Mittwoch, 6. Juni 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Susanne Schröter

Frauenrechte, religiöseWiedererweckung und postkoloniale Identitäten Herausbildung moderner Geschlechterordnungen in der islamischen Welt

Campus Westend, Casino 1.811

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Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Geschlechterordnungen weltweit in Bewegung geraten, haben sich national und transnational Bewegungen herausgebildet, die die Gleichheit zwischen Männern und Frauen anstreben, aber auch Gegenbewegungen, die Geschlechterdifferenz als Ausdruck einer natürlichen oder göttlichen Ordnung verteidigen und Frauen primär auf die Rolle von Müttern und Ehefrauen beschränken möchten. Während die Idee der Geschlechtergleichheit mittlerweile von den Vereinten Nationen festgeschrieben wurde und eine Konvention gegen die Eliminierung jeglicher Art von Diskriminierung gegen Frauen von fast allen Staaten unterzeichnet wurde, haben vor allem in islamischen Gesellschaften Stimmen an Einfl uss gewonnen, die Geschlechtergleichheit als unislamisch ablehnen. Mehr noch, sie glauben, der Westen nutze den Gleichheitsdiskurs als Waffe gegen die islamischen Gesellschaften, zerstöre ihre Kultur und re-kolonisiere sie gewissermaßen. Am Beispiel Indonesiens, Ägyptens und des Irans sollen die Debatten um Gender, Islam und die Formierung postkolonialer Ordnungen nachvollzogen werden.

Zur Person

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Susanne Schröter ist Professorin für „Ethnologie kolonialer und postkolonialer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt und leitet die Doktorandengruppe „Kulturelle und politische Transformationen in der islamischen Welt“. Bis 2008 war sie Inhaberin des Lehrstuhls für Südostasienkunde an der Universität Passau. Sie ist u.a. Präsidentin der „European Association for Southeast Asian Studies”, Vorstandsmitglied des „Deutschen Orient Instituts“ und des „International Centre for Aceh and Indian Ocean Studies“. Ihre Forschungsinteressen sind: Säkularismus und Postsäkularismus, Konstruktionen kollektiver Identitäten, Gender und Sexualität sowie Integration und Diversität in pluralen Gesellschaften. Jüngste Publikationen enthalten folgende Herausgeberschaften: Gender and Islam in Southeast Asia. Cultural dynamics between religious revivalism and women’s rights movements. Leiden: Brill, 2012;  Geschlechtergerechtigkeit durch Demokratisierung? Transformationen und Restaurationen von Genderverhältnissen in der islamischen
Welt. Bielefeld: Transcript, 2012.

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