14. Europäische Sommeruniversität für Recht Vilnius

27. Juni bis 5. Juli 2017

Die trinationale, bilinguale Sommeruniversität bietet den idealen Rahmen der Netzwerkfindung für NachwuchswissenschaftlerInnen. Unter den Arkaden der ältesten Universität des östlichen Mitteleuropa (1579) diskutieren Studierende, DoktorandInnen und Lehrende aus drei Universitäten über die Folgen des „Brexit“ für die Europäische Union, ihre rechtlichen Grundlagen und die Konsequenzen für die Zukunft.

Ein Kulturprogramm vermittelt Bekanntschaft mit dem Gastland der Sommeruniversität, seiner Geschichte und seiner Gegenwart.

 

Bewerbungen:
(Lebenslauf, Motivationsschreiben, Leistungsnachweise) bis zum 26. April 2017 an das Auslandsbüro FB Rechtswissenschaft, Frau Shukvani: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Informationsveranstaltung:
21. April 2017 um 14 Uhr, RuW 1.115 auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Zielgruppe:
Studierende und DoktorandInnnen der Rechtswissenschaften und benachbarter Disziplinen aus den drei beteiligten Ländern

Stipendien:
Die Teilnahme an der Sommeruniversität wird insgesamt durch 10 Stipendien unterstützt. Bis zu drei Stipenien werden vom Exzellenzcluster Formation of Normative Orders vergeben.

Veranstaltungsort:
Vilnius (Litauen)
 
Arbeitssprachen:
Deutsch und Französisch
 
Stipendien:
Die  Teilnahme  an  der  Sommeruniversität wird insgesamt durch 10 Stipendien unterstützt. Bis zu drei Stipendien werden  vom  Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" vergeben.

Die Schockstarre, die der Brexit nicht nur in Großbritannien, sondern auch in der EU ausgelöst hat, hält zwar immer noch an, aber von allen Seiten werden Vorschläge unterbreitet, wie es mit der Union nach dem definitiven und vermutlich „harten“ Ausscheiden eines ihrer wichtigsten Mitgliedsstaaten weitergehen könnte. Mindestens drei Modelle zeichnen sich ab, die von unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Interessen getragen werden, die sich wiederum auf unterschiedliche Erfahrungen mit den aktuellen großen Krisen und Herausforderungen stützen: Die Flüchtlingskrise und die Schuldenkrise. (1) Das Modell einer Re-Nationalisierung der Union, d.h., eine Lockerung der unionsrechtlichen Bindungen zugunsten einer stärkeren Souveränität der nationalen Gesetzgebungsorgane, die von einigen Mitgliedsstaaten außerdem noch zu einer nationalistischen Revision ihrer Verfassungen genutzt wird. (2) Das Modell einer EU mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, d.h., einem Kern von Mitgliedsstaaten, die das Ziel einer „immer engeren Union“ für sich allein weiterverfolgen, und einer Peripherie, die bestenfalls auf dem status quo verharrt oder sehr viel langsamer auf dem Weg der Integration fortschreitet. (3) Das Modell, das derzeit weitgehend praktiziert wird, d.h., einer gouvernementalen, vor allem von den Exekutiven der Mitgliedsstaaten organisierten, dialogischen Abstimmung untereinander über ad hoc-Maßnahmen der Krisenbewältigung. Aus dem Blick zu geraten droht dagegen das Ziel, das die EU vor ihrem historischen Hintergrund ausgezeichnet hatte und das für die Bürgerinnen und Bürger zumindest einiger Mitgliedsstaaten ihr utopisches Potential ausmachte, das Identifikation und – wie sich aktuell zeigt, auch wieder zunehmendes - politisches Engagement auslöste: Die „immer engere Union“ als Garant von Frieden und Wohlstand in einem gemeinsame Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts. Ganz zu schweigen von den Hoffnungen, die sich auf eine intensivierte Demokratisierung der Union weniger durch Stärkung der nationalen Parlamente als vielmehr durch eine forcierte Demokratisierung der unionsrechtlichen Entscheidungsstrukturen richteten. Angesichts dieser Situation ist es dringend erforderlich, sich erneut über die rechtlichen Grundlagen der EU und die Konsequenzen für ihre Zukunft zu verständigen. Dabei geht es nicht nur um die großen Fragen, worin eine das Recht bestimmende europäische Identität heute noch bestehen könnte, welche fundamentalen Rechte, Werte und politischen Zielsetzungen für sie noch maßgeblich sein könnten, sondern auch um die davon mitbestimmten konkreten Fragen und Probleme innerhalb des Raums der Sicherheit der Freiheit und des Rechts. Mit welchen rechtlichen (vor allem: strafrechtlichen) Mitteln soll auf die aktuelle Bedrohung der Sicherheitslage reagiert werden, wie sollen die vielfältigen unionsrechtlichen Regelungen auf dem Gebiet des Zivilrechts, des Zivilverfahrensrechts, des Arbeits- und Gesellschaftsrecht fortgeführt werden? In jedem Bereich stellen sich die gleichen Fragen: Vertiefung, verstärkte Integration, oder Lockerung und Rückkehr zu nationalstaatlichen Regelungen? Die Sommeruniversität will diesen dringenden aktuellen Fragen in Form von Vorträgen und Workshops nachgehen, um damit den Studierenden aus Litauen, Frankreich und Deutschland ein Forum für die wissenschaftliche Analyse und Diskussion dieser vor allem auch für ihre eigene Generation relevanten Zukunftsfragen zu bieten.

