Forschung aktuell

„Demokratie und Nichtachtung“: Ein Problem des Populismus oder Scheitern der liberalen Demokratie?

Bericht über die Keynote der Jahrskonferenz von Jan-Werner Müller

Von Juana de O. Lorena

Am Abend des 22. November 2018 wurde ein aktuell in Politik und Gesellschaft zunehmend in den Blick geratenes Thema zum Kern der Keynote auf der Jahreskonferenz „Revolution, Reaktion, Restauration: Umbrüche normativer Ordnungen“ des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ – der Populismus.
Häufig diskutiert sowohl in den Medien und Alltagsdebatten, als auch in der Wissenschaft, findet der Terminus „Populismus“ trotzdem keine feste Definition. Sollte der Populismus und der populistische Politikstil eher als Bedrohung für die (liberale) Demokratie wahrgenommen werden? Oder sollten wir ihn lieber als nützliches Korrektiv für die nicht verwirklichten Verheißungen der liberalen Demokratie begrüßen? Mit anderen Worten, wie könnten und wie wollen wir, Bürger_Innen von etablierten liberalen Demokratien, diesem Phänomen begegnen? Der Versuch, klare Definitionen über diesen Begriff zu schaffen, bleibt noch offen. Als Folge daraus, bleibt ebenfalls die Frage nach einem angemessenen Umgang mit diesem Phänomen sehr kontrovers.
Doch, trotz Uneinigkeiten, gibt es zahlreiches Bemühen darum, eine Definition zu schaffen – und damit einhergehend Vorschläge zu machen, wie man mit dem Populismus umgehen könnte. Um diese zwei Punkte zu adressieren war Jan-Werner Müller zu Gast als Keynotespeaker der 11. Jahreskonferenz des Exzellenzclusters Normative Ordnungen. Professor Müller lehrt Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Princeton und ist einer der wichtigsten Experten zum Thema Populismus der Gegenwart. Zu seinen wichtigsten wissenschaftlichen Veröffentlichungen zählen „Contesting Democracy: Political Ideas in Twentieth-Century Europe“ (2013) und der einflussreiche Essay „What is Populism?“ (2016).
Vor dem Hintergrund dieser Expertise thematisierte Müller die Frage der Spaltung in der Gesellschaft in Bezug auf die Entwicklung des Populismus weltweit. „Auf welcher Basis werden politische Differenzen diskutiert?“ fragt sich Müller in seinem Vortrag mit dem Titel „Democracy and Disrespect“.

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Die Geschichte von ‘68 gegen den Strich gelesen. Martin Jay spricht über das Verhältnis der Frankfurter Schule zur Neuen Linken

Von Steffen Andrae

Dezember 1971. Die politischen und gesellschaftlichen Nachwehen des Sechstagekriegs zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien sind noch zu spüren, als Herbert Marcuse den vielfach ausgezeichneten israelischen General und Verteidigungsminister Mosche Dajan in Jerusalem trifft. Die beiden haben reichlich Gesprächsstoff. Sie unterhalten sich über mögliche Verhandlungen zwischen Israel und Ägypten, über die Frage der Zweistaatenlösung und über die drohende Gefahr eines neuen gewaltsamen Konflikts. Marcuse ringt Dajan das Bekenntnis ab, dass der israelische Staat auf Basis der Aneignung ursprünglich palästinensischen Lands errichtet wurde, erklärt jedoch im Gegenzug, dass die Verteidigung der Existenz Israels im Krieg von 1967 richtig und notwendig gewesen sei. „Israel did nothing wrong in defending its existence.“
Den symbolischen Gehalt dieser unüblichen Begegnung zwischen der vermutlich einflussreichsten Ikone der 68er-Bewegung und dem militärischen Helden des Sechstagekriegs, der just ein Jahr vor dem Höhepunkt der Erhebungen und Proteste der Neuen Linken stattfand, nahm der renommierte Historiker Martin Jay zum Ausgang, erneut – und anders – über das magische Jahr 1968 nachzudenken. Martin Jay ist Sidney Hellman Ehrman Professor für Geschichte an der University of California, Berkeley, und arbeitet vor allem zur intellektuellen und Geistesgeschichte. In Deutschland ist er durch seine Historiographie der Frankfurter Schule bekannt, die unter dem Titel Dialektische Phantasie 1976 veröffentlicht wurde. Die Forschungen für sein Buch führten ihn bereits 1968 nach Frankfurt, um einige Protagonisten der Kritischen Theorie wie Max Horkheimer und Leo Löwenthal zu treffen und zu befragen. Sein Vortrag „1968 in an Expanded Field. The Frankfurt School and the Uneven Course of History“ fand am 17. Januar 2019 in den Räumlichkeiten des Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ an der Goethe-Universität statt.

