Nie wieder Frieden? Der Ukraine-Krieg und die neue Welt-Unordnung

51. Römerberggespräche

30. April 2022, 10 bis 17 Uhr

Schauspiel Frankfurt, Chagallsaal
Neue Mainzer Str. 17
60311 Frankfurt am Main

Der 24. Februar 2022 bedeutet für Europa ein böses Erwachen. Bisherige außenpolitische Normen und diplomatische Regeln wurden durch den das Völkerrecht verhöhnenden russischen Überfall auf die territoriale Integrität eines freien Landes in ihren Grundfesten erschüttert, nicht zuletzt ein traditionell verankerter Pazifismus. Zahllose Menschen, aber auch bisherige Gewissheiten sind unter der Kriegsmaschinerie Putins begraben worden.

Der Angriff auf die Ukraine hat die Vorstellung einer auf Kooperation gegründeten globalen Ordnung erschüttert. Der Westen sieht sich über Nacht mit geostrategischen Ambitionen konfrontiert, bei denen Russland von Atommächten wie China und Indien Rückendeckung erhält.  

Putins Krieg zielt nicht nur auf die Ukraine, sondern auch auf die Stabilität und den inneren Frieden westlicher Demokratien. Die offenen Gesellschaften werden beweisen müssen, dass sie der militärischen und geistigen Mobilmachung ihrer Feinde gewachsen sind. Die mit dem Fall der Mauer entstandene Hoffnung auf ewigen Frieden in Europa scheint als Illusion entlarvt worden zu sein. Worauf werden wir uns in Zukunft überhaupt noch verlassen können? Was sollen wir tun? Was dürfen wir hoffen?

Moderation Hadija Haruna-Oelker und Alf Mentzer

  • Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst
  • Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main
  • Prof. Dr. Karl Schlögel, Osteuropahistoriker und Publizist
  • Prof. Dr. Karl Schlögel, Osteuropahistoriker und Publizist; Alf Mentzer, Moderator
  • Alice Bota, Journalistin und Autorin
  • Viktor Jerofejew, Autor
  • Prof. Dr. Charlotte Klonk, Kunsthistorikerin an der HU Berlin
  • Prof. Dr. Stefan Kadelbach LL.M., Rechtswissenschaftler an der Goethe-Universität
  • Adam Tooze, Wirtschafthistoriker an der Columbia University
  • Dr. Jannis Panagiotidis, Historiker an der Universität Wien
  • Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Politikwissenschaftlerin an der Goethe-Universität, Sprecherin des Forschungsverbundes Normative Ordnungen und Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

Programm (PDF): Hier...

Programm:

10:00 Uhr
Begrüßung
Angela Dorn, Hessische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst
Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main

10.15 Uhr
Karl Schlögel (Osteuropahistoriker und Publizist, Stiftung Europa-Universität Viadrina)
Die Ordnung im Kopf und die Unordnung der Welt

 

11.00 Uhr
Alice Bota (Journalistin und Autorin) – Jurko Prochasko (Essayist)
(K)ein neuer Krieg – Osteuropäische Perspektiven

 

12.00 Uhr
Viktor Jerofejew (Autor)
Putin and Europe

 

13.00 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Charlotte Klonk (Kunsthistorikerin, HU Berlin)
Wieder “Nie Wieder” – Bilder des Krieges

 

14:45 Uhr
Stefan Kadelbach (Rechtswissenschaftler, Normative Orders, Goethe-Universität) – Adam Tooze (Wirtschaftshistoriker, Columbia University)
Verbrechen und Strafe: Wie sanktioniert die Weltgemeinschaft Putins Aggression?

 

15:30 Uhr
Jannis Panagiotidis (Historiker, Universität Wien)
Flucht aus der Ukraine, postsowjetische Migration und die Zukunft der Migrationsgesellschaft

 

16.15 Uhr
Nicole Deitelhoff (Politikwissenschaftlerin, Normative Orders, Goethe-Universität)
Zurück auf Null? Der Ukrainekrieg und seine Folgen



17.00 Uhr
Ende

 

 

Veranstalter:
Römerberggespräche e.V. in Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main


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