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Bawanypeck, Daliah, Dr.


bawanypeck (at) em [Punkt] uni-frankfurt [Punkt] de

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  • Goethe-Universität Frankfurt
    Wissenschaftsgeschichte
    Normative Ordnungen Raum 1.05
    Campus Westend Max-Horkheimer-Straße 2
    D - 60629 Frankfurt

    Sekretariat:
    Susanne Bernhart
    R. 103

    Sprechzeiten:
    Dienstags 10-11 Uhr

Tel. 00493081828546

Fax 00493081828546

Projects and Positions in the Cluster

    Programming period 2012-2019

  • Post Docs

Research topic

Mesopotamische Gelehrte und ihre Texte - Normative Ordnungen und keilschriftliche Wissenskonzepte

Brief description of research topic

Mesopotamien gehört neben Ägypten zu den ältesten Schriftkulturen. Die Keilschrift, die hauptsächlich auf Tontafeln überliefert ist, wurde gegen Ende des vierten Jahrtausends v. Chr. im südlichen Mesopotamien erfunden und blieb mehr als dreitausend Jahre lang in Gebrauch. Es handelt sich um einen Kulturraum, in dem sich bereits früh eine gesellschaftlich organisierte, systematische Weitergabe von zusammenhängendem Wissen feststellen lässt, denn mit der Schrifterfindung begann in Mesopotamien die gezielte Erfassung und Übermittlung verschrifteten Wissens. Die Vermittlung der Keilschrift und der damit verbundenen Wissensgebiete oblag umfassend ausgebildeten Schreibern, die über Spezialkenntnisse verfügten und den gesellschaftlichen Eliten angehörten. Im Laufe von dreitausend Jahren entstanden umfangreiche Sammlungen von Wissenstexten, die überwiegend im Kontext von Palast- und Tempelbibliotheken sowie Expertenhäusern gefunden wurden, was darauf hinweist, dass sowohl die Ausbildung der Gelehrten als auch die Ausübung ihrer Tätigkeiten in institutionellem Rahmen erfolgte. Die Texte gewähren Einblick in die Berufs- und Ausbildungspraxis der Keilschriftexperten und ermöglichen uns den Zugang zur Entwicklung wissenschaftlichen Denkens in Mesopotamien. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass die Wissenskonzepte und ihre Vermittlung eng mit dem mesopotamischen Weltbild verbunden sind, das keine Trennung zwischen wissenschaftlicher und metaphysischer Ebene vollzieht. Abstrakte, wissenschaftstheoretische Texte sind nicht vorhanden. Die religiös-ideologische Eigenperspektive ist ebenso grundlegend zu beachten wie die kulturelle und gesellschaftsorganisatorische Verortung mesopotamischer Wissensbereiche.
Die Studie, die sich mit keilschriftlichen Wissenstexten, schriftkundigen Experten und den Orten der Wissensakkumulation befasst, soll veranschaulichen, unter welchen Voraussetzungen sich die mesopotamischen Wissenskulturen bildeten, wer die Wissensträger waren und welche Erkenntnisprozesse und Instrumentarien bei der Herausbildung, Etablierung, Tra-dierung und Entwicklung von verschriftetem Wissen eine außergewöhnliche Rolle gespielt haben.

Das Forschungsprojekt ist ein Teilprojekt des Exzellenzclusters 243 "Die Herausbildung normativer Ordnungen", Forschungsfeld 2: Die Geschichtlichkeit normativer Ordnungen.

Subject areas

Wissenschaftsgeschichte der vormodernen Welt,
Altorientalistik, Hethitologie

Main research interests

Wissenschaft und Gelehrsamkeit in Mesopotamien, Wissenstransfer in benachbarte Gebiete (Schwerpunkt Hethiterreich); Organisation der hethitischen Wissensbestände; Altorientalische Religion und Mythologie; Chronologie und soziale Zeit in Mesopotamien und dem Hethiterreich

Biographical Details

1988 bis 1995 Studium der Altorientalistik, der Vorderasiatischen Archäologie und der Rechtswissenschaften an der FU Berlin, Studienabschluss Magistra Artium.
2001 Promotion im Fach Altorientalistik (Die Rituale der hethitischen Auguren).
März 1996 bis Februar 1999 Wissenschaftliche Mitarbeiterin (DFG) an der FU Berlin (Materia Magica et Medica Hethitica).
Dezember 2001 bis November 2004 Wissenschaftliche Mitarbeiterin (DFG) an der Universität Leipzig (Hethitische Königssiegel) – verbunden mit zwei mehrwöchigen Forschungsaufenthalten in der Türkei (Bogazkale / Hattusa).
2005, 2006 sowie Aug. 2007 bis Sept. 2008 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SFB 295 der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Hethitische Herrschaftspraxis).
Von Dezember 2008 bis Juni 2009 Freie Mitarbeiterin an der FU Berlin (Wissenschaftsgeschichte im Alten Orient, Teilgebiet Keilschriftkulturen).
Seit 1999 regelmäßig Lehrtätigkeiten (Lehraufträge an der FU Berlin, der Goethe-Universität Frankfurt und der Georg-August-Universität Göttingen).
Seit August 2009 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Exzellenzcluster “Herausbildung normativer Ordnungen“ im Historischen Seminar.
Oktober 2010 bis Juli 2011 Forschungsaufenthalt in Göttingen als Fellow des Lichtenbergkollegs (Hethitische Mythen).