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„Meinungsfreiheit - Wie verändert sich das Kommunikationsklima?“

Vortrag von Prof. Bernhard Pörksen im Rahmen der Denkraum-Reihe

Von Johanna Schafgans

Für eine demokratische Staatsordnung ist die Freiheit der Meinungsäußerung zentrale Voraussetzung, denn sie erst ermöglicht eine kritische Auseinandersetzung, auch zwischen BürgerInnen und Staat. Im Streit der Meinungen vollzieht sich jedoch aktuell eine tiefgreifende Veränderung des Kommunikationsklimas, nicht zuletzt durch die digitalen Medien. Am 29. Januar war ein großes Publikum im Schauspielhaus eingetroffen, um mit Prof. Bernhard Pörksen über „Meinungsfreiheit - Wie verändert sich das Kommunikationsklima?“ zu diskutieren. Bernhard Pörksen ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Er analysiert in seinen Forschungsarbeiten die Inszenierungsstile in Politik und Medien und kommentiert in Zeitungskolumnen, in Radio- und Fernsehbeiträgen aktuelle Debatten. Prof. Pörksen hat zahlreiche Aufsätze in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, überdies populärwissenschaftliche Bücher, die amüsant und scharfzüngig die gegenwärtige Medienlandschaft beschreiben.
In der Denkraum-Reihe des Schauspiel Frankfurts, in diesem Jahr unter Beteiligung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“, geht es - anlässlich seines 70-jährigen Bestehens - um das Grundgesetz. Im dritten Denkraum wurde das Thema der Meinungsfreiheit behandelt. Diese sei ein zentraler Gedanke des Grundgesetzes, so Marion Tiedtke, Chefdramaturgin und stellvertretende Intendantin des Schauspiels Frankfurt, die die Veranstaltung eröffnete. Meinungsfreiheit sei eine Stütze jedes demokratischen Staates und müsse als ein Pfeiler unserer bürgerlichen Freiheit garantiert werden. Aber im Moment sei es um die Meinungsfreiheit nicht sehr gut bestellt. Das zeige zumindest das Kommunikationsklima in Deutschland, das sich vor allem auch durch die digitalen Medien verändert habe. „In einer Zeit in der die Autorität des klassischen Journalismus schwindet und die Lügenpresseschreie zunehmen, kann jeder zum Sender werden“, so hat es Bernhard Pörksen formuliert. In seinem heutigen Vortrag analysiert er, wie Kommentare in sozialen Medien, Klickzahlen, Likes und Links zunehmend darüber entscheiden, was als relevant und wahr gelte und wie sich dieser Medienwandel zunehmend auf demokratische Systeme auswirke.

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Kinderrechtsprogramme in Sansibar: Dr. Franziska Fay über dekoloniale Perspektiven auf ein Feld der Entwicklungszusammenarbeit

Von Tanja Strukelj

Die UN-Kinderrechtskonvention ist ein zentraler Bestandteil der Menschenrechte. Zu den Prinzipien der Konvention zählt unter anderem das Recht von Kindern auf Schutz vor allen Formen von Gewalt. Tansania – und somit auch dessen halbautonomer Teilstaat Sansibar – hat die UN-Kinderrechtskonvention im Jahr 1991 ratifiziert und verpflichtet sich somit, die Ziele der Konvention umzusetzen. Dennoch ist die Körperstrafe in Sansibar legal und auch soziokulturell weitestgehend akzeptiert. Kinderschutzprogramme, welche die Ziele der UN-Kinderrechtskonventionen umsetzen wollen, arbeiten gemeinsam mit der sansibarischen Regierung daran, Körperstrafen an Schulen abzuschaffen. Allerdings gibt es sowohl unter Schüler*innen als auch unter Lehrer*innen, Eltern und institutionellen Vertreter*innen Vorbehalte gegenüber diesen Programmen. Doch aus welchen Gründen stoßen Kinderschutzprogramme in Sansibar auf eine solch breite Ablehnung? Und wie könnte ein erfolgreiches Kinderschutzprogramm aussehen?

Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Ethnologin Dr. Franziska Fay in ihrem Vortrag „Kinderrechte und Kritik: Dekoloniale Perspektiven auf ein Feld der Entwicklungszusammenarbeit“ am 23. Oktober 2018 im Klingspor-Museum in Offenbach im Rahmen der Goethe Lectures. Sie möchte eine konstruktive Kritik an international initiierten Kinderschutzprogrammen üben und dekoloniale Perspektiven in diesem Feld der Entwicklungszusammenarbeit aufzeigen. Franziska Fay ist seit November 2017 Postdoktorandin am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. In ihrer Promotion an der School of African Studies (SOAS) in London beschäftigte sie sich mit Interventionen zum Kinderschutz in Grund- und Koranschulen im ländlichen Sansibar. Zuvor studierte sie Erziehungswissenschaften, Afrikanisch Sprachwissenschaften (Swahili) und Kulturanthropologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie Ethnographische Forschungsmethoden an der SOAS London.

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Veranstaltungsbericht zum Crisis Talk “Wahlen zum europäischen Parlament nach, während und vor der Krise“

Von Dr. Stefan Kroll

Es kommt selten vor, dass das Brüsseler Lunch-Talk-Format „Crisis Talks“ nicht pünktlich endet, und noch seltener, dass dann der Raum noch immer sehr gut gefüllt ist und die Zuhörerinnen und Zuhörer sich die Zeit für einen langen Applaus nehmen. Zu beobachten war dies dennoch beim jüngsten „Crisis Talk“, der sich mit der bevorstehenden Europawahl befasste. Professor Rainer Forst (Goethe Universität Frankfurt/Forschungsverbund „Normative Ordnungen“) und Professorin Ulrike Guérot (Donau-Universität Krems und European Democracy Lab) waren die Gäste auf dem Podium und boten dem Publikum eine inspirierte Debatte über die europäische Politik, die von Ralph Sina (WDR/NDR) ausgesprochen elegant und bestimmt moderiert wurde.
Dieser Talk zur Europawahl war bereits der 10. Crisis Talk, womit die Veranstalter – der Leibniz-Forschungsverbund „Krisen einer globalisierten Welt“, die Vertretung des Landes Hessen bei der EU, der Frankfurter Forschungsverbund „Normative Ordnungen“ und das Europa-Büro der Leibniz-Gemeinschaft – ein kleines Jubiläum begingen. Die Europawahl war hierfür als Thema besonders geeignet. Mark Weinmeister (Staatsekretär für Europaangelegenheiten), der die Gäste in den Räumen der Hessischen Landesvertretung begrüßte, stellte fest, dass das Interesse an der Europawahl größer sei als in früheren Jahren. Dies hänge auch damit zusammen, dass die europäische Politik verschiedene Krisen quasi im Dauermodus zu bewältigen habe. Stefan Kroll (Leibniz-Forschungsverbund und Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung) knüpfte daran an und hob hervor, dass dieser Jubiläums-Talk viele Fragen vorhergehender Crisis Talks zusammenführe.

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„Has War Declined Through Human History?“ - Erster Vortrag von Prof. Michael Mann im Rahmen der Ringvorlesung: „The End of Pacification? The Transformation of Political Violence in the 21st Century“

By Johanna Schafgans

For over 150 years liberal optimism has dominated theories of war. It has been repeatedly argued that war either is just declining or will shortly decline. There have been exceptions, especially in Germany and more generally in the first half of the twentieth century, but there has been a recent revival of such optimism, especially in the work of Azar Gat, John Mueller, Joshua Goldstein and Steven Pinker who all perceive a long-term decline in war and violence through history, speeding up in the post-1945-period.
But is it really like that? Has war declined through human history? Or has it just being transformed? These questions among others were discussed with Prof. Michael Mann in his lecture “Has War Declined Through Human History?“, as part of the lecture series of the Cluster of Excellence “The Formation of Normative Orders”, entitled: “The End of Pacification? The Transformation of Political Violence in the 21st Century”. Michael Mann is Distinguished Research Professor of Sociology, UCLA, and Honorary Professor, Cambridge University.

