Polizey

Eine Veranstaltungsreihe im Rahmen des Ausstellungsprojekts „Ohnmacht als Situation. Democracia, Revolutie & Polizey“ (13. Juni - 4. August 2013) in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“

Der Erhalt einer politischen Ordnung und die Durchsetzung ihrer Gesetze bedarf offenbar immer einer Organisation, auf die im Zweifelsfall zurückgegriffen werden kann. Bis heute heißt diese Organisation ›Polizei‹. Jeder kennt sie – oder zumindest ihre Erscheinungsweise. Doch ein paar Uniformierte allein machen noch keine Polizei. Die polizeilichen Praktiken der Prävention, Kontrolle und Strafverfolgung durchziehen, ob sichtbar oder verdeckt, nahezu alle Bereiche der Gesellschaft. Die Geschichte der modernen Polizei und die Anpassung polizeilicher Arbeit an die jeweiligen historischen Bedingungen zeigen ihre starke Verbindung zu gesellschaftlichen Verhältnissen. Die Polizei prägt nicht nur das politische, soziale und rechtliche Zusammenleben, sondern auch den Selbstbezug jedes Einzelnen, von den Gewohnheiten des Alltags bis zum Ausdruck politischen Willens.
Was sind die Voraussetzungen dafür, dass sich die Polizei als diese Instanz der Gesellschaft etabliert? Wer ist die Polizei? Wer ruft sie, wer stellt sich ihr entgegen und wer ergreift solche Arbeit aus welchen Gründen zum Beruf? Subjektive Erfahrungen mit der Polizei sowie die tägliche Polizeiarbeit können gleichermaßen Fragen nach der gesellschaftlichen Rolle und Funktion der Polizei aufwerfen. Zum Gegenstand der Kritik wird sie jedoch nicht erst sobald sie ihre Aufgaben bisweilen verfehlt und z.B. Unsicherheit unnötig schürt oder ihren Zuständigkeitsbereich überschreitet. Der doppelte Sinn des Wortes ›Gewalt‹ eröffnet auch die beunruhigende Frage danach, ob der Polizei stets ein Moment innewohnt, das niemals hinreichend zivilisiert werden kann. Damit steht dann die Legitimierung der Polizei als staatliches Mittel zur Durchsetzung der bestehenden Ordnung auf dem Spiel.

Der dritte Teil des Ausstellungsprojekts „Ohnmacht als Situation. Democracia, Revolutie & Polizey“ ist eine Veranstaltungsreihe, die sich diesen Fragen und Themen in unterschiedlichen Formaten nähert. Sie umfasst Künstlergespräche, Podiumsdiskussionen, Vorträge, Performances und Filmvorführungen. Konzeption: Felix Trautmann, M.A., Doktorand am Institut für Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Stipendiat des NFS Bildkritik (eikones) der Universität Basel.

(Pressetext des Frankfurter Kunstvereins)

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