Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Mamadou Diawara, Dr. Ute Röschenthaler

Normwandel und die schillernde Macht der Medien im subsaharischen Afrika

Campus Westend, Casino 1.811

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Zur Person

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Mamadou Diawara ist Professor für Historische Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt. Zuvor lehrte er an der Universität von Georgia in Athens/USA und war Gastprofessor für Geschichte und Ethnologie Afrikas an der Yale Universität. Seit 2004 ist er Stellvertretender Direktor des Frobenius-Instituts, dem ältesten ethnologischen Forschungsinstitut Deutschlands. Zudem ist er Direktor von Point Sud, Forschungszentrum für lokales Wissen in Bamako, Mali, und Principal Investigator in diesem Exzellenzcluster. Publikationen u.a.: L’empire du verbe - L’éloquence du silence. Vers une anthropologie du discours dans les groupes dits dominés au Sahel (Cologne: Rüdiger Köppe, 2003), und mit Ute Röschenthaler, Im Blick der Anderen (Brandes & Apsel, 2008).


Zur Person

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Ute Röschenthaler ist Privatdozentin für Ethnologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Medien in Afrika“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt. Seit 2009 übernahm sie Gastprofessuren in Berlin, Frankfurt und Bayreuth. Sie forscht seit 1987 in Kamerun und Nigeria und seit 2005 in Mali. Sie ist Autorin zahlreicher Aufsätze und mehrerer Bücher, darunter „Purchasing Culture: The Dissemination of Associations in the Cross River Region“ (2011, Africa World Press), Im Blick der Anderen (Hg. mit Mamadou Diawara, 2008, Brandes & Apsel) und „Fotofi eber: Bilder aus West- und Zentralafrika“ (Hg. mit Jürg Schneider und Bernhard Gardi, 2005, Christian Merian Verlag).

Zum Vortrag

Der Vortrag untersucht die Veränderung der Rolle von Medien und Werbung anhand ausgewählter Beispiele aus dem
subsaharischen Afrika von der vorkolonialen Zeit bis heute. Dabei zeigt sich, dass die Wirkung der Medien von den
jeweiligen Akteuren und ihren Interessen abhängt. Medien lassen sich zur Beförderung bestehender Machtverhältnisse
nutzen oder können diese unterwandern, zur Demokratisierung und Entwicklung oder zu deren Gegenteil verhelfen,
authentifi zierte Botschaften übermitteln oder als reine Propagandamaschine aufgefasst werden. Veränderungen im
Umgang mit Medien äußern sich in einem lokal wahrgenommenen Verlust etablierter Wortmacht und dem Auftreten einer
qualitativ neuen Dimension des Umgangs mit Sprache, des Anpreisens und der Performance mit dem menschlichen Körper.
Sie lassen sich auch durch den Wandel der gesellschaftlichen Ordnung erkennen, insbesondere dadurch, dass andere
Personen als zuvor – neue Politiker, neue Werber, neue Mediensprecher – nun die Medienarbeit ausführen, was dazu führen
kann, dass ihre Produkte, vor allem in Übergangsphasen, nicht mehr in derselben Weise als authentifi ziert wahrgenommen
werden.

Zum Veranstaltungsüberblick: Hier...


Headlines

Denken im Widerspruch

Prof. Dr. Rainer Forst, Co-Sprecher des Exzellenzclusters "Die Herausbildung normativer Ordnungen" zum Gedenken an Theodor W. Adorno aus Anlass seines 50. Todestags. Mehr...

„Noch einmal: Zum Verhältnis von Moralität und Sittlichkeit" - Vortrag von Jürgen Habermas am 19. Juni 2019. Skript und Aufzeichnung verfügbar

Die Meldung zum Vortrag finden Sie: Hier...
Weitere Informationen (Videoaufzeichnung, Skript und Medienecho) finden Sie: Hier...

"The History of Postmetaphysical Philosophy and the Future of Democracy" - Konferenz zu Ehren von Jürgen Habermas

Am 20. und 21. Juni fand am Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" die Konferenz "The History of Postmetaphysical Philosophy and the Future of Democracy" statt.
Die Meldung zur Konferenz finden Sie hier...
Das Programm und weitere Informationen finden Sie hier...

Upcoming Events

20 August 2019, 7 pm

Goethe Lectures Offenbach: Prof. Dr. Klaus Günther: Wie frei sind wir im digitalen Echoraum? More...

9. September 2019, 11 Uhr

Workshop: Lehrbücher der Zukunft Mehr...

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