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Kantorowicz-Lecture „Staatsbürgersentimentalismus, Amercian Style“: Heike Paul zur Präsenz des Sentimentalen in der amerikanischen Gesellschaft

Von Leonie Wilke

Zu Ehren des Historikers Ernst Kantorowicz beschäftigen sich einmal im Jahr WissenschaftlerInnen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kantorowicz Lecture in Political Language“ mit dem Themenfeld der politischen Sprache. So auch die diesjährige Leibniz-Preisträgerin Heike Paul, die am 31. Oktober 2018 an der Goethe-Universität einen Vortrag mit dem Titel „Staatsbürgersentimentalismus, American Style“ hielt, welcher vom Forschungszentrum Historische Geisteswissenschaften und dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ ausgerichtet wurde. Heike Paul ist Professorin für Amerikanistik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und zudem Direktorin der Bayerischen Amerika-Akademie. Einen ihrer Forschungsschwerpunkte bilden seit jeher die kulturellen Spezifika Amerikas, denen sie sich aus literaturwissenschaftlicher sowie kulturhermeneutischer Perspekti-ve widmet. Zu diesem Thema veröffentlichte sie 2014 ihr Buch „The Myths that made Ameri-ca“, in dem sie sich mit zentralen Mythen zur Gründungsgeschichte und Gesellschaftsbildung Amerikas auseinandersetzt.
Von eben solchen kulturspezifischen Merkmalen Amerikas handelte auch Heike Pauls Vortrag, in dem sie sich mit dem besonderen Stellenwert des Sentimentalen in der amerikanischen (Sprach-)Kultur auseinandersetzte. Als Ausgangspunkt stützte sie sich dabei auf die These, dass der amerikanischen politischen Kultur ein Staatsbürgersentimentalismus inhärent sei, welcher als kulturspezifische Ressource diene. Dieser Staatsbürgersentimentalismus sei in der Lage, ästhetische Form, kulturelle Praxis und politischen Diskurs zu vereinen sowie herkömmliche Grenzen zwischen privater und öffentlicher Sphäre zu verwischen.

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Der Friedensprozess und das demokratische System in Kolumbien

Von Katharina Limberger

Mehr als 50 Jahre dauerte der Konflikt zwischen den Rebellen der FARC und der kolumbianischen Regierung an, der mehr als 8 Millionen Opfer forderte, an. Viele Kolumbianerinnen und Kolumbianer haben ihr gesamtes Leben unter dem Eindruck dieses Konfliktes gelebt. Im November 2016 jedoch unterzeichneten Vertreter der FARC-Rebellen und der kolumbianischen Regierung nach langwierigen Verhandlungen ein Friedensabkommen. Auf welchen Prinzipien gründet das Abkommen von Havanna? Welche Maßnahmen wurden vereinbart, um einen nachhaltigen und dauerhaften Frieden herzustellen und die ehemaligen FARC-Kämpfer in die Zivilgesellschaft zu integrieren? Welche Veränderungen bedeutet dies für das politische System? Und welche Rolle kommt dabei der Justiz und insbesondere der Wahlgerichtsbarkeit zu? Diesen Fragen widmete sich Magistrada / Bundesrichterin Lucy Jeannette Bermúdez Bermúdez (Consejo de Estado, Colombia) in ihrem Vortrag am 8. November 2018 im Haus des Exzellenzclusters Normative Ordnungen. Lucy Jeannette Bermúdez Bermúdez ist Magistrada / Bundesrichterin und Vorsitzende der für Wahlangelegenheiten zuständigen 5. Kammer des Consejo de Estado de Colombia, dem Staatsrat Kolumbiens,  und war im November 2018 als Fellow am Exzellenzcluster Normative Ordnungen.
Wichtigstes Prinzip des Friedensvertrags ist, wie Frau Bermúdez Bermúdez gleich zu Beginn ihres Vortrags betonte, die Demokratie als Organisationsform der Gesellschaft des Postkonfliktes zu etablieren und die zuvor gewaltsam ausgetragenen Konflikte in einen neuen institutionellen Organisationsrahmen zu überführen. Die Demokratie soll als Substitutionssphäre dienen, in der an die Stelle des Kampfes mit Waffen der Kampf mit Argumenten tritt. Dabei nehmen die Justiz im Allgemeinen und die Wahlgerichtsbarkeit im Besonderen die Funktion eines Garanten des Friedens und der Demokratie ein.

