Veranstaltungen

Conservation and Global Justice: Responding Fairly to the Biodiversity Crisis

A workshop with Chris Armstrong on his new book manuscript

23 January 2023

With: Chris Armstrong (University of Southampton), Julio Caceda (Goethe University), Dimitrios Efthymiou (Goethe University), Petra Gümplová (University of Jena), Darrel Moellendorf (Goethe University), Hanna Schübel (University of Fribourg) and Lukas Sparenborg (Goethe University).

Forschungskolleg Humanwissenschaften
Am Wingertsberg 4
61348 Bad Homburg vor der Höhe

Registration is required: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Programm (pdf): Click here...

Presented by:
Forschungskolleg Humanwissenschaften und „ConTrust“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Demokratie in Aufruhr

Prof. Dr. Eduardo Suplicy im Gespräch mit Prof. Dr. Jonas Wolff

Montag, 23. Januar 2023, 19.00 Uhr – Historische Villa Metzler, Frankfurt am Main

Nach der Wahl des linksgerichteten Lula da Silva zum Präsidenten Brasiliens im letzten Herbst wurde vielerorts von einem Sieg der Demokratie gesprochen. Denn der Mitbegründer der Partei der Arbeiter setzte sich nach einem hitzig geführten Wahlkampf gegen den rechtsextremen Amtsinhaber Jair Bolsonaro durch. Am 08.01.2023 verwüsteten dann tausende Anhänger Bolsonaros den Kongress, den Obersten Gerichtshof und den Regierungssitz in der brasilianischen Hauptstadt Brasilia. Diese Ausschreitungen in der Herzkammer der brasilianischen Demokratie fanden nur eine Woche nach der Amtseinführung des neuen Präsidenten Lula da Silva statt und weckten beunruhigende Erinnerungen an den Sturm des US-Kapitols vor zwei Jahren durch Unterstützer des ehemaligen republikanischen Präsidenten Donald Trump. Im Lichte dieser Vorkommnisse nehmen die Warnungen vor einer Erosion der Demokratien weltweit zu: So warnte beispielsweise der US-Präsident Joe Biden in der letzten Woche vor der reellen Gefahr eines Zusammenbruchs der demokratischen Institutionen in Brasilien, den USA und anderen Teilen der Welt.

Was sind die Ursachen für die Aufruhren? Wie resilient und stabil zeigen sich die demokratischen Institutionen vor dem Hintergrund dieser Krisensymptome? Und wie kann die Demokratie geschützt werden?

Die Veranstaltung ‚Demokratie in Aufruhr‘ widmet sich diesen drängenden Fragen und legt dabei einen Fokus auf die aktuellen Entwicklungen in Brasilien und der Andenregion.

Dazu eingeladen ist der brasilianische Politiker und Ökonom Prof. Eduardo Suplicy – seit mehr als 40 Jahren eine der prägendsten Figuren der brasilianischen Politik. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der brasilianischen Partei der Arbeiter des heutigen Präsidenten Lula da Silva. Weltweit bekannt ist Suplicy als unermüdlicher Vorkämpfer für ein bedingungsloses Grundeinkommen. So ist es auf seinen Einsatz und seinen Gesetzesvorschlag zurückzuführen, dass Brasilien 2004 das erste Land der Welt wurde, das dieses Instrument in der Verfassung verankerte. Da die Umsetzung bis heute aussteht, kämpft Suplicy weiterhin für eine Priorisierung des Projekts. Seine große Beliebtheit in der Bevölkerung wurde dabei erst jüngst erneut bestätigt, als er mit der höchsten Stimmenzahl zum Abgeordneten des Bundesstaats São Paulo gewählt wurde und damit zu den Wurzeln seines ersten politischen Amtes zurückkehrte.

Jonas Wolff, Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Transformationsforschung in Lateinamerika der Goethe-Universität Frankfurt und der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, komplementiert das Gespräch. Gemeinsam werden sie über die aktuellen Ereignisse in der Region sprechen und im Hinblick auf die Lage der Demokratien reflektieren.

Bildergalerie:

  • Prof. Dr. Jonas Wolff, Prof. Dr. Rainer Forst, Prof. Dr. Eduardo Suplicy, Michael Kegler (v.l.)
  • Alexandre José Vidal Porto (Generalkonsul Brasiliens in Frankfurt am Main)
  • Rebecca Caroline Schmidt, Prof. Dr. Eduardo Suplicy, Michael Kegler (v.l.)
  • Prof. Dr. Jonas Wolff, Rebecca Caroline Schmidt, Prof. Dr. Eduardo Suplicy, Michael Kegler (v.l.)
  • Rebecca Caroline Schmidt, Prof. Dr. Eduardo Suplicy, Michael Kegler (v.l.)
  • Prof. Dr. Eduardo Suplicy
  • Prof. Dr. Eduardo Suplicy
  • Prof. Dr. Jonas Wolff, Rebecca Caroline Schmidt, Prof. Dr. Eduardo Suplicy, Michael Kegler (v.l.)
  • Prof. Dr. Eduardo Suplicy
  • Prof. Dr. Eduardo Suplicy
  • Dominik Schmidt, Calos Morado, Rebecca Caroline Schmidt, Prof. Dr. Eduardo Suplicy, Prof. Dr. Rainer Forst, Juana Lorena (v.l.)

Programm

Grußwort
Prof. Dr. Rainer Forst
Direktor Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt
Alexandre José Vidal Porto
Generalkonsul Brasiliens in Frankfurt am Main

Gespräch
Prof. Dr. Eduardo Suplicy
Politiker, Ökonom und Mitbegründer der Partei Partido dos Trabalhadores (PT)
Prof. Dr. Jonas Wolff
Forschungsinitiative ConTrust: Vertrauen im Konflikt an der Goethe-Universität Frankfurt

Moderation
Rebecca C. Schmidt
Geschäftsführerin Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt

Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Portugiesisch mit deutscher Simultanübersetzung statt.
Übersetzung: Michael Kegler

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstalter
Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt

„ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Museum Angewandte Kunst

Initiiert von:
Dr. Paula Macedo Weiß (Kulturproduzentin)

Veranstaltungsort:
Historische Villa Metzler / Museum Angewandte Kunst
Schaumainkai 17
60594 Frankfurt am Main

 

Die dunkle Seite der Christdemokratie

Öffentlicher Vortrag

Mittwoch, 8. Februar 2022, 19.15 Uhr

Vortrag von Fabio Wolkenstein, Universität Wien

Goethe-Universität
Campus Westend
Seminarhaus
Raum SH 3.105

Eine Veranstaltung der Heisenberg-Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie, Ideengeschichte und Theorien der Ökonomie
Kontakt: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Veranstalter:
Heisenberg-Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie, Ideengeschichte und Theorien der Ökonomie und „ConTrust“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungszentrum „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Asiatisch Deutscher Kultur-Aktivismus: Medien, Repräsentation, Generationen

Workshop

Goethe-Universität Frankfurt
Gebäude „Normative Ordnungen“ | EG 01
Max-Horkheimer-Str. 2
60323 Frankfurt am Main

Um Anmeldung wird gebeten unter: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Programm
15.00 Uhr
Diskussionsrunde
Mit Dr. Sun-ju Choi, Cuso Ehrich und Jee-Un Kim (korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V.)

16.30 Uhr
Kaffeepause

17.00 Uhr
Diskussionsrunde
Mit Viktoria Se Hee Alz (Drehbuchautorin) sowie Dieu Hao Do und Duc Ngo Ngoc (Regisseure)

Moderation: Prof. Dr. Feng-Mei Heberer

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Personen

Viktoria So Hee Alz – geboren in Südkorea, aufgewachsen in Deutschland – ist Drehbuchautorin und Aktivistin aus Berlin. Neben ihrer Headautorinnenarbeit bei PARA - Wir sind King und DRUCK, lieferte sie 2020 sowohl Idee als auch Bücher für die Web-Serie #heuldoch - Therapie wie noch nie. Des Weiteren setzt sie sich für strukturelle Veränderungen in der Film- und Fernsehlandschaft ein und hält Workshops, Panels und Mentoring Sessions mit Fokus auf Gender & Diversität.

Dr. Sun-Ju Choi ist Autorin und Kulturschaffende. Sie studierte Literatur an der Universität zu Köln und Drehbuch an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin) und ist bei den Neuen deutsche Medienmacher*innen e.V. als stellvertretende Geschäftsführerin tätig. Sie ist außerdem Gründungsmitglied von korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und leitet seit 2007 gemeinsam mit Kimiko Suda das Asian Film Festival Berlin.

Dieu Hao Do ist Künstler, Filmemacher und Filmaktivist. Seine Filme erforschen neue Perspektiven auf Geschichtserinnerung des Amerikanischen Kriegs in Vietnam. Mit dem Ziel, neue BIPOC Stimmen fürs Erzählen zu empowern, engagiert er sich u.a. für #VielfaltImFilm. Er ist aktives Mitglied der gemeinnützigen Initiative Berlin Asian Film Network (BAFNET), die sich seit 2012 für differenzierte Repräsentationen asiatisch deutscher Lebensrealitäten in Film und Fernsehen engagiert.

Cuso Ehrich ist seit 2022 bei korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. und leitet dort das Projekt RADAR (Ressourcen von/für Asiatische Deutsche gegen anti-asiatischen Rassismus). Schwerpunkte sind u.a. kritische politische Bildungsarbeit, anti-asiatischer Rassismus sowie Intersektionen von Kolonialismus und Geschlecht. Neben Vorstands- und Gremiumsarbeit organisiert sich Cuso in politischen Kleingruppen und versucht durch Podcasts Ressourcen für soziale Bewegungen zu erarbeiten.

Feng-Mei Heberer ist Assistant Professor am Fachbereich Filmwissenschaft an der New York University. Ihre Forschung umfasst die Bereiche transnationale Medien, Intersektionalität, Migration und Arbeit. Ihr Buch, Asians On Demand: Mediating Race in Video Art and Activism erscheint nächsten Herbst bei der University of Minnesota Press. Seit 2008 ist sie Teil des Asian Film Festival Berlin Teams.

Jee-Un Kim ist Juristin, Kulturmanagerin und Gründungsmitglied von korientation. Netzwerk für Asiatisch-Deutsche Perspektiven e.V. Sie studierte Jura und Kulturmanagement in Berlin und war als Anwältin in eigener Kanzlei tätig, bis sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Koreanistik der Universität Tübingen wechselte. Seit Anfang 2020 ist sie Geschäftsleiterin bei korientation und Projektleiterin von MEGA (Media and Empowerment for German Asians).

Duc Ngo Ngoc ist Filmemacher für Spiel- und Dokumentarfilme. Neben seinen eigenen Arbeiten, die u.a. mit dem Max Ophüls Publikumspreis ausgezeichnet wurden, realisierte er Radio-Dokumentationen, Filme und serielle Formate für öffentlich-rechtliche Sender (NDR, rrb, BR, ZDF, KIKA). Er ist außerdem Initiator und Projektleiter des Workshops Dreh’s Um - deutsch-vietnamesische Perspektiven, bei dem deutsch-vietnamesische Jugendliche lernen ihre eigenen Geschichten zu erzählen.

Veranstalter: „ConTrust“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Tatsachenermittlung im russisch-ukrainischen Krieg: Status, Defizite und Desiderata

Öffentlicher Vortrag

Vortrag von Prof. Dr. Thilo Marauhn (Justus-Liebig-Universität Gießen, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung)

Moderation: Prof. Dr. Stefan Kadelbach (Goethe-Universität Frankfurt, Normative Orders)

Goethe-Universität Frankfurt
Gebäude „Normative Ordnungen“ | EG 01
Max-Horkheimer-Str. 2
60323 Frankfurt am Main

Um Anmeldung an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. wird gebeten

Veranstalter:
Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Gemeinsam gegen Krisen: Die EU-Afrika-Partnerschaft und die neuen geopolitischen Herausforderungen

Crisis Talks

Montag, 5. Dezember 2022, 13 - 14 Uhr

Verfolgen Sie den deutschen Livestream auf dem Youtube-Kanal "Hessen in Berlin und Europa": Hier...

Unter folgender Adresse können Sie Fragen an die Panelisten stellen: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Der Livestream wird simultan verdolmetscht (Englisch/Deutsch).

