Prof. Dr. Amos Nascimento

Associate Professor des Interdisciplinary Arts & Sciences-Programms an der University of Washington, Tacoma/Seattle

Aufenthalt:
Juni bis Juli 2015

Forschungsprojekt:
Von regionalen Gemeinschaften zu globalen Menschenrechtsdiskursen: Kosmopolitanismus in Europa und Lateinamerika

In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Matthias Lutz-Bachmann

Die Fellowship findet statt in Zusammenarbeit mit dem Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Amos Nascimento ist Associate Professor des Interdisciplinary Arts & Sciences-Programms (IAS) an der University of Washington in Tacoma. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kritische Theorie und Diskurstheorie sowie lateinamerikanische Philosophie, darunter vor allem Befreiungsethiken und Brazilian Studies. Er ist der Principal Investigator der „Normative Innovation“-Forschungsgruppe an der University of Washington, die sich aus interdisziplinärer Perspektive mit Menschenrechten, Kosmopolitismus und Normativität befasst. Amos Nascimento hat Musik, Sozialwissenschaften und Philosophy in Argentinien, Brasilien, den USA und Deutschland studiert. Seinen Doktor machte er an der Goethe-Universität in Frankfurt.

Forschungsvorhaben:
„Thema dieses Forschungsprojekts ist die Notwendigkeit einer pluralisierten und ausdifferenzierten Anwendung des kosmopolitischen Ideals am Beispiel existierender supranationalen Strukturen in Europa und Lateinamerika. Diese Pluralisierung soll als Bedingung für die Etablierung von dynamischen globalen Ordnungen gelten, die in der Lage sein müssen, die hohe Komplexität der Herausforderungen und Möglichkeiten von Globalisierungsprozessen besser zu erfassen oder zu bewältigen. Das Verlangen nach einer Pluralisierung des kosmopolitischen Ideals wird anhand einer doppelten Strategie entwickelt werden. Zum einen geht es um das von Kant universalistisch fundierte Ideal einer „Weltbürgerrechtsgemeinschaft“; zum anderen soll aber dieses Erbe zugleich problematisiert und weiterentwickelt werden am Beispiel zweier regionalen Ordnungen in Europa und Lateinamerika, die in Verbindungen zu unterschiedlichen geographischen Kontexten auftauchen und in Bereichen wie Wirtschaft, Politik, Recht u.a. zu kooperieren. Sowohl Kants Ideal des Weltbürgerrechts als auch die Konstituierung dieser spezifischen regionalen Strukturen basieren stark auf dem Ideal des Friedens und der Bedingung von Menschenrechtsdiskursen. Dies ermöglicht folgende Schlussfolgerung: Prozesse zur Erzeugung von Friedens- und Menschenrechtsdiskursen erwiesen sich als eine notwendige Bedingung für die Etablierung einer pluralen, gerechten, legitimen und effektiven normativen Ordnung im Zeitalter der Globalisierung.“ (Amos Nascimento)

Veröffentlichungen (Auswahl):
Human Rights, Human Dignity, and Cosmopolitan Ideals: Essays on Critical Theory and Human Rights (Co-Hrsg. mit Lutz-Bachmann), Ashgate, Farnham 2014.
Building Cosmopolitan Communities, Palgrave Macmillan, New York 2013.
A Matter of Discourse: Community and Communication in Contemporary Philosophies, Ashgate, Farnham 1998.
Grenzen der Moderne. Europa & Lateinamerika (Co-Editor mit Witte),  IKO Verlag, Frankfurt 1997.

Veranstaltungen:
Paper Presentation, 6. Juli 2015, 11.30 Uhr
Weitere Informationen: Hier...


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