Welcher Islam gehört zu Deutschland?


Konferenz des Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung

29. April 2016, 10–18 Uhr

Historisches Museum Frankfurt
Leopold Sonnemann-Saal
Fahrtor 2 (Römerberg)
60311 Frankfurt am Main

Debatten finden zwischen Muslimen und Nichtmuslimen, aber auch innerhalb der islamischen Gemeinschaften und unter muslimischen Intellektuellen statt. Liberale Muslime beginnen damit sich zu formieren und an den Universitäten werden neue unorthodoxe theologische Sichtweisen entwickelt. Konservative reagieren darauf mit brüsker Zurückweisung und kritisieren die Entstehung eines deutschen Staatsislam. Durch den massiven Zustrom muslimischer Flüchtlinge erhalten diese Debatten eine zusätzliche Aktualität. Die Integration der Neuzuwanderer wird in entscheidendem Maße davon abhängen, ob es gelingt, ihre Religionen und Traditionen mit den Werten der Mehrheitsgesellschaft zu vereinbaren. Das Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam wird sich im Jahr 2016 mit dem Schwerpunktthema „Welcher Islam gehört zu Deutschland?“ befassen und eine Reihe von Veranstaltungen anbieten, auf denen ergebnisoffen diskutiert und gestritten, unorthodoxe Modelle der Konfliktlösung erörtert und neue Wege eines milieuübergreifenden Miteinanders erdacht werden können.

Die Veranstaltung ist kostenfrei

Leitung: Prof. Dr. Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität Frankfurt/Main

Anmeldung erforderlich bis zum 22. April bei Oliver Bertrand This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Ausführliche Programmbroschüre (pdf): Hier...

Programm

Begrüßung

10:00 Uhr
Prof. Dr. Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen” an der Goethe-Universität Frankfurt
Rebecca Schmidt, Geschäftsführerin des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen” an der Goethe-Universität Frankfurt
Thomas Volk, Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin, Koordinator Islam und Religionsdialog

Vorträge

10.30 Uhr
EUROPÄISIERUNG DES ISLAMS ODER ISLAMISIERUNG EUROPAS?
Prof. Dr. Bassam Tibi, Institut für Politikwissenschaft, Georg-August-Universität Göttingen

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11:15 Uhr
DER ISLAM LEIDET UNTER EINEM ISLAMISCHEN ANALPHABETISMUS VIELER SEINER ANHÄNGER. EINE HERAUSFORDERUNG NICHT NUR AN EUROPA
Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie, stellv. Direktor des Centrums für religionsbezogene Studien, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

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12:00 Uhr
DIE ISLAMISCHE WURZEL EUROPAS
Hamideh Mohagheghi, Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften für die islamische Theologie an der Universität Paderborn

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12.45 Uhr
Mittagspause

13:45 Uhr
WIR SIND DAS VOLK. IN WELCHEM DEUTSCHLAND WOLLEN WIR LEBEN?
Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

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14:30 Uhr
SUFISMUS FÜR DEUTSCHLAND
Husamuddin Meyer, Sufi-Ordensmitglied der Naqshbandiyya, Gefängnisseelsorger JVA Wiesbaden und Beratungsstelle Salafismusprävention

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15:15 Uhr
Kaffeepause

15:45 Uhr
LIBERALER ISLAM – EINE UNBEQUEME ALTERNATIVE?
Rabeya Müller, Zentrum für Islamische Frauenforschung und Frauenförderung, Vorstandsmitglied des Liberal Islamischen Bundes

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16:30 Uhr
DER DEUTSCHE ISLAM ALS SUBJEKT UND OBJEKT DER UNIVERSALEN AUFKLÄRUNG?
Prof. Dr. Erdal Toprakyaran, Zentrum für Islamische Theologie, Eberhard Karls Universität Tübingen

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17:15 Uhr
PLÄDOYER FÜR EINEN DEUTSCHEN ISLAM
Prof. Dr. Susanne Schröter

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18.00 Uhr
Verabschiedung


Als der frühere Bundespräsident Christian Wulff im Oktober 2010 in seiner Rede zum zwanzigsten Jahrestag der Deutschen Einheit erklärte, der Islam gehöre wie das Christentum und das Judentum zu Deutschland, löste er eine Kontroverse aus, die bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt andauert. Auf der einen Seite werden Muslime immer stärker zu institutionellen Teilen der Gesellschaft, beteiligen sich an zivilgesellschaftlichen Aufgaben wie der Seelsorge in Krankenhäusern und Gefängnissen oder der Betreuung muslimischer Flüchtlinge und wünschen sich weitere Teilhabemöglichkeiten. Der Staat reagierte mit der Einrichtung von Lehrstühlen für islamische Theologie an deutschen Hochschulen, der Einführung bekenntnisorientiertem Islamunterrichts an staatlichen Schulen und beginnt mit dem Aufbau einer muslimischen Diakonie.
Auf der anderen Seite sorgen islamischer Extremismus, gewalttätige Auseinandersetzungen in Flüchtlingsunterkünften und rigorose Forderungen nach Akzeptanz islamisch begründeter Vorschriften für Sorge innerhalb weiter Teile der nichtmuslimischenBevölkerung. Islamophobe Einstellungen breiten sich aus und ein rechtspopulistisches Lager mit dezidiert islamfeindlicher Agenda hat sich bereits formiert. Über konfessionelle Grenzen hinweg wird weiterhin diskutiert, ob Pressefreiheit und die
Freiheit der Kunst gegen muslimische Empfindlichkeiten verteidigt werden sollen oder nicht, ob es akzeptabel ist, wenn die Hand zum Gruße ausgeschlagen wird oder inwieweit sich öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten muslimischen Speisegeboten anpassen sollen.

Veranstalter: Die Konferenz wird ausgerichtet vom Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam (FFGI) am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung


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