Programm (pdf): Hier...

Begrüßung
Lucia Puttrich
Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten

Dr. Stefan Kroll
Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung/
Goethe Universität Frankfurt am Main

Impuls
Dr. Antonia Witt
Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

Podiumsdiskussion
Dr. Antonia Witt

Michael Gahler
Mitglied des Europäischen Parlaments

Luisa Ossmann
Europäische Kommission, Generaldirektion Internationale Partnerschaften

Philomena Apiko
Leiterin des European Centre for Development Policy Management (ECDPM) Teams für AU-EU-Beziehungen

Moderation
Dr. Lucia Schulten
Senior Editorial Manager European Newsroom

 

Gemeinsam gegen Krisen: Die EU-Afrika-Partnerschaft und die neuen geopolitischen Herausforderungen
Europa und Afrika können zukünftige Krisen angesichts der geopolitischen Herausforderungen in nahezu allen Bereichen nur gemeinsam erfolgreich bewältigen. Für Frieden, Wohlstand und Nachhaltigkeit sowie wirtschaftliche Entwicklung ist eine stabile Partnerschaft zwischen der EU und der Afrikanischen Union eine Voraussetzung, sind doch die Interessen der beiden Kontinente eng miteinander verflochten. So hat neben den Themen Klimawandel und Migration z.B. der Krieg in der Ukraine auch unmittelbare Folgen für den Frieden und die Sicherheit in Regionen Afrikas: Sei es aufgrund der Nahrungsmittelknappheit wegen ausbleibender Exporte aus der Ukraine, wegen Energiearmut oder bezüglich Sicherheitsfragen, wie etwa der Konflikt in Mali zuletzt ein Schauplatz der Konfrontation Russlands mit dem Westen wurde. Was folgt nun aus der aktuellen Situation für regionale Kooperationen und auch die Beziehung zwischen der EU und Afrika? Diese und weitere Fragen diskutieren wir in diesem Crisis Talk.

Crisis Talks des Leibniz-Forschungsverbund „Krisen einer globalisierten Welt“
Krisen sind in der EU historisch ein wichtiger Motor der Veränderung und des Fortschritts. In Krisensituationen ist die von großer Heterogenität geprägte und auf konsensuale Meinungsbildung ausgerichtete EU bisher meist in der Lage gewesen, gemeinsame Wahrnehmungen herzustellen, Blockaden zu überwinden und Integration zu gestalten. Der Leibniz-Forschungsverbund „Krisen einer globalisierten Welt“ geht in der Reihe Crisis Talks der Frage nach, wie Europa mit seinen aktuellen und vergangenen Krisen umgehen sollte.

Veranstalter:
Die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich und das Leibnizforschungsnetzwerk „Umweltkrisen - Krisenumwelten“ gemeinsam mit dem Forschungsverbund "Normative Ordnungen" an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Weitere Informationen zur Reihe "Crisis Talks": Hier...

 

Trust Matters

International Workshop

1 - 2 December 2022

Building “Normative Ordnungen”, Room 5.01
Max-Horkheimer-Str. 2
60323 Frankfurt/Main

Registration: Please write an email to This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. by November 30th

We are never quite as aware of the importance of trust as when it breaks down. Though one emergency is different from the other and though little seems to unite disparate events such as climate change, the 2011 European debt crisis, the outbreak of Covid-19 and the war in Ukraine, exploring the complexities of trust, or the lack thereof, gives us some valuable insight on these events’ unfolding. It has been said time and again that trust binds together the social world we live in and that we display trust simply by daring to get up in the morning. Trust is found in all human interactions, from those of everyday life to international relations among heads of state. Trust is what human institutions live off, as numerous social norms crucially depend on our trusting others to follow them too. Yet, there seems to be a widespread crisis of trust that plagues our social and political world, making it difficult for citizens to trust their government, epistemically reputed authorities, neutral agencies such as the judiciary, international systems of cooperation and their very neighbours. Moreover, growing political and social conflicts – ranging from the increased polarization within Western democracies to the decline of the liberal international order – force us to wonder whether it is possible for trust to flourish under conditions of conflict.
The importance of trust combined with its apparent scarcity has made it a rightful topic of interest for scholars in political and social sciences, philosophy, epistemology, legal and political theory. Work in each of these disciplines uncovers a part of the trust puzzle, aiming to explain what it means to trust, when trusting has value and is justified and what political, social and economic effects we can get from healthy relationships of trust. Looking at trust from different angles is fruitful because it educates us on the multiple, sometimes divergent, dimensions characterising the plethora of human phenomena that generally go under the label of trust, from face-to-face relations to state interactions. It also shows how trust is defined and measured in different, at times conflicting ways. We should be aware of the different vocabularies with which trust is treated and we should welcome interdisciplinary discussions that shed more light on the various dimensions of trust.
This is what Raquel Barradas de Freitas, Sergio Lo Iacono and other contributors have realised with the recently published Trust Matters: Cross-Disciplinary Essays (Hart 2021). The volume brings together trust scholars of various fields, from legal and political theory to social and political science, as well as history and philosophy. Their interdisciplinary conversation started with a workshop organized at the European University Institute in 2018 and attended by many of the authors. Goethe University and ConTrust would provide an invaluable opportunity to continue that discussion and to enrich it with new perspectives and contributions. While ConTrust’s strong interdisciplinary character dovetails with the book’s diverse chapters, its nuanced approach to trust as a phenomenon with both positive and negative undertones, as well as its innovative focus on the intricacies of trust and conflict will be highly beneficial for fostering a fruitful exchange among trust experts. Thus, the workshop will efficiently disseminate the research results achieved with Trust Matters. It will also offer scholars the opportunity to present current work and benefit from feedback from other trust experts. Finally, the workshop will further expand the network of ConTrust, by establishing new contacts with other international scholars in the field.

Program (pdf): Click here…

Presented by:
Research Initiative “ConTrust: Trust in Conflict – Political Life under Conditions of Uncertainty”

Trust, gullibility and skepticism

Virtual Keynote at the Second Annual Conference of ConTrust

Thursday, November 17, 2022, 6.00p.m. CET

Prof Pippa Norris (John F. Kennedy School of Government, Harvard University)

Moderation: Prof Nicole Deitelhoff (ConTrust, PRIF, Goethe University)

The extensive contemporary literature from multiple disciplines has highlighted many beneficial consequences claimed to arise from trust within advanced industrialized societies, such as for sustaining love (Larzelere and Huston), overcoming collective action problems within local communities (Putnam); lubricating the wheels of economic markets (Arrow, Fukuyama); managing organizations (Mayer, Davis and Schoorman);  overcoming gridlock in policymaking (Hetherington); legitimating governments (Gamson); sustaining rule of law (Tyler); and facilitating international cooperation underpinning democratic peace (Russett).  It follows that any signs of low or eroding trust are, and should be, a matter of serious concern.

But a broader perspective recognizes that in fact trust has two faces, not one. Blind trust in anti-vax posts weaken herd immunity, putting lives at risk. Faith in Q-Anon conspiracy theories triggered violent insurrection attacking the U.S. Capital. Equally disastrous consequences can follow from gullible belief in fake Covid-19 cures like ingesting bleach, investing lifesavings in Madoff pyramid schemes, or trusting the Big Lie about President Biden’s legitimate victory. It is well-known that trust has a dark side, after all, the fable of the frog and the scorpion teaches children to beware of faux promises.

This presentation, drawn from a forthcoming OUP book “In Praise of Skepticism”, questions the prevalent rosy assumptions underpinning modern accounts of trust. The study unpacks the concept and advances a new 4-fold typology of trustworthy relationships. This is used to analyze new empirical evidence drawn from the World Values Survey 1981-2021 in 115 societies. Social, political and international dimension of trust are compared among diverse authoritarian states, ranging from Myanmar, Tajikistan and Kazakhstan to China, Russia, Nicaragua, and Qatar, as well as among industrialized liberal democracies such as Germany, Belgium, the Netherlands, the U.S. and the UK. The conclusion argues that the risks of too much compliant trust, among individuals and societies, have commonly been underestimated.

For further information about the book: Click here…
Brief bio of Prof Pippa Norris (pdf): Click here...
To download the paper "Trust in Government Redux: The role of information environments and cognitive skills": Click here...

Trust dynamics in the digital society: a research agenda

ConTrust Speaker Series

Wednesday, November 23rd, 2022, 6.15 p.m.

Prof. Dr. Balázs Bodó (University of Amsterdam)

Welcome address: Prof. Dr. Alexander Peukert (Goethe-Universität Frankfurt am Main, ConTrust)

Building „Normative Ordnungen", EG 01
Max Horkheimer Str. 2
60323 Frankfurt

and online via Zoom. Please register in advance: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

The digital society relies on an ever-expanding network of digital infrastructures. This forces us to rethink some of our basic assumptions about one of the most fundamental resources in all interpersonal, social, economic relations: trust.
Our newly established interdisciplinary research initiative at the University of Amsterdam will look at trust dynamics in the digital society from three perspectives. First, we would like to address the fundamental problem, that despite their widespread use, we know little about the trustworthiness of our digital infrastructures. At best it is difficult to establish their trustworthiness (such as with AI), at worst they are proven to be untrustworthy (as is the case with social media). Second, we aim to understand the role these digital infrastructures play in interpersonal and societal trust dynamics. They disrupt existing trust relations and offer new ways to trust each other. Third we hope to improve upon our current scientific methods and theories, which face serious limits when it comes to the study of change of social structures, institutions, and processes under the conditions of rapid technological transformation. Research on trust in technology and trust by technology is siloed, and focuses on narrowly defined technologies (AI), or problems (system security), and lacks a comprehensive, multidisciplinary, long-term-view.

Prof. Dr. Balazs Bodo is an economist, social scientist, Associate Professor at the Institute for Information Law, University of Amsterdam. He is the director of the Universities interdisciplinary "Trust in the digital society" Research Priority Area. He was a Fulbright Visiting Researcher at Stanford University’s Center for Internet and Society in 2006/7 and a Fellow at the Center between 2006 and 2012. In 2012/13 he was a Fulbright Fellow at the Berkman Center for Internet and Society at Harvard University. In 2013 he moved to Amsterdam as a Marie Curie Fellow at the Institute for Information Law (IViR) at the University of Amsterdam. In 2018 he received an ERC Starting Grant to study the legal, and political implications of blockchain based technologies, and started the Blockchain & Society Policy Research Lab. In 2019 he has been a senior visiting fellow at the Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft, Berlin. His academic interests include copyright and economics, piracy, media regulation, peer-to-peer communities, shadow libraries, digital archives, informal media economies, and similar regulatory conflicts around new technological architectures.

Presented by:
„ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Akteure und soziale Kontexte rechter Gewalt

Online-Vortragsreihe im Wintersemester 2022/23

Das Ausmaß rechter Gewalt in Deutschland wird in staatlichen und zivilgesellschaftlichen Statistiken - zum Teil sehr unterschiedlich - quantifiziert. Gerade in der medialen Auseinandersetzung ist dieser statistische Blick auf rechte Gewalt sehr präsent, obwohl er nur bedingt zum Verstehen und Erklären rechter Gewaltphänomene beiträgt. Aus einer soziologisch-historischen Perspektive hingegen rücken Fragen nach konkreten Akteuren sowie nach den sozialen Kontexten rechter Gewalt in den Vordergrund. In diesem Sinne möchten wir mit unserer Veranstaltungsreihe dazu beitragen, den Blick auf rechte Gewalt zu weiten und verschiedene aktuelle sowie historische Phänomene zu beleuchten.
Die Referierenden werden sowohl rechtsextreme Netzwerke und Jugendkulturen von den 1970er bis in die 1990er Jahre analysieren als auch aktuelle Phänomene wie (vermeintlicher) Lone-Actor-Terrorismus oder rechtsextreme Online-Communities (z.B. „Incels“) diskutieren. Die Spuren der Corona-Pandemie finden sich neben dem Format als Online-Veranstaltungsreihe auch im Thema des Auftaktvortrags wieder, der sich mit Radikalisierungsprozessen der Impfgegnerinnen-Bewegung auseinandersetzt.
Die Veranstaltungsreihe im Wintersemester 2022/23 schreibt unsere letztjährige Reihe zu "Hate-Crime, Vorurteilskriminalität und rechte Gewalt" fort. Hierfür konnten wir renommierte Soziologinnen, Kriminologinnen und Historkerinnen gewinnen, die uns spannende und aufschlussreiche Einblicke in ihre aktuellen Forschungen und Analysen rechter Gewalt, ihrer Akteure und den sozialen Kontexten geben werden.

