Zivilgesellschaftliches Netzwerk Paulskirche plant “Frankfurter Tage der Demokratie”

Mit vielfältigen Initiativen zur Stärkung und Weiterentwicklung der Demokratie bringt sich die Frankfurter Zivilgesellschaft in die Feierlichkeiten zum 175-jährigen Jubiläum der ersten deutschen Nationalversammlung ein. Ein Zusammenschluss aus unterschiedlichen Akteuren und Institutionen hat Anfang April das Netzwerk Paulskirche - Demokratie im Kommen gegründet. Das Netzwerk will das Jubiläum der Paulskirchen-Versammlung von 1848 zum Anlass nehmen, um Demokratie als konkrete Lebensform zu stärken und mit Blick auf die neuen globalen Herausforderungen zu erweitern.

Zu den Initiator:innen des Netzwerks gehören unter anderem die Stiftung medico international, der Verein „mehr als wählen“, das Institut für Sozialforschung, der Forschungsverbund Normative Ordnungen, die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung sowie die Forschungsstelle Demokratische Innovationen und das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt an der Goethe-Universität Frankfurt. „Die Paulskirche wird oft als ‚Wiege der deutschen Demokratie’ bezeichnet“, so Dominik Herold von „mehr als wählen“: „Mit den Frankfurter Tagen der Demokratie wollen wir zeigen, dass sich Demokratie nicht im musealen Erinnern erschöpfen darf, sondern einen nie zu Ende kommenden und fragilen Prozess darstellt, den es selbstbestimmt und von unten zu gestalten gilt. Dazu gehört, vor allem die Stimmen derjenigen, die häufig nicht gehört und gesehen werden, ins Zentrum zu stellen.“

Das Programm, das sich das Netzwerk Paulskirche für die kommenden Jahre vornimmt, spannt einen weiten Bogen. Entwickelt werden Projekte, die unmittelbare Teilhabe ermöglichen, sowie vielfältige Denk- und Streiträume, die von Nachbarschaftsforen über lokale Bürger:innenräte, wissenschaftliche Symposien und Kunstaktionen bis hin zu einer globalen Versammlung von zivilgesellschaftlichen Vertreter:innen aus aller Welt reichen. Alle Vorhaben sollen zugänglich für möglichst viele Menschen sein. „Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven in einen kritischen Dialog miteinander zu bringen. Demokratie braucht nicht zuletzt Streit und Dissens, sie braucht das ständige Hinterfragen des Bestehenden. Nur so lässt sich auch den heutigen Bedrohungen von Demokratie entgegenarbeiten”, betont Prof. Nicole Deitelhoff von der HSFK.

Die einzelnen Vorhaben sollen Ende April/Anfang Mai 2023 in “Frankfurter Tagen der Demokratie” zusammengeführt werden. Wie eng lokale Demokratie und globale Fragen miteinander verschränkt sind, soll mit einer Premiere in der Paulskirche beispielhaft demonstriert werden: Vertreter:innen der globalen Zivilgesellschaft werden in Frankfurt zu Gast sein und über die Grundlagen einer globalen Verfassung beraten. „Der Klimawandel, die weltweite Migration, die globalisierten Wirtschaftskreisläufe: all das zeigt, dass Demokratie heute immer auch global gedacht werden muss. Mit einer globalen Versammlung wollen wir den Prozess, der mit der Nationalversammlung 1848 angestoßen wurde, in die Zukunft erweitern“, ergänzt Thomas Gebauer, der langjährige Geschäftsführer von medico international und Träger der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt.

Mit seinen Vorhaben verbindet das Netzwerk Paulskirche die Absicht eines substanziell eigenen Frankfurter Beitrags zu den längst im nationalen Interesse stehenden Feierlichkeiten. „Zivilgesellschaftliches Engagement hat in Frankfurt eine lange Tradition. Ohne tatkräftige Teilhabe der  Stadtöffentlichkeit hätte sich Frankfurt nie so entwickeln können, und würde auch keine Zukunft haben. Alle, auch und gerade die Institutionen der Stadt, sind eingeladen, nach Kräften mitzuwirken. Ideell wie finanziell“, so die Kulturproduzentin Dr. Paula Macedo Weiß.

Zur Liste der Initiator:innen und Kontakte in der ausführlichen Pressemitteilung: Hier...


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