Frankfurter Stadtgespräch X

Prof. Michael Sievernich SJ im Gespräch mit Prof. Thomas M. Schmidt

Moderation: Bernd Frye


Frankfurter Kunstverein, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44, Frankfurt am Main

Eintritt frei

Veranstalter:
Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kunstverein

 Gibt es wirklich eine Rückkehr der Religionen? Zumindest in Europa scheint die Zahl der weltanschaulich Indifferenten – ob nun mit oder ohne Kirchenmitgliedschaft – eher zu steigen. Trotzdem sind Themen der Religion so präsent wie selten zuvor. In den Medien pendeln sie zwischen Religionskritik und Sonderausgaben zur Papstwahl. Doch was sagen diese Befunde über die Bedeutung der Religion – zumal in einer pluralistischen Gesellschaft? Mit Überschriften wie „Frankfurt bleibt ein bisschen Papst“ wurde Prof. Michael Sievernich zu seinen Begegnungen mit Pater Jorge Mario Bergoglio befragt. Der Jesuit, u. a. ehemaliger Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt, ist Experte für Religion in der späten Moderne. Bei dem mittlerweile zehnten Stadtgespräch diskutiert er mit Prof. Thomas M. Schmidt, Goethe-Universität Frankfurt am Main und Angehöriger des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Schmidt fragt als Religionsphilosoph auch nach dem Vernunftanspruch und dem angemessenen Ort von Religion in einem weltlich geprägten Gemeinwesen.

Michael Sievernich SJ ist emeritierter Professor für Pastoraltheologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Honorarprofessor für Pastoraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main, der er von 1996 bis 2000 auch als Rektor vorstand. Mehrere Studienaufenthalte und Gastdozenturen führten den Jesuiten nach Lateinamerika. Dort hatte er bereits Anfang der 1980er Jahre den heutigen Papst kennengelernt. Ein Wiedersehen gab es einige Jahre später, als Pater Jorge Mario Bergoglio seinerseits einige Monate zu Studienzwecken in Sankt Georgen verbrachte. Als Forschungsschwerpunkte bearbeitet Pater Michael Sievernich u. a. Interkulturelle Theologie und den Umgang mit religiöser Vielfalt. Zu seinen Publikationen gehören (als Mitherausgeber) der Sammelband „Aufbruch in die Urbanität – Theologische Reflexionen kirchlichen Handelns in der Stadt“ (2013) und der Aufsatz „Zukunft der Kirche in der religiösen Landschaft der Gegenwart – Herausforderungen und Chancen“ (2011).

Thomas M. Schmidt ist Professor für Religionsphilosophie am Fachbereich Katholische Theologie und kooptierter Professor am Institut für Philosophie der Goethe-Universität. Als Angehöriger des Exzellenzclusters leitet er u. a. das Forschungsprojekt „Religiöse Überzeugungen in normativen Ordnungen“. Vor seiner Berufung nach Frankfurt lehrte Schmidt als Assistenzprofessor für Philosophie an der California State University in Long Beach. Er hatte Gastprofessuren an der St. Louis University (2001) und an der University of Washington, Seattle (2004) inne. Der Religionsphilosoph ist Hauptantragsteller des DFG-Graduiertenkollegs „Theologie als Wissenschaft“; er war Fellow am Helsinki Collegium für Advanced Studies (2009) und am Max-Weber-Kolleg (2011-2012). Zu seinen Publikationen gehören (als Mitherausgeber) die Sammelbände „Religion in der pluralistischen Öffentlichkeit“ (2008) und „Moderne Religion? Theologische und religionsphilosophische Reaktionen auf Jürgen Habermas“ (2009) sowie der Aufsatz „Vernünftiger Pluralismus – irrationaler Glaube? Säkularisierung und die Zukunft der Religion“ (2011).

Bernd Frye ist Pressereferent am Exzellenzcluster. Der Journalist, lange Zeit vor allem für den Hörfunk tätig, hat sich in der Wissenschaftskommunikation auf Themen der Geistes- und Sozialwissenschaften spezialisiert.

Zum Artikel: "Im Sinne einer Solidarität im Diesseits" - zur Rolle der Religion in pluralistischen Gesellschaften











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Bis Ende September 2020

In der Goethe-Universität finden mindestens bis Ende September 2020 keine Präsenzveranstaltungen statt. Das Veranstaltungsprogramm des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" wird ebenfalls bis auf Weiteres ausgesetzt.

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