Die Veranstaltungen finden digital über Zoom statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Zum Zoom-Link: Hier...

Programm als .pdf: Hier...

Programm

Dienstag, 25. Oktober 2022 – 18.00 Uhr
Explaining radicalizationprocesses in anti-vax protests during pandemic times: A relational approach to violence
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Donatella Della Porta
(Scuola Normale Superiore, Firenze)
This lecture locates radicalization processes of anti-vax protests by looking at the broader protest cycles activated by the pandemic crisis. Defining anti-vax protests as an example of regressive contentious politics during an emergency critical juncture, Donnatella della Porta will look at the relational dynamics as well as at the cognitive processes during various waves of protests. Based on protest event data as well as video data and frame analyses on the Italian case, the presentation will also expand on a cross national comparative perspective.

Dienstag, 8. November 2022 – 18:00 Uhr
Lone Acting. Über die soziale Einbettung von „Einzeltätern“
Dr. Thomas Hoebel
(Hamburger Institut für Sozialforschung)
Neuere empirische Studien zeigen, dass viele der sogenannten Einzeltäter Komplizen oder Mitwisserinnen haben. Auch wenn sie die Gewaltanschläge allein vorbereiten und ausführen, kündigen sie ihre Taten bestimmten Kreisen vorher an oder beziehen sich auf breitere radikale Bewegungen, in deren Namen sie ihre Tat verüben. Ihre Radikalisierung vollzieht sich häufig in radikalen Milieus und Subkulturen, online oder offline. Zudem ereignen sich die Gewalttaten oft im Kontext breiterer politischer Konflikte oder im Zusammenhang mit Wellen der Mobilisierung von Mitstreitenden. In seinem Vortrag befasst sich Thomas Hoebel mit der Frage, wie diese sozialen Einbettungen eines „lone acting“ theoretisch-konzeptionell erschlossen werden können.

Dienstag, 22. November 2022 – 18.00 Uhr
Soundtracks der Baseballschlägerjahre. Rechte Gewalt und Jugendkultur im Ostdeutschland der 90er-Jahre
Dr. Christoph Schulze (Moses-Mendelssohn-Zentrum, Universität Potsdam)
„Wir sind jung, stolz und stark“, sang die Cottbuser Neonazi-Band Frontalkraft am Anfang der 1990er-Jahre. Boomender Rassismus und Nationalismus kamen zu dieser Zeit in Ostdeutschland und auch darüber hinaus mit einem Aufbruch einer selbst- und machtbewussten rechtsextremen Jugendkultur zusammen. Skinheads wurden zu Ikonen und zu einer prägenden Kraft in den Jugendszenen. Mode, Musik, Neonazismus vermischten sich - Ausdruck und Mittel der entsprechenden Politik wurde die Gewalt. Eine Exploration der Geschichte, Funktion und Bedeutung rechtsextremer Kultur, veranschaulicht am Exempel des Landes Brandenburg.

Dienstag, 6. Dezember 2022 – 18.00 Uhr
Incels, Volcels, MGTOW: Sexistische Sehnsuchtsstrukturen und männliche Selbstinszenierungen als vermeintliche Opfer des Feminismus
Nanina Marika Sturm
(Hochschule für Polizei und Öffentliche Verwaltung, Dortmund)
Incels, Volcels, MGTOW – drei der bekanntesten Gruppierungen, die trotz einiger Differenzen einiges gemeinsam haben: Antifeminismus, Sexismus und extrem rechte Ideologien. In diesem Vortrag soll ein Einblick in die verschiedenen Gruppierungen und ihre Rollenbilder, Widersprüchlichkeiten, Ideologien, den digitalen „Memetic Warfare“ und Gefährdungspotenziale gegeben werden. Schwerpunkt wird dabei eine intersektionale Perspektive sein, um Zusammenhänge zwischen antisemitischen, rassistischen, antiziganistischen und sexistischen Elementen in den rechtsextremen Online-Communities zu berücksichtigen.

Dienstag, 20. Dezember 2022 – 18:00 Uhr
Between ‘coloreds’ and ‘foreigners’. The effect of Manfred Roeder’s contagious encounters abroad on West-German right-wing extremism
Annelotte Janse
(Universität Utrecht)
In this lecture, Annelotte Janse will dive into the transnational network of Manfred Roeder in the 1970s. Roeder was best known for his leadership of the Deutsche Aktionsgruppen, a right-wing terrorist group responsible for the first ‘explicitly racist’ and lethal anti-foreigner attacks in West-Germany. Presenting previously unused archival material, Annelotte Janse will show that Roeder’s encounters abroad decisively shaped and emboldened his thoughts and actions regarding the presence of ‘foreigners’ in West Germany. Consequently, it was not just the racist violence of the Deutsche Aktionsgruppen, but also Roeder’s transnational encounters contributed to the consolidation of a new threat perception that came to dominate the West German right-wing extremist scene of the 1980s.

Veranstalter:
Nachwuchsforschergruppe Rechtsextreme Gewaltdelinquenz und Praxis der Strafverfolgung: Taten, TäterInnen und Reaktionen der Hans-Böckler-Stiftung und „ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Ist es das wert? Der Preis von Freiheit und Demokratie

52. Römerberggespräche

12. November 2022, 10 bis 17 Uhr

Schauspiel Frankfurt, Chagallsaal
Neue Mainzer Str. 17
60311 Frankfurt am Main

Die Energiekosten steigen, die Inflation wächst, Betriebe gehen insolvent und Arbeitsplätze verloren. Auch hierzulande werden die ökonomischen Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine immer spürbarer. Wieviel Wohlstandsverlust kann unsere Gesellschaft ertragen, bis ihr innerer Friede in Mitleidenschaft gezogen wird – und was bleibt dann noch von der Solidarität mit Kiew? Das dürfte nicht nur Wladimir Putin strategisch interessieren. Das müssen sich auch die europäischen Regierungen fragen, wenn ihre Sanktionen innenpolitisch ein Preisschild bekommen.
Was sollen uns Völkerrecht und transnationale Gerechtigkeit wert sein? Welche Opfer wollen wir für den Schutz von geflüchteten und vertriebenen Menschen bringen? Welchen Preis müssen wir für die Verteidigung von Demokratie und Freiheit bezahlen? Und wie rechtfertigen wir diese Kosten denen gegenüber, die ihre Existenzgrundlage gefährdet sehen?

Moderation Hadija Haruna-Oelker und Alf Mentzer

Programm (.pdf): Hier...

Bildergalerie

  • Prof. Dr. Armin Nassehi (Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Prof. Dr. Armin Nassehi (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Hadija Haruna-Oelker (Moderatorin)
  • Marina Weisband (Publizistin)
  • Serhij Zhadan (Schriftsteller, Dichter)
  • Prof. Dr. Martin Schulze-Wessel (Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Prof. Dr. Martin Schulze-Wessel (Ludwig-Maximilians-Universität München)
  • Ulrike Herrmann (Wirtschaftsjournalistin, taz)
  • Dr. Ramona Rischke (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung)
  • Dr. Ramona Rischke (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung) und Prof. Dr. Matthias Quent (Hochschule Magdeburg-Stendal)
  • Prof. Dr. Teresa Koloma Beck (Soziologin, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg)

Programm

10.00 Uhr
Begrüßung durch Ayse Asar (Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst)

10.15 Uhr
Armin Nassehi (Soziologe, LMU München)
Vom Nutzen und Nachteil der Frage nach Nutzen und Nachteil – Erwartungsmanagement in unkalkulierbaren Zeiten

 

11.00 Uhr
Marina Weisband (Publizistin)
Vom Wert der Freiheit

 

11.45 Uhr
Serhij Zhadan (Autor, Träger des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2022)
Sprache nach dem Krieg

12.30 Uhr
Martin Schulze Wessel (Historiker, LMU München)
Putins Geschichte. Historische Obsession und gegenwärtige Strategien

13.15 Uhr
Mittagspause

14.15 Uhr
Ulrike Herrmann (Journalistin und Publizistin)
Wer soll das bezahlen? Die Ökonomie des Krieges

15.00 Uhr
Ramona Rischke (Migrations- und Armutsforscherin, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung) und Matthias Quent (Soziologe, Hochschule Magdeburg-Stendal)
Ein heißer Herbst? Willkommenskultur und Abwehrreflexe

16.00 Uhr
Teresa Koloma Beck (Soziologin, HSU/UniBw Hamburg)
Zusammenhalt durch Krise? Perspektiven auf Europa

17.00 Uhr
Ende

Veranstalter:
Römerberggespräche e.V. in Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Vertrauen und Protest in der Demokratie

Diskussionsreihe der Frankfurter Bürger-Universität

Demokratie als lernfähige Form gesellschaftlichen Zusammenlebens lebt von der Kritik, dem Einspruch, dem Protest. Genauer gesagt: der berechtigten Kritik, dem begründeten Einspruch, dem öffentlich argumentierenden Protest. Sie lebt von loyaler Opposition. Hinter manchem Protest verbirgt sich allerdings etwas Anderes: eine destruktive Haltung, die – während sie das demokratische Recht auf freie Meinungsäußerung und demokratische Schutzrechte in Anspruch nimmt – die Rechtsstaatlichkeit attackiert. Andererseits gibt es durchaus Auslöser für Vertrauensverlust in demokratische Institutionen, die berechtigten Protest oder auch Widerstand hervorrufen. Was ist an Demokratien falsch, wenn sich dieser Widerstand oft nur im Verborgenen äußern will oder kann? Was bedeutet dies für Bürgerinitiativen und ihre Protestformen?

Die Veranstaltungsreihe mit Podiumsgespräch und dialogischen Spaziergängen fragt nach Formen von Widerstand in der Demokratie, unter welchen Bedingungen sie entstehen und wie mit ihnen umgegangen werden kann.

Weitere Informationen folgen in Kürze

2. Februar 2023, 19 Uhr
Unsichtbarer Widerstand – Vertrauen und Protest in der Demokratie
Podiumsteilnehmer*innen:
Dominik Herold, Mitbegründer der Bürgerinitiative „Mehr als wählen e.V.“, Netzwerk Paulskirche, Dr. Daniel Mullis, Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, Prof. Dr. Ferdinand Sutterlüty, Institut für Soziologie/Goethe-Universität (Schwerpunkt Familien- und Jugendsoziologie), Prof. Dr. Lisbeth Zimmermann, Institut für Politikwissenschaft/Goethe-Universität (Schwerpunkt Internationale Institutionen und Friedensprozesse)

Moderation: Dr. Olaf Kaltenborn, Leiter PR und Kommunikation der Goethe-Universität

Normative Orders-Gebäude, EG 01 + 02
Max Horkheimer-Straße 2
60323 Frankfurt am Main

Weitere Informationen: https://aktuelles.uni-frankfurt.de/veranstaltungen/ und www.buerger.uni-frankfurt.de. Anmeldung unter: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Veranstalter:
Goethe-Universität in Kooperation mit dem Clusterinitiative ConTrust am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität

Trust Contexted

Lecture Series

In the winter semester 2022/23, the Excellence Cluster Initiative ConTrust – Trust in Conflict. Political Life under Conditions of Uncertainty organizes the Lecture Series Trust Contexted. Taking an interdisciplinary perspective, international trust scholars will examine the dynamics of trust in conflict in diverse contexts. The program aims at providing a setting for unconventional and critical perspectives on current trust conceptions, theories and approaches.

The Lecture Series takes place in the room EG.01 in the Normative Orders building, Max Horkheimer Str. 2, 60323 Frankfurt.

