Pressemitteilungen

G7-Treffen: Wissenschaftler der Goethe-Universität und ihre Erwartungen. Spektrum reicht von Antibiotikaresistenzen bis zum Dialog mit Afrika

Pressemitteilung

3. Juni 2015

FRANKFURT. Am 7. und 8. Juni blickt die Welt nach Schloss Elmau – zum Gipfel der großen Sieben, dem informellen Gremium, das sich vom Wirtschaftstreffen zum Forum für weltpolitische Fragen entwickelt hat. Auf dem Programm der Regierungschefs aus den US, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland stehen neben den aktuellen Krisenherden, der Sicherheits- und Entwicklungspolitik auch Themen wie der Meeresumweltschutz, Antibiotika-Resistenzen, die Stärkung von Frauen bei Selbständigkeit und beruflicher Bildung sowie der Dialog mit Afrika. Was erwarten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität von diesem Gipfel, wo setzt ihre Kritik an?

Direkt im Anschluss an den G7-Gipfel findet am 8. und 9. Juni in Berlin die Tagung „200 Jahre Konferenzdiplomatie: Vom Weiner Kongress zu G7“ statt, die der Frankfurter Politikwissenschaftler Prof. Dr. Christopher Daase von der Goethe-Universität maßgeblich organisiert hat. Dort treffen sich Wissenschaftler und Praktiker aus Politik und Diplomatie. Ziel ist es, mögliche Lehren sowohl aus der Geschichte des Wiener Kongresses als auch den Erfahrungen der G6-, G7- und G8-Treffen für die Bewältigung gegenwärtiger Herausforderungen von Außen- und Sicherheitspolitik in einer multipolaren Welt zu diskutieren.

Im Folgenden einige Statements der Frankfurter Expertinnen und Experten:

Wasserressourcen, Prof. Dr. Petra Döll, Hydrologin

(E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. (069) 798 40219 oder (069)26010309 )

 „Wer die Wasserressourcen der Erde schützen will, muss auch das Klima schützen und die Treibhausgas-Emissionen minimieren. Mit hoher wissenschaftlicher Plausibilität führt der Klimawandel in vielen schon heute unter Wasserknappheit leidenden Gebieten zu einer Verringerung der Wasserressourcen, und intensiverer Starkregen gefährdet die Trinkwasserqualität nicht nur in Entwicklungsländern. Um die Ernährung weltweit zu sichern, ohne die Wasserressourcen zu gefährden, ist es sinnvoll, die Effizienz der Wassernutzung im Ackerbau zu steigern. Ein effizienter Wassereinsatz für die Ernährung bedeutet aber auch, den Konsum von Fleisch in den Industrieländern zu reduzieren, da die Produktion von Fleisch wasserintensiver ist als die von pflanzlicher Nahrung. Daher hoffe ich, dass die G7-Staaten Klimaschutzmaßnahmen verabreden, die die Erreichung des 2-Grad-Ziels tatsächlich ermöglichen, und dass sie ihre weltweite Führungsrolle bei der Erreichung eines nachhaltigen Lebensstils diskutieren.“

Frauenförderung, Prof. Dr. Helma Lutz, Genderforscherin

(E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. (069) 798 36615

„Die Bundesregierung will auf dem Gipfel eine Agenda zur Stärkung von Frauen bei Selbständigkeit und beruflicher Bildung verabschieden; diese orientiert sich an den von der Organisation UN WOMEN 2010 lancierten Maßnahmen zur Etablierung von gleichstellungsfreundlichen und geschlechtergerechten Maßstäben für Unternehmen und Gesellschaft. Als Genderforscherin sollte ich ein solches Programm nachdrücklich begrüßen – warum nur beschleicht mich das Gefühl, dass es hier einmal mehr um Lippenbekenntnisse geht? Die internationale Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) wurde 1979 verabschiedet. Obwohl die Zahl der Frauen, die einen Bildungsabschluss erlangt haben, sprunghaft gestiegen ist, arbeitet  die Mehrheit immer noch auf segregierten Arbeitsmärkten im Niedriglohnsektor, wird für gleiche Arbeit schlechter bezahlt (Gender-Pay Gap) und trägt die Hauptlast der Reproduktionsarbeit. Wo bleibt die Skandalisierung dieser Fakten? Warum steht weiterhin die Frage nach der Umverteilung bzw. Gleichverteilung von Reproduktions -, Sorge- und Betreuungsarbeit zwischen den Geschlechtern nicht auf der Agenda? In Elmau, so steht zu befürchten, bleibt es beim ‚business as usual‘.“

Antibiotikaresistenzen, Prof. Hans-Reinhard Brodt

(Sekretariat Anna Musella, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel.: (069) 6301 – 5452)

Der Schwerpunkt Infektiologie am Universitätsklinikum Frankfurt begrüßt die Bemühungen der Bundesregierung, die Erforschung von Antibiotikaresistenzen und wenig bekannten, zumeist tropischen Infektionskrankheiten weiter voranzutreiben – in der Hoffnung, daß auch an deutschen Universitäten das Fach Infektiologie zukünftig keine Rarität bleibt und die Ausbildung qualifizierter Infektiologen/innen wie auch von Tropenmediziner/innen dort ebenso wie die Impfstoff- und Antiinfektiva-Forschung neue Priorität genießen.

Weitgehend kostenneutrale Vorschläge des Schwerpunktes Infektiologie der Universitätsklinik Frankfurt:

- jeder Einsatz von Antiinfektiva in der Tiermast bzw. in der Veterinärmedizin wird mit einer Steuer belegt, über die verlässlich und aktuell diese Verwendung dokumentiert und reglementiert werden kann
- alle Verordnungen hoch wirksamer Antiinfektiva in Klinik und Praxis werden an speziell zu erwerbende Fähigkeiten, Aus- und Weiterbildungen der Ärzte gebunden
- Krankenhäuser,  große Praxen und mikrobiologische Institute werden verpflichtet, Umfang, Art, Anzahl und Ergebnisse der vorgenommenen Resistenztestungen zeitnah, z.B. halbjährlich zu veröffentlichen und zu vergleichen
- an allen Universitäten wird das Fach Infektionskrankheiten (Infektiologie) zur Lehre und Forschung  eingerichtet.

Internationale Ordnungspolitik, Prof. Dr. Christopher Daase, Politikwissenschaftler, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

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„Die G7 hat sich als eine zunächst wirtschaftspolitisch orientierte Diskussionsrunde zwischen sechs Staatschefs (G6) zu einer Gruppe von sieben westlichen Staaten entwickelt (G7), die in regelmäßigen Abständen zentrale Fragen internationaler Ordnungspolitik erörtert, zeitweise sogar mit Russland (G8). Dabei ist es der G7 gelungen, nicht nur auf neue sicherheitspolitische Herausforderungen (wie z.B. den internationalen Terrorismus) zu reagieren, sondern sich auch an Machtverschiebungen im internationalen System anzupassen und diesen Wandel mitzugestalten. Im Grunde ist die Geschichte der G6/7/8 eine Geschichte informellen Wandels, der sowohl durch die Erweiterung ihrer Mitgliederzahl als auch die Versuche gekennzeichnet ist, auf die wachsenden Ansprüche aufstrebender Mächte mit Dialog-Angeboten einzugehen. Nicht zuletzt wegen der Reform-Blockade in der UNO hat sich die G7 als zentrale, relativ informelle Institution der Weltpolitik etabliert, von der zwar keine handfesten Entscheidungen zu erwarten sind, aber doch Hinweise darauf, wie die führenden Mächte des Westens die aktuellen Krisen der Weltpolitik lösen wollen."

Entwicklungspolitik, Prof. Dr. Uta Ruppert, Politikwissenschaftlerin

(E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel. (069) 798 36648 oder mobil 0177 8665649)

„Entwicklungspolitik findet heute mehr denn je in einer multipolaren, transnationalen Welt statt, in der die G7 nur noch eines von mehreren Machtzentren darstellt. Neue Süd-Süd-Partnerschaften und auch einzelne Akteure wie China, Indien und Brasilien gewinnen in letzter Zeit enorm an Bedeutung. Als Entwicklungs- und Afrikaforscherin untersuche ich solche Entwicklungen – und zwar im Zusammenhang des vom Bundesforschungsministerium finanzierten Verbundprogrammes AFRASO (‚Afrikas Asiatische Optionen‘). Unsere bisherigen Ergebnisse belegen, dass politische Forderungen an die G7, wie sie von Nichtregierungsorganisationen wie Misereor erhoben werden, in die richtige Richtung weisen: Der Selbstanspruch der G7, in unserer globalisierten, transnationalisierten Welt eine besondere ‚Wertegemeinschaft‘ zu repräsentieren, erfordert vor dem Hintergrund anhaltender weltweiter Ungerechtigkeit vor allem klare Gerechtigkeitsziele zu definieren und konkrete politische Maßnahmen zu deren Umsetzung zu vereinbaren. Die G7 sind Hauptprofiteure der Globalisierung und gleichermaßen Hauptverursacher der Weltprobleme, die sie in Elmau zu lösen suchen. Bedrohungen des Weltklimas, inhumane Arbeitsbedingungen entlang der Produktions- und Lieferketten sämtlicher Handelsgüter, Fluchtkatastrophen oder Ernährungskrisen, gerade auch in Afrika, sind untrennbar mit der transnationalen kapitalistischen Lebens- und Arbeitsweise verbunden. Ich erwarte deutliche politische und finanzielle Antworten auf die großen Probleme der Weltentwicklung von dem G7-Gipfel.

Dialog mit Afrika, Prof. Dr. Jürgen Runge, Geowissenschaftler und Direktor des Zentrum für interdisziplinäre Afrikaforschung (ZIAF)

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„Das ZIAF, Kommunikations- und Kompetenzplattform für den gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Austausch über Afrika an der Goethe-Universität, hofft, dass die G7 afrikanische Staaten bei ihren Reformbestrebungen unterstützt und Grundlagen für Frieden und Sicherheit, Wachstum und nachhaltige Entwicklung gestärkt werden. Es wäre wünschenswert, dass der Dialog zu und mit Afrika einen Beitrag dazu leisten könnte, ein differenzierteres Bild von Afrika in der Welt zu vermitteln. Das ZIAF, das sich als ‚Think Tank‘ versteht und eng mit Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit und privatwirtschaftlichen Unternehmen in afrikanischen Ländern zusammenarbeitet,  würde es sehr begrüßen, wenn es mit der deutsche G7-Präsidentschaft gelänge, nachhaltige Synergien durch Expertenwissen und Regionalkompetenz zu etablieren. Der von G7 avisierte Dialog mit afrikanischen Partnern muss auf Augenhöhe stattfinden. Nur wenn alle Akteure gleichberechtigt partizipieren, sind die Ziele einer effizienten Entwicklungs- und Ressourcenpolitik und einer nachhaltigen Umweltpolitik erreichbar.“

Dialog mit Afrika, Prof. Dr. Frank Schulze-Engler, Co-Sprecher des BMBF-Verbundprojekts „Afrikas Asiatische Optionen“ (AFRASO)

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„In einer zunehmend globalisierten und multipolaren Welt haben G7-Gipfel zwangsläufig etwas Anachronistisches: Sie ragen aus dem 20. Jahrhundert in unsere Zeit, aber man darf bezweifeln, dass sie wirklich geeignet sind, die Probleme des 21. Jahrhunderts zu lösen. Afrika ist heute in vielfältige Interaktionen nicht nur mit Europa und Nordamerika, sondern auch mit China, Indien, Brasilien und zahlreichen weiteren Ländern Asiens und Lateinamerikas eingebunden – Interaktionen, denen das Frankfurter Großforschungsprojekt ‚Afrikas Asiatische Optionen‘ (AFRASO) im ökonomischen und politischen, aber auch im sozialen und kulturellen Bereich nachspürt. Wer einen effektiven Beitrag zur Bewältigung der Zukunftsprobleme Afrikas leisten möchte, wird gut daran tun, mehr als nur sieben Länder des Globalen Nordens an einen Tisch zu bringen.“

Proteste gegen G7-Gipfel, Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Politikwissenschaftlerin, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

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„Aller Voraussicht nach wird auch das G7-Treffen in Schloss Elmau massive zivilgesellschaftliche Proteste anziehen. Nach Jahren der Konfrontation auf solchen Gipfeln erscheinen diese wie eine gut einstudierte Choreographie. Die Ordnungskräfte rufen zu friedlichen Protesten auf, definieren Sicherheitszonen und -korridore und die Protestierenden beklagen die allgegenwärtige Repression und punkten mit phantasievollen Protestzügen und aufwändigen Formationen. Fast könnte man das Ganze für eine große Inszenierung halten, ein farbenfrohes, routiniertes Spektakel ohne große politische Substanz. Eine solche Einschätzung greift aber zu kurz, denn jenseits aller Professionalisierung und Inszenierung ist der Protest im Kern Ausdruck politischen Widerstands. Letztlich geht es nach wie vor um handfeste politische Auseinandersetzungen: Mit welchem Recht dürfen die G7 globale Regeln setzen? Wer definiert globale Probleme, wer die Lösungsoptionen, wer darf teilhaben an der Regelsetzung, und – nicht zuletzt – gibt es politische Alternativen zum gegenwärtigen kapitalistischen System? Wer solchen Protesten, wie dies jüngst immer öfter in Politik und Medien geschieht, die politischen Kompetenz abspricht (Stichwort TTIP), trägt letztlich mit dazu bei, dass sich die Protestierenden weiter von den politischen Institutionen entfremden.“

Überwachung ist (k)eine Kunst. Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 20. Juni im Frankfurter Kunstverein zum Auftakt der Paglen-Ausstellung „The Octopus“

Pressemitteilung

12. Juni 2015

FRANKFURT. Der Frankfurter Kunstverein hat mit dem US-amerikanischen Künstler Trevor Paglen eine umfassende Werkschau entwickelt. Sie heißt „The Octopus“ und beschäftigt sich vom 20. Juni bis zum 30. August 2015 mit Themen wie Überwachung und politische Einflussnahme. Kooperationspartner ist der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, der auch mit zentralen Beiträgen in dem umfangreichen Rahmenprogramm vertreten ist. Am Samstag, dem 20. Juni, veranstaltet der Exzellenzcluster um 20 Uhr im Kunstverein die Podiumsdiskussion „The Art of Surveillance“ („Die Kunst der Überwachung“). Der Eintritt hierzu ist frei.

Die vermeintliche „Notwendigkeit“ moderner Überwachungssysteme, die der Künstler Trevor Paglen in seinen Fotografien zeigt, wird mit der Verteidigung westlicher Werte begründet. Ein Grundpfeiler der Demokratie ist jedoch die Privatsphäre. Warum die schon heute schier grenzenlose Überwachung das Potenzial hat, den Rechtsstaat abzuschaffen, obwohl sie ihn doch schützen soll, ist ein zentrales Thema der Podiumsdiskussion. Teilnehmer sind Trevor Paglen und die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins Franziska Nori. Vom Exzellenzcluster kommen Klaus Günther, dessen Co-Sprecher und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht, sowie der Soziologe und Postdoktorand des Exzellenzclusters Valentin Rauer, der zum Zusammenhang von Sicherheitskultur und der Entwicklung ziviler Überwachungsdrohnen forscht. Die Moderation hat Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Clusters.

„Terror kann eine Nation nicht in ihren Grundfesten gefährden. Aber mit den Überwachungssystemen der Geheimdienste lässt sich im Handumdrehen ein totalitärer Staat erschaffen“, sagt Trevor Paglen, der mit seinen Fotografien Anlagen, Apparaturen und Aktivitäten, die eigentlich geheim bleiben sollen, öffentlich sichtbar macht: Abhörstationen, Überwachungsdrohnen, Spionagesatelliten und verdeckte Operationen. Der US-Amerikaner, der als „Grenzgänger zwischen Kunst und Politik“ gilt, will mit seinen Bildern nach eigener Aussage eine „neue Art des Sehens“ schaffen, um Überwachungssysteme wahrzunehmen und darüber zu diskutieren, ob wir sie wirklich wollen.

Vielleicht gelingt es ja der Kunst, breiten Widerstand gegen die Überwachung zu mobilisieren. Denn bis auf vereinzelte Aktionen im unmittelbaren Anschluss an den „NSA-Skandal“ blieben groß angelegte Proteste aus, und auch von einer Veränderung der Verhaltensweisen kann nicht die Rede sein: Facebook, Google & Co. werden, wie es scheint, so viel und so sorglos wie zuvor verwendet. Die Überwachung sei überall, man müsse nur den Blick trainieren, dann sehe man beispielsweise auch Drohnen, sagt Paglen, der auch diese ferngesteuerten Flugobjekte fotografiert hat. Drohen werden – was mittlerweile bekannt ist – als Waffen zu militärischen Zwecken eingesetzt. Sie finden aber auch bei der „zivilen“ Überwachung in immer größerem Maße Verwendung, was vielleicht nicht so bekannt ist.

Der Einsatz von Drohnen und Satelliten, das „Abfischen“ von E-Mails und anderem Datenverkehr verstößt, so betonen Kritiker, in vielen Fällen gegen das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“, also das Recht, selbst zu befinden, was mit den eigenen Daten geschieht. Im so genannten Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts heißt es: „Mit dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung wären eine Gesellschaftsordnung und eine diese ermöglichende Rechtsordnung nicht vereinbar, in der Bürger nicht mehr wissen können, wer was wann und bei welcher Gelegenheit über sie weiß.“

Die Ausstellung „Trevor Paglen: The Octopus“ ist ein Projekt des Frankfurter Kunstvereins. Sie findet im Rahmen der „RAY 2015 Fotografieprojekte Frankfurt Rhein/Main“ statt und ist zudem eine Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die Ausstellung und das Rahmenprogramm finden im Frankfurter Kunstverein statt: Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main.

Vorschau:
Am 22. Juli gibt es, ebenfalls im Rahmen des Kooperationsprojekts mit dem Frankfurter Kunstverein und am gleichen Ort, einen Vortrag von Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie. Der Titel lautet: „Die (Un)Sichtbarkeit der Macht“. Trevor Paglens Bilder machen geheime Orte der Macht sichtbar. Doch entgegen der Auffassung, dass damit auch die Ausübung von Macht sichtbar würde, müssen wir, so Forst, nach deren verborgener Wirkungsweise fragen.

Ein Hinweis an die Redaktionen – Pressevorbesichtigung am 18.6.2015:
Der Frankfurter Kunstverein veranstaltet am Donnerstag, dem 18. Juni, um 11 Uhr eine Pressevorbesichtigung der Ausstellung, zu der Sie auch im Namen des Exzellenzclusters herzlich eingeladen sind. Es sprechen: Franziska Nori (Direktorin Frankfurter Kunstverein), Trevor Paglen (Künstler), Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“) und Luminita Sabau (Sprecherin RAY Fotografieprojekte). Um Anmeldung wird gebeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Information:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/de/
Julia Wittwer, Leitung PR Frankfurter Kunstverein, Tel.: 069/219314-30, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.fkv.de;

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
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Internet: www.uni-frankfurt.de

Vortrag: Wer hat die Macht im Internet? Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 23. Juni im Klingspor-Museum

Pressemitteilung

18. Juni 2015

FRANKFURT/OFFENBACH. Beim Auftaktvortrag der „Goethe Lectures Offenbach“ sprach der Soziologie-Professor Sighard Neckel vor rund einem Monat über „Burnout. Das gesellschaftliche Leid mit der Erschöpfung“. Das zweite Thema der neuen Reihe, bei der der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit der Stadt Offenbach kooperiert, ist nicht minder aktuell. Nun geht es um das weltweite Datennetz, das in den Augen vieler Kritiker ein rechtsfreier Raum ist, der von den Interessen einiger weniger Großkonzerne dominiert wird. Ob das stimmt und wie es denn zu ändern wäre, analysiert der Rechtswissenschaftler Dr. Matthias C. Kettemann in seinem Vortrag „Wer hat die Macht im Internet?“ am Dienstag, dem 23. Juni, im Offenbacher Klingspor-Museum. Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt herzlich willkommen.

Der Vortrag wird sich zunächst mit dem Charakter der Macht im Internet beschäftigen. Die herrschenden Machttheorien sprechen von verschiedenen Gesichtern der Macht. Mit Max Weber können wir Macht als die Fähigkeit verstehen, „innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen“. In vielen sozialen Beziehungen im Internet gibt es allerdings kein Widerstreben. Niemand zwingt uns, eine bestimme Suchmaschine zu nutzen oder ein bestimmtes soziales Netzwerk zu besuchen, niemand zwang europäische Regierungen, mit den USA Vereinbarungen zum Datenaustausch einzugehen. Dennoch geschieht es. Und das ist eine Wirkung von Macht.

Sodann werden in dem Vortrag die ‚üblichen Verdächtigen‘ auf ihre Rolle als Herrscher über die Macht im Internet durchleuchtet: die Unternehmen – die Googles und Facebooks unserer Zeit – und die großen Staaten mit ihren Überwachungskapazitäten, wobei die USA, zumindest noch, eine Sonderrolle einnehmen. Der Vortrag zeigt aber auch auf, warum kein Akteur alleine machtvoll sein kann und kommt zu dem Schluss, dass bei den einzelnen Menschen viel an emanzipatorischer Macht verbleibt. Aber Macht ist, auch dies ein zentraler Schluss, natürlich nicht alles: Mit Pascal ist Macht ohne Recht tyrannisch, sodass jede Machtordnung des Internets von einer legitimierenden Rechtsordnung unterfüttert sein muss.

Der Prozess, in dem die normative Ordnung des Internets als Gegenmodell zu einer reinen Machtordnung entwickelt wird, ist für Kettemann die „Internet Governance“. Diese hat gewisse normative Ziele, die richtunggebend sind. Zentral dabei: Der Schutz der Integrität des Internets liegt im globalen öffentlichen Interesse, und nationale Internetpolitik wird mit Blick auf das öffentliche Interesse am Schutz des Internets determiniert.

Um das Demokratisierungs- und Emanzipationsversprechen des Internets einzulösen, bedarf es, so Kettemann, einer menschenrechtlich sensiblen Netzpolitik. Diese dürfe nicht dem Informationsindustriekomplex überlassen werden – aber auch nicht autoritären Staaten. Die Internet Governance brauche klare völkerrechtliche Grundlagen. Aber eine normative Ordnung des Internets könne nicht ohne einen sie tragenden Sozialvertrag Bestand haben. Diesen zu erarbeiten, zu diskutieren und umzusetzen sei unser aller Aufgabe – eine Aufgabe, der wir uns stellen müssten, um die Macht im Internet zu bändigen.

Matthias C. Kettemann ist Postdoktorand des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, wo er sich zur normativen Ordnung des Internets habilitiert. Kettemann hat für den Europarat und das Europäische Parlament geforscht und ist Co-Chair der Internet Rights & Principles Coalition. Zu seinen jüngsten Publikationen gehören: „The Future of Individuals in International Law“, „European Yearbook on Human Rights 2013“ (als Co-Herausgeber) und “Freedom of expression and the Internet” (zusammen mit Wolfgang Benedek).

Veranstalter des Vortragsabends und auch der Gesamtreihe sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits zwei erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion.

Dr. Matthias C. Kettemann, LL.M. (Harvard):
Wer hat die Macht im Internet?
Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“
Dienstag, 23. Juni, 19.00 Uhr
Klingspor-Museum Offenbach
Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft

Rainer Forst über die (Un)Sichtbarkeit der Macht. Vortrag am 22. Juli im Rahmen der Trevor Paglen-Ausstellung des Frankfurter Kunstvereins in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

17. Juli 2015

FRANKFURT. Noch bis Ende August zeigt der Frankfurter Kunstverein die schon jetzt viel beachtete Werkschau des US-amerikanischen Künstlers Trevor Paglen. Sie heißt „The Octopus“ und beschäftigt sich mit Themen wie Überwachung und politische Einflussnahme. Kooperationspartner ist der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, der auch mit zentralen Beiträgen in dem umfangreichen Rahmenprogramm vertreten ist. Am Mittwoch, dem 22. Juli, steht um 19 Uhr der Vortrag von Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters, auf dem Programm. Der Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität widmet sich dem Thema „Die (Un)Sichtbarkeit der Macht“. Der Eintritt hierzu ist frei.

Trevor Paglen fotografiert geheime Standorte der NSA und CIA, verborgene Militärbasen und Transportwege zu Geheimgefängnissen oder versteckte Abhörstationen und Flugbahnen geheimer Überwachungssatelliten und Drohnen. Am aktuellen Dokumentarfilm „Citizenfour“ der Regisseurin Laura Poitras über die Snowden-Affäre, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, war Paglen als Rechercheur und Kameramann beteiligt. In seinen konzeptuell miteinander verbundenen Fotografien, Videos, Büchern und überwachungskritischen Aktionen will Paglen Techniken und Strukturen von Politik und Macht sichtbar werden lassen. Der US-Amerikaner strebt mit seinen Bildern nach eigener Aussage eine „neue Art des Sehens“ an, um Überwachungssysteme wahrzunehmen und darüber zu diskutieren, ob wir sie wirklich wollen.

„Trevor Paglens Bilder machen geheime Orte der Macht sichtbar. Doch entgegen der Auffassung, dass damit auch die Ausübung von Macht sichtbar würde, müssen wir nach deren verborgener Wirkungsweise fragen“, betont Rainer Forst. Denn der wahre Stoff der Macht – so wird der politische Philosoph auch in seinem Vortrag erläutern – seien nicht materielle Ressourcen, wie häufig angenommen werde, sondern etwas Immaterielles: „Die Rechtfertigungen und Überzeugungen, die uns dazu bringen, Dinge zu denken und zu tun, die wir anders – ohne die Einwirkung anderer – nicht getan hätten.“ Wer über den Raum sozialer Rechtfertigungen bestimme und ihn nutzen könne, sei im Besitz der Macht. Deshalb sei der Kampf um Definitionen, Interpretationen und auch Bilder der eigentliche Kampf um Macht.

Rainer Forst wurde im Jahr 2012 mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG ausgezeichnet und 2014 in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Theorien der Gerechtigkeit, Toleranz und Demokratie. Zu seinen Publikationen gehören „Kontexte der Gerechtigkeit“, „Toleranz im Konflikt“, „Das Recht auf Rechtfertigung“, "Kritik der Rechtfertigungsverhältnisse" sowie „Normativität und Macht“ (im Erscheinen); alle Suhrkamp.

Die Ausstellung „Trevor Paglen: The Octopus“ ist ein Projekt des Frankfurter Kunstvereins. Sie findet im Rahmen der „RAY 2015 Fotografieprojekte Frankfurt Rhein/Main“ statt und ist zudem eine Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die Ausstellung und das Rahmenprogramm finden im Frankfurter Kunstverein statt: Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, 60311 Frankfurt am Main.

Information:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/de/
Julia Wittwer, Leitung PR Frankfurter Kunstverein, Tel.: 069/219314-30, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.fkv.de;


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
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„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“. Wissenschaftlich-künstlerisches Projekt des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom 11. September bis 11. Oktober im Frankfurter Museum Angewandte Kunst

Pressemitteilung

2. September 2015

FRANKFURT AM MAIN. Videokunst trifft Wissenschaft. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität stellt sein jüngstes wissenschaftlich-künstlerisches Projekt unter das Motto „Sense of Doubt. Wider das Vergessen“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Erzählungen über die Vergangenheit die Gegenwart beeinflussen, und warum Zweifel an der Version der Mächtigen neue Möglichkeiten für die Zukunft eröffnen können.

Schauplatz von „Sense of Doubt“ ist vom 11. September bis zum 11. Oktober das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Dort präsentiert sich das Projekt in einer Kombination von bewegtem Bild mit der Videokunstausstellung „memórias inapagáveis“ („unauslöschliche Erinnerungen“), realisiert in einer temporären Containerlandschaft im Museumsgarten, und einem dichten Programm aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Führungen mit Angehörigen des Exzellenzclusters.

„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ ist ein Kooperationsprojekt im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes. Im Metzlerpark des Museum Angewandte Kunst werden insgesamt 18 Video-Arbeiten gezeigt, manche dauern nur wenige Minuten, die längste rund eine Stunde. Sie stammen aus der Sammlung Associação Cultural Videobrasil in São Paulo, einer führenden Einrichtung zur Vermittlung zeitgenössischer Kunst und zugleich einem der weltweit wichtigsten Archive für internationale Videokunstwerke. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Welt des so genannten Globalen Südens, Lateinamerika, Afrika, Osteuropa, Asien und dem Mittleren Osten.

Das Frankfurter Ausstellungsprojekt greift auf eine Auswahl des renommierten spanischen Kurators Agustín Pérez Rubio zurück. Dazu zählen Filme über fernere Vergangenheiten wie den Sklavenhandel zwischen Afrika und Brasilien, jüngere wie den Militärputsch in Chile, den Kampf von Ureinwohnern im brasilianischen Amazonasgebiet gegen den Ölkonzern Elf Aquitaine, das Massaker auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ in Peking oder die historischen Kämpfe gegen die Apartheid in Südafrika. Aber auch aktuellere Geschehnisse wie der Bürgerkrieg im Libanon, das Gefangenenlager auf Guantanamo, die Terroranschläge vom 11. September 2001 oder die weltweiten Migrationsbewegungen werden thematisiert.

Die Videos zeigen Formen der Unterdrückung und des Widerstandes, die den geopolitischen Süden teilweise schon seit Jahrhunderten prägen und versuchen, die Erinnerungen an Konflikte, Verfolgung und Gewalt vor dem Vergessen zu bewahren. Dabei haben die Videoarbeiten nicht nur künstlerischen Charakter oder rein dokumentarische Funktion; sie nehmen zugleich teil an den Deutungskämpfen über diese Ereignisse, vor allem gegenüber den „Meisterzählungen“ der Herrschenden oder der Welt des Nordens.

Das Ausstellungsprojekt „Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ des Frankfurter Exzellenzclusters bringt Geistes-, Sozial- und Rechtswissenschaften in einen Dialog mit den audiovisuellen Kunstwerken. Dieser Dialog erscheint umso vielversprechender, da normative Ordnungen, das Kerninteresse des Clusters, eben nur zum Teil als explizite Normensysteme existieren. Sie sind zugleich eingebettet in Erzählungen, Rituale oder Bilder, die als Rechtfertigungsnarrative herrschende Ordnungen verteidigen und als gerechtfertigt erscheinen lassen. An solchen Rechtfertigungsnarrativen hat auch die Kunst als eine öffentlich wirkende Institution teil. Ihre „Narrative“ können wiederum neue Perspektiven auf scheinbare Gewissheiten eröffnen.

In den rund 35 Vorträgen, Podiumsdiskussionen und weiteren Veranstaltungen geht es – inspiriert durch grundlegende Themenstellungen der Videos – beispielsweise um die Stellung der indigenen Bevölkerung in Brasilien, verschiedene Formen des Widerstands, den Gegenwartsbezug des Erinnerns und die Rolle des Rechts und staatlicher Grenzziehungen in der jüngeren Migrationsgeschichte. Flankierend zum Ausstellungsprojekt erscheint ein umfangreicher Katalog mit Informationen zu den gezeigten Videos und kurzen Essays, in denen sich Mitglieder des Frankfurter Forschungsverbundes aus der Sicht ihrer Disziplin mit einzelnen Videos auseinandersetzen.

Der Eintritt zu allen Programmpunkten und auch den Videos ist frei. Als öffentliche Auftaktveranstaltung findet am Freitag, 11. September, um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion im Foyer des Museums statt.

„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ ist ein Projekt des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ gemeinsam mit Sesc São Paulo, Associação Cultural Videobrasil, dem Museum Angewandte Kunst und Dr. Paula Macedo Weiß Kulturproduktion, im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes. Weitere Kooperationspartner sind das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, die Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, die Städelschule Frankfurt am Main und das Goethe-Institut São Paulo. Das Projekt wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Ein Hinweis an die Redaktionen – Pressekonferenz am 8. September 2015:

Wir möchten noch einmal auf unsere Pressekonferenz hinweisen, zu der Sie am Dienstag, 8. September, um 11.30 Uhr herzlich in das Museum Angewandte Kunst eingeladen sind (Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main). Diese Pressekonferenz ist zugleich eine erste Vorschau auf die B3 Biennale des bewegten Bildes. Als Gesprächspartner stehen Ihnen unter anderem zur Verfügung: Matthias Wagner K (Direktor des Museum Angewandte Kunst), Prof. Bernd Kracke (Künstlerischer Leiter der B3 Biennale), Prof. Dr. Klaus Günther (Co-Sprecher des Exzellenzclusters und Kurator von „Sense of Doubt“), Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin des Exzellenzclusters und Kuratorin von „Sense of Doubt“).

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und danken für Ihre Anmeldung per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Programm: www.normativeorders.net/senseofdoubt

Kontakt: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/de/ Dorothee Maas, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Museum Angewandte Kunst, Tel.: 069/212-32828, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.museumangewandtekunst.de

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Interdisziplinäre Tagung zum Klimawandel Naturwissenschaftler und Philosophen treffen sich am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität

Pressemitteilung

28. September 2015

FRANKFURT. „The Moral Challenge of Dangerous Climate Change“ – die jüngste Studie von Darrel Moellendorf, Professor für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität, trägt es schon im Titel: Der Klimawandel ist nicht nur ein Thema für Naturwissenschaften und Technik, auch geisteswissenschaftliche, zumal philosophische Überlegungen sind gefragt – insbesondere bei den „moralischen Herausforderungen des gefährlichen Klimawandels“. Um das Gespräch zwischen den Wissenschaften zu fördern, veranstaltet Moellendorf am 1. und 2. Oktober die internationale und vor allem auch interdisziplinäre Konferenz „Overshooting 2° C: Moral and Policy Considerations“.

Es erscheint durchaus möglich, dass über das Zwei-Grad-Ziel „hinausgeschossen“ wird. Zwar haben sich die Staaten auf dem Weltklimagipfel des Jahres 2010 darauf geeinigt, dass die Erderwärmung höchstens auf zwei Grad Celsius steigen solle. Doch der Trend zur weiteren Erwärmung scheint ungebrochen. Laut aktuellen Schätzungen wäre die Zwei-Grad-Erwärmung nach dem Ausstoß von insgesamt einer Billion Tonnen CO2 erreicht. Vom Beginn der Industrialisierung bis heute sind etwa 585 Millionen Tonnen in die Atmosphäre gelangt. Bei der gegenwärtigen Emissionsrate würde die billionste Tonne in den ersten Monaten des Jahres 2039 ausgestoßen werden.

Bislang, so Darrel Moellendorf, habe der Prozess multilateraler internationaler Verhandlungen – häufig nach dem Prinzip „pledge and review“, das auf freiwilligen Zusagen beruht – keine hinreichenden Erfolge gezeitigt. Nun richten sich alle Augen auf den kommenden Klimagipfel, der Ende November in Paris beginnen wird. Dort soll ein Nachfolgevertrag für das Kyotoprotokoll von 1997 ausgehandelt werden. Der Pariser Gipfel hat den Anspruch, einen umfassenden Plan zur Schadensminimierung zu verabschieden, der 2020 in Kraft treten soll. Beobachter betonen die eminente Wichtigkeit des Pariser Treffens mit seinen, wenn’s gut geht, entscheidenden Weichenstellungen.

Auf der Frankfurter Konferenz geht Darrel Moellendorf in seinem Tagungsbeitrag der grundsätzlichen Frage nach, ob der gefährliche Klimawandel denn überhaupt noch abgewendet werden könne („Can Dangerous Climate Change Be Avoided?”). Insgesamt stehen 14 Vorträge von ebenso vielen Teilnehmern auf dem Programm. Besprochen werden beispielsweise die Möglichkeiten der so genannten „Mitigation”, der Entwicklung neuer Technologien, Verfahren und Strategien, mit denen eine deutliche Minderung des Ausstoßes klimarelevanter Gase erreicht werden kann. Auch „Adaption“, also die Anpassung an jetzt schon unvermeidbare Folgen des Klimawandels ist ein Thema. Hinzu kommt die Erörterung des Geo- oder Climate-Engineering. Damit verbunden sind großräumige Eingriffe in die chemischen und biochemischen Kreisläufe der Erde, um sie künstlich abzukühlen.

Und nicht zuletzt geht es um den Zusammenhang zwischen Klimawandel und globaler Gerechtigkeit: Welche Ansprüche haben die ohnehin ärmeren Länder, die unter einer ungebremsten Erderwärmung am meisten leiden würden? Nach Ansicht Darrel Moellendorfs dürfe sich eine globale Klimapolitik nicht darauf beschränken, allein den Klimawandel begrenzen zu wollen; sie müsse zugleich die Bekämpfung der Armut im Blick behalten.

Neben Moellendorf kommen noch vier andere Teilnehmer aus Frankfurt, unter ihnen Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Wissenschaftlicher Koordinator des Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F), einer gemeinsamen Einrichtung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Goethe-Universität. Weitere Experten reisen aus den USA, Australien und England an.

Veranstaltungsort der zweitägigen Konferenz ist das Gebäude „Normative Ordnungen“ des Exzellenzclusters (Raum EG.01) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität. Die Konferenzsprache ist Englisch. Interessierte sind herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/alleveranstaltungen/3972-1-2-oktober-2015

Information und Anmeldung:
Professur für Internationale Politische Theorie, Sekretariat, Ellen Nieß, Exzellenzcluster Normative Orders, Campus Westend, Tel. (069) 798-31521, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.uni-frankfurt.de

Videokunst mit Wissenschaft während der B3 Biennale. Das "Sense of Doubt"-Projekt des Frankfurter Exzellenzclusters präsentiert sich noch bis zum 11. Oktober mit bewegten Bildern und wissenschaftlichen Veranstaltungen

Pressemitteilung

2. Oktober 2015

FRANKFURT. Der „Zweifels-Sinn“ geht auf die Zielgerade. Das wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität läuft noch bis zum 11. Oktober. So lange werden im Metzler-Park des Museum Angewandte Kunst auch noch die 18 Videoarbeiten gezeigt. Zu den kommenden öffentlichen Veranstaltungen des Projekts gehört unter dem Titel „Journeys“ eine Podiumsdiskussion zur Rolle des Rechts und staatlicher Grenzziehungen in der jüngeren Migrationsgeschichte mit Bezug auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik. Vom 7. bis zum 11. Oktober ist „Sense of Doubt“ zudem Bestandteil des offiziellen Festivalprogramms der B3 Biennale des bewegten Bildes, die zum zweiten Mal in Frankfurt und Umgebung stattfindet, und zu der 200 Künstler, Filmemacher, Designer, Internetspezialisten, Softwareexperten und Wissenschaftler aus aller Welt erwartet werden.

Die im Rahmen von „Sense of Doubt“ gezeigten Videos stammen aus der Sammlung Associacao Cultural Videobrasil in Sao Paulo. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Welt des so genannten Globalen Südens, Lateinamerika, Afrika, Osteuropa, Asien und dem Mittleren Osten. Bei den audiovisuellen Kunstwerken im Museumspark greift das Projekt auf die Auswahl „memo?rias inapaga?veis“ („unauslöschliche Erinnerungen“) des spanischen Kurators Agustín Pérez Rubio zurück. Hierzu zählen Filme über fernere Vergangenheiten wie den Sklavenhandel zwischen Afrika und Brasilien und jüngere wie den Kampf von Ureinwohnern im Amazonasgebiet gegen einen Ölkonzern oder das Massaker auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“. Aber auch aktuellere Geschehnisse werden thematisiert – darunter die Terroranschläge vom 11. September 2001 und die weltweiten Migrationsbewegungen.

Die Videos haben Formen der Unterdrückung und des Widerstandes zum Inhalt, die den geopolitischen Süden teilweise schon seit Jahrhunderten prägen. Sie versuchen, die Erinnerungen an Konflikte, Verfolgung und Gewalt vor dem Vergessen zu bewahren. Dabei nehmen die Videoarbeiten teil an den Deutungskämpfen über diese Ereignisse, vor allem gegenüber den „Meisterzählungen“ der Herrschenden. Um diesen Erzählungen der Macht entgegenzutreten, braucht es einen ausgeprägten Sinn zum Zweifeln. Das wissenschaftlich-künstlerische Projekt will ihn wecken und schärfen. Auch im Dialog mit dem Publikum probieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Exzellenzclusters ihren „Sense of Doubt“ aus.

Flankierend zum Ausstellungsprojekt ist ein umfangreicher Katalog erschienen. Er enthält einführende Texte, Informationen zu den Videos und kurze Essays, in denen sich Mitglieder des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes aus der Sicht ihrer Disziplin mit einzelnen Videos auseinandersetzen. Der Katalog ist während der Ausstellungszeit und am Ausstellungsort kostenlos erhältlich. Auch der Video-Parcours und die öffentlichen Veranstaltungen, die grundlegende Themen der Videos aufnehmen und weiterführen, können bei freiem Eintritt besucht werden.

Die nächsten Vortrags- und Diskussionstermine (jeweils im Vortragssaal des Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 15, 60594 Frankfurt am Main):

7. Oktober 2015, 17 Uhr
Vortrag: Kunst – Experiment – Leben
Prof. Dr. Christoph Menke (Professor für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Rechtsphilosophie und Politische Philosophie an der Goethe-Universität)

8. Oktober 2015, 18.30 Uhr
Podiumsdiskussion: Journeys
Prof. Dr. Günter Frankenberg (Professor für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung an der Goethe-Universität), Prof. Dr. Jens Steffek (Professor für Transnationales Regieren an der Technischen Universität Darmstadt) und Mitarbeitende von Pro Asyl

8. Oktober 2015, 20 Uhr
Podiumsdiskussion: Schwarz ist die Farbe. Ein Dialog über Sklaverei und Kunst
Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität) und Prof. Dr. Juliane Rebentisch (Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main)

9. Oktober 2015, 16 Uhr
Podiumsdiskussion: Imaginative Dokumentationen struktureller Gewalt
Dr. Anja Peltzer (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universität Mannheim) und Jochen Schuff (Institut für Philosophie, Goethe-Universität)

„Sense of Doubt. Wider das Vergessen“ ist ein Projekt des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ gemeinsam mit Sesc Sao Paulo, Associacao Cultural Videobrasil, dem Museum Angewandte Kunst und Dr. Paula Macedo Weiß Kulturproduktion, im Rahmen der B3 Biennale des bewegten Bildes. Weitere Kooperationspartner sind das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, die Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, die Städelschule Frankfurt am Main und das Goethe-Institut Sao Paulo. Das Projekt wird gefördert durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Programm: www.normativeorders.net/senseofdoubt

Kontakt:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/de/
Dorothee Maas, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Museum Angewandte Kunst, Tel.: 069/212-32828, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.museumangewandtekunst.de


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
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Reihe beleuchtet Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften. Die aktuelle Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 28. Oktober 2015

Pressemitteilung

20. Oktober 2015

FRANKFURT AM MAIN. In der aktuellen Flüchtlingsdebatte geht es zunehmend auch um die Frage, wie eine steigende Zahl von Menschen verschiedener kultureller Herkunft und Weltanschauung erfolgreich integriert werden kann. Hier gilt es, Vielfalt zu gestalten, Werte gegeneinander abzuwägen und Grenzen rechtlicher und religiöser Toleranz zu definieren. Wie das – grundsätzlich gesehen und an Fallbeispielen betrachtet – gelingen könnte, ist Thema der Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in diesem Wintersemester. Die Reihe mit Vorträgen in deutscher und englischer Sprache beginnt am 28. Oktober und heißt „Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften“, „Norm Conflicts in Pluralistic Societies”.

Kulturelle Diversität ist ebenso ein Merkmal moderner pluralistischer Gesellschaften wie Differenzen in Bezug auf Lebensstile, sexuelle Orientierungen und weltanschauliche Bekenntnisse. Die Frage lautet nicht mehr, ob Homogenisierung oder Heterogenisierung erwünscht sei, sondern wie Pluralität gestaltet und Normenkonflikte verhandelt werden können. In den Sozial- und Geisteswissenschaften werden die möglichen Effekte gesellschaftlicher Pluralisierung, von Entsolidarisierung über Hybridisierung bis zu neuen Formen der Vergemeinschaftung, ebenso kontrovers diskutiert wie probate Lösungsansätze, beispielsweise Toleranz, Anerkennung und Verständigung auf gemeinsame Werte.

Auseinandersetzungen werden gegenwärtig vor allem um religiöse und Gendernormen geführt (u.a. Kopftuchdebatte, Karikaturenstreit), um Inklusionen und Exklusionen zu rechtfertigen und kollektive Identitäten zu konstruieren. Grundsätzlich stellt sich die Frage nach den Rechtfertigungsnarrativen für bestimmte Normen bzw. nach konfligierenden Referenzrahmen (Menschenrechte vs. kulturelle Rechte, Abwägung unterschiedlicher Rechtsgüter), in denen Normen legitimiert oder delegitimiert werden.

Im Rahmen der Ringvorlesung sollen neue theoretische und empirische Befunde zu Normenkonflikten in pluralistischen Gesellschaften vorgestellt und debattiert werden – auch im Hinblick auf ihr Potential, Normenwandel und neue Formen der Integration von Differenzen voranzutreiben. Zu den insgesamt sieben Vortragenden gehören Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Dezernentin für Integration der Stadt Frankfurt am Main, und Prof. Rudolf Steinberg, Rechtswissenschaftler und ehemaliger Präsident der Goethe-Universität. Organisiert wird die Reihe von einem Team um Prof. Susanne Schröter. Die Ethnologin ist Mitglied des Exzellenzclusters und leitet das Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster.

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Alle Vorträge finden im Hörsaalzentrum (Raum HZ 10) auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt. Beginn ist jeweils um 18.15 Uhr. Die Termine im Überblick:

28. Oktober 2015
Prof. Dr. Alison Dundes Renteln (University of Southern California)
Recognizing the Human Right to a Name and the Implications for Giving and Changing Personal Names

11. November 2015
Prof. em. Dr. Rudolf Steinberg (Goethe-Universität Frankfurt am Main)
Toleranz und religiöse Pluralität am Beispiel von Kopftuch und Burka

25. November 2015
Dr. Nargess Eskandari-Grünberg (Dezernat XI - Integration, Frankfurt am Main)
Chancen und Herausforderungen einer diversen Gesellschaft

2. Dezember 2015
Prof. Dr. Olivier Roy (European University, Florence)
When and Why does a Religious Norm Become Unacceptable in the Public Space?

16. Dezember 2015
Prof. Dr. Marie-Claire Foblets (Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale))
Accommodating Islam within the framework of Western Legal Thinking. An Impossible Mission?

20. Januar 2016
Prof. Dr. Kabir Tambar (Stanford University, California)
Brotherhood in Dispossession: State Violence and the Minority Question in Turkey

3. Februar 2016
Prof. Dr. Yüksel Sezgin (Syracuse University New York)
Democratizing “Shari’a”: How Liberal Democracies Apply and Regulate Muslim Family Laws

Information: Oliver Bertrand (FFGI), Sekretariat von Prof. Dr. Susanne Schröter, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. (069)798-33062, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,  www.normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/ringvorlesungen

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
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Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
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Vortrag zur Schrift-Entstehung in Ägypten und Mesopotamien. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 12. Oktober im Klingspor-Museum

Pressemitteilung

7. Oktober 2015

FRANKFURT AM MAIN/OFFENBACH. Nach ihrem gelungenen Auftakt im vergangenen Sommersemester werden die „Goethe Lectures Offenbach“ nun fortgesetzt. Im kommenden Vortrag der Reihe, bei der der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit der Stadt Offenbach kooperiert, geht es um die „Schrift-Entstehung in Ägypten und Mesopotamien“. Referentin am Montag, dem 12. Oktober, um 19.00 Uhr im Offenbacher Klingspor-Museum ist Annette Imhausen, Professorin für Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Der Eintritt ist frei.

Ungefähr gleichzeitig, wahrscheinlich aber unabhängig voneinander, entwickelte sich die Schrift in Ägypten und Mesopotamien. Ein Grund für die Entstehung von Schrift war in beiden Kulturen das Bedürfnis, numerische Daten festzuhalten. In der Folge verwendeten beide Kulturen die Schrift sowohl im Alltag als auch in monumentalen Inschriften, die für die Ewigkeit bestimmt waren. Obwohl es oberflächlich eine Reihe von Übereinstimmungen der Ausprägung und Verwendung von Schrift in Ägypten und Mesopotamien gibt, lassen sich bei etwas genauerer Betrachtung jedoch ebenso eine Reihe von signifikanten Unterschieden herausarbeiten, die Rückschlüsse über die jeweiligen Kulturen und ihr Weltbild geben können.

Während die Schrift, zusammen mit der Entwicklung numerischer Techniken, damals einen Grundbaustein des Erfolges beider Kulturen darstellte, ist sie heute unser bester Zugang zur Erforschung dieser Kulturen und regt so auch zum Nachdenken über den Umgang mit verschriftlichtem Wissen in unserer Zeit an. Der Vortrag zeichnet den Entstehungsprozess der Schrift in beiden Kulturen und seine Motivation(en) nach und erläutert die Folgen, die sich aus der Wahl der Schriftträger und der auf ihnen festgehaltenen Schriftzeichen ergeben sollten.

Annette Imhausen studierte Mathematik, Chemie, Ägyptologie und Altorientalistik. Nach der Promotion in Geschichte der Mathematik im Jahr 2000 folgten Forschungsaufenthalte in Cambridge, Mass. (Dibner Institute for the History of Science and Technology, MIT) und Cambridge, England (Trinity Hall College und Department of History and Philosophy of Science). Nach einer Juniorprofessur für Geschichte der Mathematik an der Gutenberg Universität, Mainz, ist sie seit 2009 Professorin für Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt am Historischen Seminar der Goethe Universität Frankfurt am Main.

Sie ist Mitglied des Exzellenzclusters „Herausbildung normativer Ordnungen“ und des Sonderforschungsbereichs „Ressourcenregime und Schwächediskurse“ (jeweils an der Goethe-Universität). Ihre Forschungsinteressen sind die Geschichte der vorgriechischen Wissenschaften, insbesondere der mathematischen Wissenschaften in Ägypten und Mesopotamien (Kontext und Techniken altägyptischer mathematischer Texte, Transmission von Wissen in hellenistischer Zeit, Historiographie vorgriechischer Mathematik). Am Exzellenzcluster leitet sie das Forschungsprojekt „Die Normativität formaler Ordnungen und Prozeduren in der Antike – Mathematische und rechtliche Regelsysteme im Vergleich“.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor-Museum und auch der Gesamtreihe sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch wieder die Möglichkeit zur Diskussion.

Prof. Dr. Annette Imhausen:
Schrift-Entstehung in Ägypten und Mesopotamien Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“ Montag, 12. Oktober 2015, 19.00 Uhr Klingspor-Museum Offenbach Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main

Vorschau:
26. November 2015, 19.00 Uhr
Dr. Manuel Wörsdörfer
(Wirtschaftswissenschaftler und Postdoktorand am Exzellenzcluster) Banken und Menschenrechte – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Wer kennt Indonesien? Veranstaltungen und Informationsangebote der Goethe-Universität zum diesjährigen Ehrengast der Buchmesse

Pressemitteilung

14. Oktober 2015

FRANKFURT AM MAIN. Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse (14.-18. Oktober) ist das asiatische Land Indonesien. Wer sich fachwissenschaftlich mit dem größten muslimischen Land der Welt beschäftigen möchte, vielleicht aber auch aus privatem Interesse auf der Suche nach geeigneter Literatur ist, findet in der aktuellen „Literaturvitrine“ der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg jede Menge Vertiefungsmöglichkeiten. Dieses virtuelle Informationsangebot wird zu aktuellen Themen zusammengestellt. Die letzten „Literaturvitrinen“ waren unter anderem dem jüngst verstorbenen Dichter Henning Mankell, dem 25jährigen Jubiläum der Deutschen Einheit und der frischgebackenen Literaturnobelpreisträgerin Svetlana Aleksievic gewidmet. (http://www.ub.uni-frankfurt.de)

Die Universitätsbibliothek der Goethe-Universität widmet auch einen Vortrag auf ihrem Buchmessen-Stand dem Gastland Indonesien. Am Donnerstag wird Referent Holger Warnk in seinem Vortrag über „Orang Utans, Amok und Kopfjäger“ über die Indonesien-Bestände der Universitätsbibliothek sprechen. Die Bibliothek besitzt umfangreiche Sammlungen zur Malaiischen Welt und zu Indonesien im Besonderen. Die Bibliothek der Deutschen Kolonialgesellschaft sammelte intensiv zur damaligen Kolonie Niederländisch-Indien, auch die Handschriftenabteilung weist seltene Bestände auf. In der Teilbibliothek der Südostasienwissenschaften sind ebenfalls einzigartige Bestände vorhanden, die zu einem erheblichen Teil aus Indonesien selbst stammen. Der Vortrag wird einige Schätze aus diesen Sammlungen vorstellen.
15. Oktober 2015, 14:30 Uhr, am Stand der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Halle 4.2., Stand N74. (Englischsprachiger Vortrag zum Thema am Freitag, 16.10., um 11 Uhr).

Eine vom Exzellenzcluster Normative Orders veranstaltete Podiumsdiskussion auf dem Campus Westend wird sich mit der Provinz Aceh im Nordosten Indonesiens beschäftigen, die im Jahre 2004 besonders stark vom Tsunami im Indischen Ozean getroffen wurde. Versucht werden soll, die Entwicklungen des Friedensprozesses in den vergangenen zehn Jahren in Bezug auf die islamische Rechtsordnung der Provinz, Geschlechterverhältnisse, Menschenrechte und lokale politische Dynamiken nachzuzeichnen. Es diskutieren die indonesische mehrfach preisgekrönte freie Schriftstellerin und Journalistin Linda Christanty, der aus Aceh stammende Menschenrechtsaktivist und freie Autor Azhari Aiyub, der US-amerikanische Ethnologe Prof. Dr. James T. Siegel  und Dr. Gunnar Stange. Die Diskussion wird von der Ethnologin Prof. Dr. Susanne Schröter moderiert.

15. Oktober 2015, 18.15 bis 19.45 Uhr, Campus Westend, Gebäude "Normative Ordnungen", EG 02, Max-Horkheimer-Str. 2.

Vorträge und Filme zum „Universum von Agnès Varda“. Die neue Vorlesungsreihe zum Thema Kino des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 29. Oktober

Pressemitteilung

27. Oktober 2015

FRANKFURT AM MAIN. Im Fokus der jüngsten Vorlesungsreihe zum Thema Kino des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ steht mit Agnès Varda eine Schlüsselfigur des modernen Kinos, die sich erfindungsreich zwischen den Genres und Formaten bewegt und mit ihren Spiel- und Dokumentarfilmen sowie Kunstinstallationen immer wieder in die großen politischen Debatten ihrer Zeit eingreift – vom Vietnamkrieg über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung bis zum Problem der Obdachlosigkeit. In der Film & Lecture-Reihe mit dem Titel „Selbstporträts von anderen: Das Universum von Agnès Varda“, die am 28. Oktober im Deutschen Filmmuseum startet, entwerfen internationale Expertinnen und Experten während zwei Semestern eine Kartographie dieses vielschichtigen Werks.

Neben den Vorträgen gehören Filmvorführungen zum Programm. Abschließend besteht jeweils die Möglichkeit zur Diskussion. Veranstaltet wird die Reihe vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ gemeinsam mit dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität, das auch maßgeblich für die Konzeption dieser Reihe verantwortlich zeichnet, sowie dem Kino im deutschen Filmmuseum.

„Es ist, als würde ich Dein Selbst-Porträt filmen“, sagt Agnès Varda zu Jane Birkin in „Jane B. par Agnès V.“ von 1988. Varda, geboren 1928 in Brüssel, Gründerfigur der „Nouvelle Vague“, Spielfilmregisseurin, Dokumentaristin, Installationskünstlerin und Filmtheoretikerin, ist eine der großen Künstlerpersönlichkeiten der Filmgeschichte, mit einem Werk, das mittlerweile sechs Jahrzehnte umspannt. Der Satz, den sie zu Birkin sagt, lässt sich als Poetik und Programm verstehen: Für Varda, die – zusammen mit Godard, und im Dialog und Widerstreit mit diesem – das intellektuelle Gravitationszentrum der „Nouvelle Vague“ bildete, ist die entscheidende Frage nicht, was Kino ist, sondern was es bedeutet, Kino zu machen – für sie selbst, für andere, und im Zusammenspiel mit anderen.

