Mittwoch, 23. Mai 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Bernhard Jussen

Plädoyer für eine Ikonologie der Geschichtswissenschaft - Beobachtungen zur bildlichen Formierung historischen Denkens

Campus Westend, Casino 1.811

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Zum Vortrag

Die Geschichtswissenschaft bedient das historische Wissen ihrer Leser nicht nur mit Texten, sondern auch mit Bildern. Seit den Anfängen der Disziplin sind viele  Geschichtsbücher – vom Handbuch bis zum Schulbuch – bebildert. Der Umgang mit Bildern und Texten ist allerdings sehr verschieden. Während der Text streng methodisch kontrolliert ist, ist die Bebilderung eher eine Angelegenheit des Erfahrungswissens oder der Intuition, liegt oft sogar weitgehend oder ganz in der Hand der Verlage. Diese eingespielte Praxis ist mehr als fahrlässig, denn gerade die Bebilderung eines Geschichtsbuches hat besonders starken Einfluss auf die historische Vorstellungskraft des Publikums. Die kaum je diskutierten Bebilderungsreservoirs der Geschichtswissenschaft schleppen über Jahrzehnte Altlasten weiter, die oft in den Texten längst beseitigt sind, und sie sind stark abhängig von nationalen politischen Kulturen. Der Vortrag diskutiert die Probleme eines kaum kontrollierten geschichtswissenschaftlichen Bildgebrauchs. Er plädiert für eine umfassende methodische Kontrolle und für eine disziplingeschichtliche Aufarbeitung des Bildgebrauchs – eine Ikonologie der eigenen Disziplingeschichte.

Zur Person

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Bernhard Jussen ist Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt. Er war zuvor Professor in Bielefeld und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen, nahm Gastprofessuren wahr an der University of Michigan, Ann Arbor, und an der École Normale Supérieure in Paris, war Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und Visiting Scholar am Art History Department der Harvard University. Im Jahr 2007 erhielt er den Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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Am 17. April 2021 ist der Sammelband „Normative Ordnungen“ im Suhrkamp Verlag erschienen. Herausgegeben von den Clustersprechern Prof. Rainer Forst und Prof. Klaus Günther, bietet das Werk einen weit gefassten interdispziplinären Überblick über die Ergebnisse eines erfolgreichen wissenschaftlichen Projekts. Mehr...

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Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist seit je her ein integraler Bestandteil des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen“. Das 2017 neu strukturierte, verbundseigene Postdoc-Programm bietet die besten Bedingungen zu forschen und hochqualifizierte junge Wissenschaftler*innen zu fördern. Zum Erfahrungsbericht: Hier...

Nächste Termine

19. September 2022, 13.00 Uhr

Book lɔ:ntʃ: Friedensfähig in Kriegszeiten - Friedensgutachten 2022. Mit Prof. Dr. Christopher Daase (Professor für Internationale Organisationen, Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK)). Mehr...

18. Oktober 2022, 18.30 Uhr

Buchvorstelllung und Podiumsdiskussion: Widersprüchliche Weltmacht China – Was bedeutet der Aufstieg der Volksrepublik für die internationale Ordnung und für Europa? Mehr...

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Mit: Friederike von Brühl (Anwältin für Immaterialgüterrecht, Urheber- und Medienrecht), Antonio de Campos (Künstler, Architekt und Filmemacher), Vinzenz Hediger (Professor für Filmwissenschaft, Forschungsinitiative "ConTrust", Normative Orders) und Niklas Maak (Journalist und Architekturkritiker)
Moderation: Rebecca Caroline Schmidt (Normative Orders)
Podiumsgespräch im Rahmen der Ausstellung "Antonio de Campos – Konzepte für Zaha Hadid"

The Social Circumstances of Epistemic Trust

Prof. Dr. Lisa Herzog (Centre for Philosophy, Politics and Economics der Universität Groningen)
ConTrust Speaker Series

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