Daniel Ziblatt "How Democracies Die" am 10. Dezember 2018 im Exzellenzcluster "Normative Orders"

Zu Beginn dieses Jahres veröffentlichte Daniel Ziblatt, Professor an der Harvard Universität, gemeinsam mit Steve Levitsky sein neues Buch "Wie Demokratien sterben" (DVA), welches zu einem Bestseller der New York Times und mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2018 ausgezeichnet wurde. Am 10. Dezember 2018 präsentiert Ziblatt die Hauptthesen seines neuen Buchs im Exzellenzcluster „Normative Orders“ (Erdgeschoss 01+02) und stellt sie zur Diskussion.
In seiner Analyse argumentiert Ziblatt, dass Demokratien nicht mehr mit einem lauten Knall enden – etwa aufgrund einer Revolution oder eines Militärputschs. Vielmehr gehen Demokratien auf andere Weise zugrunde: Autoritäre Regime werden heute an den Wahlurnen gewählt. Die politische Lage in Venezuela, der Türkei, Ungarn, Russland und Nicaragua zeigt, dass der Zusammenbruch von Demokratien durch demokratisch gewählte Regierungen herbeigeführt werden kann. Ziblatt analysiert, wie demokratische Institutionen und Prozesse ausgehöhlt und demokratische Normen durch eine extreme Polarisierung geschwächt werden.

Demokratische Zusammenbrüche sind seiner Auffassung nach allerdings weder unvermeidbar noch unumkehrbar. Jedoch bedürfe es mehr als nur der verfassungsrechtlichen Strukturen, damit Demokratien populistischen Bewegungen standhalten können: Ungeschriebene demokratische Normen und Werte müssen ständig verteidigt und bestärkt werden. Mit seiner Analyse möchte Ziblatt zeigen, wie autoritäre Trends gestoppt werden können, ehe es zu spät ist.

 

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10. September 2020, 12.30 Uhr

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