Zum Start der Reihe am 29. Oktober geht es um das Thema „Porträt, Skizze, Entwurf: Über ‚Jane B. par Agnès V.‘ und ‚Kung Fu Master‘“. Referent ist Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters. Die Idee zum Film „Jane B. par Agnès V.“ stammt von Jane Birkin selbst. Mit dem Schmacht-Hit „Je t’aime ... moi non plus...“ zusammen mit Serge Gainsbourg zum Pop–Weltstar geworden und in den 1980er Jahren zur Schauspielerin avanciert, bot Birkin sich Varda als Sujet eines Porträt-Films an. Daraus wurde ein vielschichtiges filmisches Gemälde, ein Porträt von Birkin und ihren Kindern, Charlotte Gainsbourg und Luc Doillon, ein Doppel(selbst)porträt von Birkin und Agnès Varda, und zugleich ein Entwurf für einen weiteren Film, „Kung Fu Master – Un petit amour“, eine Liebesgeschichte zwischen einer Frau um die vierzig und einem jungen Mann an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Ein Film also, der aus einem Zwiegespräch entsteht, die Werkgrenzen sprengt und sich somit besonders gut eignet als Ausgangspunkt einer Diskussion über die Poetik von Agnès Varda.

Die Agnès Varda-Reihe umfasst in diesem Winter- und im darauf folgenden Sommersemester insgesamt 15 Einzeltermine. Sie findet im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA) statt. Kooperationspartner sind der Masterstudiengang „Curatorial Studies“, das Institut Français pour l’Histoire en Allemagne und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im April 2016 wird die Regisseurin zu Gast in Frankfurt sein.

Der Eintritt ist frei. Wegen der beschränkten Platzzahl wird um Kartenreservierungen gebeten unter: 069 961 220-220. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 20.00 Uhr im Deutschen Filmmuseum, Schaumainkai 41, Frankfurt am Main.

Die Termine im Wintersemester 2015/2016:

Donnerstag, 29. Oktober 2015, 20 Uhr
Vinzenz Hediger (Frankfurt)
Porträt, Skizze, Entwurf: Über „Jane B. par Agnès V.“ und „Kung Fu Master“

Donnerstag, 5. November 2015, 20 Uhr
Kelley Conway (Madison, Wisconsin)
Les Plages d’Agnès: Selbstporträt einer Filmemacherin

Donnerstag, 19. November 2015, 20 Uhr
Delphine Bénézet (London)
Küstensehnsüchte: Das Meer, die Lieder und die Sonne in in Vardas Du côté de la côte (1958) und Documenteur (1980-81)

Donnerstag, 3. Dezember 2015, 20 Uhr
Kathrin Peters (Berlin)
Der längste Tag. Zu Agnès Vardas „Cléo de 5 à 7“ (F 1961)

Donnerstag, 14. Januar 2016, 20 Uhr
Angela Keppler (Mannheim)
Agnès Vardas L’une chante, l’autre pas: Eine Art feministisches Musical?

Donnerstag, 28. Januar 2016, 20 Uhr
Dominique Bluher (Chicago)
PhotoCinéExpo

Donnerstag, 11. Februar 2016, 20 Uhr
Alexandra Schneider (Mainz)
Hommage an einen Amateur: Zu Agnès Vardas Jacquot de Nantes

Informationen:
Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: Hier...

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Wie steht es um Frankfurt? Bürger-Universität der Goethe-Universität startet mit gleich zwei Hauptreihen zu aktuellen Frankfurt-Themen ins Wintersemester

Pressemitteilung

27. Oktober 2015
     
FRANKFURT AM MAIN. Wie steht es um die Zukunftsfähigkeit Frankfurts? Welche Schlussfolgerungen ziehen Akteure der Bürgergesellschaft nach den gewalttätigen Auseinandersetzungen und friedlichen Protesten im März 2015 im Umfeld der EZB-Eröffnung, die global für Schlagzeilen sorgten?

Zwei Fragen, zwei Reihen, eine Stadt: Wie unter einem Brennglas scheinen in der Metropole am Main derzeit globale Veränderungen spürbar und sichtbar zu werden. Die Bürgeruniversität nimmt diese Veränderungen in den Blick und bringt namhafte Expertinnen und Experten sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger miteinander ins Gespräch. Schon 2012 konnte mit dem diskursorientierten Ansatz einer Frankfurter Bürger-Universität zur Finanzmarktkrise die Situation um die Besetzung des Willy-Brandt-Platzes im Rahmen von Blockupy entscheidend entschärft werden.

Die Diskussionsreihe "Was bleibt nach Blockupy?", die am 2. November 2015 (Beginn: 19.30 Uhr, Ort: Campus Bockenheim, Hörsaalgebäude H IV) mit dem Thema „Wut, Ohnmacht, Gewalt? Protest-Kultur in Frankfurt“ eröffnet, greift diesen diskursorientierten Ansatz wieder auf: Brennende Autos, Steingeschosse, verletzte Polizisten und Demonstranten – die Bilder der Krawallen und gewalttätigen Auseinandersetzungen im Umfeld der EZB-Neueröffnung im Frühjahr 2015 bestimmten das Echo nationaler und internationaler Medien. Die vergleichsweise friedlichen Proteste gegen die europäische Wirtschaftspolitik fanden dagegen kein vergleichbares Echo. Es herrschte allgemeine Erschütterung angesichts dieser unerwarteten Gewalt, die weder von Seiten der Veranstalter, noch von der Polizei vorhergesehen worden war. Warum eskalierten die Proteste und was sagt das über ein möglicherweise verändertes Protestverhalten? Mit einem zeitlichen Abstand von etwas mehr als einem halben Jahr möchte die Reihe noch einmal – mit nüchternem Blick – auf die Ereignisse vom März 2015 zurückblicken. Dabei soll es nicht nur um die Gewalt und das Spannungsverhältnis zwischen Demonstranten und Polizei gehen, sondern auch um die Politik der EZB und die Rollen der unterschiedlichen Akteure.

Das Podium des Eröffnungsabends bestreiten Oberbürgermeister Peter Feldmann, der gleichzeitig Schirmherr der Bürger-Universität ist, Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill, Rainer M. Gefeller, Chefredakteur Frankfurter Neue Presse, die Demonstrationsbeobachterin Dr. Elke Steven sowie Katharina Bogerts vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe Universität. Es moderiert Hanning Voigts von der Frankfurter Rundschau. Die Frankfurter Rundschau ist gleichzeitig Medienpartner der Reihe.
Weitere Termine und Themen der Reihe:

16. November 2015: „Nach Blockupy und G7 - Kapitalismuskritik heute“, Beginn: 19.30 Uhr, Ort: Campus Bockenheim, Hörsaalgebäude H IV (Moderation: Daniel Baumann, Redakteur)

18. Januar 2016: „Im Rausch öffentlicher Vorurteile - Welche Diskurskultur braucht die Demokratie?“, Beginn: 19.30 Uhr, Ort: Campus Bockenheim, Hörsaalgebäude H IV (Moderation: Bascha Mika, Chefredakteurin)

Wie steht es um Frankfurt? Die zweite Hauptreihe der Frankfurter Bürger-Universität liefert unter dem Titel „Wie lebt Frankfurt?“weitere Facetten dieses Themenschwerpunktes. An insgesamt fünf Abenden beschäftigt sich diese Reihe ab dem 30. November 2015 mit so unterschiedlichen Fragen wie

30. November 2015: Wie generationengerecht ist Frankfurt? Älterwerden in der City.

7. Dezember 2015: Wer kann sich Frankfurt (noch) leisten? Eine Stadt für alle oder für die Reichen.

14. Dezember 2015: Wird Frankfurt seinem Integrationsanspruch gerecht? Miteinander oder nebeneinander.

24. Januar 2016: Zu etabliert um cool zu sein? Frankfurt und seine Subkultur.

1. Februar 2016: Wofür engagiert sich Frankfurt? Private versus öffentliche Verantwortung.

Alle fünf Veranstaltungen finden im großen Saal des Haus am Dom statt, Domplatz 3, 60311 Frankfurt am Main, Beginn jeweils 19:30 Uhr. Medienpartner dieser Reihe ist hr-iNFO, der Eintritt ist frei.

Das gerade erschienene Programmheft der Bürger-Universität bietet in diesem Wintersemester insgesamt über 130 populärwissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen. Das Programm im Netz: http://www.buerger.uni-frankfurt.de
Bestellung von Programmheften bitte an Frau Marthe Lisson, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

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Was ist Recht bei TTIP? Frankfurter Stadtgespräch des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 10. November 2015 im Historischen Museum

Pressemitteilung

4. November 2015

FRANKFURT AM MAIN Das geplante Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschafts-abkommen (TTIP) gehört hierzulande zu den umstrittensten politischen Projekten der Gegenwart. Noch vor wenigen Wochen demonstrierten in Berlin rund 150.000 Menschen gegen die Realisierung des Abkommens. Die Verhandlungen zwischen den USA und der Europäischen Union, die Bundespräsident Norbert Lammert unlängst als zu wenig transparent kritisierte, laufen seit fast zweieinhalb Jahren. Das Vorhaben, mit dem der weltweit größte Wirtschaftsraum entstünde, hat neben ökonomischen vor allem auch rechtliche Implikationen. Insbesondere diese stehen im Mittelpunkt des 18. Frankfurter Stadtgesprächs des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zum Thema

„Im Namen des Marktes? – TTIP, seine Schiedsgerichte und die Selbstfesselung staatlicher Politik“
am: Dienstag, dem 10. November 2015, um 19.00 Uhr
Ort: Historisches Museum, Fahrtor 2 (Römerberg), 60311 Frankfurt

Auch bei der jüngsten Auflage des Stadtgesprächs ist die interessierte Öffentlichkeit bei freiem Eintritt herzlich willkommen. Als Gast des Exzellenzclusters nimmt Prof. R. Alexander Lorz an der Podiumsdiskussion teil. Er ist Kultusminister des Landes Hessen und Professor für Öffentliches Recht an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sein Gesprächspartner von Seiten des Clusters ist Prof. Armin von Bogdandy, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Die Moderation hat Rebecca Caroline Schmidt, Juristin und Geschäftsführerin des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes mit Sitz an der Goethe-Universität. Kooperationspartner der Veranstaltung ist das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main.

Die Befürworter von TTIP argumentieren mit Wirtschaftswachstum, finanziellen Vorteilen auch für den Durchschnittshaushalt und sichereren Arbeitsplätzen. Zudem könne die Globalisierung aktiv gestaltet werden. Kritiker hingegen sprechen von falschen Zahlen, halten die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum für marginal und sagen, dass größere Märkte zu mehr Konzentration des Reichtums in den Händen  immer weniger Konzerne und Anleger führten. Vor allem aber stehe zu befürchten, dass nach dem Inkrafttreten des Abkommens nationale rechtliche Regulierungen als vertragswidrige Beschränkungen des freien Handels gelten könnten -  wie beispielsweise auch die öffentliche Subventionierung von Kultur- und Bildungseinrichtungen. Damit würde die Politik rechtliche Gestaltungspielräume zugunsten eines unbeschränkten Wettbewerbs auf dem globalen Markt verlieren.

Besondere Aufmerksamkeit hat zudem die Absicht der Verhandlungsparteien erregt, künftige Handelskonflikte im Rahmen des Abkommens nicht durch ein staatliches Gericht, sondern durch private Schiedsgerichte schlichten zu lassen. Damit werde nicht nur die politische Gesetzgebung eingeschränkt, sondern auch die öffentliche Gewalt der Justiz zugunsten privater, marktadäquater Streitschlichtung, die wiederum in die politische Gesetzgebung des Nationalstaates eingreifen könne. Zu den Fragen, die damit aufgeworfen werden, gehören: Von wem und in wessen Namen wird in Zeiten von TTIP Recht geschaffen und angewendet? Welche Legitimationsprobleme ergeben sich daraus? Und welcher Handlungsspielraum bliebe im Rahmen dieses Abkommens überhaupt noch der Politik?

Alexander Lorz war im Kabinett von Ministerpräsident Koch Staatssekretär im hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Im Jahr 2012 wurde er im Staatssekretär im hessischen Kultusministerium. Seit 2014 ist er Hessischer Kultusminister. Lorz habilitierte sich an der Universität Mannheim, wo ihm die Lehrbefugnis für Öffentliches Recht einschließlich Völker- und Europarecht sowie Rechtsphilosophie verliehen wurde. Im Jahr 2000 erhielt er einen Lehrstuhl als ordentlicher Professor für deutsches und ausländisches öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Armin von Bogdandy ist Partner Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und Professor für öffentliches Recht an der Goethe-Universität. Der Direktor am Heidelberger Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht war u.a. Mitglied des Wissenschaftsrats und Mitglied des Wissenschaftlichen Komitees der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte. Seit 2010 ist er Senior Emile Noël Fellow der Global Law School der New York University. Im Jahr 2014 bekam er den Gottfried Wilhelm Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Und im Jahr 2015 wurde er vom Präsidenten des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte für besondere Verdienste um die Menschenrechte in Lateinamerika ausgezeichnet.

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

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Heiner Goebbels ist neuer Kantorowicz Lecturer. Gemeinsame Veranstaltung des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität am 11. November

Pressemitteilung


6. November 2015

FRANKFURT. Die Kantorowicz Lectures in Political Language des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften feiern ein kleines Jubiläum. Seit fünf Jahren gibt es die prominent besetzte Reihe nun –  genauso lang wie das Zentrum selbst, das an der Goethe-Universität angesiedelt ist und mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ kooperiert. Beide Institutionen zusammen veranstalten jetzt die fünfte Auflage der Lectures. Der Referent gehört bereits seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Exponenten der zeitgenössischen Musik- und Theaterszene und hat sich zugleich als Kunsttheoretiker und Wissenschaftler einen Namen gemacht. Heiner Goebbels bestreitet seine Kantorowicz Lecture unter dem programmatischen Titel:

„Erkläre nichts. Stell es hin. Sag's. Verschwinde.“ –
Zur Frage nach einer Politik des Ästhetischen
am: Mittwoch, dem 11. November 2015, um 18.00 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität, Casino, Raum 1.801

Die aktuelle Kantorowicz Lecture in Political Language widmet sich der Frage wie die Künste mit politischer Bedeutung aufgeladen werden und einem besonders sperrigen Medium politischer Sprache: der Musik. Wie man mit dem Medium der Musik, der Komposition, im politischen Diskurs agiert, ist für das Gros der Geisteswissenschaftler bisher wenig nachvollziehbar. In dem Komponisten und Theatermacher Heiner Goebbels haben das Forschungszentrum und der Exzellenzcluster für die Kantorowicz Lecture 2015 einen international besonders renommierten Redner gewinnen können, der den Versuch unternimmt, dem Begriff der politischen Sprache die künstlerische Erfahrung entgegenzustellen. Seit seinen frühesten Arbeiten, der Zeit seiner Zusammenarbeit mit Heiner Müller, bis zu seinen aktuellen Musiktheaterproduktionen stellt sich Goebbels unentwegt die Frage nach der Politik des Ästhetischen.

Heiner Goebbels arbeitet als Professor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus Liebig Universität in Gießen und ist Präsident der Theaterakademie Hessen. Von 2012 bis 2014 war er künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale – International Festival of the Arts. Goebbels war Mitbegründer des „Sogenannten Linksradikalen Blasorchester“, das bis 1981 existierte, und des Duos Heiner Goebbels/Alfred Harth sowie des Art Rock Trios Cassiber (1982 –1992). In dieser Zeit schrieb er Theatermusiken für Inszenierungen unter anderem von Hans Neuenfels, Claus Peymann, Matthias Langhoff und Ruth Berghaus. Mitte der 1980er Jahre begann er eigene Hörspiele vor allem zu Texten von Heiner Müller zu schreiben und zu inszenieren. Nach ersten szenischen Konzerten wandte er sich verstärkt eigenen Theaterinszenierungen zu. Neben seinen Bühnenstücken schreibt er weiterhin Musik.

Die einmal pro Jahr stattfindenden Kantorowicz Lectures in Political Language erinnern an Ernst Kantorowicz, der zu den herausragenden Forscherpersönlichkeiten der Frankfurter Universitätsgeschichte gehört. Kantorowicz musste die Universität 1934 zwangsweise verlassen und wurde später am Institute for Advanced Study in Princeton zu einem der international einflussreichsten Geisteswissenschaftler, dessen Arbeiten bis heute zu den meistzitierten gehören. Die Vortragsreihe konzentriert sich auf das Thema der „politischen Sprache“. In den vergangenen fünf Jahren konnten jeweils sehr renommierte ausländische Gaste für diese Vorträge gewonnen werden. Erster Kantorowicz Lecturer war im Jahr 2011 der Philosoph und Historiker Quentin Skinner.

Informationen:
Prof. Bernhard Jussen,
Sprecher des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, Tel.: 069/798-32427, (-32424 Sekretariat), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Dr. Steffen Bruendel,
Forschungsdirektor und Geschäftsführer des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, 069/798-32113, (-32344 Sekretariat), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.fzhg.org; www.normativeorders.net/de/

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
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60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main
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Das neue Kant-Lexikon in drei Bänden: 221 Autoren aus mehr als 20 Ländern beteiligten sich Der international renommierte Kant-Forscher Prof. Marcus Willaschek stellt das Mammutwerk in der Goethe-Universität vor

Pressemitteilung

4. November 2015

FRANKFURT. Fast 100 Jahre hat es gedauert, bis jetzt endlich ein neues Kant-Lexikon erschienen ist, das auch die Kant-Forschung des 20. Jahrhunderts angemessen abbildet: Heute wurde das neue dreibändige Kant-Lexikon mit knapp 2400 Artikeln an der Goethe-Universität vorgestellt. Insgesamt 15 Jahre haben die vier Herausgeber an diesem Mammutwerk gearbeitet, federführend war Marcus Willaschek, Philosophie-Professor an der Goethe-Universität. Weitere Herausgeber sind Prof. Dr. Jürgen Stolzenberg (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Georg Mohr (Universität Bremen) und Dr. Stefano Bacin (Università Vita-Salute, Mailand). 221 Autoren aus mehr als zwanzig Ländern haben ihre Artikel beigesteuert, erschienen ist das Mammutwerk im Verlag Walter de Gruyter.

„Das neue Lexikon“, so betont Willaschek, „will ein reines Hilfsmittel bei der Lektüre Kants sein. Es geht weder um eine Kanonisierung noch um eine Beurteilung Kants, auch wenn Interpretationsschwierigkeiten und -kontroversen durchaus berücksichtigt werden.“ Eng gebunden an Kants Terminologie soll es helfen, Kants Philosophieren, gewissermaßen seine philosophische Praxis, zu begreifen. Auch Kants naturwissenschaftliches Werk wird ausführlich berücksichtigt. Bei Marcus Willaschek selbst haben die Lektüre der vielen Artikel und die jahrelange intensive redaktionelle Arbeit die zuvor schon vorhandene Bewunderung für Kant noch einmal gesteigert: „Ich schätze ihn nicht nur wegen seiner Breite, mehr noch wegen seiner Tiefe, in dem Sinne, dass er Probleme bis in ihre Grundlagen konsequent zu Ende denkt.“

Willaschek, ein international renommierter Kant-Kenner, hat sich bereits seit dem fünften Semester seines Philosophie-Studiums mit dem Königsberger Philosophen und seinen Schriften auseinandergesetzt, 1991 promovierte er über „Praktische Vernunft, Handlungstheorie und Moralbegründung bei Kant“. Seit 2003 hat Willaschek die Professur für Philosophie der Neuzeit an der Goethe-Universität inne. Seit 2012 gehört er dem erweiterten Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Philosophie an und ist stellvertretender Vorsitzender der Kant-Kommission der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Beschlossen auf dem Kant-Kongress des Jahres 2000, sollte das neue Kant-Lexikon eigentlich fünf Jahre später beim nächsten Kongress der Kantianer vorliegen. Doch dann wurden es insgesamt 15 Jahre. Das 1930 erschienene bisher wichtigste und erfolgreichste Kant-Lexikon von Rudolf Eisler, der das Werk bereits 1916 abgeschlossen hatte, war das kompakte 650-seitige Werk eines Einzelnen, das zu einer Fülle von Stichworten vorwiegend Kant-Zitate versammelte. Das neue Kant-Lexikon ist ein Kollektivwerk. Die Initiative ging vom Wissenschaftsverlag Walter de Gruyter aus, die Fritz-Thyssen-Stiftung förderte das Projekt, und so nahmen im Sommer 2000 zunächst drei Philosophie-Professoren und Kant-Experten die Arbeit auf. 2010 wurde ein weiterer Kant-Kenner als vierter Herausgeber hinzugezogen: Stefano Bacin von der Mailänder Università Vita-Salute. Der schiere Umfang, den das Projekt mit Artikeln zu Kantischen Termini und Schriften sowie zu für Kant bedeutsamen Personen angenommen hatte, machte das nötig.

Bevor die Herausgeber an die Verteilung der Artikel gingen, verwandten sie viel Zeit darauf, die Stichworte festzulegen. Und diese Seite ihrer Tätigkeit hörte nie ganz auf. „Bis zuletzt kam es vor, dass ein Artikel als überflüssig verworfen, ein anderer als relevant erkannt wurde“, berichtet Willaschek. Sie bündelten zumeist zehn thematisch zusammenhängende Artikel – einen großen, zwei oder drei mittelgroße und einige kleinere, um nicht auf den kleinen und philosophisch wenig relevant scheinenden sitzen zu bleiben. „Denn gerade diese machen deutlich“, findet Willaschek, „was alles für Kant tatsächlich philosophische Relevanz hatte.“ Er nennt als ein Beispiel „Treibholz“: „Indem es sogar auf baumlosen Inseln den Bau von Häusern ermöglicht, zeugt es im Rahmen von Kants geschichtsphilosophischen Überlegungen davon, dass die Natur menschliche Ausbreitung begünstigt.“

Für Willaschek ist Kant nicht nur ein großer Philosoph, sondern auch ein großartiger Schriftsteller. Faulheit sei „der Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit bei gesundem Zustand“ ist eines der zahllosen Beispiele für Kant als Meister der Definition – „eine Meisterschaft, die die Frucht einer Kombination von Betrachtung, Selbstdenken und differenziertem Ausdruck ist“, so der Frankfurter Philosophie-Professor. Auch einen Meister sloganartiger Formulierungen, die eine komplizierte Sache knapp auf den Punkt bringen, sieht Willaschek in Kant. „Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind“ aus Kants „Kritik der reinen Vernunft“ ist eines von vielen Beispielen.

Solche schlagenden Formulierungen ändern natürlich nichts daran, dass Kant, vor allem der Kant der großen kritischen Werke, keine leichte Lektüre ist. Deshalb wird das neue Kant-Lexikon auch nach über zwei Jahrhunderten Kant-Lektüre und Beschäftigung mit ihm noch neue Erkenntnisse und Interpretationen zu Tage fördern. Wo es um die philosophische und wissenschaftliche Bedeutung der Kantischen Terminologie geht, stellt das neue Lexikon alles Bisherige dadurch in den Schatten, dass es Kants Terminologie auf der Grundlage aktueller Text-Editionen und unter Berücksichtigung aktueller Kant-Forschung umfassend erschließt.

Informationen: Prof. Dr. Marcus Willaschek, Institut für Philosophie, Campus Westend, Tel.  069/798-32678, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In der nächsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ (2/2015) erscheint ein längerer Beitrag von Dr. Rolf Wiggershaus über das Kant-Lexikon.

Marcus Willaschek/Jürgen Stolzenberg/Georg Mohr/Stefano Bacin (Herausgeber): Kant-Lexikon, Berlin 2015, 3 Bände, 2800 Seiten, Ladenpreis der gebundenen Ausgabe: 349 Euro, Subskriptionspreis bis 31. Dezember 2015: 249 Euro, ISBN: 978-3-11-017259-1

Konferenz zur Macht (in) der Wissenschaft. Internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ fragt nach der Verankerung von Wissenschaft in gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen

Pressemitteilung

9. November 2015

FRANKFURT. Die internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beschäftigt sich am 13. und 14. November aus verschiedenen disziplinären Perspektiven mit Theorie und Praxis von wissenschaftlicher Wissensproduktion und deren kritischen Potential. Der Titel der Tagung in englischer Sprache lautet: „The Power of/in Academia: Critical Interventions in Knowledge Production and Society“.

Auf der einen Seite spielt wissenschaftlich produziertes Wissen eine zentrale Rolle in der Deutung und Kritik sozialer, wirtschaftlicher, ökologischer und politischer Zusammenhänge, auf der anderen Seite entsteht dieses Wissen in ebenjenen Zusammenhängen. Wissenschaft kann nie losgelöst von gesellschaftlichen Macht– und Herrschaftsverhältnissen gedacht werden. Dennoch nehmen wissenschaftliche Erkenntnisse im Vergleich zu anderen Wissensformen gerade deswegen eine besondere Rolle ein, weil sie als besonders „neutral“, eben wissenschaftlich, gelten.

Gesellschaftskritik und Wissenschaft zu verbinden, bedeutet daher auch, jene Verfahren zu reflektieren, die zur Analyse sozialer Phänomene eingesetzt werden und die letztlich die Grundlage für Gesellschaftskritik seitens der Wissenschaft darstellen. In verschiedenen Panels wird diskutiert, in welcher Form und auf welchen normativen Grundlagen Wissenschaft Kritik an Gesellschaft und Gesellschaft Kritik an Wissenschaft üben kann; wie sich kritische Perspektiven auf die Rolle der Wissenschaft in gesellschaftlichen Prozessen entwickeln lassen und welche Rolle dabei die methodologische und ethische Reflexion der eigenen Vorgehensweisen spielt. Außerdem wird das Verhältnis von wissenschaftlichem zu ästhetischem Wissen diskutiert und das kritisch-reflexive Potential der Kunst als das Andere der Wissenschaft beleuchtet.

Am Abend des ersten Konferenztages (13.11.) hält hierzu Prof. Dieter Mersch, Leiter des Instituts für Theorie (ith) und Professor für Ästhetik und Theorie an der Züricher Hochschule der Künste (ZHdK), den Abendvortrag „Aesthetic Criticism. On the Wisdom of Art“. Überdies soll auch die Konferenz selbst als eine Form performativer Wissensdarstellung hinterfragt werden. Das Theater der Versammlung der Universität Bremen, eines der ersten deutschen Forschungstheater, wird am Samstagvormittag „C Copy A Encrypted“ performen. Zudem wird es Formen der kollektiven Wissensproduktion geben, in denen die behandelten Themen in einem alternativen Rahmen besprochen werden. Zum Abschluss der Konferenz wird Prof. Yvonna S. Lincoln (Texas A&M University) in ihrem Abendvortrag „Threat Levels: Qualitative research Ethics, Power and Neoliberalism’sContext“ über die qualitative Forschung im neoliberalen Kontext sprechen.

Die internationale Nachwuchskonferenz steht Interessierten offen. Alle Veranstaltungen finden im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/nachwuchskonferenzen

Kontakt: Johanna Leinius vom Organisationsteam der Nachwuchskonferenz, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. 069/798-31516, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/de/

Von Austerität bis Zentralbank: Tagungsthema „Europas Gerechtigkeit“. Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 19. und 20. November / Vortrag zu Syriza bereits am 18. November

Pressemitteilung

13. November 2015

FRANKFURT. Man darf gespannt sein: Zu den Referenten der 8. Internationalen Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität gehört nicht nur der ehemalige Chefökonom der griechischen Syriza-Partei, sondern auch ein Wirtschaftsexperte der Europäischen Zentralbank. Beide erläutern ihren Blickwinkel auf „Europas Gerechtigkeit“. So lautet der Titel der zweitägigen Tagung mit Beiträgen in deutscher und vor allem englischer Sprache. Der Abendvortrag am Ende des ersten Tages wird zwar gleichfalls auf Englisch gehalten, hat aber die deutsche Überschrift „Schuldfragen in der europäischen Schuldenkrise“, weil das Wortspiel der rechtlichen oder moralischen Schuld und der wirtschaftlichen Schulden im Englischen nicht funktioniert.

Die aktuelle Jahreskonferenz findet am 19. und 20. November statt, und zwar im Gebäude „Normative Ordnungen“ des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend. Ziel der Jahreskonferenzen ist es, zentrale Themenstellungen des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes mit Gästen aus dem In- und Ausland zu diskutieren. Die interessierte Öffentlichkeit ist nach vorheriger Anmeldung auch dieses Mal willkommen. Auf dem Programm stehen vier Panels mit insgesamt zwölf Vorträgen. Hinzu kommt – als Scharnier zwischen den ersten und den letzten beiden Panels – der Vortrag am Abend des 19. Novembers um 18 Uhr im Erdgeschoss des Cluster-Gebäudes.

Referent des Abendvortrags ist Claus Offe, lange Jahre Professor für Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität und seit seiner Emeritierung Professor für Politische Soziologie an der Hertie School of Governance in Berlin. Offe, der an der Goethe-Universität bei Jürgen Habermas promoviert wurde, spricht in seinem Vortrag von einem „blame game“, einem Wechselspiel gegenseitiger Vorwürfe zwischen denjenigen, die von der Einführung des Euro profitiert hätten und den Verlierern der Währungsunion. Offe argumentiert, dass die Europäische Union den Euro eingeführt habe, ohne gleichzeitig für einen institutionellen Rahmen zu sorgen, der den dadurch hervorgerufenen und auch vorhersehbaren Verwerfungen entgegenwirkt.

Diese These wird auf der gesamten Konferenz aus verschiedenen Blickwinkeln diskutiert – vor allem auch im ersten Panel mit dem Titel „Europe as a Context of Justice“, das nach den Standards von Fairness, Gerechtigkeit und Solidarität fragt, auf deren Grundlage eine gesamteuropäische Politik als gerechtfertigt erscheinen kann. Moderiert wird dieses Panel von dem politischen Philosophen Rainer Forst und dem Rechtswissenschaftler Klaus Günther, den beiden Sprechern des Exzellenzclusters, die auch die Konferenz eröffnen. Vortragende des ersten Panels sind Kalypso Nicolaïdis, Professorin für Internationale Beziehungen an der Universität Oxford, Lisa Herzog, Postdoktorandin am Exzellenzcluster und am Frankfurter Institut für Sozialforschung, sowie Christoph Burchard, Rechtsprofessor und Mitglied des Exzellenzclusters.

Das zweite Panel fragt nach den Gründen bisheriger „Crises in the Eurozone“ und Lösungsstrategien für zukünftige Krisen. Zu den Vortragenden gehört Francesco Mongelli, Honorarprofessor an der Goethe-Universität und Senior Adviser im Direktorat General Research der Europäischen Zentralbank. Gemeinsam mit Jean-Francois Jamet (ebenfalls EZB) widmet sich Mongelli dem Thema „How to Exit the Crisis: Reflections on the 4 Unions. Why Do We Need Them?“. John Milios, ebenfalls Referent dieses Panels, sieht einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Austeritätspolitik und sozialen Krisen. Der Professor für Politische Ökonomie an der Nationalen Technischen Universität Athen war bis März 2015 Chefökonom von Syriza. In seinem Vortrag stellt er die Frage: „Crisis and Austerity. Is there a Chance for the Welfare State?“ Kolja Möller, Postdoktorand am Exzellenzcluster, gehört ebenfalls zu den Rednern des zweiten Panels unter der Leitung von Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters, und Rainer Klump, ehemaliger Ökonomieprofessor an der Goethe-Universität, seit Januar 2015 Präsident der Universität Luxemburg und weiterhin Mitglied des Exzellenzclusters.

Unter welchen historischen Bedingungen sich Ungleichheiten verschärfen und welche Voraussetzungen notwendig sind, um Entwicklungen in Richtung Gleichheit voranzutreiben, ist das Thema des dritten, ethnologisch-historisch ausgerichteten Panels, das auf Deutsch stattfindet und den Titel „Ungleichheiten in Europa“ trägt. Die Moderation hat Dominik Müller, Postdoktorand am Cluster. Es referieren Hartmut Kaelble, emeritierter Professor für Sozialgeschichte an der Humboldt-Universität, Susanne Schröter, Ethnologie-Professorin und Mitglied des Exzellenzclusters sowie Kerstin Weiand, Postdoktorandin am Exzellenzcluster.

Das vierte und abschließende Panel nimmt vor allem die juristische Dimension einer (möglichen) europäischen Infrastruktur der Gerechtigkeit in den Blick. Es heißt „Policies of Justice – on the EU’S Problem with Drawing Borders by Legal Means“ und wird geleitet von Stefan Kadelbach, Rechtsprofessor und Mitglied des Exzellenzclusters. Die Vortragenden des Schluss-Panels am 20. November sind: Helene Sjursen, Professorin am Arena Centre for European Studies in Oslo, Harald Müller, Professor für internationale Beziehungen und Mitglied des Exzellenzclusters sowie Michael Ioannidis, Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, einer Partnerinstitution des Frankfurter Exzellenzclusters.

Die Konferenz steht Interessierten offen. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Wichtiger Terminhinweis: Bereits am 18. November, einen Tag vor Beginn der Jahreskonferenz, hält John Milios im Hörsaalzentrum (Raum HZ5) auf dem Campus Westend um 19.15 Uhr einen öffentlichen Vortrag zum Thema „SYRIZA as a symptom of the Euro-Crisis. De te fabula narratur“. Eine Anmeldung hierzu ist nicht erforderlich.

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/jahreskonferenzen

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
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Internet: www.uni-frankfurt.de

Werden die Banken ihrer Menschenrechts-Verantwortung gerecht? Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 26. November im Klingspor-Museum

Pressemitteilung

19. November 2015

FRANKFURT/OFFENBACH. Vor allem multinationale Banken sollten gesellschaftliche Verantwortung tragen. Doch tun sie ihrer „Corporate Social Responsibility“ (CSR) schon Genüge, wenn sie die Verletzung von Menschenrechten lediglich vermeiden, anstatt sich aktiv für deren Schutz einzusetzen? Um diese Frage geht es bei der nächsten Auflage der „Goethe Lectures Offenbach“, einer Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität in Kooperation mit der Stadt Offenbach. Der Vortrag am Donnerstag, dem 26. November, um 19.00 Uhr im Offenbacher Klingspor-Museum trägt den Titel „Banken und Menschenrechte – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. Referent ist Manuel Wörsdörfer, der am Exzellenzcluster im Rahmen seiner Habilitation insbesondere wirtschaftsethische Aspekte der Unternehmensverantwortung behandelt. Der Eintritt ist frei.

Manuel Wörsdörfer beleuchtet in seinem Vortrag den Anspruch und die Wirklichkeit der so genannten Äquatorprinzipien (EPs), eines selbstgesetzten ethischen Rahmenwerks zum Schutz von Menschenrechten in internationalen Finanzkonsortien. Die beteiligten Finanzinstitute, die „Äquatorbanken“, verpflichten sich bei der Vergabe der jeweiligen Projektmittel, transnationale Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsstandards einzuhalten. Im Juni 2013 feierte die Bankenvereinigung „Equator Principles Association“ das zehnjährige Bestehen der EPs. Zeitgleich wurde die dritte Generation, die so genannten EP III, verabschiedet. Zu den wesentlichen Neuerungen zählt die Forderung nach Respektierung der Menschenrechte, auf die zum ersten Mal in der Geschichte der EPs explizit Bezug genommen wird.

EP III unterstützt das von John Ruggie, dem ehemaligen UN-Sonderbeauftragten für Unternehmen und Menschenrechte, entworfene Konzept „Protect, Respect and Remedy“ („Schützen, Respektieren, Wiedergutmachen“) sowie die darauf aufbauenden „Guiding Principles on Business and Human Rights“ der UN. In beiden Dokumenten spielt die Human Rights Due Diligence eine herausragende Rolle, also die sorgfältige Prüfung potenzieller Menschenrechtsrisiken, die durch die jeweiligen Geschäftspraktiken eines Unternehmens entstehen könnten. Sowohl die EPs als auch die „Thun (Äquator-)Bankengruppe“, eine Untergruppe der EP-Banken, die derzeit an der finanzmarktpolitischen Umsetzung der UN-Prinzipien arbeitet, greifen die Forderung nach Human Rights Due Diligence auf und versuchen, diese weiterzuentwickeln.

Doch was bedeutet dies nun konkret? Welche Maßnahmen können und sollten Banken ergreifen, um die Einhaltung und den Schutz der Menschenrechte im Rahmen der Projektfinanzierung de facto zu garantieren? Im Mittelpunkt des Vortrags wird ein Verständnis von CSR stehen, wonach Banken ihren wirtschaftspolitischen Einfluss über ihre jeweiligen Geschäftspartner sowohl vor der Kreditvergabe als auch während des gesamten Projektverlaufs ausüben sollten – mit dem Ziel, ethisch und sozial nachhaltige Geschäftspraktiken zu fördern. Wörsdörfer plädiert für einen (finanz-)unternehmerischen „Menschenrechtsaktivismus“ und eine damit verbundene „Anwaltschaft für die Menschenrechte“, die darauf abzielt, Menschenrechte proaktiv zu schützen und zu realisieren und nicht bloß nur zu respektieren, wie es beispielsweise Ruggie und die EPs verlangen.

Manuel Wörsdörfer ist Habilitand des Exzellenzclusters. Seine Schwerpunkte umfassen die Wirtschafts- und Unternehmensethik sowie die ökonomische Theoriegeschichte. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Cluster-Forschungsprojekts „Eigeninteresse vs. Gemeinwohl: Über den Normenwandel innerhalb der Ökonomik“ im Forschungsfeld I, das die „Konzeptionen von Normativität“ aus verschiedenen Blickwinkeln analysiert. Zu seinen Publikationen mit Bezug zum Vortragsthema gehören: „Human Rights Due Diligence und die Äquatorprinzipien“ (WestEnd. Neue Zeitschrift für Sozialforschung, Ausg. 01-2015) und die Monographie „A New Understanding of Economic Behavior, Organizations and Regulation – Foundations, Options and Challenges“ (im Erscheinen).

Veranstalter des Vortragsabends und auch der Gesamtreihe sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht wieder die Möglichkeit zur Diskussion.

Dr. Manuel Wörsdörfer:
Banken und Menschenrechte – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“ Donnerstag, 26. November 2015, 19.00 Uhr Klingspor-Museum Offenbach Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Vortrag: Europa als gemeinsamer Wissenschaftsraum. Nächster Termin der Goethe Lectures Offenbach am 2. Februar im Klingspor-Museum mit dem Luxemburger Uni-Präsidenten

Pressemitteilung

22. Januar 2016

FRANKFURT/OFFENBACH. Die europäische Einigung hat an Schwung und Strahlkraft verloren. Die Wirtschafts- und Währungsunion steht nicht erst seit der Griechenlandkrise in der Kritik, und auch das politische Zusammenwachsen zu einer Bürgerunion über nationale Grenzen hinweg ist ins Stocken geraten. Auf einem Feld jedoch, von dem in den öffentlichen Diskussionen der jüngsten Zeit kaum die Rede ist, scheint es Anlass für Optimismus zu geben: Die gemeinsame Forschungsförderung der EU hat in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen. Wie sich dieser Prozess darstellt und ob er auch als Motor für eine umfassende Integration dienen könnte, ist Thema des kommenden Vortrags im Rahmen der Goethe Lectures Offenbach. Prof. Rainer Klump spricht über „Europas Zukunft: Binnenmarkt, Bürgerunion und gemeinsamer Raum der Wissenschaft“.

Der Vortrag findet am Dienstag, dem 2. Februar 2016, um 19.00 Uhr im Offenbacher Klingspor-Museum statt. Der Eintritt ist auch dieses Mal frei. Die Goethe Lectures Offenbach sind eine gemeinsame Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und der Stadt Offenbach. Der aktuelle Redner ist in besonderer Weise prädestiniert für das Thema Wissenschaft und Wissenschaftspolitik im europäischen Maßstab. Rainer Klump ist seit Anfang 2015 Präsident der Universität Luxemburg. Zuvor war er Professor für wirtschaftliche Entwicklung und Integration an der Goethe-Universität, wo er sechs Jahre auch als hauptamtlicher Vize-Präsident amtierte. Klump ist nach wie vor Mitglied des Frankfurter Exzellenzclusters und leitet hier das Forschungsprojekt „Eigeninteresse vs. Gemeinwohl: Über den Normenwandel innerhalb der Ökonomik“.

„Ich möchte in meinem Vortrag diskutieren, welche normativen Vorstellungen über die Zukunft der Europäischen Union noch visionäres Potenzial besitzen und dabei auch realisierbar erscheinen“, so Klump. In den Bereichen Binnenmarkt und Bürgerunion komme es momentan vor allem darauf an, zumindest das Erreichte zu sichern. Die Arbeit an einer weiteren Integration des Wissenschaftsraums erscheine dagegen ebenso erfolgversprechend wie lohnenswert. Schon die Kennzahlen lassen aufhorchen: „Horizon 2020“, das aktuelle „Rahmenprogramm für Forschung und Innovation“ der Europäischen Union, das den Kern der europäischen Forschungsförderung bildet, hat für die Jahre 2014 bis 2020 einen Etat von gut 75 Milliarden Euro. Neben konkreten Projekten gelte es, so Klump weiter, die Mobilität und Vernetzung von Studierenden und Wissenschaftlern zu fördern. All das diene letztlich auch der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und dem demokratischen Zusammenwachsen. Europa müsse als Vision unter jungen Akademikerinnen und Akademikern Verankerung finden, um seine Zukunftsfähigkeit zu behalten. Ein Schritt auf diesem Weg wäre ein Netzwerk von expliziten Europa-Universitäten. Luxemburg könne hier eine Vorreiterrolle spielen.

Begleitet wird Rainer Klump – auch das ein interessanter Aspekt – von einer Delegation aus Esch-sur-Alzette (Esch an der Alzette). Hier haben nicht nur Teile der luxemburgischen Universität ihren Sitz, Esch ist auch Partnerstadt Offenbachs. Auf dem Gesprächsprogramm zwischen Daniel Codello, als Beigeordneter der Stadt Esch für die internationalen Beziehungen verantwortlich, dem Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider und weiteren Repräsentanten steht u. a. die Möglichkeit zukünftiger wissenschaftlicher und kultureller Kooperationen unter Einbeziehung des Exzellenzclusters.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor-Museum und auch der Gesamtreihe sind neben dem Frankfurter Exzellenzcluster im Besonderen die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht wieder die Möglichkeit zur Diskussion.

Prof. Dr. Rainer Klump:
Europas Zukunft: Binnenmarkt, Bürgerunion und gemeinsamer Raum der Wissenschaft
Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“
Dienstag, 2. Februar 2016, 19.00 Uhr (Eintritt frei)
Klingspor-Museum Offenbach
Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main

Informationen:
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
Abteilung Marketing und Kommunikation,
60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main
Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531,
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Agnès Varda: Zu Gast im eigenen „Universum“. Die Trägerin des Max-Beckmann-Preises spricht am 11. Februar bei der Lecture & Film-Reihe der Frankfurter Filmwissenschaftler und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

5. Februar 2016

FRANKFURT. Inhaltliche Änderung aus erfreulichem Anlass: Eigentlich sollte es ein planmäßiger Termin sein im Rahmen der Reihe „Selbstporträts von Anderen: Das Universum der Agnès Varda“, ausgerichtet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Deutschen Filmmuseum. Nun steht bei der Lecture & Film-Veranstaltung am 11. Februar 2016 um 20.15 Uhr im Kino des Filmmuseums aber nicht so sehr die Diskussion über die Autorenfilmerin im Mittelpunkt. Stattdessen wird sie selbst, die als eine Schlüsselfigur des modernen Kinos gilt, über sich und ihr Schaffen Auskunft geben. Der Grund: Just am selben Tag und kurz zuvor nimmt die am 30. Mai 1928 in Brüssel geborene Agnès Varda für ihr Lebenswerk den Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main entgegen.

Agnès Varda bewege sich erfindungsreich zwischen den Genres und Formaten und greife mit ihren Spiel- und Dokumentarfilmen sowie Kunstinstallationen immer wieder in die großen politischen Debatten ihrer Zeit ein, unterstreicht der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann die Entscheidung der Jury vom vergangenen Dezember. Feldmann wird am frühen Abend des 11. Februar im Städel Museum den Preis überreichen. Die Laudatio hält Christa Blümlinger, Professorin für Filmwissenschaft an der Universität Paris 8 Vincennes-Saint-Denis. Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert. Die Stadt Frankfurt verleiht den Max-Beckmann-Preis alle drei Jahre zur Erinnerung an einen der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts, der von 1925 bis 1933 als Künstler und Lehrer an der Städelschule arbeitete.

Als Kooperationspartner der aktuellen Varda-Reihe, die im Oktober 2015 begonnen hat und im Sommersemester 2016 fortgeführt wird, beschäftigt sich der Exzellenzcluster nun bereits zum fünften Mal mit dem Kino und der Frage, wie normative Ordnungen in Filmen dargestellt werden und was man davon über ihre Herausbildung lernen kann. Auch am 11. Februar ab 20.15 Uhr ist die interessierte Öffentlichkeit bei freiem Eintritt herzlich eingeladen. Wegen des begrenzten Platzangebots im Deutschen Filmmuseum (Schaumainkai 41, 60596 Frankfurt am Main) ist eine Kartenreservierung erforderlich unter: 069/961220-220.

Die inhaltliche Einführung des Veranstaltungsabends im Filmmuseum liegt in den Händen von Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters. Nach dem außerplanmäßigen Vortrag Agnès Vardas in französischer Sprache, übersetzt von Vinzenz Hediger, steht dann, wie ohnehin geplant, ihr Film „Jacquot de Nantes“ auf dem Programm: „Il était une fois un garçon…“ – was in diesem Film wie ein Märchen beginnt, ist eine Heraufbeschwörung von Kindheitserinnerungen, die der Ehemann und Regisseur Jacques Demy für seine Frau Agnès Varda niederschreibt und die als Grundlage für den Film dienen, den Varda über dessen Kindheit in Nantes drehen wird. Fertig wird „Jacquot de Nantes“ erst kurz nach dem Tode Demys; ein Film als Hommage für einen Amateur im Sinne eines Liebhabers. Ein zärtlicher Film über die Verstrickung zwischen Kino und Leben, zwischen Liebe und Tod.

Mit der besonderen Lecture & Film-Veranstaltung am 11. Februar endet die Reihe für dieses Wintersemester – um dann am 14. April zu Beginn des Sommersemesters fortgesetzt zu werden, dieses Mal planmäßig mit Agnès Varda als Ehrengast und, wie ebenfalls schon lange feststeht, ihrem Film „Les cent et une nuits de Simon Cinéma“. Die gesamte Reihe findet im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA) statt. Weitere Kooperationspartner sind der Masterstudiengang „Curatorial Studies“, das Institut Français pour l’Histoire en Allemagne und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Veranstaltungen sind prinzipiell so konzipiert, dass neben den Vorträgen Filmvorführungen zum Programm gehören. Abschließend besteht jeweils die Möglichkeit zur Diskussion.

Ein Hinweis an die Redaktionen:
Die Verleihung des Max-Beckmann-Preises im Städel Museum ist presseöffentlich, eine Akkreditierung nicht erforderlich. Informationen: Presse- und Informationsamt der Stadt Frankfurt am Main, 069/212-41000, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen zur Lecture & Film-Reihe:
Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Programm: Lecture and Film

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

Herausgeber: Die Präsidentin
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„Frankfurter Stadtgespräch“ mit Rita Süssmuth. Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ widmet sich am 25. Februar 2016 der Migrationspolitik aus zeitgeschichtlicher Perspektive

Pressemitteilung

19. Februar 2016

FRANKFURT AM MAIN. Vor 15 Jahren war sie Vorsitzende einer Kommission, die einen Entwurf für ein neues Zuwanderungsgesetz erarbeitet hat. Das Vorhaben scheiterte am Widerstand ihrer eigenen Partei. Mittlerweile mehren sich die Stimmen, wonach die damals vorgelegten Grundsätze, für die sie nach wie vor eintritt, auch ein hilfreicher Baustein einer deutschen Migrationspolitik im europäischen Rahmen wäre. Rita Süssmuth, Migrationsexpertin, Mitglied der CDU und ehemalige Bundestagspräsidentin, ist zu Gast beim nächsten „Frankfurter Stadtgespräch“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zum Thema

„Migration mit Missverständnissen –
Die Deutschen und ihre Staatsbürgerschaft“
am: Donnerstag, dem 25. Februar 2016, um 19.00 Uhr
Ort: Historisches Museum, Fahrtor 2 (Römerberg), 60311 Frankfurt

Der Diskussionspartner Rita Süssmuths von Seiten des Clusters bei der jetzt 19. Auflage des Stadtgesprächs ist Andreas Fahrmeir, Professor für Neuere Geschichte an der Goethe-Universität, zu dessen Schwerpunkten die Geschichte der Migrationspolitik gehört. Bei der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des ausrichtenden Forschungsverbundes, soll es vor allem um historische und grundlegende Entwicklungslinien der deutschen und europäischen Migrationspolitik gehen, die für das Verständnis und die Bewältigung der aktuellen Situation relevant sind. Denn einfach waren Entscheidungen über Einwanderung nie. Besonders in Deutschland konkurriert die Realität von Migration mit Zurückhaltung gegenüber der Regulierung und Legalisierung dauerhafter „ökonomischer“ Zuwanderung, was oft zu einer Präferenz für „Gastarbeit“ führte.

„Wir brauchen Zuwanderung, und wir brauchen ein Zuwanderungsgesetz“, betont Rita Süssmuth auch heute. Die geltenden Verordnungen reichten nicht aus. Das Ziel der von ihr geleiteten Kommission sei es gewesen, Antworten zu geben zu den komplexen Fragen und Problemen der Migration. Man habe sowohl auf humanitäre Belange als auch die des Arbeitsmarktes geachtet. Der Kommissions-Entwurf sah eine geordnete Zuwanderung nach begründeten Kriterien mit einem Quoten- und Punktesystem vor. Zumindest der Bereich der Arbeitsmigration, so Süssmuth, wäre heute geregelter. Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie ihre Autobiographie „Das Gift des Politischen“, in der sie auch ihre migrationspolitischen Vorstellungen zur Sprache bringt.

Andreas Fahrmeir hat sich schon in seiner Dissertation mit Wanderungsbewegungen, Migrationsgesetzgebung und dem Verhältnis zwischen Staatsbürgern und denen, die es werden wollen, beschäftigt: „Citizens and Aliens. Foreigners and the Law in Britain and the German States 1789-1870“. Später folgte die Monographie „Citizenship: The Rise and Fall of a Modern Concept“. In seinen Forschungen fokussiert er immer wieder auf die Rolle von Migrations- und Einbürgerungspolitik für die Entstehung moderner Staaten. Hier habe sich Deutschland für weite Teile des 20. Jahrhunderts für eine restriktive Politik entschieden und die Zuerkennung der deutschen Staatsbürgerschaft lange als Privileg gesehen. Zumindest für Ausländer, die schon lange hier leben, müsse eine einfachere Einbürgerung nur konsequent sein. Die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts aus dem Jahr 1999 hält er für weniger bahnbrechend als viele meinten; manches daran zeige immer noch Probleme Deutschlands mit Immigration.

Rita Süssmuth ging nach einer Karriere in der Wissenschaft als Professorin für Erziehungswissenschaften an den Universitäten Bochum und Dortmund und als Direktorin des Forschungsinstituts „Frau und Gesellschaft“ in Hannover in die Politik. Sie war von 1988 bis 1998 Präsidentin des Deutschen Bundestags und von 1985 bis 1988 Bundesministerin für Familie, Frauen, Jugend und Gesundheit. Als Expertin für Migration wurde Rita Süssmuth vom damaligen Bundesinnenminister Otto Schily zur Vorsitzenden der unabhängigen Kommission „Zuwanderung“  berufen. Von 2004 bis 2005 gehörte sie der UN-Weltkommission für Internationale Migration an. Sie ist heute Präsidentin des Konsortiums, das den deutschen Beitrag zum Aufbau der Türkisch-Deutschen Universität (TDU) in Istanbul koordiniert.

Andreas Fahrmeir ist seit 2006 Professor für Neuere Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des 19. Jahrhunderts an der Goethe-Universität, an der er auch studierte, und Principal Investigator des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Davor war er Doktorand in Cambridge, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in London, Unternehmensberater, Heisenberg-Stipendiat der DFG und Professor für europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Geschichte der Migrationspolitik, europäischer Eliten, Korruption und Korruptionsvorstellungen.

Der Exzellenzcluster kooperiert beim „Frankfurter Stadtgespräch“ mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main. Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt wieder herzlich willkommen.

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/fraknfurter-stadtgespraech

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 gegründet mit rein privaten Mitteln von freiheitlich orientierten Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern fühlt sie sich als Bürgeruniversität bis heute dem Motto "Wissenschaft für die Gesellschaft" in Forschung und Lehre verpflichtet. Viele der Frauen und Männer der ersten Stunde waren jüdische Stifter. In den letzten 100 Jahren hat die Goethe-Universität Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Chemie, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften."

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60629 Frankfurt am Main
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Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main
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„Nous n’avons pas besoin de tuer…“ bei der Luminale 2016. Kooperationsprojekte des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beleuchten Rechtfertigungen des Tötens und der Gewalt

Pressemitteilung

9. März 2016

FRANKFURT/OFFENBACH. Nach der erfolgreichen Kooperation im Rahmen der Luminale 2014 wird der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität auch in diesem Jahr bei dem internationalen Festival der Lichtkunst im Rhein-Main-Gebiet präsent sein. Er tut dies vom 13. bis 18. März in bewährter Zusammenarbeit mit der Stadt Offenbach. Kooperationspartner in diesem Jahr sind auch die Stadt Frankfurt, die Galerie Marion Meyer und inhaltlich insbesondere die Künstlerin Laura J Gerlach. Der Titel des diesjährigen Kooperationsprojekts lautet: „Nous n’avons pas besoin de tuer…“ („Wir haben es nicht nötig zu töten...“).

Der insgesamt dreiteilige Text – als Neon-Installation mit Sound von Laura J Gerlach – ist an drei Orten während der Luminale zu sehen: in Frankfurt bei der Galerie Marion Meyer in der Eichendorffstrasse und dem Lucae-Brunnen am Opernplatz sowie am Rathaus Offenbach. Die Eröffnung des Gesamtprojekts findet am Sonntag, 13. März, um 18 Uhr vor dem Rathaus Offenbach statt. Flankierend zu den Lichtkunst-Aktionen gibt es an den darauffolgenden Tagen eine Vernissage, ein Podiumsgespräch und einen wissenschaftlichen Vortrag.

„Nous n’avons pas besoin de tuer pour vivre!“ lautet der Schriftzug an der Galerie Meyer. Kombiniert wird dieses Zitat des international bekannten Designers Philipp Starck mit dem aus der Marseillaise stammenden Aufruf „Aux armes, citoyens“ („Zu den Waffen, Bürger“). Auf dem Brunnen des Frankfurter Opernplatzes ist eine Zeile der Deutschen Arbeiter-Marseillaise zu lesen: „für Freiheit, Recht und Brot“. An der Fassade des Rathauses in Offenbach schließlich steht: „Enrichissez-vous!“. Das Zitat wird François Guizot zugeschrieben, einem französischen Minister des 19. Jahrhunderts. Man kann es als „Bereichert euch!“ übersetzen. Dann folgt: „Eclairez-vous!, „Erhellt euch!“ oder „Klärt euch auf!“.

„Die inhaltliche Dimension des Themas zielt auf die grundlegende gesellschaftliche Frage, ob zu Zwecken des nicht nur Überlebens, sondern auch des Lebens getötet werden darf. Und ob es in unserer Gesellschaft erforderlich ist zu töten“, so die Künstlerin Laura J Gerlach. Um mögliche Rechtfertigungen für das Töten, die Todesandrohung und den Gebrauch von Waffengewalt geht es in den Beiträgen der Sprecher des Exzellenzclusters, Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, und dem Podiumsgespräch unter Leitung der Cluster-Geschäftsführerin Rebecca Caroline Schmidt. Hier spannt sich der Bogen von der Frage, ob äußerste Gewaltanwendung im Sinne der „gerechten Sache“ legitim erscheint, über ein vermeintliches Selbstverteidigungsrecht von Bürgern bis zur klassischen Diskussion, ob der Staat sein Gewaltmonopol auch dazu verwenden darf, seinerseits, etwa bei der Todesstrafe, zu töten.

Das Podiumsgespräch am 15. März um 19.30 Uhr in der Galerie Marion Meyer trägt den Titel „‘Zu den Waffen?/!‘ – Angst im Rechtsstaat“. Das Podium wird über die Frage diskutieren, wie der Handel, Besitz und Umgang mit Waffen rechtlich geregelt ist und wie sich Recht und Wirklichkeit zueinander verhalten, um sich dann mit dem aktuellen Problem des in einigen Teilen der Bevölkerung zu beobachtenden steigenden Unsicherheitsgefühls auseinanderzusetzen. Wie kann und soll ein Rechtsstaat darauf reagieren, wie lässt sich verhindern, dass Kriminalitätsfurcht umschlägt in die Forderung, jeder solle sich am besten selbst und auch durch Bewaffnung selbst schützen?

