Mittwoch, 16. Mai 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, Dr. Verena Steller

Wirtschaftstheorie, Normsetzung und Herrschaft: Freihandel, „Rule of Law“ und das Recht des Kanonenboots

Campus Westend, Casino 1.811

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Zum Vortrag

Das britische Empire des 19. Jahrhunderts ruhte auf drei Säulen: Freihandel, Rechtsstaatlichkeit und einer weltweit einsatzbereiten Marine. Was so problemlos klingt, dass es manchen wieder als Rezept für moderne Imperien zu taugen scheint, bezeichnet ein komplexes Wechselverhältnis zwischen Normen und Praktiken. Beide konnten ihre Herkunft aus spezifi sch britischen Erfahrungen nicht verleugnen, galten jedoch als universal anwendbar. Der Vortrag beschäftigt sich anhand verschiedener Beispiele mit den Aushandlungsprozessen, die aus dieser strukturellen Konfrontation zwischen universalen Ordnungsvorstellungen und lokalen Traditionen erwuchsen.

Zur Person
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Andreas Fahrmeir ist Inhaber der Professur für Neuere Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des 19. Jahrhunderts am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt. 1997 wurde er in Cambridge promoviert und arbeitete im Anschluss am Deutschen Historischen Institut London. 2002 habilitierte sich Prof. Fahrmeir an der Goethe-Universität und war dort bis 2004 Heisenberg-Stipendiat der DFG. Von 2004 bis 2006 hatte er die Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität zu Köln inne. Jüngste Veröffentlichungen: Revolutionen und Reformen: Europa 1789-1850. München 2010; Citizenship: The Rise and Fall of a Modern Concept. New Haven/London 2007.

Zur Person

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Verena Steller ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt zur „Herausbildung normativer Wirtschaftsordnungen“ im Exzellenzcluster. Nach dem Studium der Geschichte, Romanistik und Kommunikationswissenschaft in Bochum und Paris (Maîtrise, Paris IV-Sorbonne) wurde sie 2009 mit einer Arbeit zur Kulturgeschichte der Diplomatie an der Ruhr-Universität Bochum promoviert. Zu ihren Publikationen
gehören: Diplomatie von Angesicht zu Angesicht. Diplomatische Handlungsformen in den deutsch-französischen Beziehungen 1870-1919. Paderborn 2011; The Power of Protocole: On the Mechanisms of Symbolic Action in Diplomacy in Franco-German Relations,  1871-1914, in: Mößlang, Markus; Riotte, Torsten (Hrsg.), The Diplomats‘ World: The Cultural History of Diplomacy 1815-1914. Oxford (u.a.) 2008, 195-228.

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Prof. Dr. Ayelet Shachar, Direktorin am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen und Principal Investigator des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen", ist Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträgerin 2019. Mehr...

Nächste Termine

26. April 2019, 18 Uhr

Lecture & Film "Die Erfinderin der Formen. Das Kino von Chantal Akerman": An Evening with Babette Mangolte (New York/San Diego). Mehr...

29. April 2019, 17.15 Uhr

Ringvorlesung "Contemporary Approaches to Feminist Philosophy": Charlotte Witt: „What is Gender Essentialism?“. Mehr...

29. und 30. April 2019

Book Workshop “Multilateral Democracy and its Institutions: Rethinking Democratic Relations between Peoples and Individuals”. Mehr...

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