Mittwoch, 7. Dezember 2011, 18 Uhr c.t.

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Marcus Willaschek

Soziale Geltung und normative Gültigkeit
Eine sozial-pragmatische Konzeption von Normativität

Video:

Audio:

Zum Vortrag

Eine Norm hat „soziale Geltung“ in einer Gemeinschaft, wenn sie in dieser Gemeinschaft weitestgehend befolgt und faktisch anerkannt wird. Soziale Geltung ist ein historisch und sozial
wandelbares Phänomen. Eine sozial geltende Norm lässt sich jedoch wiederum an einem normativen Maßstab messen: Ist es richtig (gerecht, angemessen), dass diese Norm soziale Geltung hat? Eine Norm, die diesem Maßstab genügt, ist „normativ gültig“. Offenbar gibt es viele Beispiele für sozial geltende Normen, die in diesem Sinn keine normative Gültigkeit besitzen. Doch worauf gründet sich der Maßstab normativer Gültigkeit und in welchem Verhältnis steht er zur sozialen Geltung von Normen? Es wird untersucht, inwieweit sich ein „objektiver“ (d.h. nicht historisch und sozial relativierter) Maßstab normativer Gültigkeit aus dem Phänomen sozialer Geltung heraus entwickeln lässt, ohne auf metaphysische oder transzendentale Voraussetzungen zu rekurrieren.

Zur Person

altMarcus Willaschek ist Professor für Philosophie der Neuzeit an der Universität Frankfurt am Main. Veröffentlichungen (Auswahl): Praktische Vernunft. Handlungstheorie und  Moralbegründung bei Kant, Stuttgart/Weimar 1992; Der mentale Zugang zur Welt. Realismus, Skeptizismus und Intentionalität, Frankfurt 2003; Kant: Kritik der reinen Vernunft (hg. mit G. Mohr), Berlin 1998; Hilary Putnam und die Tradition des Pragmatismus (hg. mit M.-L. Raters), Frankfurt 2002. In Vorbereitung: Kant-Lexikon (hg. mit G. Mohr, J. Stolzenberg und St. Bacin), Berlin/New York. Zahlreiche Aufsätze u.a. zur Philosophie Kants und zu Fragen der Handlungstheorie, Erkenntnistheorie und Metaphysik.

Bildergalerie:

alt

altaltaltaltaltaltaltalt


Aktuelles

"Making Crises Visible" - Ausstellung und Rahmenprogramm beginnen im Februar 2020

Der Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität beteiligt sich von Februar bis Juni 2020 am Rahmenprogramm zum wissenschaftlich-künstlerischen Projekt "Making Crises Visible". Mehr...

DFG fördert Kolleg-Forschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“

Eine von der DFG geförderte Kolleg-Forschungsgruppe mit dem Titel  „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“ richtet ab Oktober 2020 den Blick auf frühere Formen des Christentums. Sprecherinnen sind Prof. Dr. Birgit Emich und Prof. Dr. Dorothea Weltecke, Mitglied des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität. Mehr...

Nächste Termine

26. Februar 2020, 18 Uhr

Ausstellungsprojekt "Making Crises Visible": Kuratorenführung: »Making Crises Visible«. Mit Felix Kosok. Mehr...

27. Februar 2020, 10 Uhr

Workshop: Criticism of Religion in the Enlightment Era. Mehr...

-----------------------------------------

Neueste Medien

Demokratie_Was wird aus der Krise des Politischen?

Prof. Dr. Martin Saar
Denkraum "Zukunft_Aber wie?"

Entzauberung und Wieder-Verzauberung in Ruinenlandschaften: Jia Zhangkes experimentelles chinesisches Großstadtkino

Winnie Yee
Lecture & Film "Jia Zhangke: Kino der Transformation"

Neueste Volltexte

Burchard, Christoph (2019):

Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. Mehr...

Kettemann, Matthias (2019):

Die normative Ordnung der Cyber-Sicherheit: zum Potenzial von Cyber-Sicherheitsnormen. Normative Orders Working Paper 01/2019. Mehr...