In seinem Vortrag „Auf Leben und Tod. Über das (Un-)Recht zu töten“ wird der Rechtswissenschaftler Klaus Günther am 17. März um 19 Uhr im Fotografie Forum Frankfurt die Beobachtung in den Mittelpunkt stellen, dass fast jeder absichtliche Tötungsakt von einer rechtfertigenden Erzählung begleitet wird. Die Frage nach dem „Warum?“ sucht nach Gründen, aus denen sich irgendein Recht folgern ließe, das den Tod verständlich, gerechtfertigt erscheinen lässt. In archaischen Erzählungen kommt der Tod überhaupt nur in die Welt, weil eine Verfehlung bestraft werden muss. Blut muss mit Blut, Leben mit Leben vergolten werden. Explizit ist dieser mythische Zusammenhang heute noch in der Todesstrafe, und er spielt auch bei vielen kriegerischen Auseinandersetzungen eine Rolle, in denen es darum geht, ein tatsächliches oder vermeintliches Unrecht zu vergelten.

Das Programm im Überblick:

Sonntag, 13. März 2016, 18.00 Uhr: Eröffnung des Gesamtprojekts mit Prof. Dr. Rainer Forst vor dem Rathaus Offenbach, Berliner Straße 100, 63065 Offenbach am Main

Dienstag, 15. März 2016, 18.30 Uhr: Vernissage in der Galerie Marion Meyer, Eichendorffstrasse 70a, 60320 Frankfurt am Main

Dienstag, 15. März 2016, 19.30 Uhr: Podiumsgespräch „‘Zu den Waffen?/!‘ – Angst im Rechtsstaat“ mit Dr. Reinhard Müller (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Andreas Engels (C. W. Engels Waffen), Moderation: Rebecca C. Schmidt; Galerie Marion Meyer

Donnerstag, 17. März 2016, 19.00 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Klaus Günther: „Auf Leben und Tod. Über das (Un-)Recht zu töten“; Fotografie Forum Frankfurt, Braubachstraße 30-32

Laura J Gerlach lebt als freie Künstlerin und Fotografin in Frankfurt, Paris und New York. Sie studierte an der Goethe-Universität Kunstgeschichte und Design an der Rhein-Main-Hochschule in Wiesbaden. Rainer Forst ist Professor für Politische Theorie und Philosophie. Klaus Günther bekleidet die Professur für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Das Projekt findet mit freundlicher Unterstützung der MainLicht GmbH statt.

Kontakt: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:

Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/luminale

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.

Herausgeber: Die Präsidentin

Abteilung PR & Kommunikation,

60629 Frankfurt am Main

Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798 – 13035, Telefax (069) 798 – 763 12531, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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„Normative Ordnungen“ beim LICHTER Filmfest. Begleitprogramm des Frankfurter Festivals in Kooperation mit dem geistes- und sozialwissenschaftlichen Exzellenzcluster der Goethe-Universität

Pressemitteilung

24. März 2016

FRANKFURT. Gut einhundert Einzelveranstaltungen gibt es beim 9. LICHTER Filmfest Frankfurt International, das sich in diesem Jahr dem Thema „Grenzen“ widmet und vom 29. März bis zum 3. April 2016 stattfindet. Als Festivalzentrum fungiert das Künstlerhaus Mousonturm. Neben internationalen Filmen und den besten Produktionen aus dem Rhein-Main-Gebiet gehört auch ein ambitioniertes Begleitprogramm dazu. Es findet in Kooperation mit dem Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ statt und umfasst neben einer transmedialen Ausstellung und einer Video-Techno-Oper verschiedene Vortrags- und Diskussionsformate mit Angehörigen des interdisziplinären Forschungsverbundes. Den Auftakt bildet das Podiumsgespräch „Europa: Außen.Grenzen.Innen“ am 30. März um 19.00 Uhr im Mousonturm. Diskutantin von Seiten des Clusters ist Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen.

Seit immer mehr Menschen nach Europa fliehen, wird den EU-Bürgern bewusst, dass Frieden, Wohlstand und Reisefreiheit keine Selbstverständlichkeiten sind. Die Geflüchteten geben den Dramen in den Herkunftsländern ein Gesicht. Ihre Anwesenheit konfrontiert die europäischen Gesellschaften mit Fragen wie diesen: Wie ist es um die viel beschworenen europäischen Werte bestellt? Muss Europa seinen Wohlstand stärker teilen? Welche Verantwortung trägt der Kontinent für die Konflikte in der arabischen Welt? Wie können die Europäer gemeinsam zu friedlichen Lösungen beitragen? Darüber diskutieren am Mittwoch, 30. März, ab 19.00 Uhr neben Nicole Deitelhoff auch Ralph Bollmann, Historiker und Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Karl Kopp, Europareferent Pro Asyl, und der Migrationsforscher und Journalist Mark Terkessidis. Die Moderation hat Eberhard Nembach, Politik-Redakteur bei hr-info.

Am Freitag, 1. April, wird der Mousonturm zur „Agora“ (griechisch: Marktplatz, Versammlungsort). Beim „Agora Staffelgespräch“, das um 13.00 Uhr beginnt und auf sieben Stunden angelegt ist, sprechen zwölf junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ihre Forschung an und mit Grenzen aus ihrer je eigenen Perspektive. Dabei sollen die Themen fließend mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wechseln. Das verbindende Thema Grenzen ist hierbei in mehrere Teilaspekte gegliedert, aus denen sich vier Panels ergeben: „Ich/Die Anderen“, „Hier/Dort“, „Welt/Raum“ und „Virtual/Reality“. Der interdisziplinäre Austausch lädt das Publikum dazu ein, gleichberechtigt mit den Vortragenden zu debattieren. Dabei nähern sich diese dem Begriff der Grenze mit kurzen Vorträgen und Präsentationen immer wieder neu. So entsteht die Möglichkeit, zu jedem Zeitpunkt in das Gespräch einzusteigen. Als Cluster-Angehörige mit dabei sind die Rechtswissenschaftler Sebastian Läßle und Matthias Kettemann, die Politikwissenschaftler Thorsten Thiel und Ben Kamis, der Soziologe Valentin Rauer und der politische Philosoph Jonathan Klein.

Das LICHTER Begleitprogramm im Überblick:

Mittwoch, 30. März 2016, 19.00 Uhr, Mousonturm, Studio 1
Auftaktpanel: „Europa: Außen.Grenzen.Innen“

Donnerstag, 31. März 2016, 19:00 Uhr, Mousonturm, Studio 2
Runder Tisch: „Frankfurter Kranz zur Flüchtlingshilfe“

Freitag, 1. April 2016, 13.00 Uhr – 20.00 Uhr, Mousonturm, Studio 2
Staffelgespräch: „Lichter Agora: Grenzen Unlimited“

Freitag, 1. April + Samstag, 2. April 2016, jeweils 19.45 Uhr, Naxoshalle
Liveact: „Video-Techno-Oper“

Samstag, 2. April 2016, 19.00 Uhr, Mousonturm, Studio 2
Gespräch: „Ästhetik der Grenze / Grenzen der Ästhetik“

29. März bis 3. April 2016, wechselnde Öffnungszeiten, Festivalzentrum Mousonturm
Ausstellung: „Grenz-Parcours: Walk the line!“

Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Begleitprogramms ist frei. Der Exzellenzcluster hat zudem die Patenschaft für den Dokumentarfilm „Les Sauteurs (Those who jump)“ übernommen. Er beleuchtet das Flüchtlingsgeschehen im Norden Marokkos aus der Sicht von Beteiligten. Vorführung (kostenpflichtig) und Hessenpremiere am 30. März um 21.00 Uhr im Mousonturm.

Adressen:
Künstlerhaus Mousonturm, Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main
Naxoshalle, Waldschmidtstraße 19, 60316 Frankfurt am Main

Kontakt:
LICHTER Filmfest:
Lisa Dressler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0160 945 24 338, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.lichter-filmfest.de
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Bernd Frye, Pressereferent, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Herausgeber: Die Präsidentin
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Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter
Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main
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David Graeber und Axel Honneth diskutieren über Bürokratie. Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 6. April um 19.30 Uhr in der Frankfurter Zentralbibliothek

Pressemitteilung

1. April 2016

FRANKFURT. Wahrscheinlich wünschen sich die meisten viel weniger Bürokratie – weniger Papierkram, weniger Vorschriften und weniger Anträge zur Erteilung eines Antragsformulars. Doch würde mit einem Abbau des Verwaltungsapparats auch gleich das soziale Machtgefälle weniger werden, oder braucht es, im Gegenteil, eine starke Administration, damit die Schwachen zu ihrem Recht kommen? Auch darum geht es in dem Gespräch zwischen David Graeber, Anthropologe an der London School of Economics und Autor des aktuellen Buches „Bürokratie – Die Utopie der Regeln“, und Axel Honneth, Sozialphilosoph an der Goethe-Universität und der Columbia-University, Direktor des Instituts für Sozialforschung Frankfurt sowie Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, der diese Diskussion ausrichtet. Sie findet am Mittwoch, 6. April, um 19.30 Uhr in der Frankfurter Zentralbibliothek statt.

„Dynamics of the Administered World – On the Diagnostic and Normative Relevance of a Contemporary Critique of Bureaucracy“, so lautet der Titel der öffentlichen Veranstaltung in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei (Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main). Sie findet in englischer Sprache statt, der Eintritt ist frei, eine Registrierung nicht erforderlich. Die Moderation liegt in den Händen von Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des geistes- und sozialwissenschaftlichen Exzellenzclusters mit Sitz an der Goethe-Universität. Das Buch David Graebers, das dem Gespräch mit Axel Honneth als Anlass und Ausgangspunkt dient, ist jetzt in deutscher Übersetzung erschienen. Die Originalausgabe aus dem Jahr 2015 heißt „The Utopia of Rules. On Technology, Stupidity, and the Secret Joys of Bureaucracy“.

David Graeber gilt als „Vater“ und „Galionsfigur“ der Occupy-Bewegung. Er ist Autor des Buches „Inside Occupy“ und des internationalen Bestsellers „Schulden. Die ersten 5000 Jahre“. Diese Studie fand vor allem in Deutschland höchstes Lob, so auch beim damaligen FAZ-Mitherausgeber Frank Schirrmacher, der Graeber einen „der führenden Köpfe seines Faches“ nannte. Mit seinem neuen Buch will der Anthropologe nach eigener Aussage ein „längst überfälliges Gespräch in Gang setzen“ über eine zeitgemäße, „linke Bürokratiekritik“. Dafür gelte es zunächst, mit dem vorherrschenden gesellschaftlichen Selbstverständnis aufzuräumen, nach dem die sogenannte Deregulierung und Ausdehnung von Märkten vermeintlich zum Abbau von Bürokratie geführt hätte: Das Gegenteil sei der Fall, nur habe uns die vorherrschende neoliberale Ideologie blind gemacht für diese Realität.

Um die Dynamiken der Bürokratisierung in den Blick zu bekommen, skizziert Graeber einen analytischen Rahmen, in dem Gewalt, Technologieentwicklung, Finanzialisierung, die Transformationen der Arbeitswelt sowie die Verschmelzung von Öffentlichem und Privatem in ihren systematischen Zusammenhängen erkennbar werden. Graebers Essay lässt sich dabei auch als Versuch der Aktualisierung eines ‚klassischen’ Topos der Kritischen Theorie verstehen – der Kritik der verwalteten Welt (Adorno) und des eindimensionalen Menschen (Marcuse) – deren gegenwärtige Bedeutung auch von seinem Gesprächspartner Axel Honneth immer wieder hervorgehoben wird, so auch in seinem Aufsatz „Pathologien der Vernunft“, enthalten in dem gleichnamigen Band mit dem Untertitel „Geschichte und Gegenwart der kritischen Theorie“.

Stärker als Graeber betont Honneth in seiner kritischen Theorie der Gesellschaft jedoch auch die zentrale Bedeutung, die Institutionen wie dem modernen Recht für die Entwicklung subjektiver Autonomie zukommt. Der von ihm geprägte normative Schlüsselbegriff der Sozialen Freiheit soll sich nicht gegen Institutionen richten, sondern vielmehr in diesen verwirklicht werden. Andererseits warnt auch Honneth vor zunehmender Bürokratisierung und mit dieser einhergehenden Pathologien. Wenn die mit Deregulierung und Sozialstaatsabbau versprochenen Freiheitsgewinne gleichzeitig neue Formen intensivierter sozialer Kontrolle mit sich bringen, könnte es sich um eine weitere Variante der normativen Paradoxien des modernen Kapitalismus handeln.

Wie also sind die Dynamiken der verwalteten Welt in der heutigen Zeit analytisch und normativ zu verstehen? Leben wir wirklich, wie Graeber behauptet, in einer Zeit der zunehmend totalen Bürokratisierung? Neben diesen zentralen Fragen stellen sich für das Gespräch vor allem auch die folgenden: Unterscheidet sich die moderne Bürokratie von der verwalteten Welt des 19. Jahrhunderts? Wie lässt sich ihre Beharrlichkeit und Verbreitung erklären? Was bedeutet Bürokratie für Beziehungen der Anerkennung, für soziale Gerechtigkeit und Freiheit? Und wären nicht-bürokratische Formen der Vergesellschaftung in pluralen und komplexen Gesellschaften wirklich möglich und wünschenswert?

Bevor David Graeber nach London ging, lehrte der gebürtige US-Amerikaner bis zum Jahr 2007 als Anthropologe in Yale. Zu seinen auf Deutsch erhältlichen Büchern gehört auch „Direkte Aktion. Ein Handbuch“ (2013). Die jüngsten Veröffentlichungen Axel Honneths umfassen „Das Recht der Freiheit“ (2011) und „Die Idee des Sozialismus“ (2015). Für „Die Idee des Sozialismus“ wurde Honneth der Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2015 zugesprochen. Die Preisverleihung findet am 18. April 2016 in Wien statt.

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.

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Lässt sich Wandel auch voraussagen? Die Ringvorlesung „Modelling Transformation“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 20. April 2016

Pressemitteilung

13. April 2016

FRANKFURT. Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität widmet sich in diesen Sommersemester dem Thema „Modelling Transformation“. Die fünfteilige Reihe, die der Cluster in Kooperation mit dem Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften und dem Sonderforschungsbereich „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ durchführt, erörtert Modellierungen von Transformation aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven. Im Zentrum der Beiträge stehen eine Positionsbestimmung zeitgenössischen historischen Denkens und die Frage nach einer historisch begründeten Prognostik. Der Auftaktvortrag von Wolfgang Knöbl, Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung, am 20. April um 18.15 Uhr im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend trägt den Titel „Was ist ein sozialer Prozess?“.

Historische Geisteswissenschaften befassen sich zwar fortwährend mit Phänomenen des Wandels, doch erstaunlich unterentwickelt ist die Diskussion darüber, wie das Phänomen „Wandel“ in den Geisteswissenschaften überhaupt zu denken ist. Mit welchen Deutungsmodellen erfassen wir Prozesse der Veränderung? Wie steuern unsere erkenntnistheoretischen Grundannahmen die Deutung von Wandel? Natürlich bieten historische Arbeiten andauernd vielfältige Erklärungen dafür an, warum (seltener: wie) die eine historische Formation zu einer anderen historischen Formation wurde. Aber die Deutungsmuster – die erkenntnistheoretischen, methodischen, nicht selten auch politischen Grundlagen dieser Erklärungen – bleiben meist implizit. Das ist umso erstaunlicher, als gerade hier der Brückenschlag zwischen empirischer Forschung und theoretischen Ansätzen gelingen könnte. Die aktuelle Ringvorlesung will dazu einen Beitrag leisten.

Im Mittelpunkt des ersten Vortrags am 20. April steht der Prozessbegriff, der in verschiedenen Ausprägungen schon seit der Gründungsphase der Sozialwissenschaften zu deren begrifflichen Handwerkszeug gehört. In seinem Vortrag versucht Wolfgang Knöbl, der im April 2015 die Leitung des Hamburger Instituts für Sozialforschung übernommen hat, anhand der Analyse vergangener und gegenwärtiger historischer wie soziologischer Diskussionen um den Prozessbegriff unterschiedliche theoretische Herangehensweisen zu typisieren und auch deren Stärken und Schwächen zu benennen. In der dann folgenden Vorlesung von Rudolf Stichweh, Professor für Theorie der modernen Gesellschaft an der Universität Bonn, geht es am 4. Mai um „Soziokulturelle Evolution und soziale Differenzierung: Das Studium der Gesellschaftsgeschichte und die beiden Soziologien der Transformation“. Stichweh sieht die Differenzierungs- und die Evolutionstheorie aufeinander angewiesen. Sein Vortrag demonstriert dies in einer elementaren Rekonstruktion der Gesellschaftsgeschichte.

Eva Geulen, die am 1. Juni referiert, lehrte bin zum vergangenen Jahr Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität, bevor sie an die Berliner Humboldt-Universität wechselte. Bei der Ringvorlesung beschäftigt sie sich mit der „Reihenbildung nach Goethe“. Dieser hatte in seiner Morphologie und anrainenden Schriften mit der Reihe als Modellierung von Formenwandel in der Zeit experimentiert. Im 20. Jahrhundert wurde dieses protostrukturalistische Verfahren in verschiedenen Disziplinen wieder aufgenommen. Ihrer kritischen Sichtung gilt der Vortrag.

Der vierte und der abschließende fünfte Beitrag finden auf Englisch statt. Andrew Abbott, Soziologe an der University of Chicago, spricht am 15. Juni in seinem Vortrag „Processual Social Theory“ über die Grundlagen einer prozessualen Theorie des gesellschaftlichen Lebens. Er skizziert dabei eine Sozialontologie, in der sowohl Personen als auch soziale Gruppen als Entwicklungslinien, definiert über Ereignisse im Laufe der Zeit, hervorgebracht werden. Lorraine Daston schließlich analysiert am 29. Juni die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufkommende Ansicht, wonach die Ursprünge der modernen Welt auf die wissenschaftliche Revolution zurückzuführen seien und nicht auf die religiöse Reformation oder politische und industrielle Revolutionen. Die Referentin ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Ihr Frankfurter Vortrag heißt „The Strange Modernity of Modern Science“.

Organisiert wird die Ringvorlesung von einem Team um die Clustermitglieder und Professoren Bernhard Jussen (auch Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften) und Hartmut Leppin (auch SFB „Schwächediskurse und Ressourcenregime“). Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen. Alle Vorträge finden im Hörsaalzentrum (Raum HZ 10) auf dem Campus Westend statt. Beginn ist jeweils um 18.15 Uhr. Die Termine im Überblick:

20. April 2016
Prof. Dr. Wolfgang Knöbl (Hamburger Institut für Sozialforschung): Was ist ein sozialer Prozess?

4. Mai 2016
Prof. Dr. Rudolf Stichweh (Universität Bonn): Soziokulturelle Evolution und soziale Differenzierung: Das Studium der Gesellschaftsgeschichte und die beiden Soziologien der Transformation

1. Juni 2016
Prof. Dr. Eva Geulen (Humboldt-Universität zu Berlin): Reihenbildung nach Goethe

15. Juni 2016
Prof. Dr.Andrew Abbott (University of Chicago): Processual Social Theory

29. Juni 2016
Prof. Dr. Lorraine Daston (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin): The Strange Modernity of Modern Science

Information: Prof. Dr. Bernhard Jussen, Tel.: 069/798-32424 (Sekretariat), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Dr. Steffen Bruendel, Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften, Tel. (069) 798-32344 (Sekretariat), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.normativeorders.net, www.fzhg.org, www.sfb1095.net

Programm: www.normativeorders.net/ringvorlesungen

Viel Glück beim nächsten „Frankfurter Stadtgespräch“. Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 21. April 2016 als Prolog zur Ausstellung „Stefan Sagmeister. The Happy Show“ im Museum Angewandte Kunst

Pressemitteilung

14. April 2016

FRANKFURT. „Alle rennen nach dem Glück, das Glück rennt hinterher“, heißt es in der „Dreigroschenoper“ von Bertold Brecht. Doch worin besteht das Glück überhaupt? Nach Immanuel Kant ist „Glückseligkeit ein so unbestimmter Begriff“, dass kein Mensch wissen könne, „was er eigentlich wünsche und wolle“. Über das weite Feld des Wohlbefindens, über das gute, richtige und vielleicht sogar gelingende Leben unterhalten sich zwei Experten ohne Patentrezepte beim zwanzigsten „Frankfurter Stadtgespräch“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zum Thema
 
„Glück – Fortuna und Felicitas: Ambivalenzen der Lebenskunst“
am Donnerstag, dem 21. April 2016, um 19.00 Uhr
im Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main.
 
Das Stadtgespräch wird in bewährter Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt ausgerichtet. Besonderer Kooperationspartner bei der jüngsten Auflage ist das Museum Angewandte Kunst, das von April bis September 2016 die Ausstellung „Stefan Sagmeister. The Happy Show“ zeigt. Sie wird am 22. April eröffnet – und genau einen Tag zuvor spricht der Grafikdesigner Stefan Sagmeister, der in der international gefeierten Ausstellung seine Erfahrungen auf der Suche nach dem Glück verarbeitet, im Format des Stadtgesprächs mit dem Philosophieprofessor Martin Seel. Er ist Mitglied des Exzellenzclusters und Autor zahlreicher Bücher, Aufsätze und Artikel zur Philosophie der Lebenskunst, aber auch zu Tugenden und Lastern, die in Bezug auf das Glück ja nicht immer so leicht voneinander zu unterscheiden sind. Die Moderation hat Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des geistes- und sozialwissenschaftlichen Exzellenzclusters.
 
Es scheint selbstverständlich, das Streben nach Glück als wesentlichen Bestandteil unserer Selbst- und Weltverhältnisse zu verstehen. Dabei betreffen Fragen des Glücks nicht nur die Einzelnen in ihrem Alltag – auch die Wissenschaften und Künste erforschen die Bedeutung des Glücks. Es tritt überdies als Leitlinie politischer und rechtlicher Belange in Erscheinung und hat als „pursuit of happiness“ sogar Einzug in die US-amerikanische Verfassung gehalten. Wie jedoch lässt sich der Begriff des Glücks konkreter bestimmen? Ist Glück Zufall oder Verdienst? Was sind gesellschaftliche und politische Bedingungen der Möglichkeit von Glück? Und was hat es mit der gegenwärtigen „Glückshysterie“ auf sich? Diese und weiter Fragen bilden den Bezugsrahmen des Gesprächs, das inhaltlich auf die Ausstellung einstimmen soll.
 
In der Ausstellung „Stefan Sagmeister. The Happy Show“, die nach Stationen in Nordamerika, Paris und Wien nun zum ersten und einzigen Mal in Deutschland zu sehen ist, präsentiert der Superstar des Grafikdesigns die Resultate seiner Selbstversuche: Was macht uns glücklich? Kann man das Glücklichsein trainieren?  Auf spielerische Weise verarbeitet Sagmeister seine Forschungen rund ums Glück zu hochgradig emotionalen Infografiken, Schlagzeilen, Drucken, amüsant-lehrreichen Videos, Installationen sowie Skulpturen und gibt so Einblick in seine Gedankenwelt. Seine Ergebnisse ergänzt er um sozialwissenschaftliche Daten der Psychologen Daniel Gilbert, Steven Pinker und Jonathan Haidt, des Anthropologen Donald Symons und bedeutender Historikerinnen und Historiker.
 
Stefan Sagmeister, der im österreichischen Bregenz geboren wurde und in New York lebt und arbeitet, repräsentiert einen neuen Typus von Designer, der aus einem emotional aufgeladenen, globalen Erfahrungsschatz schöpft. Mit seinem charakteristischen Design, das Typografie und Bildsprache auf verblüffende, teils auch verstörende Weise mischt, wurde Stefan Sagmeister zu einem der einflussreichsten Grafikdesigner der vergangenen Jahrzehnte. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die Albumcover für Lou Reed, The Rolling Stones, Brian Eno & David Byrne oder die Talking Heads sowie innovative Kampagnen für Unternehmen wie HBO und Levi’s. Sagmeister gewann zahlreiche internationale Designpreise und zwei Grammys für Albumgestaltungen.
 
Martin Seel, Professor für Philosophie an der Goethe-Universität, ist für seine Arbeiten in der theoretischen, aber auch in den Bereichen der Ästhetik und praktischen Philosophie bekannt. Zu seinen jüngsten Publikationen gehören „Die Künste des Kinos“ und „Aktive Passivität. Über den Spielraum des Denkens, Handelns und anderer Künste“. Dem Thema Glück widmete er sich bereits in seinem 1995 erschienenen Buch „Versuch über die Form des Glücks. Studien zur Ethik“. Dort behandelte er insbesondere das Problem, wie sich ein gutes zu einem moralisch „richtigen“ Leben verhält. Auch in weiteren Publikationen, darunter „Paradoxien der Erfüllung“, spielen diese Themen eine gewichtige Rolle, oftmals in einem umfassenderen Horizont ästhetischer und ethisch-moralischer Gesichtspunkte. Dass er seine Gegenstände nicht nur auf akademische Weise behandelt, lassen vor allem seine Bücher „Theorien“ und „111 Tugenden, 111 Laster. Eine philosophische Revue“ erkennen.
 
Der Eintritt zum Stadtgespräch mit Stefan Sagmeister und Martin Seel ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Ausstellung „Stefan Sagmeister. The Happy Show“ ist vom 23. April bis zum 25. September im Museum Angewandte Kunst zu sehen.
 
Kontakt:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/
Museum Angewandte Kunst: Dorothee Maas (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Tel.: 069/212-32828, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,www.museumangewandtekunst.de
 
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
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Vortrag zur islamistischen Jugendkultur. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 25. April 2016 im Klingspor-Museum

Pressemitteilung

21. April 2016
 
FRANKFURT/OFFENBACH. „Salafisten und Jihadisten - die ‚jungen Wilden‘ der Ummah“ – so lautet der Titel des jüngsten Vortrags im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“, einer gemeinsamen Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und der Stadt Offenbach. Referentin am Montag, dem 25. April, um 19.00 Uhr im Offenbacher Klingspor-Museum ist Susanne Schröter, Professorin für Ethnologie an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Der Eintritt ist frei.
 
Salafismus und Jihadismus sind Spielarten eines weltweit operierenden, religiös begründeten Extremismus, der seit einigen Jahren auch in Deutschland viele Anhänger findet. Obwohl die salafistische Ideologie häufig von Älteren geteilt wird, zeigt sie sich doch vorwiegend in Gestalt einer Jugendbewegung mit eigener Musik, Sprache, Kleidung und Symbolik. In provokativen Statements inszenieren sich junge Salafisten und Salafistinnen als Rebellen gegen die nichtmuslimische Mehrheitsgesellschaft sowie gegen traditionelle oder progressive Muslime, denen sie vorwerfen, sich von den Grundlagen des Islam entfernt zu haben. Sie lehnen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Gleichberechtigung der Geschlechter ab und streben eine totalitäre Ordnung an, von der sie sich eine Lösung sozialer und politischer Probleme und mehr Gerechtigkeit erhoffen
 
Susanne Schröter ist Professorin für Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen, Direktorin des Instituts für Ethnologie, Direktorin im Cornelia Goethe Centrum für Geschlechterforschung und Vorstandsmitglied des Deutschen Orient-Instituts. Am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ gründete sie im Jahr 2014 das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI), dessen Leiterin sie auch ist. Zu ihren jüngsten Publikationen gehört die Studie „Gott näher als der eigenen Halsschlagader“ über fromme Muslime in Deutschland, für die sie von 2011 bis 2015 in Wiesbaden mit 130 Muslimen sowie mit Verantwortlichen aus Politik, Schulen, Jugendarbeit, Kirchen, Polizei und Verwaltung gesprochen hat.
 
Am 29. April veranstaltet das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam am Exzellenzcluster in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung im Historischen Museum Frankfurt die Konferenz „Welcher Islam gehört zu Deutschland?“. Das FFGI wird sich auch im weiteren Verlauf des Jahres mit diesem Schwerpunktthema befassen und eine Reihe von Veranstaltungen anbieten, auf denen ergebnisoffen diskutiert und gestritten, unorthodoxe Modelle der Konfliktlösung erörtert und neue Wege eines milieuübergreifenden Miteinanders erdacht werden können.
 
Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor-Museum und auch der Gesamtreihe sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch wieder die Möglichkeit zur Diskussion.
 
Prof. Dr. Susanne Schröter
Salafisten und Jihadisten - die „jungen Wilden“ der Ummah
Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“
Montag, 25. April 2016, 19.00 Uhr
Klingspor-Museum Offenbach
Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main
 
Informationen:
Oliver Bertrand (FFGI), Sekretariat von Prof. Dr. Susanne Schröter, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. (069)798-33062, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net, www.ffgi.net
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft
 
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Herausgeber: Die Präsidentin
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„Verkehrte Welten. Unordnungen des Films“. Die neue Vorlesungsreihe zum Kino des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 29. April

Pressemitteilungen

22. April 2016

FRANKFURT. Fernseh-, Dokumentar- und vor allem Kinofilme: Eine Beschäftigung mit bewegten Bildern und ihrer Erzählstruktur gehört schon von Anfang an zu den Forschungsthemen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Auch präsentieren Mitglieder des Clusters und prominente Gäste ihre Überlegungen regelmäßig in öffentlichen Vorlesungsreihen, bei denen die besprochenen Werke gezeigt werden. In diesem Sommersemester geht es um „Verkehrte Welten. Unordnungen des Films“. Die Reihe startet am 29. April um 19.00 Uhr mit Heiner Goebbels und dem Film „L’Année dernière à Marienbad“ von Alain Resnais im Museum für Moderne Kunst (Domstr. 10, 60311 Frankfurt).

Nicht nur in der sozialen und politischen Welt, auch in den Künsten bilden sich ein ums andere Mal Verfahrensordnungen heraus, die für eine – wenn auch oft nur kurze – Weile einen Standard der Produktion und Rezeption entsprechender Werke bereitstellen und sich dabei in größerer oder geringerer Spannung zu den normativen Verhältnissen jeweiliger Gesellschaften befinden. Dies trifft auch auf die Entwicklung von Spielfilmen zu. Jeder einzelne solcher Filme entsteht – und steht damit – im Kontext von Genres und ihren Konventionen, zu denen er sich auch und gerade dann verhält, wenn er mit ihnen bricht. Diesen Umbrüchen der Form filmischer Gestaltung ist die Vorlesungsreihe gewidmet. Sie führt vor, wie innovative Filme die bis dahin vertrauten Welten des Films verkehren können. An ausgewählten Beispielen soll demonstriert und diskutiert werden, wie sie etablierte Ordnungen des Erzählens in Unordnung bringen und damit zugleich die Ordnung des Lebens außerhalb des Kinos erschüttern und befragen.

Heiner Goebbels, der Auftaktredner am 29. April, gehört bereits seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Exponenten der zeitgenössischen Musik- und Theaterszene und hat sich zugleich als Kunsttheoretiker und Wissenschaftler einen Namen gemacht. Goebbels lehrt am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen. Bekannt wurde er unter anderem als Mitbegründer des „Sogenannten Linksradikalen Blasorchester“ und durch seine Zusammenarbeit mit Heiner Müller. Von 2012 bis 2014 war er künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale – International Festival of the Arts. Seinem Vortrag hat Goebbels den Titel „Alain Robbe-Grillet und das leere Zentrum“ gegeben. Der französischer Autor und Regisseur Robbe-Grillet gilt als Begründer des „Nouveau Roman“. Das „leere Zentrum“ ist eine von ihm beschriebene und angewandte künstlerische Strategie. Goebbels zeigt deren Wirkung in dem Film „L’Année dernière à Marienbad“ („Letztes Jahr in Marienbad“) von Alain Resnais aus dem Jahr 1961.

Organisiert wird die aktuelle „Kino-Reihe“ von Angela Keppler, Professorin für Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Mannheim und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters, zusammen mit Martin Seel, Cluster-Mitglied und Philosophie-Professor an der Goethe-Universität. Keppler und Seel gehören auch zu den Herausgebern und Autoren zweier aktueller Sammelbände. Hier sind die Erträge und Beiträge der bisherigen Forschungsprojekte und Vorlesungsreihen zum Thema dokumentiert. Erschienen sind die Bände in der Schriftenreihe, die der Forschungsverbund im Campus Verlag herausgibt: „Gesetz und Gewalt im Kino“ (hrsg. von Angela Keppler, Judith-Frederike Popp und Martin Seel, Frankfurt am Main 2015) und „Erzählungen und Gegenerzählungen. Terror und Krieg im Kino des 21. Jahrhunderts“ (hrsg. von Jochen Schuff und Martin Seel, Frankfurt am Main 2016).

Die Termine im Überblick:

Freitag, 29. April 2016, 19.00 Uhr

Heiner Goebbels (Justus-Liebig-Universität Gießen):

Alain Robbe-Grillet und das leere Zentrum

über „L’Année dernière à Marienbad“ von Alain Resnais (F-I 1961)

Freitag, 13. Mai 2016, 19.00 Uhr

Lorenz Engell (Bauhaus-Universität Weimar):

Wer lebt, stört. Symbolische und imaginäre Un/Ordnung des Films

über „Swimming Pool“ von François Ozon (F 2003)

Freitag, 27. Mai 2016, 19.00 Uhr

Josef Früchtl (Universität Amsterdam):

Kino als humane Kunst

über „Close-Up“ von Abbas Kiarostami (IRN-F 1990)

Freitag, 8. Juli 2016, 19.00 Uhr

Verena Lueken (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt am Main):

Frau am Steuer, das wird teuer

Die Blechpiratinnen des Quentin Tarantino in „Death Proof“ (USA 2007)

Der Einritt zu allen Terminen ist frei. Nach den einleitenden Vorträgen sind die Werke im Original mit Untertiteln zu sehen. Zum Abschluss freuen sich die Referenten auf die Meinung des Publikums.

Museum für Moderne Kunst, Domstr. 10, 60311 Frankfurt

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de

Liam B. Murphy über die „Illusion“ des Eigentumsrechts. Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 2. und 3. Mai 2016 zum Thema „Private Law and Public Illusion“

Pressemitteilung

28. April 2016
 
FRANKFURT. Liam B. Murphy, Professor für Rechtswissenschaft und Philosophie an der New York University, ist neuer „Frankfurt Lecturer“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Der Gerechtigkeitsdenker, der an der Schnittstelle von philosophischer Grundlagenforschung und konkreter rechtlicher Umsetzung arbeitet, widmet sich an zwei Tagen dem Oberthema „Private Law and Public Illusion“. Die Vorträge in englischer Sprache bauen aufeinander auf. Sie beginnen jeweils um 18.15 Uhr im Hörsaalzentrum (Raum HZ 6) auf dem Campus Westend. Am 2. Mai geht es um „Artificial Morality“ und am 3. Mai um „The Persistence of an Illusion“.
 
In seinen öffentlichen Vorlesungen beleuchtet Liam B. Murphy die Gesetzgebung auf dem Gebiet des Vertrags- und Eigentumsrechts, wie sie in marktwirtschaftlich verfassten Gesellschaften zu finden ist. In weiten Teilen der Öffentlichkeit, so Murphy, herrsche die Meinung vor, dass diese Gesetzte auch die natürlichen moralischen Rechte und Pflichten der Menschen widerspiegeln. Dies sei jedoch eine Illusion, ein – wie er es auch nennt – Missverständnis mit negativen Auswirkungen auf den öffentlichen Diskurs über Möglichkeiten der Ausgestaltung unseres Gesellschaftssystems. Dies betreffe besonders auch die Diskussion über steuerpolitische Fragen. Nach Murphys Ansicht können die Konventionen und Praktiken, die im Zusammenhang mit dem Vertrags- und Eigentumsrecht stehen, nur instrumentell beurteilt werden – und zwar mit Blick auf die dergestalt produzierten sozialen Güter, darunter soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit.
 
Liam B. Murphy ist Inhaber der Herbert Peterfreund-Professur für Recht und Professor für Philosophie an der Law School der New York University (NYU). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Rechts-, Moral- und politische Philosophie. Eine seiner bekanntesten Publikationen ist „The Myth of Ownership: Taxes and Justice“ aus dem Jahr 2002. Zusammen mit seinem Ko-Autor  Thomas Nagel, ebenfalls Philosoph an der NYU, geht es Murphy hier um eine gerechtigkeitstheoretische Durchdringung steuerpolitischer Fragen. Zu seinen jüngsten Publikationen zählen der Aufsatz „Why Does Inequality Matter?: Reflections on the Political Morality of Piketty's ‘Capital in the Twenty-First Century’” (2015) und die Monographie „What Makes Law : An Introduction to the Philosophy of Law” (2014).
 
Liam B. Murphy ist der mittlerweile neunte Frankfurt Lecturer. Im Rahmen seiner Frankfurt Lectures lädt der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität herausragende Forscher ein, in zwei aufeinander folgenden Vorlesungen bestimmte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen auf eine theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise zu bearbeiten.
 
Zu den bisherigen Vortragenden im Rahmen der Frankfurt Lectures gehörten Philip Pettit, der an der Princeton University Philosophie und Politische Theorie lehrt, und R. Jay Wallace, Professor für Philosophie an der University of California, Berkeley. Ebenfalls Frankfurt Lecturer waren Martti Koskenniemi, Völkerrechtler an der Universität Helsinki und Ehrendoktor der Goethe-Universität, sowie Charles Larmore, Professor für Philosophie an der Brown University (Rhode Island, USA). Seine Lectures sind in der Schriftenreihe „Frankfurter Vorlesungen“ unter dem Titel „Vernunft und Subjektivität“ im Suhrkamp Verlag erschienen.
 
Frankfurt Lectures im Sommersemester 2016
Liam B. Murphy: Private Law and Public Illusion
 
Montag, 2. Mai 2016, Lecture I: Artificial Morality
Dienstag, 3. Mai 2016, Lecture II: The Persistence of an Illusion
Jeweils18.15 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 6
 
Vorträge in englischer Sprache.
Der Eintritt ist frei, die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen.
 
 
Kontakt:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/
 
 
 
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft inGOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
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Joan W. Scott hält die nächste Kantorowicz Lecture an der Goethe-Universität. Gemeinsame Veranstaltung des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 18. Mai 2016

Pressemitteilung

12. Mai 2016
 
FRANKFURT. Vor dreißig Jahren hat sie den Begriff „Gender“ als Kategorie der Analyse und der Kritik in die Geschichtswissenschaft eingeführt. In jüngerer Zeit widmete sie sich dem Einfluss von Geschlechterdifferenzen und Ungleichheiten auf demokratische Praktiken. Auch aktuelle Normierungen wie das Kopftuchverbot in Frankreich gehören deshalb zu ihren Themen. Die über Fachgrenzen hinaus höchst einflussreiche Historikerin Joan W. Scott hält in diesem Sommersemester an der Goethe-Universität die Kantorowicz Lecture in Political Language, veranstaltet vom Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Die emeritierte Professorin der Universität Princeton spricht über
 
„French Laïcité, the Old and the New“
am: Mittwoch, dem 18. Mai 2016, um 18.00 Uhr
Ort: Campus Westend der Goethe-Universität, Casino, Raum 1.801
 
Wie immer ist die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt. Joan Scott behandelt die Geschichte und die aktuellen Verwendungen des Prinzips der „Laïcité“, des französischen Konzepts von Säkularismus sowie strikter Trennung von Kirche und Staat. Im Zentrum steht die Art und Weise, wie alte und neue Säkularisten ihre Aufmerksamkeit auf Frauen richten. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert blickten sie auf die Gefahren, die angeblich von einer den französischen Frauen unterstellten Neigung zur (katholischen) Religion ausging. Im 21. Jahrhundert konzentrieren sie sich auf die vorgebliche Bedrohung der Republik durch verschleierte muslimische Frauen. Der Vortrag wird sowohl die Historizität normativer Ordnungen beleuchten als auch die Herausforderungen, die Geschlechterdifferenzen für sie darstellen.
 
Joan W. Scott ist emeritierte Professorin der School of Social Science am Institute for Advanced Study der Universität Princeton, USA. Sie ist Autorin des Klassikers „Gender and the Politics of History” sowie zahlreicher Artikel und Bücher, einschließlich „Gender: A Useful Category of Historical Analysis”, „Only Paradoxes to Offer: French Feminists and the Rights of Man” und „The Politics of the Veil”. Vor kurzem veröffentlichte sie „The Fantasy of Feminist History“. Aktuell untersucht sie die Geschichte von Säkularismus und Gleichstellung in modernen westlichen Nationalstaaten.
 
Die einmal pro Jahr stattfindenden Kantorowicz Lectures in Political Language erinnern an Ernst Kantorowicz, der zu den herausragenden Forscherpersönlichkeiten der Frankfurter Universitätsgeschichte gehört. Kantorowicz musste die Universität 1934 zwangsweise verlassen und wurde später am Institute for Advanced Study in Princeton zu einem der international einflussreichsten Geisteswissenschaftler, dessen Arbeiten bis heute zu den meistzitierten gehören. Die 2011 ins Leben gerufene Vortragsreihe konzentriert sich auf das Thema der „politischen Sprache“. Stets sprechen sehr renommierte Gäste aus dem In- und Ausland, wie beispielsweise der Philosoph und Historiker Quentin Skinner (2011) oder der Komponist, Regisseur und Kunsttheoretiker Heiner Goebbels (2015).
 
Information:
Dr. Steffen Bruendel, Forschungsdirektor und Geschäftsführer des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, 069/798-32344 (Sekretariat), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ; www.fzhg.org; www.normativeorders.net/de/
 
 
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft inGOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
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Wie kam die Moral in die Welt? – Vorträge von Philip Pettit. Veranstaltung der Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“ in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 30. und 31. Mai 20

Pressemitteilung

20. Mai 2016
 
FRANKFURT. Wenn sich einer der meistdiskutierten politischen Philosophen der Gegenwart einem ebenso zeitlosen wie grundlegenden Thema auf neue Art und Weise widmet, darf man schon gespannt sein. Philip Pettit, gebürtiger Ire mit Professuren in Princeton, USA, und an der Australian National University in Canberra, fragt, wie die Moral in die Welt gekommen sei. Wie entstanden allgemeine Vorstellungen von Richtig und Falsch, Gut und Böse, und wann kann man jemanden wirklich für sein Handeln verantwortlich machen?
 
„How Language Gives Birth to Ethics“ heißt die zweiteilige Vorlesung an der Goethe-Universität, in der Pettit diesen Fragen nachgehen wird. Er entwickelt seinen Gegenstand in aufeinander aufbauenden Vorträgen. Sie beginnen jeweils um 18.15 Uhr im Hörsaalzentrum (Raum HZ 3) auf dem Campus Westend. Am 30. Mai geht es um „Reports, avowals and pledges“, und am 31. Mai stehen „Desirability and responsibility“ im Mittelpunkt. Veranstaltet werden die Vorlesungen – sie finden in englischer Sprache statt – von der Kolleg-Forschergruppe „Justitia Amplificata“ in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Der Eintritt ist frei, die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen.
 
Für Philip Pettit ging die Entwicklung moralischer Vorstellungen Hand in Hand mit einer Ausdifferenzierung des Sprachgebrauchs. Mögen Menschen in frühen Phasen der Zivilisationsgeschichte vor allen Dingen einfache Mitteilungen („reports“) über Sachverhalte des Alltags ausgetauscht haben, war ihre Kommunikation in der Folgezeit auch zunehmend davon geprägt, Wünsche und Hoffnungen auszudrücken, sich selbst anderen gegenüber zu erklären und Versprechungen abzugeben. Mit diesem Wandel der Gewohnheiten schlug auch die Geburtsstunde der Moral.
 
Die Entstehung der Moral, wie sie Pettit rekonstruiert, ist ganz wesentlich mit dem Wunsch der Menschen verbunden, als verlässliche und glaubwürdige Gesprächspartner ernst genommen zu werden. Um dies zu erreichen, legen sie ihre Überzeugungen und Wünsche offen und gehen damit Verpflichtungen ein, an denen sie gemessen werden können. Durch derartige  Praktiken – nicht nur von Individuen, sondern auch von größeren Gruppen – bilden sich Muster des Erwünschten und Wünschenswerten, die uns in die Lage versetzen, Handlungen zu beurteilen und Akteure verantwortlich zu machen.
 
Philip Pettit ist Laurance S. Rockefeller University Professor of Politics and Human Values an der Princeton University und Distinguished University Professor of Philosophy an der Australian National University. Er gilt als einer der bedeutendsten politischen Philosophen der Gegenwart, dessen Breitenwirkung auf die philosophische und politiktheoretische Diskussion der letzten Jahre kaum zu unterschätzen ist. Als politischer Berater war er unter anderem für die spanische Regierung unter José Luis Zapatero tätig.
 
Neben zahlreichen wichtigen Beiträgen zur Metaphysik und der Philosophie des Geistes, zur Sozialontologie und Philosophie der Sozialwissenschaften sowie zur Moralphilosophie hat er mit seinem Buch „Republicanism: A Theory of Freedom and Government“ (1997) maßgeblich zu einer Wiederbelebung republikanischen politischen Denkens beigetragen. Eine seiner jüngsten Publikationen ist im vergangenen Jahr auf Deutsch erschienen: „Gerechte Freiheit – Ein moralischer Kompass für eine gerechte Welt“. Hier plädiert Pettit für das Ideal der Freiheit als Nichtbeherrschung in ihrer ursprünglichen republikanischen Form.
 
Justitia Amplificata („Erweiterte Gerechtigkeit - konkret und global“) ist eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Kolleg-Forschergruppe an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und an der Freien Universität Berlin. Die Forschergruppe und den Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität verbinden zahlreiche Kooperationen.
 
Gastwissenschaftler beider Institutionen arbeiten am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Dort forscht Philip Pettit in diesen Wochen als Senior Fellow von Justitia Amplificata. Im Wintersemester 2011/2012 hielt der Philosoph zwei vielbeachtete Vorträge zum Thema „Republican Justice and Democracy“ im Rahmen der Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters.
 
Philip Pettit: How Language Gives Birth to Ethics
Montag, 30. Mai 2016, Lecture I: Reports, avowals and pledges
Dienstag, 31. Mai 2016, Lecture II: Desirability and responsibility
 
Jeweils 18.15 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 3
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Theodor-W.-Adorno-Platz 5, 60323 Frankfurt am Main
 
Vorträge in englischer Sprache.
Der Eintritt ist frei, die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen.
 
Kontakt:
Koordinationsbüro der Kollegforschergruppe „Justitia Amplificata“, Valérie Bignon, Tel.: 069/798-36524, Mail:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,
www.justitia-amplificata.de, www.normativeorders.net/de
 
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online(www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
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Frauen im Islam. Fachtagung in Wiesbaden analysiert das Spannungsfeld zwischen Emanzipation und Radikalisierung

Medieneinladung

30. Mai 2016

FRANKFURT.„Frauen im Islam – zwischen Emanzipation und Radikalisierung “ ist das Leitthema einer zweitägigen medienöffentlichen Tagung mit hochkarätigen Fachleuten, die auf Einladung der Goethe-Universität, des Hessischen Landeskriminalamts und des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" am 2. und 3. Juni 2016 in Wiesbaden stattfindet. In Diskussionen und Vorträgen geht es um Themen wie „Muslimische Frauenrechtsbewegung, Islam und der säkulare Staat“, „Frauenrechte und Islam“, „Muslime und ihre Chancen in unserer Gesellschaft“ oder „Musliminnen und ihre Rechte“.

„Allgemeine Einblicke in die Radikalisierung“ verspricht der Vortrag des ehemaligen Spiegel-Chefredakteurs und Leiter des investigativen Rechercheverbundes von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung, Georg Mascolo. Prof. Susanne Schröter, Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam, referiert zum Thema „Muslimische Frauenrechtsbewegungen, Islam und der säkulare Staat.“ Eine Podiumsdiskussion klärt zum Abschluss: „Was fasziniert Frauen an einer fundamentalistischen Gesellschaftsordnung?“

Eröffnet wird die Tagung vom Hessischen Innenminister Peter Beuth, der Präsidentin der Goethe-Universität Professor Birgitta Wolff, sowie der Präsidentin des Hessischen Landeskriminalamts Sabine Thurau.

Fachtagung „Frauen im Islam – zwischen Emanzipation und Radikalisierung “
Beginn: 2. Juni, 9 Uhr, Ende: 3. Juni, 16 Uhr
Landeshaus Wiesbaden, Kaiser-Friedrich-Ring 75, 65185 Wiesbaden

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, an der Tagung teilzunehmen.

Akkreditierung: Hessisches Landeskriminalamt, Herr Max Weiß (Pressesprecher), Telefon: 0611 / 83 – 8119, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Olaf Kaltenborn (Goethe-Universität)
Max Weiß (Hessisches Landeskriminalamt)

Waffen, Notwehr, Cyberwar – Gewalt und ihre Rechtfertigungen. Rahmenprogramm des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zur Ausstellung „Unter Waffen. Fire & Forget 2“ im Museum Angewandte Kunst / Pressekonferenz am 8. September

Pressemitteilung

18. August 2016

FRANKFURT.Wer weiß schon, wie oft der „Peacemaker“ genannte Patronenrevolver der Firma Colt wirklich für Frieden gesorgt hat? Und warum eigentlich wurde ausgerechnet der Tarnjackenlook zum Hingucker in der modernen Mode? Von der Welt der Waffen scheint eine ambivalente Faszination auszugehen. Ihren Spuren in Kunst, Mode, Design und Alltagskultur folgt das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt ab dem 10. September. Kooperationspartner ist der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, der seinerseits im Rahmenprogramm nach gesellschaftlichen Rechtfertigungsmustern für den Gebrauch von Waffen fragt. Dabei ist der Begriff selbst schon erklärungsbedürftig – zumal in Zeiten autonom agierender Drohnen, Pistolenteilen aus dem 3D-Drucker und Cyberwar-Attacken, bei denen kein einziger Schuss fällt.

Die Ausstellung „Unter Waffen. Fire & Forget 2“ ist bis zum 26. März 2017 zu sehen. Das vom Exzellenzcluster verantwortete Rahmenprogramm aus Vorträgen, Diskussionsrunden und Filmscreenings umfasst 14 Einzeltermine, gleichmäßig verteilt über die Laufzeit der Ausstellung. Die Beteiligten sind Mitglieder des Forschungsverbundes mit Sitz an der Goethe-Universität, weitere Wissenschaftler und Künstler sowie Angehörige des Kuratorenteams. Den Auftakt bildet ein Vortrag von Klaus Günther, Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität und Co-Sprecher des Clusters. Er widmet sich am 14. September um 19 Uhr im Museum dem Thema: „Mit Waffen wehren sich Mann und Frau. Die Rechtfertigung der Selbstverteidigung“.

Wer Gewalt anwendet, erzählt fast immer eine rechtfertigende Geschichte – sei es von Ehre und Schande, Not und Unterdrückung oder Ausbeutung und Erniedrigung. Und zuweilen geht es auch um nichts Geringeres als den schicksalhaften Kampf zwischen Gut und Böse. Eine klassische Erzählung rekurriert auf die Notwehr und das Recht, sich bei einem Angriff selbst zu verteidigen. Wie aber sieht eine angemessene Reaktion aus, und wie viel Rachefeldzüge braucht es, um einmal erlittenes Unrecht endlich zu sühnen? Das Gewaltmonopol des Staates bereitet dem kräftezehrenden „Kampf aller gegen alle“, wie es der Philosoph Thomas Hobbes nannte, ein Ende. Nun schützt prinzipiell die Gemeinschaft – der „Leviathan“ (Hobbes) – den Einzelnen, der nur noch in Ausnahmefällen selbst aktiv werden darf.

Enge rechtliche Grenzen gibt es auch, wenn man jemandem zur Seite stehen will. Das Völkerrecht kennt den Begriff der Schutzverantwortung („responsibility to protect“), die eine humanitäre Intervention in Ländern mit massiven Menschenrechtsverletzungen erlaubt und auch gebietet. Ganz werden sich das Recht auf Selbstverteidigung und die Schutzverantwortung also nicht abschaffen lassen. „Aber man sollte ihren jeweiligen Rechtfertigungsnarrativen aufmerksam zuhören“, so Klaus Günther, der Aspekte dieses Themas auch in der Publikation bearbeitet, die begleitend zur Ausstellung im Distanz Verlag erscheint. Sie heißt AMMO in Anlehnung an die Kurzform von „ammunition“, dem englischen Wort für Munition.

Die Frage, wann Waffengebrauch legitim erscheint oder legal ist, zieht sich wie ein roter Faden durch die Beiträge. Dabei geht es auch um die rechtliche Definition dessen, was überhaupt eine Waffe ist, um die besondere Situation in den USA und um die Folgen, die ferngesteuerte Drohnen, das Internet und der 3D-Druck auf das staatliche Gewaltmonopol haben. Beleuchtet werden die jeweiligen Themen nicht nur aus juristischer Perspektive, sondern auch aus einem philosophischen, ethnologischen, historischen, politik-, kunst- und medienwissenschaftlichen Blickwinkel. So beschäftigen sich einige Veranstaltungen mit der Darstellung und vermeintlichen Rechtfertigung von Gewalt in Kinofilmen, wobei Waffen eine zentrale Rolle spielen, wie in dem Western „Winchester ‘73“, oder diejenigen im Mittelpunkt stehen, die besonders gut mit ihnen umgehen können, wie in dem Irak-Kriegsfilm „American Sniper“.

Die Welt der Waffen weist auch starke symbolische Bezüge auf, was ebenfalls thematisiert wird: Schwerter im frühen Mittelalter hatten die Form eines Kreuzes, rund tausend Jahre später inszenieren sich junge Jihadistinnen im Internet mit Burka und Kalaschnikow. Und auch der Zerstörung von Waffen kommt Bedeutung zu, wie beispielsweise bei der öffentlichkeitswirksamen Entsorgung syrischer Chemiewaffen auf hoher See. Bleibt noch die Alltagskleidung und ihre erstaunliche Affinität zum Kriegerischen. „Anziehend militärisch? Camouflage, Uniform und Parka in der Mode“ heißt die zweite Septemberveranstaltung des Rahmenprogramms (20.9. um 19 Uhr). Diskutanten sind: Miloš Vec, Professor für europäische Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien und assoziiertes Mitglied des Clusters, Ingeborg Harms, Professorin für Modetheorie und Kulturwissenschaften an der Universität der Künste Berlin, und Dr. Mahret Kupka, Kuratorin für Mode, Körper und Performatives am Museum Angewandte Kunst..

Von Oktober bis Dezember stehen noch vier weitere Veranstaltungen auf dem Programm. Im Jahr 2017 folgen bis Mitte März acht Termine. Medienpartner des Rahmenprogramms ist das Journal Frankfurt. Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Rahmenprogramms beträgt 5 € (erm. 3,50 €); freier Eintritt für Studierende/Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Goethe-Universität und des Exzellenzclusters bei Vorlage des Universitätsausweises an der Kasse.

Offiziell eröffnet wird die Ausstellung „Unter Waffen. Fire & Forget 2“ am Freitag, 9. September 2016, um 19 Uhr.

Ein Hinweis an die Medien:

Die Pressekonferenz zur Ausstellung und dem Rahmenprogramm findet am Donnerstag, 8. September 2016, um 11 Uhr statt. Ort ist das Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main.

Kontakt:

Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/

Museum Angewandte Kunst: Dorothee Maas (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Tel.: 069/212-32828, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.museumangewandtekunst.de

Alle Termine des Rahmenprogramms:

www.normativeorders.net/unterwaffen

Kann es eine „Theorie der Praxis“ geben? Friedrich Kratochwil referiert am 24. und 25. Oktober 2016 bei den Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

17. Oktober 2016
 
FRANKFURT. Die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ feiern ein kleines Jubiläum. Zum zehnten Mal nun finden diese Vorlesungen statt, zu denen der Cluster herausragende Forscherinnen und Forscher einlädt, an zwei aufeinander folgenden Tagen ausgewählte Aspekte der Herausbildung normativer Ordnungen zu bearbeiten – und zwar, so der Anspruch, auf theoretisch innovative und zeitdiagnostisch prägnante Art und Weise. Frankfurt Lecturer des aktuellen Wintersemesters ist Friedrich Kratochwil. Der emeritierte Professor für Internationale Politik widmet sich dem Spannungsfeld zwischen grundsätzlichen Überlegungen und ihrer Umsetzbarkeit auf konkrete Situationen, wenn er am 24. und 25. Oktober im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend nach einer – so das Oberthema seiner Vorträge – „Theorie der politischen Praxis?“ fragt.
 
Allgemeine politische Theorien, zum Beispiel der Gerechtigkeit, sollten zwar auf konkrete Fragen des sozialen Miteinanders Anwendung finden können. Wie das im Einzelfall gelingen mag, ist jedoch eine nicht leicht zu beantwortende Frage, weil diese Theorien häufig stark abstrahieren und idealisieren; sie blenden konkrete Variationen zwischen Menschen und Situationen weitgehend aus. „Ideale Theorien“ nehmen dabei für sich in Anspruch, eine prinzipielle Orientierung zu gewähren. Ihre Praxistauglichkeit gehört in der politischen Philosophie gleichwohl zu den meistdiskutierten Themen.
 
