Mittwoch, 13. Juni 2012, 16 Uhr c.t.

Ringvorlesung des Exzellenzclusters

Prof. Dr. Moritz Epple

Die Moral der Gleichheit: Jean d‘Alembert zwischen moderater und radikaler Aufklärung

Campus Westend, Casino 1.811

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Zum Vortrag

Jean d‘Alembert – bis 1759 mit Denis Diderot zusammen Hauptherausgeber der französischen Encyclopédie und einer der führenden mathematischen Wissenschaftler des 18. Jahrhunderts – skizzierte in seinen philosophischen Schriften unter dem Titel der „Morale“ eine genealogisch aufgebaute Konzeption gesellschaftlicher Normen, in deren Zentrum die Spannung zwischen Erfahrungen der Ungleichheit und der Norm der Gleichheit steht. D‘Alembert, dessen schriftstellerisches Handeln offene politische Radikalität in aller Regel vermied, gab damit – zumal mit Blick auf ökonomische Gleichheit – Stichworte für eine Kritik der Gesellschaft des Ancien Régime, die deren Rahmen sprengte. Der Vortrag sucht d‘Alemberts im deutschsprachigen Raum wenig rezipierte Position zu rekonstruieren und im Spektrum der Philosophie der Aufklärung
zu verorten.

Zur Person

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Moritz Epple ist Leiter der Arbeitsgruppe Wissenschaftsgeschichte am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Prof. Epples  Forschungsinteressen gelten der Geschichte der mathematischen Wissenschaften des 18. bis 20. Jahrhunderts im wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Zusammenhang, u. a. der Rolle der mathematischen Wissenschaften in der europäischen Aufklärung, den Mathematisierungsprozessen in modernen Gesellschaften, und den Beziehungen zwischen Naturwissenschaft und Krieg. Neuere Publikationen: Jüdische Mathematiker in der deutschsprachigen akademischen Kultur (Hrsg. zusammen mit Birgit Bergmann), 2008; Science as Cultural Practice. Vol. 1: Cultures and Politics of Research from the Early Modern Period to the Age of Extremes (Hrsg. zusammen mit Claus Zittel), im Erscheinen; Science as Cultural Practice. Vol. 2: Modernism in the Sciences (Hrsg. zusammen mit Falk Müller), im Erscheinen.

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