Arbeit und Anerkennung

Anmerkungen zu einem grundlegenden Verhältnis

13.Dezember 2010, 19.30 Uhr

Frankfurter Rundschau / Depot Sachsenhausen / Karl-Gerold-Platz 1 / Frankfurt am Main

Was bedeutet Arbeitsgerechtigkeit? Axel Honneth erarbeitet in seiner Theorie der Anerkennung eine differenzierte Konzeption des Guten bzw. gelingender Identitätsbildung. Elementar in seinem Ansatz sind die drei Dimensionen sozialer Anerkennung: Liebe, rechtliche Gleichbehandlung und soziale Wertschätzung, die ausschlaggebend sind für ein gutes Leben. Die gesellschaftliche Grundstruktur kann daraufhin geprüft werden, ob sie ihren Mitgliedern ein gutes Leben ermöglichen kann oder aber, ob grundlegende Anerkennungsdefizite bestehen. In dem besonderen Fall der Arbeitsbeziehungen könnten sich Anerkennungsdefizite aus der gesellschaftlichen Geringschätzung bestimmter Berufsfelder – wie Altenpflege, Hausarbeit oder Servicebereich – ergeben. In der Moderne sieht Honneth die Anerkennungsform der sozialen Wertschätzung jedoch nicht mehr gewährleistet. Dafür verantwortlich macht er die fehlende Organisation der Berufsfelder in solidarische Gruppen, die sich auf gemeinsame ehrbare Werte geeinigt haben, und fragt: „Wie müsste die Kategorie der gesellschaftlichen Arbeit im Rahmen einer Gesellschaftstheorie einbezogen werden, damit sie eine nicht bloß utopische Perspektive auf qualitative Verbesserungen eröffnet?“

Der Referent
Axel Honneth ist Professor für Sozialphilosophie und Geschäftsführender Direktor des Institutes für Sozialforschung.

Moderation: Dr. Christian Schlüter (FR)


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Podiumsgespräch im Rahmen der Ausstellung "Antonio de Campos – Konzepte für Zaha Hadid"

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