Von Seiten des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ werden die Professoren Christoph Burchard, Andreas Fahrmeir und Klaus Günther an der Sommeruniversität unterrichten.

Vorläufiges Programm:

Mardi, le 27 juin 2016
Dienstag, den 27. Juni 2016
Arrivée des participants / Ankunft der Teilnehmer

11:00 – 12:00
Cérémonie d'ouverture  Eröffnung
Recteur de l’Université de Vilnius / Rektor der Universität Vilnius
Représentant du Ministère de la Justice / Vertreter des Justizministeriums

Représentant du Ministère des Affaires Étrangères de la République de Lituanie / Vertreter des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten
Représentant de l’Ambassade de France en Lituanie / Vertreter der Botschaft Frankreichs in Litauen
Représentant de l’Ambassade d’Allemagne en Lituanie / Vertreter der deutschen Botschaft in Litauen
Em. Prof. Dr. Dr. h. c. Otmar Seul – l’Université Paris Ouest-Nanterre-La Défense / Universität Paris Ouest-Nanterre-La Défense
Prof. Dr. Klaus Günther, Goethe-Université be Frankfurt-sur-le-Main / Goethe-Universität am Frankfurt am Main
Prof. Dr. Tomas Davulis – Doyen de la Faculté du Droit de l’Université de Vilnius / Dekan der juristischen Fakultät der Universität Vilnius

12: 00-13 :00
Réception de bienvenue - Wilkommensempfang

13:30-14:00
Présentation du programme et des participantes/participants - Vorstellung von Programm und Teilnehmerinnen und Teilnehmern

14:00 – 15:30
Prof. Dr. Uwe Volkmann (Frankfurt/M.) Vortrag
Wohin treibt die Europäische Union?
Où va l’Union Européenne?

16: 00 – 17:30
Prof. Dr. Soazik Kerneis (Paris-Ouest) – Vortrag
Das historische Erbe und die Identität Europas
L’identité de l’Europe à travers son héritage historique

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Mercredi, le 28 Juin 2017
Mittwoch, den 28. Juni 2017

10:00 - 11:00

Prof. Dr. Andreas Fahrmeir (Fankfurt/M.) – Vorlesung: Der Niedergang „Großer Mächte“: Chancen, Risiken und Modelle

11:30 - 12:30
Prof. Dr. Eric Millard (Paris Ouest) – Vorlesung : Frankreich, Polen, Ungarn, etc. – Die europäischen Werte als Herausforderung für die Mitgliedsstaaten / France, Pologne, Hongrie, etc. – Les valeurs de l`Europe au défi de ses membres

14: 30 – 16 :30
Prof. Dr. Otmar Seul (Paris Ouest) u. Prof. Dr. Peter Jansen (TU Brandenburg) – Atelier/Workshop
Das soziale Europa durch den sozialen Dialog stärken
Renforcer l’Europe sociale par le dialogue social

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Jeudi, le 29 juin 2017
Donnerstag, den 29. Juni 2017