The events are open to the public. Please register in advance: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Program

Wednesday, October 26, 2022, 6-8 pm 
Dr. Anindya Sekhar Purkayastha, Professor of Literary Studies, Kazi Nazrul University, India, and (currently) Institute of Language Studies and Research (ILSR), Kolkata, India:
“Postcolonial perspectives on conflict and trust building. Tolerance, Fratricidal Violence and Samata: Critical Anarchives of Nazrul, Ambedkar and W.E.B. DuBois”

Wednesday, November 9, 2022, 6-8 pm
Dr. Tiago Mata, Associate Professor in the Department of Science and Technology Studies at University College London, UK:
“The political epistemology of American social movements, 1980s and 1990s”

Wednesday, December 14, 2022, 6-8 pm
Dr. Moira Weigel, Assistant Professor in the Department of Communication Studies at Northeastern University, USA:
“Behind the Brown Box: Amazon Sellers, Global Supply Chains, and the Making of Monopoly.”

Presented by:
„ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Prof. Brian Christopher Rathbun

Professor für Internationale Beziehungen an der University of Southern California Dornsife

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Tobias Wille

Dauer des Forschungsaufenthaltes:
Oktober 2022

Brian Rathbun ist Professor für Internationale Beziehungen an der University of Southern California Dornsife. Seine Forschungsschwerpunkte sind Sicherheitspolitik, deutsche Außenpolitik, die Europäische Union, soziale Bewegungen und Theorien des Friedens. Er hat mehrere Monographien und zahlreiche Zeitschriftenartikel veröffentlicht. Sein Buch „Reasoning of State“ (Cambridge University Press 2019) wurde mit dem Best Book Award 2018-2020 der Foreign Policy Section der American Political Science Association ausgezeichnet. Brian Rathbun ist Mitglied der Editorial Boards von International Studies Quarterly, European Journal of European Security und Journal of Global Security Studies.

Forschungsthema:
Während seines Aufenthalts im Oktober 2022 wird er an seinem Projekt zu den Vorteilen gewaltfreier Proteste gegenüber gewaltsamen Protesten arbeiten. Seine Arbeit zielt darauf ab zu erklären, wie erstere besser in der Lage sind, aufwändige Signale der Entschlossen­heit zu senden und gleichzeitig das Publikum für sich zu gewinnen. Gerade weil gewaltlose Demonstrant:innen sich der Möglichkeit aussetzen, Schaden zu erleiden, während sie sich selbst nicht durch physische Gewalt schützen können, können sie die mora­lische Überlegenheit gewinnen.

Publikationen (Auswahl):
Rathbun, B. C. (2020). Fair Share?: Equality and Equity in American Attitudes towards Trade. International Organization. Vol. forthcoming
Rathbun, B. C. (2019). Parties to an Alliance: Ideology and the Domestic Politics of International Institutionalization. Journal of Peace Research.
Rathbun, B. C., Kertzer, J. D., Rathbun, N. S. (2019). Price of Peace: Motivated Reasoning and Costly Signaling in International Relations. International Organization.
Hafner-Burton, E., Narang, N., Rathbun, B. C. (2019). U.S. Foreign Policy in the Age of Trump Symposium: What Is Populist Nationalism and Why Does it Matter?. Journal of Politics. Vol. 81 (2), pp. 707-711.
Rathbun, B. C. (2018). Reasoning of State: Realists, Romantics and Rationality in International Relations. Cambridge University Press.
Rathbun, B. C. (2014). Diplomacy’s Value: Creating Security in 1920s Europe and the Contemporary Middle East. Cornell University Press.

Veranstaltungen:
19. Oktober 2022, 12.15 Uhr
Paper Präsentation "The Other Cheek: A Costly Signaling Explanation of Nonviolent Success" innerhalb des ConTrust Research Colloquium

Second Annual Conference of the Research Initiative “ConTrust: Trust in Conflict"

Annual Conference

17 and 18 November 2022

Building “Normative Ordnungen”, Room EG 01 + 02
Max-Horkheimer-Str. 2
60323 Frankfurt/Main

Please register until November 10, 2022 at This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.. Participation via Zoom is also possible.

Program (PDF): Click here...

Program

Thursday, November 17, 2022

15.30
Welcoming Address by Prof Bernhard Brüne (Vice President of Goethe University)
Welcoming Remarks by Prof Nicole Deitelhoff, Prof Rainer Forst, Prof Vinzenz Hediger (Co-Speakers, ConTrust, Goethe University) and Prof Tobias Wille (Scientific Coordinator ConTrust, Goethe University)

15.45
Conflict and trust
With:
Prof Michael W. Doyle (Columbia University)
Prof Harshana Rambukwella (Open University of Sri Lanka)
Dr Prof Hanna Pfeifer and Irene Weipert-Fenner (ConTrust, PRIF, Goethe University)

Chair: Prof Tobias Wille (ConTrust, Goethe University)

17.45
Short Break

18.00
Virtual Keynote
Trust, gullibility and skepticism
Prof Pippa Norris (John F. Kennedy School of Government, Harvard University)

Moderation: Prof Nicole Deitelhoff (ConTrust, PRIF, Goethe University)

For further information: Click here...

19.30
Reception

Friday, November 18, 2022

10.00
Panel 2
Uncertainty and trust
With:
Prof Jens Beckert (MPIfG Köln)
Prof Bishnupryia Ghosh and Prof Bhaskar Sarkar (University of California, Santa Barbara)
Prof Indra Spiecker gen. Döhmann, LL.M (ConTrust, Goethe University)

Chair: Prof Vinzenz Hediger (ConTrust, Goethe University)

12.00
Lunch

13.00
Panel 3
Trust reconsidered
With:
Prof Paul Faulkner (The University of Sheffield)
Dr Chiara Destri (ConTrust, Goethe University)
Prof Michael Kosfeld (ConTrust, Goethe University)

Chair: Prof Rainer Forst (ConTrust, Goethe University)

Presented by:
Research Initiative “ConTrust: Trust in Conflict – Political Life under Conditions of Uncertainty”

Kino am Abgrund der Moderne. Die Filme von Luis Buñuel

Luis Buñuel (1900-1983) ist eine Jahrhundertfigur nicht nur des Kinos. Mit „Un chien andalou“ von 1928 verlieh er dem Surrealismus sein prägendes Gesicht und dem Kino eine neue Dimension. Wie kein zweiter verstand Buñuel das Kino als Kunst einer revolutionären Einbildungskraft, und wie kein zweiter erkundete er in seinen Filmen die Abgründe der Moderne zwischen utopischer Hoffnung und säkularer Katastrophe.

In der Lecture & Film-Reihe „Kino am Abgrund der Moderne“ führen namhafte Spezialist:innen aus Europa und den USA in die vielfältigen Facetten von Buñuels Werk ein, von den frühen surrealistischen Arbeiten über die dokumentarischen Filme der 1930er, die Filme in Mexiko und die die großen Werke nach Buñuel Rückkehr nach Frankreich in den 1960ern.

Deutsches Filmmuseum
Schaumainkai 41, Frankfurt am Main

Alle Vorführungen finden um 20:00 Uhr im Kino des DFF – Deutsches Filmmuseum & Filminstitut (Schaumainkai 41, Frankfurt am Main) statt.

Karten können jeweils auf den Seiten des Deutschen Filminstitut Filmmuseum (DFF) gekauft werden.

Kuratiert von Daniel Fairfax und Vinzenz Hediger

Programm:

3. November 2022
Vinzenz Hediger (Frankfurt)
Verkehrt die Welt: Buñuels Le fantôme de la liberté

Gegen die Revolution von 1968 schien sich das Bürgertum rasch behauptet zu haben. Doch in den Nischen und Ritzen der Gesellschaft ging die Revolution weiter – in der Umweltbewegung, der Anti-Psychiatrie, der Schwulenbewegung, und überhaupt in einem neuen Fokus auf die Menschenrechte. Luis Buñuel flankierte diese Diffusion der revolutionären Energie in die Mikropolitiken der sozialen Bewegungen mit 1974 einem frischen Frontalangriff auf das Bürgertum. LE FANTÔME DE LA LIBERTÉ ist eine Satire von Rabelais’scher Verve und surrealistischer Sprengkraft.

Vinzenz Hediger ist Professor für Filmwissenschaft an der Goethe Universität Frankfurt und Ko-Sprecher des Exzellenzprojekts „ConTrust – Vertrauen und Konflikt im politischen Zusammenleben“

Vortrag in deutscher Sprache

Filmvorfühung: LE FANTÔME DE LA LIBERTÉ, Frankreich/Italien 1974, 104 Min.

Video:

 

17. November 2022
Stefan Zweifel (Zürich)
„Ich habe Sade geliebt“: Surreale Geschichten des Auges vom Marquis de Sade bis Luis Buñuel

Wie sich die skandalöseste Manuskriptrolle in eine ähnlich skandalisierende Filmrolle verwandelte: 1785 notierte der Marquis de Sade während seiner kerkerhaft in der Bastille 600 Perversionen auf kleine Zettel, die er zu einer 12 Meter langen Rolle zusammenklebte und vor den Gefängniswärtern in einem Dildo versteckte. Diese Zettel wurden Die 120 Tage von Sodom. Seine Nachfahrin Marie-Laure de Noailles erwarb die Rolle im Auftrag der Surrealisten, die Sade als „göttlichen Marquis“ verehrten. Sie hatte in ihrem Stadtpalais in Paris den ersten privaten Kinosaal und finanzierte die Filme von Man Ray und Luis Buñuel. Nach UN CHIEN ANDALOU (1929) krönte Buñuel die Hommagen der Surrealisten (Gedichte, Gemälde, Statuen) mit L’ÂGE D‘OR(1930): Sades Lustmörder aus den 120 Tagen wandeln als Jesus-Gestalten über die Zugbrücke von Schloss Silling. Fetischisierung, Traumlogik und die Schockästhetik durchziehen beide Filme. Der berühmte Schnitt durch das Auge mit der Rasierklinge wurde zur Ikone einer neuen Sehweise der Welt: das Heterogene, das von der homogenisierenden Vernunft verdrängt wird, steigt in Form von Sexualität, Gewalt und Zufall ins Bewusstsein der Moderne.

Stefan Zweifel ist ein Übersetzer (Jean-Jacques Rousseau, Raymond Roussel, Marquis de Sade) und Journalist aus Zürich.

Vortrag in deutscher Sprache

Filmvorführung: UN CHIEN ANDALOU, Frankreich 1929, 21 Min. L’ÂGE D’OR, Frankreich 1930, 63 Min.

8. Dezember 2022
Daniel Fairfax (Frankfurt)
Buñuel in Amerika: The Young One

Während Europa vom Faschismus überrannt wurde, verbrachte Luis Buñuel die Jahre 1938-1945 im Exil in den USA. Trotz seiner Zusammenarbeit mit Iris Barry im Museum of Modern Art waren seine Versuche, einen Film in den USA zu drehen, aber ausnahmslos gescheitert. Erst 1960 bekam er die Gelegenheit, das Land mit THE YOUNG ONE(auch unter dem spanischen Titel LA JOVEN bekannt) kinematographisch zu behandeln. Mit seiner Geschichte eines schwarzen Musikers, der auf einer isolierten Insel im amerikanischen Süden in Konflikte um ein junges weißes Mädchen verwickelt wird, greift THE YOUNG ONEdie rassistischen und sexistischen Strukturen des Jim Crow-Zeitalters mit erstaunlicher Offenheit an. Für diesen in Mexiko gedrehten Film war Buñuel trotzdem nur „in“ Amerika, wie Kafka es war für seinen Amerika-Roman. Sein Blick war derjenige eines Außenseiters, der eine fremde, in vielerlei Hinsicht widerwärtige aber umso faszinierendere Gesellschaft entomologisch studiert.

Daniel Fairfax ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe Universität-Frankfurt und Autor von The Red Years of Cahiers du Cinéma (1968-1973).

Vortrag in deutscher Sprache

Filmvorführung: THE YOUNG ONE, Mexiko 1960, 95 Min.