Vor diesem Hintergrund setzt sich Friedrich Kratochwil in seinen beiden Vorträgen mit dem Problem der Möglichkeit einer „Theorie der Praxis“ auseinander. Der erste Vortrag am 24. Oktober um 18.15 Uhr beleuchtet dieses Problem durch eine kritische Auseinandersetzung mit dem „practice turn“ in den Internationalen Beziehungen und mit der Hume’schen Kritik an einem Ansatz, der auf dem modernen Wissenschaftsverständnis der sozialen Welt fußt. Der zweite Vortrag am 25. Oktober, ebenfalls um 18.15 Uhr, versucht, diese Gedanken weiter zu führen, indem Versuche einer „idealen Theorie“, wie sie seit dem frühen Habermas und Rawls üblich und auch in der politischen Theorie dominant geworden sind, einer Kritik unterzogen werden. Als Ergebnis seiner Überlegungen plädiert Kratochwil für eine „nicht-ideale Theorie“, weil sie den praktischen Anforderungen besser gerecht werde.
 
Friedrich Kratochwil gehört zu den bekanntesten Theoretikern der internationalen Beziehungen (IB) und gilt dort als einer der Begründer des so genannten sozialkonstruktivistischen Forschungsansatzes. Seine zahlreichen Publikationen bewegen sich im Grenzbereich zwischen IB, politischer Theorie und Rechtswissenschaften. Er war nach einer Promotion in Princeton unter anderem an der Universität Maryland, der Columbia University, der Pennsylvania State University, der Ludwig-Maximilians-Universität München und am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz tätig. Nach seiner Emeritierung war Kratochwil Gastprofessor an der Central European University sowie an Universitäten in Südkorea und Brasilien. Zu seinen Publikationen zählen: „The Status of Law in World Society: Meditations On The Role And Rule Of Law“ (2014), „The Puzzles of Politics: Inquiries Into the Genesis and Transformation of International Relation Religions“ (2010) und „Rules, Norms, and Decisions: On the Conditions of Practical and Legal Reasoning in International Relations and Domestic Affairs“ (1991). Im Oktober und November ist Friedrich Kratochwil Fellow des Exzellenzclusters am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg.
 
Begonnen haben die Frankfurt Lectures des Exzellenzclusters im Wintersemester 2009/2010. Zu den bisherigen Vortragenden gehörten Philip Pettit, der an der Princeton University Philosophie und Politische Theorie lehrt, R. Jay Wallace, Professor für Philosophie an der University of California, Berkeley, und Liam B. Murphy, Professor für Recht und Philosophie an der New York University. Ebenfalls Frankfurt Lecturer waren Martti Koskenniemi, Völkerrechtler an der Universität Helsinki und Ehrendoktor der Goethe-Universität, sowie Charles Larmore, Professor für Philosophie an der Brown University (Rhode Island, USA). Seine Lectures sind in der Schriftenreihe „Frankfurter Vorlesungen“ unter dem Titel „Vernunft und Subjektivität“ im Suhrkamp Verlag erschienen.
 
Frankfurt Lectures im Wintersemester 2016/2017
Friedrich Kratochwil: Theorie der politischen Praxis?
 
Montag, 24. Oktober 2016, Lecture I: Kritische Anmerkungen zum „practice turn“
Dienstag, 25. Oktober 2016, Lecture II: Kritische Anmerkungen zur „idealen Theorie“
 
Jeweils 18.15 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ 9
Der Eintritt ist frei, die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen.
 
Kontakt:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/frankfurt-lectures

 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungenerbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Herausgeber: Die Präsidentin, Abteilung Marketing und Kommunikation, 60629 Frankfurt am Main;
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Abteilungsleiter, Telefon (069) 798 - 13035, Telefax (069) 798 - 763 12531,
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Einladung zum Mediengespräch. Muslimische Jugend zwischen Integration, Abschottung und neuen Wegen Konferenz des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Historischen Museum Frankfurt am

Pressemitteilung

24. Oktober 2016

FRANKFURT. Junge Muslime sind bei Bildungsabschlüssen und Berufschancen benachteiligt, werden überproportional häufig straffällig und haben durch das Aufkommen einer salafistischen Jugendbewegung öffentliche Aufmerksamkeit erregt. Hinzu kommen schulische Konflikte um religiös begründete Sonderregelungen wie die Nichtteilnahme am gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht. Aus diesen Gründen stehen muslimische Jugendliche im Fokus von Polizei, Justiz und Jugendarbeit – und zunehmend auch der Wissenschaft, wie bei der Konferenz „Muslimische Jugend zwischen Integration, Abschottung und neuen Wegen“.
 
Die Konferenz unter Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration findet am 28. Oktober 2016 im Historischen Museum Frankfurt statt. Ausrichter ist das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Die Leitung der Konferenz hat Prof. Susanne Schröter, Direktorin des FFGI. Einleitende Worte spricht auch Prof. Klaus Günther, Co-Sprecher des Exzellenzclusters.
 
Die Lösungsvorschläge für die aktuellen Probleme sind vielfältig und teilweise umstritten. Ist es beispielsweise sinnvoll, eine separate muslimische Jugendarbeit zu fördern oder sollte man eher auf konfessionsübergreifende Projekte setzen? Ist die Vermittlung eines verbindlichen Wertekanons an Jugendliche sinnvoll, und welche Werte sollten dies sein? Welche emanzipativen Bewegungen existieren innerhalb der muslimischen Jugend?
 
Zu diesen und anderen Fragen werden Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Jugendarbeit referieren und Wege aufzeigen, wie Konflikte reduziert werden können, damit eine bessere Partizipation muslimischer Jugendlicher gelingt. Bereits vor Beginn der Konferenz steht deren Leiterin Prof. Susanne Schröter Vertretern der Presse für Fragen zur Verfügung. Das Mediengespräch findet um 9.00 Uhr im 2. Stock des Historischen Museums satt.
 
Zusammengefasst:
Mediengespräch zum Auftakt der Konferenz „Muslimische Jugend zwischen Integration, Abschottung und neuen Wegen“
Freitag, 28. Oktober 2016, um 9.00 Uhr
Historisches Museum Frankfurt, 60311 Frankfurt am Main
Die eigentliche Konferenz beginnt um 10.00 Uhr im Sonnemann-Saal des Museums
Anmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Programm: www.ffgi.net/termine-konferenzen.html
 
Informationen:
Oliver Bertrand, Sekretariat von Prof. Dr. Susanne Schröter, Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen”, (069) 798-33062, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.ffgi.net, www.normativeorders.net/de
 
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
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Herausgeber: Die Präsidentin, Abteilung PR & Kommunikation, 60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-13035, Fax: (069) 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Religion als Option auf dem „Markt der Weltanschauungen“. Vortrag des Religionsphilosophen Thomas M. Schmidt bei den „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 9. November 2016

Pressemittielung
28. Oktober 2016
 
Religion als Option auf dem „Markt der Weltanschauungen“Vortrag des Religionsphilosophen Thomas M. Schmidt bei den „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 9. November 2016
 
FRANKFURT/OFFENBACH.Ob die Religion nun wirklich zurückkehrt oder es nur so scheint: Auf jeden Fall sollte man sich mit guten Gründen auch gegen den Glauben entscheiden können – oder aber, unter Abwägung der Alternativen, ganz bewusst dafür. „Religion als Option. Der Markt der Weltanschauungen“ heißt der jüngste Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“, einer gemeinsamen Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und der Stadt Offenbach. Referent am Mittwoch, dem 9. November 2016, um 19.00 Uhr im Offenbacher Klingspor-Museum ist Thomas M. Schmidt, Professor für Religionsphilosophie an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Der Eintritt ist frei.
 
Religion wurde lange als ethischer Klebstoff betrachtet, der eine Gesellschaft zusammenhält, die immer stärker unter den ökonomischen Druck von Konkurrenz und Vereinzelung gerät. Religion galt dabei als eine Quelle gesellschaftlicher Solidarität. Die Prognose der Säkularisierung, die Rede vom Verschwinden der Religion, hat deshalb bisweilen selbst nicht-religiösen Menschen Sorge bereitet. In den letzten Jahren wird Religion mehr und mehr als Störfaktor, als Quelle sozialen Unfriedens wahrgenommen. Viele Konflikte, die andere Ursachen besitzen, werden der Religion als Auslöser zugeschrieben. Die Rede von der „Rückkehr der Religion“ beunruhigt daher viele, die befürchten, dass die mit der Säkularisierung errungenen Rechte und Freiheiten zunehmend bedroht werden.
 
Was bedeutet es also, wenn im Anschluss an Jürgen Habermas häufig der Ausdruck „postsäkulare Gesellschaft“ verwendet wird? Erlebt Religion – etwa das Christentum oder zunehmend der Islam – wirklich eine Stärkung als gesellschaftliche Kraft oder hat sich nur ihre öffentliche Wahrnehmung und Sichtbarkeit verändert? Der Ausdruck „postsäkular“ besagt auch, dass sich eine Religion, die sich unter säkularen Bedingungen behauptet, an diese Bedingungen erfolgreich angepasst hat. Dazu gehört auch die Einsicht, dass jede religiöse Tradition ein Angebot unter mehreren auf dem Markt der Weltanschauungen darstellt. Dies ist die Einsicht, „Glaube als Option“ (Hans Joas) als eine legitime Möglichkeit neben anderen zu verstehen.
 
Thomas M. Schmidt ist Professor für Religionsphilosophie am Fachbereich Katholische Theologie und kooptierter Professor am Institut für Philosophie der Goethe-Universität. Als Angehöriger des Exzellenzclusters leitet er Forschungsprojekt „Genese und Geltung des Konzepts des Säkularen“. Zu seinen Arbeitsgebieten zählen ebenso Politische Philosophie, Diskurstheorie und Deutscher Idealismus. Vor seiner Berufung nach Frankfurt lehrte Schmidt als Assistenzprofessor für Philosophie an der California State University in Long Beach. Er hatte Gastprofessuren an der St. Louis University (2001) und an der University of Washington, Seattle (2004) inne. Der Religionsphilosoph ist Hauptantragsteller und stellvertretender Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs „Theologie als Wissenschaft“; er war Fellow am Helsinki Collegium für Advanced Studies (2009) und am Max-Weber-Kolleg Erfurt (2011-2012).
 
Zu seinen Publikationen gehören die Monographien „Anerkennung und absolute Religion“ (1997) und „Discorso Religioso e Religione Discorsiva nella Societá Postsecolare (2009) sowie (als Herausgeber) „Religion in der pluralistischen Öffentlichkeit“ (2008), „Moderne Religion? Theologische und religionsphilosophische Reaktionen auf Jürgen Habermas“ (2009), „Herausforderungen der Modernität“ (2012), „Religion und Säkularisierung. Ein interdisziplinäres Handbuch“ (2014), „Der Frankfurter Hegel in seinem Kontext“ (2015) und „Abschied von der Lebenswelt? Zur Reichweite naturwissenschaftlicher Ansätze“ (2015).
 
Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor-Museum und auch der Gesamtreihe sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch wieder die Möglichkeit zur Diskussion.
 
Prof. Dr. Thomas M. Schmidt
Religion als Option. Der Markt der Weltanschauungen
Vortrag im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“
Mittwoch, 9. November 2016, 19.00 Uhr
Klingspor-Museum Offenbach
Herrnstraße 80 (Südflügel des Büsing Palais)
63065 Offenbach am Main
 
Informationen:
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
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Tagung zu „Olympic Citizenship“ und den Krisen von Flucht und Migration. Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 24. und 25. November 2016

Pressemitteilung

9. November 2016

FRANKFURT. Allein im Jahr 2015 waren jüngsten Angaben der Vereinten Nationen zufolge mehr als 65 Millionen Menschen auf der Flucht – als Binnenvertriebene oder in anderen Ländern. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) spricht von einem „traurigen Rekordniveau“ und betont, dass sich die weitaus meisten Flüchtlinge in Staaten außerhalb Europas aufhalten. Die weltweiten Migrationsbewegungen gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Sie resultieren aus sozialen Konflikten und bringen ihrerseits gesellschaftliche Veränderungen hervor. Die aktuelle, mittlerweile neunte Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ nimmt dieses Wechselspiel aus einer interdisziplinären, empirischen und normativen Perspektive in den Blick und fragt dabei insbesondere auch nach der Bedeutung und den Veränderungen von Staatsbürgerschaft.

Die zweitägige Veranstaltung findet am 24. und 25. November statt, auch dieses Mal im Gebäude „Normative Ordnungen“ des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend. Analog zur Konferenzsprache ist auch der Titel englisch: „Normative (B)Orders. Migration and Citizenship in a Time of Crisis“. Auf den Jahreskonferenzen werden zentrale Themenstellungen des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes mit Gästen aus dem In- und Ausland diskutiert. Die interessierte Öffentlichkeit ist nach vorheriger Anmeldung willkommen. Auf dem diesjährigen Programm stehen drei Panels mit insgesamt neun Vorträgen. Hinzu kommt eine Keynote von Ayelet Shachar, Direktorin am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen.

Der Beitrag der Rechtsprofessorin Shachar, zu deren Schwerpunkten Staatsbürgerschafts- und Einwanderungsrecht sowie hoch qualifizierte Migration zählen, widmet sich am 24. November um 17.00 Uhr dem Thema „Bordering Migration: Legal Cartographies of Membership and Mobility“. Darin wird sie grundsätzlich der Frage nachgehen, warum – und mit welchem Recht – Staaten einige wenige willkommen heißen, während sich viele andere, auch Schutz suchende Flüchtlinge, bei ihrem Einbürgerungswunsch kaum überwindbaren Hürden gegenübersehen. Die ehemalige Inhaberin des Canada Research Chair in Citizenship and Multiculturalism an der Universität Toronto beobachtet einen Trend in Richtung „Olympic Citizenship“ – höchstqualifizierte Menschen anderer Nationalität werden geradezu umworben, wie ja tatsächlich auch jene Topathleten, die kurz vor olympischen Spielen die Nationalität wechseln, um zum Ruhme ihres neuen „Heimatlandes“ Medaillen zu gewinnen.

Die Erörterung, was Staatsbürgerschaft, die wiederum faktische und normative Grenzen zwischen Menschen errichtet, heute heißt, zieht sich wie ein roter Faden durch die Tagung. Ebenso grundlegend sind Überlegungen, wie Staaten – jeweils einzeln oder im Verbund – ihrer Verantwortung für die Flüchtlingskrise gerecht werden sollten. Im ersten Panel geht es dabei auch um den Umgang mit den Ursachen. Es heißt „The Politics of Migration: Problems, Principles and Policies“ und wird moderiert von dem politischen Philosophen Rainer Forst und dem Rechtswissenschaftler Klaus Günther, den beiden Sprechern des Exzellenzclusters, die auch die Konferenz eröffnen. Vortragende sind die politischen Philosophinnen Lea Ypi von der London School of Economics and Political Science und Eszter Kollár, Postdoktorandin am Exzellenzcluster. Hinzu kommen der Makrosoziologe Steffen Mau (Humboldt-Universität zu Berlin) und der Politikwissenschaftler Jens Steffek (Exzellenzcluster).

„The Institutional, Legal and Normative Challenges of Europe’s Contemporary Migration Crisis“ stehen im Fokus des zweiten Panels am 25. November. Es geht von dem Befund aus, dass die so genannte Flüchtlingskrise in Europa auch hausgemacht ist. Schuld an dem krisenhaften Verlauf sind vor allem die unzureichenden institutionellen Entscheidungsstrukturen der EU, gepaart mit mangelnder Kooperationsbereitschaft. Zu den notwendigen Reformen gehört jetzt ein praktikables System der Lastenverteilung. Erster Referent ist Rainer Hofmann, Rechtswissenschaftler an der Goethe-Universität und Co-Direktor des Wilhelm-Merton-Zentrums für Europäische Integration und Internationale Wirtschaftsordnung. Die weiteren Mitwirkenden sind Angehörige des Clusters und auf dem Feld der politischen Wissenschaft zu Hause: Gunther Hellmann (Moderation), Nicole Deitelhoff und Christopher Daase sowie Nele Kortendiek.

Die „Rushdie-Affäre“ beeinflusste den europäischen Blick auf die so genannten Gastarbeiter, für die Menschen der westlichen Sahelzone ist Mobilität seit Jahrhunderten der Normalfall und das westliche Konzept der Staatsbürgerschaft nicht leicht zu verstehen, die diskursive Irrelevanz der südostasiatischen Flüchtlingskrise in Europa gibt Aufschlüsse über selektive Empathie: Das dritte Panel, mit dem die Jahreskonferenz am Nachmittag des 25. November endet, widmet sich dem Tagungsthema aus historischer und ethnologischer Perspektive. Eingeführt von der Ethnologin Susanne Schröter (Exzellenzcluster) sprechen der Migrationshistoriker Leo Lucassen (Amsterdam und Leiden) sowie die Ethnologen Mamadou Diawara (Exzellenzcluster) und Dominik M. Müller (zuvor Postdoktorand am Cluster, jetzt Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle).

Die Konferenz steht allen Interessierten offen. Eine vorherige Anmeldung ist jedoch erforderlich – bitte unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

Programm:
www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/jahreskonferenzen

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Herausgeber: Die Präsidentin, Abteilung PR & Kommunikation, 60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-13035, Fax: (069) 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Tagung zur normativen Unordnung digitaler Welten. Internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ dekodiert vom 17. bis zum 19. November die Alltäglichkeit des Digitalen

Pressemitteilung

7. November 2016
 
FRANKFURT. Die internationale Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beschäftigt sich vom 17. bis zum 19. November 2016 interdisziplinär mit den Herausforderungen der Digitalisierung. Unter dem Titel „Digital <Dis>Orders“ werden die Einflüsse neuer Technologien auf Gesellschaft, Politik und ästhetische Wahrnehmung diskutiert. Die Themen umfassen Fragen nach der Herausbildung der Computertechnologie aus Kybernetik und Kryptographie, den ökonomischen Bedingungen der digitalen Technologie, der Verschmelzung von Mensch und Maschine sowie deren Einfluss auf die ästhetische und praktische Weltwahrnehmung.
 
Die Konferenz untersucht das schnelle Altern und die fortwährende Verjüngung der neuen Technologien. Ihre massenhafte Verbreitung und die allgegenwärtige Vernetzung verändern unsere Lebenspraktiken, die Struktur des Zusammenlebens und die Formen ästhetischen Empfindens. Unter der Bedingung rastloser technologischer Umwälzung geraten unsere Vorstellungen von staatlichem Handeln, menschlichem Verstehen und Urteilen sowie künstlerischer Produktion zunehmend in Bedrängnis. Wie reagiert der Mensch auf die von ihm geschaffenen Herausforderungen einer digitalen Lebenswelt? Das Programm umfasst Abendvorträge, Kunstinstallationen, künstlerische Beiträge und Workshops sowie acht Panels in denen rund 30 Referentinnen und Referenten aus der aller Welt zusammentreffen.
 
Am Donnerstagabend (17.11.) hält Louise Amoore, Professorin für Geographie an der Durham University (Großbritannien), einen Vortrag mit dem Titel: „On Intuition: Machine Learning and Posthuman Ethics“. Am Freitag folgt der interaktive Vortrag „Contra-Internet“ von Zach Blas. Der Künstler ist Dozent am Goldsmiths, University of London und spricht über Überwachung, Militanz und Subversion im Internet. Konferenzsprache ist Englisch.
 
Die internationale Nachwuchskonferenz steht Interessierten offen. Die Veranstaltungen finden im Gebäude des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend statt. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/nachwuchskonferenzen
 
Informationen: Jerzy Sobotta vom Organisationsteam der Nachwuchskonferenz, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel. 069/798-31405, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,www.normativeorders.net
 
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
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Podiumsgespräch zur Ästhetik der Waffenzerstörung. Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und des Museum Angewandte Kunst zur Ausstellung „Unter Waffen. Fire & Forget 2“ am 16. November

Pressemitteilung

10. November 2016
 
FRANKFURT. Wenn wir über die Ästhetik von Waffen sprechen, meinen wir meist ihre Verwendung in Design und Mode oder ihren spezifischen „Sex-Appeal“. Aber auch die Zerstörung von Waffen weist eine eigene Ästhetik auf. Diesem Thema widmet sich ein Podiumsgespräch im Frankfurter Museum Angewandte Kunst. Es heißt „Wie Waffen verschwinden. Zur Ästhetik der Zerstörung“ und findet am 16. November um 19 Uhr statt. Ausrichter ist neben dem Museum der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe Universität.
 
Von der Welt der Waffen geht eine ambivalente Faszination aus. Ihren Spuren in Kunst, Mode, Design und Alltagskultur folgt das Museum Angewandte Kunst in der Ausstellung „Unter Waffen. Fire & Forget 2“. Kooperationspartner ist der geistes- und sozialwissenschaftliche Exzellenzcluster, der seinerseits in dem von ihm verantworteten Rahmenprogramm nach gesellschaftlichen Rechtfertigungsmustern für den Umgang mit Waffen fragt. Die anstehende Diskussionsveranstaltung gehört zum Rahmenprogramm und fungiert gleichzeitig als Teil der Podiumsreihe „Blickwechsel – Zukunft gestalten“ des Museums.
 
Waffenzerstörung ist eine der großen Herausforderungen für die Politik, um Konflikte nachhaltig zu beenden – so im Rahmen von Peacebuilding-Missionen, der Prävention von Konflikten oder bei der Überwachung von Waffenverboten. Zu denken ist hier an Chemie- und Biowaffen, an das nukleare Nichtverbreitungsregime oder auch an Landminen. Anders als das zerstörerische Potenzial dieser Waffen es erwarten lässt, ist die Zerstörung der Waffen selbst eine eher profane, bestenfalls technisch aufregende Angelegenheit. Umso wichtiger scheint es daher, Waffenzerstörung symbolisch zu inszenieren, um Glaubwürdigkeit und Wirkmächtigkeit in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Beispiele dafür sind die öffentlichkeitswirksame Entsorgung syrischer Chemiewaffen auf hoher See oder Einschmelzungen von Kleinwaffen in Konfliktgebieten. Das Podium spürt diesen Inszenierungen und der spezifischen Ästhetik, die sie erzeugen, aus unterschiedlichen Perspektiven nach.
 
Teilnehmende von Seiten des Exzellenzclusters sind die Politikwissenschaftler Prof. Nicole Deitelhoff und Prof. Christopher Daase. Beide lehren an der Goethe-Universität und sind darüber hinaus Angehörige des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Nicole Deitelhoff als dessen Leiterin und Christopher Daase als stellvertretender Leiter. Ebenfalls von der HSFK, und dort Mitglied des Vorstands, kommt die Politikwissenschaftlerin Dr. Simone Wisotzki, zu deren Schwerpunkten die humanitäre Rüstungskontrolle gehört. Komplettiert wird das Podium durch den Designer, Kurator und Konzeptkünstler Peter Zizka. Zu seinen Projekten zählte eine Installation im Rahmen der Kampagne für das Verbot von Landminen bei den Vereinten Nationen in New York und die Demilitarisierungsaktion „Symbiosis“, bei der Bürgerkriegswaffen aus Burundi paarweise an ihren Gewehrläufen miteinander verschweißt und damit vollends unbrauchbar gemacht wurden.
 
Die Ausstellung hat Mitte September begonnen und ist noch bis März 2017 zu sehen. Im Jahr 2016 wird es noch eine weitere Veranstaltung des Rahmenprogramms geben: Am 14. Dezember spricht Prof. Günter Frankenberg über das Thema: „Right to Bear Arms. Die USA unter Waffen“. Das in den USA prinzipiell jedem zugestandene Recht, Waffen zu tragen, macht heute als Begünstigung von Waffenfetischisten und Amokläufern von sich reden, hat aber eine durchaus ehrwürdige Geschichte. Dieser wird der renommierte Rechtswissenschaftler in seinem Vortrag nachgehen und zudem aufzeigen, wie sich das Verteidigungsmittel – und Tötungsinstrument im Notfall – zum Gegenstand des alltäglichen Gebrauchs normalisierte.
 
Im ersten Quartal 2017 stehen noch acht Termine auf dem Programm. Dabei geht es u.a. um die rechtliche Definition dessen, was überhaupt eine Waffe ist, und um die Folgen, die ferngesteuerte Drohnen, das Internet und der 3D-Druck auf das staatliche Gewaltmonopol haben. Weitere Veranstaltungen beschäftigen sich mit der Darstellung und vermeintlichen Rechtfertigung von Gewalt in Kinofilmen. Die Welt der Waffen weist zweifelsohne starke symbolische Bezüge auf. Das wird auch an diesen Beispielen thematisiert: Schwerter im frühen Mittelalter hatten die Form eines Kreuzes, rund tausend Jahre später inszenieren sich junge Jihadistinnen im Internet mit Burka und Kalaschnikow.
 
Die Veranstaltungen finden, sofern nicht anders bezeichnet, im Museum Angewandte Kunst statt (Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt am Main). Medienpartner des Rahmenprogramms ist das Journal Frankfurt. Der Eintritt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, zu den Veranstaltungen des Rahmenprogramms beträgt 5 € (erm. 3,50 €); freier Eintritt für Studierende/Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Goethe-Universität und des Exzellenzclusters bei Vorlage des Universitätsausweises an der Kasse.
 
Kontakt:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/
Museum Angewandte Kunst: Dorothee Maas (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Tel.: 069/212-32828,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.museumangewandtekunst.de
 
Alle Termine des Rahmenprogramms und Veranstaltungs-Mitschnitte:
www.normativeorders.net/unterwaffen
 
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Herausgeber: Die Präsidentin, Abteilung PR & Kommunikation, 60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-13035, Fax: (069) 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Schnell wie der Witz: Lubitsch mit Vorträgen und Filmen. Neue Lecture & Film-Reihe des Exzellenzclusters und der Film- und Medienwissenschaften an der Goethe-Universität startet am 17. November

Pressemitteilung

14. November 2016
 
FRANKFURT. „Schnell wie der Witz – Die Filme von Ernst Lubitsch“. Unter diesem Motto steht im aktuellen Wintersemester die Reihe „Lecture & Film“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität. Der deutsche Regisseur, Anfang der 1920er Jahre in die USA ausgewandert und später dort Staatsbürger geworden, drehte in rund 35 Jahren mehr als 80 Filme, auch als Schauspieler oder Produzent. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Trouble in Paradise“ aus dem Jahr 1932 und „To Be or Not to Be“ aus dem Jahr 1942. Die Lecture & Film-Reihe umfasst insgesamt 14 Termine, beginnt am 17. November und wird im nächsten Sommersemester weitergeführt. Neben den Vorträgen gehören Filmvorführungen zum Programm. Veranstaltungsort ist jeweils das Kino des Deutschen Filmmuseums (Schaumainkai 41, Frankfurt am Main).
 
In Filmen von Ernst Lubitsch ist es im Nu um einen geschehen. Das fängt schon mit den Titeln an. Wer nennt seine Filme schon „Der Blusenkönig“, „Die Wohnungsnot“ oder „Der G.m.b.H.-Tenor“? Lubitsch ist schnell. Zwei Beispiele: Allein im Jahr 1915 und noch in Berlin dreht er elf Filme, 1932 in Hollywood waren es immerhin fünf, darunter „Trouble in Paradise“. Lubitsch scheint auch immer schon woanders zu sein: Als Asta Nielsen sich beklagt, sie habe in seinem Film gar nicht richtig weinen können, schreibt er ihr 1920 in einem Brief: „Sie können es mir immer noch nicht verzeihen, dass ich Sie bei einer Großaufnahme, statt fünf nur zwei Meter habe weinen lassen. Aber glauben Sie mir, Ihre Tränen kullerten so echt aus den Augen über die Backen auf die Bluse, dass das Publikum nach zwei Metern vollauf ergriffen war.“ Dann ging es zur nächsten Szene. Die Filmkritikerin Frieda Grafe schrieb, dass ihm „die Türen immer wichtiger als die Menschen“ waren. Ihr Essay hat den programmatischen Titel „Was Lubitsch berührt. (Schnell wie der Witz)“.
 
Witzig meint etymologisch nicht einfach nur, dass es etwas zu lachen gibt. Gewitzt ist jemand, der wach und präzise ist, Einfälle hat und scharf beobachten kann. Dem schnellen Witz des Ernst Lubitsch auf die Spur begeben sich 14 Expertinnen und Experten aus Deutschland, der Schweiz, England, Kanada und den USA. Sie wollen im Rahmen der Reihe auch neue Perspektiven auf das vielschichtige Schaffen von Lubitsch eröffnen.
 
Zum Auftakt am 17. November um 20.15 Uhr geht es um „Die Bergkatze“ aus dem Jahr 1921, ein Klassiker des Weimarer Kinos, eigentlich vollständig und in gutem Zustand verfügbar. Die Originalkopie jedoch ist erschollen, sodass jegliche Auskunft über seine ästhetische Konzeption, die zeittypische Einfärbung (Virage und Tonung) fehlt. Daran anknüpfend macht sich die Filmwissenschaftlerin und –restauratorin Anke Wilkening Gedanken über „Probleme der Überlieferung“ – so auch der Titel ihres Vortrags –, die jenseits von Digitalisierungsstrategien und Restaurierungsmöglichkeiten liegen.
 
„Das Böse verlachen. ‚To Be or Not to Be’ von Ernst Lubitsch“. Darüber spricht am 1. Dezember, ebenfalls um 20.15 Uhr, der Philosoph Martin Seel, Professor an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Der Film „To Be or Not to Be“ ist ein frühes – und herausragendes – Beispiel der bis heute andauernden komischen Verarbeitung der faschistischen Schreckensherrschaft im Kino. Gedreht in der Zeit des japanischen Überfalls auf Pearl Harbour und des anschließenden Kriegseintritts der USA, ist der Film zugleich eine rasante screwball comedy und einer der humansten je gedrehten Propagandafilme. In Form einer satirischen Farce stellt er den Eigensinn neurotischer Theaterleute dem mörderischen Welttheater des Nazi-Regimes entgegen.
 
In diesem Jahr steht am 15. Dezember um 20.15 Uhr dann noch ein Termin auf dem Programm: Valerie Weinstein (Cincinnati) zum Thema „Performing Jewishness. Ernst Lubitschs frühe Milieukomödien“ mit den Filmen „Der Stolz der Firma“ (1914) und „Schuhpalast Pinkus“ (1916). Weitere folgen bis in den Sommer 2017.
 
„Schnell wie der Witz – Die Filme von Ernst Lubitsch“ ist eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filmmuseum im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie (hFMA), mit finanzieller Unterstützung der Vereinigung von Freunden und Förderern der Goethe-Universität und des Kulturamts der Stadt Frankfurt am Main.
 
Eintritt frei. Platzzahl beschränkt.
Kartenreservierungen empfohlen unter: 069/961 220-220.
 
Informationen:
Dr. Marc Siegel, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798- 32082, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Programm:
www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/vorlesungsreihe-kino/vorlesungsreihe-lecture-an-film
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
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Neues Graduiertenkolleg an der Goethe-Universität: „Konfigurationen des Films“. Erstmals fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Nachwuchswissenschaftler in einem filmwissenschaftlichen Schwerpunkt

Pressemitteilung

14. November 2016, 14:06 Uhr

FRANKFURT.An der Goethe-Universität wird im Laufe des nächsten Jahres das erste Graduiertenkolleg mit einem filmwissenschaftlichen Schwerpunkt entstehen. Dies gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) heute bekannt. In dem Kolleg mit dem Titel „Konfigurationen des Films" erforschen ab 2017 zwölf Doktoranden und Doktorandinnen und zwei Post-Doktoranden, wie sich die Filmkultur im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung auf verschiedenen Gebieten verändert.

Die Filmkultur der Gegenwart wird oft als „post-kinematografische Epoche“ charakterisiert. Dazu der Frankfurter Filmwissenschaftler Prof. Vinzenz Hediger, der auch Sprecher des DFG-Graduiertenkollegs sein wird: „Von der öffentlichen Vorführung im Kino hat sich der Film immer mehr entfernt. Und das ist besonders auf die Ausbreitung der digitalen Plattformen zurückzuführen; es entwickeln sich neue Formen, und diese filmischen Formen stiften neue Muster der Erfahrung.“ Der Film spielt inzwischen im Theater, in der bildenden Kunst und der Musik eine neue Rolle. Dazu Hediger: „Er diffundiert in andere Künste und weitere Lebensbereiche, dort dient er immer mehr als Stoff und Referenz. Diese zunehmende Präsenz filmischer Bilder und Formate in allen Lebensbereichen stellt auch eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung dar.“

Das DFG-Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ will diese Herausforderung annehmen und in interdisziplinärer Perspektive die aktuellen Wandlungen des Films sowie sein Eindringen in die anderen Künste und weitere Lebensbereiche untersuchen. Dabei geht es sowohl um die historischen wie auch um die systematisch-vergleichenden Perspektive; außerdem sollen digitale Methoden der Filmanalyse und der Datengewinnung im Netz verwendet werden, mit denen zum Beispiel die Verbreitung neuer Formate des Films über Plattformen wie youtube oder Vimeo verfolgt werden können.

Das Graduiertenkolleg profitiert von der erfolgreichen Kooperation zwischen der Goethe-Universität und dem Deutschen Filminstitut, die gemeinsam den Masterstudiengang „Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation“ anbieten, sowie von weiteren Verbindungen mit Kulturinstitutionen im Rhein-Main-Gebiet. Das Graduiertenkolleg baut überdies auf den für Frankfurt ebenfalls profilbildenden, interdisziplinären Masterstudiengang „Ästhetik“ auf, an dem alle an dem Graduiertenkolleg mitwirkenden Fächer sowie die Kunstgeschichte beteiligt sind.

Zwölf Doktorandinnen und Doktoranden sowie zwei Post-Docs, die sich im Rahmen des Graduiertenkollegs um ein DFG-Stipendium bewerben können, werden ab 2017 mit ihrer Forschung beginnen. Betreut und begleitet werden sie von 15 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von sechs Hochschulen: der Goethe-Universität, der Hochschule für Gestaltung Offenbach, der Johannes Gutenberg Universität Mainz, der Universität Mannheim und der Philipps Universität Marburg. Beteiligt sind neben Filmwissenschaft und Medienwissenschaft auch die Theaterwissenschaft, die Philosophie, die Musikwissenschaft, die Literaturwissenschaft und die Soziologie. Das Kolleg hat eine internationale Ausrichtung und kooperiert insbesondere mit den Universitäten Yale (New Haven, USA) und Concordia (Montreal, Kanada). Die Fördersumme beträgt für die erste Förderphase von 2017 bis 2022 rund 3,3 Mio. Euro.

Zum Studienprogramm gehören Ringvorlesungen und Veranstaltungsreihen unter anderem im Rahmen der b3, Biennale des bewegten Bildes, und im Kino des Deutschen Filmmuseums, bei denen die Themen und Fragestellungen des Kollegs öffentlich diskutiert werden und die sich im Sinne der Bürgeruniversität auch an breiteres Publikum richten werden.

Informationen: Prof. Dr. Vinzenz Hediger, Institut für Theater, Film, Medien, Campus Westend, Telefon (069) 798-32079, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dürfen religiöse Symbole verboten werden? Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 12. Dezember 2016

Pressemitteilung

6. Dezember 2016

FRANKFURT. „Religiöse Praktiken und Symbole: Grenzen der Toleranz?“ So lautet der Titel einer Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Sie findet am 12. Dezember um 19 Uhr statt. Ort ist das Casino-Gebäude (Raum 1.801) auf dem Frankfurter Campus Westend. Teilnehmende von Seiten des Exzellenzclusters sind Susanne Schröter, Ethnologie-Professorin und Leiterin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam am Exzellenzcluster, sowie Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie. Hinzu kommt Rudolf Steinberg, emeritierter Professor für öffentliches Recht und ehemaliger Präsident der Goethe-Universität. Die Moderation liegt in den Händen von Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des veranstaltenden Forschungsverbundes.

Die öffentliche Veranstaltung hat ihren Fokus auf den jüngsten Debatten über muslimisches Leben in Deutschland. Gleichwohl ist auch Platz für die Thematisierung christlicher Symbole wie beispielsweise des Kruzifixes, dessen Anbringung in staatlichen Klassenzimmern laut Bundesverfassungsgericht gegen die Religionsfreiheit verstößt. Die Frage, ob und inwiefern der Islam zu Deutschland gehöre, wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Öffentlicher Dissens entzündet sich wiederum vor allem auch an religiösen Symbolen, am Standort einer Moschee und der Höhe des Minaretts, am Kopftuch und besonders an der Vollverschleierung durch die Burka oder den Niqab. Jüngsten Umfragen zufolge würde es jeder zweite Bundesbürger begrüßen, wenn das Tragen des Kopftuches in der Schule grundsätzlich verboten würde. Und mehr als 80 Prozent sprechen sich für ein generelles Verbot der Burka – unter diesem Begriff wird der Vollschleier allgemein diskutiert – in der Öffentlichkeit aus.

In Deutschland hatten einige Landesgesetzgeber Lehrerinnen das Tragen eines Kopftuches in staatlichen Schulen verboten und damit, wie Kritiker meinten, in einer Art „Abendlandklausel“ christliche Symbole und Zeichen privilegiert. In der Folge nahm sich das Bundesverfassungsgericht zweimal des Themas an. In seiner jüngsten Entscheidung aus dem vergangenen Jahr stellte es klar, dass ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrkräfte in öffentlichen Schulen mit der Verfassung nicht vereinbar ist. In Frankreich dagegen bleibt das Kopftuch im Unterricht nicht nur für Lehrerinnen, sondern auch für Schülerinnen untersagt. Darüber hinaus gilt dort seit 2010 ein generelles Verbot, mit einem Gesichtsschleier in der Öffentlichkeit aufzutreten. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) stellte 2014 fest, dass dieses Verbotsgesetz nicht gegen das in der Europäischen Menschenrechtskonvention festgeschriebene Recht auf Religionsfreiheit verstößt.

Obwohl der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages schon Ende 2014 zu dem Ergebnis gekommen war, dass trotz der Entscheidung des EGMR ein Burka-Verbot mit der deutschen Verfassung nicht vereinbar wäre, forderten Politiker von CDU und CSU unlängst noch ein generelles Burka-Verbot. Mit dem Hinweis des Bundesinnenministers, man könne nicht alles verbieten, was man ablehne, schien die Debatte zu ruhen. Nach dem Aus für die Burka in den Niederlanden hat der CSU-Generalsekretär seine Forderung nach einem Verbot auch in Deutschland allerdings noch einmal bekräftigt. Gegner und Kritiker der Burka sehen in ihr ein Symbol der Unterdrückung von Frauen. Ähnlich hatte beispielsweise Alice Schwarzer schon gegen das Kopftuch argumentiert, als sie die Entscheidung des Verfassungsgerichts aus dem Jahr 2015 als „lebensfernes“ Urteil kritisierte. Die Vollverschleierung scheint darüber hinaus in besonderem Maße für eine politische Symbolik zu stehen, wobei die Burka – so ist u.a. zu lesen – als „Kampftextil der radikalen Taliban“ gilt und der Niqab als „am weiblichen Körper befestigte Fahne der Salafisten und Wahhabiten“.

Die Diskutanten des anstehenden Plenums sprechen sich gegen ein generelles Burka-Verbot aus – wenngleich aus teilweise variierenden Überlegungen. Der Jurist Rudolf Steinberg referierte bei der Ringvorlesung „Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften“ des Exzellenzclusters vor rund einem Jahr über „Toleranz und religiöse Pluralität am Beispiel von Kopftuch und Burka“. Hier und an anderen Stellen sprach er von einem „System der Visualität“, auf dem die westliche Welt seit langem gründe. Die Burka-Trägerin entziehe sich der Gegenseitigkeit des sozialen Austausches; sie sehe andere, könne aber selbst nicht gesehen werden. Eine Gesellschaft könne dieses visuelle System als Grundlage einer offenen Bürgergesellschaft rechnen. „Mit einem derartigen legitimen Gemeinwohlzweck ließe sich ein generelles Burka-Verbot rechtfertigen“, so Steinberg, der allerdings zurzeit ein generelles Verbot des Vollschleiers in Deutschland für unverhältnismäßig hält, weil es zur Abwehr erheblicher Gefahren für das Gemeinwesen nicht erforderlich sei. Anderes gelte in besonderen kommunikativen und sicherheitsrelevanten Bereichen wie Schule und Straßenverkehr. Hier sieht er keine rechtlichen Einwände gegen ein Verbot. Besondere Aufmerksamkeit verdiene die Burka auch im Umfeld des Salafismus, dessen Ideologie auf die Abschaffung unserer freiheitlichen Verfassungsordnung gerichtet sei.

Demgegenüber vertritt der politische Philosoph Rainer Forst die Meinung, dass die Burka-Trägerinnen nicht gegen Grundrechte anderer verstießen, sich aber selbst auf solche berufen könnten. „Ich habe kein Recht auf eine bestimmte visuelle demokratische Kultur“, so Forst. Die Burka sei für uns ein befremdliches Kleidungsstück und eine Kommunikationseinschränkung. Aber das reiche nicht für ein Verbot. Toleranz sei gerade da nötig, wo sie schwer falle. Die Ethnologin Susanne Schröter weist darauf hin, dass viele Frauen in Deutschland das Kopftuch und auch die Burka aus eigenem Antrieb tragen. Dabei könne es sich um einen Akt der Selbstbestimmung handeln oder aber, besonders bei der Burka und ähnlichen Kleidungsstücken, um ein Zeichen zunehmender Radikalisierung unter Jugendlichen. Weiblichen Mitgliedern in salafistisch-dschihadistischen Bewegungen komme die europäische Debatte um die Burka gerade Recht, da sie sich durch das demonstrative Tragen des ‚Niqab‘ zu religiösen Widerstandskämpferinnen stilisieren könnten.

Von Susanne Schröter aktuell erschienen ist: „‚Gott näher als der eigenen Halsschlagader‘ – Fromme Muslime in Deutschland“ (2016). „Kopftuch und Burka – Laizität, Toleranz und religiöse Homogenität in Deutschland und Frankreich“ heißt die Monographie von Rudolf Steinberg aus dem Jahr 2015. Rainer Forst veröffentlichte 2003 seine grundlegende Studie „Toleranz im Konflikt“. Zu seinen jüngeren Publikationen zählen: „Normativität und Macht“ (2015) und als Co-Herausgeber „Pierre Bayle, Toleranz. Ein philosophischer Kommentar“ (2016).

Informationen:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net


Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
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Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-13035, Fax: (069) 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Auszeichnung für eine Brückenbauerin. Die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff erhält den Schader-Preis 2017

Pressemitteilung

14. Dezember 2016

FRANKFURT. Die Frankfurter Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff wird mit dem Schader-Preis 2017 ausgezeichnet. Die 42-jährige Professorin für „Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik“ an der Goethe-Universität erhält den mit 15.000 Euro dotierten Preis vor allem für ihre Leistungen in der Friedens- und Konfliktforschung.

Der Schader-Preis wird vom Senat der Schader-Stiftung verliehen, dem die Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre angehören. Für den Senat begründet dessen Sprecher Paul Kirchhof (Heidelberg) die Entscheidung für die diesjährige Preisträgerin: „Nicole Deitelhoff erhält den Preis für ihre Forschungen zu Herrschaft und Widerstand in der Politik unseres globalen Zeitalters, zu Normen und Institutionen von Staatlichkeit und deren Internationalisierung, zum humanen Völkerrecht und der Entpolitisierung staatlicher und gesellschaftlicher Sicherheitsleistungen. Die Auszeichnung würdigt besonders ihre Leistungen in der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, die gerade in der Gegenwart wissenschaftliche und praktische Bedeutung gewonnen hat“, heißt es in der Pressemitteilung der Stiftung. Überreicht wird der Preis im Mai 2017 in Darmstadt.

„Die Schader-Stiftung widmet sich der Verbindung von Geistes- und Sozialwissenschaften mit der Praxis – eine seltene, aber wichtige Mission im deutschen Fördersystem. Mit Nicole Deitelhoff wird eine engagierte Forscherin ausgezeichnet, die aktuelle gesellschaftliche und politische Debatten maßgeblich mitgestaltet“, sagt die Präsidentin der Goethe-Universität Birgitta Wolff in einer ersten Reaktion. „Sie ist eine echte Brückenbauerin! Wir freuen uns über die Auszeichnung für sie“, so Wolff weiter.

Nicole Deitelhoff, geboren 1974, studierte Politikwissenschaft, Geschichte und Völkerrecht an der Technischen Universität Darmstadt und der State University of New York at Buffalo. Sie war von 1998 bis 2001 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Bundestagsbüro und wurde 2004 in Darmstadt promoviert. Anschließend war sie als Forschungsprofessorin an der Universität Bremen, als Gastprofessorin an der Hebrew Universität Jerusalem und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)und der Technischen Universität Darmstadt tätig. Seit 2009 hat Deitelhoff eine Professur für Internationale Beziehungen und Theorien Globaler Ordnungen an der Goethe-Universität inne und leitet eine Forschergruppe zu „Normativität im Streit. Normenkonflikte im globalen Regieren“ an der HSFK. Seit 2016 ist sie deren Geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Zu ihren bekanntesten Veröffentlichungen zählt „Überzeugung in der Politik“ (Suhrkamp 2006), für die sie unter anderem den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhielt. 2010 gab sie mit Jens Steffek einen Band zum Thema „Was bleibt vom Staat?“ heraus. Darüber hinaus ist Nicole Deitelhoff Mitglied des Direktoriums des Frankfurter Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und leitet dessen Internationales Graduiertenprogramm (IGP).

Die Schader-Stiftung wurde 1988 von Alois M. Schader gegründet, um den Dialog zwischen Gesellschaftswissenschaften und Praxis zu fördern. Ein besonderes Anliegen des Stifters ist es, das Ansehen praxisorientierter Forschung in den Gesellschaftswissenschaften zu verbessern. Auch deshalb vergibt die Stiftung jährlich den Schader-Preis an Gesellschaftswissenschaftler, die sich in dieser Hinsicht besonders verdient gemacht haben.

Weitere Informationen unter http://www.schader-stiftung.de/schader-preis/

Häufig zu beobachten: Das Eigene überhöhen, das Andere abwerten. Frankfurter Ethnologen und Soziologen über ihre Erfahrungen mit dem kulturell Fremden

Pressemitteilung

21. Dezember 2016

FRANKFURT. Ethnologen und Soziologen befassen sich seit dem 19. Jahrhundert mit dem sozial und kulturell Fremden. Als „teilnehmende Beobachter“ und „Feldforscher“ versuchen sie sich – als eine Art Zuwanderer auf Zeit – mit einer anderen Lebensform vertraut zu machen und ihren Charakter zu begreifen. Zu welchen Einsichten gelangen sie dabei? Darüber und vor allem über ihre eigenen Erfahrungen sprach der Philosoph und Publizist Dr. Rolf Wiggershaus in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“ (2/2016) mit fünf Frankfurter Professorinnen und Professoren: den Ethnologen Mamadou Diawara und Hans Peter Hahn, Karl-Heinz Kohl und der Ethnologin Susanne Schröter sowie der Soziologin Kira Kosnick.

Blickt man auf den Sprachgebrauch, so scheint klar: Wer sich vor dem Fremdem verschließt, bleibt oder wird eigen. Und das bedeutet: absonderlich, starrsinnig, erfahrungsresistent. Xenophobie und Ethnozentrismus gibt es nicht nur heutzutage bei Alteingesessenen, die mit Migranten nichts zu tun haben wollen, weil sie darin eine Gefahr für ihre Identität sehen. Auch die europäischen Kolonisatoren kamen nach Amerika und Afrika als Eroberer  und nicht, um mit den dort lebenden Völkern in einen beide Seiten bereichernden Kontakt zu treten. Das Verhältnis zum Fremden und zu Fremden ist kompliziert und changiert zwischen Furcht und Faszination, Verachtung und Idealisierung, Abwehr und Verlangen.

Hans Peter Hahn erinnert daran, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Fremden als „ein Bastard aus Exotismus und Kolonialismus“ entstand. Die weitgehend risikolose Erforschung außereuropäischer Einheimischer durch die ihnen fremden europäischen Forscher war nur durch eine Art „kolonialen Frieden“ möglich, in dem Missionare, Händler und Kolonialbeamte die Situation unter Kontrolle hatten. Die Exotik – das Betonen von Besonderheiten und das Ausmalen des  Fremdartigen – unterstrich das hierarchische Gefälle zwischen der Zivilisation der Kolonisatoren und den Kulturen der Eingeborenen, steigerte die ambivalenten Gefühle von Lust und Angst und sicherte der Ethnologie einen eigenen Gegenstandsbereich.

„Othering“ – abgeleitet vom englischen „other“ – wurde zur Bezeichnung für einen Vorgang, der, so Hahn, „den anderen zum Anderen macht und ihn ganz in seiner Andersartigkeit verortet und damit die gesellschaftliche oder kulturelle Distanz zementiert“. Pauschal verwendet kann der Othering-Vorwurf zum Mittel werden, sich jeglichen Blick von außen zu verbitten. Ohne den aber, so Karl-Heinz Kohl, bleibt man in der Selbstverständlichkeit der eigenen Kultur befangen. Das Ideal wäre deshalb eine „relationale Fremdheit“. Er selbst praktizierte in den 1980er Jahren als nahezu klassischer Feldforscher auf einer ostindonesischen Insel das Eintauchen in eine fremde Kultur bis hin zum (Fast-)-Mitgerissenwerden bei Tieropfern während eines großen Festes. Heute beobachtet er im eigenen Land mit Sorge einen gegenseitigen Abgrenzungsprozess. Einerseits wird das Multikulti-Narrativ seitens der Zuwanderer inzwischen ernst genommen und kulturelle Andersheit selbstbewusst und sichtbar demonstriert. Andererseits wird auf Migrationsbewegungen von immer mehr Einheimischen immer offener mit Fremdenfeindlichkeit reagiert.

Susanne Schröter erlebte 1983 in Sri Lanka den Ausbruch des Bürgerkriegs zwischen der singhalesischen Mehrheit und der teilweise aus Indien stammenden tamilischen Minderheit. Sie war erschüttert über die vorbehaltlose Zustimmung ihrer singhalesischen Gastgeber zu den Massakern an Tamilen, erfuhr dann aber auch von tamilischen Racheaktionen, denen Frauen und Kinder zum Opfer fielen. Zu einem Schlüsselproblem wurde für sie, wie man der transkulturellen Tendenz zur Überhöhung des Eigenen und Abwertung des Anderen entgegenwirken kann. Mamadou Diawara, aus Mali stammend, versteht sich als Brückenbauer zwischen Afrika und westlicher Welt, zwischen lokaler Tradition und globaler Moderne. In einer globalisierten Welt ist es gleichzeitig ökonomisch nötiger und praktisch schwieriger geworden, in jungen Jahren in die Ferne aufzubrechen, um sich dort zu bewähren und schließlich zur Verbesserung der Verhältnisse in der Herkunftswelt beizutragen.

Als einen Ort der erwünschten Begegnung mit Unbekannten, Fremden hat Kira Kosnick Ethnoclubs ausgemacht. Sie bilden seit einiger Zeit einen Bestandteil urbanen Nachtlebens in europäischen Großstädten. Gerade für junge Leute mit Migrationshintergrund können Clubszenen zur Probebühne für das Experimentieren mit kulturellen Normen werden. So kann beispielsweise eine junge türkische Frau zu ihrer Musik tanzen, ohne befürchten zu müssen, von Männern sexuell belästigt zu werden.

Der richtige Umgang mit Fremden und Fremdem, das zeigen die Gespräche, ist eine wahre Kunst und verlangt Menschen viel ab. Diese Kunst ist zugleich nötiger denn je auf einem immer enger werdenden Planeten, auf dem Menschen sich immer weniger aus dem Weg gehen können und Schmelztiegel-Gesellschaften zur dominierenden Realität werden. Nur wenn für Möglichkeiten zur Begegnung von Einheimischen und Migranten gesorgt ist, kann es zu Prozessen gegenseitigen  Kennenlernens und Lernens kommen statt zu gegenseitiger Abgrenzung und Dämonisierung.

Informationen: Dr. Rolf Wiggershaus, Tel. (06173) 6 77 31, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Prof. Dr. Mamadou Diawara, Institut für Ethnologie, (069)798-33055, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Prof. Dr. Hans Peter Hahn, Institut für Ethnologie, (069)798- 33072; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Prof. Dr. Karl-Heinz Kohl, , Institut für Ethnologie, (069)798- 33053; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Prof. Dr. Susanne Schröter, Institut für Ethnologie, (069)798- 33063; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Prof. Dr. Kira Kosnick, Institut für Soziologie, Tel. (069)798- 36582, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die aktuelle Ausgabe von „Forschung Frankfurt“ kann kostenlos bestellt werden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Im Internet steht sie unter: www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de.

Herrschaft und Widerstand im internationalen System. Fachkonferenz am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ / Öffentliche Keynote Lecture von Rahel Jaeggi am 3. März

Pressemitteilung

22. Februar 2017

FRANKFURT. Unter dem Titel „International Dissidence: Rule and Resistance in a Globalized World“ widmen sich vom 2. bis zum 4. März mehr als 60 Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit rund 100 angemeldeten Gästen dem Zusammenspiel von Herrschaft und Widerstand in einer globalisierten Welt. Bei der internationalen Konferenz an der Goethe-Universität soll es zum einen darum gehen, Widerstand und Herrschaft in ihrem dialektischen Zusammenspiel zu beleuchten. Zum anderen soll der grenzüberschreitende Charakter sowohl von Widerstandsbewegungen als auch von Herrschaft in den Blick genommen werden.

Während sich die Konferenz selbst an ein Fachpublikum wendet, ist die interessierte Öffentlichkeit bei der flankierenden Keynote Lecture herzlich willkommen. Vortragende ist Rahel Jaeggi, Professorin für Praktische Philosophie und Sozialphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie spricht am 3. März um 19.00 Uhr im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend (Raum HZ5, Vortrag in englischer Sprache) über: „Crisis and Conflict – Active and Passive Dimensions of Social Change“. Mit Bezug auf ihre aktuellen Forschungen wird Rahel Jaeggi auf die Rolle sozialer Akteure im Prozess gesellschaftlicher Transformationen eingehen. Dabei konzentriert sie sich insbesondere auf den Zusammenhang von Fortschritt, Krisen und sozialem Wandel.

Organisiert wird die gesamte Veranstaltung von der Forschungsgruppe „Internationale Dissidenz“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Die Leitung der Gruppe, die in verschiedenen Projekten die Organisations- und Artikulationsformen radikalen politischen Widerstands untersucht, haben die Clustermitglieder Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnung, und Christopher Daase, Professor für Internationale Organisationen. Nicole Deitelhoff leitet zudem das Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Christopher Daase ist stellvertretender HSFK-Leiter.

Die wachsende Aktualität von Widerstand in einer (und gegen eine) globalisierte Welt lässt sich bereits an den vielfältigen transnationalen Protest- und Widerstandsbewegungen der letzten Jahre ablesen – von Occupy Wall Street über rechtsorientierte Mobilisierung innerhalb Europas oder radikalen Dschihadismus bis hin zu Protesten gegen UN-Einsätze oder dem Austritt Indiens aus dem Atomwaffensperrvertrag. Widerstand ist weltweit ein allgegenwärtiger, gleichwohl widersprüchlicher Aspekt des sozialen und politischen Lebens. In vielfältigen Erscheinungsformen verfolgt er unterschiedliche Ziele. Aber auch Herrschaft tritt heute in vielen Formen auf: etwa als Macht des internationalen Finanzsystems, als „westlicher Imperialismus“, als Rechtfertigung von Gewalt, homogenisierender Globalismus oder asymmetrische globale Regelwerke.

Die dreitägige Konferenz umfasst 14 Panels. Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehören verschiedenen Disziplinen an – von der Soziologie über die Geschichte bis zur Politikwissenschaft und Anthropologie. Ziel der Konferenz ist auch die Überwindung einer fachlichen Fragmentierung des akademischen Diskurses und ein umfassenderer Blick auf das Verhältnis von Widerstand und Herrschaftssystemen. Zu den zentralen Themen gehört die prinzipielle Frage, wann Opposition zu Dissidenz wird, wann sich also Widerstand, der sich an die „Spielregeln“ hält, zu revolutionärem Widerstand wandelt, der zu unkonventionellen Mitteln greift.

Begleitet wird die Tagung von einer Podiumsdiskussion, die sich der Frage annimmt, welche Probleme sich aus der spezifischen politischen Rolle von Forschenden ergibt, wenn sie es mit Widerstandsbewegungen zu tun haben. Laufen sie beispielsweise Gefahr, ihre wissenschaftliche Distanz zu verlieren?

Die Konferenz „International Dissidence: Rule and Resistance in a Globalized World“ findet in englischer Sprache statt und ist fach- und presseöffentlich. Veranstaltungsort der Panels und der Podiumsdiskussion ist das Gebäude des Exzellenzcluster auf dem Frankfurter Campus Westend.

Informationen:
Felix Anderl & Antonia Witt, Organisationsteam, Tel.: 069/798-31468,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Bernd Frye, Exzellenzcluster, Pressereferent, Tel.: 069/798-31411,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net

Programm:
www.dissidenz.net/konferenz-2017/

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Herausgeber: Die Präsidentin, Abteilung PR & Kommunikation, 60629 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-13035, Fax: (069) 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Diskussionen und Filme zum Thema Dissidenz. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und das Frankfurter naxos.Kino starten ihre gemeinsame Reihe am 4. April

Pressemitteilung

29. März 2017

FRANKFURT. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“an der Goethe-Universität und das naxos.Kino - Dokumentarfilm & Gespräch e. V.  starten eine gemeinsame Filmreihe unter dem Motto „Dissidents on Stage. Protest. Widerstand. Aufstand“. Die Dokumentarfilmreihe beginnt am 4. April und setzt sich im vierzehntäglichen Takt immer dienstags bis zum 13. Juni 2017 fort. Die neue Reihe wird seitens des Exzellenzclusters von der Forschungsgruppe „Internationale Dissidenz“ gemeinsam mit dem naxos.Kino organisiert. Die Veranstaltungen finden im naxos.Kino im THEATER WILLY PRAML in der Naxoshalle in Frankfurt statt (Eingang Waldschmidtstraße 19 / Hinterhof). Im Anschluss an jeden Film findet ein Filmgespräch mit den jeweiligen Regisseurinnen und Regisseuren, Vertreterinnen und Vertretern der Veranstalter und dem Publikum statt.

Die Forschungsgruppe „Internationale Dissidenz – Herrschaft und Kritik in der globalen Politik“ des Frankfurter Exzellenzclusters untersucht Organisations- und Artikulationsformen politischen Widerstands und setzt ihn mit Formen globaler Herrschaft in Verbindung. Die rund 20 Forschenden von der Goethe-Universität und der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung arbeiten zu unterschiedlichen Formen von Kritik und Widerspruch gegen zentrale Institutionen und Normen in der internationalen Politik und setzen sich zum Ziel, diese zu erklären und normativ einzuordnen. Die im naxos.Kino gezeigte Filmreihe soll dazu beitragen, das Handeln dissidenter Akteure im Kontext zu verstehen. Sie soll einem Austausch zwischen wissenschaftlichen Disziplinen, aber auch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft dienen, um Praktiken des Widerstands auf Grundlage aktueller Dokumentarfilme zu sozialen Konfliktfeldern zu diskutieren.

„Wir sehen in der Kooperation mit dem auf Dokumentarfilme spezialisierten naxos.Kino eine gute Chance, im Rahmen des Wissenstransfers unsere Forschungen einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen“, sagt Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Gerd Becker, Vorstandsmitglied des naxos.Kino - Dokumentarfilm & Gespräch e.V., sieht in der neuen Filmreihe auch eine „gute Gelegenheit, neue, jüngere Zielgruppen anzusprechen und sie für künftige Naxos-Filmveranstaltungen mit anschließendem Filmgespräch zu gewinnen“.

Die Filme der neuen Reihe im Einzelnen:

Dienstag, 4. April: Citizenfour, eine Dokumentation über die Überwachung der Kommunikation am Beispiel von Edward Snowden.

Zum Auftakt der Gesamtreihe steht bereits um 19.00 Uhr ein kurzes, öffentliches Einführungsstatement mit den Projektverantwortlichen von Universität und naxos.Kino auf dem Programm:

Prof. Dr. Christopher Daase und Rebecca Caroline Schmidt, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
Gerd Becker und Wolf Lindner, naxos.Kino e.V.
Maik Fielitz, Exzellenzcluster, stellt kurz die Filmreihe vor.

Im Anschluss (ab 19.30 Uhr) wird der Film gezeigt, gefolgt von einer Diskussion.

Dienstag, 18. April, 19.30 Uhr: Drop City, die erste Künstlerkommune in den USA in den frühen 1960er Jahren.

Dienstag, 2. Mai, 19.30 Uhr: Une Révolution Africaine, ein Volksaufstand in Burkina Faso beendet die Diktatur von Blaise Compaoré und seinem Regime.

Dienstag, 16. Mai, 19.30: Jakarta Disorder, Bewohner von Slums und Intellektuelle in Indonesien wehren sich gegen Zwangsräumungen und die Diktatur einer kleinen Elite.

Dienstag, 30. Mai, 19.30 Uhr: Golden Dawn – A Personal Affair, Film über die neonazistische Bewegungspartei, die von einer militanten Kleinstgruppierung zur drittstärksten Partei Griechenlands wurde.

Dienstag, 13. Juni, 19.30 Uhr: Concerning Violence, Film über den antikolonialen Kampf nationaler Befreiungsbewegungen in Afrika in den 1960er und 70er Jahren.

Reservierungen erbeten unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen: naxos.Kino: Wolf Lindner, Tel.: 069/70794910, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.naxos-kino.org; Exzellenzcluster: Maik Fielitz (Forschungsgruppe „Internationale Dissidenz“), Tel.: 069/798-31464, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net

Filme und Forschung sind der Wahrheit auf der Spur. Beteiligung des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ am Begleitprogramm des Lichter Filmfests Frankfurt International

Pressemitteilung

27. März 2017

FRANKFURT. Auch in diesem Jahr kooperiert der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit dem Lichter Filmfest Frankfurt International. Das Festival, das nun zum zehnten Mal stattfindet, widmet sich vom 28. März bis zum 2. April aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema „Wahrheit“. Passend dazu trägt das Begleitprogramm unter Mitwirkung des Clusters den programmatischen Titel „Truth is stranger than fiction“.

An drei Terminen gehören Mitglieder des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes zu den Vortragenden und Diskussionspartnern. Darüber hinaus hat der Exzellenzcluster die Patenschaft für den Film „I am not Madame Bovary“ übernommen. Die chinesische Tragikomödie läuft am 29. März um 20.45 Uhr im Künstlerhaus Mousonturm (Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main). Dort finden auch die Veranstaltungen des Begleitprogramms mit Clusterbeteiligung statt.

Bei der Gesprächsrunde „Wenn Meinung zu Wahrheit wird – Und Wahrheit zu Meinung …“ geht es am 30. März um 19.30 Uhr um die Frage, wie gefährlich Populismus und Hate-Speech für die westlichen Demokratien sind. In diesen Gesellschaften ist eine kritische und vielstimmige Berichterstattung – auch trotz Trump – zwar möglich, dennoch verlieren differenziert argumentierende Medien und Politiker in breiten Teilen der Bevölkerung an Glaubwürdigkeit. An ihre Stelle scheinen wutgetriebene Meinungsmacher zu treten, deren Hasstiraden und Falschaussagen sich in sozialen Medien regelfrei und selbstverstärkend verbreiten.

Wie können die Anhänger demagogischer Verführer wieder für Pluralismus und Freiheit gewonnen werden? Welche Verantwortung kommt dabei der Politik und den Medien zu? Antworten darauf sucht auch Christoph Menke, Philosophieprofessor und Mitglied des Clusters. Unter der Moderation von Eberhard Nembach (Leiter der Politikredaktion hr-Info) diskutieren des weiteren: Bascha Mika (Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau), Paulina Fröhlich (Aktivistin der Kampagne Kleiner Fünf) und Fabian Steinhauer (Rechts- und Medienwissenschaftler der Goethe-Universität).

Die Wahrheit zu ermitteln und auf ihrer Grundlage Recht zu sprechen, ist für Juristen von Berufs wegen eine Herausforderung. Ferdinand von Schirachs Theaterstück „Terror“ und dessen Verfilmung haben dies unlängst anschaulich bewusst gemacht. Auch die Gesprächsrunde „Wahrheit als Prozess“ nimmt am 31. März um 19 Uhr den Gerichtssaal ins Visier – und damit den Ort, an dem Tag für Tag beansprucht wird, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Die in dieser Runde verhandelten Fragen sind u.a.: Welche Bedeutung hat das Strafverfahren für die Verhandlung gesellschaftlicher Konflikte? Welche Rolle spielen „Deals“ und falsche Geständnisse? Wie können Laien in die Rechtsfindung einbezogen werden?

Durch das Gespräch führt Corinna Budras von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zu den Diskutanten von Seiten des Exzellenzclusters gehört Klaus Günther, dessen Co-Sprecher und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht. Günther hatte sich unter anderem auch aus Anlass der Fernseh-Adaption des Schirach-Stückes mit der Rolle juristischer Laien in der Urteilsfindung beschäftigt. Die weiteren Gesprächsteilnehmer sind die Strafverteidigerin Barbara Livonius sowie Dominik Brodowski, Experte für Straf- und Strafprozessrecht des Exzellenzclusters.

Am 1. April steht schließlich die „Lichter Agora“ auf dem Programm, ein Format für Vorträge junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, in diesem Jahr unter dem Motto: „Fake World meets True Scientists“. Behandelte Themen sind ab 17 Uhr der Wahrheitsbegriff der Psychoanalyse, die Anziehungskraft von Verschwörungstheorien und so genannte postfaktische Wahrheiten. Als Cluster-Angehörige mit dabei: der Sozialphilosoph Johannes Böss, der politische Theoretiker Jonathan Klein, die Politikwissenschaftler Holger Marcks und Sebastian Schindler sowie der Philosoph Marcus Döller.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Begleitprogramms unter Mitwirkung des Clusters ist frei, der Besuch der Filme kostenpflichtig. Zum Begleitprogramm gehören neben den erwähnten Veranstaltungen: „In Vino Veritas: Wir schenken reinen Wein ein“, Humoristischer Gesprächsabend mit Wein, 29. März, 19 Uhr, studioNAXOS; „Whistleblowing – Licht ins Dunkel bringen!“, Ausstellung, 28. März bis 2. April, Mousonturm; „Wahrheit ist ...“, Installation, 28. März bis 2. April, Mousonturm.

Informationen:
Lichter Filmfest: Tobias Hüser, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0172-9859170, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.lichter-filmfest.de
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Bernd Frye, Pressereferent, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

Alle Termine des Begleitprogramms: http://www.lichter-filmfest.de/de/programm/vortraege-talks/vortraege-talks-2017.html

Frankfurter Stadtgespräch über Religion und Gewalt. Podiumsdiskussion des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 19. April mit dem Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide und dem Althistoriker Hartmut Leppin

Pressemitteilung

12. April 2017

FRANKFURT. Judentum, Christentum, Islam – die drei abrahamitischen Religionen haben ihre historischen Wurzeln im östlichen Mittelmeerraum. Zu den Gemeinsamkeiten gehört auch eine monotheistische Ausrichtung, der Bezug auf jeweils nur einen Gott. Die These, dass gerade solche Glaubensrichtungen aufgrund ihres Wahrheitsanspruchs intrinsisch gewalttätig seien, ist in jüngster Zeit wieder Gegenstand kontroverser Diskussionen. Dabei wird besonders dem Islam ein „Gewaltproblem“ vorgeworfen. Das aktuelle „Frankfurter Stadtgespräch“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ setzt auf ein Zusammenspiel geschichts- und religionswissenschaftlicher Ansätze bei der Erörterung des Themas

„Im Namen Gottes? – Monotheismus und Gewalt“
am Mittwoch, dem 19. April 2017, um 19.00 Uhr
im Historischen Museum, Fahrtor 2 (Römerberg), 60311 Frankfurt am Main.

Ist mit den monotheistischen Religionen wirklich eine bestimmte Form der Gewalt in die Welt gekommen – die Gewalt im Namen Gottes? Und welche Rolle spielt diese vermeintliche Prägung mit Blick auf militante Strömungen des Islam, aber auch auf das Christentum und seine wechselvolle Geschichte? In einem interdisziplinären Dialog, der ebenso die verbindenden Friedenspotenziale fokussiert, sprechen darüber Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie und Professor für Islamische Religionspädagogik an der Universität Münster, und der Althistoriker Hartmut Leppin vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Seine Schwerpunkte umfassen die politische Ideengeschichte der Antike und die Geschichte der Spätantike. Die Moderation hat Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des geistes- und sozialwissenschaftlichen Exzellenzclusters. Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt herzlich willkommen.

Mouhanad Khorchide gilt als Verfechter einer liberalen Interpretation des Islam. Mit seinem 2012 erschienenen Buch „Islam ist Barmherzigkeit“, das mittlerweile in einer überarbeiteten und erweiterten Auflage vorliegt, wurde er auch über Fachgrenzen hinaus bekannt. Später folgten u.a.: „Scharia – der missverstandene Gott: Der Weg zu einer modernen islamischen Ethik“ (2013) und „Gott glaubt an den Menschen: Mit dem Islam zu einem neuen Humanismus“ (2015). Khorchide tritt für eine historisch-kritische Koranexegese ein: Die Verse müssten in ihrem historischen Kontext verstanden werden und könnten nicht als Imperative, zum Beispiel für Gewalt, ins „Hier und Heute“ übertragen werden. Der Professor für Islamische Religionspädagogik plädiert für eine Reform des islamischen Religionsunterrichts mit mehr Offenheit für eigenständiges Denken. Thesen hierzu hat Khorchide auch vor rund einem Jahr in Frankfurt formuliert. Damals war er Referent der Tagung „Welcher Islam gehört zu Deutschland“, veranstaltet vom Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam am Exzellenzcluster.

Hartmut Leppin ist Professor für Alte Geschichte mit dem Schwerpunkt Christentum und Griechische Geschichte. Er engagiert sich in einer Vielzahl von Forschungszusammenhängen, so als Projektleiter des von der DFG geförderten Koselleck-Projekts „Christianisierungen im Römischen Reich“, als Sprecher des Sonderforschungsbereiches „Schwächediskurse und Ressourcenregime“ und im Trägerkreis des Graduiertenkollegs „Theologie als Wissenschaft“. Aus Mitteln des Leibnizpreises, den Leppin 2015 erhielt, hat er das Forschungsprojekt „Polyphonie des spätantiken Christentums“ ins Leben gerufen, das im Mai 2016 offiziell eröffnet worden ist. Das Projekt soll auch dabei helfen, eine Brücke vom spätantiken Christentum zur Erforschung des frühen Islam zu schlagen und einen Beitrag zu der Frage leisten, wie sich die Ausbreitung der drei monotheistischen Religionen historisch ausgewirkt hat. Zu seinen Publikationen gehören: „Das Erbe der Antike“ (2010, in der Reihe C. H. Beck Geschichte Europas) und „Antike Mythologie in christlichen Kontexten der Spätantike“ (2015, als Herausgeber).

Das „Frankfurter Stadtgespräch“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität findet jetzt zum 21. Mal statt. Ziel ist es, unter Einbeziehung eines prominenten Gastes mit geistes- und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen an eine breitere außerakademische Öffentlichkeit zu treten. Zu den bisherigen Gästen gehörten die Publizistin Thea Dorn, der Schriftsteller Feridun Zaimoglu, die Politiker Erhard Eppler, Tom Königs und Rita Süssmuth, der Historiker Christopher Clark und Bundespräsident Joachim Gauck.

Informationen:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/

Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Gilles Kepel spricht über den islamistischen Terror. Der renommierte Islamforscher hält am 25. April auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ einen Vortrag an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

20. April 2017
 
FRANKFURT. Er gilt als einer der besten Kenner der arabischen Welt, des politischen Islam und des radikalen Islamismus. Seine Thesen über die islamische Dimension des Terrorismus bleiben allerdings, vor allem in Frankreich, nicht unwidersprochen. Gilles Kepel, Professor am Institute d’Études Politiques de Paris, kommt zu einem Vortrag nach Frankfurt. Auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität spricht er über das Thema
 
„The Jihad out of the Banlieues“
am Dienstag, dem 25. April 2017, um 18.15 Uhr
im Hörsaalzentrum (HZ 8) auf dem Campus Westend.
 
Der französische Soziologe und Islamwissenschaftler Gilles Kepel analysiert seit Jahren den islamistischen Terrorismus und seine politischen und sozialen Ursachen. Ziel des Terrorismus sei es, so Kepel, die Gesellschaft in einen Bürgerkrieg zu treiben. Dafür versuchten die Dschihadisten, die Muslime einzuspannen, die sich durch eine wachsende „Islamophobie“ in der Gesellschaft immer mehr in die Enge getrieben fühlten. Diejenigen Politiker, die mit der Bedrohung durch den Islamismus Propaganda machten, gingen damit den Terroristen in die Falle. In seinem Vortrag will Kepel die Zusammenhänge erklären und für ein Engagement der aufgeklärten Bürger plädieren, sich nicht in diese falsche Konfrontation verstricken zu lassen.
 
In seinen Ausführungen greift Gilles Kepel auf Analysen zurück, die er in seinem jüngsten Buch publiziert hat. Es erschien Ende des vergangenen Jahres unter dem Titel „La Fracture“ in Frankreich. Die jetzt erhältliche deutsche Übersetzung heißt „Der Bruch – Frankreichs gespaltene Gesellschaft“. Sie ist erweitert um ein ausführliches deutsches Vorwort, das auch die Spezifika hierzulande in den Blick nimmt.
 
Während die meisten Thesen Kepels in der Fachwelt Anerkennung finden, führt er bei der Frage nach den Motiven des Terrors seit einigen Jahren eine vielbeachtete öffentliche Kontroverse mit seinem Landsmann Olivier Roy. Dieser gilt ebenfalls als ausgezeichneter Kenner des Islam, ist Professor für politische Wissenschaften am European University Institute (EUI) in Florenz und lehrt zudem an Pariser Universitäten. Roy war im Wintersemester 2015/2016 Gast des Frankfurter Exzellenzclusters. Er gehörte zu den Referenten der Ringvorlesung „Normenkonflikte in pluralistischen Gesellschaften“.
 
Bei der Auseinandersetzung zwischen Gilles Kepel und Olivier Roy, die auch als Streit der „Meinungsführer“ und „Meisterdenker“ bezeichnet wird, geht es um den Stellenwert der islamischen Religion für die terroristische Gewalt. Kepel spricht von einer „Radikalisierung des Islam“ und warnt davor, die religiösen Aspekte der Anschläge zu unterschätzen. Roy wiederum bringt seine Argumente auf die Formel einer „Islamisierung der Radikalität“. Die Attentäter seien meist entwurzelte Jugendliche oder junge Erwachsene ohne fundierte religiöse Vorbildung.
 
Gilles Kepel wird seinen Vortrag auf englischer Sprache halten. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen, der Eintritt frei.
 
Informationen:
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/
 
 
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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Angriff auf die liberale Weltordnung. Ringvorlesung zur U.S. Außen- und Sicherheitspolitik unter Trump

Pressemitteilung

19. April 2017

FRANKFURT. Donald Trump mischt die internationale Politik auf. Dabei stellt er nationale Normen und Werte ebenso in Frage wie internationale Institutionen und Organisationen. Nicht wenige sehen in der neuen Außen- und Sicherheitspolitik der USA einen Angriff auf die liberale Weltordnung. Die Vorträge der Ringvorlesung „Angriff auf die liberale Weltordnung – U.S. Außen- und Sicherheitspolitik unter Trump“ untersuchen Aspekte dieser Politik im Detail, stellen sie in den historischen Kontext und versuchen, die Folgen für die internationale Ordnung abzuschätzen. Darüber hinaus fragen sie danach, ob die Ansätze zur Erklärung internationale Politik angesichts dieser Entwicklungen noch angemessen sind oder ob nicht die Grundannahmen insbesondere liberaler und institutionalistischer Ansätze einer kritischen Prüfung unterzogen werden müssten.

Die Ringvorlesung findet in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung statt. Nach den etwa 45-minütigen Vorträgen, die durch das electure-Team aufgezeichnet werden, besteht die Möglichkeit zu einer Diskussion. Die öffentlichen Vorträge finden im Sommersemester 2017 jeweils donnerstags von 14-16 Uhr im Hörsaalzentrum, Raum HZ8, statt.

Termine:

20.04.: Christopher Daase, Die Krise der liberalen Weltordnung – Das Phänomen Trump
27.04.: Gunther Hellmann, Weltordnungspolitik: Die "Normative Macht" USA vor und nach Trump
4.05.: Reinhard Wolf, “Our country needs more ego". Trumps Narzissmus und die Sehnsucht nach außenpolitischen Siegen
11.05.: Hans-Joachim Spanger, Das Empire schlägt zurück: Trumps Russlandpolitik in der Sackgasse
18.05.: Sebastian Biba und Heike Holbig, Chinas Rolle in der G20 und die Beziehungen zu den USA
1.06.: Oliver Owcza, Vier Monate Präsident Trump - eine Zwischenbilanz der deutsch-amerikanischen Beziehungen
8.06.:  Caroline Fehl, “Multilateralism minus one?” Dilemmata der globalen Kooperation in der Trump-Ära
22.06.: Holger Janusch, America First - Paradigmenwechsel in der US-Handelspolitik
29.06.: Michael Dobbins, Trumps Innenpolitik im Schatten von Obama: Stillstand oder Rechtsruck?
6.07.:  Stefan Kroll, Die USA unter Trump und das Völkerrecht. A new sovereigntism?
13.07.: Nicole Deitelhoff, Populismus und Weltpolitik
20.07.: Andreas Kohn und Sebastian Schindler, 100 Tage Great Again: Vom Politiktheater zu Politik im Theater

Weitere Informationen: Prof. Dr. Christopher Daase, Institut für Politikwissenschaft u. Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Goethe-Universität Frankfurt, Tel. (069) 798-31460, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Dr. Stefan Kroll,  Institut für Politikwissenschaft, Tel. (069) 798-31461, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Geht die Globalisierung zu Ende? Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 27. April 2017 im Klingspor-Museum

Pressemitteilung

21. April 2017
 
FRANKFURT. Wer gewinnt die Präsidentschaftswahlen in Frankreich? Wie beginnen die konkreten Austritts-Verhandlungen mit Großbritannien? In den nächsten Wochen und Monaten werden wichtige Weichen für die Zukunft der Europäischen Union gestellt. Möglicherweise setzt sich dabei ein Trend fort, zu dem auch Trumps „America first“ gehört: Globale Verflechtungen und überstaatliche Institutionen scheinen im Abwind zu sein. Eine Analyse der Zusammenhänge ist Gegenstand des nächsten Vortrags im Rahmen der „Goethe Lectures Offenbach“ zum Thema
 
„Die Rückkehr der Grenzen: Geht die Globalisierung zu Ende?“
am Donnerstag, dem 27. April 2017, um 19.00 Uhr
im Klingspor-Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.
 
Die „Goethe Lectures Offenbach“ sind eine gemeinsame Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und der Stadt Offenbach in Verbindung mit dem Klingspor-Museum. Den kommenden Vortrag hält der Politikwissenschaftler Jens Steffek, Mitglied des Exzellenzclusters und Professor für Transnationales Regieren an der Technischen Universität Darmstadt. Der Eintritt ist frei.
 
In Europa waren die vergangenen Jahrzehnte geprägt von einem Gefühl der verschwindenden Grenzen. Die weltweite wirtschaftliche Verflechtung nahm stetig zu, im Schengenraum wurden die Grenzkontrollen abgeschafft, im Internet herrschte scheinbar grenzenlose Kommunikationsfreiheit. Politisch bedeutete dies eine immer tiefergehende Zusammenarbeit im Rahmen der Europäischen Union und anderer internationaler Organisationen, häufig gedeutet als Bedeutungsverlust des Nationalstaats. Doch dieses Bild einer sich entgrenzenden Welt hat Risse bekommen. Auch in Europa werden neue Grenzzäune errichtet, rechtspopulistische und anti-europäische Parteien feiern große Erfolge, Staaten greifen wieder zur ungeschminkten Machtpolitik und versuchen sich abzuschotten. In dem Vortrag wird der Frage nachgegangen, ob dies als Ende einer Epoche der Globalisierung und Europäisierung zu deuten ist oder vielmehr als vorübergehende Erscheinung.
 
Jens Steffek ist seit 2010 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Transnationales Regieren“ an der Technischen Universität Darmstadt und Principal Investigator im Exzellenzcluster. Nach einem Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Geographie an der Ludwig-Maximilians-Universität München promovierte er 2002 am Europäischen Hochschulinstitut Florenz mit einer Arbeit zu Fragen der Gerechtigkeit in der internationalen Handels- und Klimapolitik. Danach beschäftigte er sich als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bremen und der Jacobs University Bremen mit der Kooperation zwischen internationalen Regierungsorganisationen und nichtstaatlichen Akteuren. Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte führten ihn u.a. an die Universität Cambridge, das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, die Libera Università Internazionale degli Studi Sociali Guido Carli (LUISS) in Rom, das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg und die Universität Montréal.
 
Zu den Forschungsschwerpunkten von Jens Steffek gehören Politik und Geschichte internationaler Organisationen, Theorie der Internationalen Beziehungen, Transnationale gesellschaftliche Akteure sowie Demokratietheorie. Er hat sechs Bücher und rund 50 Beiträge in Zeitschriften und Sammelbänden publiziert. Steffek ist Mitherausgeber des Bandes „Jenseits der Anarchie – Weltordnungsentwürfe im frühen 20. Jahrhundert“, erschienen in der Schriftenreihe des Exzellenzclusters im Campus Verlag. Seine Aufsätze erscheinen unter anderem im European Journal of International Relations, Ethics & International Affairs, Government & Opposition und Review of International Studies.
 
Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor-Museum und auch der Gesamtreihe sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor-Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion.
 
Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft
 
 
Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Strafrechtspflege zwischen Purismus und Pluralität. Die neue Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beginnt am 3. Mai

Pressemitteilung

27. April 2017
 
FRANKFURT. Die Strafrechtspflege scheint in besonderem Maße an den Nationalstaat und fest umrissene Aufgaben gebunden zu sein: Ein Souverän lässt in Vertretung eines Volkes Gerechtigkeit walten, indem er ein kohärentes Strafrecht ein- und durchsetzt. Es geht um die Wahrheitserforschung und den Schutz der Gemeinschaftsinteressen. Doch diese Einheit – fußend auch auf der Vorstellung einer autonomen, historisch gewachsenen Rechtskultur – sieht sich mittlerweile zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Diesem Spannungsfeld widmet sich die aktuelle Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Die Reihe mit Vorträgen in deutscher und englischer Sprache startet am 3. Mai und heißt: „Criminal Justice between Purity and Pluralism – Strafrechtspflege zwischen Purismus und Pluralität“.
 
Die fachliche Leitung hat Christoph Burchard, Mitglied des Exzellenzclusters und Professor für Straf- und Strafprozessrecht, Internationales und Europäisches Strafrecht, Rechtsvergleichung und Rechtstheorie an der Goethe-Universität. Den Auftaktvortrag hält der Co-Sprecher des Clusters, Klaus Günther, der an der Goethe-Universität Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht lehrt. Sein Thema lautet: „Vom Rechtsgüterschutz zur Aufmerksamkeitfür das Besondere – Partikularisierung des Strafrechts?“. Alle Vorlesungen finden im Hörsaalzentrum (Raum HZ 11) auf dem Campus Westend statt. Sie beginnen jeweils um 18.15 Uhr. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen.
 
Die Grundlage für die sechsteilige Ringvorlesung bildet der Befund, dass sich die Strafrechtspflege nicht länger als eine „domaine réservé“, einen ausschließlich für den Nationalstaat reservierten Bereich beschreiben lässt. Sie wird vielmehr zunehmend in einem Netzwerk nationaler, internationaler, europäischer und supranationaler Akteure betrieben. Die Idee einer autonomen Rechtskultur wird umso zweifelhafter, je mehr zum einen die weltweiten Wechselwirkungen zunehmen und sich zum anderen die Gesellschaften auch intern pluralisieren. Die Aufgaben der Strafrechtspflege gestalten sich somit normativ offener, diverser und partikularer.
 
Den Aspekt der Partikularisierung greift Klaus Günther gleich zum Beginn der Reihe am 3. Mai auf. Er setzt sich mit dem in jüngster Zeit häufig erhobenen Vorwurf auseinander, wonach den Verbrechensopfern und ihrem individuellen Leid bisher weder im Strafrecht noch im Strafverfahren die vermeintlich gebotene Aufmerksamkeit geschenkt worden sei. Es mangele – so die Vorwürfe weiter – an Empathie, Einfühlungsvermögen und Verständnis für die konkrete Situation Einzelner. In seinem Vortrag geht Günther möglichen Motiven dieser Entwicklung nach und fragt – auch kritisch – nach deren normativen Konsequenzen.
 
Die Termine im Überblick:
 
3. Mai 2017, 18.15 Uhr
Prof. Klaus Günther (Goethe-Universität, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“): Vom Rechtsgüterschutz zur Aufmerksamkeit für das Besondere – Partikularisierung des Strafrechts?
 
10. Mai 2017, 18.15 Uhr
Prof. Beatrice Brunhöber (Leibniz Universität Hannover): Titanen oder Zyklopen? Kriminalisierungstheorie zwischen Einheit und Vielfalt
 
24. Mai 2017, 18.15 Uhr
Prof. Bernard E. Harcourt (Columbia University & École des Hautes Études en Sciences Sociales, Paris): Contemporary Critical Thought and Juridical Practice
 
14. Juni 2017, 18.15 Uhr
Prof. David von Mayenburg (Goethe-Universität, Institut für Rechtsgeschichte): Multikausale und monokausale Erklärungen des Verbrechens in der frühen Kriminologie – Eine 12-jährige Raubmörderin vor Gericht (RGSt 15, 87)
 
21. Juni 2017, 18.15 Uhr
Prof. Frank Meyer (Universität Zürich): Legitimationsbedürfnisse internationalisierter strafrechtlicher Hoheitsgewalt – Zwischen Pluralismus und Nativismus
 
12. Juli 2017, 18.15 Uhr
Prof. Malcolm Thorburn (University of Toronto, Faculty of Law): Criminal Law and the Promise of Self-Government
 
Informationen:
Prof. Christoph Burchard, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Campus Westend, Tel. (069) 798-31471, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/de/
 
Programm:
http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen
 
Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Europäische Werte in der Krise – Welche normativen Orientierungen braucht Europa?

Medieneinladung

28. April 2017
 
Sehr geehrte Medienvertreter,
 
Brexit, AfD, Trump: Wie das aussehen kann, wenn Selbstverständlichkeiten ins Wanken geraten, zeigen Beispiele aus jüngster Zeit. Die EU ist als politischer Schlüssel-Akteur von diesen Entwicklungen betroffen – und steht selbst spätestens mit Beginn der Eurokrise vor der Frage, was sie eigentlich sein will, kann und sollte.
 
Das Präsidium der Goethe-Universität und der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ laden Sie herzlich ein zu einer Veranstaltung mit EU-Kommissar Günther Oettinger und dem Philosophen Rainer Forst. Nach kurzen Statements der beiden Referenten hat das Publikum die Möglichkeit, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Günther Oettinger ist einer der profiliertesten deutschen Politiker in der EU. Der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs war von 2014 bis 2016 EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft, seit 1. Januar 2017 ist er EU-Haushaltskommissar.
Rainer Forst ist Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität und Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.
 
Wir laden Sie herzlich ein zur Veranstaltung
 
Europäische Werte in der Krise –
Welche normativen Orientierungen braucht Europa?
05.05.2017, um 14:30 Uhr
Lobby des PA Gebäudes, Campus Westend
 
Wir würden uns freuen, wenn diese Veranstaltung für Ihre Berichterstattung von Interesse ist. Bitte teilen Sie uns bis zum 3. Mai per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit, ob wir mit Ihrem Kommen rechnen können.
 
Mit freundlichen Grüßen

Birgitta Wolff (Präsidentin der Goethe-Universität), Rainer Forst (Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“), Klaus Günther (Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“)
 
Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main. Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: (069) 798-13035, Fax: (069) 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Studiengalerie 1.357 zeigt Werke der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven. Gemeinsame Ausstellung der Goethe-Universität, der Hochschule für Musik und des Museums für Moderne Kunst

Pressemitteilung

2. Mai 2017

FRANKFURT. Die Studiengalerie 1.357 zeigt vom 3. Mai bis 7. Juni das multimediale Werk der Konzeptkünstlerin Hanne Darboven (1941-2009). Die Organisatoren der Studiengalerie, die Goethe-Universität und MMK Museum für Moderne Kunst, haben für ihre nächste Ausstellung erstmals die HfMDK Hochschule für Musik und Darstellende Kunst als Partnerin gewonnen.

Eröffnung der Ausstellung „Schreibzeit“: Mittwoch, 3. Mai, 20.00 Uhr, Studiengalerie 1.357 IG-Farben-Haus

Installative Konzerte: 3. Mai, 20.00 Uhr, Eisenhowersaal 1.314 und Eisenhowerraum 1.414, IG Farbenhaus

Am Eröffnungsabend führen Musikerinnen und Musiker der HfMDK Hochschule für Musik und darstellende Kunst parallel zwei Werke Darbovens auf - Opus 26 für Streichquartett (Tenero Quartett - Rocío García Perez, Violine; Natalia Nagyova, Violine; Clara Holdenried, Bratsche; Michael Preuß, Violoncello -  im Eisenhowersaal) und Opus 17a für Kontrabass Solo (Jakob Krupp, Kontrabass – im Eisenhowerraum). Neben den beiden Kompositionen, die nur am Eröffnungsabend aufgeführt werden, zeigt die Galerie ein Schlüsselwerk ihrer raumfüllenden Papierarbeiten sowie den wohl wichtigsten Film Darbovens - „Vierjahreszeiten. Der Mond ist aufgegangen“ von 1982/83 aus der Sammlung des MMK.

Zur Künstlerin: Mit endlosen Serien von Schreib-Zeichnungen hat sich Hanne Darboven (1941-2009) in den späten 1960er Jahren im Diskurs der New Yorker Minimal- und Konzeptkunst etabliert. Schnell wurde sie eine Schlüsselfigur der Gegenwartskunst, viermal widmete eine documenta ihren riesigen Schreibarbeiten zentrale Räume (d5 1972, d6 1977, d7 1982, d11 2011). Im Jahr 1975 begann sie die Arbeit an einem komplizierten Gewebe aus Zeitrechnungen, annalistischen Einträgen, wiederkehrenden Textformeln, grafischen Elementen und Textzitaten diverser Autoren. Das zitierte Textmaterial sollte nicht originell sein, es folgte dem literarischen Genre des florilegium (Blütenlese). Von Louis Aragon, Charles Baudelaire, Bertolt Brecht, Hans Magnus Enzensberger und vielen mehr bis Mao Zedong, dem „Spiegel“ und dem „Brockhaus“ zitiert Hanne Darboven unkommentiert, was in den Siebzigerjahren zum Reflexionsreservoir des intellektuellen Milieus gehört.

Die ersten 241 Blätter dieser Arbeit publizierte sie unter dem Titel etc., etc. im Jahr 1976. Sie sind in der Galerie vollständig ausgestellt. In den Folgejahren wurde aus dieser Sequenz ihr über 4000 Blätter starkes Schlüsselwerk Schreibzeit, das sie 1999 abschloss. Schon in dem hier gezeigten etc. etc. vereint Darboven die Elemente ihrer Arbeitsweise: minimalistische Konstruktionsprinzipien, ihre Technik der Zeitnotierung und ihre Art des politischen Kommentierens durch eklektisches Abschreiben. Parallel zu diesen Schreib-Zeichnungen entwickelte sie eine Vielzahl anderer Arbeitsweisen, besonders im Medium des 16mm Films und der musikalischen Komposition. Mit dem Film „Vierjahreszeiten. Der Mond ist aufgegangen“ (1982/83) und – am Eröffnungstag – der Live-Aufführung ihrer Komposition Opus 17a für Kontrabass solo (1983) und Opus 26 für Streichquartett (1989/90) zeigt die Studiengalerie 1.357 die Arbeitsweise dieser sehr einflussreichen Künstlerin in ihrer Medienvielfalt.

Website der Studiengalerie 1.357: http://studiengalerie.uni-frankfurt.de/home.html

Podiumsgespräch: „Markiert sein oder markiert werden?“ Öffentliche Veranstaltung mit dem Literaturwissenschaftler Bernd Stiegler und dem Philosophen Christoph Menke am 16. Mai im MMK Museum für Moderne Kunst

Pressemitteilung

11. Mai 2017
 
FRANKFURT. „Claudia Andujar. Morgen darf nicht gestern sein“. Unter diesem Motto steht eine aktuelle Ausstellung im Frankfurter MMK Museum für Moderne Kunst. Zu sehen sind Bilderserien der Fotografin Claudia Andujar, entstanden in Brasilien seit den 1960er Jahren. Eine Serie – sie gilt bis heute als ihre wichtigste – heißt „Marcados“ (deutsch: „markiert“) und zeigt Angehörige einer indigenen Volksgruppe, die kleine Tafeln mit Nummern um den Hals tragen. Sie bildet den Anknüpfungspunkt für ein Podiumsgespräch über die Funktion des Bildes und die Tradition der ethnografischen Fotografie mit dem Titel
 
„Markiert sein oder markiert werden?
Reflexionen über die fotografische Serie ‚Marcados‘ von Claudia Andujar“
am Dienstag, dem 16. Mai 2017, um 19.00 Uhr
im MMK Museum für Moderne Kunst (MMK 1),
Domstraße 10, 60311 Frankfurt am Main.
 
Diskutanten sind der Literaturwissenschaftler Bernd Stiegler, Professor an der Universität Konstanz, zu dessen Spezialgebieten auch Theorie und Geschichte der Fotografie gehören, und der Philosophie-Professor Christoph Menke, der die Ästhetik der Moderne zu seinen Schwerpunkten zählt. Menke lehrt an der Goethe-Universität und ist Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Der interdisziplinäre Forschungsverbund gehört ebenso zu den Ausrichtern des Podiumsgesprächs wie das MMK Museum für Moderne Kunst und das Jüdische Museum Frankfurt, dessen Leiterin Mirjam Wenzel die Veranstaltung moderiert. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung „Claudia Andujar. Morgen darf nicht gestern sein“ ist am 16. Mai von 18.00 bis 19.00 Uhr frei zugänglich. Um 18.00 Uhr findet zudem eine kostenlose öffentliche Führung durch die Ausstellung statt.
 
Die Schweizer Fotografin Claudia Andujar entkam dem Holocaust, dem ihre jüdische Familie väterlicherseits zum Opfer fiel, und emigrierte in den 1950er-Jahren nach Brasilien. Dort engagiert sie sich seit den 1970er-Jahren für die Rechte und das Überleben der Yanomami im Amazonasgebiet. Anfang der 1980er-Jahre startete eine von Andujar gegründete Kommission eine Impfkampagne, für die sie in verschiedenen Dörfern Porträtaufnahmen der Yanomami machte. Da die Yanomami traditionell keine Namen verwenden – sie sprechen sich mittels Familienrelationen an –, wurden ihnen zur Identifizierung für den Impfausweis Nummern um den Hals gehängt.
 
Den Titel „Marcados“ erhielten die Fotografien erst über 20 Jahre später, als sie 2006 erstmals auf der Biennale von São Paulo gezeigt wurden. Die Bilder von mit Nummern markierten Personen wecken historische Erinnerungen, die aufs engste mit Andujars Familienschicksal verknüpft sind, da ein großer Teil ihrer Verwandtschaft in Konzentrationslagern ermordet wurde. Claudia Andujar: „Das waren für mich die für den Tod Markierten. Was ich versucht habe, mit den Yanomami zu machen, war, sie für das Leben, für das Überleben zu markieren.“
 
Andujars Werk zeichnet sich bis heute durch eine hohe Aktualität und Brisanz aus. Im Titel der Ausstellung „Morgen darf nicht gestern sein“ spiegelt sich angesichts wiederkehrender politischer Ereignisse und gesellschaftlicher Entwicklungen in Brasilien die Botschaft der Künstlerin an die Gegenwart wider. Das Podiumsgespräch mit Bernd Stiegler und Christoph Menke wird die fotografische Serie „Marcados“ sowohl in ästhetischer wie auch historischer Hinsicht kontextualisieren und die ihr innewohnende Ambivalenz thematisieren.
 
Bernd Stiegler ist Professor für Neuere Deutsche Literatur mit Schwerpunkt Literatur des 20. Jahrhunderts im medialen Kontext an der Universität Konstanz. Seine Forschungsinteressen reichen von der Theorie und Geschichte der Medien, und hier insbesondere der Photographie, bis zur deutschen und französischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Zu seinen jüngsten Publikationen zählen: „Spuren, Elfen und andere Erscheinungen. Conan Doyle und die Photographie“ (2014) und „Der montierte Mensch. Eine Figur der Moderne“ (2016).
 
Christoph Menke ist Professor für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Politische Philosophie und Rechtsphilosophie im Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und im Institut für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Arbeitsgebiete erstrecken sich ebenso auf Theorien der Subjektivität, Ethik und Ästhetik. Bei der Ästhetik gilt sein Hauptaugenmerk der Ästhetik der Moderne sowie der Tragödie und dem Theater. Jüngste Publikationen (u.a.): „Die Kraft der Kunst“ (2013) und „Kritik der Rechte“ (2015).
 
Informationen:
MMK Museum für Moderne Kunst:
Christina Henneke, Daniela Denninger, Julia Haecker,
Tel.: 069/212 37761, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://mmk-frankfurt.de
Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/
 
Pressefotos zum Download unter:
http://mmk-frankfurt.de/de/presse/pressedownload/
 
Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das Humboldt Forum als Ort für den Dialog der Kulturen. Öffentlicher Vortrag von Prof. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, am 22. Mai an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

18. Mai 2017

FRANKFURT. Es gilt als das derzeit größte Kulturprojekt Deutschlands: Mit dem Humboldt Forum entsteht in Berlin ein neues kulturelles Quartier in der Mitte der Stadt. Ab 2019 sollen hier vor allem die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin präsentiert werden. Das ambitionierte Projekt setzt auf einen Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst, wobei auch das koloniale Erbe und die Auseinandersetzung mit der Erwerbsgeschichte der Exponate eine wichtige Rolle spielen sollen. Einen Einblick zu Anspruch und Selbstverständnis des neuen Museums gibt Prof. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und einer der Gründungsintendanten des Humboldt Forums, in seinem Vortrag

„Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss:

Chancen, Potentiale und Herausforderungen eines neuartigen Ortes für den Dialog der Kulturen“

am Montag, dem 22. Mai 2017, um 18.30 Uhr

im Festsaal des Casinos auf dem Campus Westend der Goethe-Universität.

Der Eintritt ist frei, die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen. Hermann Parzinger ist habilitierter Prähistoriker. Zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der er seit 2008 vorsteht, zählen unter anderem die Staatlichen Museen und die Staatsbibliothek zu Berlin. Veranstalter des Vortragsabends ist der Frankfurter Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit dem Förderverein Berliner Schloss e.V., dem Institut für Ethnologie der Goethe-Universität und dem Frobenius-Institut an der Goethe-Universität. Zu den gemeinsamen Themen der Frankfurter Ethnologen und Historiker gehört auch die Zukunft ethnologischer Ausstellungen und Museen in Auseinandersetzung mit einer postkolonialen Kritik, die in bisherigen Konzepten einen nicht überwundenen Eurozentrismus sieht.

Im wieder aufgebauten Berliner Schloss soll mit dem Humboldt Forum ein neuartiges Kunst- und Kulturerfahrungszentrum entstehen, das sich mit der Kultur und Geschichte Afrikas, Asiens, Australiens, Ozeaniens und Amerikas und den vielfältigen Wechselwirkungen ihrer kulturellen Entwicklungen befasst. Zusammen mit den herausragenden Sammlungen zur Kunst und Kultur Europas und des Nahen Ostens auf der Museumsinsel entsteht hier – Museumsinsel und Humboldt Forum als Einheit denkend – ein besonderer Ort, der auf der Grundlage aller Sammlungen in Berlin, auch der naturkundlichen, ein tieferes Verständnis für die Verflechtungen in der Welt befördern soll: Die „Freistätte für Kunst und Wissenschaft“ des 19. Jahrhunderts erfährt so im frühen 21. Jahrhundert gleichsam ihre globale Erweiterung. Statt eurozentrischer Perspektive, so der Anspruch, muss das Humboldt Forum den gleichberechtigten Dialog der Kulturen in den Mittelpunkt stellen.

Vor seiner Tätigkeit als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz leitete Hermann Parzinger das Deutsche Archäologische Institut. Schwerpunkt seiner Forschung ist der Kulturwandel in verschiedenen Kulturräumen. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich mit Migrationsbewegungen in der Ur‐Geschichte der Menschheit. Er untersuchte die Sesshaftwerdung des Menschen im 7. Jahrtausend v. Chr. bis zu den frühgeschichtlichen Kulturen. Zudem ist er Spezialist für die Kultur der Skythen. Von besonderer Bedeutung sind seine Grabungen in Zentralasien. Für seine wissenschaftlichen Verdienste wurde er mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, darunter dem Leibniz-Preis und die Aufnahme in den Orden Pour le Mérite. Parzinger ist unter anderem Mitglied in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und in der American Philosophical Society.

Die Einleitung und Moderation der öffentlichen Veranstaltung mit Hermann Parzinger liegt in den Händen von Prof. Susanne Schröter. Die Ethnologin ist Mitglied des Exzellenzclusters und leitet hier das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam. Darüber hinaus ist sie geschäftsführende Direktorin des Instituts für Ethnologie und Vorstandsmitglied des Deutschen Orient-Instituts.

Informationen:
Katja Rieck, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“,

Tel.: 069/798-33214, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de/

 Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Politik der Abstraktion: Kunst und Gesellschaft im Kalten Krieg. Vortrag von Prof. Christopher Daase am 23. Mai im Museum Giersch

Pressemitteilung

18. Mai 2017

FRANKFURT. Der Siegeszug der abstrakten Kunst in Deutschland nach 1945 ist nicht ohne die politische und soziale Lage der Nachkriegszeit verständlich. In seinem Vortrag „Die Politik der Abstraktion: Kunst und Gesellschaft im Kalten Krieg“ zeichnet Prof. Christopher Daase, Politikwissenschaftler an der Goethe-Universität,

am Dienstag, 23. Mai,
um 19 Uhr
im Museum Giersch der Goethe-Universität,
Schaumainkai 83, 60596 Frankfurt am Main

wichtige Debatten des beginnenden Kalten Krieges nach. Er wird dabei zeigen, wie eng das Verhältnis von Politik und Kunst und wie „politisch“ die abstrakte Malerei war. Dabei beleuchtet er insbesondere die Rolle des amerikanischen Geheimdienstes CIA, der wesentlich zur Verbreitung der abstrakten Kunst in Europa beigetragen hat.

Der Vortrag ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Ersehnte Freiheit. Abstraktion in den 1950er Jahren“ (noch bis 9. Juli 2017) im Museum Giersch der Goethe-Universität. Mit 74 Arbeiten von 20 Künstlern und Künstlerinnen möchte die Ausstellung einen neuen Blick auf die Abstraktion jener Zeit werfen, die für Freiheit stand und dem Selbstverständnis der jungen Bundesrepublik entsprach. Nach der Diktatur des Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg und der Isolation gelang mit ihr der Anschluss an die westliche Avantgarde.

Christopher Daase hat Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft an den Universitäten Hamburg, Freiburg, Berlin und Harvard studiert. Er wurde 1996 an der Freien Universität Berlin promoviert. Nach Stationen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FU Berlin, Senior Lecturer an der University of Kent at Canterbury und Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrt Daase seit 2009 als Professor für Politikwissenschaft im Rahmen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Uni. Er ist außerdem Co-Direktor des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Arbeitsschwerpunkte sind die Theorien und Methoden der Internationalen Beziehungen, die Sicherheitspolitik und die Internationalen Organisationen.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Karten für 4 Euro gibt es an der Abendkasse.

Ein Bild zum Download finden Sie unter: www.uni-frankfurt.de/66637091 (© Normative Orders)

Informationen: Christine Karmann, Presse und Marketing Museum Giersch der Goethe-Universität, Tel: 069/13821010, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Unberechenbar aber fair? Vortrag zu Trumps Außenpolitik. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 3. Juli 2017 im Klingspor Museum

28. Juni 2017

Pressemitteilung

FRANKFURT. Kaum ein Thema macht derzeit mehr Schlagzeilen als Donald Trump und dessen Interpretation politischen Handelns. In seiner Innenpolitik sehen Beobachter „Bluffs“ und „Hinterzimmer-Methoden“ am Werk. Und auch auf internationaler Bühne sorgt der amerikanische Präsident – was Stil und Inhalt betrifft – für Irritationen. Um einen möglichen Schlüssel, um zumindest die Außenpolitik besser zu verstehen, geht es in der nächsten Ausgabe der „Goethe Lectures Offenbach“, einer gemeinsamen Reihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und der Stadt Offenbach in Verbindung mit dem Klingspor Museum. In seinem öffentlichen Vortrag – der Eintritt ist frei – spricht der Frankfurter Politikwissenschaftler Stefan Kroll über

„Unpredictability and Fairness:
Trumps Grundbegriffe der internationalen Politik“
am Montag, dem 3. Juli 2017, um 19.00 Uhr
im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

Die internationale Politik der Vereinigten Staaten unter Donald Trump ist in der Tat schwer einzuordnen. Gängige Theorien der internationalen Beziehungen und des internationalen Rechts scheinen das Phänomen Trump in seiner Impulsivität und bisweilen auch Widersprüchlichkeit nur in Teilen beschreiben zu können. In seinem Vortrag unternimmt der Politikwissenschaftler Stefan Kroll daher den Versuch, die internationale Politik Trumps ausgehend von ihren eigenen Begrifflichkeiten zu verstehen: Bereits im Wahlkampf forderte Trump, die Vereinigten Staaten müssten unberechenbar („unpredictable“) sein, um ihre internationalen Interessen erfolgreicher umsetzen zu können. Zuletzt verwendete Trump aber auch häufig den Begriff der Fairness, um seine Erwartungen an internationale Kooperationen zu beschreiben. Stefan Kroll beleuchtet aktuelle Beispiele der amerikanischen Sicherheits-, Klima- und Handelspolitik, um hieran nachzuvollziehen, worin Trumps Doktrin der Unberechenbarkeit und Fairness bestehen könnte.

Dr. Stefan Kroll ist Postdoktorand des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Internationale Organisationen. Zuvor forschte er am LOEWE-Schwerpunkt „Außergerichtliche und gerichtliche Konfliktlösung“ (Frankfurt), am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften (Göttingen), an der Munk School of Global Affairs (Toronto) und am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte (Frankfurt). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Normenforschung in den Internationalen Beziehungen, informelle Mechanismen im Recht und in der internationalen Politik sowie die Politik des Völkerrechts. Stefan Kroll ist Mitherausgeber des Sonderhefts der Politischen Vierteljahresschrift 2017 zum Thema „Politik und Verantwortung“. Er erhielt verschiedene Stipendien und Preise, u.a. die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft im Jahr 2011.

Dem Thema Trump widmet sich Stefan Kroll in diesem Sommersemester auf vielfältige Weise. Zusammen mit Christopher Daase, Professor für Internationale Organisationen und ebenfalls Mitglied des Exzellenzclusters, organisiert er die laufende öffentliche Vorlesungsreihe „Angriff auf die liberale Weltordnung – U.S. Außen- und Sicherheitspolitik unter Trump“. Hierbei gehört er auch zu den Referenten – und zwar am 6. Juli zum Thema „Die USA unter Trump und das Völkerrecht. A new sovereigntism?“. Die Reihe (jeweils 14-16 Uhr im Hörsaalzentrum auf dem Campus Westend der Goethe-Universität) findet in Kooperation mit dem Exzellenzcluster und dem Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung statt.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion.

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft


Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vermögensmanager und weltweite Ungleichheit. Vortrag der Wirtschaftssoziologin Brooke Harrington mit einem Kommentar des Ökonomen Jan Pieter Krahnen am 27. September

Pressemitteilung

18. September 2017

FRANKFURT. Spätestens seit der Veröffentlichung der Panama Papers ist bekannt, dass Steuervermeidung und Steuerhinterziehung keine Randphänomene sind, sondern von vermögenden Privatpersonen und Unternehmen in großem Maßstab und überall auf der Welt praktiziert werden. Ein genauerer Blick zeigt, dass in diese gesellschaftlich als nicht legitim angesehenen, wenngleich häufig legalen Praktiken eine Vielzahl unterschiedlicher professioneller Akteure verwickelt ist. Um eine besonders relevant erscheinende, jedoch bislang weitgehend unerforschte Berufsgruppe, die Vermögensmanager, geht es in dem öffentlichen Abendvortrag der Wirtschaftssoziologin Brooke Harrington über
 
„Inequality and the Wealth Management Profession”
am Mittwoch, den 27. September 2017, um 19.00 Uhr
an der Goethe-Universität, Campus Westend, Gebäude „Normative Ordnungen“, EG.01, Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt am Main.
 
Veranstaltet wird der Vortrag (in englischer Sprache, Eintritt frei) vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität zusammen mit Kooperationspartnern im Rahmen der vom Bundesforschungsministerium geförderten Summer School „Finanzsystem und Gesellschaft“. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Brooke Harrington erkundet die Welt der Vermögensmanager, also jener Finanzexperten, deren Aufgabe es ist, das Vermögen der Reichsten zu bewahren und zu vermehren. Um sich einen Zugang zu dieser schwer erreichbaren Berufsgruppe zu verschaffen, hat sie sich selbst zur Vermögensmanagerin ausbilden lassen. Sie hat die berühmtesten Steueroasen der Welt bereist und viele Interviews geführt, um zu verstehen, wie wohlhabende Kunden dabei unterstützt werden, ihr Vermögen auf formal legale Weise von Finanzämtern, Gläubigern und Familienmitgliedern unangetastet zu lassen. Harrington gibt einen informierten Einblick in die Mentalitäten, Rechtfertigungen und Strategien einer kleinen professionellen Elite, die eine tragende Rolle für die Zunahme globaler Vermögensungleichheiten spielt.
 
Brooke Harrington ist seit 2010 Professorin für Wirtschaftssoziologie an der Copenhagen Business School. Zuvor forschte sie an der Harvard University, am European University Institute (Florenz), am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (Köln), an der Princeton University, der Stanford Graduate School of Business, dem Santa Fe Institute und der Brown University (Providence). Ihre Forschungsschwerpunkte sind neben der Wirtschaftssoziologie die Organisationssoziologie sowie Professionen und Ungleichheit. Ihre Arbeit befindet sich an der Schnittstelle von Politischer Ökonomie, Anthropologie, Sozialpsychologie und Verhaltensökonomie. 2016 ist ihr Buch „Capital without Borders: Wealth Management and the One Percent” bei Harvard University Press erschienen.
 
Im Anschluss an den Vortrag wird Jan Pieter Krahnen die Diskussion mit einem Kommentar eröffnen. Krahnen ist Professor für Kreditwirtschaft und Finanzierung im House of Finance der Goethe-Universität. Als (Co-)Direktor leitet er das Center for Financial Studies (CFS) und das Forschungszentrum SAFE an der Universität.
 
Veranstalter des Vortragsabends sind neben dem Exzellenzcluster das Frankfurter Finanzethische Forum, in dem das Nell-Breuning-Institut, die Frankfurt School of Finance and Management und die Katholische Akademie Rabanus Maurus zusammenarbeiten, und die Servicestelle Information, die im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung die Förderinitiative „Finanzsystem und Gesellschaft“ begleitet. Ziel der Kooperation ist es, den Dialog zwischen Wissenschaft, Praktikern, Politik und Stadtgesellschaft zu fördern.
 
Informationen:
Claudia Czingon, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Finanzsystem und Gesellschaft“, Tel.: 069/6061-106, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.finanzsystem-und-gesellschaft.de
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/de
 
Anmeldung (erforderlich):
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Podiumsdiskussion zum Begriff der Normen. Öffentliche Veranstaltung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 29. September

Pressemitteilung

20. September 2017
 
FRANKFURT. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ veranstaltet gemeinsam mit dem Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung eine prominent besetzte Podiumsdiskussion, bei der es um Grundlagen seines Forschungsgegentandes geht: Was sind eigentlich Normen? Auf den ersten Blick meint man zu wissen, wovon die Rede ist. Bei näherer Betrachtung wird eine Definition schon schwieriger – zumal eine solche, die auch über akademische Disziplinen hinaus gilt. Fachleute, aber auch interessierte Laien, die ebenfalls herzlich eingeladen sind, dürfen also gespannt sein auf die öffentliche Veranstaltung zum Thema
 
„Normen im Streit –
Perspektiven aus Recht, Philosophie und Internationalen Beziehungen”
am Freitag, den 29. September 2017, um 18.00 Uhr
an der Goethe-Universität, Campus Westend, Gebäude „Normative Ordnungen“, EG.01, Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt am Main.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erforderlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fachlich federführend sind die Politikwissenschaftlerinnen Nicole Deitelhoff und Lisbeth Zimmermann, die auch auf dem Podium präsent sein werden, als Diskutantin bzw. Moderatorin. Nicole Deitelhoff ist Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik an der Goethe-Universität, Mitglied des Exzellenzclusters und Direktorin der Cluster-Partnerinstitution Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Lisbeth Zimmerman ist ebenfalls für den Cluster und die HSFK tätig. Die weiteren Experten auf dem Podium sind Christoph Möllers, Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, und Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität und Co-Sprecher des Exzellenzclusters.
 
