Mittwoch, 27. Juni 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Dr. Benjamin Steiner

Teilen und Herrschen - Afrika und die französische Kolonialadministration des Ancien Régime

Campus Westend, Casino 1.811

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Zum Vortrag

Mit dem Beginn der Alleinherrschaft Ludwigs XIV. wandelte sich nicht nur die Herrschaftsstruktur in Frankreich selbst, sondern auch das Verhältnis der königlichen Administration zur Welt. Afrika spielte in diesem Zusammenhang von Herrschaft und Kolonisation eine bislang wenig beachtete Rolle. Es wird gezeigt wie Frankreich seit den 1660er Jahren versuchte, eine Kolonialverwaltung aufzubauen, die sich insbesondere auf ausgedehnte Informationssysteme stützte. Der französische Staat legitimierte sich über eine geradezu zeremonielle Praxis der Information – Rechtfertigungsrituale –, die nicht nur in den engen Zirkeln der Macht, sondern auch in einer  sich herausbildenden Öffentlichkeit vollzogen wurden. Dass eine so geartete Herrschaftspraxis sich nicht unmittelbar in Afrika realisierte, macht ein Blick auf die Begegnungssituationen der Franzosen mit Afrikanern deutlich. Afrikaner traten hier nicht nur als selbstbewusste Akteure mit eigenen Interessen im transatlantischen Handelsraum auf, sondern stellten der kolonialen Praxis der Franzosen ein anderes, aber durchaus mit ähnlichen Methoden operierendes Herrschaftsbewusstsein entgegen. Die machiavellistische Devise des diviser pour régner, der in mancherlei Hinsicht die Herrschaftspraxis des Ancien Régime charakterisierte, wurde so in
Afrika auf eine ernste Probe gestellt.

Zur Person

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Benjamin Steiner leitet die Nachwuchsgruppe „Wissen und Information über Afrika“ im Exzellenzcluster. Studium der Mittelalterlichen, Neueren und Neuesten Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Hiram College (Ohio), Université Paris IV (Sorbonne); Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt B1 „Schauplätze des Wissens“ (A. Brendecke) am
Sonderforschungsbereich 573 „Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit“ (LMU); DAAD-Research Fellow am Warburg Institute in London; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Teilprojekt C8 (U. Beck / M. Mulsow) des Sonderforschungsbereichs 536 „Reflexive Modernisierung“ (LMU).

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