Mittwoch, 9. November 2011, 18.15 Uhr

Campus Westend, Hörsaalzentrum HZ3

Prof. Dr. Stefan Gosepath

Die soziale Natur der Normativität

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Die von Gosepath vertretene Konzeption von Normativität versteht Vernunft als die Fähigkeit zur Erkenntnis des Verpflichtetseins, Gründe zu geben. Der eigentümliche  Verpflichtungscharakter normativer Vernunftansprüche wird in dem Ansatz auf die Sozialisation in eine der menschlichen Existenzweise eigentümlichen, zweiten, nämlich sozialen Natur zurückgeführt. Durch die Übernahme und Internalisierung sozialer Bewertungen in einer Praxis nehmen wir ein Bewertungsschema an, das für uns normative Autorität erhält. Gründe können so mit Wünschen gekoppelt sein, die die notwendige kausale Motivation zum Handeln erzeugen. Als reflexives Vermögen ist die Vernunft jedoch auch zur kritisch-reflexiven Überprüfung ihrer eigenen sozialen Wurzeln in der gelebten Praxis und damit der erlernten Gründe fähig.

Zur Person

altStefan Gosepath ist Professor für Internationale Politische Theorie und Philosophie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main im Rahmen des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ und zugleich Direktor der Kolleg-Forschergruppe Justitia Amplificata: Erweiterte Gerechtigkeit – konkret und global. Er lehrt, forscht und publiziert vor allem zu Themen der praktischen Vernunft und Normativität, der Gerechtigkeit, der Menschenrechte und globalen Gerechtigkeit sowie Moral.

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