Meaningful Action. Critical Perspectives on the Criminal Liability System

Vortrag im Rahmen des Dienstagsseminars des Instituts für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie

13. November 2018, 16.15 Uhr

Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Raum 5.01
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Max-Horkheimer-Str. 2
60629 Frankfurt am Main

Paulo César Busato (Professor an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der staatlichen Universität Paraná, Brasilien)

Der Vortrag skizziert, was eine im Anschluss an die Sprachphilosophie des späten Wittgenstein entwickelte Konzeption der ›Handlung‹ für die Strafrechtstheorie leisten kann. Dafür werden drei Thesen entfaltet:
1) Nachdem sich ein ontologisches Konzept der ›Handlung‹ als eine wenig tragfähige Grundlage der Strafrechtstheorie erwiesen hat, wurde in der Forschung das System strafrechtlicher Zurechnung derart gedacht, dass nicht nur seine ontologische Fundierung verworfen, sondern – mit ihr – auch der Gebrauch eines jeglichen Konzeptes von ›Handlung‹ als eines seiner möglichen Grundbestandteile Preis gegeben wurde.
2) Demgegenüber soll gezeigt werden, dass es sehr wohl möglich ist, ein System strafrechtlicher Verantwortlichkeit mit der ›Handlung‹ als zentralem Element zu entwerfen, sofern wir ›Handlung‹ als einen Ausdruck von Bedeutung verstehen.
3) Indem wir ›Handlung‹ derart sprachphilosophisch fundiert verstehen, können wir eine kritische Perspektive auf das System strafrechtlicher Verantwortlichkeit zur Verfügung stellen und dies gerade an den Punkten, an denen ontologische Konzepte von Handlung nichts anzubieten haben.

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Veranstalter:
Institut für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie zusammen mit dem Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"


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