10:00 – 11:00
Prof. Dr. Klaus Günther (Frankfurt/M.)- Vorlesung/Atelier
Geteilte Souveränität, EU-Bürgerschaft und Rechtsgemeinschaft
Souveraineté partagée, citoyenneté européenne et communauté juridique

11:30 – 12:30
Prof. Dr. Felix Maultzsch, LL.M. (NYU) (Frankfurt/M.) – Vortrag
Grundfragen zukünftiger Regelungsstrategien im Europäischen Zivil- und Zivilverfahrensrecht
Questions fondamentales sur les stratégies futures en droit civil et de la procédure civile

14 : 30 - 16 :30
Prof. Dr. Vytautas Nekrošius, Dr. Vigita Vėbraitė, (Universität Vilnius) - Atelier/Workshop
Herausforderungen für den europäischen Zivilprozess in den kommenden Jahren
Enjeux pour la procédure civile européenne dans les années à venir

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Vendredi, le 30 juin 2017
Freitag, den 30. Juni 2017

10:00 – 12:00
Prof. Dr. Christoph Burchard (Frankfurt/M). – Workshop
Freiheit stirbt mit Sicherheit !? – Zur Zukunft der Strafrechtspflege in Europa
La liberté meurt-elle avec la sécurité?! Le futur de la justice pénale en Europe

14 :30-17:00
Visite et ateliers au siège de la représentation de la commission européenne à Vilnius (Gedimino pr.16) - Besuch und Workshop am Sitz der Vertretung der EU-Kommission in Vilnius, Gedimino pr. 16

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Samedi, le 1. Juillet 2017
Samstag, den 1 Juli 2017
Programme culturelle/kulturelles Programm

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Dimanche, le 2 juillet 2017
Sonntag, den 2. Juli 2017
frei

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Lundi, le 3 juilet 2017
Montag, den 3. Juli 2017

10:00 – 11:00
Prof. Dr. Nabil Hajjami (Paris Ouest) – Vorlesung
Kann der Kampf gegen den Terrorismus dem Europäischen Einigungsprozess neuen Atem einhauchen?
La lutte contre le terrorisme peut-elle redonner un nouveau souffle à la construction européenne?

11.30 - 12.30
Prof. Dr. Dr. Justas Namavičius (Vilnius) – Vorlesung:
Das Prinzip der gegenseitigen Anerkennung im Strafrecht der Europäischen Union
Le principe de réciprocité en droit pénal de l’Union européenne

14:30 – 16:30
Dr. Agnė Veršelytė (Vilnius) – Workshop:
Die Rolle des Gegenseitigen Vertrauens für das praktische Funktionieren des Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts
Le rôle de la confiance mutuelle dans le fonctionnement concret de l’espace de liberté, de sécurité et de justice

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Mardi, le 4. Juillet 2017
Dienstag, den 4. Juli 2017

10:00 - 12:00
Prof. Dr. Helmut Kohl (Frankfurt/M.) - Atelier/Workshop
Gesellschaftsrecht in Europa nach dem Brexit
Droit commercial en Europe après le Brexit

14:30 – 16:30
Prof. Dr. Manfred Weiss (Frankfurt/M.) u. Tomas Davulis (Vilnius) – Workshop
Perspektiven zur Zukunft des Arbeitsrechts
Perspectives futures du droit du travail

Mercredi, le 5 Juillet 2017
Mittwoch, den 5. Juli 2017

11:00-12:30
Prof. Dr. Miriam Benlolo (Paris Ouest) – Vortrag
Welche Zukunft hat der Schengen-Raum? Das Wiederaufleben der Grenzen im Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts
Quel avenir pour l’espace Schengen ? La résurgence des frontières dans l’espace de Liberté, sécurité et justice

14 :30-16:30
Prof. Dr. Elodie Husson (Paris Ouest) – Atelier/workshop
 Der Schengen-Raum, ein Raum in der Krise
L’espace Schengen : un espace en crise

Schlusszeremonie - Übergabe der Zertifikate
Cérémonie de cloture – remise des certificats
RECEPTION

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Veranstalter:
Universität Vilnius  (Litauen),  Goethe-Universität Frankfurt am Main und Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen" (Deutschland), Université Paris Ouest Nanterre La Défense (Frankreich)


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