15. Dezember 2022
Nicole Kandioler (Wien)
Thaumaturgische Pilger zwischen Gott und Maschine in La Voie lactée

Eine Trilogie über die Suche nach der Wahrheit, nannte Luis Bunuel im Rückblick seine drei Filme LA VOIE LACTÉE (1969), LE CHARME DISCRET DE LA BOURGEOISIE (1972) und LE FANTÔME DE LA LIBERTÉ (1974). Wurde LA VOIE LACTÉE von Kritik und Publikum eher verhalten aufgenommen, bezeichnet ihn Jean-Claude Carrière in der Arte-Dokumentation von Francois Lévy-Kuentz, LE CHARME DISCRET DE LUIS BUÑUEL (2013), als das wichtigste Werk des Filmemachers. In dem Vortrag sollen zwei Aspekte des Schaffens von Luis Buñuel durch die Verengung des Blicks auf LA VOIE LACTÉE diskutiert werden. Einerseits die Verstrickungen von Religion und (cinematischer) Technologie, die im Buñuelschen Diktum vom Kino als thaumaturgischer, das heißt als Wunder bewirkender Maschine, ihren Ausdruck finden. Andererseits die die Bildräume Bunuels motivisch durchwandernde Opposition von Raum und Reise, Stillstand und Bewegung, oder Dokumentarismus und Surrealismus.

Nicole Kandioler ist Film- und Medienwissenschafterin am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind (ost-)europäische Medienkultur, Gender Media Studies und dokumentarische Formen.

Vortrag in deutscher Sprache

Filmvorführung: LA VOIE LACTÉE, Frankreich 1969, 101 Min.

26. Januar 2023
Kristoffer Noheden (Stockholm)
Dreams of Desire: Belle de jour, Eros and Surrealist Cinema

In his autobiography, My Last Breath (1982), Luis Buñuel recalls his discovery of the writings of the Marquis de Sade: “I was about twenty-five when I read The 120 Days of Sodom for the first time, and I must admit I found it far more shocking than Darwin.” BELLE DE JOUR (1967) is one of the many films that demonstrate Buñuel’s persistent interest in the bewildering mechanisms of desire. The film was made parallel to a minor wave of surrealist features and in the wake of contemporaneous investigations into desire. The continued significance of desire and sexuality for surrealism was demonstrated by the large international exhibition EROS at the Galérie Daniel Cordier in Paris in 1959–60. The exhibition furthered the movement’s fascination with de Sade, but it also probed desire as a multifaceted phenomenon. Buñuel’s Sadean L’ÂGE D’OR (1930) was screened as part of a film program shown in conjunction with EROS. But perhaps it is BELLE DE JOUR, with its emphasis on a woman’s explorations of eroticism, that is closest in spirit to EROS.

Kristoffer Noheden is a research fellow at Stockholm University, where he also teaches cinema studies and visual studies. He is the author of Surrealism, Cinema, and the Search for a New Myth (2017), and has published extensively on surrealism in art, film and literature.

Vortrag in englischer Sprache

Filmvorführung: BELLE DE JOUR, Frankreich/Italien 1967, 101 Min.

9. Februar 2023
Andrea Gremels (Frankfurt)
Nazarín als „heiliger Exot“ und Figur des kulturell Anderen

Luis Buñuels NAZARÍN (1959) fällt in die mexikanische Phase seines Filmschaffens, in der er beginnt, sich intensiv mit dem Werk von Benito Pérez-Galdós zu beschäftigen, einer der bedeutendsten spanischen Schriftsteller des realistischen Romans im ausgehenden 19. Jahrhundert. Diese Lecture legt ein besonderes Augenmerk auf die Darstellung Nazaríns als „heiligem Exoten“. Buñuels Nazarín ist ein Fremder, der aus Sevilla in die mexikanische Provinz gekommen ist. Die Naivität, die Buñuels Hauptfigur so oft bescheinigt worden ist, lässt sich also nicht nur darauf zurückzuführen, dass sein frommer Idealismus im eklatanten Kontrast zur gesellschaftlichen Realität der unteren Schichten steht. Vielmehr richtet er durch sein Handeln deswegen Unheil an, weil er gänzlich blind ist für die soziokulturellen Codes und ungeschriebenen Regeln von Machismo, Klientelismus und Spiritismus, wie sie in der mexikanischen Populärkultur vorherrschen. Die Gewalt, Erotik und religiöse Ekstase, die Nazarín ungewollt ausgelöst, stehen im Zeichen von Buñuels surrealistischem Interesse an der Vorherrschaft des Unbewussten, die er auch in sein realistisches Kino der mexikanischen Phase einschreibt.

Andrea Gremels ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für romanische Sprachen und Literaturen der Goethe-Universität Frankfurt. Ihre Schwerpunkte sind die französischen und lateinamerikanischen Literaturen und Kulturen des 20. Jahrhunderts, transkulturelle Studien und Migrationsliteraturen sowie der internationale Surrealismus.

Vortrag in deutscher Sprache

Filmvorführung: NAZARÍN, Mexico 1959, 94 Min.

16. Februar 2023
Javier Herrera-Navarro (Frankfurt)
Buñu-Él: Autobiography of the Entomological Gaze

ÉL (1953), based on an autobiographical work by the Spanish author Mercedes Pinto, is perhaps the film that contains the most autobiographical traits for Buñuel, while also expressing, with a great poetic intensity, his thinking on the notion of man as being a socially conditioned insect. This is a film that encapsulates his theories on psychological documentation with such perfection that it was used by Jacques Lacan in his seminars. At the same time, it expresses, in a diaphanous manner, the theory of jealousy from within a specifically Latin and Spanish cultural tradition. All these questions, along with the specifically cinematographic aspects of the film, will be addressed in this presentation.

Javier Herrera Navarro is a doctor in art history and a state archival librarian, and has cared for Luis Buñuel’s archives. Author of Estudios sobre Las Hurdes de Buñuel (2006) and Luis Buñuel en su archivo: de Los olvidados a Viridiana (2015), he is currently completing the first volume of Buñuel Lector.

Vortrag in spanischer Sprache mit Übersetzung

Filmvorführung: ÉL, Mexiko 1953, 92 Min.

13. April 2023
Fernando Gonzalez de Leon (Springfield)
Viridiana: Interpreting Buñuel’s Gothic Masterwork

Many leading film critics now concur that VIRIDIANA (1961) is not only one of Luis Buñuel’s greatest works, but also one of the most important films in the history of this modern art form.  Even though this director was notoriously reticent in declaring or clarifying his intentions in this or any other film, there is also a certain level of critical consensus around the artistic current to which it belongs, surrealism. However, in addition to a consideration of the film as a surrealist work, we can consider other perspectives on VIRIDIANA: literary, ideological, political, religious, philosophical and ethical. This lecture will entertain multiple points of view, not necessarily mutually exclusive but based on the spectator’s experience with the movie as well as on biographic and historic scholarship. These perspectives will include considering VIRIDIANA as a classic, almost canonical, Gothic film rooted in Buñuel’s early years of apprenticeship, artistic preferences, and certain filmic currents of the 1950s and 60s. This can allow us to evaluate the place of VIRIDIANA in Buñuel’s total corpus as well as in his overall reputation as a major 20th century director.

Fernando Gonzalez de Leon is associate professor of history at Springfield College in Massachusetts, specializing in Spanish and European social and cultural history and on the connections between the Spanish-speaking world and British and American cultures.

Vortrag in englischer Sprache

Filmvorführung: VIRIDIANA, Frankreich 1969, 101 Min.

27. April 2023
Gaston Lillo (Ottawa)
Melodrama in El Bruto: An Aesthetics of Astonishment

Among the roughly twenty films that Buñuel made during the course of his Mexican period, some, like LOS OLVIDADOS (1950), EL ÁNGEL EXTERMINADOR (1962) and NAZARÍN (1959), have enjoyed a positive critical reception and won international prizes, contributing to the director’s prestigious image. However, other films from this time, such as EL GRAN CALAVERA (1949), SUSANA (1951) and EL BRUTO (1953), were considered as films made “for pecuniary reasons”, containing “inexplicable concessions” and “without great aesthetic interest”. On the basis of the reevaluation which the melodrama has undergone in recent years (thanks in part to the writings of Peter Brooks) and the growing theoretical interest in the importance of the affective dimension of texts, I will show how EL BRUTO uses the narrative and thematic resources of the melodrama outside of a pejorative, mocking ethos, typical of irony, while pointing towards an ethical and ideological horizon contrary to that which characterized the Mexican melodrama films of the era. At the same time, I will show that the film, through its “emotional pull”, activates mechanisms of subjectivation which distance it from the subjective interpellation of the then dominant Mexican discourse.

Gaston Lillo is professor of modern languages and literatures at the University of Ottawa.

Vortrag in französischer Sprache mit Übersetzung

Filmvorführung: EL BRUTO, Mexiko 1953, 83 Min.

4. Mai 2023
Martin Seel (Frankfurt)
Vom Hochmut der Demut: Askese und Eitelkeit in Simón del desierto

SIMÓN DEL DESIERTO (1965) ist der letzte, kürzeste und wohl verrückteste der Filme aus Buñuels mexikanischer Schaffensperiode. Ursprünglich als Auftakt eines dreiteiligen Episodenfilms mit verschiedenen Regisseuren konzipiert, der aber nicht zustande kam, huldigt Buñuel auch hier seinem Faible für eine Subversion und Verwandlung religiöser Motive. Er nimmt die historische Figur des ersten christlichen Säulenheiligen Symeon Stylites des Älteren aus dem 5. Jahrhundert zum Anlass eines frivolen Spiels mit dem Begehren einer als Extremsport betriebenen Askese mitsamt den Versuchungen, denen sie ausgesetzt ist. Im Widerspiel von Entrückung und Verzückung entwickelt sich eine veritable Komödie der Entsagung, die mit einem spektakulären Sprung in die profanen Ekstasen der Gegenwart endet.

Martin Seel ist ein deutscher Philosoph und emeritierter Professor für Philosophie an der Goethe-Universität Frankfurt. Er ist der Autor von zahlreichen Büchern, darunter „Hollywood“ ignorieren: Vom Kino.

Vortrag in deutscher Sprache

Filmvorführung: SIMÓN DEL DESIERTO, Mexiko 1965, 45 Min. LAS HURDES: TIERRA SIN PAN, Spanien 1933, 27 Min.

11. Mai 2023
Dudley Andrew (New Haven)
Buñuel as Delinquent Director: Los Olvidados

LOS OLVIDADOS (1950) was the third feature Luis Buñuel made after having left Europe during the Franco takeover of Spain, and it was the first over which he had real control.  Considered a nasty national portrait in Mexico, it gained stupendous acclaim on the continent, where it was championed by André Bazin, with whom he would form a fast friendship. My talk distinguishes Bunuel’s film by interrogating its subject, delinquency.  I will treat delinquency less as a theme in world cinema than as a goad and challenge to directors from De Sica to Truffaut. LOS OLVIDADOS maintains the central position here since Buñuel might be termed a delinquent director, only partially reformed and re-educated to enter civilized society, let alone the bourgeoisie. Buñuel’s pitiless and satiric tone was not reserved for the clergy, the military, and the upper classes; it extended to social institutions and empathetic individuals serving the betterment of the downtrodden. His cinema would not be tamed or compromised, since cinema to him was instinctual and amoral. That’s why, as filmed by Bunuel, its repellent aspects make LOS OLVIDADOS a work that retains its razor-sharp edge to slice the sensibility of even sophisticated and jaded viewers seventy years after it premiered.

Dudley Andrew is Professor Emeritus of Comparative Literature and of Film Studies at Yale. Biographer and translator of André Bazin, he has authored What Cinema Is! and edited Opening Bazin.

Vortrag in englischer Sprache

Filmvorführung: LOS OLVIDADOS, Mexiko 1950, 85 Min.

25. Mai 2023
Pietsie Feenstra (Montpellier)
„Spanish Cinematographic Memories“ and Space: Bunuel’s El ángel exterminador

Having left his native Spain after the Civil War (1936-1939), Buñuel spent many years in exile in Mexico. Like the film VIRIDIANA (1961), EL ÁNGEL EXTERMINADOR (1962) was produced at the end of his Mexican period, and in co-production with Spain. His return to Spain and the creation of VIRIDIANA were not received with open arms and one year later he directed this striking film about an angel who leaves a place. Is this place the house in the film or Spain itself? EL ÁNGEL EXTERMINADOR is fascinating because of the way it uses space. Two sites can be distinguished: an inside and an outside. The scene inside the house has been studied as a huis clos (a room with no exit), but I would like to focus on the “outsider” perspective. Can we compare this film to some central tendencies represented by a “cinematographic memory” of Spanish cinema? How do the opening and final credits refer directly to the period of the 1960s during the Francoist regime (1939-1975)?