Publikationen
„Notizen zur Materia Magica Hethitica“ (SMEA 40) 1998: 77-82.
V. Haas (unter Mitwirkung von Daliah Bawanypeck - Mauro Giorgieri - Rita Strauß) „Die hurritischen Ritualtermini in hethitischem Kontext“ (ChS I/9) 1998.
(zusammen mit Susanne Görke) „Das Festritual für den Wettergott der Wiese“, in: Thomas Richter - Doris Prechel - Jörg Klinger (Hg.) Kulturgeschichten. Altorientalische Studien für Volkert Haas zum 65. Geburtstag. Saarbrücken 2001
V. Haas (unter Mitwirkung von Daliah Bawanypeck) „Materia Magica et Medica Hethitica: Ein Beitrag zur Heilkunde im Alten Orient“. Berlin 2003 (2 Bände).
Rezensionsartikel „Die Akten des IV. Internationalen Kongresses für Hethitologie. Würzburg, 4.-8. Oktober 1999“, OLZ 98, 2003: 635-640.
„Die Rituale der hethitischen Auguren. Zur Bedeutung ihrer Tätigkeit für das Königshaus und zu den Traditionen ihrer Rituale“, in: Manfred Hutter - Sylvia Hutter-Braunsar (Hg.) Offizielle Religion, lokale Kulte und individuelle Religiosität (AOAT 318) Münster 2004: 31-46.
„Die Rituale der Auguren“ (THeth 25) Heidelberg 2005.
„Arzawäische Ritualpraktiken – Informationen aus Hattusa“, in: Doris Prechel (Hg.) Motivation und Mechanismen des Kulturkontaktes in der Späten Bronzezeit (Eothen 13) Florenz 2005: 1-18.
„Die hethitischen Königssiegel vom Westbau des Nisantepe in Bogazköy-Hattusa“, in: Dirk P. Mielke - Ulf D. Schoop - Jürgen Seeher (Hg.) Strukturierung und Datierung in der hethitischen Archäologie (BYZAS 4) Istanbul 2006: 109-123.
„Bemerkungen zu zwei Siegelabdrücken Suppiluliumas aus dem Nisantepe-Archiv in Bogazköy-Hattusa“, in: Metin Alparslan - Meltem Dogan-Alparslan - Hasan Peler (Hg.) Vita. Fs. Belkis und Ali Dinçol, Istanbul 2007: 63-67.
(zusammen mit Susanne Görke) „Zu den hurritischen Partien der 6. Tafel des Giziya- Rituals“, in: Detlev Groddek - Marina Zorman (Hg.)Tabularia Hethaeorum. Fs. Silvin Košak. Wiesbaden 2007: 59-68.
„Rind. D. In den hethitischen Quellen“, in: RlA 11, 390-392.
„Die Königinnen auf den Siegeln“, in: Alfonso Archi – Rita Francia (Hrsg.), VI Congresso Internazionale di Ittitologia, Roma 5–9 settembre 2005 (SMEA 49/1) Rom: 2007: 49-58.
(zusammen mit Suzanne Herbordt – J. David Hawkins „Die Siegel der Großkönige und Großköniginnen auf Tonbullen aus dem Nisantepe-Archiv in Hattusa.“ (BoHA 23) Darmstadt/Mainz: 2011.

Publications

  • Book chapter
    • 2017
    • 2014
      • Bawanypeck, Daliah (2014): "Die Auguren und das hethitische Heer", in: Hans Neumann - Reinhard Dittmann - Susanne Paulus - Georg Neumann - Anais Schuster-Brandis (Hrg.): Krieg und Frieden im Alten Vorderasien (Alter Orient und Altes Testament 401). Münster: Ugarit Verlag, 97-107.
        Details
      • Bawanypeck, Daliah (2014): "Hethitische Orakelspezialisten als Ritualkundige", in: Jeanette C. Fincke (Hrg.): Divination in the Ancient Near East. Winona Lake: Eisenbrauns, 21-36.
        Details
      • Bawanypeck, Daliah (2014): "Normative structures in Mesopotamian rituals: A comparison of hand-lifting rituals in the second and first millennium BC". In: Daliah Bawanypeck/Annette Imhausen (eds.)Traditions of Written Knowledge in Ancient Egypt and Mesopotamia (Alter Orient und Altes Testamen 403) Münster: Ugarit Verlag.
        Details
    • 2013
      • Bawanypeck, Daliah (2013): "'Luwian' Religious Texts in the Archives of Hattusa", in: Alice Mouton - Ian Rutherford - Ilya Yakobovich (Hrg.): Luwian Identities: Culture, Language and Religion Between Anatolia and the Aegean. Leiden - Boston: Brill, 159-176.
        Details
  • Book (ed.)

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