Panel II: Rechtfertigungsnarrative in internationalen Verhandlungsprozessen

13.11.2009, 14.00 – 16.00 Uhr, Casino – Cas 823 Festsaal

Das Panel widmet sich Rechtfertigungsnarrativen aus politikwissenschaftlicher Perspektive. Dr. Pleuger verfügt wie kaum ein anderer über praktische Erfahrungen mit Rechtfertigungsnarrativen in internationalen Verhandlungen, sei es im Vorfeld des Irak-Krieges oder bei den Auseinandersetzungen um einen Ständigen Sitz der Bundesrepublik im Sicherheitsrat. Das Panel wird mit einem Beitrag von Prof. Dr. Klaus Dieter Wolf eingeleitet. Kommentiert wird der Vortrag von Dr. Pleuger von Prof. Nicole Deitelhoff, die sich mit den normativen Wirkungen multilateralen Verhandelns befassen wird.

Prof. Klaus Dieter Wolf

Einführung

Klaus Dieter WolfKlaus Dieter Wolf ist seit 1992 Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen am Institut für Politikwissenschaft der Technischen Universität Darmstadt und einer der Principal Investigators des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Seine Forschungsschwerpunkte bilden Fragen der Effektivität und Legitimität des grenzüberschreitenden Regierens unter besonderer Berücksichtigung der Rolle privater Akteure. Professor Wolf ist seit 2005 Programmbereichsleiter und seit 2007 stellvertretender Direktor an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Neuere Veröffentlichungen: Die UNO. Geschichte, Aufgaben, Perspektiven 2005, Die neuen Internationalen Beziehungen. Forschungsstand und Perspektiven in Deutschland (Hrsg. zusammen mit Gunther Hellmann und Michael Zürn) 2003.

Dr. Gunter Pleuger

Die normativen Wirkungen multilateralen Verhandelns

Gunther PleugerGunter Pleuger studierte in Köln und Bonn Rechtswissenschaften und Politikwissenschaften an der ENA in Paris. 1966 Promotion zum Dr. jur. 1969 trat er in den Auswärtigen Dienst ein und wurde im darauf folgenden Jahr bei der deutschen UN-Vertretung in New York eingesetzt. Nach verschiedenen Stationen, unter anderem als Leiter der Menschenrechtsabteilung im Auswärtigen Amt und von 1998 bis 2002 als Staatssekretär, übernahm er 2002 die Leitung der deutschen Vertretung bei der UN. Hier vertrat er Deutschland unter anderem im Weltsicherheitsrat, in dem Deutschland für die Zeit von 2003 bis 2004 nicht-ständiges Mitglied war. Im Herbst 2000 war er der deutsche Verhandlungsführer bei der EU-Konferenz in Nizza. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Pleuger zu Zeiten der Auseinandersetzung über den Irak-Konflikt, da er die Position Deutschlands, das zu dieser Zeit den Vorsitz des UNO-Sicherheitsrates innehatte, in zahlreichen Stellungnahmen im Sicherheitsrat vertrat. Zuletzt bemühte er sich zusammen mit den anderen sog. G4-Staaten um eine UNO-Reform und im Zuge dessen um einen ständigen Sitz Deutschlands im Weltsicherheitsrat. Am 9. Juli 2008 wurde Gunter Pleuger vom Senat der Europa-Universität Viadrina zum Präsidenten der Universität gewählt. Er trat zum 1. Oktober 2008 die Nachfolge von Gesine Schwan an.

Prof. Nicole Deitelhoff

Politische Praxis und politische Analyse. Ein Kommentar

Nicole DeitelhoffNicole Deitelhoff, Jahrgang 1974, studierte Politikwissenschaft, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der TU Darmstadt und absolvierte einen Masterstudiengang Political Science an der State University of New York at Buffalo. Im Jahr 2004 promovierte sie an der TU Darmstadt mit einer Arbeit über Überzeugungsprozesse in der internationalen Politik. Es folgten Positionen an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung sowie am Zentrum für interdisziplinäre Technikforschung der TU Darmstadt. 2008 bekleidete Deitelhoff eine Vertretungsprofessur am Institut für Interkulturelle und Internationale Beziehungen der Universität Bremen sowie eine Forschungsprofessur am dortigen Sonderforschungsbereich „Staatlichkeit im Wandel“. Neuere Publikationen: The Parliamentary Control of European Security Policy, RECON Report No. 3/2008 (Hrsg. zusammen mit Dirk Peters und Wolfgang Wagner); Ohne private Sicherheitsanbieter können die USA nicht mehr Krieg führen - Die Privatisierungsdimension der RMA, in: Jan Helmig (Hg.)/ Niklas Schörnig (Hg.), Die Transformation der Streitkräfte im 21. Jahrhundert. Militärische und politische Dimensionen der aktuellen "Revolution in Military Affairs", Studien der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (Bd. 54), Frankfurt/M. 2008, 165-184.


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