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„Würde_wer bestimmt, was einem Menschen zusteht?“ – Erster Vortrag der Denkraum-Reihe von Prof. em. Dr. Dr. Günter Frankenberg

Von Johanna Schafgans

Dass das Thema „Würde“ nach wie vor viel Aufmerksamkeit findet, ließ sich an dem ausverkauften Chagallsaal des Frankfurter Schauspiels am 16. Oktober 2019 erkennen. Das große Publikum war gekommen, um mit Professor Günter Frankenberg über das Thema: „Würde_wer bestimmt, was einem Menschen zusteht?“ zu diskutieren.
In der Denkraum-Reihe des Schauspiel Frankfurts, in diesem Jahr unter inhaltlicher Beteiligung des Exzellenzclusters „Die Herausbildung Normativer Ordnungen“, geht es – anlässlich seines 70-jährigen Bestehens  –  um das Grundgesetz. Insofern könne man, so Frankenberg, diese Denkraum-Reihe nicht anders als mit dem Thema „Würde“ beginnen – denn ihr widmet sich auch der Anfang des Grundgesetzes. Fast zeitgleich wurde sie in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen. Im Lissabon-Vertrag über die Europäische Union ist sie das erste Grundprinzip – noch vor Freiheit. Doch woher kommt dieser Begriff, warum ist „die Würde des Menschen unantastbar“ und wie steht es um ihre Realisierbarkeit? Immerhin, so sagt das Grundgesetz, sind die Achtung und der Schutz der Würde „Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“. Zu einem Leben in Würde gehörten auch soziale Mindeststandards, und eine „menschliche Gemeinschaft“ mache nicht an Landesgrenzen halt. Wie ist es also heute um die Anerkennung der Würde bestellt? Vor allem diese Frage wurde an diesem Abend diskutiert mit Prof. Günter Frankenberg, Professor em. für Öffentliches Recht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Assoziiertes Mitglied des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“.

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„Frankfurter interdisziplinäre Debatte“. Frankfurter Forschungsinstitute laden zum Austausch über disziplinen-übergreifende Plattform ein

Die „Frankfurter interdisziplinäre Debatte“ ist ein Versuch des Dialogs zwischen Vertreter*innen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen zu aktuellen Fragestellungen – derzeit im Kontext der Corona-Krise und u.a. mit Beiträgen von Prof. Dr. Nicole Deitelhoff, Prof. Dr. Rainer Forst und Prof. Dr. Klaus Günther. Seit Ende März 2020 ist die Onlineplattform der Initiative (www.frankfurter-debatte.de) verfügbar. Mehr...

Bundesministerin Karliczek gibt Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

In einer Pressekonferenz hat Bundesministerin Anja Karliczek am 28. Mai 2020 den Startschuss für das neue Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) gegeben. Mit dabei waren Sprecherin Prof. Nicole Deitelhoff (Goethe-Uni, Normative Orders), sowie der Geschäftsführende Sprecher Prof. Matthias Middell (Uni Leipzig) und Sprecher Prof. Olaf Groh-Samberg (Uni Bremen). Nun kann auch das Frankfurter Teilinstitut seine Arbeit aufnehmen. Mehr...

Upcoming Events

Bis Ende September 2020

In der Goethe-Universität finden mindestens bis Ende September 2020 keine Präsenzveranstaltungen statt. Das Veranstaltungsprogramm des Forschungsverbunds "Normative Ordnungen" wird ebenfalls bis auf Weiteres ausgesetzt.

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Krise und Demokratie

Mirjam Wenzel im Gespräch mit Rainer Forst
Tachles Videocast des Jüdischen Museum Frankfurt

Normative Orders Insights

... with Nicole Deitelhoff

New full-text Publications

Burchard, Christoph (2019):

Künstliche Intelligenz als Ende des Strafrechts? Zur algorithmischen Transformation der Gesellschaft. Normative Orders Working Paper 02/2019. More...

Kettemann, Matthias (2020):

The Normative Order of the Internet. Normative Orders Working Paper 01/2020. More...