Pietsie Feenstra is professor in the department of cinema, audiovisual studies and new media at the Université Paul-Valéry Montpellier 3.

Vortrag in englischer Sprache

Filmvorführung: EL ÁNGEL EXTERMINADOR, Mexiko 1962, 93 Min.

1. Juni 2023
Marie Rebecchi (Aix-en-Provence)
Film Surréaliste: The Indiscreet Charm of Disgust

Present in Buñuel‘s films from L’ÂGE D’OR (1930) on, the relations between disgust, perversion and food begin to appear increasingly insistently in the 1960s, when the director shot VIRIDIANA(1961). In this film it was the iconographic structure of Leonardo da Vinci’s Last Supper that was perverted: Buñuel repeated the arrangement of the apostles, but replaced them with a brutal group of irate beggars and lepers. In the 1970s the themes of disgust, excess, perversion and pleasure taken to fatal extremes became increasingly frequent in European cinema. Like Bertolucci’s LAST TANGO IN PARIS (1972) and Marco Ferreri’s LA GRANDE BOUFFE (1973), Buñuel’s THE DISCREET CHARM OF THE BOURGEOISIE(1972) sublimates and replaces the occurrence of the event itself. The dinner planned by the characters is constantly postponed by a series of blunders, while also constantly evoked through the discussion of the various dishes and drinks that are to be consumed (like the unforgettable comments on how to make a dry Martini, or on drinking red wine with fish), in an absurd repetition compulsion that holds together a group of perverse and corrupt bourgeois.

Marie Rebecchi is associate professor in aesthetics and film history at the Université de Aix-Marseille and author of the book Paris 1929. Eisenstein, Bataille, Buñuel.

Vortrag in englischer Sprache

Filmvorfühung: LE CHARME DISCRET DE LA BOURGEOISIE, Frankreich/Italien 1972, 101 Min.

22. Juni 2023
Jordi Xifra (Barcelona)
Tristana: The Impulse of Memory and Reputation

It is no exaggeration to state that TRISTANA (1970) is a film that works like a shock. Suddenly, when it looks like it’s heading towards a canonical conclusion, Buñuel suspends his complacency and leaves the audience in a state of astonishment, undermining any sense of certainty. We receive a shock that dilutes what we had understood, imposing itself on us as if everything in it were yet to be comprehended. This refers of course, to the series of images at the end of the film that rewinds the story, redirecting it again to the beginning. A set of images offered to us as a final coda whose meaning is hard to grasp: is it the exception that proves the rule? During the film, other moments provoke in the audience the same effect. What do those enunciative gestures bring about? What meaning can we attribute to them? What link do they have with the rest of Buñuel’s films? This presentation will try to answer these questions with the aid of Gilles Deleuze’s concept of the impulse-image.

Jordi Xifra is professor of the Department of Communication at Pompeu Fabra University (Barcelona) and director of Centro Buñuel Calanda, the foundation devoted to promote and preserve the life and work of Luis Buñuel. He has edited the conversations of Max Aub and Buñuel, and Buñuel’s complete literary works.

Vortrag in englischer Sprache

Filmvorführung: TRISTANA, Mexiko 1970, 94 Min.

29. Juni 2023
Arnaud Duprat (Rennes)
Conchita in Cet obscur objet du désir: A Heroine of Testamentary Dimensions?

This lecture will reflect on Buñuel’s last film, CET OBSCUR OBJET DU DÉSIR (1977), with an emphasis on its testamentary dimension. After some remarks on the adaptation of Pierre Louÿs’ novel, La femme et le pantin (1898), that Buñuel wrote with Jean-Claude Carrière in the mid-1970s, we will focus on the creation of the heroine Conchita. Triply incarnated (by Carole Bouquet and Ángela Molina on the screen, and Florence Giorgetti on the soundtrack), this female character oscillates between a cartoonish vision of a hot-tempered Spanish woman and the embodiment of ideological values recalling certain surrealist principles. This return to the founding movement of Luis Buñuel’s art ­­– at times in a disabused manner, with its representation of a society where scandal is no longer possible – will allow us to envisage CET OBSCUR OBJET DU DÉSIR, through the prism of its heroine, as a testamentary work. Thanks to the enigma surrounding Conchita, Buñuel leads to spectator to seek out the truth in a film where an abundance of symbols serve not to clarify the plot but instead to explode meaning in a typically surrealist manner.

Arnaud Duprat is associate professor at the Université Rennes 2. He is the author of the book Le dernier Buñuel and is preparing a book on the links between Buñuel and French cinema.

Vortrag in französischer Sprache mit Übersetzung

Filmvorführung: CET OBSCUR OBJET DU DÉSIR, Frankreich/Spanien 1977, 103 Min.

 

Veranstalter:
Die Lecture & Film-Reihe „Luis Buñuel: Kino am Abgrund der Moderne“ wird durchgeführt vom Kino des DFF – Deutsches Filmmuseum & Filminstitut und dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität gemeinsam mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“, der Forschungsinitiative „ConTrust“ und dem DFG-Graduiertenkolleg „Konfigurationen des Films“ (www. konfigurationen-des-films.de) an der Goethe-Universität, in Kooperation mit der hessischen Film- und Medienakademie.

 

Trust and Conflict in Democracies

International Workshop, ConTrust Working Group 1

Building “Normative Ordnungen” | Room EG 01 + 02 (ground floor)
Max Horkheimer Str. 2
Frankfurt am Main, Hessen 60323

Programme (PDF): Click here…

Registration to This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. is requested.

Programme:

Thursday, Oct 20:

2:00 – 2:30
Registration

2:30 – 3:00     
Welcoming Remarks

3:00 – 5:30
Panel 1: „Trust and Conflict in Multicultural Democracies“
Chairs: Beatrice Brunhöber and Rainer Forst (organized in cooperation with the Research Institute Social Cohesion Frankfurt)
Uwe Volkmann (Frankfurt): Constitutions as Elements of Trust in Multicultural Societies
Richard Traunmüller (Mannheim): Does Diversity Erode Trust?
Patti Tamara Lenard (Ottawa): Allyship with oppressed groups under conditions of distrust

6:00 – 7:30
Keynote: Günter Frankenberg (Frankfurt): Trusting de Tocqueville

Friday, Oct 21:

09:30 – 12:30
Panel 2: „Populist versus Democratic Trust“
Chair: Ilaria Cozzaglio
Jonathan Floyd (Bristol): Public Political Philosophy: Forging trust and fighting populism
Emilia Palonen (Helsinki): Demography vs. Democracy: From liberal democratic anti-politics to populist engagement
David Owen (Southampton): Dynamics of Populism and (Dis)Trust: Circumstances, Mechanisms and Expressions
Camila Vergara (Cambridge): The Return of ‘Common Sense’: Populist & Ethnonationalist Forms of Trust

12:30- 1:30    
Lunch

1:30- 4:00
Panel 3: „Antidemocratic Distrust and the Politics of Conspiracy“

Chair: Greta Wagner
Scott Radnitz (Seattle/Florence): The Construction of ‘Enemies Within’
Nils C. Kumkar (Bremen): The Reality of Conflict and Conflicting Realities: The Communicative Function of Alternative Facts
Katarina Busch/Mardeni Simoni (Frankfurt): Distrust and Conspiracy Belief in Contemporary Authoritarianism

Presented by:
„ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Der Konflikt der Demokratien. Wer ist das Volk? Transnationale Perspektiven

Internationales Kulturfestival

10. und 11. November 2022

Frankfurter Paulskirche
Paulsplatz 11
60311 Frankfurt am Main

Vielerorts wird momentan eine Krise der Demokratie diagnostiziert und die drohende Spaltung der Gesellschaft beklagt. Dabei steht immer die Frage im Raum: Was bedeutet es, Demokratie und Diversität zu vereinbaren? Ethno-nationalistische Parteien von Trump bis zur AfD haben eine vermeintliche Antwort – eine, die die Realität post-migrantischer Gesellschaften außer Acht lässt. Damit geht es nicht mehr um die Frage nach Demokratie oder Autoritarismus, sondern nach einer Demokratie für alle oder einer Demokratie für manche.
Das Kulturfestival „Der Konflikt der Demokratien“ widmet sich genau diesem Spannungsfeld in einer Reihe von Talks, Filmscreenings und Lesungen und bietet ein Forum für Begegnung und Diskussion, mit einem Schwerpunkt auf Brasilien, Indien und die Ukraine. Die Frage nach der Zukunft der Demokratie wird auf lokale und nationale, internationale und interdisziplinäre Weise zur Debatte gestellt.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Programms „Demokratie als Lebensform“ des Netzwerks Paulskirche statt, in Kooperation mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“, der Forschungsinitiative ConTrust und dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V., und wird gefördert von der Stadt Frankfurt am Main.

Mit: Babylon’13, Vinicius Reis, Lea Ypi, Sérgio Costa, Harsh Mander, Guiomar de Grammont, Priyamvada Gopal u.v.m.

Bildergalerie

  • Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Politikwissenschaftlerin an der Goethe-Universität und Sprecherin des Forschungsverbunds Normative Ordnungen) und Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Filmwissenschaftler an der Goethe-Universität und Sprecher des Projekts ConTrust)
  • Prof. Dr. Nicole Deitelhoff (Politikwissenschaftlerin an der Goethe-Universität und Sprecherin des Forschungsverbunds Normative Ordnungen) und Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Filmwissenschaftler an der Goethe-Universität und Sprecher des Projekts ConTrust)
  • Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Filmwissenschaftler an der Goethe-Universität und Sprecher des Projekts ConTrust)
  • Dr. Irene Weipert-Fenner (Politikwissenschaftlerin, Principal Investigator des Projekts ConTrust sowie Projektleiterin an der  HSFK)
  • Mitglieder des Filmkollektives "Babylon'13" im Interview)
  • Paula Macedo Weiß (Publizistin und Juristin), Carla Bessa (Schriftstellerin und Schauspielerin), Michael Kegler (Übersetzer und Literaturkritiker), Guiomar de Grammont (Schriftstellerin und Professorin an der Bundesuniversität von Ouro Preto) und Andreas Nöthen (Autor)
  • Carla Bessa (Schriftstellerin und Schauspielerin), Michael Kegler (Übersetzer und Literaturkritiker) und Guiomar de Grammont (Schriftstellerin und Professorin an der Bundesuniversität von Ouro Preto)
  • Paula Macedo Weiß (Publizistin und Juristin)
  • Paula Macedo Weiß (Publizistin und Juristin), Carla Bessa (Schriftstellerin und Schauspielerin), Michael Kegler (Übersetzer und Literaturkritiker) und Guiomar de Grammont (Schriftstellerin und Professorin an der Bundesuniversität von Ouro Preto) und Andreas Nöthen (Autor)
  • Ellen Harrington (Filmwissenschaftlerin und Direktorin des Deutschen Filminstituts & Deutschen Filmmuseums in Frankfurt), Ana Garça Correia Wittkowski (Pädagogin und Kulturwissenschaftlerin), Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Filmwissenschaftler an der Goethe-Universität und Sprecher des Projekts ConTrust), Dr. Oliver Precht (Philosoph und Literaturwissenschaftler) und Vinícius Reis (Regisseur)
  • Ana Garça Correia Wittkowski (Pädagogin und Kulturwissenschaftlerin)
  • Bascha Mika (Publizistin), Vinzenz Hediger (Filmwissenschaftler), Sérgio Costa (Soziologe), Anindya Sekhar Purakayastha (Literaturwissenschaftler) und oben Lea Ypi (Politikwissenschaftlerin)
  • Empfang
  • Nargess Eskandari-Grünberg

Programm (PDF): Hier...

Zur Anmeldung: Hier...

Die Teilnahme ist kostenfrei

Veranstalter:
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Programms „Demokratie als Lebensform“ des Netzwerks Paulskirche in Kooperation mit dem Forschungsverbund „Normative Ordnungen“, der Forschungsinitiative ConTrust und dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie dem DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V. und der Stadt Frankfurt am Main statt.

