Auf Leben und Tod. Über das (Un-) Recht zu töten


Vortrag im Rahmen von Nous n'avons pas besoin de tuer... Neoninstallation von Laura J Gerlach, Luminale 2016, 13. bis 18. März 2016

17. März 2016, 19 Uhr

Prof. Dr. Klaus Günther
, Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Fotografie Forum Frankfurt
Braubachstraße 30–32
60311 Frankfurt am Main

Fast jeder absichtliche Tötungsakt wird von einer rechtfertigenden Erzählung begleitet. Die Frage nach dem „Warum?“ sucht nach Gründen, aus denen sich irgendein Recht folgern ließe, das den Tod verständlich, gerechtfertigt erscheinen lässt. In archaischen Erzählungen kommt der Tod überhaupt nur in die Welt, weil eine Verfehlung bestraft werden muss. Blut muss mit Blut, Leben mit Leben vergolten werden. Wenn Strafe im Töten besteht, dann kann auch der Tod eine Strafe sein. Dieser mythische Zusammenhang findet seit jeher vielfältige, auch künstlerische Darstellungsformen. Explizit ist er heute noch in der Todesstrafe, ein symbolischer Rest davon scheint implizit in jeder Strafe, in der absichtlichen Zufügung von Übel und Schmerz, auch noch in der sozialen Isolation durch Freiheitsentzug, anwesend zu sein. Aber auch jenseits der individuellen Bestrafung eines einzelnen Verbrechens spielt das Motiv des ausgleichenden Todes/Tötens eine wichtige Rolle. Wie viele Kriege wurden und werden geführt, wie viele Revolutionen richteten und richten ein Blutbad an, um ein tatsächliches oder vermeintliches Unrecht zu vergelten und das Leben schützende und erhaltende Recht wiederherzustellen? Der Vortrag geht dieser wirkungsmächtigen, aktuell durch Bilder, Videoclips und andere Medien noch verstärkten Verquickung von Recht und Unrecht des Tötens nach, um nach Möglichkeiten ihrer Auflösung zu suchen.

Video:

Audio:

 

Bildergalerie:

  • Prof. Dr. Klaus Günther, Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" und Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Fotografie Forum Frankfurt
  • Sabine Seitz, Geschäftsführerin des Fotografie Forum Frankfurt
  • Sebastian Läßle, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

 

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" mit Galerie Marion Meyer, Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, Stadt Offenbach am Main

Mit freundlicher Unterstützung von Main Licht GmbH


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Moderation: Regina Schidel (Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität)
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