Frankfurter Stadtgespräch VI

Wachstum ohne Ende?
Zur Ökonomie des Mehr

30. Juni 2011, 20 Uhr

Mit der Finanz- und Klimakrise hat sich das ökonomische Denken gewandelt. In Theorie und Praxis der Volkswirtschaft allerdings bleibt das Paradigma des Wirtschaftswachstum bislang mehr oder weniger unberührt. Fragen wir also einmal nach: Welchen Wachstumsbegriff legen wir zugrunde? Brauchen wir Wirtschaftswachstum? Und wenn ja in welchen Bereichen? Und lässt sich Wachstum mit Ökologie in Einklang bringen?

Das 6. Staaltdtgespräch bietet mit dem Wirtschaftsethiker Prof. Hans Christoph Binswanger (Universität St. Gallen), dem Ökonomen Dr. Toni Föllmi, ehemaliger Direktor der Schweizerischen Nationalbank Basel, und dem Wirtschaftswissenschaftler Prof. Bertram Schefold vom Frankfurter Exzellenzcluster ein hochrangiges Podium, das kompetent und kontrovers zum Thema diskutieren wird.

Die Gesprächspartner:

Prof. Hans Christoph Binswanger (*1929) ist emeritierter Wirtschaftswissenschaftler und zuletzt an der Universität St. Gallen tätig gewesen. Er ist als nicht-marxistischer Wachstumskritiker bekannt. Auf ihn geht die Idee einer ökologischen Steuerreform zurück.

Prof. Bertram Schefold (*1943) ist Professor für Wirtschaftslehre insbesondere Wirtschaftstheorie. Er studierte ursprünglich Mathematik, Theoretische Physik und Philosophie und wandte sich dann der Wirtschaftswissenschaft zu. Seit 1980 beschäftigte er sich viel mit ökonomischer Theorie aber auch mit Umweltpolitik und Energieanalyse.

Dr. Toni Föllmi (*1938) war von 1985 bis 2003 Direktor der Schweizerischen Nationalbank Basel. Seit langem beschäftigt er sich mit wirtschaftsethischen Fragen. Dabei geht es ihm vor allem um Geldpolitik und wie sich eine gerechte Verteilung des erwirtschafteten Wohlstandes gestalten ließe.

Peter Siller (* 1970) ist Scientific Manager des Exzellenzclusters „Formation of Normative Orders“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zuvor war er Leiter der Abteilung Inland der Heinrich-Böll-Stiftung und Mitglied des Planungsstabes im Auswärtigen Amt. Studium der Rechtswissenschaften und der Philosophie. Er ist außerdem Gründer und leitender Redakteur der Zeitschrift „polar“, die halbjährlich im Campus-Verlag erscheint (www.polar-zeitschrift.de). Zahlreiche Veröffentlichungen zu politischer Philosophie und Praxis, u.a. „Rechtsphilosophische Kontroversen der Gegenwart“ (1999), „Politik als Inszenierung“ (2000), „Zukunft der Programmpartei“ (2002), „Arbeit der Zukunft“ (2006), „Politik der Gerechtigkeit“ (2009).

Bildergalerie:

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