Zur Zukunft der Demokratie in der Europäischen Union

Konferenz

4. November 2022

Nach Art. 2 EUV gründet sich die Europäische Union (EU) auf den Wert der „Demokratie“, welcher durch Art. 9 bis 12 EUV weiter ausgestaltet wird. „Demokratie“ ist dabei kein feststehender Begriff und wird durch viele Faktoren beeinflusst, die einem stetigen Wandel unterliegen. Die Tagung wird verschiedene Perspektiven einnehmen, um über die Zukunft der Demokratie in der EU zu diskutieren.
Diese Tagung richtet sich insbesondere an Nachwuchswissenschaftler*innen und soll einen Austausch mit Praktiker*innen ermöglichen.

Die Tagung findet via Zoom von 9 Uhr bis voraussichtlich 15 Uhr statt. Für die Teilnahme ist daher eine vorherige Anmeldung unter This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. bis zum 2. November 2022 nötig. Die Zugangsdaten erhalten Sie am Vortag zur Tagung.

Programm (.pdf): Hier...

Veranstalter: Merton Zentrum für Europäische Integration und Internationale Wirtschaftsordnung

 Das Wilhelm Merton-Zentrum für Europäische Integration und Internationale Wirtschaftsordnung an der Goethe-Universität veranstaltet am 4. November 2022 eine digitale Tagung zum Thema „Zur Zukunft der Demokratie in der Europäischen Union“. Diese Tagung richtet sich insbesondere an Nachwuchswissenschaftler*innen und soll einen Austausch mit Praktiker*innen ermöglichen.

Nach Art. 2 EUV gründet sich die Europäische Union (EU) auf den Wert der „Demokratie“, welcher durch Art. 9 bis 12 EUV weiter ausgestaltet wird. „Demokratie“ ist dabei kein feststehender Begriff und wird durch viele Faktoren beeinflusst, die einem stetigen Wandel unterliegen. Die Tagung wird verschiedene Perspektiven einnehmen, um über die Zukunft der Demokratie in der EU zu diskutieren.

Die Tagung findet via Zoom von 9 Uhr bis voraussichtlich 15 Uhr statt. Für die Teilnahme ist daher eine vorherige Anmeldung unter This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. bis zum 2. November 2022 nötig. Die Zugangsdaten erhalten Sie am Vortag zur Tagung.

Global gescheitert? Der Westen zwischen Anmaßung und Selbsthass

Buchvorstellung und Diskussion

Freitag, 14. Oktober 2022, Beginn 19 Uhr

Historisches Museum
Saalhof 1
60311 Frankfurt am Main

Jan Fleischhauer diskutiert mit der Autorin Susanne Schröter über ihre neuste Publikation "Global gescheitert? Der Westen zwischen Anmaßung und Selbsthass" (Herder Verlag 2022)

Öffentliche, kostenfreie Veranstaltung

Wie der Westen seine Glaubwürdigkeit zurückgewinnt
Selten schien der Westen so geschlossen wie zu Beginn des Ukraine-Kriegs. Die Werte der Freiheit und Demokratie galt es gegen ein autokratisches System zu verteidigen. Doch hinter der vermeintlichen Geschlossenheit zeigten sich schnell die ersten Bruchstellen. Wie werden wirtschaftliche Zwänge mit politischen Zielen in Einklang gebracht? Wie viel sind dem Westen die eigenen Ideale wert? Dass sich dahinter ein tiefgreifendes strukturelles Problem des Westens verbirgt, zeigt die Ethnologin und Islamexpertin Susanne Schröter in ihrem neuen Buch. Angesichts der jüngsten Konflikte in der Ukraine, in Afghanistan und Mali sowie der Planlosigkeit westlicher Regierungen im Umgang mit Migrationsbewegungen, Islamismus und Cancel Culture diagnostiziert sie einen zwischen Hybris und Selbsthass gefangenen Westen, der unentwegt die Werte der Demokratie beschwört, sie aber gleichzeitig immer dann verrät, wenn es darauf ankommt. Befindet sich der Westen auf dem besten Weg, die eigene innen- wie außenpolitische Glaubwürdigkeit zu verspielen? In ihrem analytisch klugen und thesenstarken Buch gibt Susanne Schröter die Antwort.

Weitere Informationen zum Buch: Hier...

Veranstalter:
Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam am Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität

Krisenwissen kommunizieren

Erstes ConTrust Praxisforum

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Gebäude IG Farben | Lobby und Raum 411

In Zeiten von Krisen zeigt sich besonders deutlich, wie groß der gesellschaftliche und politische Bedarf an wissenschaftlichem Expert:innenwissen, gesicherten Informationen und vertrauenswürdiger Medienberichterstattung ist. Zugleich offenbart sich in diesen Phasen radikaler Ungewissheit, wie schnell die Autorität von Wissenschaft und Medien pauschal infrage gestellt und Wissen entwertet werden kann – etwa, wenn Expert:innen gegeneinander antreten und immer unverblümter für Politik eingesetzt werden, oder wenn uns die Informationsflut der digitalen „Instant-Kommunikation“ einem permanenten Wechselspiel von Gewissheit und Ungewissheit aussetzt.
Wie lassen sich derartige Dynamiken aufhalten oder abwandeln? Wie gelingt vertrauenswürdige und -bildende Kommunikation in Zeiten von Krisen und Konflikten? Und welche Rolle spielt dabei der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft, Medien, Politik und Bürger:innen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des ersten Praxisforums der Forschungsinitiative „ConTrust: Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“.
Als Forscher:innen ganz unterschiedlicher disziplinärer Hintergründe möchten wir mit Verteter:innen aus Medien, Politik und anderen Praxisbereichen in konstruktiven Austausch treten. Verschiedene Formate bieten dabei die Möglichkeit, thematische Zugänge zu diskutieren, Erwartungen zu formulieren, aber auch informell ins Gespräch zu kommen.

Programm (PDF): Hier…

Die Teilnahme am ConTrust Praxisforum ist kostenlos.
Zur Anmeldung schreiben Sie bitte eine formlose E-Mail an: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Programm:

13:00-14:00 Uhr | Lobby
Markt der Möglichkeiten
Eine multimediale Wandelhalle mit Einblicken in die Forschung der Initiative ConTrust und Möglichkeiten der Begegnung

14:00-15:30 Uhr | Seminarraum 411
„Ein Teil dieser Antworten könnte die Bevölkerung verunsichern“ –
Wissen und Kommunikation im Angesicht der Krise (Workshop)

In drei Beiträgen stellen ConTrust-Forscher:innen ihre Projekte zur Debatte
Mit: Dr. Greta Wagner, Dr. Florian Hoof und Sarah Brockmeier

15:30-16:00 Uhr | Lobby
Kaffeepause

16:00-18:00 Uhr | Seminarraum 411
„Wissenschaft und Medien: Eine Beziehung (in) der Krise?“
Werkstattgespräch im Fishbowl-Format mit Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Dr. Stefan Kroll und Dr. Alf Mentzer

18:00-20:00 Uhr | Lobby
Markt der Möglichkeiten und Buffet

Das ConTrust Praxisforum wird durchgeführt im Rahmen der Transfertagung des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) vom 13.-14.10.2022 unter dem Thema „Gesellschaftlicher Zusammenhalt? – Zwischen Wissenschaft und Praxis“. Alle Teilnehmer:innen sind eingeladen, auch die Einzelveranstaltungen der Transfertagung zu besuchen. Programm und weitere Informationen dazu finden Sie hier…

 

Veranstalter:
Forschungsinitiative „ConTrust. Vertrauen im Konflikt“ am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) und dem Mercator Science-Policy Fellowship-Programm

Queer im Islam. Homosexualität und Transgender - Kulturelle Tradition oder religiöses Verbot?

Konferenz

Freitag, 7. Oktober 2022

Gebäude „Normative Ordnungen“
Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Max-Horkheimer-Str. 2

Anmeldung erforderlich unter: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Die Teilnahme ist kostenfrei

Statement zur Schirmherrschaft der Konferenz „Queer im Islam“ des Forschungszentrums Globaler Islam an der Goethe-Universität Frankfurt am Main am 7. Oktober 2022 von Staatsminister Kai Klose (PDF): Hier...

Programm (PDF): Hier...

Im Iran werden Homosexuelle hingerichtet, ein Geschlechtswechsel ist hingegen erlaubt. Transgender gilt nicht als schuldhaftes Vergehen, sondern als Schicksal. Auch in Pakistan, Oman und Indonesien sind sogenannte „dritte Geschlechter“ offiziell anerkannt. In der indonesischen Provinz Aceh jedoch, in der die Scharia streng befolgt wird, werden sowohl Homosexualität als auch Transsexualität mit staatlichen Strafmaßnahmen verfolgt. In den meisten islamisch geprägten Ländern existieren Gesetze gegen Homosexualität, weil diese angeblich gegen die göttliche Ordnung verstößt. Gegenüber Transgender wird oft liberaler reagiert, weil man glaubt, darin göttliches Wirken zu entdecken.
Ein Blick in die islamische Geschichte zeigt ebenfalls Widersprüchliches: Einerseits stand Homosexualität unter Strafe, gingen staatliche Organe mit äußerster Härte gegen jedwede Abweichung von einer heterosexuellen Norm vor, andererseits wurde Homosexualität im höfischen Umfeld offen gelebt und homoerotische Poesie erfreute sich allgemeiner Beliebtheit.

Unbestritten ist, dass Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen in der islamischen Welt religiös legitimiert und kulturell tradiert werden. Auch jenseits staatlicher Repression werden vor allem Homosexuelle durch Körperverletzungen, Zwangsverheiratungen und sogenannte „Ehrenmorden“ bedroht. Dazu kommen Übergriffe im öffentlichen Raum. Auch in Deutschland existiert Gewalt gegen queere Menschen. In strenggläubigen Familien ist es in den vergangenen Jahren zu Gewalt gegen Lesben, Schwule und Transpersonen durch Täter mit islamistischem Hintergrund gekommen. 2021 wurde ein schwuler Mann in Dresden von einem homophoben Islamisten bei einem Messerangriff getötet und sein Partner schwer verletzt. In Münster wurde im September 2022 ein Transmann getötet, in Bremen eine Transfrau verprügelt.

Auf der Konferenz „Queer im Islam“ wird das Thema in seinen religiösen, sozialen, historischen und rechtlichen Dimensionen von Experten erörtert. Dabei geht es einerseits um die Frage, wie Diskriminierungen und die Verfolgung queerer Menschen bis hin zur Todesstrafe theologisch gerechtfertigt werden, und welche Interpretationen des Korans und der Sunna für einen diskriminierungsfreien Islam herangezogen werden können. Es soll aber auch um die Diskrepanz zwischen Theologie und gelebtem Alltag in islamisch geprägten Ländern, um Fundamentalismus und liberalen Islam und um Erfahrungen von Muslimen in Deutschland gehen, die sich selbst als homosexuell, trans oder im weitesten als queer bezeichnen oder die sich grundsätzlich für Toleranz und Offenheit einsetzen.

Programm

11:30 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. Susanne Schröter, Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums Globaler Islam am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“
Dr. h.c. Jörg-Uwe Hahn, Vizepräsident des Hessischen Landtags
Rebecca Caroline Schmidt, Geschäftsführerin des Forschungsverbundes „Normative Ordnungen“

12:00 Uhr
Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Universität Münster
Theologische Einordnung von Homosexualität im Islam

12:45 Uhr
Tugay Sarac, muslimisch-schwuler Aktivist
"Liebe ist halal" Aktion der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin

13:30 Uhr
Mittagspause

14:30 Uhr
Ahmad Mansour, Diplom-Psychologe
Seelische und soziologische Risikofaktoren beim Coming-out junger Muslime

15:15 Uhr
Prof. Dr. Susanne Schröter, Direktorin des FFGI, Universität Frankfurt
Transgender in der Islamischen Welt. Ein Kulturvergleich

16:00 Uhr
Kaffeepause

16:30 Uhr
Podiumsdiskussion
Seyran Ates, Imamin/Berlin
Kween Gipsy, muslimische Dragqueen
Dr. Ali Ghandour, Universität Münster, Forschungsfellow AIWG  

Moderation: Prof. Dr. Susanne Schröter, Direktorin des FFGI, Universität Frankfurt    

17:30 Uhr
Verabschiedung

Veranstalter:
Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Krieg und Kriegsfolgen aus sozio- und psychoanalytischer Sicht

Symposium

Donnerstag, 27. Oktober 2022

Referierende: José Brunner (Tel Aviv), Karola Brede (Garzau), Vinzenz Hediger (Frankfurt), Heinz Weiß (Stuttgart/Frankfurt), Christine Kirchhoff (Berlin), Pawel Dybel (Warschau/Krakau), Pradeep Chakkarath (Bochum), Vera King (Frankfurt)

Sigmund Freud Institut
Myliusstraße 20
60323 Frankfurt/Main
Tel.: 069 971204 148

Anmeldung bitte online hier bis 21. Oktober 2022

Programm (pdf): Hier...

