Panel III: Menschenrechte als Rechtsfertigungsnarrative?

13.11.2009, 16.30 – 18.30 Uhr, Casino – Cas 823 Festsaal

Menschenrechte sind zu einem der wichtigsten und am weitesten verbreiteten Rechtfertigungsnarrative in der gegenwärtigen Welt geworden. Mit ihnen verbinden sich historische Unrechtserfahrungen von einzelnen ebenso wie von Kollektiven. Sie werden für die Rechtfertigung von Widerstand gegen politische Herrschaft ebenso in Anspruch genommen wie für militärische Interventionen zum Schutz einer Minderheit gegen Repressionen durch ihre Regierung. Gleichzeitig werden Menschenrechte auch in scheinbar fernliegenden Kontexten thematisiert, z. b. wenn vor der Welthandelsorganisation (WTO) über Handelsbeschränkungen gestritten wird. Die fast schon ubiquitäre Inanspruchnahme von Menschenrechten lässt befürchten, dass sie zu einer rhetorischen Formel im schlechten Sinne werden. Das Panel beleuchtet diesen und weitere Aspekte aus Thematik der Menschenrechte als Rechtfertigungsnarrative.

Prof. Klaus Günther

Einführung

Klaus GüntherKlaus Günther, Prof. Dr., geb. 1957; Studium der Philosophie und Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main; Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität Frankfurt/Main; Co-Sprecher des Exzellenzclusters EXC 243 Die Herausbildung normativer Ordnungen; Mitglied des Forschungskollegiums am Institut für Sozialforschung in Frankfurt/Main; Permanent Fellow des Forschungskollegs Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg v.d.H. Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin (1995/96); Gastprofessuren in Buffalo (2000), Oxford (2001) und Paris (2003). Wichtigste Veröffentlichungen: Der Sinn für Angemessenheit (1988, engl. 1993, portug. 2004); Schuld und kommunikative Freiheit (2005).

Prof. Robert Howse

Human Rights Discourse in World Trade

Robert HowseRobert Howse ist Inhaber der Lloyd C. Nelson Professor of International Law an der NYU School of Law (New York). Neben Gastprofessuren an der Harvard Law School, der Universität von Tel Aviv, der Hebräischen Universität von Jerusalem, der Universität 1 in Paris (Pantheon-Sorbonne), Tsinghua-Universität sowie der Osgoode Hall Law School in Canada unterrichtete er an der Academy of European Law, European University Institute, Florence. Er ist aktives Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien und Vereinigungen. Howse ist zudem in dem redaktionellen Beirat des European Journal of International Law tätig. Er Herausgeber der Oxford University Press Commentaries on the WTO treaties. Neuere Veröffentlichungen: Trade and Transitions; Economic Union, Social Justice, and Constitutional Reform; The Regulation of International Trade; Yugoslavia the Former and Future; The World Trading System; and The Federal Vision: Legitimacy and Levels of Governance in the EU and the U.S.

Prof. Günther Frankenberg

Menschenrechte als Rechtsfertigungsnarrative

Günther FrankenbergGünther Frankenberg, Professor für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Nach Studium des Rechtswissenschaft in Deutschland sowie der Government and Legal Studies in den USA erwarb im Jahre 1978 Institut für Sozialwissenschaften der Technischen Universität München den Grad eines Doktors der Philosophie sowie drei Jahre später an der Universität Bremen den Grad eines Doktors der Rechtswissenschaft. Er ist aktives Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien und Vereinigungen. Zudem ist Mitherausgeber der Zeitschrift „Kritische Justiz“. Veröffentlichung u. a. Die Verfassung der Republik (1996); Autorität und Integration (2003); Staatstechnik – Perspektiven auf Rechtsstaat und Ausnahmezustand (erscheint 2010 Suhrkamp stw).


Aktuelles

„Frankfurter interdisziplinäre Debatte“. Frankfurter Forschungsinstitute laden zum Austausch über disziplinen-übergreifende Plattform ein

Die „Frankfurter interdisziplinäre Debatte“ ist ein Versuch des Dialogs zwischen Vertreter*innen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen zu aktuellen Fragestellungen – derzeit im Kontext der Corona-Krise und u.a. mit Beiträgen von Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Prof. Dr. Rainer Forst und Prof. Dr. Klaus Günther. Seit Ende März 2020 ist die Onlineplattform der Initiative (www.frankfurter-debatte.de) verfügbar. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Nächste Termine

Bis Ende September 2020

In der Goethe-Universität finden mindestens bis Ende September 2020 keine Präsenzveranstaltungen statt. Präsenzveranstaltungen des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" werden ebenfalls bis auf Weiteres ausgesetzt.

10. September 2020, 12.30 Uhr

Online Book lɔ:ntʃ: Prof. Dr. Dr. Günter Frankenberg: Autoritarismus - Verfassungstheoretische Perspektiven (Suhrkamp 2020). Mehr...

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Neueste Medien

Normative Orders Insights

... mit Nicole Deitelhoff

Normative Orders Insights

... mit Rainer Forst

Neueste Volltexte

Burchard, Christoph (2019):

Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. Mehr...

Kettemann, Matthias (2020):

The Normative Order of the Internet. Normative Orders Working Paper 01/2020. Mehr...