XVIII. Walter Hallstein-Kolloquium

7. und 8. März 2019

Europäische Bürgerschaft - Anfang oder Ende einer Utopie?

Goethe-Universität Frankfurt
Campus Westend
Poelzig-Bau -Einsenhower-Saal (IG-1.134)
Norbert Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main

Das Walter Hallstein-Kolloquium steht dieses Mal unter dem Titel „Europäische Bürgerschaft – Anfang oder Ende einer Utopie?“. Die Unionsbürgerschaft sollte Europäerinnen und Europäern eine Reihe von Rechten verleihen, die im Kern von der Freizügigkeit in einem Europa ohne Binnengrenzen abgeleitet sind und zu denen auch soziale Rechte gehören. Sie soll aber auch einen politischen und bürgerrechtlichen Status vermitteln, indem sie Unionsangehörigen ein Wahlrecht am Wohnsitzort zu kommunalen Vertretungskörperschaften und zum Europäischen Parlament verleiht. Dies wäre dann der „grundlegende Status“ eines civis europeus, den der Europäische Gerichtshof und seine Generalanwälte in vielen ihrer Entscheidungen herausstellten.
Da die Unionsbürgerschaft besitzt, wer die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates erworben hat, scheint in ihr in der Tat eine inklusive (Europa) und eine exklusive (alle anderen nicht) Seite, also ein privilegierter Status angelegt zu sein. In den letzten Jahren ist indessen eine Entwicklung zu verzeichnen, die diese Idee umzukehren scheint. Migration wird zunehmend kritisch betrachtet, und es zeichnet sich eine Differenzierung ab, die nicht mehr an der Unionszugehörigkeit, sondern an den Bedürf-nissen des Arbeitsmarktes, dem Ausbildungsstand und damit am sozialen Status der Migrantinnen und Migranten ausgerichtet ist. Der „Brexit“ ist nur ein Symptom dieses Prozesses. Dieser Themenkreis soll mit Beiträgen aus der Philosophie sowie den Rechts-, Wirtschafts- und Politikwissenschaften ausgeleuchtet werden.

Programm (pdf): Hier...
Anmeldung bis zum 1. März unter: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Programm

Donnerstag, 7. März 2019

14:15
Begrüßung
Prof. Dr. Albrecht Cordes, Dekan des Fachbereiches Rechtswissenschaft der Goethe-Universität
Stefan Kadelbach, Wilhelm Merton-Zentrum für Europäische Integration und Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

14:30
Europäische Bürgerschaft - und wie sie sich politisch artikulieren kann
Michael Zürn, Berlin

15:00
Die Demokratie in der Politik der Europäi-schen Kommission
Paul Nemitz, Brüssel

15:30
Diskussion

16:00
Kaffeepause

16:30
Europäische Bürgerschaft und Kosmo-politismus - über ein widersprüchliches Verhältnis
Regina Kreide, Gießen

17:00
Diskussion

17:20
Polizei und Justiz in einem Europa ohne Binnengrenzen
Dieter Kugelmann, Mainz

17:50
Diskussion

 

Freitag, 8. März 2019

09:15
Die Ökonomie der europäischen Binnen-migration
Matthias Busse, Brüssel

09:45
Diskussion

10:05
Kaffeepause

10:20
Von der „Freizügigkeit der Wanderarbeit-nehmer“ zur Unionsbürgerschaft und zurück?
Astrid Wallrabenstein, Frankfurt am Main

10:50
Diskussion

11:10
Unionsbürgerschaft und Migrations- steuerung - Voraussetzungen und Gren-zen der Verleihung von Unions- und Staatsbürgerschaft
Ferdinand Wollenschläger, Augsburg

11:40
Diskussion

12:00
Schlussbemerkungen
Rainer Hofmann, Wilhelm Merton-Zentrum für Europäische Integration

12:15
Ende der Tagung

 

Veranstalter:
Merton Zentrum für Europäische Integration und Internationale Wirtschaftsordnung in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster "Die Herausbildung normativer Ordnungen"


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Die „Frankfurter interdisziplinäre Debatte“ ist ein Versuch des Dialogs zwischen Vertreter*innen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen zu aktuellen Fragestellungen – derzeit im Kontext der Corona-Krise und u.a. mit Beiträgen von Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Prof. Dr. Rainer Forst und Prof. Dr. Klaus Günther. Seit Ende März 2020 ist die Onlineplattform der Initiative (www.frankfurter-debatte.de) verfügbar. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Upcoming Events

Bis Ende September 2020

In der Goethe-Universität finden mindestens bis Ende September 2020 keine Präsenzveranstaltungen statt. Das Veranstaltungsprogramm des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" wird ebenfalls bis auf Weiteres ausgesetzt.

29. Mai 2020, 18.30 Uhr

Virtual Workshop on the Political Turn(s) in Criminal Law Thinking: Gustavo Beade: The Voice of the Polity in the Criminal Law: A Liberal Republica. More...

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... with Nicole Deitelhoff

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Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. More...

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