Hybrid Veranstaltung, die Teilnehmer:innenzahl in Präsenz ist begrenzt . Die Anmeldung wird erst gültig nach dem Erhalt einer Anmeldungsbestätigung

Veranstalter:
Organisiert in Kooperation von Sigmund-Freud-Institut/Goethe-Uni Frankfurt/M., Hans Kilian und Lotte Köhler-Zentrum Bochum und Internationale Psychoanalytische Universität Berlin in Zusammenarbeit mit der Forschungsinitiative "ConTrust. Vertrauen im Konflikt! am Forschungsverbund "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Kunst_weggespart oder systemrelevant?

Die Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Inflation: Die finanzielle Belastung des Staates ist immens. Keine gute Zeit für die Kunst, die auf Subventionen angewiesen ist. Was aber bleibt, wenn wir uns nur noch auf Naturwissenschaft, Technik und Ökonomie konzentrieren? Ist nicht der Kern unseres gesellschaftlichen Zusammenhaltes von Kulturleistungen bestimmt, die in der Kunst immer wieder neu rezipiert und reflektiert werden? Allein die Errungenschaften, die in unserer Verfassung verankert sind, wären ohne die Kunst, Bildung und Kultur nicht denkbar. Es ist an der Zeit zu überdenken, ob die Freiheit der Kunst nicht auch ein Seismograph für die Freiheit unserer Gesellschaft ist.

Ziel der Reihe "DenkArt" ist, die öffentliche Debattenkultur zu pflegen und einen partizipativen Diskursraum zu gesellschaftlichen Themen der Gegenwart zu ermöglichen. Nach jedem Impulsvortrag der Reihe erhalten alle Zuhörer die Möglichkeit, in kleinen Gesprächsrunden zu jeweils zehn Personen die dargelegten Thesen und Analysen zu diskutieren und Fragen an die Rednerin oder den Redner zu formulieren. Die jeweilige Moderatorin des Abends sammelt diese Eindrücke ein und konfrontiert den eingeladenen Gast auf diese Weise mit den Fragen des Publikums.

Oktober 2022 bis Januar 2023

Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt am Main

Die Tickets erhalten Sie an der Rezeption im Haus am Dom, im Internet unter https://hausamdom.reservix.de/events oder an den AD-Ticket-Vorverkaufsstellen adticket.de/vorverkaufsstellen

Übertragung auch per Livestream:
youtube.com/hausamdom

Programm (pdf): Hier...

Bitte beachten Sie, dass es gegebenenfalls kurzfristige Änderungen beim Ticketverkauf und Livestreaming-Angebot geben kann.


Programm:

Freitag, 28. Oktober 2022, 19.30 Uhr
Keine Kunst ohne Institutionen?
Ayse Asar, LL.M. (London), Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Moderation: Rebecca C. Schmidt, Forschungsverbund Normative Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt a.M.

Video:

 

Montag, 19. Dezember 2022, 19.30 Uhr
Keine Kunst ohne Freiheit?  
Luk Perceval, Theaterregisseur
Moderation: Prof. Marion Tiedtke, Professorin für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt a.M. und Dramaturgin

Video:

 

Montag, 30. Januar 2023, 19.30 Uhr
Keine Gesellschaft ohne Kunst?
Prof. Dr. Juliane Rebentisch, Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main
Moderation: Prof. Dr. Joachim Valentin, Direktor der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, Haus am Dom Frankfurt a.M.

 

Veranstalter:
Katholische Akademie Rabanus Maurus, Haus am Dom, Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und Heinrich-Böll-Stiftung Hessen e.V.. Unterstützt wird die Reihe durch die Sebastian-Cobler-Stiftung für Bürgerrechte.

Zu den vergangenen DenkArt- und Denkraum-Reihen

"Identität_Aber welche?": Hier...
"Solidarität_Aber wie?":
Hier...
„Der normalisierte Ausnahmezustand“:
Hier...
"Zukunft_Aber wie?"
: Hier...
"Verfassung_Aber wie?": Hier...

Widersprüchliche Weltmacht China – Was bedeutet der Aufstieg der Volksrepublik für die internationale Ordnung und für Europa?

Buchvorstelllung und Podiumsdiskussion

18. Oktober 2022, 18.30 Uhr

Frankfurter Salon
Braubachstraße 32
Frankfurt am Main

Mit:
Tim Rühlig, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
Pascal Abb, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung
Kristin Shi-Kupfer, Universität Trier

Moderation: Prof. Christopher Daase, Goethe Universität Frankfurt, Forschungsverbund „Normative Ordnungen“

Übertragung auch via Livestream: Hier...

Der Aufstieg der Volksrepublik China zur Weltmacht wird in Europa vielfach mit Sorge beobachtet: Wie eng rücken China und Russland in Folge des Krieges in der Ukraine zusammen? Droht ein weiterer großer Krieg zwischen den USA und China um Taiwan? China ist nicht nur deshalb ein Systemrivale, weil sein autokratisches System und sein Staatskapitalismus im Wettbewerb mit Demokratie und Marktwirtschaft stehen. Zusätzlich wächst die Befürchtung, China könnte nach einer neuen Weltordnung streben.

Was bedeutet der Aufstieg der Volksrepublik für die internationale Ordnung und für Europa?

Zum Zeitpunkt des nationalen Parteikongresses der Kommunistischen Partei Chinas, auf dem Xi Jinping für weitere fünf Jahre als Machthaber bestätigt werden soll, diskutieren wir diese Frage. Die Podiumsdiskussion greift Tim Rühligs neues Buch „China’s Foreign Policy Contraditions“ (2022, Oxford University Press) auf. Das Buch basiert wesentlich auf zahlreichen Interviews mit Parteikadern und chinesischen Politikberater*innen. Es gibt seltene Einblicke in die strategischen Überlegungen, Legitimationssorgen, wirtschaftlichen Interessen und institutionellen Strukturen des chinesischen Parteistaates.

Über das Buch und Chinas Aufstieg diskutieren Dr. Tim Rühlig von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Prof. Kristin Shi-Kupfer, Sinologin und Politikwissenschaftlerin an der Universität Trier, sowie Dr. Pascal Abb, China-Experte und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. Die Veranstaltung wird von Prof. Christopher Daase vom Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt moderiert.

Veranstalter:
Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt, Frankfurter Salon, Heinrich Böll Stiftung Hessen, Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

The Affective Logic of Populism: Trust, Distrust, and the Productivity of Conflict

ConTrust International Workshop, AG 5

2 and 3 December 2022

Hosted by Pavan Malreddy and Johannes Voelz

This conference assembles leading international scholars with expertise in political emotions and affects. Coming from a broad range of disciplines, including cultural geography, social psychology, sociology, anthropology, discourse studies, and political science, the speakers will explore the affective dimensions of the constellations of trust and distrust at work in contemporary populism and authoritarianism. Starting from the premise that populism and authoritarianism share global family resemblances that have to be contextualized with regional and historical specificity, the conference facilitates a debate between perspectives from the Global South and North.

Conceptually, we start from the premise that populist and authoritarian formations are held together by the interplay of organized internal trust and external distrust. We will explore the hypothesis that this interplay operates according to identifiable affective logics. Internally, trust is demanded and enforced through appeals to loyalty and solidarity, but trust is also generated through affective experiences ranging from ressentiment and rage to enthusiasm and love. These affects of internal trust are mobilized in conjunction with affects of distrust along friend/enemy lines. While the constellation of internal trust and external distrust has been explored from a range of scholarly perspectives, our conference contributes to a more detailed analysis of the range of affects at play as well as their internal logic. From this starting point, we also hope to be able to shed light on those ranges of affect that do not seem to fit neatly into the schema of internal trust/external distrust. Experiences such as apathy, boredom, and the simultaneous experience of joy and fear also belong to the affective repertoires of populism and authoritarianism, yet how they relate to the more widely discussed features of the populist and authoritarian experience so far has remained largely unexplained.

Forschungskolleg Humanwissenschaften
Am Wingertsberg 4
61348 Bad Homburg v.d. Höhe

Program (pdf): Click here…

Further information and registration: Here...

Program

Friday, 2 December 2022

12-13.00h
Conference Opening
Initial input by Pavan Malreddy (Goethe-University Frankfurt, ConTrust) and Johannes Voelz (Goethe-University Frankfurt, ConTrust)

13-14h
Lunch

14-15h
Ben Anderson (Professor of Geography, Durham, UK)

15-16h
Vera King and Ferdinand Sutterlüty (Sigmund Freud-Institut Frankfurt, Goethe-University Frankfurt, ConTrust / Institut für Sozialforschung)

16.30-17.30
Ricardo Pagliuso Regatieri (Associate Professor, Department of Sociology, Federal University of Bahia, Brazil)

17.30-18.30
Ruth Wodak (Em. Professor Dr DDr h.c., FAcSS, Distinguished Professor and Chair in Discourse Studies, Lancaster University/University Vienna)

Saturday, 3 December 2022

9.00-10.00
Pierre Ostiguy (Professor, Instituto de Ciencia Politica, Pontificia Universidad Católica de Chile)

10. 00-11.00
Shalini Randeria (Rector, Central European University, Vienna)

11.15-12.15
Ulrike Flader (Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft (IfEK), Postdoc in Bremen Excellence, Chair group „Soft Authoritarianisms“)

12.15-13.15
Ajay Gudavarthi (Professor of Politics, Jawaharlal Nehru University, Dehli)

13.15
Lunch

 

Presented by:
Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität und „ConTrust. Vertrauen im Konflikt. Politisches Zusammenleben unter Bedingungen der Ungewissheit“ – ein Clusterprojekt des Landes Hessen am Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Archiv (Veranstaltungen)

Über die folgenden Links gelangen Sie zu den Veranstaltungsarchiven der jeweiligen Jahre:

2023

2022

2021

2020

2019

2018

2017

2016

2015

2014

2013

2012

2011

2010

2009

2008

Friedensfähig in Kriegszeiten - Friedensgutachten 2022

Book lɔ:ntʃ

19. September 2022, 13.00 Uhr

Mit: Prof. Dr. Christopher Daase (Professor für Internationale Organisationen, Mitglied des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" der Goethe-Universität Frankfurt am Main und stellvertretendes geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK))

transcript Verlag 2022

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat die europäische Sicherheitsarchitektur zum Einsturz gebracht. Das Friedensgutachten 2022 analysiert die Eskalation, zeigt Folgen für die Ukraine und die Region auf und richtet den Blick auf die Neuausrichtung der deutschen und europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Neben den globalen Implikationen des Krieges werden auch die Erfolgsbedingungen und Grenzen von Sanktionen dargelegt und die Krise der globalen nuklearen Ordnung analysiert. Darüber hinaus zeigen die Untersuchungen zum globalen Konfliktgeschehen, dass internationalisierte Konflikte, dschihadistische Gewaltakteure sowie Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen und LGBTQI*-Minderheiten neue friedenspolitische Akzente erfordern. Und die wegen Terrorgefahr, Pandemie und Extremismus stetig ausgeweiteten Kompetenzen der Sicherheitsinstitutionen im Innern der Demokratien bedürfen ebenfalls stärkerer demokratischer Kontrolle.

Das Friedensgutachten ist das gemeinsame Gutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute (BICC / HSFK / IFSH / INEF) und erscheint seit 1987. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten untersuchen darin internationale Konflikte aus einer friedensstrategischen Perspektive und geben klare Empfehlungen für die Politik.

Gebäude "Normative Ordnungen"
Lounge, 5. OG
Goethe-Universität Campus Westend
Max Horkheimer Str. 2
60323 Frankfurt

Um Anmeldung an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. wird gebeten.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe: