Pepe, „Lost in La Mancha“, USA 2002
 
Dienstag, 25. Juni 2019, 19:00 Uhr
Komik der Krise. Kooperation à la Hollywood
Prof. Dr. Christiane Voss (Bauhaus-Universität Weimar)
Geplantes Filmprogramm: Robert Altman, „The Player“, USA 1992
 
Dienstag, 9. Juli 2019, 19:00 Uhr
Nach Tabernas!
Prof. Dr. Diedrich Diederichsen (Akademie der bildenden Künste Wien)
Geplantes Filmprogramm: Rainer Werner Fassbinder, „Warnung vor einer heiligen Nutte“, D 1971
 
Alle Veranstaltungen finden statt im Museum MMK für moderne Kunst, Domstraße 10, 60311 Frankfurt am Main. Der Eintritt ist frei.
 
Details zum Programm:
www.normativeorders.net/kino
 
Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.normativeorders.net
 
Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


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In der Goethe-Universität finden mindestens bis Ende September 2020 keine Präsenzveranstaltungen statt. Das Veranstaltungsprogramm des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" wird ebenfalls bis auf Weiteres ausgesetzt.

29. Mai 2020, 18.30 Uhr

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