Deutscher Bund und innere Nationsbildung im Vormärz (1815–1848)

Historisches Kolleg München

Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Alfons-Goppel-Str. 11
80539 MÜNCHEN
Telefon (089) 23031-1151
Telefax (089) 23031-1245

Tagung

10. Oktober 2017, 9.30 bis 21.00 Uhr

Der 1815 gegründete Deutsche Bund bildete bis 1866 den föderativen Rahmen deutscher Staatlichkeit. Er verstand sich dabei nicht nur als eine Allianz zur Wahrung der inneren und äußeren Sicherheit der in ihm vereinten Staaten, sondern auch als ein „nationales Band“. Im Gegensatz zu der immer wieder thematisierten Repressionspolitik des Bundes gegen die libe-rale und nationale Bewegung ist sein Beitrag zur inneren Nationsbildung insbesondere für die Zeit des Vormärz von der Forschung bislang kaum in den Blick genommen worden. Dabei spielte der Bund auch hier eine wichtige Rolle, etwa bei der Harmonisierung rechtlicher, wirt-schaftlicher und politischer Strukturen, bei der Entstehung überstaatlicher Expertenkulturen und bürokratischer Eliten sowie auch bei kulturnationalen Initiativen. Die Tagung möchte daher die Ansätze, Reichweiten und Grenzen dieser Initiativen ausloten und den Deutschen Bund als politischen Akteur in einer sich rasch wandelnden Gesellschaft neu verorten.
Die Tagung steht im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt „Gesellschaftliche Erwar-tungen und bürokratische Experten: Die Kommissionen und Ausschüsse des Deutschen Bun-des als Foren politischer Aushandlungsprozesse (1816–1848)“, das seit 2016 mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Müller durchge-führt wird.
Eine Veranstaltung der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissen-schaften im Historischen Kolleg, Kaulbachstraße 15, 80539 München, in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Herausbildung Normativer Ordnungen und dem Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Programm:

09:30 – 10:00 Uhr
Begrüßung Prof. Dr. Gerrit Walther (Wuppertal),

Einführung Prof. Dr. Jürgen Müller (Frankfurt/M.) Der Deutsche Bund als nationales Band. Anspruch und Realität

10:00 – 10:45 Uhr
Prof. Dr. Reinhard Stauber (Klagenfurt)
Der Deutsche Bund als föderative Ordnung in der Mitte Europas:
Möglichkeiten und Chancen aus der Perspektive von 1814/15

11.00 – 11:45 Uhr
Dr. Eckhardt Treichel (Frankfurt/M.)
Die Kommissionen des Deutschen Bundes und ihre Tätigkeit in den Jahren 1816–1823

12:00 – 14:00 Uhr Mittagspause

14:00 – 14:45 Uhr
Dr. Marko Kreutzmann (Jena)
Die Kommissionen des Deutschen Bundes als Foren von Aushandlungs-prozessen zwischen Bürokratie und Gesellschaft
(1816–1848)

14.45 – 15:30 Uhr
Dr. Paul Kahl (Göttingen)
Kulturelle Nationsbildung im Deutschen Bund: Das Weimarer Goethe-haus als Nationalmuseum
    
15.30 – 16.00 Uhr Kaffeepause

16.00 – 16.45 Uhr
Dr. Andreas Hofmann (München)
Zwischenstaatliche Wissenschaftskommunikation und Wissenschafts-politik im Deutschen Bund 1815–1848

An die Vorträge schließt sich jeweils eine Diskussion an.

19:00 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag
Prof. Dr. Andreas Fahrmeir (Frankfurt/M.)
Innere Nationsbildung im 19. Jahrhundert. Der Deutsche Bund im internationalen Vergleich

Im Anschluss Empfang

Weitere Tagungsteilnehmer/innen:

1. Prof. Dr. Sabine Freitag (Bamberg)
2. Prof. Dr. Hans-Werner Hahn (Jena/Aßlar)
3. Prof. Dr. Wolf D. Gruner (Rostock)
4. Isabella Heil, wissenschaftliche Hilfskraft (Frankfurt/M.)
5. Dr. Bärbel Holtz (Berlin)
6. Dr. Markus Mößlang (München/London)
7. PD Dr. Torsten Riotte (Frankfurt/M.)
8. Prof. Dr. Andreas Schulz (Berlin)
9. Prof. Dr. Wolfram Siemann (München)
10. Dr. des. Jean-Conrad Tyrichter (Frankfurt/M.)

Veranstalter:
Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"


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