Normen sind omnipräsent, auch wenn sie nicht immer sichtbar sind. Entsprechend überrascht es nicht, dass sich viele verschiedene Disziplinen mit diesem Gegenstand beschäftigen. Dabei fällt auf, dass verschiedene Fachrichtungen, ob nun Philosophie, Rechtswissenschaft oder Politikwissenschaft, teilweise unterschiedliche Auffassungen dessen haben, was Normen sind und wie sie erforscht werden können. Bezeichnen Normen das, was „normal“ ist, oder verweisen sie auf ein erwünschtes Verhalten, auf ein in der Zukunft liegendes Sollen? Müssen Normen rechtlich kodifiziert und verbindlich sein oder vielmehr moralisch rechtfertigbar? Oder können sie sich auch rein aus gesellschaftlichen Praktiken ohne normativen Anspruch entwickeln?
 
Gerade mit Blick auf Normen im internationalen System stellt sich zudem die Frage: Basieren sie auf der grundsätzlichen Anerkennung durch die Adressaten oder brauchen sie zusätzlich die zwangsbewehrte Sanktionierung von Normverstößen? Dies verweist auch auf die methodologischen Probleme in der Erforschung von Normen: Wie kann ihre Stärke gemessen werden? Wann verfallen gesellschaftliche Normen? Wie viel Streit vertragen sie, um Wirkung zu entfalten? Die Podiumsdiskussion „Normen im Streit: Perspektiven aus Recht, Philosophie und Internationalen Beziehungen“ spürt diesen Fragen nach. Die Politikwissenschaftlerin Nicole Deitelhoff, der Philosoph und politische Theoretiker Rainer Forst und der Verfassungsrechtler und Rechtsphilosoph Christoph Möllers beleuchten, was die verschiedenen Disziplinen voneinander lernen können und wie dies für die Erforschung eines für die drei Disziplinen zentralen sozialen Phänomens nutzbar gemacht werden kann.
 
Informationen:
Dr. Lisbeth Zimmermann, Organisation und Moderation, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Exzellenzcluster und Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.hsfk.de
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.normativeorders.net/de
 
Anmeldung (erforderlich):
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Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Pioniere der Stiftungsuniversität. 1. Stiftertag ehrt Persönlichkeiten, die das Profil der Goethe-Universität als Stiftungsuniversität und darüber hinaus in den letzten Jahren entscheidend mitgeprägt haben

Pressemitteilung

19. Oktober 2017

Frankfurt. Zum Anlass ihres 1. Stiftertages am 18. Oktober, ihrem 103. Geburtstag, nimmt die Goethe-Universität prominente Ehrungen vor. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Kassel-Stiftung, die im Jahr 2017 ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Stifterin war die Anfang 2007 verstorbene Gertrud Kassel, Witwe des Frankfurter Bankiers Alfons Kassel, der 1975 gestorben war. Aus den Erträgen des Vermögens in Höhe von 33 Millionen € unterstützt die Stiftung, deren alleiniger Zweck die Förderung der Goethe-Universität ist, seit 2007 wichtige Projekte in Forschung und Lehre. Mit einem Gesamtvolumen von bis heute über 7 Mio. € hat die Kassel-Stiftung in den letzten zehn Jahren Projekte aus Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin gefördert, ebenso die Entwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Insgesamt kamen bisher 70 universitäre Vorhaben in den Genuss einer namhaften finanziellen Unterstützung. Eine besondere Rolle bei der Anbahnung und Entwicklung der Kassel-Stiftung kommt dabei dem früheren Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Ekkehardt Sättele zu, der zugleich Vorstandsvorsitzender der Stiftung ist. Für seine besonderen Verdienste um die Stiftungsuniversität verlieh ihm die Goethe-Universität 2012 den Titel „Ehrensenator“. Gleichzeitig ist Sättele Vorstandsmitglied der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Die Präsidentin der Goethe Universität, Professor Birgitta Wolff, sagte anlässlich der Feier im Casino des Campus Westend: „Die Kassel-Stiftung stand 2007 an der Wiege zur Neugründung der Frankfurter Stiftungsuniversität. Ihre bundesweit beachtete Vorstellung im Sommer 2007 war auch für die noch bevorstehende Gründung der Frankfurter Stiftungsuniversität ein enorm starkes Signal. Die Goethe-Universität bedankt sich für die großartige Unterstützung vieler ihrer wichtigsten Anliegen durch die Kassel-Stiftung in den letzten zehn Jahren.“

Geehrt als „Scientist of the year“ der Alfons und Gertrud Kassel-Stiftung wird Joachim Curtius, Professor für experimentelle Atmosphärenforschung am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität, der in seiner Forschung ein hoch aktuelles wissenschaftliches Thema vertritt. Im Rahmen des CLOUD-Experiments am CERN untersucht er, welche Einflüsse menschgemachte und natürliche Spurengase sowie die kosmische Strahlung auf die Wolkenbildung und damit auch auf das Klima haben. Mit Hilfe von modernen Massenspektrometern und in seiner Arbeitsgruppe entwickelten Ionisationsverfahren werden Spurengase wie beispielsweise Schwefelsäure und stark oxidierte organische Substanzen in kleinsten Konzentrationen nachgewiesen und die Bildung von Molekülclustern beobachtet. Weiterhin entwickelt er Verfahren zur Bestimmung der Anzahl und chemischen Komposition von kleinsten Aerosolpartikeln und von Eiskeimen in der Atmosphäre. Für Messungen in der Atmosphäre nutzt er das deutsche Forschungsflugzeug HALO und das Taunus-Observatorium der Goethe-Universität am Kleinen Feldberg. Er ist Koordinator eines Doktorandenprogramms der EU, Sprecher der DFG-Forschergruppe INUIT und Mitglied in den wissenschaftlichen Lenkungsausschüssen für das CLOUD-Projekt und das HALO-Flugzeug.

Für ihre besonderen Verdienste erhalten im Rahmen der Feier drei Persönlichkeiten die Auszeichnung „Ehrenmedaille der Goethe-Universität“:

Traudl Herrhausen setzte sich als Abgeordnete im Hessischen Landtag in besonderem Maße für die Autonomie von Hochschulen ein. Ihr Papier „Modell einer neuen Hochschule“, welches sie als Sprecherin für Hochschulpolitik der CDU an alle Landtagsfraktionen sowie alle Präsidentinnen und Präsidenten der Hochschulen des Landes Hessen richtete, ebnete den Weg für mehr Eigenverantwortung der Universitäten. Sie plädierte leidenschaftlich für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen, für die die universitäre Selbstständigkeit Grundvoraussetzung sei. Mit ihrem Einsatz für die Änderung des Hessischen Hochschulgesetzes um die Jahrtausendwende hat sie den Weg für die Umwandlung der Goethe-Universität in eine Stiftungsuniversität im Jahr 2008 mitgestaltet.

Im Jahr 2009 führte die Goethe-Universität das „Frankfurter Modell der W-Besoldung“ ein. Es sollte Professorinnen und Professoren zusätzliche Anreize für die Erbringung hervorragender Leistungen in Forschung und Lehre bieten. Dazu wurde eine überschaubare Zahl an Leistungsparametern definiert, die mit den globalen Zielen der Goethe-Universität in Einklang stehen (z.B. Publikationen, Drittmittel, Lehrevaluationen, Abschlussarbeiten). Eine Kommission aus „Elder Statesmen“, der Prof. Reinhard Hujer vorstand, überwachte das Verfahren und gab Empfehlungen. Hujer koordinierte und leitete die Arbeit des Ausschusses mit viel Einsatz, Umsicht und Verlässlichkeit. Dabei informierte der emeritierte Professor für Professor für Statistik und Ökonometrie kontinuierlich das Präsidium und den Senat der Goethe-Universität. Auch der Senatskommission zur W-Besoldung stand er für Rückfragen und als Berater zur Verfügung. Dass die Elder Statesmen innerhalb der Kommission trotz der Zugehörigkeit zu verschiedenen Disziplinen stets zu einem einstimmigen Ergebnis kamen, war der sachlichen Handlungsführung von Reinhard Hujer zu verdanken. Somit hat sein ehrenamtliches Engagement entscheidend dazu beigetragen, dass das Verfahren universitätsweit Akzeptanz gefunden hat.

Harald Müller, 1999 bis 2016 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen/Friedens- und Konfliktforschung an der Goethe-Universität, widmete sein ganzes akademisches Leben der Frage, wie friedliche internationale Beziehungen erreicht werden können. Neben seiner Professur war er stets als Experte für Abrüstungs- und Sicherheitspolitik geschätzt; unter anderem fungierte er mehrfach als Mitglied der deutschen Delegation bei der Überprüfungs- und Verlängerungskonferenz des Nuklearwaffensperrvertrages. Weiterhin war Müller von 1999 bis 2005 Mitglied im Beratungsausschuss zu Abrüstungsfragen des Generalsekretärs der Vereinten Nationen – im Jahr 2004 als Vorsitzender. 2011 bis 2016 war er Vizepräsident des „EU Consortium on Non-Proliferation“. Ihm ist es hauptsächlich zu verdanken, dass die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), für die er seit 1976 wissenschaftlich tätig war und seit 1995 Vorstandsmitglied ist, im Jahr 2009 als Teil der Leibniz-Gesellschaft etabliert und anerkannt werden konnte. Unter seiner Leitung schloss die HSFK 1997 ein dauerhaftes Kooperationsabkommen mit der Goethe-Universität ab, in dessen Rahmen drei gemeinsame Professuren geschaffen und der erfolgreiche Master „Friedens- und Konfliktforschung“ ausgearbeitet wurde. Es bildete auch die Grundlage für die Beteiligung der HSFK am Exzellenzcluster „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität, dessen Direktorium Harald Müller 2007 bis 2016 angehörte.

Kino aus dem tropischen Untergrund. Lecture & Film-Reihe beginnt am 19. Oktober und ist in den kommenden Semestern Teil des Gesamtprojekts „Tropical Underground“

Pressemitteilung

18. Oktober 2017

FRANKFURT. Wer die kulturelle Globalisierung der Gegenwart verstehen will, kann von der brasilianischen Gegenkultur der 1960er und 1970er Jahre lernen. Mit deren Verbindung von Anthropologie und Avantgarde befasst sich das vielschichtige wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“, zu dem die kommende Lecture & Film-Reihe gehört, auch dieses Mal veranstaltet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität, dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Kino des Deutschen Filmmuseums.

Die Lecture & Film-Reihe, bei der nach einem einleitenden Vortrag jeweils ein Film auf dem Programm steht, umfasst in den nächsten zwei Semestern 16 Termine. Sie beginnt am 19. Oktober 2017, setzt den Akzent auf das Cinema Marginal der späten 1960er und 1970er und stellt dieses auch in den Kontext des Cinema Novo und der Tropicalia-Bewegung. Das Cinema Marginal war Bestandteil der brasilianischen Gegenkultur. Insider beschreiben es als eine Explosion des Erfindungsreichtums an der Schnittstelle von Underground und Genrekino, ausgelöst durch die Einmischung der Militärdiktatur ins Kulturleben, verknüpft mit der Tropicalia-Bewegung in der Pop-Musik und zugleich visionäre Antwort auf die Globalisierung.

Zum Auftakt am 19. Oktober um 20.15 Uhr im Deutschen Filmmuseum spricht Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität, assoziiertes Mitglied des Clusters und einer der maßgeblichen Organisatoren der Reihe. Schon der Titel seiner Lecture leitet zu dem dann gezeigten Film über: „Im Kino der Menschenfresser: ‚Macunaíma’, ein Film zwischen Anthropologie und Avantgarde“. Es geht in dem Film um künstlerische „Menschenfresserei“, die Aneignung der westlichen Kunst und Kultur ebenso wie die der Kulturen des Amazonas. In brasilianischen Kunst- und Avantgardekreisen war schon im frühen 20. Jahrhundert das „Anthropophagische Manifest“ – Anthropophagie steht für menschlichen Kannibalismus – ausgerufen worden. Das Manifest galt als das Programm einer neuen, nicht-europäischen Moderne.

Auch das Gesamtprojekt „Tropical Underground“ erkundet noch bis zum Juli 2018 die vielfältigen Verknüpfungen von Anthropologie, Avantgarde und Globalisierung in Brasilien seit den 1960er Jahren. Zu den Veranstaltungen gehört in diesem Wintersemester auch die Kantorowicz Lecture des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Am 15. November 2017 widmet sich der brasilianische Ethnologie-Professor Eduardo Viveiros de Castro dem Thema: „Against the ontological exceptional position of ‚our species‘“.

Das wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“ wird gemeinsam realisiert mit dem Weltkulturen Museum, dem Museum Angewandte Kunst und dem Künstlerhaus Mousonturm sowie mit SESC – São Paulo und arte 3. Unterstützt wird es vom Kulturamt der Stadt Frankfurt, dem Kulturfond Frankfurt RheinMain, der Dr. Marschner Stiftung, der hessischen Film- und Medienakademie sowie der Vereinigung der Freunde und Förderer der Goethe-Universität.

Details zum Programm: www.tropical-underground.de

Die Lecture & Film-Reihe findet im Kino des Deutschen Filmmuseums statt (Schaumainkai 41, Frankfurt am Main). Eintritt frei, Platzzahl beschränkt. Kartenreservierungen empfohlen unter 069 961 220-220.

Informationen: Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.tfm.uni-frankfurt.de | Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.normativeorders.net

Wider die Ausnahmestellung unserer Spezies Eduardo Viveiros de Castro bei Kantorowicz Lecture

Pressemitteilung

3. November 2017

FRANKFURT. Der Mensch – ein Wesen mit herausragender Stellung? Mit dieser Annahme abrechnen will der brasilianische Ethnologe Eduardo Viveiros de Castro in seiner Vorlesung am 15. November in der Goethe-Universität. Die Vorlesung findet im Rahmen der Kantorowicz Lecture statt.

„Against the Ontological Exceptional Position of ‚Our Species‘” (Wider die ontologische Ausnahmestellung ‚unserer Spezies‘) – so lautet der Titel von Eduardo Viveiros de Castros Vortrag, der am Mittwoch, 15. November, um 18:15 Uhr im Casino, Raum 1.801 (Campus Westend) stattfindet.

In seiner Kantorowicz-Lecture setzt sich Prof. Eduardo Viveiros de Castro mit einem zentralen Element der politischen Sprache der westlichen Linken auseinander: Der Vorstellung, dass dem Menschen im Verhältnis zur Tier- und Dingwelt eine herausgehobene Stellung zukommt. Diese Vorstellung ist so selbstverständlich, dass sie in der Regel unhinterfragt als Ausgangspunkt politischen Denkens und Handelns akzeptiert wird. Anschließend an seine Arbeiten zu den Wissenssystemen der Indigenen im Amazonas-Gebiet, in deren Sprache Menschen, Tiere und Dinge in ein anderes, gleichwertigeres Verhältnis gesetzt werden, wirft Viveiros de Castro die Frage auf, auf welche Begriffe ein politisches Denken kommen kann, das sich dieser westlich-europäischen Selbstverständlichkeit entledigt.

Eduardo Viveiros de Castro ist Professor für Anthropologie und Direktor des brasilianischen Nationalmuseums der Bundesuniversität in Rio de Janeiro.

Einmal pro Jahr findet die Kantorowicz Lecture in Political Language statt. Gewidmet ist sie Ernst Kantorowicz, der zu den herausragenden Forscherpersönlichkeiten der Frankfurter Universitätsgeschichte gehört. Er musste die Universität 1934 zwangsweise verlassen und wurde später am Institute for Advanced Study in Princeton zu einem der international einflussreichsten Geisteswissenschaftler, dessen Arbeiten bis heute zu den meistzitierten gehören. Die 2011 ins Leben gerufene Vortragsreihe konzentriert sich auf das Thema der „politischen Sprache“. Stets sprechen renommierte Gäste aus dem In- und Ausland, wie beispielsweise der Philosoph und Historiker Quentin Skinner (2011), der Komponist, Regisseur und Kunsttheoretiker Heiner Goebbels (2015) oder die amerikanische Soziologin Joan W. Scott. Veranstalter sind das Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften der Goethe-Universität und der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.

Die diesjährige Kantorowicz-Lecture 2017 steht im Zusammenhang mit dem Campus-Projekt „Tropical Underground. Revolutionen von Anthropologie und Kino“ (www.tropical-underground.de), in dessen Rahmen am 17. November um 19 Uhr im Weltkulturen Museum am Schaumainkai 37 auch die Ausstellung „Variationen des wilden Körpers“ mit fotografischen Arbeiten von Eduardo Viveiros de Castro eröffnet wird.

Ebenfalls zum „Tropical Underground“-Projekt gehört die aktuelle Lecture & Film-Reihe, auch dieses Mal veranstaltet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität, dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Kino des Deutschen Filmmuseums. Die Reihe, bei der nach einem einleitenden Vortrag jeweils ein Film auf dem Programm steht, umfasst bis zum Sommersemester insgesamt 16 Termine. Der Fokus liegt auf Filmen der späten 1960er und 1970er Jahre, die für die brasilianische Gegenkultur dieser Zeit prägend waren.

Information: Dr. Steffen Bruendel, Forschungsdirektor und Geschäftsführer des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, 069/798-32344 (Sekretariat), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ; www.fzhg.org; www.normativeorders.net/de/; Prof. Dr. Vinzenz Hediger, Ko-Sprecher des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, Kurator „Tropical Underground“, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Diskurskultur auf dem Campus

Pressemitteilung

8. November 2017

Bürger-Universität am 19. Januar 2018 widmet sich der Frage, welche Veranstaltungen und Debatten im Rahmen eines wissenschaftsgeleiteten Diskurses an der Uni möglich sind

FRANKFURT. Die Goethe-Universität veranstaltet im aktuellen Wintersemester (19. Januar 2018, 19 Uhr, Campus Westend (Ort wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben)) eine zusätzliche „Bürger-Universität“ mit dem Titel: „Diskurskultur im Zwielicht – Wie viel Meinungsfreiheit verträgt die Uni?“ Teilnehmende des Forums sind Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff, der Philosoph Prof. Rainer Forst, die Ethnologin Prof. Susanne Schröter, der Humangeograf Prof. Bernd Belina (angefragt) sowie ein/e Vertreter/Vertreterin (angefragt) der insgesamt 60 Unterzeichner eines Offenen Briefs gegen den Vortrag von Rainer Wendt; Moderation: Meinhard Schmidt-Degenhard. Mit der Veranstaltung greift die Goethe-Universität am Fall des kürzlich im Rahmen einer Veranstaltungsreihe kurzfristig ausgeladenen Gastredners Rainer Wendt, Chef der Polizeigewerkschaft, Diskussionsstränge einer kontroversen öffentlichen Debatte auf, die sich an der Ein- und Ausladung Wendts entzündet hatte.

Universitätspräsidentin Birgitta Wolff sagte: „Auch wir sehen Gesprächsbedarf darüber, welche Veranstaltungen und Debatten im Rahmen eines wissenschaftsgeleiteten Diskurses an der Uni möglich sind und welche nicht. Eine solche Debatte wird derzeit auch an vielen andere deutschen Universitäten und Hochschulen intensiv geführt. Unsere Veranstaltung ist ein Angebot zur Versachlichung der Debatte angesichts eines sich immer weiter verschärfenden, öffentlichen Meinungsklimas, das auch die Wissenschaftsfreiheit gefährdet.“

Wolff verwies darauf, dass ein inneruniversitärer Diskurs zum Thema Meinungsfreiheit an der Goethe-Universität bereits seit 2014 stattfinde, als die Universität ihr Leitbild diskutierte und beschloss. Hier heißt es u.a.: „(…) Ihrer wechselvollen Geschichte kritisch verpflichtet, ist sie (die Goethe-Universität) geleitet von den Ideen der Europäischen Aufklärung, der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit und wendet sich gegen Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus. Die Goethe-Universität ist ein Ort argumentativer Auseinandersetzung; Forschung und Lehre stehen in gesellschaftlicher Verantwortung (…)“

Wolff ergänzte: „Immer wieder gibt es Vorfälle und Themen, die eine Erörterung und Diskussion der praktischen Folgerungen aus diesem Leitbild notwendig machen. Die Diskussion darüber, welche Kommunikations- und Verständigungskultur auf dem Campus wünschenswert und demokratisch geboten ist, setzen wir nicht nur im Rahmen der zusätzlichen Bürger-Universität fort“, kündigte Wolff an, „sondern auch bei anderen Gelegenheiten wie im Senat, im AStA-Jour fixe oder in der AG „Leitbild leben“.
Eines müsse klar sein, so Wolff: Positionen, die von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung gedeckt seien, müssten im Rahmen der wissenschaftsgeleiteten Debatten selbstverständlich auch auf dem Campus offen angesprochen werden können. Dies gebiete der demokratische Respekt vor der Position des/der Andersdenkenden. Aufgabe der Universität sei ein wissenschaftsgestützter Diskurs über Positionen, nicht Tabuisierung. Ein Klima der Angst – ganz gleich von welcher Seite dieses geschürt werde – gefährde die Wissenschaftsfreiheit.

Die vollständige Stellungnahme von Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff vom 3. November zum Fall Wendt finden Sie unter: http://tinygu.de/Statement-Wolff

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tagung zur Krise: „Die Grenze zwischen den Ordnungen“ Internationale Jahreskonferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 23. und 24. November 2017

15. November 2017

Pressemitteilung

FRANKFURT. Es ist schon paradox: Lange Zeit schien es, als ob die liberale Weltordnung westlicher Prägung vor allem von außen unter Druck gerate. Mittlerweile könnte auch das Gegenteil der Fall sein. Die Stichworte reichen von Trump, über den Brexit bis zu nationalistischen und populistischen Bewegungen. Hinzu kommen nach wie vor virulente transnationale Herausforderungen wie die Migrations-, Klima- oder Finanzkrisen. Um ein besseres Verständnis der gesellschaftlichen Konflikte und globalen Probleme, die mit dem Begriff Krise bezeichnet oder zu einer übergreifenden Krise zusammengefasst werden, geht es dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in seiner zehnten Internationalen Jahreskonferenz. Sie trägt den Titel: „Crisis – Interdisciplinary Perspectives“.

Die zweitägige Veranstaltung findet am 23. und 24. November statt, auch dieses Mal im Gebäude „Normative Ordnungen“ des Exzellenzclusters auf dem Frankfurter Campus Westend. Auf den Jahreskonferenzen werden zentrale Themenstellungen des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes mit Gästen aus dem In- und Ausland diskutiert. Ist die Welt nun wirklich – um mit Shakespeares Hamlet zu sprechen – „aus den Fugen“? Immerhin gab es nach 1989 einen großen Fortschrittsglauben bezogen auf Wohlstand, Gerechtigkeit und Demokratie in einer friedlichen internationalen Ordnung. Dieser Optimismus scheint nun vielfach abgelöst worden zu sein von Gefühlen der Angst und Unsicherheit, die sich auch in antidemokratischen Formen äußern.

Prägend, besonders auch für die aktuelle Jubiläums-Jahreskonferenz, so der Anspruch des Exzellenzclusters, ist die transdisziplinäre Methode, die seit zehn Jahren den Kern des Forschungsverbundes bildet und eine differenzierte Analyse der Geschehnisse ermöglichen soll. Gegenstand der Untersuchungen sind dabei nicht nur die Defizite von Regelwerken oder transnationalen und supranationalen Institutionen, sondern ebenso deren normative Begründungen und tatsächliche Akzeptanz. Auf dem diesjährigen Programm stehen drei Panels mit insgesamt neun Vorträgen. Hinzu kommt eine Keynote von Hauke Brunkhorst, Professor für Soziologie an der Europa-Universität Flensburg.

Die Konferenz beginnt mit einem Panel zum Thema „Conceptions of Crisis“. Hier soll auch der grundlegenden Frage nachgegangen werden, was es genau bedeuten könnte, wenn davon die Rede ist, eine normative Ordnung stecke in der Krise. Rainer Forst und Klaus Günther, die beiden Sprecher des Exzellenzclusters, verweisen bei einer Begriffsklärung auf den Philosophen Schleiermacher und dessen Definition einer „Grenze zwischen zwei verschiedenen Ordnungen der Dinge“, die Krise als eine Zeit des Übergangs von einer alten zu einer neuen Ordnung, da die alte Ordnung nicht mehr herstellbar und die neue noch nicht vorgezeichnet ist. Gegenwärtig könne man, so der politische Philosoph und der Rechtswissenschaftler in ihrem Beitrag „Normative Crisis: Conceptual and Diagnostic Remarks“, von verschiedenen Formen von „Rechtfertigungskrisen“ sprechen.

Weitere Vortragende des ersten Panels, moderiert von der Cluster-Geschäftsführerin Rebecca Caroline Schmidt, sind Albena Azmanova und Brian Milstein, beide auf dem Feld der politischen Philosophie zu Hause. Die Professorin an der University of Kent spricht über „Crisis of Crisis: On Normative and Institutional Stuckness“ und der wissenschaftliche Mitarbeiter des Exzellenzclusters widmet sich der Frage „What Does Legitimation Crisis Mean Today?“. Im Anschluss an das Eröffnungspanel steht die Keynote Lecture auf dem Programm. „Normative Orders in Crisis – Conditions of Democratic Solidarity within the Capitalist World System“, heißt der Vortrag von Hauke Brunkhorst. Hier zeichnet er u.a. die Entwicklung der vergangenen 40 Jahre nach. Sie ist, so seine These, geprägt durch eine Abwertung politischer und persönlicher Rechte durch soziale Ungerechtigkeit.

Das zweite Panel – dann am 24. November – hat einen Fokus auf der historischen und ethnologischen Perspektive. Es heißt „Historical Interpretations in Crisis – The Search for Concepts beyond the Secularization Paradigm“ und wird moderiert von Annette Warner, Professorin für Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt und Mitglied des Exzellenzclusters. Zu den mittlerweile unzulänglichen historischen Konzepten gehöre auch die Rede von Europa als eines hervorzuhebenden Ortes. Zu bevorzugen sei „A Concept of Eurasia“. So heißt auch der Vortrag von Chris Hann vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle (Saale). Judith Blume (bis vor kurzem am Cluster, jetzt in Göttingen) zeigt am Beispiel von Sammelbildern und dem Ende der Nazizeit, wie sich normative Krisen in der Alltagskultur abbilden. Der Mittelalter-Historiker und Cluster-Angehörige Bernhard Jussen plädiert in seinem Beitrag, nicht nur auf Schriftlichkeit fixiert zu sein, sondern auch visuelle Medien stärker mit einzubeziehen.

Das abschließende Panel beschäftigt sich mit der Frage, was die gegenwärtigen nationalistischen Narrative für das Konzept der internationalen Ordnung bedeutet, verstanden als System von Staaten, die in einem kosmopolitischen Geist eng kooperieren. Moderator ist der Rechtswissenschaftler Stefan Kadelbach vom Exzellenzcluster. Die drei Referierenden stammen aus der Politikwissenschaft. Zu Gast in Frankfurt ist Vivienne Jabri. Die Professorin für Internationale Politik am King’s College London spricht über: „Crisis and World Order: A Postcolonial Political Ontology“. Der Professor für Internationale Organisationen Christopher Daase („The Contradictions of the Liberal World Order“) und der Postdoktorand Stefan Kroll („The Crisis of the Liberal World Order: And the Politics of its Defense“) gehören zum Cluster. Sie adressieren Aspekte, der vermeintlich von innen heraus gefährdeten liberalen Weltordnung und fragen, ob nicht auch die Grundannahmen liberaler und institutionalistischer Ansätze einer kritischen Prüfung unterzogen werden müssten.

Die Konferenz ist presseöffentlich. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten – bitte unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/jahreskonferenzen

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Utopie und Filosofie: Der Cluster auf dem B3-Festival. „Normative Ordnungen“ ab dem 29. November mit fünf Beiträgen bei der Frankfurter Biennale des bewegten Bildes zum Thema „Desire“

Pressemitteilung

24. November 2017

FRANKFURT. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität beteiligt sich auch an der diesjährigen B3 Biennale des bewegten Bildes, aktuell zum Leitthema „On Desire. Über das Begehren“. Der Bogen reicht vom idealen Staat über heißes Rechtsgefühl bis zum Internet als Wunschmaschine der Gegenwart und einer frühen filmischen Versöhnungsutopie von Mensch und Maschine. Hinzu kommt das Begehren nach Weisheit – auf Niederländisch übrigens „Wijsbegeerte“ und dort ein Synonym für „Filosofie“.

Die B3 wird jetzt zum dritten Mal von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach veranstaltet. 2015 kamen rund 370.000 Besucher. Das Festivalzentrum „FOUR Frankfurt“ der jüngsten Auflage befindet sich in den ehemaligen Vorstandsetagen der Deutschen Bank und im Hermann-Josef-Abs-Saal an der Junghofstraße. Dort und an weiteren Orten Frankfurts und der Rhein-Main-Region präsentieren nationale und internationale Akteure aus Kunst, Medien, Technologie und Wissenschaft ihre Projekte und Ideen. Es geht um Fernsehen, Film und Virtuelle Realität, den Computer und das Internet. Flankierend und den Fokus erweiternd machen sich auch Mitglieder des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes Gedanken über das Begehren. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit normativen Ordnungen kann Prinzipien aufzeigen, Begriffe klären und Orientierung geben. Sie benennt dabei auch Sehnsüchte - und hinterfragt sie zugleich kritisch.

Dass Philosophie auch „Wijsbegeerte“ heißt, kann kaum verwundern. Denn in der Tat gibt es ein Begehren nach Wissen und Weisheit  – was die letzten Dinge betrifft, aber auch in Bezug auf die alltägliche Lebensführung. Doch während die populären Philosophie-Formate im Fernsehen, Radio und in Zeitschriften wohl gerade deshalb Konjunktur haben, weil sie konkrete Relevanz versprechen, zeigt sich die akademisch betriebene „Liebe zur Weisheit“ bei einer direkten Verwertung oft zurückhaltend. „Sehnsucht nach Weisheit: (k)ein Fall für die akademische Philosophie?“ heißt das Podiums- und Publikumsgespräch mit Marcus Willaschek, Philosophie-Professor an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters, am 29. November von 17.30 bis 18.30 Uhr. Die Moderation hat Bernd Frye, Pressereferent des Clusters.

Die „Gesetze des Begehrens im Internet“ untersucht der Jurist Matthias C. Kettemann, der sich am Cluster zur normativen Ordnung des Internets habilitiert, in seinem Vortrag am 30. November von 17.30 bis 18.30 Uhr. Im Internet als Wunschmaschine der Gegenwart produzieren und konsumieren wir laufend Inhalte und sehen und erwerben Produkte. Zwischen uns und anderen, zwischen uns und den Produkten stehen Vermittler: die Intermediäre (Plattformen und soziale Medien), die Gesetze des Begehrens im Internet aufstellen. Doch was sind das für Normen, die das Begehren strukturieren?

Rainer Forst referiert am 1. Dezember. Er ist einer der beiden Sprecher des Exzellenzclusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Sein Thema von 17.30 bis 18.30 Uhr: „Utopie und Ironie. Eine Kritische Theorie des Nirgendwo“. Das utopische Denken ist umstritten: Es gilt als unabdingbar, um gegebene Ordnungen zu überschreiten, andererseits wird es als sinnlose Träumerei oder totalitäre Produktion des neuen Menschen kritisiert. Im Rückgang auf die 500 Jahre alte „Utopia“ des Thomas Morus aber lässt sich zeigen, dass es gerade dort seinen Sinn hat, wo es uns in eine kritische und ironische Distanz zum Hier und Jetzt und auch zur Idee der perfekten Gesellschaft bringt.

Klaus Günther ist der weitere Cluster-Sprecher und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität. Er widmet sich am 2. Dezember von 17.30 bis 18.30 Uhr dem Thema „Hitze und Kälte im Recht“. Denn eine Funktion, die dem Recht zugeschrieben wird, ist die Abkühlung von heißen Emotionen: Das Recht nötigt dazu, sich auf geregelte Verfahren einzulassen. Doch heften sich Emotionen an das Recht, die umso heißer werden, sobald es nicht dem eigenen Begehren entspricht. Sophokles‘ Drama „Antigone“ oder Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“ sind literarische Beispiele dafür.

Ein Vortrag mit Filmbeispielen steht für den 3. Dezember von 14.30 bis 15.30 Uhr auf dem Programm: „L’Homme Machine – Das neue Leben in Dziga Vertovs Enthusiasmus / Sinfonie des Donbass (1930)“, so das Thema von Tatjana Sheplyakova, Philosophin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Exzellenzcluster. In Vertovs Klassiker „Enthusiasmus“, dem ersten sowjetischen Tonfilm überhaupt, wird die Utopie der Versöhnung von Mensch und Maschine real. Menschliche Arbeit ist hier ein Begehren, das sich im Spiel der mechanischen Wiederholungen potenziert. Ihr Antrieb ist kein Mangel, sondern Luxus der Kräfte. Was sagt uns dieser Film heute, in dem das Kino die Kirche ablöst, das Sehen zum Hören wird und das Individuum im Kollektivkörper aufgeht?

Die Termine im Überblick:

Mittwoch, 29. November 2017, 17.30 bis 18.30 Uhr
Prof. Marcus Willaschek: Sehnsucht nach Weisheit: (k)ein Fall für die akademische Philosophie? (Moderation: Bernd Frye); 1. OG, Plenarsaal

Donnerstag, 30. November 2017, 17.30 bis 18.30 Uhr
Dr. Matthias C. Kettemann: Gesetze des Begehrens im Internet; 1. OG, Plenarsaal

Freitag, 1. Dezember 2017, 17.30 bis 18.30 Uhr
Prof. Rainer Forst: Utopie und Ironie. Eine Kritische Theorie des Nirgendwo; 1. OG, Plenarsaal

Samstag, 2. Dezember 2017, 17.30 bis 18.30 Uhr
Prof. Klaus Günther: Hitze und Kälte im Recht; 1. OG, Plenarsaal

Sonntag, 3. Dezember 2017, 14.30 bis 15.30 Uhr
Dr. Tatjana Sheplyakova: L’Homme Machine – Das neue Leben in Dziga Vertovs Enthusiasmus / Sinfonie des Donbass (1930); 2. OG, Congress Raum 1

Festivalzentrum FOUR Frankfurt, Junghofstraße 5-9, 60311 Frankfurt;
der Eintritt zu den Veranstaltungen des Exzellenzclusters ist frei

Informationen: Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; http://www.normativeorders.net;
http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/b3-biennale; http://www.b3biennale.de

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

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Julian Nida-Rümelin über Philosophie und Demokratie. Vortrag am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 7. Dezember 2017

Pressemitteilung

4. Dezember 2017
 
FRANKFURT. Kulturpolitiker, politischer Philosoph und öffentlicher Intellektueller: Julian Nida-Rümelin schlägt immer wieder Brücken zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Nun kommt er auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an die Goethe-Universität nach Frankfurt und hält einen Vortrag zum Thema
 
„Eine Philosophie der Demokratie“
am Donnerstag, 7. Dezember 2017, um 18 Uhr c.t.
im Gebäude „Normative Ordnungen“ (Raum EG.01)
auf dem Frankfurter Campus Westend.
 
Die philosophischen Grundlagen der Politik – das Nachdenken über Freiheit, Gerechtigkeit, Toleranz und Partizipation – gehören auch zu den zentralen Gegenständen des geistes- und sozialwissenschaftlichen Exzellenzclusters. Julian Nida-Rümelin ist Professor für Philosophie und Politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Neben der Politischen Philosophie widmet er sich mit weiteren Forschungsschwerpunkten der Rationalitätstheorie und der Ethik.
 
Nach Professuren in Tübingen und Göttingen lehrt Nida-Rümelin seit 2004 an der LMU München. Für einige Jahre wechselte er aus der Wissenschaft in die Politik, zunächst als Kulturreferent der Landeshauptstadt München, dann als Kultur-Staatsminister im ersten Kabinett Schröder. Mit Jürgen Habermas gehörte Nida-Rümelin vor einigen Jahren zu den Autoren eines programmatischen Essays über die Zukunft der Europapolitik.
 
Zu den zahlreichen Büchern, die Julian Nida-Rümelin zu den Themen praktische Philosophie und politische Theorie verfasst hat, zählen: „Demokratie und Wahrheit“ (2006), „Politische Philosophie der Gegenwart“ (2009), die Reclam-Trilogie über Rationalität (2001), Freiheit (2005) und Verantwortung (2011), „Optimierungsfalle. Philosophie einer humanen Ökonomie“ (2011) sowie „Humanistische Reflexionen“ (2016). In jüngster Zeit befasst er sich verstärkt mit der Migrations-Debatte („Über Grenzen denken“, 2017) und mit Bildungspolitik („Der Akademisierungswahn – Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung“, 2014).
 
Die Einladung Julian Nida-Rümelins erfolgt auf Initiative von Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität.
 
Der Eintritt zum Vortrag von Prof. Nida-Rümelin ist frei, eine Anmeldung erforderlich – bitte unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;http://www.normativeorders.net/de
 
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„Hirndoping“ aus Sicht der Sozialforschung Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 12. Dezember 2017 im Klingspor Museum

Pressemitteilung

6. Dezember 2017

FRANKFURT. Schöner, schlauer und mit Schwung: „Das Besserwerden“ ist in der Gesellschaft der Gegenwart zum Ziel vieler Bereiche des persönlichen Lebens geworden – von Erziehung, Karriere und Beziehungsführung bis zur Funktionsweise des Gehirns, der Gestalt des Körpers und den eigenen Gefühlen. Immer mehr Menschen scheinen zu meinen, nur noch mit Medikamenten Schritt halten zu können. Was das über unser Zusammenleben aussagt und auch für den Umgang mit uns selbst bedeutet, ist das Thema der mittlerweile zehnten „Goethe Lecture Offenbach“. Die Soziologin Greta Wagner spricht über

„Selbstoptimierung –
Praxis und Kritik der Einnahme leistungssteigernder Psychopharmaka“
am Dienstag, dem 12. Dezember 2017, um 19.00 Uhr
im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

In ihrem Vortrag zeichnet Greta Wagner die gesellschaftlichen Entwicklungen nach, durch die die Bedeutung von Selbstoptimierung gestiegen ist. Darauf aufbauend behandelt sie einen besonderen Fall der Selbstoptimierung, das so genannte Neuro-Enhancement, verstanden als der Versuch, kognitive Leistungen durch die Einnahme von Psychopharmaka zu optimieren, die zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizitsyndromen zugelassen sind. Diese Praxis wirft nicht nur gerechtigkeitsbezogene Fragen danach auf, ob der Konsum leistungssteigernder Medikamente die Fairness einer Gesellschaft gefährdet, sondern auch die individualethische Frage danach, ob wir uns selbst manipulieren und Schaden zufügen, wenn wir auf invasive Weise Selbstoptimierung betreiben.

Dr. Greta Wagner ist Postdoktorandin des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, wo sie ein Projekt mit dem Titel „Helfen in der Krise. Zur Normativität von Solidarität und Wohltätigkeit“ durchführt. Zu ihren Publikationen mit Bezug zum Vortragsthema gehören drei Bücher: die Monographie „Selbstoptimierung. Praxis und Kritik von Neuroenhancement“, „Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft“ (herausgegeben mit Sighard Neckel) und zuletzt „Burnout, Fatigue, Exhaustion. An Interdisciplinary Perspective on a Modern Affliction“ (als Co-Herausgeberin).

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft

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Politik der Migration – Über die Grenzen der Mitgliedschaft. Internationale Konferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität am 15. Dezember 2017

Pressemitteilung

7. Dezember 2017

FRANKFURT. „The Politics of Migration: Testing the Boundaries of Membership” lautet der Titel einer internationalen Konferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Sie findet am 15. Dezember im Gebäude „Normative Ordnungen“ auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt.
 
Die Frage, wie Staaten, aber auch die EU und die internationale Gemeinschaft insgesamt auf die Herausforderung globaler Migrationsbewegungen reagieren sollen, ist eine der zentralen Zukunftsfragen der Politik. Hierbei sind rechtliche, politische, aber auch moralische Gesichtspunkte zu bedenken. Die Konferenz „The Politics of Migration“ macht es sich zur Aufgabe, diese Aspekte mit international ausgewiesenen Expertinnen und Experten zu analysieren und kontrovers zu diskutieren.
 
Die Konferenz geht aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Exzellenzcluster und dem Max-Planck-Institut hervor, den jährlichen „Goethe-Göttingen Critical Exchanges“, organisiert von Ayelet Shachar, Direktorin am Göttinger MPI und dort Leiterin der Abteilung Ethik, Recht und Politik, sowie Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Ayelet Shachar ist seit diesem Semester zudem Mitglied des Frankfurter Exzellenzclusters.
 
Nach einleitenden Worten von Shachar und Forst stehen zwei Panels und eine Roundtable-Diskussion auf dem Programm. Mit David Miller (Nuffield College, Oxford) spricht im ersten Panel einer der renommiertesten Philosophen der Gegenwart, der im Sinne eines liberalen Nationalismus argumentiert, während Andreas Cassee (FU Berlin) im zweiten Panel die kosmopolitische Gegenposition vertritt. Beide haben in jüngster Zeit im Suhrkamp Verlag dazu wichtige Bücher publiziert. Kommentiert werden sie von profilierten jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die aus Frankfurt und Göttingen stammen.
 
Der Roundtable bringt am Nachmittag drei hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Rechtswissenschaften zusammen: Gertrude Lübbe-Wolff ist Professorin für Öffentliches Recht an der Universität Bielefeld und war von 2002 bis 2014 Richterin des Bundesverfassungsgerichts. Francois Crepeau kommt von der McGill University, Montreal, ist dort Professor of Public International Law und war von 2001 bis 2017 UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechte von Migranten. Hiroshi Motomura lehrt Jura an der University of California, Los Angeles. Er gilt in den USA als einer der führenden Experten für Fragen des Einwanderungs- und Staatsbürgerschaftsrechts.
 
Die Konferenz steht auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen. Um Anmeldung wird gebeten – bitte unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Programm:
https://aktuelles.uni-frankfurt.de/event/the-politics-of-migration-testing-the-boundaries-of-membership/
 
Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;http://www.normativeorders.net/de
 
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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Große Unterstützung der Normativen Ordnungen. Die Sprecher des Clusters erörtern im aktuellen UniReport Perspektiven nach dem ExStra-Aus in der Vorrunde

Pressemitteilung

8. Dezember 2017

FRANKFURT. Beim Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ eruiert man derzeit mit Hochdruck Möglichkeiten, wie es auch nach dem Ausscheiden aus der Exzellenzstrategie weitergehen kann. Das Land Hessen und die Goethe-Universität unterstützen die Weiterentwicklung des Clusters; eine Liste von renommierten Forschern aus der ganzen Welt fordert den Erhalt der international geschätzten Institution. Der UniReport konnte mit den beiden Sprechern des Clusters, Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, ein Gespräch über momentane Stimmungen und Perspektiven im Haus „Normative Ordnungen“ auf dem Campus Westend führen. Beide freuen sich über die breite Unterstützung, sehen aber auch die Notwendigkeit, in absehbarer Zeit eine Perspektive für den Cluster präsentieren zu können: „Das internationale Netzwerk schaut ganz genau, was jetzt mit uns passiert. Aber auch unser internes Netzwerk möchte verständlicherweise eine längerfristige Perspektive haben.“ Link zum Interview: http://tinygu.de/interview-forst-guenther
 
Der UniReport 6/2017 steht zum kostenlosen Download bereit unter www.unireport.info/53996845

Die weiteren Themen im aktuellen UniReport:
 
Für ein starkes Europa: Fragen an Ulrike Guérot, neue Grosser-Stiftungsgastprofessorin.
Folgen der Kommerzialisierung von Schmerzmitteln: Drogenforscher Bernd Werse über die Drogenepidemie in einigen Regionen der USA.
Hoffnung für Alzheimer-Kranke: Merz-Stiftungsgastprofessor erforscht
neurogenerative Erkrankungen.
UNESCO-Weltdokumentenerbe: Prof. Sybille Steinbacher zur Bedeutung der Akten des Auschwitz-Prozesses.
(Neu-)Start in die akademische Ausbildung: Academic Welcome Program ebnet hochqualifizierten Geflüchteten den Weg in ein Studium.
Anglistik und Romanistik vereint in einem Studium: Der Masterstudiengang Moving Cultures ist einmalig in Deutschland.
Per Tortenschnitt in die Vergangenheit: Vorderasiatische Archäologen leisten wichtigen Beitrag zur Erforschung des Nordirak.
Wenn Rassismus und Nationalismus Hand in Hand gehen: Auszeichnung für die Politologin und Erziehungswissenschaftlerin Z. Ece Kaya für ihre Dissertation zu Kolonialpädagogischen Schriften in der NS-Zeit.
An der Schnittstelle zwischen Psychologie, Bewegung und Training: Die Sportwissenschaftlerin Karen Zentgraf untersucht, wie das motorische und kognitive Zusammenspiel bei komplexen Bewegungsabläufen funktioniert.
Literatur: „ein kraftvolles Medium zur Veränderung des Menschen“: Silke Scheuermann übernimmt die Frankfurter Poetikdozentur.
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
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Redaktion Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & und Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798–13753, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.uni-frankfurt.de

Leibniz-Preis für Nicola Fuchs-Schündeln. Wirtschaftswissenschaftlerin mit großem Themenspektrum

Pressemitteilung

14. Dezember 2017

FRANKFURT. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Nicola Fuchs-Schündeln, Professorin für Makroökonomie und Entwicklung an der Goethe-Universität, erhält den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2018; das gab der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) heute in Bonn bekannt. Präsidentin Prof. Birgitta Wolff gratulierte der Forscherin: „Dies ist eine großartige und verdiente Anerkennung für die außergewöhnlich erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit von Nicola Fuchs-Schündeln. Sie spielt eine herausragende Rolle innerhalb der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland und kann bereits auf eine eindrucksvolle internationale Karriere zurückblicken. Mit ihrem innovativen Forschungsansatz verbindet sie Makro- und Mikroökonomik und kommt zu für Ökonomen mitunter eher unerwarteten Themen und Forschungsgegenständen. Eine echte Inspiration für viele.“

Wie unterscheiden sich die Werthaltungen der Menschen, die in der DDR sozialisiert worden sind, von den Werthaltungen ihrer Landsleute im Westen? Frühere DDR-Bürger sind beispielsweise auch Jahre nach dem Ende des Sozialismus dafür, dass sich der Staat um Familien, Alte und Kranke kümmere. Die Präferenzen der Menschen im Osten und im Westen der Republik gleichen sich nur allmählich an. Die „Endogenität von Präferenzen“ gehört zu den Forschungsschwerpunkten von Prof. Nicola Fuchs-Schündeln, die mit dem Leibniz-Preis 2018 ausgezeichnet wird. Ihr Paper zu unterschiedlichen Werthaltungen in Ost und West hat international viel Anerkennung erhalten – insbesondere deshalb, weil es die traditionelle Annahme widerlegt hat, dass ökonomische Präferenzen angeboren und unveränderbar seien, unabhängig vom ökonomischen System. Mit dieser Arbeit hat die Forscherin viele weitere Arbeiten auf diesem Gebiet angestoßen und ihren Ruf als international führende Expertin verfestigt. Sie gehört zu den meistzitierten Arbeiten in diesem Bereich.

Auch in ihren anderen Arbeitsschwerpunkten pflegt Nicola Fuchs-Schündeln einen breiten interdisziplinären Forschungsstil. Die 45-jährige Wirtschaftswissenschaftlerin befasst sich zum Beispiel auch intensiv mit dem Spar-, Konsum- und Arbeitsmarktverhalten privater Haushalte. Dabei gelingt es ihr, neue empirische Fakten herauszuarbeiten und damit die Annahmen und Vorhersagen grundlegender ökonomischer Theorien zu testen. In diesem Zusammenhang hat sie zum Beispiel untersucht, welche Motive Menschen zum Sparen bewegen. Dabei machte sie sich die durch die deutsche Wiedervereinigung entstandene Situation zu Nutzen: Der dramatische wirtschaftliche Umbruch in Ostdeutschland erlaubt es, klare theoretische Vorhersagen zu treffen und diese mit Daten zu testen. Nicola Fuchs-Schündeln konnte über den Lebenszyklus hinweg ein weitgehend rationales Konsum- und Sparverhalten belegen, selbst im Angesicht großer wirtschaftlicher Umbrüche. In ihren jüngsten Arbeiten wendet sie sich der Frage zu, warum Europäer weniger Stunden pro Jahr arbeiten als US-Amerikaner. Dabei hat sie die aus ihrer Sicht entscheidende Rolle des Steuersystems herausgestellt. Darüber hinaus hat sie substantielle Beiträge zur Analyse der Entwicklung der Ungleichheit in Deutschland geleistet, zur innereuropäischen und innerdeutschen Migration sowie zu langfristigen Arbeitsmarkteffekten einer sozialistischen Schulbildung.

Nicola Fuchs-Schündeln hat seit 2009 eine Professur für Makroökonomie und Entwicklung an der Goethe-Universität inne. Sie ist als Principal Investigator am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und als Programmdirektorin am LOEWE-Zentrum „Sustainable Architecture for Finance in Europe“ beteiligt. 2015/16 war sie für ein Jahr als Gastprofessorin an der Stanford University in Kalifornien. Vor ihrem Wechsel an die Goethe-Universität war Fuchs-Schündeln an den US-amerikanischen Universitäten Harvard und Yale tätig. Studiert hat sie in Köln und Yale, ihre Fächer waren Lateinamerikastudien und Volkswirtschaftslehre.

Der Leibniz-Preis ist nicht die erste Auszeichnung für die Wirtschaftswissenschaftlerin: Im vorigen Jahr erhielt Fuchs-Schündeln bereits den Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik, den wichtigsten deutschen Ökonomen-Preis. Diese Auszeichnung geht an Wissenschaftler aus dem deutschen Sprachraum, die durch ihre Forschung internationales Ansehen gewonnen haben. Hauptmaßstab hierfür ist die Veröffentlichung in international anerkannten Fachzeitschriften. 2010 hatte sie zudem einen Starting Grant des European Research Council erhalten, eine der höchstdotierten wissenschaftlichen Auszeichnungen der Europäischen Union.

Die mit dem Leibniz-Preis verbundene finanzielle Förderung erlaubt der Ökonomie-Professorin, ihre innovativen Forschungsprojekte weiter voranzutreiben und auszubauen und weitere Nachwuchskräfte an die Goethe-Universität zu holen.

Die Fördersumme von 2,5 Millionen Euro kann über einen Zeitraum von fünf Jahren von den Preisträgern abgerufen und flexibel eingesetzt werden. Ziel des 1985 eingerichteten Leibniz-Programms ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern.

Nicola Fuchs-Schündeln wird als 17. Wissenschaftler der Goethe-Universität ausgezeichnet: 1986 erhielten sowohl der Philosoph Jürgen Habermas als auch der spätere Nobelpreisträger und Biochemiker Hartmut Michel den begehrten Preis. Es folgten der Historiker Lothar Gall (1988), der Physiker Reinhard Stock (1989), der Rechtshistoriker Michael Stolleis (1991), der Mathematiker Claus-Peter Schnorr (1993), der Physiker Theo Geisel (1994), der Chemiker Christian Griesinger (1998), der Paläontologe Volker Mosbrugger (1999), die Biologin Stefanie Dimmeler (2005), der Historiker Bernhard Jussen (2007), der Wirtschaftswissenschaftler Roman Inderst (2010), der Philosoph und Politikwissenschaftler Rainer Forst (2012), der Biochemiker und Mediziner Ivan Dikic (2013), der Rechtswissenschafter Armin von Bogdandy (2014) und der Althistoriker Hartmut Leppin (2015).

Foto zum Download unter: http://www.muk.uni-frankfurt.de/69660127

Informationen: Prof. Nicola Fuchs-Schündeln, Professur für Makroökonomie und Entwicklung. Fachbereich 02, Theodor-W.-Adorno-Platz 3, Campus Westend, Tel.: (069) 069/798-33815, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Wissenschafts- und Meinungsfreiheit im Fokus. Die Goethe-Universität debattiert im Rahmen der Bürgeruni über Diskurskultur

Medieneinladung

9. Januar 2018

FRANKFURT. Die Goethe-Universität veranstaltet im Rahmen der Bürgeruniversität am 19. Januar 2018 ein Forum mit dem Titel: „Diskurskultur im Zwielicht – Wie viel Meinungsfreiheit verträgt die Uni?“. Teilnehmende des Podiums, das vom früheren HR-Fernsehmoderator Meinhard Schmidt- Degenhard moderiert wird, sind Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff, die den Abend auch eröffnet, der Philosoph Prof. Rainer Forst, die Ethnologin Prof. Susanne Schröter, der Humangeograf Prof. Bernd Belina sowie der Jurist Maximilian Pichl. Letzterer ist einer von 60 Mitunterzeichnern, die Ende Oktober 2017 in einem Offenen Brief gegen die Vortragseinladung des Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Forschungszentrums Globaler Islam, protestiert hatten.

Mit der Veranstaltung am 19. Januar greift die Goethe-Universität am Fall des im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Forschungszentrums Globaler Islam kurzfristig ausgeladenen Gastredners Rainer Wendt Diskussionsstränge einer kontroversen öffentlichen Debatte auf. Ausgehend vom Einzelfall soll jedoch auch darüber diskutiert werden, welche Möglichkeiten und Grenzen für Meinungsfreiheit im Rahmen des wissenschaftsgeleiteten Diskurses einer Universität bestehen. Einen einleitenden inhaltlichen Impuls leistet Joachim Braun, Chefredakteur der Frankfurter Neuen Presse.
 
Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.

„Diskurskultur im Zwielicht – Wie viel Meinungsfreiheit verträgt die Uni?“ 19. Januar 2018, 19.00 – 21.00 Uhr, Campus Westend, Hörsaalzentrum, Theodor-W.-Adorno-Platz 5, Hörsaal (HZ) 3.

