Publication details

Der Werturteilsstreit in der deutschen Nationalökonomie. Max Weber, Werner Sombart und die Ideale der Sozialpolitik (Beiträge zur Geschichte der deutschsprachigen Ökonomik, hrsg. v. Birger P. Pridatt u. Heinz Rieter), Marburg: Metropolis

Monograph

Author(s): Glaeser, Johannes
Year of publication: 2014

Abstract: Dieses Buch liefert eine ideengeschichtliche Rekonstruktion des Werturteilsstreits innerhalb des Fachs Nationalökonomie im Kaiserreich. Dabei wird die Genese unterschiedlicher wirtschaftspolitischer Ideale herausgearbeitet, in deren Dienst Ökonomen Wirtschaft und Technik stellen wollten. Die Vertreter der historischen Schule verknüpften die ökonomischen Produktivitäts- und Wohlfahrtsbegriffe mit unterschiedlichen Kulturidealen. Die Grenznutzenschule wiederum betrachtete das ökonomische Prinzip als ein wertneutrales. Auf der Wiener Produktivitätsdebatte 1909 im Verein für Socialpolitik (VfS) hinterfragte Max Weber beide Positionen. Er stemmte sich vehement gegen die Vorstellung, die im Zuge der modernen Rationalisierungstendenzen zum Siege gekommenen ökonomischen Effizienz- und Rentabilitätsprinzipien seien der werturteilsfreie Ausdruck eines Optimalzustandes. Seine zusammen mit Werner Sombart anhand der ökonomischen Fortschritts- und Wohlfahrtsbegriffe vorgebrachte Kritik an einer Vermengung von Tatsachenaussagen mit Werturteilen führte schließlich 1913/1914 zur Werturteilsdiskussion im VfS. Johannes Glaeser zeigt in dieser Arbeit die verschiedenen erkenntnislogischen Argumente auf, mit denen Ökonomen im Werturteilsstreit die Vermengung von Wissenschaft und Politik kritisierten oder umgekehrt den Anspruch einer "ethischen Nationalökonomie" verteidigten.

Keywords: Werturteilsstreit, Werturteile, Historische Schule, Methodenstreit, Max Weber, Produktivitätsdebatte

Subject(s): economics

Further information: http://www.metropolis-verlag.de/Der-Werturteilsstreit-in-der-deutschen-Nationaloekonomie/1077/book.do;jsessionid=F06B44457DF777DC07F4DA04A1B8A731

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