Wie politisch darf die Kunst sein?

Frankfurter Stadtgespräch über „Politik der Kunst in der globalisierten Welt“ am 16. September im Frankfurter Kunstverein

Pressemitteilung

3. September 2010

FRANKFURT. Um die Rolle der Kunst in Politik und Gesellschaft geht es beim nächsten Frankfurter Stadtgespräch, veranstaltet vom Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ der Goethe-Universität und dem Frankfurter Kunstverein

am: Donnerstag, dem 16. September 2010, um 20 Uhr, Ort: Café des Kunstvereins, Steinernes Haus am Römerberg Markt 44, 60311 Frankfurt.

Unter dem Motto „Politik der Kunst in der globalisierten Welt“ diskutieren die Philosophin Dr. Juliane Rebentisch und Dr. Clémentine Deliss, Direktorin des Museums der Weltkulturen. Es moderiert Dr. Holger Kube Ventura, der Leiter des Kunstvereins; der Eintritt ist frei.

Der Philosoph Immanuel Kant sah die Kunst im Bereich des „interesselosen Wohlgefallens“. Der Filmregisseur Jean-Luc Godard wollte nicht politische Kunst machen, sondern Kunst auf eine politische Weise. Der Maler und Aktionskünstler Jonathan Meese gibt sich kompromisslos und fordert gar die „Diktatur der Kunst“. Das Verhältnis von Kunst und Politik ist immer wieder Gegenstand von Kontroversen. Dahinter steht auch die ganz grundsätzliche Frage, ob Kunst per se politisch ist oder es um ihrer selbst willen gar nicht sein darf. Worin aber könnte das spezifisch Politische der Kunst bestehen? Und welchen Einfluss hat sie auf die normativen Ordnungen einer Gesellschaft und auf den öffentlichen Raum? Durch die Globalisierung öffnen sich Grenzen, finden Austausch und Bewegung statt – wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich und auf künstlerischem Gebiet. Auch die Fragen, welche Impulse die Kunst diesem grenzüberschreitenden Prozess gibt und wie dieser auf sie zurückwirkt, stehen im Mittelpunkt des aktuellen Stadtgesprächs mit ausgewiesenen Experten:

•Juliane Rebentisch lehrt und forscht am Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Zu den Schwerpunkten der vielseitigen Philosophin gehören auch Politische Philosophie und Ethik. Eine ihrer Publikationen im Bereich der Kunsttheorie ist die bei Suhrkamp erschienene Monographie „Ästhetik der Installation“.

•Clémentine Deliss, gebürtige Britin und Tochter einer französischen Mutter und eines österreichischen Vaters, hatte sich schon weltweit einen Namen als Kuratorin gemacht, bevor sie im Frühjahr 2010 die Leitung des Frankfurter Museums der Weltkulturen übernahm. Die promovierte Ethnologin ist zudem Gründerin der internationalen Kunstzeitschrift „Metronome“.

•Der Direktor des Frankfurter Kunstvereins und Kunstwissenschaftler Holger Kube Ventura hat sich in seiner Dissertation, in verschiedenen Aufsätzen und Interviews mit der politischen und gesellschaftlichen Wirkung von Kunst befasst. Vor seiner Tätigkeit in Frankfurt war er Programm- und Projektkoordinator bei der Kulturstiftung des Bundes in Halle an der Saale.

Die Podiumsdiskussion über Kunst und Politik ist das mittlerweile dritte Frankfurter Stadtgespräch. Und auch der Termin für das nächste Stadtgespräch steht bereits fest: Am 24. November erörtern die Schriftstellerin Thea Dorn und Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität, die öffentliche Rolle der Intellektuellen. Mit der bisher sehr gut besuchten Veranstaltungsreihe wollen der Exzellenzcluster und der Kunstverein den Dialog mit der Öffentlichkeit fördern.

Information: Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“, Tel: (069) 798-25290; Frankfurter Kunstverein, Tel: (069) 219314-30/-40


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