Programm der Frankfurter Bürger-Universität: www.buerger.uni-frankfurt.de
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdemPionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit dreiExzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geisteswissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifendenstrategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
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Frankfurter Wissenschaftsrunde stellt Wahlprüfsteine vor. Zusammenschluss wissenschaftlicher Institutionen will zur weiteren Profilierung der Stadt Frankfurt als Wissenschafts- und Bildungsstandort beitragen

Pressemitteilung

12. Februar 2018

Anlässlich einer Podiumsdiskussion mit Kandidatinnen und Kandidaten für die bevorstehende Frankfurter Oberbürgermeisterwahl hat die Frankfurter Wissenschaftsrunde ihre Wahlprüfsteine öffentlich zur Diskussion gestellt. An der Podiumsdiskussion an der Goethe-Universität, die von Rebecca Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“, moderiert wurde, nahmen die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der im Römer vertretenen Parteien für die Frankfurter Oberbürgermeisterwahl teil: Peter Feldmann (SPD), Bernadette Weyland (CDU), Nargess Eskandari-Grünberg (Bündis 90/Die Grünen), Janine Wissler (Die Linke) sowie Nico Wehnemann (Die Partei) stellten sich Fragen der Wissenschaftsinstitutionen rund um das Thema „Frankfurt als Stadt der Wissenschaft“. Themen waren u.a. Science City, Internationalisierung, Campusmeile, Verkehr, Wohnraum und Smart City/Digitalisierung. Die Frankfurter Wissenschaftsrunde hatte hierfür Wahlprüfsteine erarbeitet, die unter www.frankfurt-university.de/presse heruntergeladen werden können. Rund 100 interessierte Angehörige der Wissenschaftsinstitutionen sowie Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Veranstaltung teil und richteten Fragen an die Kandidatinnen und Kandidaten.
Die Frankfurter Wissenschaftsrunde ist ein informeller Zusammenschluss aller wissenschaftlichen Institutionen, die in Frankfurt oder im allernächsten Umfeld beheimatet sind. Ihr zentrales Anliegen ist es, zur weiteren Profilierung der Stadt Frankfurt als Wissenschafts- und Bildungsstandort beizutragen. Sie ist 2017 auf Präsidiumsinitiative der Frankfurt University of Applied Sciences, der Goethe-Universität sowie der Frankfurt School of Finance and Management entstanden. Sie versteht sich als Netzwerk und Sprachrohr, um unabhängig von Einzelinstitutionen zusammen mit Stadtpolitik und Stadtgesellschaft an der Entstehung und Verbesserung eines wissenschaftsfreundlichen Klimas mitzuwirken. Gleichzeitig versteht sie sich als Impulsgeberin für die Politik und Ratgeberin zur Analyse und Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen mit wissenschaftlichen Mitteln. Die Frankfurter Wissenschaftsrunde bietet an, Sparringpartnerin in allen zukunftsorientierten Fragen von Stadt und Region zu sein. Schließlich geht es der Frankfurter Wissenschaftsrunde intern darum, Optionen und konkrete Maßnahmen für die gegenseitige Weiterentwicklung (z.B. gemeinsame Personalentwicklungskonzepte) zu entwerfen. Erste gemeinschaftliche Aktivität war die Erstellung der Wahlprüfsteine für die anstehende Oberbürgermeister-Wahl der Stadt Frankfurt am Main im Februar 2018.
Frankfurt verfügt über mehr als 70.000 Studierende und rund 10.000 Mitarbeitende, die in den Wissenschaftsorganisationen beschäftigt sind. Gemessen an der Einwohnerzahl Frankfurts stellt das ca. 10 % der Bevölkerung dar – ein enormer kultureller Wissens- und Wirtschaftsfaktor gleichermaßen. Um das darin liegende Potenzial zu stärken und auszubauen, hat sich die Frankfurter Wissenschaftsrunde formiert und sich als „Ermöglicherin“ für die Stadt Frankfurt positioniert.
An den ersten beiden Zusammenkünften beteiligten sich neben der Frankfurt University of Applied Sciences, der Goethe-Universität sowie der Frankfurt School of Finance and Management die Leitungen folgender hochrangiger Institutionen: Deutsches Archäologisches Institut – Römisch-Germanische Kommission, Stiftung Georg-Speyer-Haus – Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie, Freies Deutsches Hochstift –Frankfurter Goethe Museum, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Paul-Ehrlich-Institut, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Frobenius Institut an der Goethe-Universität Frankfurt, Institut für sozial-ökologische Forschung, Dechema Forschungsinstitut, Provadis School of International Management & Technology, Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte, FOM Hochschule für Ökonomie & Management, Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen.
Neben den oben genannten haben auch die folgenden Institutionen ihr Engagement in der Frankfurter Wissenschaftsrunde zugesagt: Hessische Berufsakademie, Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, International School of Management, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Fritz- Bauer-Institut – Geschichte und Wirkung des Holocaust, Institut für Sozialforschung, Max-Planck-Institut für Biophysik, Staatliche Hochschule für Bildende Künste – Städelschule, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik.

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Filme und Forschung zum Thema „Chaos“. Beteiligung des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“ am Begleitprogramm des Lichter Filmfests Frankfurt International

Pressemitteilung

26. März 2018

FRANKFURT. Auch in diesem Jahr kooperiert der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität mit dem Lichter Filmfest Frankfurt International. Das Festival, das nun zum elften Mal stattfindet, widmet sich vom 3. bis 8. April 2018 aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema „Chaos“. Zu sehen sind internationale Filme und die besten Produktionen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Das Begleitprogramm greift Motive und Fragestellungen der Filme auf und erweitert den Fokus. Hier gehören Mitglieder des geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes an drei Terminen zu den Beteiligten.

Die Eröffnungsveranstaltung des Begleitprogramms am 4. April um 19 Uhr trägt den Titel: „Die Unordnung der Dinge – Chaos als politisches Konzept“. Teilnehmer der Podiumsdiskussion in der Naxoshalle (Waldschmidtstraße 19) ist Martin Saar, Professor für Sozialphilosophie an der Goethe-Universität und Angehöriger des Exzellenzclusters. Weitere Mitwirkende sind Marion Tiedtke, stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin des Schauspiels Frankfurt, und Ralf Fücks, geschäftsführender Gesellschafter des Zentrums Liberale Moderne und zuvor langjähriger Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. Unter der Moderation von Corinna Budras (Frankfurter Allgemeine Zeitung) soll etwa den Fragen nachgegangen werden, ob die Weltordnung angesichts antiliberaler Entwicklungen aus den Fugen gerät und inwiefern ein gewisses Chaos sogar auch Voraussetzung für produktive Veränderung sein kann.

Den programmatischen Titel „Zukunft Deutscher Film“ trägt ein Kongress zu den Perspektiven der deutschen Film- und Kinokultur am 5. und 6. April im Zoo-Gesellschaftshaus (Alfred-Brehm-Platz 16). Zu den Organisatoren zählt auch Vinzenz Hediger, Clustermitglied und Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität. Ebenfalls von der Frankfurter Universität kommt als Tagungsteilnehmer Rembert Hüser, Professor für Medienwissenschaft. Das prominent besetzte Panel (u.a. auch „Heimat“-Regisseur Edgar Reitz) will gemeinsam Vorschläge entwickeln für ein mutiges deutsches Kinoschaffen im digitalen Zeitalter: Wie kann das Kino als Ort belebt werden, wie kann Filmkunst einen größeren Platz in der Kulturlandschaft einnehmen?

„Let Chaos reign?“ An dieser Frage orientiert sich ein Abend mit Vorträgen und Gesprächen am 6. April ab 19 Uhr im Deutschen Filmmuseum in englischer und deutscher Sprache (Foyer, 1. Stock, Schaumainkai 41). „The End is Not the End. Post-apocalyptic Imaginaries in Contemporary Movies” nennt der dänische Filmexperte Jacob Lillemose seinen Vortrag, in dem er zeigt, dass kinematographische Katastrophen nie wirklich das Ende sind, sondern immer auch Anlass für die Rückkehr zu etwas bereits zuvor Existentem oder wiederum der Anfang von etwas völlig Neuem. Womöglich sind diese Befunde auch auf weitere Bereiche übertragbar, unter anderem darüber diskutiert Lillemose im Anschluss an seine Ausführungen mit Peer Illner, politischer Philosoph und Postdoktorand des Exzellenzclusters.

Im weiteren Verlauf des Abends spricht der Philosoph Marcus Döller, ebenfalls Exzellenzcluster, über das Thema: „Chaos in die Ordnung bringen“. Döller widmet sich den ästhetischen Vollzügen in künstlerischen Praktiken aus der spezifischen Sicht seiner Disziplin. Ästhetische Praktiken können in ihren Werken die gleichzeitige Darstellung von geordneter Form und chaotischer Urform ermöglichen. Aus rechtswissenschaftlicher Perspektive blickt schließlich (ebenfalls an diesem 6. April) der Cluster-Postdoktorand Matthias C. Kettemann auf „Das Chaos im Netz als Produktivkraft und Gefahrenquelle“. Kettemann analysiert das von ihm so genannte „Tohuwabohu 2.0“ und kommt zu dem Schluss, dass Chaos nicht gleichbedeutend mit Anarchie sei, wenn das Chaos im Internet als Produktivkraft erhalten bleibe und weltgesellschaftliche Grundwerte sowie Grundprinzipien des Internets gesichert wären.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Begleitprogramms unter Mitwirkung des Clusters am 4. (Podiumsdiskussion) und 6. April (Gesprächs- und Vortragsabend) ist frei. Für die Teilnahme an dem Kongress „Zukunft Deutscher Film“ ist eine Akkreditierung erforderlich.

Informationen:
Lichter Filmfest: Philippe Crackau, Begleitprogramm, p.crackau@lichter-filmfest,de www.lichter-filmfest.de
Tobias Hüser, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“: Bernd Frye, Pressereferent, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net; http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/lichter-filmfest

Alle Termine des Begleitprogramms:
www.lichter-filmfest.de/programm

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Geistiges Eigentum in Afrika. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 10. April 2018 im Klingspor Museum

Pressemitteilung

FRANKFURT. Wem gehören Töne und Texte, wenn sie erst einmal aufgezeichnet sind? Wer darf daran verdienen? Und wie wird die Weitergabe geregelt? Auch mit diesen Fragen beschäftigen sich die Intellectual Property Rights, die geistigen Eigentumsrechte. Doch was als typisch „westliche“ Normenhervorbringung gilt, stößt in anderen Kulturen auf Skepsis, wenn nicht Widerspruch – oder wird den lokalen Gegebenheiten pragmatisch angepasst. Um dieses Spannungsfeld geht es in der kommenden „Goethe Lecture Offenbach“. Der Ethnologe Mamadou Diawara spricht zum Thema

„Im Namen des Gesetzes:
Geistiges Eigentum und Urheberrecht im afrikanischen Kontext“
am Dienstag, dem 10. April 2018, um 19.00 Uhr
im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

Das Eigentumsrecht steht mehr als je zuvor im Zentrum der Handlung von Firmen und Regierungen. Dies gilt nicht nur für diejenigen Länder, in denen diese „normative Ordnung“ entstanden ist, sondern auch dort, wo sie kolonial bedingt eingeführt wurde. Wie jedoch wird dieses geistige Eigentumsrecht in den unterschiedlichen Kontexten verstanden und erlebt? Anhand von Beispielen aus Afrika hinterfragt der Ethnologie-Professor Mamadou Diawara, wie sich die kolonialbedingte Genealogie des Urheberrechts auf dem Kontinent behauptet. In seinem Vortrag stellt er dar, wie sich die Problematik der Globalisierung des Eigentumsrechts gegenüber Ländern und Gesellschaften verhält, die ihre eigenen Normen umsetzen, und wie diese von Akteurinnen und Akteuren insbesondere aus Afrika südlich der Sahara ausgehandelt werden.

Prof. Mamadou Diawara lehrt am Institut für Ethnologie der Goethe-Universität und ist Angehöriger des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Außerdem ist er Direktor von Point Sud, Forschungszentrum für lokales Wissen in Bamako, Mali, Herausgeber der „Arbeitspapiere zum Thema Lokales Wissen“ (Point Sud, Bamako), Redaktionsmitglied des „Mande Studies Association Review“, von „africa spectrum“ und von „Paideuma“ sowie Mitglied der Arbeitsgruppe Entwicklungsethnologie. Seine thematischen Schwerpunkte sind Entwicklungsethnologie, oral history/mündliche Traditionen im Medienzeitalter, Globalisierung, Geschichte Afrikas. Sein regionaler Forschungsschwerpunkt liegt auf dem subsaharischen Afrika, insbesondere Mali.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft

Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Römerberggespräche: Was soll vom 68er-Erbe bleiben? Kooperationsveranstaltung am 28. April im Schauspiel Frankfurt zum Thema „1968 – 2018: What is left?“ mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

FRANKFURT. „1968 – 2018: What is left? Errungenschaften und Bürde eines politischen Aufbruchs“ – Unter diesem Titel fragt die traditionsreiche Reihe der Frankfurter Römerberggespräche am 28. April, was uns „68“ heute noch zu sagen hat: Was ist vom Aufbegehren übriggeblieben, und was davon sollte in die Zukunft weitergetragen werden? Zu den institutionellen Partnern der öffentlichen Veranstaltung im Schauspiel Frankfurt (Beginn 10 Uhr, Eintritt frei) gehört der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, der auch personell beteiligt ist.

„Wir wollen erörtern, wo das Erbe von 1968 liegt, wie man es richtigerweise annehmen könnte und in welchen Punkten man es womöglich ausschlagen sollte“, so Miloš Vec, Vorsitzender des ausrichtenden Trägervereins. Vec ist Professor für Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien und assoziiertes Mitglied des Frankfurter geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsverbundes. Auf dem Programm der kommenden Römerberg-Ausgabe stehen fünf Vorträge und eine Podiumsdiskussion. Die Moderation liegt in den Händen von Insa Wilke (Literaturkritikerin und Moderatorin u.a. für WDR und SWR) sowie Alf Mentzer (Leiter des Ressorts hr2-Tagesprogramm im Hessischen Rundfunk).

Der erste Vortragende, um 10.15 Uhr, ist Armin Nassehi, Soziologieprofessor an der  Ludwig-Maximilians-Universität München. Er widmet sich dem Thema: „Reflexion und Moralisierung als Pose – was von 1968 geblieben ist“. Nassehi sieht im heutigen linken Spektrum, aber auch auf der rechten Seite, die Tendenz, dass der Bezug auf gute Gründe ersetzt wird durch das Einnehmen von Identitäts-Posen, die sich selbst als unhinterfragbare Grundlage für Anerkennungsansprüche darstellen.

Um 11.15 Uhr geht Priska Daphi in ihrem Vortrag der Frage nach: „Wie sieht heutige Protestkultur aus?“. Die promovierte Soziologin lehrt an der Goethe-Universität und leitet die Nachwuchsgruppe „Konflikt und Soziale Bewegungen“ am Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), einem Partner im Verbund des Frankfurter Clusters. Daphi schlägt einen Bogen von den 68er-Protesten bis zur heutigen Zeit und nimmt dabei Kontinuitäten, Bezüge und Unterschiede in den Blick.

„Reform und Revolte – 1968 in diachroner und transnationaler Perspektive“ lautet um 12.15 Uhr der Analysegegenstand von Ulrich Herbert, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg. Dem Autor der viel beachteten „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“ geht es auch um einen Vergleich der damaligen Geschehnisse in der Bundesrepublik, der DDR und im Osten Europas – wobei verschiedene, keineswegs einheitliche Facetten sichtbar werden.

„Vom Nutzen und Nachteil der 68er-Geschichte für linke Politik“ handelt um 14.15 Uhr der erste Vortrag nach der Mittagspause. Referent ist Wolfgang Kraushaar von der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. Der promovierte Politikwissenschaftler sieht Organisationen und Bewegungsformationen, die sich auf das utopische Projekt einer Gesellschaftsveränderung berufen, dem Totalitarismusverdacht ausgesetzt. Die 68er hätten vor allem soziokulturelle Wirkungen gehabt. Beispielsweise hätten die vielen seither entstandenen Bürgerinitiativen für das Gefühl gesorgt, Politik auch selbst gestalten zu können.

Für 15.30 Uhr ist die Podiumsdiskussion terminiert. „Wie emanzipatorisch war 1968?“ lautet ihr Titel, die Teilnehmerinnen sind Christina von Hodenberg, Professorin für Europäische Geschichte an der Queen Mary University in London, und Gisela Notz, promovierte Sozialwissenschaftlern und freie Publizistin mit einem Schwerpunkt auf der Geschichte der Frauenbewegung. Ebendiese wird bei der Betrachtung der späten sechziger Jahre und ihrer Langzeitwirkung häufig nicht hinreichend gewürdigt. Die Anstöße für Veränderungen der Geschlechterrollen und sexueller Normen kamen ganz wesentlich von Frauen, die vielfach in Vergessenheit gerieten.

Martin Saar, Professor für Sozialphilosophie an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters, hält den abschließenden Vortrag. Sein Thema um 17 Uhr: „Was hieß (und was heißt) ‚Demokratisierung der Demokratie‘?“ Man könne, so Saar, argumentieren, dass die Zeit um 1968 eine Station auf dem Weg zur Selbstkritik und zivilgesellschaftlichen Öffnung demokratischer Institutionen war, verbunden mit der Forderung, dass nur eine reflexive, plurale Demokratie Legitimität beanspruchen dürfe. In diesem Sinn stecke der Stachel „1968“ bis heute noch im Fleisch des politischen Lebens der westlichen Demokratien.

Programm: www.roemerberggespraeche-ffm.de

Informationen:
Gabriele Schmidt, Koordinatorin der Römerberggespräche, Tel.: 0 176 8181 6560,
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Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de

Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mehr Klimaschutz durch „negative Emissionen“? Philosophen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ organisieren interdisziplinäre Konferenz zu Chancen und Risiken neuer Technologien

Pressemitteilung

FRANKFURT. Mittlerweile wächst die Skepsis, ob sich die globale Erderwärmung noch auf bis zu maximal zwei Grad begrenzen lässt. Auf dieses Ziel hatten sich die Staaten 2015 beim Klimagipfel in Paris geeinigt. Das Zwei-Grad-Ziel galt als Obergrenze, um zumindest den drastischsten Folgen des Klimawandels vorzubeugen. Da die dafür notwendige Reduzierung von CO2-Emissionen kaum mehr realistisch erscheint, werden jetzt zunehmend andere Wege diskutiert. Beim Konzept der „negativen Emissionen“ wird der Atmosphäre CO2 entzogen. Wie dieser Ansatz zu beurteilen ist, diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen auf der internationalen Konferenz

„The Morality and Policy of Negative Emissions for Climate Change Mitigation“
am Donnerstag, 17. Mai, und Freitag, 18. Mai 2018,
im Hörsaal im Arthur-von-Weinberg-Haus (Robert-Mayer-Straße 2)
der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Frankfurt am Main.

Organisiert wird die zweitägige Veranstaltung von der Professur für Internationale Politische Theorie am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität unter Leitung des Philosophieprofessors Darrel Moellendorf. Kooperationspartner sind das Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum sowie das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung, jeweils Frankfurt am Main. Die Konferenz findet in englischer Sprache statt. Auch die interessierte Öffentlichkeit ist nach vorheriger Anmeldung herzlich willkommen.

Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass sich die Pariser Klimaziele nur noch mit Techniken zur aktiven Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre erreichen lassen. Diese Ansätze gelten allerdings als noch nicht ausgereift, darüber hinaus sind die Kostenfrage und die Auswirkungen auf die Ökosysteme ungeklärt. Doch was wären die Alternativen? Eine sehr starke Senkung des CO2-Ausstoßes könnte zu einer globalen Rezession führen und Projekte der Armutsbekämpfung gefährden. Andere Technologien, etwa die Solarenergie, scheinen noch nicht leistungsfähig genug zu sein. Also bliebe nur noch der Versuch, mit einer Erwärmung über zwei Grad hinaus zurechtzukommen, beispielsweise durch gezielte Anpassungsstrategien.

Auf der Konferenz soll der Frage nachgegangen werden, ob die Klimapolitik ihr Hauptaugenmerk künftig auf Technologien für negative Emissionen legen soll, oder ob eine der Alternativen ein besserer Weg wäre: Nach welchen Kriterien könnten diese Abwägungen beurteilt werden, und welche moralischen Erwägungen spielen bei der Entscheidungsfindung eine Rolle?

Die Konferenz beginnt am Donnerstag, 17. Mai, um 11 Uhr mit einer Begrüßung durch den Paläontologen Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Professor an der Goethe-Universität, und Darrel Moellendorf, Mitglied des Exzellenzclusters und Professor für Internationale Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. Zu den Mitwirkenden von Seiten des Clusters gehört auch Daniel Callies, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur von Darrel Moellendorf. Fragen globaler Gerechtigkeit angesichts des fortschreitenden Klimawandels zählen zu den Schwerpunkten der Professur. Die Forschungen gehen von der Prämisse aus, dass die Eindämmung sowie die Anpassung an Auswirkungen des Klimawandels auf der einen und die Armutsbekämpfung auf der anderen Seite nicht als separate politische Ziele betrachtet werden können.

Programm:
www.normativeorders.net/de/the-morality-and-policy-of-negative-emissions-for-climate-change-mitigation

Anmeldung:
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Informationen:
Ellen Nieß, Sekretariat Prof. Moellendorf, Tel.: 069/798-31521,
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Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411,
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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das andere 68 in Brasilien. Internationale Tagung über die brasilianische Gegenkultur nach 1968 vom 23. bis 25. Mai im Museum Angewandte Kunst Frankfurt

Pressemitteilung

FRANKFURT. Wenn im Mai 2018 der 50. Jahrestag des Studentenaufstandes begangen wird, richtet sich die Aufmerksamkeit auf die europäische Metropole Paris. Die Tagung „Das andere 68: Anthropophage Revolutionen in der brasilianischen Gegenkultur nach 1968“ stellt dieser Sicht eine andere Perspektive entgegen und eine Revolution an der vermeintlichen Peripherie ins Zentrum: die Zäsur 1968 in Brasilien. Sie bildet den Ausgangspunkt einer Richtungsänderung der globalen Kulturproduktion und einer neuen Art des Umgangs mit der kulturellen Globalisierung.

Vom 23. bis 25. Mai 2018 diskutieren im Frankfurter Museum Angewandte Kunst namhafte internationale Spezialistinnen und Spezialisten über den Zusammenhang der ästhetischen und politischen Umbrüche in Brasilien nach 1968. Die Tagung ist Teil des wissenschaftlich-künstlerischen Projekts „Tropical Underground“, das im vergangenen Semester begonnen hat. Sie wird veranstaltet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft gemeinsam mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt.

1968 ist in Brasilien das Jahr, in dem die 1964 an die Macht gekommene Militärregierung ihr Unterdrückungsregime entscheidend verschärft, die Folter institutionalisiert und damit eine Studentenrevolte auslöst, deren Folgen und Verzweigungen die Politik des Landes bis heute mit bestimmen. 1968 ist in Brasilien zugleich das Jahr der „Tropicália“-Bewegung, einer künstlerischen Erneuerungsbewegung, die Musik, Theater und Dichtung erfasst.

Inspiriert von der gleichnamigen Installation des neo-konkretistischen Künstlers Hélio Oiticica, der mittlerweile zu den kanonischen Figuren der Gegenwartskunst gehört, verbindet die „Tropicália“-Bewegung Elemente der Populärkultur mit Avantgarde-Techniken. Ihre Protagonisten, wie die Musiker Caetano Veloso, Gilberto Gil, Tom Zé, Gal Gosta und Maria Betânia nutzen das Fernsehen, um ein Massenpublikum zu erreichen und werden zunächst in Brasilien und danach auch in Europa und den USA zu Stars.

Im Bereich des Kinos formiert sich 1968 das Cinema Marginal um Regisseure wie Rogerio Sganzerla, Carlos Reichenbach und Neville D‘Almeida als eine Gegenbewegung zum bereits etablierten Cinema Novo, der modernistischen neuen Welle Brasiliens. Das Cinema Marginal verbindet, ganz ähnlich wie die Tropicália-Bewegung und zum Teil in Auseinandersetzung mit dieser, Elemente der Populärkultur mit der Formensprache der Avantgarde.

In den Humanwissenschaften schließlich wird 1968 zum Ferment einer neuen Richtung in der Anthropologie und Ethnologie, als deren Protagonist der Ethnologe Eduardo Viveiros de Castro gelten kann, der mit seiner Theorie des Perspektivismus von Claude Lévi-Strauss zu seinem „legitimen Nachfolger“ ausgerufen wird. Von Viveiros de Castro führt über dessen langjährige Zusammenarbeit mit dem Filmregisseur Ivan Cardoso, dem Künstler Hélio Oiticica und dem Dichter Waly Salomão wiederum eine Linie zurück zu den künstlerischen Erneuerungsbewegungen der 1970er Jahre.

In ihren parallelen und teilweise miteinander verknüpften und verschlungenen Verläufen stoßen diese Bewegungen eine Dynamik an, die Suely Rolnik und Felix Guattari nach der Rückkehr Brasiliens zur Demokratie als „molecular revolution“ bezeichnen, als kleinteiligen, aber nicht minder folgenreichen Prozess der Infragestellung tradierter gesellschaftlicher Hierarchien. Ein verbindendes Element der kulturellen Bewegungen in Reaktion auf die Umbrüche von 1968 ist dabei ein Rückgriff auf die brasilianische Avantgarde der 1920er Jahre und vor allem auf den Dichter Oswald de Andrade und sein Konzept der Anthropophagie, das er in seinem „Anthropophagen Manifest“ von 1928 entwickelt.

Mit Beiträgen von Victoria Langland (Ann Arbor), Peter W. Schulze (Köln), Oliver Precht (Berlin), Moacir dos Anjos (Recife), Lena Bader (Paris), Max Jorge Hinderer Cruz (Rio de Janeiro), Christopher Dunn (New Orleans), Detlef Diederichsen (Berlin), Daniel Fairfax (Frankfurt), Robert Stam (New York).

Programm:
www.tropical-underground.de/tagung-das-andere-68-anthropophage-revolutionen-in-der-brasilianischen-gegenkultur-nach-1968

Informationen:
Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

50 Jahre in Bewegung: Reihe zu „1968 und die Folgen“. Ab dem 25. Mai fragt die Frankfurter Bürger-Uni an insgesamt vier Abenden, was aus dem Aufbruch der bewegten Zeit geworden ist

Pressemitteilung

FRANKFURT. 1968 gilt bis heute als ein symbolisch aufgeladener Wendepunkt in der jüngeren gesellschaftlichen und politischen Geschichte. Üblicherweise steht das Jahr für den Aufbruch eines neuen demokratischen Denkens, die sexuelle Befreiung sowie die Emanzipation der Frau, die Abrechnung der Jüngeren mit der Schuld der älteren (Kriegs-)generation, die juristische Aufarbeitung des Holocaust und die Liebe zur Theorie. Die Bürger-Universität widmet sich 50 Jahre nach „1968“ an insgesamt vier Abenden verschiedenen Facetten dieser Entwicklungen und versucht dabei auch, die Ambivalenz dieses Erbes zu beleuchten.

Den Auftakt bildet die Podiumsdiskussion zum Thema:

„Demokratie für alle: Ist der 68er-Aufbruch in Gefahr?“
am 25. Mai 2018 um 19.30 Uhr
auf dem Campus Westend der Goethe-Universität,
PA-Gebäude, Foyer, Theodor-W.-Adorno-Platz 1,
60323 Frankfurt am Main

Willy Brandt prägte 1969 in seiner Regierungserklärung die Formel: „Mehr Demokratie wagen“. Der Auftaktabend beleuchtet zunächst die Hintergründe dieses Demokratiedefizits (gefühlt und real) und diskutiert, inwieweit es durch 68 und die darauffolgenden gesellschaftlich-politischen Reformen gelungen ist, solch ein Defizit wirklich abzubauen. Immerhin sprach Jürgen Habermas in den 80er Jahren von einer „Fundamentalliberalisierung“. Doch mittlerweile konstatieren Beobachter einen „Backlash“. Das Erstarken rechtspopulistischer Parteien und autoritärer Regime, die ihrer Verfassung nach pluralistische Demokratien sind, werden als Zeichen einer Gegenbewegung gesehen. Neigt sich die Zeit eines emanzipatorischen Optimismus ihrem Ende zu?

Über diese und weitere Fragen diskutieren: Jürgen Kaube, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; Prof. Rainer Forst, Politischer Philosoph, Sprecher des Exzellenzclusters Normative Ordnungen; Jutta Ditfurth, Autorin, Soziologin, Frankfurter Stadtverordnete; Albrecht von Lucke, Rechts- und Politikwissenschaftler, Publizist, Redakteur der Blätter für deutsche und internationale Politik. Die Moderation übernimmt Prof. Nicole Deitelhoff, Politikwissenschaftlerin, Mitglied des Exzellenzclusters und Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK).

Die vierteilige Reihe ist eine Kooperation der Goethe-Universität und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Die weiteren Termine und Themen im Überblick:

8. Juni 2018
Entfesseltes Ich: 1968 und das Experiment mit neuen Lebensformen
Podium: Matthias Horx (Trend- und Zukunftsforscher), Prof. Till van Rahden (Historiker, Canada Research Chair in German and European Studies, Université de Montréal), Prof. i.R. Sibylla Flügge (Juristin und Frauenrechtlerin, Frankfurt University of Applied Sciences), Gisela Getty (Fotografin, Regisseurin, Schriftstellerin, ehemaliges Mitglied der Kommune 1)
Moderation: Thomas Thiel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

22. November 2018
Erinnern, Bekennen, Schuld, Aufarbeitung: 1968 und der Holocaust
Podium: Prof. Marianne Leuzinger-Bohleber (Psychoanalytikerin, ehemalige Leiterin des Sigmund-Freud-Instituts), Prof. em. Michael Stolleis (Rechtshistoriker, Goethe-Universität), Dr. Tobias Freimüller (Historiker, Stellv. Direktor des Fritz Bauer Instituts)
Moderation: Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

6. Dezember 2018
Hauptsache eine Theorie? 1968 und die Exklusivität des Diskurses
Podium u.a.: Jürgen Kaube (Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung),
Prof. Klaus Günther (Jurist und Rechtsphilosoph, Sprecher des Exzellenzclusters Normative Ordnungen), Prof. Philipp Felsch (Kulturwissenschaftler, HU Berlin, Autor von „Der lange Sommer der Theorie“), Dr. Rolf Wiggershaus (Philosoph und Publizist, Autor von „Die Frankfurter Schule. Geschichte, Theoretische Entwicklung, Politische Bedeutung“)
Moderation: Dr. Olaf Kaltenborn, Goethe-Universität

Beginn jeweils um 19.30 Uhr, Eintritt frei.

Ort der Veranstaltungen am 25. Mai und am 8. Juni ist die Goethe-Universität (Campus Westend, PA-Gebäude). Die Podiumsdiskussionen am 22. November und 6. Dezember finden in der Zentralbibliothek der Stadtbücherei statt (Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main).

Weitere Informationen:
www.buerger.uni-frankfurt.de
www.uni-frankfurt.de/kalender

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Katharina Frerichs, Abteilung PR & und Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Telefon 069 798-13001, E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Seyla Benhabib hält die Martin-Buber-Vorlesung. Die politische Philosophin ist am 11. Juni 2018 zu Gast an der Goethe-Universität

Pressemitteilung

FRANKFURT. Im Rahmen der jährlichen Martin-Buber-Vorlesung zur jüdischen Geistesgeschichte und Philosophie präsentieren herausragende internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neueste Forschungsergebnisse zur jüdischen Geistes- und Kulturgeschichte, zur jüdischen Religionsphilosophie sowie zu den Beziehungen des Judentums zu Christentum und Islam. Die kommende Buber-Vorlesung hält die politische Philosophin Seyla Benhabib zum Thema

„The Anxiety of Influence: Hannah Arendt and Judith Shklar“
am Montag, den 11. Juni 2018, um 18 Uhr c.t.
auf dem Campus Westend im Hörsaalzentrum, HZ 6.

Veranstaltet wird ihr Frankfurter Vortrag (in englischer Sprache) von der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und mit der freundlichen Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer der Evangelischen Theologie in Frankfurt/Main e.V. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen.

Grundlage der Ausführungen Seyla Benhabibs ist ihr neues Buch „Exile, Statelessness, and Migration: Playing Chess with History from Hannah Arendt to Isaiah Berlin“. Es soll im September 2018 im Verlag Princeton University Press erscheinen und untersucht die durch Migration geprägten Lebenswege prominenter jüdischer Intellektueller, unter ihnen auch Theodor W. Adorno, Walter Benjamin und Hans Kelsen.

Der Vortrag bringt das Denken Hannah Arendts ins Gespräch mit jenem Judith N. Shklars (1928-1992), einer der wichtigsten amerikanischen Theoretikerinnen des politischen Liberalismus, die sich in ihrem Werk immer wieder kritisch mit ihrer berühmten Zeitgenossin auseinandergesetzt hat. Der von dem Literaturwissenschaftler Harold Bloom geprägte Begriff der „Anxiety of Influence“ verweist dabei auf die enge Bezogenheit von Shklars politologischen Deutungen u.a. auf Arendts „Ursprünge und Elemente totaler Herrschaft“ (1951) oder „Eichmann in Jerusalem“ (1963), denen sie in Arbeiten wie „After Utopia“ (1957) und „Legalism“ (1964) eigene Perspektiven eines zeitgemäßen freien Liberalismus entgegensetzte.

Seyla Benhabib ist Eugene Meyer-Professorin für Politische Wissenschaften und Philosophie an der Yale University. Sie gilt als eine der bedeutendsten politischen Philosophinnen der Gegenwart und wurde vielfach ausgezeichnet, so auch mit dem Ernst-Bloch-Preis 2009 und dem Meister-Eckhart-Preis 2014. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören: Ideengeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Kritische Theorie, Feministische Theorie, Demokratietheorie, Kosmopolitismus, Migration und die Philosophie Hannah Arendts. Zu ihren jüngsten, auch auf Deutsch erschienenen Büchern zählen: „Die Rechte der Anderen“ (2008) und „Kosmopolitismus ohne Illusionen“ (2016). Die Philosophin ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Von 1979 bis 1981 forschte sie am Starnberger Max-Planck-Institut unter der Leitung von Jürgen Habermas und verbrachte im Anschluss einige Jahre in Frankfurt. Benhabib wurde in Istanbul geboren und wuchs in einer sephardisch-jüdischen Familie auf.

Informationen:
Prof. Christian Wiese, Martin Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, Tel: (069)-798-33313, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Vortrag über die Krise der liberalen Weltordnung. Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 15. August 2018 im Klingspor Museum

Pressemitteilung

FRANKFURT/OFFENBACH. Lange Zeit wurde die liberale internationale Ordnung von aufstrebenden autoritären Mächten wie China, Indien und Russland in Frage gestellt. Mittlerweile scheint die Weltordnung westlicher Prägung auch zunehmend von innen unter Druck zu geraten, von Staaten, die sich einst für die Ideen des internationalen Liberalismus eingesetzt haben: für internationale Institutionen, Freihandel, Menschenrechte und Demokratie. Diesem fast schon paradoxen, auf jeden Fall komplexen globalen Gefüge widmet sich Christopher Daase in der kommenden „Goethe Lecture Offenbach“. Der Politikprofessor spricht zum Thema

„Die Krise der liberalen Weltordnung“
am Mittwoch, dem 15. August 2018, um 19.00 Uhr
im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

Die Stichworte reichen von Trump, über den Brexit bis zu nationalistischen und populistischen Bewegungen in Europa. Die Krise der liberalen Weltordnung scheint in hohem Maße eine Krise der liberalen Staatengemeinschaft zu sein. Insofern könnte man sie – zumindest auch – als „homemade“ bezeichnen. Doch im manchen Hinsichten erscheint vor allem Trump nicht als Ursache, sondern eher als Symptom einer Entwicklung, die schon seit einigen Jahren im Gange ist und sich insbesondere in einer Abkehr vom Multilateralismus manifestiert. Dabei scheint der amerikanische Präsident vorhandene Trends zu radikalisieren. So gilt seine Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran vom Mai 2018 als „Frontalangriff gegen die multilaterale Friedens- und Sicherheitsordnung“, wie es in dem jetzt erschienenen „Friedensgutachten 2018“ heißt, einer umfangreichen Studie, an der der Politikwissenschaftler Christopher Daase maßgeblich beteiligt ist.

Prof. Christopher Daase ist Professor für Internationale Organisationen an der Goethe-Universität, Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und Stellvertretender Leiter des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Die HSFK, eine Partnerinstitution des Frankfurter Exzellenzclusters, gehört zu den Herausgebern des jährlich erscheinenden Friedensgutachtens mit Handlungsempfehlungen an die Politik. Christopher Daase war Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Politik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, bevor er 2009 nach Frankfurt kam. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören neben Internationalen Institutionen und Sicherheitspolitik auch normative Aspekte internationaler Politik und Völkerrecht. Im vergangenen Jahr zählte er zu den Organisatoren der viel beachteten Ringvorlesung „Angriff auf die liberale Weltordnung – U.S. Außen- und Sicherheitspolitik unter Trump“ an der Goethe-Universität. Ein Sammelband ist in Vorbereitung.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Frankfurt wird Treffpunkt der Forschungen zum Vorderen Orient. Am Auftakttag der dreitägigen Veranstaltung unter Beteiligung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ hält der Islamexperte Gilles Kepel die öffentliche Keynote

Pressemitteilung

FRANKFURT. Die vielschichtigen Entwicklungen im Vorderen Orient sind vom 4. bis 6. Oktober 2018 Thema an der Goethe-Universität. Gleich zwei miteinander verbundene wissenschaftliche Veranstaltungen beschäftigen sich auf dem Campus Westend mit aktuellen Tendenzen und auch historischen Grundlagen dieser Region.
 
„Politics, Religion and Society in the Middle East“ heißt die Konferenz des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen”. Sie bildet zugleich den Rahmen für den 25. Internationalen Kongress der DAVO, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient für gegenwartsbezogene Forschung und Dokumentation. Die öffentliche Keynote „From the Arab spring to ISIS“ hält am 4. Oktober auf der Eröffnungsfeier, die um 18.30 Uhr im Casino-Anbau-West beginnt, der renommierte französische Islamwissenschaftler Prof. Gilles Kepel, der an der Goethe-Universität im Herbst vergangenen Jahres mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron über die Perspektiven Europas diskutierte.
 
Federführend für die Gesamtveranstaltung ist die Ethnologin Prof. Susanne Schröter, Mitglied des Clusters und Direktorin des FFGI. Die Schirmherrschaft hat Boris Rhein, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst. Beide werden mit Beiträgen bei der Eröffnungsfeier vertreten sein, ebenso wie Prof. Rolf van Dick, Vize-Präsident der Goethe-Universität, Prof. Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters, und Prof. Günter Meyer, Vorsitzender der DAVO.
 
Gilles Kepel ist Professor am Institute d’Études Politiques de Paris. Er gilt als einer der besten Kenner der arabischen Welt, des politischen Islam und des radikalen Islamismus. Kepel erörtert bei seiner Analyse der Entwicklung vom Arabischen Frühling bis zum IS auch die Rolle des Westens, besonders der französischen und amerikanischen Außenpolitik. Hinzu kommt die Rolle Russlands. Er wird in englischer Sprache vortragen. In seinen Ausführungen greift er auf Forschungsergebnisse zurück, die er in seinem jüngsten Buch publiziert. Es heißt „Sortir du chaos: Les crises en Méditerranée et au Moyen-Orient“ und erscheint in Kürze in der französischen Erstausgabe.
 
Während zu der Eröffnungsfeier mit der Keynote von Gilles Kepel die interessierte Öffentlichkeit bei freiem Eintritt willkommen ist, richten sich die übrigen Programmpunkte vorrangig an ein Fachpublikum. Die FFGI-Konferenz und der DAVO-Kongress umfassen zusammen rund 150 Beiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Kontinente. Hier geht es beispielsweise um die historischen Wurzeln islamistischer Bewegungen und die Geschichte des interreligiösen Dialogs in der Region. Weitere Vorträge und Diskussionsgegenstände betreffen etwa die Arabisch-Israelischen Beziehungen, die Stellung der Frauen in Politik und Gesellschaft sowie die Konflikte in Syrien. Flankierend geht ein Diskussionsforum folgender Frage nach: „Die mediale Berichterstattung über den Syrien-Krieg – Realität oder Propaganda?“
 
Darüber hinaus wird Susanne Schröter eine Podiumsdiskussion leiten mit dem Titel: „The Challenge of Islamism. Perspectives from MENA and Europe“. MENA steht für Middle East and North Africa. Die Teilnehmenden sind: Prof. Gudrun Krämer (Freie Universität Berlin), Dr. Elham Manea (Universität Zürich) und Dr. Marwan Abou-Taam (Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz).
 
Bei dem Kongress der DAVO in Kombination mit der Konferenz des FFGI kooperieren das Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient (DAVO) unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministers für Wissenschaft und Kunst. Die öffentliche Eröffnungsveranstaltung beginnt um 18.30 Uhr im Casino-Anbau-West, Campus Westend, Theodor-W.-Adorno-Platz 2. Für diese Veranstaltung inklusive der Keynote von Gilles Kepel ist der Eintritt frei und eine Anmeldung nicht erforderlich.
 
Anmeldung zu den Fachveranstaltungen:
http://www.ffgi.net/termine-davo-25.html
 
Programm:
https://www.normativeorders.net/media/images/Programme/FFGI/2018_10_04-05_25_DAVO-Programmablauf.pdf
 
Informationen:
Oliver Bertrand, Forschungskoordinator des FFGI und persönlicher Assistent von Prof. Susanne Schröter, Tel.: 069/798-33062, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net; www.ffgi.net
 
 
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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz).Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vortragsreihe: Wird die Welt immer kriegerischer?

Die neue Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität zum Thema Krieg und politische Gewalt beginnt am 11. Oktober 2018

Pressemtteilung

FRANKFURT. Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beschäftigt sich in diesem Wintersemester mit dem Wandel von Krieg und politischer Gewalt. Die gängige Erzählung, wonach die Welt über lange Sicht immer friedlicher geworden sei, wird zunehmend hinterfragt. Ist angesichts des Wandels der Formen kriegerischer Auseinandersetzung – von Cyberwar über Terrorismus bis hin zu neuen Formen von Bürgerkriegen – die These eines Pazifizierungstrends grundsätzlich widerlegt oder beobachten wir nur Spannungen und Widersprüche, die diesem Trend langfristig innewohnen?
 
Die öffentliche Reihe trägt den Titel: “The End of Pacification? The Transformation of Political Violence in the 21st Century”. Sie umfasst sechs Vorträge, jeweils um 18.15 Uhr im Hörsaalzentrum (Raum HZ 9) auf dem Campus Westend. Die fachliche Leitung haben Prof. Christopher Daase und Prof. Nicole Deitelhoff vom Exzellenzcluster. Beide gehören auch zum Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), einer Partnereinrichtung des Clusters. Ebenfalls im federführenden Team ist Dr. Julian Junk von der HSFK, auch er Politikwissenschaftler. Den Eröffnungsvortrag am Donnerstag, 11. Oktober 2018, hält Prof. Michael Mann (University of California, Los Angeles) zum Thema: „Has War Declined through Human History?“
 
Die Anhänger der Befriedungs-These argumentieren mit einem nachhaltigen Prozess der Zivilisierung vieler Gesellschaften, mit einer wachsenden politischen und wirtschaftlichen Verflechtung der Staaten und mit einer Ausbreitung liberaler und demokratischer Wertvorstellungen. Auch trotz der beiden Weltkriege und des Holocaust sei die Welt in makrohistorischer Perspektive alles in allem friedlicher geworden, und das zunehmend in der Zeit nach 1945. Zu den Forschern, die das anders sehen, gehört der renommierte Auftaktredner Michael Mann. Er verweist zum Beispiel auf die vielen Bürger- und innerstaatlichen Kriege im Globalen Süden. Diese seien an die Stelle der zwischenstaatlichen Kriege im Norden getreten. Global betrachtet gebe es keinen Rückgang kriegerischer Auseinandersetzungen, sondern eine Transformation.
 
Zu den Vortragenden zählt in den nächsten Monaten auch der Mit-Organisator Christopher Daase. Er spricht am 23. Januar 2019 über: „Sanktionskriege: Probleme dezentraler militärischer Normdurchsetzung“. Eine Rechtfertigung militärischer Gewalt trotz deren völkerrechtlichen Ächtung rekurriert auf die vermeintliche Notwendigkeit, globale Normen notfalls militärisch durchsetzen zu müssen, um langfristig ein globales Gewaltmonopol zu etablieren und das Kriegsverbot zu verwirklichen. Daase geht der Frage nach, wie diese Erwartung empirisch und normativ zu bewerten ist.
 
Die Termine im Überblick:
(Jeweils Campus Westend der Goethe-Universität, Hörsaalzentrum HZ 9, 18.15 Uhr)
 
11. Oktober 2018
Prof. Michael Mann, University of California, Los Angeles
Has War Declined through Human History?
 
12. Dezember 2018
Prof. Elisabeth J. Wood, Yale University
Sexual Violence during War
 
23. Januar 2019
Prof. Christopher Daase, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Sanktionskriege: Probleme dezentraler militärischer Normdurchsetzung
 
30. Januar 2019
Prof. Matthew A. Evangelista, Cornell University
Disturbing the Peace: How the United States Influences Trends in Global Political Violence
 
6. Februar 2019
Prof. Stathis N. Kalyvas, University of Oxford
Global Change and Civil Wars
 
13. Februar 2019
Prof. Jennifer M. Welsh, McGill University, Montreal
Pockets of Barbarism: Internal and External Challenges to the International Humanitarian Order
 
Informationen:
Dr. Julian Junk, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), 030/206049120, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.hsfk.de
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;www.normativeorders.net
 
Detailliertes Programm:
http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen
 
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Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

70 Jahre Grundgesetz: Wie aktuell ist unsere Verfassung?

„Denkraum“-Reihe des Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ beginnt am 16. Oktober mit dem Juristen Günter Frankenberg zum Thema Würde

Pressemitteilung

FRANKFURT. Das Schauspiel Frankfurt setzt seine Redenreihe „Denkraum“ als kritische Betrachtung der gesellschaftlichen Gegenwart in der Spielzeit 2018/19 fort – diesmal in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Gefördert wird die partizipative Vortrags- und Diskussionsreihe von der Heraeus Bildungsstiftung. An sechs Abenden geht es im Chagallsaal des Schauspielhauses um das Oberthema „Verfassung_Aber wie?“. Drei Vortragende stammen aus den Reihen des Exzellenzclusters, so auch der Auftaktredner Günter Frankenberg. Der Rechtsprofessor spricht am 16. Oktober 2018 um 20 Uhr zum Thema „Würde_Wer bestimmt, was einem Menschen zusteht?“
 
Das Grundgesetz trat 1949 in Kraft. Jeweils zusammen mit einem Gast aus dem Bereich Verfassungsrecht, Philosophie, Soziologie, Politik oder Literatur werden im „Denkraum“ zentrale Werte des Grundgesetzes auf den Prüfstand gestellt, abgewogen und das verteidigt, was auch in den nächsten Jahrzehnten unser Zusammenleben sichern soll. Nach jedem Impulsvortrag erhält das Publikum die Möglichkeit, in kleinen Gruppen die Thesen zu diskutieren und Fragen zu formulieren. In einem abschließenden moderierten Gespräch wird der oder die Vortragende mit diesen Fragen konfrontiert.
 
Besonders die Würde, so scheint es, hat in den vergangenen Jahrzehnten geradezu Karriere gemacht. Mit ihr beginnt das Grundgesetz. Fast zeitgleich wird sie in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen. Im Lissabon-Vertrag über die Europäische Union, der wiederum 2009 in Kraft trat, ist sie das erste Grundprinzip – noch vor der Freiheit. Doch woher kommt dieser Begriff, warum ist „die Würde des Menschen unantastbar“ und wie steht es um die Realisierbarkeit? Immerhin, so sagt das Grundgesetz, sind die Achtung und der Schutz der Würde „Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“. Und das „Deutsche Volk“, so weiter, „bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft“. Zu einem Leben in Würde gehören auch soziale Mindeststandards, und eine „menschliche Gemeinschaft“ macht nicht an Landesgrenzen halt.
 
Der Anspruch und die Wirklichkeit von Recht und Verfassung gehört zu den Forschungsgebieten des Rechtswissenschaftlers Günter Frankenberg. Er ist Professor für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung und assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Seine Schwerpunkte umfassen: Vergleichendes Verfassungsrecht, Rechts- und Verfassungstheorie sowie Gefahrenabwehr- und Migrationsrecht. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen, insbesondere zum Verfassungs- und zum Ausländerrecht. Zu seinen Publikationen zählen eine Einführung in das Grundgesetz und die Studie „Staatstechnik. Perspektiven auf Rechtsstaat und Ausnahmezustand“. Er ist einer der Herausgeber der Zeitschrift „Kritische Justiz“.
 
Die nächsten Termine im Überblick:
 
4. Dezember 2018:
Religionsfreiheit_Wie viel Toleranz verlangt die demokratische Gesellschaft?
mit Rainer Forst (Goethe-Universität, Exzellenzcluster „Normative Orders“)
 
29. Januar 2019:
Meinungsfreiheit_Wie verändert sich das Kommunikationsklima?
mit Bernhard Pörksen (Universität Tübingen)
 
26. Februar 2019:
Gleichberechtigung_Was kann das Recht zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen?
mit Ute Sacksofsky (Goethe-Universität, Exzellenzcluster „Normative Orders“)
 
19. März 2019:
Gemeinwohl_Was bleibt vom Allgemeinen, wenn alle das Besondere wollen?
mit Andreas Reckwitz (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder)
 
2. April 2019:
Privatsphäre_Wie sind wir geschützt im digitalen Zeitalter?
mit Constanze Kurz (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Sprecherin des Chaos Computer Clubs)
 
Schauspiel Frankfurt, Chagallsaal, Neue Mainzer Str. 17, 60311 Frankfurt am Main
Jeweils 20 Uhr, Eintritt: 10 Euro / erm. 8 Euro; www.schauspielfrankfurt.de
 
Detailliertes Programm:
https://www.normativeorders.net/denkraum
 
Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net
 
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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

„Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt“ unter Beteiligung der Goethe-Universität

Frankfurter Forschergruppe untersucht die Bedingungen produktiver Konflikte im Rahmen der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Institutsneugründung

Pressemitteilung

FRANKFURT. Die Goethe-Universität gehört zu den Gründungsmitgliedern des „Instituts für gesellschaftlichen Zusammenhalt“. Wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mittteilte, wird die größte hessische Hochschule jetzt gemeinsam mit zehn weiteren Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen ein Forschungsprogramm und eine Lenkungsstruktur für das dezentral angelegte Institut erarbeiten. In der einjährigen Vorphase fördert das BMBF jede der beteiligten, in einem wissenschaftsgeleiteten Wettbewerb ausgewählten Institutionen mit einem Startbetrag. Für die daran anschließende vierjährige Hauptphase stehen laut BMBF insgesamt 36 Millionen Euro zur Verfügung. Das Forschungsministerium stellt eine Verlängerung um weitere fünf Jahre in Aussicht. Danach ist eine Verstetigung des Instituts angedacht.
 
Ziel der interdisziplinären Frankfurter Forschergruppe ist es, neue Formen sozialer Pluralität und ihre Auswirkungen auf den Austrag gesellschaftlicher Konflikte zu untersuchen und die Bedingungen produktiver Konflikte als Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erkennen und praktisch nutzbar zu machen. Das positiv beurteilte Projekt der Goethe-Universität, das normativ und empirisch ausgerichtet ist, stellt die Frage nach den Bedingungen produktiven Streits. Denn, so die Hypothese, es ist nicht in erster Linie Gemeinsinn als feststehende kulturelle Ressource, sondern der produktive Austrag von Konflikten, der moderne Gesellschaften integriert. Wo die Pluralität individueller Gruppenzugehörigkeit anerkannt und die Auseinandersetzung über widerstreitende Positionen durch politische Institutionen und zivilgesellschaftliche Mechanismen eingehegt wird, entsteht gesellschaftlicher Zusammenhalt innerhalb einer demokratischen normativen Ordnung.
 
Das Frankfurter Projekt gliedert sich in drei Teilaspekte: Es will erstens zur grundbegrifflichen Klärung des (nicht leicht zu definierenden) Konzepts „gesellschaftlicher Zusammenhalt“ beitragen, indem die konstitutive Bedeutung von Pluralität und Konflikt für gesellschaftlichen Zusammenhalt herausgearbeitet wird. Zweitens sollen neue Formen sozialer Pluralität untersucht und ihre Auswirkungen auf den Austrag gesellschaftlicher Konflikte empirisch analysiert werden. Der dritte Punkt zielt auf Konzepte für eine Erneuerung der Konfliktkultur, indem die integrative Kraft von Institutionen und Verfahren erforscht wird, die Konflikte nicht nur zulassen, sondern produktiv gestalten und Vertrauen schaffen.
 
Projektleiterin in Frankfurt ist Prof. Nicole Deitelhoff, Professorin für Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungen, Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität und Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung; als stellvertretende Sprecher fungieren Prof. Daniela Grunow, Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Quantitative Analysen gesellschaftlichen Wandels, und Prof. Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie sowie Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.
 
Die Arbeit in dem neuen Institut baut auf der bereits elfjährigen Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und dem Frankfurter Fachbereich Gesellschaftswissenschaften auf.
 
Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein beglückwünscht die erfolgreiche Frankfurter Initiative: „Ich halte gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land für sehr wichtig. Daher lohnt es sich, in dem geplanten Institut wissenschaftlich zu untersuchen, was diesen gesellschaftlichen Zusammenhalt ausmacht und fördert. Ich freue mich besonders, dass mit der Goethe-Universität auch eine hessische Universität ausgewählt wurde, gemeinsam mit anderen Hochschul- und Forschungsinstituten ihren Beitrag zum Gründungskonzept dieses Instituts zu leisten. Den beteiligten Forscherinnen und Forschern der Goethe-Universität gratuliere ich zu der Gründungsmitgliedschaft am ‚Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt‘.“
 
Universitätspräsidentin Prof. Birgitta Wolff hebt hervor: „Diese Institutsgründung bietet ein sehr anschauliches Beispiel dafür, wie Spitzenforschung dazu beitragen kann, eine ganz konkrete gesellschaftliche Herausforderung besser zu bewältigen. Es steht auch dafür, dass nicht nur mehrere wissenschaftliche Disziplinen, sondern auch verschiedene Forschungseinrichtungen ihre Kräfte bündeln. Die Goethe-Uni und ihre Partner verfügen hier inhaltlich und strukturell – vor allem durch die lange gemeinsame Verbundforschung im Exzellenzcluster ‚Normative Ordnungen‘ – über eine große Expertise.“
 
Die Sprecherin des Frankfurter Projekts Prof. Nicole Deitelhoff sagt: „Die Entscheidung für den Standort Frankfurt zeigt, wie stark die Zusammenarbeit zu Fragen politisch-normativer Ordnungen zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften, Universität und außeruniversitären Instituten inzwischen ist: Wir freuen uns, diese Stärke jetzt im Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt einbringen zu können.“
 
Zur Pressemitteilung des BMBF und Liste der ausgewählten Einrichtungen: Hier...
Zur Meldung des BMBF "Karliczek: „Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist ein Prozess“: Hier...

 
Weitere Informationen:
Rebecca Schmidt, Exzellenzcluster Normative Ordnungen,
Tel: 069-798-31400; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
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Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Dirk Frank, Pressereferent / stv. Leiter, Abteilung PR & und Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main Telefon (069) 798–13753, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.uni-frankfurt.de

Vortrag: Dekoloniale Perspektiven in der Entwicklungszusammenarbeit

Nächster Termin der „Goethe Lectures Offenbach“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und der Stadt Offenbach am 23. Oktober 2018 im Klingspor Museum

Pressemitteilung

FRANKFURT/OFFENBACH. Kinderrechte sind Menschenrechte. Und wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahr 1948 sieht sich auch das seit 1990 geltende Übereinkommen über die Rechte des Kindes der Vereinten Nationen mit dem Vorwurf konfrontiert, westliche Sichtweisen und Wertvorstellungen als alleingültig vorauszusetzen. Wie sich dieses Spannungsfeld auch bei der Entwicklungszusammenarbeit zeigt und vielleicht lösen lässt, gehört zum Thema der kommenden „Goethe Lecture Offenbach“. Die Ethnologin Franziska Fay spricht über

„Kinderrechte und Kritik:
Dekoloniale Perspektiven auf ein Feld der Entwicklungszusammenarbeit“
am Dienstag, dem 23. Oktober 2018, um 19.00 Uhr
im Klingspor Museum, Herrnstraße 80, 63065 Offenbach am Main.

Die UN-Kinderrechtskonvention hat sich seit ihrem Inkrafttreten zur Grundlage zahlreicher Interventionen im Bereich des Kinderschutzes entwickelt. Dieser normative Rahmen wird in den Empfängerländern von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit oft kritisch betrachtet, weil sein Ansatz als wertend und exklusiv gegenüber differierenden Moralvorstellungen und Richtlinien verstandenen wird. Wie wichtig es ist, lokale Kritiken von Programmen, die auf die Verbesserung von Lebensumständen in ‚nicht-westlichen‘ Gesellschaften abzielen, ernst zu nehmen, um dekoloniale Denkweisen auch im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit zu fördern, zeigt Franziska Fay am Beispiel von Kinderschutzprogrammen in Sansibar, Tansania.

Dr. Franziska Fay promovierte in Sozialanthropologie (Ethnologie) an der School of Oriental and African Studies (SOAS) in London. Zuvor studierte sie Ethnographische Forschungsmethoden, Afrikanische Sprachwissenschaften (Swahili), Erziehungswissenschaften und Kulturanthropologie an der SOAS, der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der State University of Zanzibar. Nach ihrer Promotionsforschung zu Kinderschutz und Körperstrafe in sansibarischen Qur’an- und Grundschulen arbeitet sie nun zu Reformbewegungen im islamischen Bildungswesen in Sansibar. Seit November 2017 ist sie Postdoktorandin am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normative Ordnungen“.

Veranstalter des Vortragsabends im Klingspor Museum und auch der Gesamtreihe „Goethe Lectures Offenbach“ sind neben dem Exzellenzcluster die Wirtschaftsförderung der Stadt Offenbach, die einen deutlichen Fokus auf die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft legt, und das Klingspor Museum Offenbach, das sich mit seinen Schwerpunkten Schriftkunst und Typografie auch überregional einen Namen gemacht hat. Ziel der Partnerschaft der Institutionen, der bereits mehrere erfolgreiche Kooperationsprojekte in Offenbach vorausgegangen sind, ist der Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Stadtgesellschaft. Im Anschluss an den Vortrag besteht auch dieses Mal die Möglichkeit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei.

