Globalisten: Das Ende der Imperien und die Geburt des Neoliberalismus

Buchvorstellung mit Vortrag von Quinn Slobodian

28. November 2019, 19 Uhr

Buchvorstellung mit Vortrag von Prof. Quinn Slobodian (Associate Professor of History, Wellesley College) und anschließender Diskussion.
Moderation: PD Dr. Thomas Biebricher (Postdoktorand am Forschungsverbund "Normative Ordnungen" an der Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend, HZ13
Frankfurt am Main

Die Veranstaltung ist öffentlich. Der Eintritt ist frei

Der Neoliberalismus gilt vielen seiner Klischee-Kritiker als marktfundamentalistisches Projekt, das den Staat aushöhlen und das rational-nutzenmaximierende Subjekt inthronisieren möchte. In seinem neuen Buch Globalisten zeigt der Historiker Quinn Slobodian, das diese Vorstellung mindestens zu kurz greift, wenn sie nicht sogar grundlegend falsch ist.
Slobodian zeichnet nach, wie eine Strömung des neoliberalen Denkens, die er als die Genfer Schule bezeichnet, keineswegs nur über die Deregulierung national verfasster Märkte nachdachte, sondern vielmehr Überlegungen nachging, die auf eine umfassende, globale Ordnung abzielten. Im Rahmen der jeweiligen Entwürfe einer solchen Ordnung ging es um eine transnationale Verfassung von Märkten, die durch eine konsequente rechtliche Umrahmung vor den Eingriffen (demokratischer) Nationalstaaten und anderer Akteure geschützt werden sollten.
Slobodian gelingt so eine ‚neue‘ Geschichte des Neoliberalismus im Kontext zusammenbrechender Kolonialreiche, die zum einen dadurch besticht, dass hier erstmals die (post-)koloniale Dimension des neoliberalen Projekts ausdrücklich in den Blick genommen wird, und zum anderen insofern immense Aktualität erlangt, als die derzeitigen Debatten über Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA ebenso als Teil der Agenda des ‚Genfer Neoliberalismus‘ problematisierbar werden wie auch die anhaltende Diskussion über die Auswirkungen der Globalisierung sowie vermeintliche Gegenstrategien bis hin zum ökonomischen Nationalismus der USA unter Präsident Trump.
Globalisten: Der Untergang der Imperien und die Geburt des Neoliberalismus ist soeben in deutscher Übersetzung in der Edition Suhrkamp erschienen. Die englische Originalausgabe wurde kürzlich mit dem George Louis Beer-Preis der American Historical Association für das beste Buch im Bereich europäisch-internationaler Geschichte ausgezeichnet.

Organisation: PD Dr.Thomas Biebricher (Postdoktorand am Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main)

Veranstalter:
Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main


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