Die Normativität formaler Ordnungen und Prozeduren in der Antike und im Mittelalter: Mathematische und rechtliche Regelsysteme im Vergleich

Konferenz

17. bis 19. März 2015

Systeme von Rechtsnormen (Verfassungen, Rechtssammlungen, juristische Lehrtexte) und mathematische Satz- oder Regelsysteme stellen beide formale Ordnungen dar, deren Wert in bestimmten rechts- und wissenschaftstheoretischen Perspektiven gerade darin liegt, dass sie eine hohe innere Kohärenz besitzen, welche deduktive Ableitungen ermöglichen kann und in ihrer Anwendung auf konkrete Probleme eindeutige Entscheidungen (Problemlösungen) erstrebt. Auf beiden Seiten wird das Bestehen dieser formalen Ordnung durch gewisse übergeordnete (Meta-)Normen geprägt, die den Aufbau und die Anwendung des Normen- bzw. Regelsystems leiten. Die Orientierung an solchen Meta-Normen, die einem formalen Verständnis von rechtlichen und mathematischen Ordnungen und Prozeduren zugrunde liegen, ist auf den ersten Blick ein charakteristisches Kennzeichen eines spezifisch modernen Rechts- und Mathematikverständnisses.

Allerdings zeigt sich schon beim Blick auf sehr frühe Stadien schriftlich verfasster rechtlicher und mathematischer Systeme und Verfahren, dass der Aufbau formaler Ordnungen in diesen beiden (und in der Tat weiteren) Bereichen eine historisch frühe Errungenschaft mindestens mancher (wenn nicht gar aller) Schriftkulturen war. Die Herausbildung, aber auch die historische und kulturelle Variation jener Meta-Normen, die sich auf den Aufbau und die Anwendung formaler Ordnungen und Prozeduren in Recht und Mathematik beziehen, kann (und
muss) daher als ein historischer Prozess de longue durée verstanden werden. Den Anfang dieses Prozesses in den antiken Hochkulturen und im islamischen Mittelalter besser zu verstehen ist das Ziel dieser Tagung.

Organisation und Konzeption:
Daliah Bawanypeck, Annette Imhausen (Warner), Guido Pfeifer, Petra Schmidl

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend
Max-Horkheimer-Str. 2
Gebäude "Normative Ordnungen", EG 01

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

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Programm (pdf): Hier...


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Am 17. April 2021 erscheint der Sammelband „Normative Ordnungen“ im Suhrkamp Verlag. Herausgegeben von den Clustersprechern Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, bietet das Werk einen weit gefassten interdispziplinären Überblick über die Ergebnisse eines erfolgreichen wissenschaftlichen Projekts. Mehr...

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Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist seit je her ein integraler Bestandteil des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“. Das 2017 neu strukturierte, verbundseigene Postdoc-Programm bietet die besten Bedingungen zu forschen und hochqualifizierte junge Wissenschaftler*innen zu fördern. Zum Erfahrungsbericht: Hier...

„Symposium on Jürgen Habermas’ Auch eine Geschichte der Philosophie“ herausgegeben von Rainer Forst erschienen

Als jüngste Ausgabe der Zeitschrift "Constellations: An International Journal of Critical and Democratic Theory" ist kürzlich das „Symposium on Jürgen Habermas, Auch eine Geschichte der Philosophie“ herausgegeben von Prof. Rainer Forst erschienen. Mehr...

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23. September 2021, 18.30 Uhr

Kontrovers: Aus dem FGZ: Moralismus in analogen und digitalen Debatten: Eine Gefahr für die Demokratie? Mehr...

4. Oktober 2021, 19.30 Uhr

StreitClub des FGZ-Standort Frankfurt: „Grenzen der Meinungsfreiheit“. Mit Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (FGZ, Goethe-Universität), Prof. Dr. Dr. Michel Friedman (Frankfurt UAS), Prof. Dr. Christian Schertz (Technische Universität Dresden) und Florian Schroeder (Kabarettist). Mehr...

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Moderation: Regina Schidel (Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität)
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