Die „Goethe Lectures Offenbach“ im Internet:
www.normativeorders.net/glo

Informationen:
Ria Baumann, Wirtschaftsförderung Stadt Offenbach, Tel.: 069 80652392, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.offenbach.de/wirtschaft
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de

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Die Erfinderin der Film-Formen

„Das Kino von Chantal Akerman“ bildet ab dem 25. Oktober 2018 den Mittelpunkt der neuen Frankfurter Lecture & Film-Reihe

Pressemitteilung

FRANKFURT. Mit Godard wird das Kino historisch, mit Akerman fängt es neu an: Das Werk der belgischen Regisseurin, Installationskünstlerin und Schriftstellerin Chantal Akerman (1950 – 2015) ist eine ausführliche und vielgestaltige Antwort auf die Frage, was im Kino noch möglich ist. Dieser These folgend trägt die aktuelle Lecture & Film-Reihe den Titel „Die Erfinderin der Formen. Das Kino von Chantal Akerman“. Beginnend mit dem 25. Oktober stehen bis zum nächsten Sommersemester 15 Termine auf dem Programm, bei denen jeweils nach einem einleitenden Vortrag der besprochene Film gezeigt wird.
 
Zu den Veranstaltern  der Lecture & Film-Reihe gehören wieder das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität, der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum, in dessen Kino die Vorträge und Filmvorführungen auch stattfinden.
 
Zum Auftakt am 25. Oktober um 20.15 Uhr spricht Vinzenz Hediger über „Das Melodrama des kolonialen Wahns: zu ‚La Folie Almayer‘“. Hediger ist Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Zudem leitet er das Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“. Ebenfalls aus den Reihen des Exzellenzclusters kommt Martin Seel. Der Philosophieprofessor analysiert gegen Ende der Reihe (am 27. Juni 2019) „Die andere Seite des Kinos: Chantal Akermas ‚De l’autre côté‘“. Seel ist Organisator viel beachteter Kino- und Vortragsreihen, in denen mit Blick auf das Forschungsprogramm des Clusters die Rolle des Films in den kontroversen moralischen, rechtlichen und politischen Auseinandersetzungen der Gegenwart untersucht wird.
 
Die Regisseurin Chantal Akerman zeigt Kinomöglichkeiten jenseits der fast durchweg männlichen Helden-Geschichte von Griffith bis Hitchcock auf, als deren Erben sich die Nouvelle Vague verstand. Viele ihrer Filme sind im Kino ohne Vorbild und prägen mit ihren bahnbrechenden feministischen Sichtweisen seit ihrem Erscheinen die Ausdrucksmöglichkeiten des Films. Akermans Ästhetik der Alltagserfahrung, ihr Überschreiten der Genregrenzen zwischen Spielfilm, Dokumentarfilm und Experimentalfilm, ihr Sinn für Dauer und Zeiterfahrung jenseits der Stechuhr-Dramaturgie des herkömmlichen Spielfilms machen sie zu einer Neuerfinderin der Formen des Kinos. Als Tochter von Holocaust-Überlebenden ist sie zudem eine singuläre Zeitzeugin der historischen Brüche und Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Ihre Auseinandersetzung mit jüdischem Leben durchzieht ihre Filme auf vielfältige und subtil reflektierende Weise.
 
In seinem Eröffnungsvortrag am 25. Oktober hebt Vinzenz Hediger ein Merkmal von Chantal Akermans Werk hervor. Es besteht darin, dass sie Formen zu finden vermag, die einen Zusammenhang zwischen der Intimität der Autobiographie und der Erfahrung von Geschichte herstellen. Das gilt auch für ihren zweitletzten Film, „La Folie Almayer“. Akerman, die Tochter polnischer Juden, die in der Hauptstadt der ehemaligen Kolonialmacht Belgien aufwuchs, nimmt „Almayer’s Folly“, den Debüt-Roman des polnischen Exilanten Joseph Conrad aus dem Jahr 1895, dem Geburtsjahr des Kinos, zum Ausgangspunkt für eine Meditation mit melodramatischen Zügen über die Abgründe des kolonialen Wahns und transponiert den historischen Stoff in eine irritierende Gegenwart. Der Film stammt aus dem Jahr 2011, ist rund 130 Minuten lang und im Anschluss an den Vortrag zu sehen.
 
Die Lecture & Film-Reihe „Die Erfinderin der Formen. Das Kino von Chantal Akerman“ wird veranstaltet vom Deutschen Filminstitut &Filmmuseum und dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität gemeinsam mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem DFG-Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“, in Kooperation mit der hessischen Film- und Medienakademie. Kuratiert von Vinzenz Hediger und Marc Siegel.
 
Die Reihe findet im Kino des Deutschen Filminstituts &Filmmuseums statt (Schaumainkai 41, Frankfurt am Main). Eintritt: 5 €. Platzzahl beschränkt. Kartenreservierungen empfohlen unter: 069 / 961 220-220.
 
Details zum Programm:
www.chantal-akerman.de, www.normativeorders.net/lecture-and-film
 
Informationen:
Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.tfm.uni-frankfurt.de
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.normativeorders.net
 
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Vortrag: Amerika, Land der Sentimentalen?

Kantorowicz Lecture des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften und des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ am 31. Oktober 2018

Pressemitteilung

FRANKFURT. Seit geraumer Zeit, so scheint es, lässt sich ein Comeback des Sentimentalen in der amerikanischen politischen Kultur beobachten. Dabei ist in der US-amerikanischen Geschichte das massierte Auftreten des Sentimentalen zur Erzeugung von öffentlichem Gefühl in verschiedenen gesellschaftlichen Funktionsbereichen stets ein Symptom für politische Krisen und korrelierende Krisen der politischen Kommunikation angesichts nationaler Zerreißproben gewesen. Welche Rolle das Sentimentale in jüngerer und jüngster Zeit in den USA spielt, ist Thema der aktuellen Kantorowicz Lecture in Political Language an der Goethe-Universität, veranstaltet vom Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Die Amerikanistin und diesjährige Leibniz-Preisträgerin Heike Paul spricht über

„Staatsbürgersentimentalismus, American Style“
am Mittwoch, dem 31. Oktober 2018, um 18.00 Uhr,
Campus Westend der Goethe-Universität, IG Farben Gebäude, Raum 411.

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Der Vortrag gibt zunächst einen kurzen Rückblick auf die Geschichte von Krisen im 19. und 20. Jahrhundert, in denen das Sentimentale als Bewältigungsstrategie im Politischen eingesetzt wurde. Es geht hierbei insbesondere um die affektive Dimension zivilreligiöser, mythengesättigter Komplexe sowohl auf der nationalen als auch auf der subnationalen Ebene von Gemeinschaftsbildung. Im Anschluss wird die aktuelle Situation anhand folgender Leitfragen analysiert: Wie lässt sich die gegenwärtige politische Gemengelage mit Blick auf die Präsenz und Instrumentalisierung des Sentimentalen analysieren? Welche Funktion haben sentimentale Muster bei der Produktion von Narrativen der Viktimisierung und der Ermächtigung im Kampf um gesellschaftliche Teilhabe und Transformation?

Anhand von einzelnen Fallbeispielen (Selbst- und Fremdrepräsentationen der Präsidentschaft Donald Trumps und seines „politischen Körpers“ sowie zivilgesellschaftlicher Rituale und Protestaktionen gegen die aktuelle Politik) zeigt der Vortrag die Ambiguität der kulturellen Arbeit des Sentimentalen. Dabei wird auch zu diskutieren sein, inwiefern die Staatsbürgerin oder der Staatsbürger und auch der Staatskörper bzw. der „Volkskörper“ (im Sinne von „We, the People“) gleichzeitig Subjekt und Objekt sentimentaler Konstruktionen und affektiver Aufladung sein können.

Heike Paul ist Professorin für Amerikanistik, insbesondere nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Ihre Forschungsschwerpunkte auf dem Gebiet einer kulturhermeneutisch orientierten Amerikanistik beschäftigen sich u.a. mit kulturellen Mustern der Gemeinschaftsbildung in den USA. Zu ihren Publikationen gehört „The Myths That Made America“ (2014). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zeichnete sie mit dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2018 aus.

Die einmal pro Jahr stattfindenden Kantorowicz Lectures in Political Language erinnern an Ernst Kantorowicz, der zu den herausragenden Forscherpersönlichkeiten der Frankfurter Universitätsgeschichte gehört. Kantorowicz musste die Universität 1934 zwangsweise verlassen und wurde später am Institute for Advanced Study in Princeton zu einem der international einflussreichsten Geisteswissenschaftler, dessen Arbeiten bis heute zu den meistzitierten gehören. Die 2011 ins Leben gerufene Vortragsreihe konzentriert sich auf das Thema der „politischen Sprache“. Stets sprechen sehr renommierte Gäste aus dem In- und Ausland, wie beispielsweise der Philosoph und Historiker Quentin Skinner, der Literaturwissenschaftler Stephen Greenblatt, der Komponist, Regisseur und Kunsttheoretiker Heiner Goebbels oder die Sozialwissenschaftlerin Joan W. Scott. Seit 2013 findet die Kantorowicz Lecture in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ statt.

Information:
Dr. Steffen Bruendel, Forschungsdirektor und Geschäftsführer des Forschungszentrums Historische Geisteswissenschaften, 069/798-32344 (Sekretariat), Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.fzhg.org
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de

Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

46. Römerberggespräche: Demokratie braucht Streit – aber richtig

„Die neue Lust an der Zerstörung“ ist am 3. November 2018 das Thema der Kooperationsveranstaltung mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ im Schauspiel Frankfurt

Pressemittteilung

FRANKFURT. Shitstorms, Hate Speech, Schmähkritik: Wo gestern noch mit harten Bandagen argumentiert wurde, geht's heute direkt unter die Gürtellinie. Das vergiftet nicht nur das private Miteinander, sondern wirkt sich auch auf die Politik und den gesellschaftlichen Zusammenhalt aus – wenn nicht streitbar gegensteuert wird. „Die neue Lust an der Zerstörung – oder wie die Demokratie ihre Fassung bewahrt“ heißt die mittlerweile 46. Auflage der Römerberggespräche am 3. November im Schauspiel Frankfurt. Von 10 Uhr bis zum frühen Abend beschäftigen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Politik mit dem Streit und wie man ihn produktiv einsetzen kann. Die interessierte Öffentlichkeit ist bei freiem Eintritt herzlich willkommen.
 
Das öffentliche Klima wird derzeit nicht nur rauer. In Gesellschaft und Politik scheint sich geradezu eine neue Lust an der Zerstörung breitzumachen. International und national, digital und analog, rechts und links gilt: Lieber vor einem Scherbenhaufen stehen als sich in das Korsett der hergebrachten Ordnung zwängen zu müssen. Der destruktive Charakter eines Donald Trump erscheint plötzlich als normsetzendes Vorbild. Die aktuellen Römerberggespräche im Chagallsaal des Schauspielhauses, ausgerichtet in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, gehen unter anderem diesen Fragen nach: Was steckt hinter der Lust am gezielten Tabubruch? Wie sollen Gesellschaft und Politik mit der Radikalisierung und auch Emotionalisierung umgehen? Lassen sich Wut, Empörung und Hass in Dialogbereitschaft überführen?
 
Insgesamt stehen fünf Vorträge und eine Podiumsdiskussion auf dem Programm. Die Moderation hat Alf Mentzer vom Hessischen Rundfunk. Nach der Eröffnung spricht um 10.15 Uhr Nicole Deitelhoff, Politikprofessorin an der Goethe-Universität, Mitglied des Exzellenzclusters und Direktorin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. „Demokratie braucht Streit!“, so lautet die These ihres Vortrags mit dem Untertitel „Zur integrativen Kraft gesellschaftlicher Konflikte“. Abgesehen von einem natürlich kritisch zu sehenden Verfall der Debattenkultur stehe Streit, so Deitelhoff, nicht im Widerspruch zu einer demokratischen Vorstellung gesellschaftlichen Zusammenhangs, sondern sei vielmehr für sie konstitutiv.
 
Um 11.15 Uhr analysiert Thorsten Thiel den „Unruheherd digitale Öffentlichkeit“. Der Politikwissenschaftler leitet die Forschungsgruppe „Digitalisierung und Demokratie“ am Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft in Berlin und ist Research Fellow am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Neben den Gefährdungspotenzialen der digitalen Transformation nimmt das assoziierte Mitglied des Clusters auch die Handlungsoptionen demokratischer Politik in den Blick.
 
„Die neue Lust an Gefühlen“ lautet um 12.15 Uhr das Thema der Historikerin Ute Frevert, Direktorin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und dort Leiterin des Forschungsbereichs „Geschichte der Gefühle“. Die neue Lust an der Zerstörung, so ihre These, sei auch eine Lust an zerstörerischen Gefühlen. Demütigung werde zur politischen Waffe.
 
Um 14.15 Uhr, nach der Mittagspause, spricht Christoph Möllers, Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, über „Strategische oder prinzipiengeleitete Kommunikation: Das Grundgesetz und die Grenzen der Verhandelbarkeit“. In der politischen Kommunikation bedürfe es, so Möllers, zum einen einer emotionalen Distanzierung gerade auch von den Anliegen, die man selbst für besonders wichtig hält, und zum anderen einer genaueren Überlegung, wann rein strategische Reaktionen auf fundamentale Herausforderungen besser geeignet erscheinen, die Auseinandersetzung weiter zu bringen.
 
Das Podiumsgespräch um 15.15 Uhr trägt den Titel „Eine Frage der Form. Von der Kunst der demokratischen Geselligkeit“. Hier wird nach den Manieren des politischen Diskurses gefragt. Welche Sprache ist ihm angemessen, gibt es so etwas wie eine demokratische Kultur hinsichtlich des öffentlichen Umgangs miteinander, und wenn ja, wie sollte diese aussehen? Die Diskutanten sind: Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen, Anatol Stefanowitsch, Professor für Sprachwissenschaft an der Freien Universität Berlin, und Till van Rahden, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Université de Montréal.
 
Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität, hält um 16.30 Uhr den abschließenden Vortrag „Zwei schlechte Hälften ergeben kein Ganzes. Zur Krise der Demokratie“. Die eine Hälfte, so der Co-Sprecher des Clusters, pervertiere die Demokratie, indem sie diese zu einem Herrschaftsinstrument für Gruppen mache, die sich zum wahren Volk erklären, die andere setze auf nationale Lösungen einer politischen Neuordnung der globalen Ökonomie. Die Demokratie, als Praxis der Gerechtigkeit, sei aber nur auf transnationaler Ebene wieder herstellbar.
 
Die Frankfurter Römerberggespräche bestehen seit 1973 in ununterbrochener Folge und sind eine feste Institution der Debattenkultur in Deutschland. Vorsitzender des Trägervereins Römerberggespräche e.V. ist Miloš Vec, Professor für Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Universität Wien und seit 2013 assoziiertes Mitglied des Clusters.
 
Programm:
www.roemerberggespraeche-ffm.de,www.normativeorders.net/de/roemerberggespraeche
 
Informationen:
Gabriele Schmidt, Koordinatorin der Römerberggespräche, Tel.: 0 176 8181 6560,
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Bernd Frye, Pressereferent des Exzellenzclusters, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net/de
 
Aktuelle Nachrichten aus Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft in GOETHE-UNI online (www.aktuelles.uni-frankfurt.de)
 
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz).Internet: www.uni-frankfurt.de
 
Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tagungsthema „Revolution, Reaktion, Restauration“

Auf seiner Jahreskonferenz am 22. und 23. November analysiert der Frankfurter Exzellenzcluster die „Umbrüche normativer Ordnungen“

Pressemittteilung
 
FRANKFURT. Der Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität veranstaltet seine 11. Internationale Jahreskonferenz zum Thema „Revolution, Reaktion, Restauration: Umbrüche normativer Ordnungen“. In der Geschichte der Moderne hat sich die Abfolge häufig als eine Art Kreislauf dargestellt: Auf eineRevolution folgt die Reaktion als unmittelbare Antwort. Wenn der krisenhafte Widerstreit aus Revolution und Reaktion entschieden ist, gibt es zumeist eine Restauration als längerfristige Phase der Konsolidierung und Stabilisierung von Herrschaftsverhältnissen. Die Analyse dieses Dreiklangs und seine mögliche Erklärungskraft für die Gegenwart steht im Mittelpunkt der beiden Konferenztage am 22. und 23. November im Gebäude „Normative Ordnungen“ auf dem Campus Westend.
 
Die programmatischen Begriffe sind nicht nur analytisch schwierig zu fassen – sie implizieren auch eine evaluative Dimension, die nach weitergehender Klärung verlangt: Was zum Beispiel ist revolutionär und was reaktionär? Daneben geht es auf der Konferenz – analog zur Interdisziplinarität des Cluster-Forschungsprogramms – auch darum, welche Erkenntnisse sich für unsere Zeit aus der Betrachtung historischer Umbrüche gewinnen lassen. In welcher Weise und mit welcher Notwendigkeit unterliegen normative Ordnungen auch heute einem ähnlichen Kreislauf? Auf dem Programm stehen drei Panels mit insgesamt neun Vorträgen in englischer und in deutscher Sprache. Hinzu kommt eine Keynote von Jan-Werner Müller, Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Princeton University.
 
Die Konferenz startet mit einem Panel zum Thema „Umbrüche internationaler Ordnungen“, moderiert von Gunther Hellmann, Professor für Politikwissenschaft und Mitglied des Clusters. Hier stehen revolutionäre, reaktionäre und restaurative Herausforderungen internationaler Ordnungen im 19. Jahrhundert und in der Gegenwart im Zentrum der Diskussion.
 
Den Anfang macht Benno Teschke, Experte für Internationale Beziehungen und Professor an der University of Sussex, mit dem Vortrag „Revolution, Restoration & 19th Century International Ordering: Challenges for IR Theory“. Im Fokus stehen geopolitische strategische Interessen im Rahmen der ‚Pax Britannica‘. „Die partikularistische Reaktion gegen multilaterale Institutionen“ heißt das Thema von Armin von Bogdandy, Direktor am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg und Mitglied des Clusters. Er untersucht reaktionäre Angriffe auf internationale Institutionen im Lichte einer Auseinandersetzung mit Carl Schmitts ‚Begriff des Politischen‘. Im Beitrag von Ximena Soley und Silvia Steininger, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Heidelberger MPI, geht es um „Human Rights Courts Under Pressure: Backlash and Resilience in the European and Inter-American Human Rights System“. Analysegegenstand sind Angriffe auf die Autorität internationaler Gerichte.
 
Jan-Werner Müller, der diesjährige Keynote Speaker, gilt aktuell als einer der einflussreichsten politischen Theoretiker. In seinem Vortrag „Democracy and Disrespect“ setzt er sich kritisch mit der These auseinander, wonach eine Ursache für populistische Bewegungen darin liege, dass sich immer mehr Menschen nicht ausreichend respektiert fühlten.
 
Das zweite Panel – dann am 23. November – geht unter dem Titel „Die Revolution und das Volk“ zunächst von dem Befund aus, dass seit den demokratischen Revolutionen der Moderne die Einheit von Souverän, Staat und Volk nicht mehr durch den Körper des Monarchen hergestellt werden könne. Die Frage, wer das Volk sei und wer es repräsentiere, bleibe in Demokratien grundlegend unterbestimmt und umstritten. Die Panel-Moderation hat Martin Saar, Cluster-Mitglied und Professor für Sozialphilosophie.
 
Zu Beginn spricht Dirk Jörke über „Populismus – oder das Ende des liberalen Zeitalters“. Der Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der TU Darmstadt skizziert eine nichtliberalistische Deutung des Populismus, die sich auf marxistische Denkmotive stützt. In seinem Vortrag „Die Möglichkeit der Revolution“ fragt Christoph Menke, Philosophieprofessor und Mitglied des Clusters, nach dem Subjekt, das fähig ist, eine Revolution zu machen. Die Philosophin Sofie Møller, Postdoktorandin am Cluster, lenkt den Blick auf „Hindsight and Foresight in Kant’s Opposition to Revolution“ und damit auf alternative Methoden zur Förderung des politischen Wandels jenseits von Revolutionen.
 
Das dritte und abschließende Panel „Gewalt, Kultur und Politik in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche“ zeigt unter anderem auf, dass die „gerechtere Welt“, für die Revolutionäre eintreten, verschieden interpretiert wird, etwa als politische Gleichheit aller Bürger oder als gottgewollte Ordnung mit fundamentalen Ungleichheiten. Moderator ist Hakim Khatib,wissenschaftlicher Mitarbeiter des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam am Exzellenzcluster.
 
„Terror, Tod, Trauer, Trauma: Die Auseinandersetzung um die Französische Revolution in der Restauration“ heißt das Thema von Gudrun Gersmann. Die Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität zu Köln rekonstruiert, wie die französische Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts die von Gewalt geprägten Erfahrungen der Französischen Revolution zu verarbeiten versuchte. Die Ethnologieprofessorin Susanne Schröter vom Exzellenzcluster referiert über „Islamische Revolutionen – Die Beispiele Syrien und Irak 2014 und Iran 1979“ und vergleicht die Verläufe und die kulturellen, politischen und religiösen Konzepte, die bei den beiden Revolutionen zum Tragen kamen. Schließlich widmet sich Jason Mast, Postdoktorand des Clusters, den „Cultural Codes in Brexit and the 2016 US Presidential Election”. Er analysiert, welche „kulturellen Strukturen“ und Begründungsnarrative die kaum für möglich gehaltene Abkehr von multikulturellen und liberalen Werten befördert haben.
 
Die Konferenz ist presseöffentlich. Eine vorherige Anmeldung wird erbeten – bitte unter:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Informationen: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“:
Rebecca Caroline Schmidt (Geschäftsführerin), Tel.: 069/798-31401,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Bernd Frye (Pressereferent), Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;www.normativeorders.net
 
Programm: www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/jahreskonferenzen
 
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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz).Internet: www.uni-frankfurt.de
 
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70 Jahre Grundgesetz: Religionsfreiheit und Toleranz

Der politische Philosoph Rainer Forst spricht am 4. Dezember in der „Denkraum“-Reihe des Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

FRANKFURT. Die Aktualität des Grundgesetzes steht im Mittelpunkt der laufenden „Denkraum“-Reihe des Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Nach dem viel beachteten Auftakt zum Thema „Würde“ mit dem Rechtsprofessor Günter Frankenberg steht nun ein weiterer Termin mit einem Redner aus den Reihen des Exzellenzclusters auf dem Programm. Am 4. Dezember referiert dessen Co-Sprecher Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie, über „Religionsfreiheit _ Wie viel Toleranz verlangt die demokratische Gesellschaft?“. Die Veranstaltung im Chagallsaal des Schauspielhauses beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt beträgt zehn Euro, ermäßigt acht Euro.
 
Das Schauspiel Frankfurt hat die partizipative Vortrags- und Diskussionsreihe „Denkraum“ in der vergangenen Spielzeit ins Leben gerufen. Das aktuelle Oberthema heißt „Verfassung _ Aber wie?“. Das Grundgesetz trat 1949 in Kraft. Jeweils zusammen mit einem Gast aus dem Bereich Verfassungsrecht, Philosophie, Soziologie, Politik oder Literatur werden im „Denkraum“ zentrale Werte des Grundgesetzes auf den Prüfstand gestellt, abgewogen und das verteidigt, was auch in den nächsten Jahrzehnten unser Zusammenleben sichern soll. Nach jedem Impulsvortrag erhält das Publikum die Möglichkeit, in kleinen Gruppen die Thesen zu diskutieren und Fragen zu formulieren. In einem abschließenden moderierten Gespräch wird der oder die Vortragende mit diesen Fragen konfrontiert.
 
Die Religionsfreiheit gehört, wie die Würde, zu den Grundrechten. Im Grundgesetz findet sie vor allem in Artikel 4 Erwähnung. Ähnliche Normierungen gibt es in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union oder der Europäischen Menschenrechtskonvention. Das Recht auf Religionsfreiheit schützt in einer demokratisch verfassten, kulturell und religiös pluralistischen Gesellschaft die individuelle und kollektive Glaubenspraxis. Dieses Recht bestimmt den Raum der Toleranz, die Bürgerinnen und Bürger wechselseitig aufbringen müssen – gerade dann, wenn es zu Konflikten kommt. Aber wie wird dieses Recht bestimmt? Muss es sich an den Grenzen der Toleranzfähigkeit von Mehrheiten ausrichten, an einer „Leitkultur“ oder „Hausordnung“? Vielleicht lassen sich Maßstäbe dafür finden, das Recht und damit den gebotenen Toleranzraum im Modus öffentlicher Vernunftausübung zu bestimmen. Rainer Forst unternimmt im „Denkraum“ den Versuch dazu.
 
Rainer Forst ist Professor für Politische Theorie und Philosophie und Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er arbeitet zu Fragen der praktischen Vernunft und der Grundlagen der Moral sowie über die Grundkonzepte der normativen politischen Theorie, insbesondere über Gerechtigkeit, Toleranz und Demokratie. Im Jahr 2012 erhielt er den Leibniz-Preis, den höchsten deutschen Forschungspreis. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Seine Werke erscheinen bei Suhrkamp, so auch „Toleranz im Konflikt. Geschichte, Gehalt und Gegenwart eines umstrittenen Begriffs“ und „Normativität und Macht. Zur Analyse sozialer Rechtfertigungsordnungen“.
 
Die nächsten Termine im Überblick:
 
29. Januar 2019:
Meinungsfreiheit _ Wie verändert sich das Kommunikationsklima?
mit Bernhard Pörksen (Universität Tübingen)
 
26. Februar 2019:
Gleichberechtigung _ Was kann das Recht zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen?
mit Ute Sacksofsky (Goethe-Universität, Exzellenzcluster „Normative Orders“)
 
19. März 2019:
Gemeinwohl _ Was bleibt vom Allgemeinen, wenn alle das Besondere wollen?
mit Andreas Reckwitz (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder)
 
2. April 2019:
Privatsphäre _ Wie sind wir geschützt im digitalen Zeitalter?
mit Marina Weisband (ehemalige politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, netzpolitische Beraterin)
 
Schauspiel Frankfurt, Chagallsaal, Neue Mainzer Str. 17, 60311 Frankfurt am Main
Jeweils 20 Uhr, Eintritt: 10 Euro / erm. 8 Euro; www.schauspielfrankfurt.de
 
Detailliertes Programm:
https://www.normativeorders.net/denkraum
 
Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411,Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net
 
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Vortrag: „Molding a diabolical Messiah“

Veranstaltung mit Buchpräsentation und Podiumsdiskussion im Anschluss an das wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“

Pressemitteilung

FRANKFURT. Von Oktober 2017 bis zum Sommer 2018 lief das vielschichtige wissenschaftlich-künstlerische Projekt „Tropical Underground“, veranstaltet vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft gemeinsam mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität. Nun wird die Beschäftigung mit kulturpolitischen Umbrüchen in Brasilien fortgesetzt. Suely Rolnik, Philosophin und Kulturwissenschaftlerin an der Universidade Católica de São Paul, spricht über

„Molding a diabolical Messiah“
am Donnerstag, dem 29. November 2018, um 18 Uhr
im Mousonturm (Studio 1), Waldschmidtstraße 4, 60316 Frankfurt am Main

In ihrem Vortrag nimmt Suely Rolnik die aktuellen politischen Ereignisse in den Blick und fragt, wie es zur Krise der brasilianischen Demokratie kommen konnte und zum Aufstieg des ultrarechten Politikers Jair Messias Bolsonaro. Welche Rolle spielt die mediale Repräsentation und die Selbstinszenierung des selbsternannten „Mythos“? Und was hat das Ganze mit dem rituellen Kannibalismus der Tupi-Völker zu tun? Ausgehend von den in ihrem jüngst erschienenen Buch „Zombie Anthropophagie. Zur neoliberalen Subjektivität“ entwickelten Thesen werden an diesem Abend die jüngsten Ereignisse rekapituliert, analysiert und in einem größeren Zusammenhang verortet. Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion sind der Philosoph Oliver Precht und der Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger.

Suely Rolnik arbeitet auch als Kuratorin und Psychoanalytikerin. Bekannt ist sie zudem durch ihre zahlreichen Publikationen und Übersetzungen, unter anderem mit Felix Guattari („Micropolítica. Cartografias do desejo“). Oliver Precht ist Philosoph und Literaturwissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München und arbeitet als Autor und Übersetzer aus verschiedenen Sprachen. Vinzenz Hediger ist Professor für Filmwissenschaft an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.

Informationen:
Prof. Vinzenz Hediger, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Tel. 069/798-32079, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.tropical-underground.de

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50 Jahre in Bewegung: Wie wichtig ist die Theorie?

Die Bürger-Uni-Reihe zum Thema „1968 und die Folgen“ endet am 6. Dezember mit einer Podiumsdiskussion zur „Exklusivität des Diskurses“

Pressemitteilung

FRANKFURT. „50 Jahre in Bewegung: 1968 und die Folgen“ – so lautet der Titel einer Reihe im Rahmen der Frankfurter Bürger-Universität, die im Sommersemester begonnen hat und nun mit der vierten Podiumsdiskussion ihren Abschluss findet. Nach Aspekten eines demokratischen Aufbruchs, dem Experiment mit neuen Formen der Lebensführung sowie dem Umgang mit der Nazizeit und dem Holocaust geht es nun um die damalige Theoriebeflissenheit und ihre Nachwirkungen in die heutige Zeit. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen zur Podiumsdiskussion
 
„Hauptsache eine Theorie? 1968 und die Exklusivität des Diskurses“
am 6. Dezember 2018 um 19.30 Uhr
in der Stadtbücherei Frankfurt,
Hasengasse 4, 60311 Frankfurt am Main.
 
Der hermetische Sprachgestus der 68er ist legendär und wurde jahrzehntelang liebevoll gepflegt. Dabei entstanden hochabstrakte Sprach- und Diskursformen, die zu einer starken Exklusivität und Herausforderungen bei der gesellschaftlichen Anschlussfähigkeit führten. Andererseits hat gerade diese Liebe zur Theorie allen Versuchungen widerstanden, auf gesellschaftlich-politische Phänomene allzu einfache pragmatische Antworten zu geben und damit in der Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen den wirklichen Kern zugunsten eines evidenten Augenscheins zu verfehlen oder zu kurz zu springen. Der Abend soll sich u.a. der Frage widmen, was von diesem Denken heute noch als zeitgemäß, ja zukunftsweisend bezeichnet werden kann. Oder verdrängt am Ende ein immer dominanter werdender Pragmatismus das Interesse an Theorien schlechthin? Und welche Folgen hätte eine solche Entwicklung?
 
Über diese und weitere Fragen diskutieren: Prof. Philipp Felsch, Kulturwissenschaftler, HU Berlin, Autor von „Der lange Sommer der Theorie“; Prof. Klaus Günther, Jurist und Rechtsphilosoph, Goethe-Universität, Exzellenzcluster Normative Ordnungen; Jürgen Kaube, Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; Dr. Rolf Wiggershaus, Philosoph und Publizist, Autor von u.a. „Die Frankfurter Schule“. Die Moderation übernimmt Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Begrüßen wird der politische Philosoph Prof. Rainer Forst, Goethe-Universität und Co-Sprecher des Exzellenzclusters.
 
Die vierteilige Reihe ist eine Kooperation der Goethe-Universität und dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
 
Weitere Informationen: www.buerger.uni-frankfurt.de
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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de
 
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ERC Consolidator Grant / Verhalten und Erfolg im Arbeitsmarkt besser verstehen

Wirtschaftswissenschaftlerin Nicola Fuchs-Schündeln erhält einen mit 1,6 Mio. Euro dotierten ERC Consolidator Grant

Pressemitteilung

Warum verhalten sich bestimmte Menschengruppen auf dem Arbeitsmarkt auf jeweils eigene Art und Weise? Wodurch erklärt sich ihr unterschiedlicher Erfolg auf dem Arbeitsmarkt? Und welchen Einfluss haben dabei politische Maßnahmen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungsprojekts der Frankfurter Wirtschaftswissenschaftlerin und Leibniz-Preisträgerin Nicola Fuchs-Schündeln. Ermöglichen wird dieses Projekt der Consolidator Grant des European Research Council (ERC), einer der höchstdotierten Preise zur Wissenschaftsförderung der Europäischen Union. Gerade wurde bekannt, dass Fuchs-Schündeln, die derzeit im Forschungssemester in Australien weilt, diesen Preis erhalten wird. Ihr Projekt trägt den Titel „Macro- and Microeconomic Analyses of Heterogeneous Labor Market Outcomes“.

„Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit darf ich Nicola Fuchs-Schündeln zu einer beachtlichen Auszeichnung gratulieren“, kommentiert Uni-Präsidentin Birgitta Wolff die Nachricht. „Nach dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat diese herausragende Wirtschaftswissenschaftlerin nun noch einen ERC Consolidator Grant nach Frankfurt geholt, das ist ein enormer Erfolg. Es zeigt die große Anerkennung, die Fuchs-Schündeln auch international genießt. Wir sind froh, diese Kollegin mit ihrem innovativen Forschungsansatz bei uns zu haben. Sie verbindet in ihren Projekten Makro- und Mikroökonomik und lenkt den Blick auf in der Ökonomie eher ungewöhnliche Fragestellungen – eine große Bereicherung für die wissenschaftliche Diskussion und für die Goethe-Universität.“

Nicola Fuchs-Schündeln ist seit 2009 Professorin für Makroökonomie und Entwicklung an der Goethe-Universität. Am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ ist sie als Principal Investigator beteiligt, ebenso am LOEWE-Zentrum „Sustainable Architecture for Finance in Europe“. 2015/16 war sie für ein Jahr als Gastprofessorin an der Stanford University in Kalifornien. Promoviert wurde Fuchs-Schündeln an der Yale University, und war daraufhin bis zu ihrem Wechsel an die Goethe-Universität an der Harvard University tätig. In Köln hat sie Lateinamerikastudien und Volkswirtschaftslehre studiert.

Wie in ihren anderen Arbeitsschwerpunkten bleibt Fuchs-Schündeln auch im ERC-Projekt „Macro- and Microeconomic Analyses of Heterogeneous Labor Market Outcomes“ ihrem Forschungsstil treu, der makro- und mikroökonomische Methoden verbindet. Die 46-jährige Wissenschaftlerin plant vier Teilprojekte, drei davon nehmen unterschiedliche Verhaltensweisen von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt in den Blick, das vierte befasst sich mit den Unterschieden zwischen armen und reichen Ländern. Als Datengrundlage dienen vor allem die Arbeitsmarktdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Bundesamts für Statistik. Aus den anonymisierten Sozialversicherungsdaten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern lassen sich sowohl individuelle Arbeitsbiographien ablesen als auch die Personalstrategie von Unternehmen.

Eines der Teilprojekte werde der Frage nachgehen, wie sich familienpolitische Neuerungen wie die Einführung von Erziehungszeit und -geld auf den Arbeitsmarkterfolg von Frauen ausgewirkt haben, erläutert Fuchs-Schündeln. Was als familien- und frauenfreundliche Maßnahme gedacht war, könnte zum Teil auch negative Folgen gehabt haben, weil Arbeitgeber zurückhaltender wurden bei der Einstellung und Förderung von Frauen. „Diese möglichen negativen Auswirkungen sind bislang nicht untersucht worden“, so die Forscherin. Doch nicht nur in Deutschland sei man an solchen Erkenntnissen interessiert, denn familienpolitische Maßnahmen werden in vielen Ländern diskutiert und implementiert.

Ein weiteres Teilprojekt wird sich mit dem Phänomen befassen, dass ein wachsender Frauenanteil in einem Berufssegment oft mit einem Absinken des Lohnniveaus einhergeht. „Dafür gibt es verschiedene Erklärungsansätze: Es könnte an einem Prestigeverlust des Berufs liegen – aber auch daran, dass Frauen mehr Wert auf Flexibilität legen und höhere Flexibilität mit einem geringeren Gehalt verbunden ist“, erklärt Fuchs-Schündeln. Als Grundlage dienen hier unter anderem Daten aus Ostdeutschland, wo Frauen stärker in technische Berufe vorgedrungen sind.

All dies wird Fuchs-Schündeln nicht allein erforschen. Mehrere Doktorandinnen und Doktoranden sowie eine Postdoktorandin oder ein Postdoktorand werden in die Projekte eingebunden sein. „Das ist eine sehr datenintensive Forschungsagenda“, so die Wirtschaftswissenschaftlerin. Kandidatinnen und Kandidaten hierfür gebe es in Frankfurt, sagt Fuchs-Schündeln: „Im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften haben wir eine eigene Graduiertenschule mit einem strukturierten Doktorandenprogramm, in dem wir unseren Nachwuchs gemeinsam ausbilden. Das ist eine der großen Stärken der Goethe-Universität.“ Das gesamte Projekt wird bis 2024 mit einer Summe von 1,6 Millionen Euro gefördert.

Der ERC Consolidator Grant reiht sich ein in eine Reihe von Auszeichnungen: Anfang 2018 wurde Fuchs-Schündeln mit dem Leibniz-Preis geehrt, dem renommiertesten deutschen Forschungspreis. 2016 erhielt Fuchs-Schündeln den Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik, den wichtigsten deutschen Ökonomen-Preis. 2010 hatte sie bereits einen Starting Grant des European Research Council erhalten.


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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der zehn drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
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„Wie Demokratien sterben“

Vortrag des Harvard-Professors Daniel Ziblatt am 10. Dezember 2018 am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

FRANKFURT. „How Democracies Die“ heißt das Anfang des Jahres erschienene Buch von Steven Levitsky und Daniel Ziblatt, Politikwissenschaftler an der Harvard University. Nachdem die Originalausgabe bereits auf der Bestsellerliste der New York Times stand, ist die deutsche Übersetzung „Wie Demokratien sterben – Und was wir dagegen tun können“ jetzt mit dem Sachbuchpreis des NDR ausgezeichnet worden. Auf Einladung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität wird Co-Autor Daniel Ziblatt wesentliche Thesen des Buches zur Diskussion stellen in seinem Vortrag

„How Democracies Die“
am Montag, dem 10. Dezember 2018, um 19 Uhr
im Gebäude „Normative Ordnungen“ auf dem Campus Westend,
Max-Horkheimer-Straße 2, 60323 Frankfurt am Main.

Demokratien sterben mit einem Knall oder mit einem Wimmern. Der Knall, also das oft gewaltsame Ende einer Demokratie durch einen Putsch, einen Krieg oder eine Revolution, ist spektakulärer. Doch das Dahinsiechen einer Demokratie, das Sterben mit einem Wimmern, ist alltäglicher – und gefährlicher, weil die Bürger meist erst aufwachen, wenn es zu spät ist. Mit Blick auf die USA, Lateinamerika und Europa zeigt das Buch, woran wir erkennen, dass demokratische Institutionen und Prozesse ausgehöhlt werden, und es sagt, an welchen Punkten wir eingreifen können, um diese Entwicklung zu stoppen. Denn mit gezielter Gegenwehr lasse sich die Demokratie retten – auch vom Sterbebett.

Daniel Ziblatt ist Professor für Regierungslehre an der Harvard University. Er forscht hauptsächlich zu Demokratie und Autoritarismus in Europa. Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte führten ihn u.a. nach Berlin, Köln, Konstanz, München, Paris und Florenz. Die Einführung in den Vortragsabend und die Moderation liegt in den Händen von Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie. Der Vortrag Ziblatts ist der zweite eines an einer amerikanischen Spitzenuniversität lehrenden Politikwissenschaftlers innerhalb kurzer Zeit am Exzellenzcluster. Ende November referierte Jan-Werner Müller von der Princeton University auf der Cluster-Jahreskonferenz unter dem Titel „Democracy and Disrespect“ über den Umgang mit populistischen Strömungen.

Eine Anmeldung ist erforderlich – bitte unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

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Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit Gewalt zum Kriegsverbot?

Fortsetzung der Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ zum Thema Krieg und politische Gewalt am 23. Januar 2019

Pressemitteilung

FRANKFURT. Die Ringvorlesung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, die sich mit dem Wandel von Krieg und politischer Gewalt beschäftigt, wird fortgesetzt. Der nächste Vortragende in der Reihe „The End of Pacification? The Transformation of Political Violence in the 21st Century“ ist Christopher Daase, Professor für Internationale Organisationen an der Goethe-Universität und Mitglied des Exzellenzclusters. Der Politikwissenschaftler spricht über

„Sanktionskriege: Probleme dezentraler militärischer Normdurchsetzung“
am Mittwoch, 23. Januar 2019, um 18.15 Uhr
auf dem Campus Westend, Hörsaalzentrum, Raum HZ 9.

Mit der völkerrechtlichen Ächtung des Krieges im 20. Jahrhundert ist der Krieg nicht verschwunden. Vielmehr entwickelten sich spezifische Rechtfertigungen militärischer Gewalt, darunter der Sanktionskrieg zur Aufrechterhaltung eines internationalen Rechtszustands. Bis heute berufen sich Staaten auf die Notwendigkeit, globale Normen notfalls dezentral militärisch durchzusetzen, um langfristig ein globales Gewaltmonopol zu etablieren und das Kriegsverbot zu verwirklichen. Wie ist diese Erwartung – empirisch und normativ – zu bewerten? Hat sich die Zuversicht (etwa Hans Kelsens) erfüllt, und sind wir auf dem Weg zu einem globalen Gewaltmonopol; oder hat sich die Befürchtung (etwa von Carl Schmitt) bestätigt, Sanktionskriege würden die Kriegführung nur verschärfen?

Im Vortrag werden (1) die theoretischen Positionen zum Kriegsverbot einerseits und zu dezentralen Sanktionskriegen andererseits historisch rekonstruiert; (2) werden die konkurrierenden Erwartungen mit den Ergebnissen der empirischen Kriegsforschung konfrontiert; und (3) wird eine normative Einordnung vorgenommen und nach Stand und Perspektive des liberalen Projektes einer Ächtung des Krieges gefragt.

Christopher Daase gehört zum Organisationsteam der Ringvorlesung. Er ist auch Stellvertretender Leiter des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK). Die HSFK gehört zu den Partnerinstitutionen des Frankfurter Exzellenzclusters.

Die nächsten Termine im Überblick:
(Jeweils Campus Westend der Goethe-Universität, Hörsaalzentrum HZ 9, 18.15 Uhr)

23. Januar 2019
Prof. Christopher Daase, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Sanktionskriege: Probleme dezentraler militärischer Normdurchsetzung

30. Januar 2019
Prof. Matthew A. Evangelista, Cornell University
Disturbing the Peace: How the United States Influences Trends in Global Political Violence

6. Februar 2019
Prof. Stathis N. Kalyvas, University of Oxford
Global Change and Civil Wars

13. Februar 2019
Prof. Jennifer M. Welsh, McGill University, Montreal
Pockets of Barbarism: Internal and External Challenges to the International Humanitarian Order

Informationen:
Dr. Julian Junk, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), 030/206049120, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.hsfk.de
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

Detailliertes Programm:
http://www.normativeorders.net/de/veranstaltungen/ringvorlesungen

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main(siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

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„Wider die Rückkehr des Nationalismus“

Buchvorstellung und Podiumsgespräch mit dem Historiker Norbert Frei am 25. Februar 2019 in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und dem Fritz Bauer Institut

Pressemitteilung

FRANKFURT. In Europa und darüber hinaus gewinnen nationalistische und rechtspopulistische Bewegungen immer mehr an Bedeutung. Der weitere Fortgang der Brexit-Ereignisse und insbesondere die Wahl zum Europäischen Parlament könnten diesen Bewegungen zusätzlichen Auftrieb geben. In der gegenwärtigen Lage will das aktuelle Buch eines Autorenteams mit dem renommierten Historiker Norbert Frei unter Bezug auf die jüngste deutsche Geschichte Position beziehen. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich willkommen bei der Buchvorstellung und Podiumsdiskussion zum Thema

„Zur rechten Zeit: Wider die Rückkehr des Nationalismus“
am Montag, dem 25. Februar 2019, um 19.30 Uhr
in der Deutschen Nationalbibliothek,
Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main.

Die Sehnsucht nach einer „konservativen Revolution“ zieht sich durch die gesamte deutsche Nachkriegsgeschichte. Immer wieder forderten Nationalkonservative und Rechtsradikale die liberale Demokratie heraus. Doch seit der „Flüchtlingskrise“ hat sich die Sprengkraft ihrer Argumente enorm verstärkt: Viele Positionen von AfD, Pegida und der Neuen Rechten sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, und das Verlangen nach einer heilen Geschichte heizt die Stimmung weiter an. Sind das noch diejenigen Deutschen, die glaubten, ihre Vergangenheit mustergültig „bewältigt“ zu haben? In ihrem Buch führen die Autoren vor Augen, was derzeit auf dem Spiel steht – und wie es dazu gekommen ist.

Das Buch „Zur rechten Zeit: Wider die Rückkehr des Nationalismus“ erscheint am 22. Februar bei Ullstein. Geschrieben haben es Prof. Norbert Frei, Dr. Franka Maubach und Dr. Maik Tändler von der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie Dr. Christina Morina vom Duitsland Instituut Amsterdam. Die Autorinnen und Autoren werden bei der öffentlichen Veranstaltung in der Nationalbibliothek auf dem Podium sitzen. Moderatorin ist Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des mitveranstaltenden Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Die Begrüßung übernehmen Prof. Sybille Steinbacher, Mitglied des Exzellenzclusters und Direktorin des Fritz Bauer Instituts an der Goethe-Universität, und Prof. Klaus Günther, Co-Sprecher des Clusters.

Auf Einladung Sybille Steinbachers forscht Norbert Frei zurzeit als Fellow des Exzellenzclusters am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg. Frei ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leiter des Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts. Der Historiker hatte zahlreiche Fellowships und Gastprofessuren inne, so unter anderem an der Harvard University, am Wissenschaftskolleg zu Berlin, am Institute for Advanced Study in Princeton und an der Hebrew University Jerusalem. 2010/11 war er Theodor-Heuss-Professor an der New School for Social Research in New York. Er gehörte mehreren Historikerkommissionen an, etwa der Unabhängigen Kommission zur Erforschung der Geschichte des Hauses Bertelsmann und der 2005 von Joschka Fischer eingesetzten Kommission zur Geschichte des Auswärtigen Amts. Norbert Frei publiziert regelmäßig in deutschen Zeitungen zu aktuellen und zeitgeschichtlichen Themen.

Dr. Franka Maubach ist Historikerin an der Universität Jena und schreibt derzeit an einer Arbeit über die Deutung des »deutschen Sonderwegs«.

PD Dr. Christina Morina lehrt Neuere und Neueste Geschichte Deutschlands in Europa an der Universität Amsterdam.

Dr. Maik Tändler ist Historiker an der Universität Jena und forscht zur Geschichte der intellektuellen Rechten in Deutschland.

Veranstalter der Buchvorstellung mit Podiumsgespräch sind das Fritz Bauer Institut und der Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität, die Ullstein Buchverlage, die Karl-Marx-Buchhandlung und die Deutsche Nationalbibliothek

Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.
Anmeldung erbeten unter: www.dnb.de/veranstaltungfrankfurt  

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

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Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drittmittelstärksten und drei größten Universitäten Deutschlands mit drei Exzellenzclustern in Medizin, Lebenswissenschaften sowie Geistes- und Sozialwissenschaften. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist sie Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main (siehe auch www.uni-frankfurt.de/59086401/rhein-main-allianz). Internet: www.uni-frankfurt.de

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Grundgesetz und Gleichberechtigung

Die Verfassungsrechtlerin Ute Sacksofsky spricht am 26. Februar in der „Denkraum“-Reihe des Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Pressemitteilung

FRANKFURT. Das Grundgesetz ist 70 Jahre alt. Seine unverminderte Aktualität steht im Mittelpunkt der laufenden „Denkraum“-Reihe des Schauspiel Frankfurt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Nach dem Rechtsphilosophen Günter Frankenberg und dem politischen Philosophen Rainer Forst wird nun ein weiteres Mitglied des Exzellenzclusters referieren. Am 26. Februar spricht die Verfassungsrechtlerin Ute Sacksofsky über „Gleichberechtigung _ Was kann das Recht zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen?“ Die Veranstaltung im Chagallsaal des Schauspielhauses beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt beträgt zehn Euro, ermäßigt acht Euro.

Das Schauspiel Frankfurt hat die partizipative Vortrags- und Diskussionsreihe „Denkraum“ in der vergangenen Spielzeit ins Leben gerufen. Das aktuelle Oberthema heißt „Verfassung _ Aber wie?“. Das Grundgesetz trat 1949 in Kraft. Jeweils zusammen mit einem Gast aus dem Bereich Verfassungsrecht, Philosophie, Soziologie, Politik oder Literatur werden im „Denkraum“ zentrale Werte des Grundgesetzes auf den Prüfstand gestellt, abgewogen und das verteidigt, was auch in den nächsten Jahrzehnten unser Zusammenleben sichern soll. Nach jedem Impulsvortrag erhält das Publikum die Möglichkeit, in kleinen Gruppen die Thesen zu diskutieren und Fragen zu formulieren. In einem abschließenden moderierten Gespräch wird der oder die Vortragende mit diesen Fragen konfrontiert.

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, heißt es in Artikel 3 Absatz 2 unserer Verfassung. Über das genaue Verständnis von Gleichberechtigung wird jedoch heftig gestritten. Manche sehen Gleichberechtigung der Geschlechter bereits verwirklicht, befürchten sogar, dass Frauen oder geschlechtliche Minderheiten eine übergroße Rolle einnehmen. Andere hingegen verweisen auf die zahlreichen Bereiche, in denen Frauen immer noch benachteiligt oder nicht annähernd paritätisch vertreten sind; sie fordern, dass mehr für die Gleichberechtigung getan werden müsse. Damit ist die Frage aufgeworfen, was Gleichberechtigung eigentlich bedeutet. Sodann geht es um die Rolle des Rechts bei der Herstellung von Gleichberechtigung. Welche rechtlichen Maßnahmen können Gleichberechtigung fördern – oder umgekehrt gefragt: Welche Rechtsnormen behindern Gleichberechtigung? Diesen Fragen wird Ute Sacksofsky in ihrem Vortrag nachgehen.

Ute Sacksofsky ist Professorin für Öffentliches Recht und Rechtsvergleichung und Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören das Verfassungsrecht und die Geschlechterverhältnisse im Recht. Sie ist Mitglied im Direktorium des Cornelia Goethe Centrums für Frauenstudien und die Erforschung der Geschlechterverhältnisse der Goethe-Universität und Vizepräsidentin des Staatsgerichtshofs des Landes Hessen. Zu ihren einschlägigen Publikationen zählen die Monographie „Das Grundrecht auf Gleichberechtigung. Eine rechtsdogmatische Untersuchung zu Artikel 3 Absatz 2 des Grundgesetzes“ und der Sammelband „Autonomie im Recht – Geschlechtertheoretisch vermessen“ (herausgegeben mit Susanne Baer).

Die anstehenden Termine im Überblick:

26. Februar 2019
Gleichberechtigung _ Was kann das Recht zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen?
mit Ute Sacksofsky (Goethe-Universität und Exzellenzcluster)

19. März 2019:
Gemeinwohl _ Was bleibt vom Allgemeinen, wenn alle das Besondere wollen?
mit Andreas Reckwitz (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder)

2. April 2019:
Privatsphäre _ Wie sind wir geschützt im digitalen Zeitalter?
mit Marina Weisband (ehemalige politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, netzpolitische Beraterin)

Schauspiel Frankfurt, Chagallsaal, Neue Mainzer Str. 17, 60311 Frankfurt am Main
Jeweils 20 Uhr, Eintritt: 10 Euro / erm. 8 Euro; www.schauspielfrankfurt.de

Detailliertes Programm:
www.normativeorders.net/denkraum

Informationen:
Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; www.normativeorders.net

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Konferenz fragt nach den Konturen von Staatsbürgerschaft

3. Goethe-Göttingen Critical Exchange am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität

Pressemitteilung

FRANKFURT. „The Contours of Citizenship” lautet der Titel einer internationalen Konferenz des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit dem Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Sie findet am 15. März im Gebäude „Normative Ordnungen“ auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt.

Wir leben in einer Zeit, in der die Konturen von Staatsbürgerschaft sich verschieben – wie käuflich ist die Zugehörigkeit zu einem Staat, wie religiös „neutral“ sollen und können liberale Gesellschaften sein, und was sind die Bedingungen dafür, dass sich soziale Gruppen nicht von den Institutionen eines Staates ausgeschlossen und entsprechend entfremdet sehen? Diese Fragen werden mit international ausgewiesenen Expertinnen und Experten analysiert und diskutiert.

Die Konferenz geht aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Exzellenzcluster und dem Max-Planck-Institut hervor, den jährlichen, mittlerweile zum dritten Mal stattfindenden „Goethe-Göttingen Critical Exchanges“, organisiert von Ayelet Shachar, Direktorin am Göttinger MPI und dort Leiterin der Abteilung Ethik, Recht und Politik, sowie Rainer Forst, Co-Sprecher des Clusters und Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität.

Die Göttinger Forschungseinrichtung zählt zu den Partnerorganisationen des Frankfurter Exzellenzclusters, dessen Mitglied Ayelet Shachar ist. Die Rechts- und Politikwissenschaftlerin wurde mit dem diesjährigen Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet. Der Leibniz-Preis ist der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland. Die vielbeachteten multidisziplinären Arbeiten Ayelet Shachars zu Staatsbürgerschaft und rechtlichen Rahmenbedingungen in multikulturellen Gesellschaften haben sie, so die Jury, zu einer der führenden Expertinnen auf diesem Gebiet werden lassen. Rainer Forst hatte den Leibniz-Preis 2012 erhalten. Shachar und Forst werden auch zu den Teilnehmenden der Konferenz gehören.

Die Konferenz findet in englischer Sprache statt. Sie steht nach vorheriger Anmeldung auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen.

Das Programm im Überblick:

Friday, 15 March 2019

Goethe University Frankfurt
Building "Normative Ordnungen"
Max-Horkheimer-Str. 2, 60323 Frankfurt am Main

10:00 a.m. – 10:15 a.m.
Opening Remarks (Rainer Forst and Ayelet Shachar)

10:15 a.m. – 12:15 p.m.
"Two Concepts of Alienation"
Speaker: Catherine Lu (McGill University, Montreal)
Comments: Stefan Gosepath (FU Berlin) & Johannes Schulz (Universität Luzern)

13:45 p.m. – 15:45 p.m.
"Who needs Secularism?"
Speaker: Cécile Laborde (Nuffield College, Oxford)
Comments: Martijn van den Brink (MPI-MMG) & Eva Buddeberg (Frankfurt)

16:15 p.m. – 18:15 p.m.
"The Marketization of Citizenship"
Speaker: Ayelet Shachar (MPI-MMG)
Comments: Eszter Kollár (KU Leuven) & Rainer Forst (Frankfurt)

Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Bernd Frye, Pressereferent Exzellenzcluster, Tel.: 069/798-31411, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!; http://www.normativeorders.net/de


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Herausgeberin: Die Präsidentin der Goethe-Universität Redaktion: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR & Kommunikation, Theodor-W.-Adorno-Platz 1, 60323 Frankfurt am Main, Tel: 069 798-13035, Fax: 069 798-763 12531, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Aktuelles

Neuer europäischer Forschungsverbund untersucht ab 2020 Wahlen in Zeiten der Krise demokratischer Ordnungen

Im Rahmen des neuen, von der Europäischen Kommission geförderten Forschungsverbunds „Reconstructing Democracy in Times of Crisis“ analysiert Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, zukünftig die Legitimität von und die Legitimation durch Wahlen in Zeiten der Krise der Demokratie. Mehr...

Denken im Widerspruch

Prof. Dr. Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" zum Gedenken an Theodor W. Adorno aus Anlass seines 50. Todestags. Mehr...

„Noch einmal: Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit" - Vortrag von Jürgen Habermas am 19. Juni 2019. Skript und Aufzeichnung verfügbar

Die Meldung zum Vortrag finden Sie: Hier...
Weitere Informationen (Videoaufzeichnung, Skript und Medienecho) finden Sie: Hier...

"The History of Postmetaphysical Philosophy and the Future of Democracy" - Konferenz zu Ehren von Jürgen Habermas

Am 20. und 21. Juni fand am Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" die Konferenz "The History of Postmetaphysical Philosophy and the Future of Democracy" statt.
Die Meldung zur Konferenz finden Sie hier...
Das Programm und weitere Informationen finden Sie hier...

Nächste Termine

14. und 15. November 2019

Tagung: Materiale Gleichheit. Mehr...

27. November 2019, 18 Uhr

Kantorowicz Lecture in Political Language: Prof. Dr. Christoph Möllers, LL.M (Chicago): Kritik der Wertegemeinschaft oder: Über den Platz der Politik in der politischen Auseinandersetzung. Mehr...

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Daniel Fairfax
Lecture & Film "Jia Zhangke: Kino der Transformation"

Making Sense of the Long 1989

Prof. Ivan Krastev
Diskussion mit Prof. Gunther Hellmann
Moderation: Rebecca C. Schmidt und Uwe Berndt
47. Römerberggespräche "30 Jahre nach dem Mauerfall – mehr Aufbruch wagen!"

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